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Politische und kulturelle Entwicklung Roms
Das Imperium Romanum: 1. Abschnitt (30 v.Chr. - 68 n.Chr.)
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v.Chr. |
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Kultur |
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Nero
(54-68)
(Rom, Thermenmus.) |
Nero
(54-68)
mit Strahlenkrone
(Paris, Louvre) |
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- Tod des
Tiberius Claudius Nero am 16. März in Misenum.
Caligula
begleitet seinen Leichenzug nach Rom und erfährt
dabei viele Huldigungen. Er hält auch die Leichenrede.
Die Asche des Tiberius
wird im Mausoleum des
Augustus beigesetzt. (Tac.ann.6,46-51; Suet.Tib.73;
Suet.Cal.12)
- Sein Nachfolger ist Gaius
Caesar Caligula (Cass.Dio 59; Suet.Cal.; Ios.Ant.Iud.18,6,10-19,2,5).
Er erhält am 18. März vom Senat
den Titel Imperator und alle anderen Rechte, die Augustus
erst nach und nach erworben hatte. Nur den Titel "pater
patriae" nimmt er nicht sofort an.
- Die Bevölkerung setzt in Caligula
als Sohn des Germanicus
hohe Erwartungen, die er anfangs auch zu erfüllen
bemüht ist. Zur Abstellung der bestehenden politischen
Missstände ergreift er Sofortmaßnahmen:
- Aufhebung politischer Veurteilungen ,
Rückberufung der Verbannten;
- Einstellung der Maiestätsprozesse
und Verbannung der Delatoren; öffentliche
Verbrennung aller Schriftstücke, die
gerichtlich gegen jemanden verwendet werden
konnten;
- Veröffentlichung eines Staatshaushaltes
nach dem Vorbild des Augustus;
- Steuernachlässe und Herabsetzung
des Beitrags für Getreideempfänger.
- Rehabilitierung von Schriftstellern und
ihrer Werke: Cassius
Severus, Titus
Labienus, Cremutius
Cordus.
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- Für eine weitere Aufhellung der Stimmung sorgt
er durch:
- Großzügige Auszahlung aller
Legate, die das Testament des Tiberius
für die Prätorianer (je 1000 Sesterzen),
städtische Cohorten (je 500 Sesterzen),
Legionssoldaten (je 300 Sesterzen) und Volk
(zusammen 50 Mio. Sesterzen) vorsah. Verteilung
von Geldspenden.
- Seine Rede zum Antritt seines Konsulats
am 1.Juli 37 zeigte so viel Ehrerbietung
gegen den Senat,
dass dieser beschloss, sie jährlich
am selben Tag verlesen zu lassen.
- Abhaltung von Spielen;
- Pietät gegen seine Familie:
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- Doch lässt er bald die Maske fallen: Beginnender
Caesarenwahn (Unbeherrschtheit, Willkür, Grausamkeit,
Verschwendungssucht)
- Bei der Einweihung des Augustustempels
am Forum
(31.Aug.) bewies er zum ersten Mal seine
Verschwendungssucht, indem er das ganze
Volk mit einem Festessen bewirtete, jedem
Bürger 300 Sesterzen schenkte und kostspielige
Spiele und Tierhetzen veranstaltete, bei
denen 400 Bären und 400 Löwen
und Panther den Tod fanden.
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- Nach der Genesung von einer gefährlichen Krankheit
zeigte er sich nur noch von der schlechten Seite (Cass.Dio
59,8ff.)
- Publius
Afranius Potitus, der aus Schmeichelei
geschworen hatte, sein Leben zu opfern,
falls der Kaiser wieder gesund werde, zwar
er, sein Gelübde zu erfüllen;
ebenso den Ritter
Atanius Secundus, der in gleicher Sache
geschworen hatte, als Gladiator aufzutreten.
- Jetzt werden reihum gefährliche oder
unbequeme Personen sein Opfer:
- Hemmungslose Vergnügungssucht:
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- Fertigstellung des von Tiberius
begonnenen Augustustempels am Forum
und Einweihung am 30.und 31.Aug.37 (Geburtstag des
neuen Kaisers).
- Drei Obelisken werden aus Ägypten beigeschafft
und in Rom aufgestellt.
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- Konsulat des
- Marcus Aquila Iulianus (1. Halbjahr)
- Publius Nonius Asprenas (1. Halbjahr)
- cos. suff.
- Servius Asinius Celer
- Sextus Nonius Quintilianus
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- Positive Nachrichten aus dem Jahr 38
- Aufnahme wohlhabender Provinzialen unter
die Ritter;
- Tatkräftige persönliche Hilfe
bei einem Großbrand in Rom und finanzielle
Beihilfen;
- Rückgabe der Beamtenwahl an die Komitien
und Zeichen der Ergebenheit; gegenüber
dem Senat;
- Wiedereinsetzung einheimischer Klientelkönige
in einzelnen Provinzen, wobei Caligula
zwischen den Konsuln auf einer Bühne
auf dem Forum
sitzt, den Senatsbeschluss
verkündet und die Huldigen der Könige
entgegennimmt:
- Soaemus in Iturae,
- Antiochus IV. in Commagene,
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- Herodes Agrippa in Judaea,
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- Caligulas
Schwester Drusilla,
mit der er angeblich ein Verhältnis hatte, stirbt
- Ihre goldene Statue lässt er im Venustempel
und im Senat
aufstellen.
- Er vergöttlicht sie unter dem Namen
Panthea (Allgöttin) und ordnet für
alle Frauen an, nur noch bei ihrem Namen
zu schwören.
- Der Senator Livius
Geminus schwört nach dem Vorbild
des Iulius
Proculus, er habe sie in den Himmel
aufsteigen sehen, und erhält dafür
eine Mio. Sesterzen.
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- Zunehmendes Grausamkeit (Sen.ira 3,18f.) und Verschwendungssucht:
- Leidenschaft für Pferderennen im
Circus,
wobei er unter den vier Parteien (der Grünen,
Blauen, Roten und Weißen) die Grünen
favorisierte. Auch Senatoren und Ritter
mussten mitmachen. Dabei gab er Festessen
für die Massen und beschenkte die Wagenlenker
(Eutychus) fürstlich.
- Caligula
selbst wollte sein Rennpferd Incitatus,
dem er einen Marmorstall mit Goldkrippe
bauen ließ, sogar zum Consul ernennen.
- Tierhetzen und Gladiatorenspiele mit Massenkämpfen,
an denen auch Ritter
mitwirken mussten. Angeklagte wurden neben
anderen grausamen Strafen immer häufiger
zur Teilnahme an Spielen verurteilt (damnatio
ad bestias; damnatio ad ludum).
