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Politische und kulturelle Entwicklung Roms
Die entwickelte Republik: 3. Abschnitt
Der 2. Punische (Hannibalische) Krieg (218-201)
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v.Chr. |
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Kultur |
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- Einrichtung der Colonien
Cremona und Placentia (Polyb.3,40; Liv.Epit.20; Liv.21.25;
Vell.Pat.1,14), was die Gallier
gegen die Römer aufbrachte und mit Hannibal
kooperieren ließ.
2. Punischer
Krieg: Der Hannibalische Krieg ist
in engerem Sinn der Teil des 2. Punischen Krieges,
in dem Hannibal
die karthagischen Truppen führte.
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- Hannibal
stehen 90000 Fußsoldaten zur Verfügung.
10000 lässt er unter Hanno in Spanien
als Schutztruppe zurück, weitere 10000 entlässt
er in die Heimat. Mit dem Rest Fußsoldaten und
12000 Mann Reiterei bricht er im Frühjahr von
Carthago Nova aus auf und erreicht nach fünf
Monaten Italien.
Den Rhodanus zog er ein Stück flussaufwärts
und überquerte ihn beim Einfluss der Isara, die
er wieder aufwärts zog. Nach den Angaben des
Polybios überquerte er die Alpen über den
Kleinen St. Bernhard (andere Vermutungen: Mont Genèvre,
Mont Cenis). Livius' Angaben sind zu unbestimmt, um
aus ihnen die genaue Route zu rekonstruieren. Er stieg
mit Winteranfang in das Gebiet der Salasser (Aostatal)
ab, die mit den Insubrern verbündet waren. Sein
Heer war jetzt 38000 Fußsoldaten, 8000 Reiter,
37 Elefanten, außerdem 12000 Libyer, 8000 spanische
Fußsoldaten und 6000 Reiter stark (Polyb.3,33-56;
Liv.20,21-38). Für den Landweg gab es mehrere
Gründe:
- Vermeidung der weniger kalkulierbaren Risiken
einer Seefahrt,
- Versuch, auch die jenseitigen Gallier
für sich zu gewinnen,
- Überraschungseffekt (der alle römischen
Pläne über den Haufen warf)
- Absicht, in Italien
in dem Gebiet der verbündeten Insubrer anzukommen.
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- Die beiden römischen Konsuln planten, die Karthager
in Afrika
und in Spanien
anzugreifen. Publius
Cornelius Scipio befand sich schon auf dem Marsch
nach Spanien,
als er in Massilia von Hannibals
Eintreffen erfährt, Tiberius
Sempronius Longus traf noch in Sizilien
Vorbereitungen zur Überfahrt nach Afrika.
Scipio konnte Hannibal
am Rhodanus nicht mehr stellen, es kam lediglich zu
einem unbedeutenden Reitergefecht, das die Römer
für sich entschieden (Liv.21,29;
Polyb.3,45). Scipio kehrte daraufhin nach Italien
zurück. Für ihn ging sein Bruder Gnaeus
Cornelius Scipio Calvus mit einem Heer nach Spanien,
wo er sich (ähnlich wie Hannibal
in Norditalien) als Befreier der Spanier
von der karthagischen Fremdherrschaft gerierte. Er
schlug bei Cissa ein karthagisches Heer unter
Hanno und gewinnt ganz Spanien
nördlich vom Ebro (Liv.21,60f.; Polyb.3,76).
Auch Tiberius
Sempronius Longus brach seine Vorbereitungen in
Sizilien
ab und wendete sich dem Kriegsschauplatz in Norditalien
zu. Hannibal
schlägt beide Konsuln getrennt voneinander.
- Zuerst schlägt er Publius Cornelius Scipio
in einem Reitergefecht am Ticinus (Polyb.3,49;
Polyb.3,56,5-65; Liv.21,39-46).
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Liv.21,45,1-3:
[1] his adhortationibus cum utrimque ad
certamen accensi militum animi essent,
Romani ponte Ticinum iungunt tutandique
pontis causa castellum insuper imponunt:
[2] Poenus hostibus opere occupatis Maharbalem
cum ala Numidarum, equitibus quingentis,
ad depopulandos sociorum populi Romani
agros mittit; [3] Gallis parci quam maxime
iubet principumque animos ad defectionem
sollicitari. ponte perfecto traductus
Romanus exercitus in agrum Insubrium quinque
milia passuum ab Victumulis consedit. |
(1)
Da durch diese Ermahnungen der Mut der Soldaten
auf beiden Seiten zum Kampf entflammt war,
schlugen die Römer eine Brücke
über den Tessin und legten zum Schutz
der Brücke noch einen Brückenkopf
an. (2) Der Punier sendet, während
die Feinde mit der Befestigung beschäftigt
waren, den Maharbal mit einer Abteilung
Numider mit 5000 Reitern, um die Äcker
der Bundesgenossen des Römischen Volkes
zu verwüsten. (3) Er befiehlt, vorzüglich
die Gallier
zu schonen und die (Gemüter der) Vornehmen
zum Abfall zu reizen. Nachdem die Brücke
fertig war, wurde das römische Heer
in das Land der Insubrer geführt und
lagerte 5000 Schritte von Victumulae (nicht
weit von Vercelli). (Üb. nach
Gerlach) |
- anschließend schlägt er Tiberius
Sempronius Longus an der Trebia (Polyb.3.66-74;
Liv.21,47-56).
- Beide Konsuln nehmen Zuflucht in Placentia und
Cremona, wo sie Winterquartier beziehen.
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- Mit diesem Jahr setzt der zweite erhaltene Teil
des Geschichtswerkes des Titus
Livius (Buch 21-45)wieder ein.
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- Konsulat des
- dictator:
- magister equitum:
- dictator:
- dictator:
- magister equitum:
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- Hannibal
überquert den Apennin und besiegt den Konsul
Gaius
Flaminius am Trasumenischen See (23.Juni
217). Der Konsul fällt. (Polyb.3,75-85; Liv.21,63-22,7).
Beide Konsuln hatten die Aufgabe, die beiden möglichen
Zugänge nach Mittelitalien (durch Etrurien
und über den Apennin) zu sperren. Flaminius
hatte gleichzeitig mit seinem Konsulatsantritt seine
vier Legionen in Ariminum von dem vorjährigen
Konsul Sempronius
und vom Praetor Gaius Atilius übernommen und
bewachte den Zugang über den Apennin. Dadurch
sah sich Hannibal
zu seinem bekannten Marsch durch die Sümpfe des
Arnus genötigt (Polyb.3,79; Liv.22,2). Als er
in Etrurien
angekommen war, reizte er Flaminius
durch Plünderungen und durch einen vorgetäuschten
Marsch auf Rom. Es gelingt ihm, Flaminius
in die Falle am Trasumenischen See zu locken.
Liv.22,4,1-3:
[1] Hannibal, quod agri est inter Cortonam urbem
Trasumennumque lacum, omni clade belli pervastat,
quo magis iram hosti ad vindicandas sociorum
iniurias acuat; [2] et iam pervenerant ad loca
nata insidiis, ubi maxime montes Cortonenses
in Trasumennum sidunt. via tantum interest perangusta,
velut ad id ipsum de industria relicto spatio;
deinde paulo latior patescit campus; [3] inde
colles adsurgunt. ibi castra in aperto locat,
ubi ipse cum Afris modo Hispanisque consideret;
Baliares ceteramque levem armaturam post montes
circumducit; equites ad ipsas fauces saltus
tumulis apte tegentibus locat, ut, ubi intrassent
Romani, obiecto equitatu clausa omnia lacu ac
montibus essent. |
(1)
Hannibal
verwüstet alles Land zwischen der Stadt
Cortona und dem Trasumenischen See mit allen
Schrecknissen des Krieges, um desto mehr den
Zorn des Feindes zu reizen, Rache zu nehmen
für das den Bundesgenossen zugefügte
Unrecht. (2) Und schon waren sie in Gegenden
gekommen, die für einen Hinterhalt wie
gemacht waren, wo der Trasumenische See sich
am meisten den Bergen von Cortona nähert.