- Bauvorhaben, bei denen es ihm auf Monstrosität,
nicht auf Ästhetik oder Funktionalität
ankam.
- Bauliche Verbindung des Palatins
mit dem Tempel des Kastor und Pollux
auf dem Forum,
der so zur Vorhalle seines Palastes
werden sollte;
- Ein Viaedukt über das Tal zwischen
Palatin
und Kapitol,
um den Iupitertempel
bequemer zu erreichen;
- Baubeginn der Aqua
Claudia (von Claudius beendet),
über die hinweg er den Anio novus
kreuzen ließ, der das Wasser aus
59 Meilen Entfernung herbeiführte;
- Er hatte die Absicht, den Isthmos
von Korinth
zu durchstechen;
- Bei Rhegion und gegenüber in
Sizilien
sollten neue Häfen gegraben werden;
- 39: Schiffsbrücke von Puteoli
nach Bauli (26-30 Stadien Länge).
Bei ihrer Einweihung überquerte
er als Alexander der Große kostümiert
die Brücke mit einem Heer. Die
Fiktion war, dass er gegen Xerxes zu
Feld zog. Auf dem Rückmarsch feierte
er am folgenden Tag seinen Sieg über
Xerxes und über Poseidon.
- Den Staatskasse, die Tiberius
mit mindestens 270 Tausend Sesterzen gefüllt
hinterlassen hatte, hatte Caligula
im zweiten Jahr seiner Regierung geleert.
- Der Verschwendung folgte die Habgier.
- Das meiste Geld verschaffte sich Caligula
durch die Verurteilung vermögender
Bürger: z.B. weil jemand bei Tod
der Drusilla
zu wenig getrauert hatte, oder weil
er beim "Tod" der Göttin
Drusilla
überhaupt getrauert hatte;
- Die Stunde der Delatoren war gekommen,
sie kehrten jetzt nach Rom zurück;
- Ein anderes Verfahren war, bei Versteigerungen
durch Druck auf die Bieter überhöhte
Preise zu erzielen.
- Unberechenbarkeit und Willkür gegen
Recht, Sitte und Religion
krönen seinen Charakter:
- Todesurteile lässt er auf einen
Wink hin vollziehen, sie sollen schmerzlich
sein.
- Er ließ sich als "Lateinischer
Iupiter"
einen Tempel mit Statue auf dem Palatin
bauen (als Gegenstück zum "Capitolinischen
Iupiter")
und versuchte sich auch mit Blitz und
Donner. Er kostümierte sich ebenfalls
als Apollo, Bacchus, Hercules, sogar
als Iuno, Diana und Venus. Auf ein Diadem
verzichtete er nur, weil er mehr sein
wollte als ein orientalischer Despot.
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- Auflösung der Ehe mit Cornelia Orestilla (die
er ihrem Verlobten Gaius Piso weggenommen hatte) und
neue Ehe mit der schönen und sehr reichen Lollia
Paulina (die er Publius
Memmius Regulus wegnahm).
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- In Alexandria widersetzen sich die Juden der Einführung
des Kaiserkultes in den Synagogen.
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- Schiffsbrücke von Puteoli nach Bauli
- Caligula
verstößt nach einem Jahr Lollia
Paulina und heiratet Caesonia, die ihn dauerhafter
an sich binden konnte.
- In einer langen Senatsrede rehabilitiert Caligula
überraschend seinen Vorgänger Tiberius:
Er habe nur ausgeführt, was er Senat
beschlossen habe. Damit wälzt er alle Vorwürfe
auf den Senat
ab, der am nächsten Tag mit Huldigungen für
den Kaiser reagiert.
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- Nachdem alle einheimischen Mittel verbraucht sind,
begibt sich Caligula
nach Gallien
und rüstet gegen die Germanen
- Er demütigt Lentulus
Gaetulicus, den Oberbefehlshaber der
Truppen in Obergermanien, der zur Zeit des
Tiberius
mit Anwendung von Waffengewalt gedroht hatte;
- er entlässt einige Centurionen und
nimmt bei denen, die bald entlassen werden
sollten, Soldkürzungen vor;
- er unternimmt einen Zug gegen die Chaucen.
Da keine Germanen da sind, lässt er
einige aus seinem Heer sich über dem
Rhein im Wald verstecken und führt
gegen sie einen Scheinangriff. Blätter
und Zweige dienen als Trophäen.
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- Als ein britannischer Königssohn
wird vorstellig und bittet um Hilfe gegen
seinen Vater, der ihn vertrieben hatte.
- Das Scheingefecht gegen die Germanen und
das Bittgesuch des Briten waren Caligula
Anlass genug, feierlich nach Rom zu melden,
die Germanen seien geschlagen und Britannien
habe sich unterworfen.
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- Den Rest des Jahres und den Winter über
vergnügte sich Caligula
in Lugdunum
mit allem, was er auch in Rom gewohnt war.
Nebenbei unternahm er Plünderungen
und Auktionen und verurteilte reiche Männer,
um ihr Vermögen an sich zu bringen.
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- Herodes Antipas wird nach Lugdunum
(Lyon) verbannt.
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- Schiffsbrücke von Puteoli nach Baiae
- Leuchtturm bei Boulogne (60 m)
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- Konsulat des
- cos. suff.
- Gaius Laecanius Bassus
- Quintus Terentius Culleo
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- Scheinunternehmen
gegen Britannien
an der Kanalküste: Als die Flotte zur Überfahrt
bereit ist, mustert er sie, dann lässt er Muscheln
als Trophäen sammeln und erklärt das Unternehmen
für beendet (Cass.Dio 59,21-22; Cass.Dio 59,25;
Suet.Cal.43ff.; Tac.Agr.13).
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- Er fährt möglichst weit rheinaufwärts,
lässt einen Teil der Schiffe über Land in
die Rhone bringen und fährt weiter durch das
Mittelmeer nach Rom.
- In Germanien hatte Servius
Galba den Oberbefehl von Lentulus Gaetulicus übernommen.
Caligula
kehrt noch einmal dorthin zurück, um die Truppen
für den Aufstand des Jahres 14 zu bestrafen.
Als die Legionäre ohne Waffen zusammengerufen
werden, schöpfen sie Verdacht und griefen zu
ihren Waffen, so dass Caligula
ablässt.
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- Caligulas
Zorn richtet sich gegen den Senat,
der ihm auf eigenen Wunsch nur einen kleinen Triumph
zugebilligt hatte. Diesen feiert er am 31 Aug. zu
seinem Geburtstag.
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- Auftreten der Bezeichnung
Christiani in Antiochia
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- Phaedrus v. Makedonien übersetzt die Fabeln
des Aisopos ins Lateinische.
- Griechische Epigrammsammlung des Philippos von Thessalonike
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- Ptolemaios, der letzte König von Mauretanien,
folgt einer Einladung Caligulas
nach Rom und wird dort von ihm ermordet. Die Mauretanier
machen unter Aidemon einen Aufstand.
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- Caligulas
Autoapotheose (Cass.Dio 59,28; Suet.Cal.22; vgl. Tac.ann.4,37;
Cass.Dio 51,20)
- In Asien bestimmte Caligula
den Apollontempel von Milet als Ort seines
eigenen Kultes;
- Aus dem Zeustempel in Olympia wollte er
die Zeusstatue nach Rom holen und in seine
eigene Statue abwandeln lassen.
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- Eine jüdische Gesandtschaft unter
der Leitung des Philosophen Philon führt
in Rom Klage über jüdische Anfeindungen
in Alexandria, bleibt aber ohne Erfolg.
Zugleich verhandelte die Gesandtschaft über
Caligulas
verletzende Absicht, seine Statue im Allerheiligsten
des Tempels von Jerusalem aufzustellen.
Der Kaiser nahm sich kaum Zeit für
Gesandten, die ihm bei einer Baubesichtigung
folgen mussten.
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- Die Einführung neuer Steuern: Schlachtsteuer,
Mahlsteuer, Prozesssteuer, Einkommenssteuer, Prostituiertensteuer
führt auch beim Volk zur Unzufriedenheit.
- Caligula
wird am 24.Jan.41 auf dem Palatin
in Rom aus privater Rache von Cassius
Chaerea, einem Tribunen der Leibwache, den er
des öfteren wegen seiner hellen Stimme als "Weibling"
gehänselt hatte, und von einem Mittribunen Cornelius
Sabinus ermordet. Nur wenige waren in den Plan eingeweiht,
so der Freigelassene Callistus und der Gardepräfekt
(Cass.Dio 59,29f.; Suet.Cal.58-60; Ios.Ant.Iud.19,1,4-14).
| Cass.Dio
59,29: ὡς οὖν πάντα τρόπον ἐξεμαίνετο, ἐπεβούλευσαν
αὐτῷ Κάσσιός τε Χαιρέας καὶ Κορνήλιος Σαβῖνος,
καίτοι χιλιαρχίας ἐν τῷ δορυφορικῷ ἔχοντες.
συνώμοσαν μὲν γὰρ πλείονες καὶ συνῄδεσαν τὸ
πραττόμενον, ἐν οἷς ἦν ὅ τε Κάλλιστος καὶ ὁ
ἔπαρχος· οἱ δὲ αὐτόχειρες αὐτοῦ γενόμενοι ἐκεῖνοι
ἦσαν. ἄλλως τε γὰρ ἀρχαιότροπός τις ἀνὴρ ὁ Χαιρέας
ἦν, καί τινα καὶ ἰδίαν τῆς ὀργῆς αἰτίαν ἔσχε·
γύννιν τε γὰρ αὐτὸν καίπερ ἐρρωμενέστατον ἀνδρῶν
ὄντα ὁ Γάιος ἐπεκάλει, καὶ τὸ σύνθημα αὐτῷ,
ὁπότε ἐς ἐκεῖνον καθήκοι, πόθον ἢ Ἀφροδίτην
ἢ ἕτερόν τι τοιοῦτον ἐδίδου. |
Als sein Wahn nun ein Höchstmaß
erreichte, entschlossen sich Cassius
Chaerea und Cornelius Longinus, obgleich
sie Tribunen seiner eigenen Leibwache wachen,
ihn ums Leben zu bringen. Zwar verschworen sich
noch mehrere mit ihnen und wussten, um was es
ging, unter ihnen auch Kallistos und der Befehlshaber
der Leibwache, jene Männer aber waren es,
die die Tat ausführten. Chaerea war noch
ein Mann von altem Schlag und hatte überdies
einen persönlichen Grund verbittert zu
sein: So stark und männlich er auch war,
so nannte ihn Gaius
doch nur den "Weibling" und gab ihm,
sooft ihn die Reihe traf, die Losung zu holen,
immer nur solche wie Cupido, Venus und dergleichen.
(Üb. nach L.Tafel
bearbeitet v. E.Gottwein) |
- Es kommt zu gefährlichen Unruhen in der Stadt,
die germanischen Leibwächter hatten auf der Suche
nach den Attentätern schon drei beliebige Senatoren
ermordet und drohten, (im Theater) ein Blutbad anzurichten.
Beruhigend wirkte besonders Decimus
Valerius Asiaticus, der den Soldaten auf die Frage,
wer der Mörder sei, mit dem Wunsch antwortete:
"Möchte ich es doch sein!"
- Die Konsuln Gnaeus
Sentius und Pomponius
Secundus berufen den Senat
in den capitolinischen
Tempel, um über die Abschaffung des Prinzipats
zu beraten. Cassius
Chaerea wird vom Senat
für seine Tat belobigt.
- Die Prätorianer kommen dem Senat
zuvor, sie fordern Tiberius
Claudius Nero, den Onkel des Caligula,
zum Kaiser. Als sich die städtischen Cohrten
auf die Seite der Prätorianer schlagen, bleibt
dem Senat
keine andere Möglichkeit als zuzustimmen.
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- Tiberius
Claudius honoriert die Hilfe der Prätorianer
mit je 15 Tausend Sesterzen und tritt die Nachfolge
Caligulas
an. Er gilt als körperlich und geistig schwach
und wird durch seine Frauen Messalina
und Agrippina
und durch seine Freigelassenen Pallas
und Narcissus
in seinen Entscheidungen bestimmt. In den ersten dreißig
Tagen traute er sich persönlich nicht in den
Senat.
- Geldspenden des neuen Kaisers an die Prätorianergarde
und das Volk
- Allgemeine Amnestie für alles, was mit der
Ermordung Caligulas
zu sammenhängt. Nur Cassius
Chaerea wird getötet.
- Rückrufung seiner Nichten Agrippina
und Iulia
und vieler anderer aus der Verbannung. Allerdings
wird Iulia
noch 41wegen der Eifersucht Messalinas
wieder verbannt und im Exil getötet.
Die offizielle Beschuldigung lautete auf
Ehebruch. Seneca
wird Mitschuld angelastet; er wird nach
Corsica verbannt.
- Ehrungen für seine Mutter Antonia.
- Wiedergutmachung an Bürger, die durch
Caligula
zu Schaden gekommen waren.
- Aufhebung von Caligulas
Steuerverordnungen.
- Verbot der Maiestätsprozesse.