Es ist nur ein sehr schmaler Weg dazwischen,
gleich als wenn absichtlich Platz dafür
gelassen worden wäre. Dann wird das Feld
etwas offener und breiter. (3) Von da erheben
sich Hügel. Hier schlägt er sein Lager
an einer offenen Stelle auf, wo er sich selber
nur mit den Afrikanern
und Spaniern
lagern wollte. Die balearischen Schleuderer
und die übrige leichtbewaffnete Mannschaft
führt er hinter dem Berg herum; die Reiterei
stellt er unmittelbar in der Nähe der Engpässe
des Waldgebirges auf, wo sie durch Hügel
leicht verdeckt werden, so dass die Reiterei,
wenn die Römer eingedrungen waren, ihnen
den Weg versperrte und sie somit ringsum von
dem See und den Bergen eingeschlossen waren.
(Üb. nach Gerlach) |
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- Nur wenige überleben das Desaster und schlagen
sich, ohne in Gefangenschaft zu geraten, nach Rom
durch. Zusätzlich fallen auch die 4000 Reiter,
die Gnaeus Servilius zu Hilfe schickt, Hannibal
zum Opfer (Polyb.3,86; Liv.22,8). Die gefangenen Bundesgenossen
der Römer entlässt Hannibal
seiner Befreierrolle entsprechend mit freundlichen
Worten (Polyb.3,85,4)
Polyb.3,85,1-4:
[1] Ἀννίβας δέ, πρὸς αὐτὸν ἐπαναχθέντων τῶν
ὑποσπόνδων, ὁμοίως δὲ καὶ τῶν ἄλλων αἰχμαλώτων,
συναγαγὼν πάντας, [2] ὄντας πλείους τῶν μυρίων
καὶ πεντακισχιλίων, πρῶτον μὲν διεσάφησεν, ὅτι
Μαάρβας οὐκ εἴη κύριος ἄνευ τῆς αὑτοῦ γνώμης
διδοὺς τὴν ἀσφάλειαν τοῖς ὑποσπόνδοις, μετὰ
δὲ ταῦτα κατηγορίαν ἐποιήσατο Ῥωμαίων. [3] λήξας
δὲ τούτων, ὅσοι μὲν ἦσαν Ῥωμαῖοι τῶν ἑαλωκότων,
διέδωκεν εἰς φυλακὴν ἐπὶ τὰ τάγματα, τοὺς δὲ
συμμάχους ἀπέλυσε χωρὶς λύτρων ἅπαντας εἰς τὴν
οἰκείαν, [4] ἐπιφθεγξάμενος τὸν αὐτὸν, ὃν καὶ
πρόσθεν, λόγον, ὅτι πάρεστι πολεμήσων οὐκ Ἰταλιώταις,
ἀλλὰ Ῥωμαίοις ὑπὲρ τῆς Ἰταλιωτῶν ἐλευθερίας.
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(1)
Hannibal
aber, zu dem die, welche kapituliert hatten,
und ebenso auch die übrigen Kriegsgefangenen
gebracht wurden, ließ alle, (2) an Zahl
mehr als fünfzehntausend, zusammenrufen
und erklärte zunächst, dass Maharbal
keine Vollmacht gehabt habe, ohne seine Zustimmung
den ersteren das Versprechen der Schonung zu
geben, dann begann er mit einer Anklage gegen
die Römer. (3) Als er hiermit zu Ende war,
verteilte er alle Römer zum Gewahrsam auf
die Truppenteile, die Bundesgenossen aber entließe
er sämtlich ohne Lösegeld in die Heimat,
(4) mit den selben Worten wie das erste Mal:
er sei gekommen, nicht um mit den Italikern,
sondern um mit den Römern für die
Freiheit der Italiker Krieg zu führen.
(Üb. H.Drexler) |
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- In der Mündung des Ebro (Iberus) erringen
die Römer einen Seesieg über Hasdrubal,
den sein Bruder Hannibal
mit einem bedeutenden Heer (12600 Fußsoldaten,
2500 Reiter, 29 Elefanten) zurückgelassen hatte,
um Spanien
zu schützen. (Polyb.3,95f.; Liv.22,19f.)
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Liv.22,19,11-20,3:
[19,11] et iam Romanus non appropinquabat
modo sed direxerat etiam in pugnam naves.
itaque non ab hoste et proelio magis Poeni
quam suomet ipsi tumultu turbati, temptata
verius pugna quam inita in fugam averterunt
classem; [12] et, cum adversi amnis os lato
agmini et tam multis simul venientibus haud
sane intrabile esset, in litus passim naves
egerunt, atque alii vadis, alii sicco litore
excepti, partim armati, partim inermes ad
instructam per litus aciem suorum perfugere;
duae tamen primo concursu captae erant Punicae
naves, quattuor suppressae. [20,1] Romani,
quamquam terra hostium erat armatamque aciem
toto praetentam in litore cernebant, [2] haud
cunctanter insecuti trepidam hostium classem
naves omnes, quae non aut perfregerant proras
litori inlisas aut carinas fixerant vadis,
religatas puppibus in altum extraxere; ad
quinque et viginti naves e quadraginta cepere.
[3] neque id pulcherrimum eius victoriae fuit,
sed quod una levi pugna toto eius orae mari
potiti erant. |
(19,11)
Und schon näherte sich der Römer nicht
nur, sondern hatte auch die Schiffe in Schlachtordnung
gestellt. Daher wurden die Punier nicht mehr
durch den Feind und die Schlacht, als durch
ihren eigenen Lärm in Verwirrung gebracht,
und wandten sich, nachdem sie den Kampf
eher versucht als eigentlich begonnen hatten,
mit der Flotte zur Flucht. (12) Und da sie in
die Mündung des Flusses stromeinwärts
mit einem ausgedehnten Zug, und weil so viele
zugleich kamen, nicht einfahren konnten, so
trieben sie die Schiffe auf den Strand und flohen,
teils durch Untiefen, teils am trockenen Strand
aufgenommen, die einen bewaffnet, die anderen
ohne Waffen zu der am Strand aufgestellten Schlachtordnung
ihrer Leute. Doch wurden beim ersten Zusammentreffen
zwei Schiffe der Punier genommen, vier versenkt.
(20,1) Wiewohl nun das Land im Besitz der Feinde
war und die Römer die feindliche Schlachtordnung
längs der ganzen Küste aufgestellt
sahen, (2) verfolgten sie dennoch ohne jedes
Zögern die verängstigte feindliche
Flotte und nahmen alle Schiffe, die nicht durch
das Anschlagen an das Ufer die Schiffsschnäbel
zerbrochen oder sich in Untiefen mit den Kielen
festgerammt hatten, an das Schlepptau und führten
sie mit sich in die hohe See und eroberten fünfundzwanzig
von vierzig Schiffen. (3) Und das war
nicht das beste an diesem Sieg, sondern dass
sie durch ein einziges unbedeutendes Gefecht
sich des Meeres an dieser ganzen Küste
bemächtigten. (Üb. nach Gerlach) |
- Publius
Cornelius Scipio trifft in Spanien
ein (Liv.22,22; Polyb.3,97,2-4).
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- In der Notlage greift man in Rom zu dem altbewährten
Mittel, einen Dictator
zu ernennen, nämlich Quintus
Fabius Maximus Cunctator, der "Zauderer"
(Polyb.3,86-94; Polyb.3,100-105; Liv.22,8-18).