- Ablehnung göttlicher Ehren, wie sie
Caligula
verlangt hatte
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- Claudius
widmet sich persönlich der Gerichtsbarkeit so
intensiv, dass er selbst die belanglosesten Klagen
annahm und sogar die Gerichtsferien verkürzte.
- Als eine Frau ihren erwachsenen Sohn nicht
anerkennen wollte, zwang er sie durch den
Befehl, den Mann zu heiraten, zu einem Geständnis.
- Einmal sprach er der Partei Recht zu,
die die Wahrheit sage, ohne zu entscheiden,
welche Partei nun die Wahrheit sage.
- Als der Statthalter von Bithynien
wegen Erpressung angeklagt war, übertönte
dessen Anhang die klageführenden Bithynier.
Claudius
verstand nichts und fragte Narcissus,
was sie gesagt hätten. Er glaubte ihm
seine unverschämte Lüge, sie hätten
den Statthalter gelobt, und sprach ihn frei.
- Manchmal fällte Claudius
ein Urteil, nachdem er nur eine oder gar
keine Partei gehört hatte.
- Er soll geduldet haben, dass in seiner
Gegenwart Aussagen durch Folter erpresst
wurden. Einen missliebigen Redner hat er
angeblich auf der Stelle in den Tiber
werfen lassen.
- Eine Gerichtssitzung soll er einmal mitten
drin verlassen haben, weil er aus einem
benachbarten Tempel den Duft eines Opfermahls
gerochen hatte.
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- Beginn der Bauarbeiten an dem Entwässerungstunnel
für den Fucinersee.
- Claudius
fand allmählich Gefallen an den Spielen und begeisterte
sich für sie.
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- Es werden Erfolge römischer Feldherrn über
Chatten
und Chauken
berichtet.
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- Es gelingt den Feldherrn des Claudius,
Gaius
Suetonius Paulinus und Gnaeus
Hosidius Geta die aufständischen Mauretanier
in diesem und dem folgenden Jahr mehrfach zu schlagen.
Dabei dringen sie über das Atlasgebirge bis in
die Sahara vor. Mauretanien wird dadurch vollständig
unterworfen. Man teilte es in zwei Provinzen ein:
Mauretania Tingitana und Mauretania Caesareensis.
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- Appius
Silanus, Messalinas
Stiefvater, dessen Sohn Lucius
Silanus als Schwiegersohn des Claudius
vorgesehen war, fällt ebenfalls ihrem Hass zum
Opfer. Narcissus
und Messalina
spielen Claudius
vor, Silanus
komme, um ihn zu ermorden (Suet.Claud.37,2).
- 1.
Verschwörung getragen von Lucius
Annius Vinicianus und Lucius
Camillus (Cass.Dio 60,15f.).
- Vinicianus
war in die Ermordung des Caligula
eingeweiht und hatte die Wiedereinführung
der Republik
befürwortet. Da er um seine Sicherheit
fürchten muss, verbündet er sich
mit Lucius
Furius Camillus Scribonianus, dem Statthalter
von Dalmatien, um Claudius
zu stürzen.
- Die beiden Legionen des Camillus
waren zunächst zur Empörung bereit
und Claudius wollte schon freiwillig zurücktreten,
als die Legionen sich anders besinnen und
Camillus
fliehen muss.
- Camillus
wird auf der Insel Issa von einem Soldaten
ermordet, Vinicianus
gibt sich selbst den Tod.
- Es folgt eine Reihe von Hinrichtungen,
die Messalina
nutzt, um ihr unliebsame Personen zu beseitigen
und sich an ihrem Vermögen zu bereichern.
- Unter den Betroffenen war auch Caecina
Paetus, dessen Gattin Arria
ihm die Selbsttötung erleichtert, indem
sie sich zuerst den Dolch in die Brust stößt
und sagt: "Paetus, es tut nicht weh."
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- 42-46 Bau eines neuen Hafenbassins für Ostia;
der alte Hafen war versandet, so dass die Getreideschiffe
in Puteoli entladen werden mussten. Zusätzlich
wird ein Leuchtturm errichtet und ein Kanal zum Tiber
gegraben.
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- Es werden Erfolge römischer Feldherrn über
Chatten
und Chauken
berichtet.
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- Konsulat des
- cos. suff.
- Lucius Pedanius Secundus
- Sextus Palpellius Hister
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- Aulus
Plautius beginnt im Auftrag des Claudius
mit der Unterwerfung Britanniens.
Anlass war, dass der vertriebene britannische König
Bericus in Rom Hilfe suchte.
- Britannien
war bisher von den Römern kaum ernsthaft
gefährdet worden:
- Gaius Iulius Caesar hatte es zwei
Mal mit seinem Heer kurzfristig betreten.
- Augustus
hatte den Plan einer Eroberung wieder
fallen lassen.
- Caligula
hatte 40
aus einem Angriffsplan ein Possenspiel
gemacht.
- Claudius
wollteBericus wieder als König einsetzen;
vielleicht war er auch nur verägert,
dass die Briten die Auslieferung des Bericus
von ihm gefordert hatten.
- Da sich die römischen Soldaten anfangs
aus Angst vor den Briten weigerten, am Zug
teilznehmen, schickte Claudius
seinen Freigelassenen Narcissus,
um sie zu ermutigen.
- Die Soldaten verhöhnten zwar Narcissus
als Sklaven ("Io Saturnalia"),
gaben aber doch nach, so dass Aulus
Plautius in drei Abteilungen übersetzte.
Claudius
hatte befohlen, ihn im Bedarfsfall persönlich
kommen zu lassen. Aulus
Plautius schlug die Briten in drei Schlachten.
Die Führer der Briten waren Caratacus
und Togodumnus, beides Söhne des Cynobellinus
- An der Themse wartete er, bis Claudius
persönlich eintraf, um ihm den entscheidenden
Sieg und die Einnahme der Stadt Camulodunum,
der Hauptstadt des Cynobellinus, zu überlassen.
- Claudius
verlässt die Insel bereits wieder nach
16 Tagen.
- Bis zum Jahr 49 stehen
die Taten des Titus
Flavius Vespasianus, des späteren
Kaisers und jetzigen Unterfeldherrn des
Aulus
Plautius im Zentrum der Berichte: Er
soll 30 Schlachten geschlagen und 20 Städte
erobert haben. Auch sein Sohn Titus
nahm an dem Britannienfeldzug
Teil, er soll im Kampf seinem Vater das
Leben gerettet haben.
- Im Winter 47 wird Aulus
Plautius durch Marcus
Ostorius Scapula ersetzt.
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- Claudius
nutzt die Thronstreitigkeiten bei den Parthern,
um Mithridates, der sich nach seiner Vertreibung in
Rom aufhielt, mit Hilfe des römischen Heeres
und des Königs Pharasmanes in Armenien wieder
als König einzusetzen.
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- Auf Betreiben Messalinas
Hinrichtung der Iulia
(der Tochter des Drusus
und Enkelin des Tiberius).
- Weitere Opfer der Eifersucht und Habsucht
in den nächsten Jahren:
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- Isis- und des Serapis-Tempel (Marsfeld) (t.p.q.).
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- Konsulat des
- Titus Statilius Taurus
- Gaius Sallustius Passienus Crispus (II)
(1. Jahresdrittel)
- cos. suff.
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- Claudius
kehrt nach einem halben Jahr Abwesenheit nach Rom
zurück und feiert einen glänzenden Triumph.
Er erhält den Beinamen Britannicus,
der auch auf seinen etwa zweijährigen Sohn übertragen
wird.
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- Konsulat des
- cos. suff.
- Tiberius Plautius Silvanus Aelianus (für
Vinicius)
- Rufus Pompeius Silvanus (2. Jahreshälfte)
- Marcus Pompeius Silvanus (2. Jahreshälfte)
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- Instandsetzung der verfallenen Bögen der Virgo
(Wasserleitung).
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- Konsulat des
- cos. suff.
- Gaius Antistius Vetus (für Valerius)
- Quintus Sulpicius Camerinus (für
Vetus bis zur Jahresmitte)
- Decimus Laelius Balbus (für Camerinus
bis Ende September)
- Gaius Terentius Tullius Geminus (für
Balbus)
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- 46 n.Chr. werden die Geten
römisch und lassen sich schnell romanisieren.
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- Claudius
übt in diesem und im folgenden Jahr (zusammen
mit Lucius
Vitellius) die Zensur
mit gleicher Akribie aus, wie er zu Gericht zu sitzen
pflegt. Es war seit 22 v.Chr.
die erste ordentliche Zensur,
nachdem Augustus
zwar die Funktionen des Amtes übernommen hatte,
aber nicht das Amt.
- Claudius
reinigte und ergänzte Senat
und Ritterstand;
- er erließ eine große Zahl
Edikte, darunter auch belanglose, wie das
Verrpichen der Fässer vor der Weinernte
nicht zu vergessen oder Heilmittel gegen
Schlangenbisse.
- Den Haeduern verlieh er zusätzlich
zum Bürgerrecht,
das Recht, Mitglieder im Senat
zu werden und Ämter zu begleiten ("Ehrenrecht").
- Claudius
begeht eine Säkularfeier
zum 800. Gründungsjahr von Rom. Dabei
legt er er eine neue Berechnung zugrunde,
weil die Säkularfeier
des Augustus
erst 64 Jahre zurücklag (17
v.Chr.). Am Troiaspiel
nahmen sowohl der siebejährige Britannicus
Teil, als auch der mit mehr Beifall bedachte
zehnjährige Lucius
Domitius Ahenobarbus, der spätere
Kaiser Nero.
- Das Lustrum zum Abschluss der Zensur
ergibt annähernddie Zahl von 6 Mio.
Bürgern, was einer Gesamtbevölkerung
von 24 Mio. entspricht.
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- Mehrere Opfer der Messalina
aus dem Jahr 47:
- Messalinas
Handlanger werden durch Senatsbeschluss
fürstlich belohnt:
- der Prätorianerpräfekt Crispinus
mit 1,5 Mio. Sesterzen; Sosibius, der Erzieher
des Britannicus
mit 1 Mio. Sesterzen;
- dazu bereichern sie sich zusammen mit
Messalina
an allem was sich gegen horrente Beträge
verschachern lässt: Ämter, Statthalterschaften,
Feldherrnstellen, Gesantschaften etc.
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- Der designierte Consul Gaius
Silius beantragt im Senat,
die Lex Cincia aus dem Jahr 204
v.Chr. zu erneuern, die den Rednern die Annahme
von Zuwendungen verbietet. Damit will er das Unwesen
der Delatoren uninteressant machen. Der Antrage richtet
sich besonders gegen Publius
Suillius Rufus, der die Anklage gegen Valerius
Asiaticus vertreten hatte. Doch Suillius
erreichte, dass man sich nur auf einen Höchstbetrag
von 10 Tausend Sesterzen einigte, ein Limit, das dann
keiner einhielt.
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- Aulus
Plautius kehrt aus Britannien
nach Rom zurück und feiert seine Ovatio.
Im Winter erscheint in Britannien
sein Nachfolger
Marcus Ostorius Scapula. Er agiert im wesentlichen
erfolgreich.
- Ostorius
beruhigt noch im Winter die Unruheherde
und legt eine Reihe von Castellen an, um
den bisherigen Besitz der Römer im
Südosten der Insel zu sichern.
- Dies erregt neue Aufstände, besonders
bei den bisher zuverlässigen Icenern
in der Nähe von Camulodunum. Sie verschanzen
sich mit ihren Verbündeten, werden
aber von Ostorius
besiegt und unterwerfen sich wieder.
- Ostorius
dringt dann nach Westen in das Land der
Canger vor. Muss aber zunächst seinen
Plan unterbrechen und der Gefahr eines Einfalls
der Briganten von Norden her begegnen.
- Dies gelingt ihm. Er legt 50
zur Sicherung in Camulodunum eine Militärcolonie
an und wendet sich dann wieder dem Westen
zu. Dort hatte Caratacus
die Siluren und Ordoviker aufgewiegelt und
wagte nach Teilerfolgen schließlich
eine Entscheidungsschlacht gegen Ostorius.
Er wird entscheidend geschlagen und flieht
zu Cartimandua, der Königin der Briganter,
die ihn den Römern ausliefert. Er wird
in Rom in einem Schauspiel dem Kaiser und
seiner Frau vorgeführt aber nach einer
ansprechenden Rede begnadigt.
- Die Siluren führten eine Art Guerillakrieg
(Tac.ann.12,39). Ostorius
starb 52. Bis sein Nachfolger
Aulus
Didius Gallus eintraf, konnten die Siluren
sogar eine Legion unter Titus
Manlius Valens schlagen.
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- Gnaeus
Domitius Corbulo übernimmt die Statthalterschaft
von Germania inferior. Er stellt die militärische
Disziplin der Legionen wieder her und geht gegen die
Friesen
vor, die seit 28 im
Aufstand sind. Auch die Chauken
greift er an, die kurz vor der Ankunft des Domitius
unter Gannascus
einen Plünderungszug in römisches Gebiet
unternommen hatten. Noch bevor er sie vollständig
unterworfen hat, läßt ihn Claudius
gegen seinen Willen abberufen; angeblich neidete Claudius
ihm seine glanzvollen Siege. Domitius
beschäftigt seine Truppen, indem er sie zwischen
Maas und Rhein einen Kanal von 23 Meilen bauen lässt.