Liv.22,8,5-7:
[5] itaque ad remedium iam diu neque desideratum
nec adhibitum, dictatorem dicendum, civitas
confugit; et quia et consul aberat, a quo uno
dici posse videbatur, nec per occupatam armis
Punicis Italiam facile erat aut nuntium aut
litteras mitti nec dictatorem populus creare
poterat, [6] quod nunquam ante eam diem factum
erat, dictatorem populus creavit Q. Fabium Maximum
et magistrum equitum M. Minucium Rufum; [7]
iisque negotium ab senatu datum, ut muros turresque
urbis firmarent et praesidia disponerent, quibus
locis videretur, pontesque rescinderent fluminum:
pro urbe dimicandum esse ac penatibus, quando
Italiam tueri nequissent. |
(5)
Daher nahm die Bürgerschaft ihre Zuflucht
zu einem Hilfsmittel, das seit langer Zeit weder
begehrt noch angewendet worden war: zur Ernennung
eines Dictators.
Und weil bei der Abwesenheit des Konsuls, von
dem er allein ernannt werden zu können
schien, es nicht leicht war, Briefe oder Boten
durch das von den punischen Waffen besetzte
Italien
zu schicken, und das Volk den Dictator
nicht wählen konnte, (6) was vor dieser
Zeit noch niemals geschehen war, so wählte
das Volk
den Quintus
Fabius Maximus zum (Pro-) Dictator
und zum Befehlshaber der Reiterei den
Marcus Minucius Rufus; (7) und diesen wurde
vom Senat
der Auftrag gegeben, die Mauern und Türme
der Stadt zu befestigen, überall, wo es
ihnen gut schiene, Besatzungen hinein zu legen
und die Brücken über die Flüsse
zu zerstören. Man müsse für die
Stadt und die Hausgötter kämpfen,
weil man ja Italien
nicht habe behaupten können. (Üb.
nach Gerlach) |
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- Hannibal
war inzwischen weiter nach Süden gezogen und
verwüstete das Gebiet von Praetutium und Hadria,
das Land der Marser,
Marruciner und Peligner und apulisches
Gebiet um Arpi und Luceria.
(Liv.22,9; vgl. Polyb.3,88).
Dort traf der Dictator
auf ihn und folgte ihm, ohne sich auf einen Kampf
einzulassen, meistens auf den Höhenzügen.
Liv.22,12,3-12:
[3] <dictator...>, quo primum die haud
procul Arpis in conspectu hostium posuit castra,
nulla mora facta, quin Poenus educeret in aciem
copiamque pugnandi faceret. [4] sed ubi quieta
omnia apud hostes nec castra ullo tumultu mota
videt, increpans quidem victos tandem illos
Martios animos Romanis, debellatumque et concessum
propalam de virtute ac gloria esse, in castra
rediit; [5] ceterum tacita cura animum incessit,
quod cum duce haudquaquam Flamini Sempronique
simili futura sibi res esset ac tum demum edocti
malis Romani parem Hannibali ducem quaesissent.
[6] et prudentiam quidem non vim dictatoris
extemplo timuit; constantiam hauddum expertus,
agitare ac temptare animum movendo crebro castra
populandoque in oculis eius agros sociorum coepit,
[7] et modo citato agmine ex conspectu abibat,
modo repente in aliquo flexu viae, si excipere
degressum in aequum posset, occultus subsistebat.
[8] Fabius per loca alta agmen ducebat, modico
ab hoste intervallo ut neque omitteret eum neque
congrederetur. castris, nisi quantum usus necessarii
cogerent, tenebatur miles; pabulum et ligna
nec pauci petebant nec passim; [9] equitum
levisque armaturae statio, composita instructaque
in subitos tumultus, et suo militi tuta omnia
et infesta effusis hostium populatoribus praebebat;
[10] neque universo periculo summa rerum committebatur
et parva momenta levium certaminum ex tuto coeptorum,
finitimo receptu, adsuefaciebant territum pristinis
cladibus militem minus iam tandem aut virtutis
aut fortunae paenitere suae. [11] sed non Hannibalem
magis infestum tam sanis consiliis habebat quam
magistrum equitum, qui nihil aliud quam quod
impar erat imperio morae ad rem publicam praecipitandam
habebat. ferox rapidusque consiliis ac lingua
immodicus, [12] primo inter paucos, dein propalam
in volgus, pro cunctatore segnem, pro cauto
timidum, adfingens vicina virtutibus vitia,
compellabat, premendoque superiorem, quae pessima
ars nimis prosperis multorum successibus crevit,
sese extollebat. |
(3)
Am ersten Tag, als der Dictator
nicht weit von Arpi im Angesicht der Feinde
sein Lager aufschlug, zögerte der Punier
keinen Augenblick auszurücken und ihm eine
Schlacht anzubieten. (4) Aber sobald er sieht,
dass bei den Feinden alles still und in dem
Lager kein Lärm und keine Bewegung ist,
so äußerte er sich allerdings höhnend,
endlich einmal sei der römische Heldensinn
besiegt, der Krieg aufgegeben und ganz öffentlich
ihm der Ruhm der Tapferkeit zugestanden, und
kehrte ins Lager zurück. (5) Aber im Stillen
beunruhigte ihn der Gedanke, dass er es mit
einem Feldherrn zu tun hatte, der dem Flaminius
und Sempronius keineswegs ähnlich sei,
und dass die Römer, durch das Unglück
belehrt, endlich einmal einen dem Hannibal
ähnlichen Feldherrn gesucht hätten;
(6) die Klugheit des Dictators
flößte ihm gleich Besorgnis ein,
nicht aber seine Kraft. Denn da er seine Festigkeit
noch nicht erprobt hatte, suchte er ihn zu reizen
und zu versuchen, dadurch, dass er häufig
seine Stellung veränderte und vor seinen
Augen die Ländereien der Bundesgenossen
verheerte und bald in Eilmärschen aus seinem
Gesicht verschwand, bald plötzlich bei
einer Biegung des Weges in einem Versteck halt
machte, ob die Feinde etwa in die Ebene hinabstiegen
und er ihnen beikommen könne. Fabius
zog über die Anhöhen in mäßiger
Entfernung vom Feinde, so dass er ihn weder
aus den Augen verlor, noch sich in ein Gefecht
einließ. Das Kriegsvolk wurde im Lager
zurückgehalten, außer wo das dringende
Bedürfnis das Gegenteil gebot. Holz und
Futter holten sie weder in geringer Zahl, noch
zerstreut; Abteilungen von Reiterei und leichtem
Fußvolk, wohlgeordnet und für plötzliche
Überfälle eingerichtet, gewährten
dem eigenen Kriegsvolk volle Sicherheit und
bedrohten die zerstreuten Plünderer der
Feinde. Das Wohl des Ganzen wurde nicht durch
eine allgemeine Gefahr aufs Spiel gesetzt, und
die kleinen Erfolge unbedeutender Gefechte,
welche von sicherem Standort aus und wo der
Rückzug nahe war, unternommen wurden, gewöhnten
das durch die früheren Niederlagen geschreckte
Kriegsvolk schon mehr, seiner Tapferkeit und
seinem Glück zu vertrauen. (11) Aber bei
diesen so verständigen Maßregeln
hatte er keinen schlimmeren Gegner an Hannibal
als an dem Befehlshaber der Reiterei, den nichts
anderes als seine Unterordnung unter den Oberbefehl
hinderte, das Gemeinwesen ins Unglück zu
stürzen. Ungestüm und übereilt
in seinen Entschlüssen und maßlos
in der Rede fing er zuerst an unter wenigen,
dann ganz öffentlich vor allem Volk, dem
Dictator
die an die Tugenden angrenzenden Fehler anzudichten
und ihn statt zögern saumselig, statt vorsichtig
furchtsam zu nennen, und durch Herabsetzung
seines Vorgesetzten sich zu erheben: eine schlechte
Gewohnheit, die abe durch vielfach glücklichen
Erfolg sehr zugenommen hat. (Üb. nach Gerlach) |
- Hannibals
Zug führt jetzt in das Gebiet der Samniten
und Falerner. (Liv.22,13; Polyb.3,90). Fabius
versperrte ihm den Rückweg, den sich Hannibal
mit einer berühmten List (brennendes Reisig auf
Rinderhörnern) über das iugum Calliculae
frei machte (Liv.22,16-18; Polyb.3,93f.), um wieder
nach Apulien zu gelangen.