- Die Cherusker,
die inzwischen vom Bürgerkrieg geschwächt
sind, erbitten sich von Claudius
den Italicus,
den Sohn des Flavus,
des römertreuen Bruders des Arminius,
als König. Claudius
entspricht ihrem Wunsch.
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- Konsulat des
- Aulus Vitellius (1. Halbjahrl)
- Lucius Vipstanus Poplicola Messalla
- cos. suff.
- Lucius Vitellius (für Aulus Vitellius)
- Gaius
Silius (noch vor Amtsantritt ermordet)
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- Die Bewohner der Gallia Transalpina erhalten das
Bürgerrecht
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- Konsulat des
- Quintus Veranius
- Gaius Pompeius Longinus Gallus
- cos. suff.
- Lucius Mammius Pollio
- Quintus Allius Maximus
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- Die von Pallas
favorisierte Agrippina
tritt an die Stelle Messalinas.
Sie setzt sich gegen die Konkurrenz der Aelia
Paetina (Narcissus) und Lollia
Paulina (Callistus) durch. Der Senat
muss wegen der engen Verwandtschaft ein Gesetz beschließen,
das die bisher verbotene Heirat zwischen Nichte und
Onkel erlaubt.
- Agrippina
setzt die Mittel der Weiblichkeit nicht wie Messalina
als Selbstzweck ein, sondern stellt sie in den Dienst
ihrer Machtgier und Herrschsucht. Ihr Ziel ist es,
ihren Sohn Lucius
Domitius Ahenobarbus statt des Britannicus,
des leiblichen Sohnes des Kaisers an die Macht zu
bringen. (Vgl. Tac.ann.12,7)
| Tac.ann.12,7:
versa ex eo civitas et cuncta feminae oboediebant,
non per lasciviam, ut Messalina, rebus Romanis
inludenti. adductum et quasi virile servitium:
palam severitas ac saepius superbia; nihil domi
impudicum, nisi dominationi expediret. cupido
auri immensa obtentum habebat, quasi subsidium
regno pararetur. |
Von nun an wandelte sich das öffentliche
Leben. Alles gehorchte einem Weibe, das nicht
in ausgelassenem Mutwillen, wie Messalina,
ihr Spiel mit dem römischen Staat trieb.
Straff hielt sie und führte wie von Manneshand
den Zügel der Knechtschaft: vor der Welt
strenger Ernst, mitunter Überheblichkeit;
im Privatleben nichts Unsittliches, außer
es diente der Herrschsucht. Die unermessliche
Geldgier bediente sich des Vorwandes, als würde
dadurch eine Stütze für ihre Herrschaft
gewonnen. (Üb. nach G.F.Strodtbeck
bearbeitet v. E.G.) |
- Das erste Opfer Agrippinas
ist Lucius
Silanus, der Schwiegersohn des Claudius,
der einer Verbindung ihres eigenen Sohnes mit Octavia
im Weg steht: Er wird 48 wegen angeblicher Unzucht
verurteilt und nimmt sich 49 am Hochzeitstag der Agrippina
mit Claudius
das Leben.
- Ihre Konkurrentin Lollia
Paulina lässt Agrippina
49 verbannen und anschließend durch
einen Militärtribunen in den Tod treiben.
- 54 lässt sie Domitia
Lepida beseitigen, weil sie ihr Einfluss
auf Nero
zu gewinnen schien.
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- Agrippina
lässt Seneca
aus der Verbannung zurückholen und verhilft ihm
zur Praetur. Dadurch gewinnt sie einen Erzieher für
ihren Sohn Lucius
Domitius Ahenobarbus, aber auch einen Verbündeten
gegen Claudius.
(Tac.ann.12,8)
- Verlobung desLucius
Domitius mit Octavia
auf ausdrückliches Ersuchen des Senats
(zu dem ihn Agrippina
bestimmt hatte).
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- Aulus Cornelius Celsus
- Lucius Iunius Moderatus Columella (Landwirtschaft)
- Pomponius Mela (Geographie)
- Qu.Curtius Rufus (Historiker)
- L.Annaeus
Seneca (Philosophie)
- L.Annaeus Lucanus (Epiker)
- Aulus Perisus Flaccus (Satiren)
- Petronius Arbiter (Roman)
- L.Annaeus
Seneca (Tragödien)
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- Konsulat des
- cos. suff.
- Lucius Calventinus Vetus Carminius
- Titus Flavius Vespasianus
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- Nero
erhält mit 14 Jahren die Männertoga. Bei
Spielen zu diesem Anlass erscheint Nero
im Triumphalgewand,
Britannicus
in der Knabentoga. Dazu erhält er vom Senat
die proconsularische Gewalt für das gesamte Imperium
(außer der Hauptstadt) und den Titel "princeps
iuventutis".
- Da sich Agrippina
der beiden bisherigen Prätorianerpräfekte
nicht sicher ist, werden sie durch den Sextus
Afranius Burrus ersetzt. In ihm findet sie einen
zuverlässigen Mitstreiter für Nero
als Nachfolger des Claudius.
- Getreideknappheit in Rom (Suet.Claud.18,2).
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- In Armenien wird Mithridates, dem die Römer
43 zur Macht verholfen hatten, durch
Verrat sines Verwandten Radamistus gestürzt.
Dem Parther
Vologaeses
gelingt es in mehreren Einfällen, Radamistus
zu vertreiben und Armenien wieder ganz in seine Hand
zu bekommen.
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- Claudius-Bogen (Via Lata)
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- Konsulat des
- Faustus Cornelius Sulla (letzter privater
Jahreskonsul)
- Lucius Salvius Otho Titianus
- cos. suff.
- Marcius Barea Soranus
- Lucius Salvidienus Rufus Salvianus (für
Soranus)
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- Vollendung der durch Caligula
begonnenen Wasserleitungen.
- Einweihung des Entwässerungstunnels für
den Fucinersee.
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- Nero
heiratet Octavia.
Bei dieser Gelgenheit profiliert er sich im Senat
mit einigen Anträgen zugunsten der Stadt Ilium,
der Rhodier und der brandgeschädigten Stadt Bononia.
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- Claudius
von Agrippina am 13.Okt. vergiftet.
- Narcissus
hält sich zu einer Badekur in Sinuessa
auf, eine günstige Gelegenheit für
Agrippina.
- Agrippina
zieht die Giftmischerin Locusta hinzu.