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- Der magister
equitum Marcus
Minucius findet für seine Unzufriedenheit
mit der Verzögerungstaktik des Fabius
immer mehr Anklang bei den Römern, so dass man
zu dem ungewöhnlichen Mittel griff, ihn dem Fabius
gleichzustellen (Liv.22,24-26; Polyb.3,103). Doch
verlor er diesen Zugewinn an Anerkennung wieder, als
er sich von Hannibal
in eine Falle locken ließ und von Fabius
gerettet werden musste (Liv.22,27-30; Polyb.3,104f.)
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- Konsulat des
- dictator:
- magister equitum:
- dictator:
- Marcus Fabius Buteo (ohne mag.equit.)
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Der Konsul Gaius
Terentius Varro war von einfacher Herkunft und
neigte (wie Marcus
Minucius, der magister
equitum des Vorjahres) eher zur Unüberlegtheit.
Liv.22,25,18:
[18] C. Terentius Varro […], qui priore anno
praetor fuerat, loco non humili solum sed etiam
sordido ortus. [19] patrem lanium fuisse ferunt,
ipsum institorem mercis, filioque hoc ipso in
servilia eius artis ministeria usum. |
(18)
Gaius
Terentius Varro, der im vorigen Jahr Praetor
gewesen war, ein Mensch nicht nur von niedriger,
sondern auch von gemeiner Herkunft. Sein Vater
soll ein Fleischer gewesen sein und selbst seine
Ware feilgeboten und auch seinen Sohn zu den
knechtischen Verrichtungen dieses Gewerbes gebraucht
haben. (Üb. nach Gerlach) |
- Die besondere Gefahr führte auch zu außergewöhnlichen
Vorbereitungen:
Polyb.3,107,9-15:
[9] προέθεντο δὲ στρατοπέδοις ὀκτὼ διακινδυνεύειν,
ὃ πρότερον οὐδέποτ' ἐγεγόνει παρὰ Ῥωμαίοις,
ἑκάστου τῶν στρατοπέδων ἔχοντος ἄνδρας εἰς πεντακισχιλίους
χωρὶς τῶν συμμάχων. [10] Ῥωμαῖοι γάρ, καθά που
καὶ πρότερον εἰρήκαμεν, ἀεί ποτε τέτταρα στρατόπεδα
προχειρίζονται. τὸ δὲ στρατόπεδον πεζοὺς μὲν
λαμβάνει περὶ τετρακισχιλίους, ἱππεῖς δὲ διακοσίους.
[11] ἐπὰν δέ τις ὁλοσχερεστέρα προφαίνηται χρεία,
τοὺς μὲν πεζοὺς ἐν ἑκάστῳ στρατοπέδῳ ποιοῦσι
περὶ πεντακισχιλίους, τοὺς δ' ἱππεῖς τριακοσίους.
[12] τῶν δὲ συμμάχων τὸ μὲν τῶν πεζῶν πλῆθος
πάρισον ποιοῦσι τοῖς Ῥωμαικοῖς στρατοπέδοις,
τὸ δὲ τῶν ἱππέων ὡς ἐπίπαν τριπλάσιον. [13]
τούτων δὲ τοὺς ἡμίσεις τῶν συμμάχων καὶ τὰ δύο
στρατόπεδα δόντες ἑκατέρῳ τῶν ὑπάτων ἐξαποστέλλουσιν
ἐπὶ τὰς πράξεις. [14] καὶ τοὺς μὲν πλείστους
ἀγῶνας δι' ἑνὸς ὑπάτου καὶ δύο στρατοπέδων καὶ
τοῦ προειρημένου πλήθους τῶν συμμάχων κρίνουσι,
σπανίως δὲ πᾶσι πρὸς ἕνα καιρὸν καὶ πρὸς ἕνα
χρῶνται κίνδυνον. [15] τότε γε μὴν οὕτως ἐκπλαγεῖς
ἦσαν καὶ κατάφοβοι τὸ μέλλον ὡς οὐ μόνον τέτταρσιν,
ἀλλ' ὀκτὼ στρατοπέδοις Ῥωμαικοῖς ὁμοῦ προῄρηντο
διακινδυνεύειν. |
(9)
Sie beschlossen aber, dieses Mal mit acht Legionen
zu kämpfen, was früher noch niemals
bei den Römern geschehen war, mit einer
Stärke von fast fünftausend Mann je
Legion ohne die Bundesgenossen. (10) Die Römer
stellen nämlich, wie wir früher schon
einmal bemerkt haben, regelmäßig
vier Legionen ins Feld, jede Legion etwa viertausend
Mann zu Fuß und zweihundert Reiter. (11)
Steht jedoch ein entscheidender Kampf bevor,
dann erhöhen sie die Zahl des Fußvolke
in jeder Legion auf etwa fünftausend, die
Reiter auf dreihundert. (12) Was die Bundesgenossen
betrifft, so machen sie die Zahl des Fußvolks
den römischen Legionen ziemlich gleich,
die der Reiterei in der Regel dreimal so groß.
(13) Von diesem Bundesgenossenkontingent erhält
jeder Konsul, wenn er ins Feld zieht, die Hälfte
zu seinen zwei römischen Legionen hinzu.
(14) Die Mehrzahl der Kämpfe fechten sie
mit einem Konsul, zwei Legionen und der genannten
Menge von Bundesgenossen durch und nur selten
setzen sie alle in einem Augenblick und auf
einem Kriegsschauplatz ein. (15) Damals jedoch
waren sie waren sie wegen der Zukunft in solcher
Furcht und Sorge, dass sie sich entschlossen
hatten, nicht bloß mit vier, sondern mit
acht römischen Legionen zugleich zu kämpfen.
(Üb. H.Drexler) |
- Die Konsuln verlassen Rom (Liv.22,38-40) und treffen
bei Gerunium auf Hannibal,
wo er im Winterlager gelegen hatte. Hannibal
zieht aus Gerunium ab und schlägt nach einigen
kleineren Gefechten bei Cannae sein Lager auf.
Das römische Heer folgt ihm dorthin (Liv.22,40-44;
Polyb.3,107). Am 2.Aug.216 kommt es am linken Ufer
des Aufidus zur Schlacht. Das Heer beider Konsuln
wird eingeschlossen und vollständig aufgerieben
(Liv.22,45-50; Polyb.3,108-117). Die Römer hatten
mit 80000 Fußsoldaten zwar die doppelte Stärke
wie die Karthager,
aber den Ausschlag für die schweste Niederlage
Roms in seiner ganzen Geschichte gaben die überlegenen
10000 karthagischen Reiter (Römer 6000) und die
bessere Strategie. Der Konsul Lucius Aemilius Paullus
fällt schwer verwundet, nachdem er das Angebot
seines Offiziers Lentulus, ihn zu retten, abgelehnt
hatte. Nur 3000 (Polyb.3,117) oder 14000 Römer
(Liv.22,54) konnten durch Flucht dem Untergang entkommen.
|
- Zu allem Unglück kommt noch, dass das Heer
des Praetors Lucius Postumius in Norditalien von den
Galliern
völlig aufgerieben wird (Liv.23,24; Polyb.3,118,6)
|
- und dass die Truppen in Sizilien
und Sardinien
wegen karthagischer Operationen zur See Nachschub
an Soldaten und Material anforderten (Liv.22,57; Liv.23,21).
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- Dass Unteritalien, Capua
und Samnium
von Rom abfallen, gehört zu den Folgen
Cannaes für das italische Bündnis (Liv.22,61;
Liv.23,30; Dion.Hal.2,17)
Polyb.3,118,1-9:
[1] Βραβευθείσης δὲ τῆς μάχης τὸν προειρημένον
τρόπον, ἀκόλουθον εἰλήφει τὰ ὅλα κρίσιν τοῖς
ὑπ' ἀμφοτέρων προσδοκωμένοις. [2] Καρχηδόνιοι
μὲν γὰρ διὰ τῆς πράξεως ταύτης παραχρῆμα τῆς
μὲν λοιπῆς παραλίας σχεδὸν πάσης ἦσαν ἐγκρατεῖς·
[3] Ταραντῖνοί τε γὰρ εὐθέως ἐνεχείριζον αὑτούς,
Ἀργυριππανοὶ δὲ καὶ Καπυανῶν τινες ἐκάλουν τὸν
Ἀννίβαν, οἱ δὲ λοιποὶ πάντες ἀπέβλεπον ἤδη τότε
πρὸς Καρχηδονίους· [4] μεγάλας δ' εἶχον ἐλπίδας
ἐξ ἐφόδου καὶ τῆς Ῥώμης αὐτῆς ἔσεσθαι κύριοι·
[5] Ῥωμαῖοί γε μὴν τὴν Ἰταλιωτῶν δυναστείαν
παραχρῆμα διὰ τὴν ἧτταν ἀπεγνώκεισαν, ἐν μεγάλοις
δὲ φόβοις καὶ κινδύνοις ἦσαν περί τε σφῶν αὐτῶν
καὶ περὶ τοῦ τῆς πατρίδος ἐδάφους, ὅσον οὔπω
προσδοκῶντες ἥξειν αὐτὸν τὸν Ἀννίβαν.
[6] καὶ γὰρ ὥσπερ ἐπιμετρούσης καὶ συνεπαγωνιζομένης
τοῖς γεγονόσι τῆς τύχης, συνέβη μετ' ὀλίγας
ἡμέρας, τοῦ φόβου κατέχοντος τὴν πόλιν, καὶ
τὸν εἰς τὴν Γαλατίαν στρατηγὸν ἀποσταλέντ' εἰς
ἐνέδραν ἐμπεσόντα παραδόξως ἄρδην ὑπὸ τῶν Κελτῶν
διαφθαρῆναι μετὰ τῆς δυνάμεως. [7] οὐ μὴν ἥ
γε σύγκλητος οὐδὲν ἀπέλειπε τῶν ἐνδεχομένων,
ἀλλὰ παρεκάλει μὲν τοὺς πολλούς, ἠσφαλίζετο
δὲ τὰ κατὰ τὴν πόλιν, ἐβουλεύετο δὲ περὶ τῶν
ἐνεστώτων ἀνδρωδῶς. τοῦτο δ' ἐγένετο φανερὸν
ἐκ τῶν μετὰ ταῦτα συμβάντων· [8] ὁμολογουμένως
γὰρ Ῥωμαίων ἡττηθέντων τότε καὶ παραχωρησάντων
τῆς ἐν τοῖς ὅπλοις ἀρετῆς, [9] τῇ τοῦ πολιτεύματος
ἰδιότητι καὶ τῷ βουλεύεσθαι καλῶς οὐ μόνον ἀνεκτήσαντο
τὴν τῆς ᾿Ιταλίας δυναστείαν, νικήσαντες μετὰ
ταῦτα Καρχηδονίους, ἀλλὰ καὶ τῆς οἰκουμένης
ἁπάσης ἐγκρατεῖς ἐγένοντο μετ' ὀλίγους χρόνους.
|
(1)
Dieser Ausgang der Schlacht hatte so weitreichende
Folgen, wie man sie auf beiden Seiten erwartet
hatte. (2) Die Karthager
bekamen durch ihren Sieg auf der Stelle fast
das ganze übrige Küstenland in ihre
Gewalt - (3) die Tarentiner übergaben
sich ihnen sofort, die Argyrippaner (Einwohner
von Arpi) und eine Anzahl Capuaner
riefen Hannibal
herbei, alle übrigen aber richteten schon
jetzt ihre Blicke auf die Karthager
-, (4) und sie hatten große Hoffnungen,
Rom selbst im ersten Ansturm zu nehmen. (5)
Die Römer dagegen hatten infolge ihrer
Niederlage sofort die Herrschaft über die
Italiker verloren gegeben und schwebten in großer
Angst und Gefahr um sich selbst und um den Bestand
ihrer Stadt, da sie erwarteten, Hannibal
werde jeden Augenblick da sein [...]. (6) Denn
als stehe die Tyche mit ihren Feinden im Bunde
und wolle das Maß ihres Unglücks
voll machen, traf wenige Tage darauf, während
noch der erste Schrecken die Stadt gefangen
hielt, die Nachricht ein, dass der nach Gallien
entsandte Praetor unvermutet in einen Hinterhalt
geraten und mit seinem Heer von den Kelten völlig
vernichtet worden war. (7) Gleichwohl geschah
von Seiten des Senats
alles, was möglich war. Er sprach dem Volke
Mut zu, traf die notwendigen Maßnehmen
zur Sicherung der Stadt und beriet mit männlicher
Entschlossenheit über die Lage. Dies wurde
aus den weiteren Ereignissen ersichtlich. (8)
Denn obwohl die Römer damals eine eindeutige
Niederlage erlitten hatten, und die Waffenehre
dem Feind hatte überlassen müssen,
(9) gewannen sie doch durch die eigentümlichen
Vorzüge ihrer Verfassung und ihre umsichtigen
Gegenmaßnahmen nicht nur die Herrschaft
über Italien
zurück, indem sie in der Folge die Karthager
besiegten, sondern wurden auch nach kurzer Zeit
Herren über die gesamte bewohnte Erde.
(Üb. H.Drexler) |
|
- Den Rat seines Reitergenerals Maharbal, sofort nach
dem Sieg bei Cannae Rom anzugreifen und zu einzunehmen
(Liv.22,51), befolgte Hannibal
nicht. Marhabal soll Hannibal
deswegen vorgeworfen haben, er verstehe es nicht,
seine Siege zu nutzen. Offenbar wollte aber Hannibal
lieber Rom besiegen, indem er ihm die Verbündeten
und das Hinterland nahm, als sich auf eine langwierige
und ungewisse Belagerung einzulassen. Gründe,
die gegen einen sofortigen Angriff auf Rom sprachen
(Liv.23,12):
- Die Latiner
fielen nicht, wie erwartet, von Rom ab;
- Die Römer zeigten keine Friedensbereitschaft.
Hannibals
Gesandter Karthalo, der wegen der Herausgabe der
Kriegsgefangenen verhandeln sollte, wurde nicht
einmal in die Stadt eingelassen.
|
- In Spanien
siegten die beiden Scipionen (Gnaeus
und Publius)
bei Ibera über Hasdrubal, als er sich nach Kämpfen
gegen die Carpesier auf dem Marsch nach Italien
befand. Dorthin war er beordert worden, um Hannibal
zu verstärken, während an seine Stelle in
Spanien
Himilco mit einem neuen Heer treten sollte (Liv.23,26-29).
|
- Die Römer rüsteten vier neue Legionen
aus und scheuten sich auch nicht 8000 Sklaven (Liv.22,57)
und Gefängnisinsassen (Liv.23,14) zu bewaffnen
(Volonenheer). Das Kommando führte der Dictator
Marcus Iunius Pera.