- Am 12. Okt. wird das langsam wirkende
Gift am Abend einem Pilzgericht beigemischt.
Da die gewünschte Wirkung ausbleibt,
hilft der Arzt Xenophon in der Nacht mit
einem schnellwirkenden Gift nach. Der Tod
wird zunächst geheim gehalten.
- Am 13. Okt. erscheint zur Mittagszeit
Nero
mit Burrus
vor dem Palast und lässt sich von der
wachhabenden Kohorte als neuer Kaiser begrüßen.
- Es folgte die Begrüßung durch
die Prätorianer im Lager,
- Im Senat
gab es ebenso wenig Widerspruch
- wie bei den Truppen in den Provinzen.
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- Damit ist
Nero Nachfolger des Claudius.
Er wird am 13.Okt.54 problemlos vom Senat
bestätigt.
- Die ersten fünf Jahre von Neros Regierung
("quinquennium Neronis"), die
unter dem Mentorat Senecas und des Burrus
standen, galten zu Recht als besonders glücklich
(Aur.Vict.5,2).
Der Senat
wahrte seine Bedeutung, Verbesserungen in
der Verwaltung, bei Steuern und Finanzen.
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- 54-58: Dritte Missionsreise
des Apostels Paulus, die ihn nach Ephesos
und Korinth
und Illyrien
führt. Begegnung christlicher Theologie
mit griechischer Philosophie und Mysterienreligion.
Titus und Timotheus begleiten Paulus.
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- Konsulat des
- cos. suff.
- Numerius Cestius (für Nero)
- Gnaeus Cornelius Lentulus Gaetulicus
- Titus Curtilius Mancia
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- Konsulat des
- Quintus Volusius Saturninus
- Publius Cornelius Lentulus Scipio
- cos. suff.
- Lucius
Annaeus Seneca
- Marcus Trebellius Maximus
- Publius Palfurius (für Maximus)
- Publius Clodius Thrasea Paetus
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- Für die Verwaltung der Staatskasse werden zwei
Präfekte eingesetzt.
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- Konsulat des
- cos. suff.
- Lucius Caesius Martialis (für Piso)
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- Provinzstatthalter ürfen keine Spiele mehr
durchführen.
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- Konsulat des
- cos. suff.
- Gaius Fonteius Agrippa (für Nero)
- Aulus Paconius Sabinus
- Aulus Petronius Lurco
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- Chatten
und Hermunduren
tragen im Gebiet der Weser einen Grenzkonflikt aus.
- Die Bitte der Friesen
um Zuweisung von Siedlungsgebiet bleibt in Rom unerfüllt.
- Die Ampsivarier
erhalten Siedlungsgebiet an der Wupper.
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- 58 - 60: Paulus in Jerusalem
von den römischen Wachen aus dem Gefängnis
befreit und von Felix in Caesarea in Gewahrsam genommen.
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- Im März lasst Nero Agrippina auf Betreiben
der Poppaea
Sabina ermorden.
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- Gaius
Suetonius Paulinus übernimmt das Kommando
in Britannien
und gewinnt die Insel Mona. Einem Aufstand der Icener
und Trinovanten unter Königin Boudicca,
hat er zunächst nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen:
Die Städte Camulodunum und Londinium gehen verloren.
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- Konsulat des
- cos. suff.
- Gaius Velleius Paterculus (?)
- Marcus Manilius Vopiscus (?)
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- Stiftung der "Neronia" in Rom (musische
Wettkämpfe)
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- Konsulat des
- Publius Petronius Turpilianus
- Lucius Caesennius Paetus
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- Die raditionsgemäße Hinrichtung der gesamten Sklavenschaft
des Pedianus Secundus, der von einem seiner Sklaven
ermordet worden war, führt zu allgemeiner Empörung
(Tac.ann.14,42ff.).
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- Konsulat des
- Publius Marius Celsus
- Lucius Afinius Gallus
- cos. suff.
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- Tod des Sextus
Afranius Burrus (wahrscheinlich vergiftet) gilt
als Wendepunkt in der Entwicklung Neros zum Schlechten
(Verschwendungssucht; Wettkampfmanie als Sänger,
Kitharöde und Wagenlenker). Einer seiner beiden
Nachfolger war der verkommene Ofonius Tigellinus..
- Nero
lässt, um Poppaea
Sabina heiraten zu können, die Kaiserin Claudia
Octavia töten, nachdem er sie kurz zuvor
nach Pandataria verbannt, aber unter dem Druck der
öffentlichen Meinung wieder hatte zurückrufen
müssen.
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- Konsulat des
- Gaius Memmius Regulus
- Lucius Verginius Rufus
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- Am 5. Febr. 62 n. Chr. Erdbeben mit Epizentrum bei
Pompeii. Seine Schäden sind bis 79 n.Chr., dem Ausbruch
des Vesuvs, noch nicht behoben.
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- Die neue Kaiserin Poppaea
Sabina gebiert eine Tochter, die bereits nach
vier Monaten stirbt und als Diva Claudia vergöttlicht
wird.
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- Konsulat des
- Lucius Laecanius Bassus
- Marcus Licinius Crassus Frugi
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- Erste künstlerische Auftritte Neros
in der Öffentlichkeit.
- Zwischen dem 18. und 19.Juli 64 Ausbruch eines verheerenden
mehrtägigen Brandes, dem zwei Drittel der Stadt
zum Opfer fallen. Um den Verdacht der Brandstiftung
von sich abzulenken, beschuldigt Nero
die Christen und lässt viele qualvoll hinrichten.
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- Domus Transitoria (Palatin) (t.a.q.)
- Thermen des Nero
- Baubeginn der "domus aurea"
- Haus der Vestalinnen
neu erbaut (Forum) (t.p.q.).
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- Konsulat des
- Aulus Licinius Nerva Silianus Firmus Pasidienus
- Marcus Iulius Vestinus Atticus
- cos. suff.
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- Poppaea
Sabina verstirbt ohne Kinder zu hinterlassen.
Nero heiratet noch im selben Jahr seine dritte Frau
Statilia
Messalina (Suet.Nero
35).
- Aufdeckung der nach Gaius
Calpurnius Piso benannten "Pisonischen Verschwörung"
am 18.Apr.65.
Pisos Entschluss, Nero zu ermorden und an seine
Stelle zu treten, stand seit 62
fest. Er hatte viele Anhänger gefunden, so auch
den Gardepräfekten Faenius Rufus. Viele Sympathisanten
büßten ihr Leben ein, so der Dichter Annaeus
Lucanus und sein Onkel Seneca
(Tac.ann.15,48ff.). Im Folgejahr folgten einige Stoiker
wie Publius Clodius Thrasea Paetus und Barea Soranus.