- Rom griff auch zu ungewöhnlichen religiösen
Maßnahmen, z.B. zu Menschenopfern, um die Götter
zu versöhnen und zu einer Befragung des Orakels
in Delphi unter
Quintus Fabius Pictor.
Der Praetor Marcus
Marcellus (das "Schwert Roms", Plut.Marc.9)
erzielt bei Nola einen Erfolg gegen Hannibal
(Liv.23,14-16).
Liv.23,16,15f.:
[15] vix equidem ausim adfirmare, quod quidam
auctores sunt, duo milia et octingentos hostium
caesos non plus quingentis Romanorum amissis;
[16] sed, sive tanta sive minor victoria fuit,
ingens eo die res ac nescio an maxima illo bello
gesta sit; non vinci enim ab Hannibale [vincentibus]
difficilius fuit quam postea vincere. |
(15)
Kaum möchte ich zu behaupten wagen, was
einige berichten, dass 2800 Feinde gefallen
seien, während die Römer nicht mehr
als 500 verloren hätten. (16) Mag der Sieg
so groß oder minder groß gewesen
sein, eine große Tat, vielleicht die größte
in diesem Krieg, ist an jenem Tag geschehen.
Denn von Hannibal
nicht besiegt zu werden, war [für die Sieger]
schwieriger als nachher zu siegen. (Üb.
nach Gerlach) |
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- Hannibal
zieht von Cannae durch Samnium
nach Campanien. Dort übergibt man ihm die Stadt
Capua (Liv.23,1-10),
wo er sein Winterquartier nimmt (Liv.23,18; Strab.5,4,13).
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- Der Annalist Quintus Fabius Pictor beschreibt
in griechischer Sprache römische Geschichte:
die Urgeschichte nur in den Hauptpunkten, ausführlicher
die Geschichte seiner Zeit (Dion.Hal.1,6).
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- Die Scipionen bleiben in Spanien
mit Siegen bei Illiturgi und bei Intibili (im Osten
der silberreichen Baetica)
erfolgreich. Beide Städte wurden von den Karthagern,
weil sie abgefallen waren, belagert, von den Römern
befreit. Auf karthagischer Seite waren Hasdrubal,
Mago, der jüngste Bruder Hannibals,
der, um Hasdrubal zu unterstützen, nach Spanien
geschickt worden war, und Hamilkar die Feldherrn (Liv.23,49).
|
- Die Machtverhältnisse:
- In Campanien stehen sechs römische
Legionen unter dem Kommando der beiden Konsuln
Tiberius Sempronius Gracchus und Quintus
Fabius Maximus und des Marcus
Claudius Marcellus. Weitere Truppenkontingente
operieren in Apulien, Picenum, Sizilien
und Sardinien.
Eine Flotte liegt vor Brundisium
und Tarent, eine andere bereitet von Sizilien
die Überfahrt nach Afrika
vor (Liv.23,31f.).
|
- Hannibal
wartete vergeblich auf ausreichende Hilfe
aus der Heimat. Er erhielt zwar eine Hilfsflotte
unter Bomilkars Kommando, 4000 numidische
Reiter, 40 Elefanten und einen Geldbetrag,
aber die Fußsoldaten wurden nach Sardinien
gebracht, wo das gesamte Heer im Kampf zugrunde
ging. In Spanien
waren die Kräfte durch die Scipionen
gebunden, in Afrika
erhob sich der numidische Fürst Syphax
gegen Karthago.
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- Marcus
Marcellus kann bei Nola einen weiteren Erfolg
gegen Hannibal
verbuchen (Liv.23,44-46; Plut.Marc.12).
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Liv.23,46,1-5:
[1] nec bene nec male dicta profuerunt ad
confirmandos animos. [2] cum omni parte pellerentur,
Romanisque crescerent animi, non duce solum
adhortante sed Nolanis etiam per clamorem
favoris indicem accendentibus ardorem pugnae,
terga Poeni dederunt atque in castra compulsi
sunt. [3] quae oppugnare cupientes milites
Romanos Marcellus Nolam reduxit cum magno
gaudio et gratulatione etiam plebis quae ante
inclinatior ad Poenos fuerat. [4] hostium
plus quinque milia caesa eo die, vivi capti
sescenti et signa militaria undeviginti et
duo elephanti; quattuor in acie occisi; Romanorum
minus mille interfecti. [5] posterum diem
indutiis tacitis sepeliendo utrimque caesos
in acie consumpserunt. spolia hostium Marcellus
Volcano votum cremavit. |
(1)
Weder gute noch böse Worte halfen, den
Mut zu beleben. (2) Sie wurden auf allen Seiten
geschlagen und den Römern wuchs der Mut;
und nicht nur der Anführer ermahnte sie,
sondern auch die Nolaner vermehrten durch ihr
Geschrei als Ausdruck ihrer Geneigtheit die
Hitze des Kampfes. Die Punier ergriffen die
Flucht und wurden ins Lager getrieben. (3) Das
römische Kriegsvolk wünschte dies
zu bestürmen, aber Marcellus
führte sie nach Nola zurück, zur großen
Freude und unter den Glückwünschen
sogar des Volkes, welches sich früher mehr
den Puniern zugeneigt hatte. (4) Von den Feinden
wurden an diesem Tag mehr als 5000 erschlagen,
600 lebendig gefangen, 18 Feldzeichen erobert
und zwei Elefanten gefangen, vier wurden in
der Schlacht getötet. Von den Römern
wurden weniger als 1000 erschlagen. (5) Den
folgenden Tag benutzten beide Teile wie nach
einem stillschweigenden Waffenstillstand zum
Begraben der in der Schlacht Gefallenen. Die
von den Feinden erbeuteten Rüstungen verbrannte
Marcellus
nach einem Gelübde, das er dem Vulcanus
geleistet hatte. (Üb. nach Gerlach) |
|
- Hannibal
geht mit Philipp
V. von Makedonien ein Bündnis ein. Philipps
erste Gesandtschaft war von den Römern abgefangen
worden, die zweite handelte einen Vertrag aus (Polyb.7,9).
In Folge dieses Bündnisses:
1.
Makedonischer Krieg (215-205).
- 214: greift Philipp
in Illyrien
Apollonia an, scheitert aber an Valerius
Laevinus, der seit diesem Jahr den Krieg
gegen Philipp
leitete.
- 213: Philipp
erobert in Illyrien
Lissus.
- 212: Rom schließt gegen Philipp
ein Bündnis mit Ätolien: Ätolien
sollen die eroberten Gebiete zufallen, Rom
die erzielte Beute.
- Eroberung der Insel Zakynthos und von
Oiniadai in Akarnanien.
- 211: Rom schließt gegen Philipp
ein Bündnis mit Elis, Messene und Sparta.
Publius Sulpicius Galba nimmt bei einem
Flottenmanöver in der Ägäis
die Insel Aigina ein.
- 209: Pergamon
schließt sich unter seinem König
Attalos I. dem Bündnis Roms gegen Philipp
V. an.
- 208: Rom und Pergamon
erobern zusammen Oreos auf Euboia.
- 207: Hasdrubals Ankunft in Italien
veranlasst die Römer zum Abzug ihrer
Truppen in Griechenland.
Aus diesem Grund schließt Ätolien
einen Sonderfrieden mit Philipp
V.
- 205: Sonderfrieden zwischen Philipp
und Rom
|
Liv.23,33,9-12:
[9] Xenophanes (legationis princeps) per praesidia
Romana in Campaniam, inde qua proximum fuit,
in castra Hannibalis pervenit foedusque cum
eo atque amicitiam iungit legibus his: [10]
ut Philippus rex quam maxima classe ‑ ducentas
autem naves videbatur effecturus ‑ in
Italiam traiceret et vastaret maritimam oram,
bellum pro parte sua terra marique gereret;
[11] ubi debellatum esset, Italia omnis cum
ipsa urbe Roma Carthaginiensium atque Hanni
balis esset praedaque omnis Hannibali cederet;
[12] perdomita Italia navigarent in Graeciam
bellumque, cum quibus regi placeret, gererent;
quae civitates continentis quaeque insulae ad
Macedoniam vergunt, eae Philippi regnique eius
essent. |
(9)
Xenophanes (der an der Spitze der Gesandtschaft
stand) kam durch die römischen Besatzungen
nach Campanien und von da auf dem kürzesten
Weg in Hannibals
Lager und schloss mit ihm unter folgenden Bedingungen
Freundschaft und Bündnis: (10) König
Philipp
solle mit einer ansehnlichen Flotte (man glaubte
er könne 200 Schiffe aufbringen) nach Italien
übersetzen und die Seeküste verwüsten,
und solle zu seinem Teil den Krieg zu Wasser
und zu Land führen; (11) wenn der Krieg
zu Ende wäre, solle ganz Italien
mitsamt der Stadt Rom den Karthagern
und Hannibal
gehören und die gesamte Beute Hannibal
zufallen; (12) aber nach der Unterwerfung Italiens
sollten sie nach Griechenland
übersetzen und die Völker bekriegen,
von denenes der König wünsche, und
die Staaten auf dem Festland und die Inseln,
die zu Makedonien hin liegen, sollten zu Philipps
Reich gehören. (Üb. nach Gerlach). |
|
- Ein weiteres Bündnis geht Hannibal
mit Hieronymus von Syrakus
ein, der dem römertreuen Hieron von Syrakus
215 als sein Enkel nachgefolgt war (Liv.244-7; Polyb.7,2-6).
Aber als Hieronymus schon nach 13 Monaten ermordet
wurde, blieb die Bündnissituation in Syrakus
eine Weile in der Schwebe.
|
- LEX OPPIA des Tribunen Gaius Oppius gegen den luxuriösen
Putz der Frauen (Liv.34,1) [Abschaffung
195].
Liv.34,1,1-3:
[1] inter bellorum magnorum aut vixdum finitorum
aut imminentium curas intercessit res parva
dictu, sed quae studiis in magnum certamen excesserit.
[2] M. Fundanius et L. Valerius tribuni plebi
ad plebem tulerunt de Oppia lege abroganda.
[3] tulerat eam C. Oppius tribunus plebis Q.
Fabio Ti. Sempronio consulibus in medio ardore
Punici belli, ne qua mulier plus semunciam auri
haberet neu vestimento versicolori uteretur
neu iuncto vehiculo in urbe oppidove aut propius
inde mille passus nisi sacrorum publicorum causa
veheretur. |
(1)
Unter den Besorgnissen die die großen,
entweder kaum beendeten oder bevorstehenden
Kriege verursachten, trat ein kaum erwähnenswertes
Ereignis ein, das jedoch durch den Eifer der
Parteien zu einem großen Streit gesteigert
wurde. (2) Die Volkstribunen
Marcus Fundanius und Lucius Valerius beantragten
die Aufhebung des Oppischen Gesetzes bei der
Bürgerschaft. (3) Dieses hatte der Volkstribun
Marcus Oppius unter dem Konsulat des Quintus
Fabius und Titus Sempronius mitten in dem Auflodern
des Punischen Krieges vorgeschlagen: keine Frau
solle mehr als eine halbe Unze Gold besitzen,
keine bunten Kleider tragen und weder in der
Hauptstadt noch in Landstädten innerhalb
von 1000 Schritten ein Fuhrwerk gebrauchen,
außer bei einem allgemeinen Opferfest.
(Üb. nach Gerlach) |
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- Tempel des Mercurius,
- Tempel der Venus Erycina.
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- Die Römer erobern Casilinum in der Nähe
von Capua
zurück und bedrohen somit Capua.
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- Syrakus
kommt unter der Gewalt der Soldaten und der Halbsyrakusaner
Hippokrates und Epikydes, die väterlicherseits
einer syrakusischen
Familie aber von einer karthagischen Mutter
abstammten. Sie sorgten dafür, dass Syrakus
auf der Seite Karthagos
blieb.
- Marcus
Marcellus setzt nach Sizilien
über. Die technisch raffinierten Kriegsmaschinen
des Archimedes lassen ihn bei dem Versuch, Syrakus
einzunehmen, scheitern (Liv.24,21-32). Also beließ
er es bei der Belagerung der Stadt (Liv.24,33f.; Polyb.8,5-9;
Plut.Marc.14-19)
|
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- Die Dauer der ludi Romani wird in Rom auf vier Tage
erhöht.
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- Konsulat des
- dictator:
- magister equitum:
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- Ein Jahr ohne größere Ereignisse: Immerhin
nahmen die Römer Arpi und Atrinum ein (Liv.24,45-47),
Hannibal
spekulierte auf eine Einnahme von Tarent.
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Hannibal
nimmt Tarent ein, nur die Burg von Tarent wird von
der römischen Besatzung gehalten (Liv.25,7-11;
Polyb.8,26-36). Auch Metapontum, Herakleia und Thurii
fallen Hannibal
in die Hand (Liv.25,15).
|
- Niederlage und Tod der beiden Scipionen (Publius
und Gnaeus)
in Spanien
südlich vom Ebro (Liv.25,32-36; App.Hisp.16):
Die beiden Scipionen trennen sich, um die beiden feindlichen
Lager gleichzeitig anzugreifen.
- Aber die Keltiberer bleiben Gnaeus
Cornelius Scipio nicht treu, sondern setzen
sich ab, so dass er vor dem Hamilkarsohn Hasdrubal
zurückweichen muss.
- Publius
Cornelius Scipio unterliegt den durch Masinissa
und Indibilis verstärkten Feinden.
- Die spärlichen Überreste des römischen
Heeres übernimmt der Ritter
Lucius Marcius. Damit gelingt ihm sogar ein erfolgreicher
Angriff auf das feindliche Lager Liv.25,37-39).
Liv.25,32,1-5:
[1] eadem aestate in Hispania, cum biennio ferme
nihil admodum memorabile factum esset consiliisque
magis quam armis bellum gereretur, Romani imperatores
egressi hibernis copias coniunxerunt. [2] ibi
consilium advocatum omniumque in unum congruerunt
sententiae, quando ad id locorum id modo actum
esset, ut Hasdrubalem tendentem in retinerent,
tempus esse id iam agi, ut bellum in Hispania
finiretur; [3] et satis ad id virium credebant
accessisse viginti milia Celtiberorum ea hieme
ad arma excita. [4] tres exercitus erant. Hasdrubal
Gisgonis filius et Mago coniunctis castris quinque
ferme dierum iter ab Romanis aberant. [5] propior
erat Hamilcaris filius Hasdrubal, vetus in Hispania
imperator; ad urbem nomine Amtorgim exercitum
habebat. |
(1)
In Spanien,
wo während zwei Jahren nicht besonders
Merkwürdiges geschehen war, und der Krieg
mehr mit Planen als mit Waffen geführt
wurde, verließen die römischen Feldherrn
in eben diesem Sommer ihre Winterquartiere und
vereinigten ihre Streitkräfte. (2) Darauf
wurde ein Kriegsrat versammelt, und aller Meinungen
kommen darin überein, dass es jetzt, weil
man bisher nichts anderes beabsichtigt habe
als Hasdrubals Marsch nach Italien
zu verhindern, endlich an der Zeit sei, dem
Krieg in Spanien
ein Ende zu machen. (3) Und es schien dafür
der Zuwachs von 20000 Keltiberern zu genügen,
die im Winter unter die Waffen gerufen worden
waren. (4) Es waren drei feindliche Heere. Hasdrubal,
der Sohn des Gisgo, und Mago standen im vereinigten
Lager, ungefähr fünf Tagesmärsche
von den Römern entfernt. (5) Näher
war der Sohn Hamilcars, Hasdrubal, der langbewährte
Feldherr in Spanien;
er hatte sein Heer in der Nähe der Stadt
Anitorgis. (Üb. nach Gerlach) |
|
Marcellus erobert Syrakus
(Liv.25,23-31; Liv.25,40f.). Den Römern kommt
bei der Eroberung zugute, dass eine Seuche ausgebrochen
war und die Belagerten nicht einig blieben. Tod des
Archimedes ("Noli turbare circulos meos!").