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- Konsulat des
- cos. suff.
- Marcus Arruntius
- Marcus Vettius Bolanus
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- Konsulat des
- Lucius Iulius Rufus
- Fonteius Capito
- cos. suff.
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- Nero
verleiht (in der Nachfolge des Flamininus
von 196 v.Chr.) am
28.Nov. 67 in Korinth
allen achaiischen Städten Freiheit und Selbstverwaltung.
(Sueton.Nero
24,2; Dio Cass.63,14,3). (72
von Vespasianus wieder entzogen).
Syll.814
(Dittenberger; 119 Pfohl):
Α.) Αὐτοκράτωρ Καῖσαρ λέγει· Τῆς εἴς με εὐνοίας
τε καὶ εὐσεβείας ἀμείψασθαι θέλων τὴν εὐγενεστάτην
Ἑλλάδα κελεύω πλείστους καθ’ ὄσον ἐνδέχεται
ἐκ ταύτης τῆς ἐπαρχείας παρεῖναι εἰς Κόρινθον
τῇ πρὸ τεσσάρων καλανδῶν Δεκεμβρίων. |
A.) Der Imperator Caesar spricht:
Da ich die Hingabe und die pietätvolle
Verehrung für mich dem hochedlen Griechenland
vergelten will, befehle ich, dass sich möglichst
viele, soweit tunlich, aus dieser Provinz am
28.Nov. in Korinth
einfinden. |
| Β.) Συνελθόντων τῶν ὄχλων ἐν ἐκκλησίᾳ προσεφώνησεν
τὰ ὑπογεγραμμένα. Ἀπροσδόκητον ὑμῖν, Ἄνδρεσ
Ἕλληνες , δωρεάν, εἰ καὶ μηδὲν τῆς ἐμῆς μεγαλοφροσύνης
ἀνέλπιστον, χαρίζομαι τοσαύτην, ὅσην οὐκ ἐχωρήσατε
αἰτεῖσθαι· πάντες οἱ τὴν Ἀχαίαν καὶ τὴν ἕως
νῦν Πελοπόννησον κατοικοῦντες Ἕλληνεσ λάβετε
ἐλευθερίαν, ἀνεισφορίαν, ἣν οὐδ’ ἐν τοῖς εὐτυχεστάτοις
ὑμῶν πάντες χρόνοις ἔσχετε· ἢ γὰρ ἀλλοτρίοις
ἢ ἀλλήλοις ἐδουλεύσατε. Εἴθε μὲν οὖν ἀκμαζούσης
τῆς Ἑλλάδος παρειχόμην ταύτην τὴν δωρεάν, ἵνα
μου πλείονες ἀπολαύσωσι τῆς χάριτος· δι’ ὃ καὶ
μέμφομαι τὸν αἰῶνα προδαπανήσαντά μου τὸ μέγεωος
τῆς χάριτος· καὶ νῦν δὲ οὐ δι’ ἔλεον ὑμᾶς, ἀλλὰ
δι’ εὔνοιαν εὐεργετῶ, ἀμείβομαι δὲ τοὺς θεοὺς
ὑμῶν, ὧν καὶ διὰ γῆς καὶ διὰ θαλάττης αἰεί μου
προνοουμένων πεπείραμαι, ὅτι μοι τηλικαῦτα εὐεργετεῖν
παρέσχον· πόλεις μὲν γὰρ καὶ ἄλλοι ἠλευθέρωσαν
ἡγεμόνες , Νέρων δὲ μόνος καὶ ἐπαρχείαν. [...] |
B.) Als die Massen zusammengekommen
waren, sprach er in der Versammlung die unten
aufgeschriebenen Worte: Ein für euch, Männer
von Griechenland,
unerwartetes Geschenk, wenn auch nichts von
meiner Hochherzigkeit unverhofft sich einstellt
- gewähre ich, so groß, wie ihr es
zu erbitten euch nicht erlaubt hättet.
All ihr Griechen, die ihr Achaia
und die bisherige Peloponnes bewohnt, empfanget
Freiheit und Steuerfreiheit, die ihr nicht einmal
in euren glücklichsten Zeiten alle besessen
habt; denn entweder dientet ihr Fremden oder
einander. O dass ich doch in der Blütezeit
Griechenlands
dieses Geschenk gewährt hätte, damit
mehr meine Gnade hätten genießen
können! Deshalb tadle ich auch die Zeit,
die mir die Größe der Gnade vorweggenommen
hat. Und jetzt aber gewähre ich euch dieses
Gnadengeschenk nicht aus Mitleid, sondern aus
Geneigtheit, ich erstatte so euren Göttern
meinen Dank, deren Vorsehung ich zu Lande und
auf dem Wasser immer erfahren habe, weil sie
es mir gönnten, so große Gnadengeschenke
zu gewähren. Städte nämlich haben
auch andere Fürsten befreit. Nero allein
aber sogar eine (ganze) Provinz. (Üb. G.Pfohl,
S.136f.) |
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- Konsulat des
- Tiberius Catius Asconius Silius Italicus
- Publius Galerius Trachalus
- cos. suff.
- Nero
Augustus (V)
- Gaius Bellicus Natalis
- Publius Cornelius Scipio Asiaticus
- Cingonius Varro
|
- Nero
kehrt erst Anfang des Jahres mit vielen Siegeskränzen
nach Rom zurück
- Das Iulisch-claudische Kaiserhaus endet mit dem
Sturz Neros, da die Truppen von ihm abfallen.
- Als erster erhebt sich Gaius Iulius Vindex,
der Statthalter von Gallia Lugdunensis.
Er vereidigt seine Anhäger auf den
Senat
und das Volk.
- Servius
Sulpicius Galba (Legat im diesseitigen
Spanien)
schließt sich an.
- Die Statthalter von Lusitanien und Africa
folgen.
- Gaius Iulius Vindex verliert zwar bei
Vesontio eine Schlacht gegen Verginius Rufus
(den Kommandanten der obergermanischen Truppen)
und nimmt sich das Leben, aber die Truppen
des Verginius fallen ebenfalls von Nero
ab und wollen ihren Kommandanten Verginius
zum neuen Kaiser erheben; ein Angebot, das
Verginius ablehnte.
- Neros Ende ist gekommen als sich auch
die Prätorianer unter dem Komandanten
Gaius Nymphidius Sabinus für Galba
erklärten.
- Schließlich erklären sich auch
Volk und Senat
für Galba.
- Nero erfährt am 9.Juni 68 auf einem
Landgut nahe bei Rom von seiner Ächtung
durch den Senat
und lässt sich umbringen.
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- Horrea Galbae (von Galba am Tiber renoviert)
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