Marcellus
kann den Gewinn der Stadt und ganz Siziliens
(außer Agrigent) durch einen bei Agrigent errungenen
Sieg über Epikydes und Hanno sichern. Agrigent
wurde noch von dem Punier Hipponiates (den man Mutines
nannte) gehalten.
|
- Die römischen Konsuln Quintus Fulvius Flaccus
und Appius Claudius Pulcher treffen Anstalten,
Capua
zu belagern.
|
- Hannibal
schickt auf Bitten Capuas
zur Entlastung und zur Sicherung der Versorgung ein
Heer unter Hannos Führung in die Gegend von Benevent.
Doch gelingt es dem Konsul Appius Claudius Hannos
Lager in seiner Abwesenheit zu erstürmen (Liv.25,13-15;
vgl. App.Pun.36f.)
|
- Die beiden Konsuln beginnen mit der Belagerung von
Capua. Flankierende
Maßnahmen: Der Praetor Gaius Claudius Nero bleibt
zunächst im alten Lager bei Suessula, der Prokonsul
Tiberius Sempronius Gracchus wird zum Schutz von Samnium
mit seinem Volonenheer aus Lukanien nach Benevent
beordert. Dieser wird allerdings verraten, in einen
Hinterhalt gelockt und ermordet (Liv.25,15f.).
|
- Hannibal
erscheint mit einem Heer, zwingt die Konsuln zwischenzeitlich
die Belagerung von Capua
auszusetzen, und erringt auch sonst zwei Erfolge:
Einmal schlägt er in Lukanien den römischen
Feldherrn Centenius, zweitens schlägt er den
Praetor Gnaeus Fulvius vernichtend bei Herdonea (Liv.25,18-21).
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- Die in Syrakus
vorgefundenen Kunstwerke überführte man
größtenteils nach Rom.
- Ludi Apollinares in Rom eingeführt.
|
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- Als es Hannibal
nicht gelingt, Quintus Fulvius Flaccus und Appius
Claudius Pulcher, die als Prokonsuln die Belagerung
von Capua
fortführen, zu einer Schlacht zu verleiten, zieht
er zur Entlastung Capuas
gegen Rom und schlägt sein Lager 3 Meilen von
Rom entfernt am Anio auf ("Hannibal
ad portas!"), entweder um Rom einzunehmen, oder
zumindest um die Römer zu zwingen, ihr Heer von
Capua abzuziehen.
Dieser Plan scheitert und Hannibal
begibt sich zurück nach Lukanien und Bruttium.
(Liv.26,1-16; Polyb.9,3-7)
|
- Capua unterwirft
sich notgedrungen und wird entsprechend hart bestraft:
Die Stadt wird aufgelöst und ihr Gebiet in "ager
publicus" umgewandelt.
Liv.26,16,5-13:
[5] Capuam a Calibus reditum est, Atellaque
et Calatia in deditionem acceptae; ibi quoque
in eos, qui capita rerum erant, animadversum.
[6] ita ad septuaginta principes senatus interfecti,
trecenti ferme nobiles Campani in carcerem conditi,
alii per sociorum Latini nominis urbes in custodias
dati, variis casibus interierunt: multitudo
alia civium Campanorum venum data. [7] de urbe
agroque reliqua consultatio fuit, quibusdam
delendam censentibus urbem praevalidam, propinquam,
inimicam. ceterum praesens utilitas vicit; nam
propter agrum, quem omni fertilitate terrae
satis constabat primum in Italia esse, urbs
servata est, ut esset aliqua aratorum sedes.
[8] urbi frequentandae multitudo incolarum libertinorumque
et institorum opificumque retenta: ager omnis
et tecta publica populi Romani facta. [9] ceterum
habitari tantum tamquam urbem Capuam frequentarique
placuit, corpus nullum civitatis nec senatum
nec plebis concilium nec magistratus esse: [10]
sine consilio publico, sine imperio multitudinem
nullius rei inter se sociam ad consensum inhabilem
fore; praefectum ad iura reddenda ab Roma quotannis
missuros. [11] ita ad Capuam res compositae
consilio ab omni parte laudabili. severe et
celeriter in maxime noxios animadversum; multitudo
civium dissipata in nullam spem reditus; [12]
non saevitum incendiis ruinisque in tecta innoxia
murosque, et cum emolumento quaesita etiam apud
socios lenitatis species incolumitate urbis
nobilissimae opulentissimaeque, cuius ruinis
omnis Campania, omnes, qui Campaniam circa accolunt
populi, ingemuissent; [13] confessio expressa
hosti quanta vis in Romanis ad expetendas poenas
ab infidelibus sociis et quam nihil in Hannibale
auxilii ad receptos in fidem tuendos esset. |
(5)
Von Cales kehrte man nach Capua
zurück und Atella und Calatia unterwarfen
sich ebenfalls. Auch dort wurden die Haupträdelsführer
bestraft. (6) So wurden gegen siebzig der vornehmsten
Senatoren getötet. Ungefähr 300 vornehme
Campaner wurden ins Gefängnis geworfen;
andere wurden in den Städten der latinischen
Bundesgenossen in Gewahrsam gebracht und fanden
auf verschiedene Weise ihren Tod. Die übrige
Masse der campanischen Bürger wurde als
Sklaven verkauft. (7) Es blieb noch übrig,
über die Stadt und die Landschaft einen
Beschluss zu fassen. Einige meinten, man müsse
eine so feste, nahe gelegene feindliche Stadt
zerstören. Indessen gab der unmittelbare
Nutzen den Ausschlag. Denn wegen der Landschaft,
die anerkanntermaßen durch Fruchtbarkeit
des Bodens die erste in Italien
war, wurde die Stadt erhalten, damit noch die
Landeigentümer einen Wohnsitz hätten.
(8) Für die Bevölkerung der Stadt
wurde die große Zahl der Einwohner, der
Freigelassenen, der Krämer und Handwerker
beibehalten; alles Land und die Gebäude
wurden für Staatseigentum der Römer
erklärt. (9) Übrigens beinhaltete
der Beschluss, die Stadt Capua
solle nur bewohnt und bevölkert werden,
ohne dass eine eigentliche Bürgergemeinde,
eine Versammlung des Senats
oder des Volks stattfände. Die Bevölkerung
sollte ohne einen Rat, ohne alle Rechte zu jeder
Art von Gemeinschaft unfähig sein; sie
würden alljährliche zur Ausübung
der Gerichtsbarkeit einen leitenden Beamten
aus Rom schicken. (11) So wurden die Angelegenheiten
in Capua
geordnet, eine in jeder Hinsicht löbliche
Maßregel. Die am meisten Schuldigen wurden
streng und schnell bestraft; die Masse der Bürger
wurde ohne alle Hoffnung auf Rückkehr zerstreut.
(12) Aber kein Feuer und keine Zerstörung
wütete gegen die unschuldigen Gebäude
und Mauern, und zugleich mit dem Nutzen wurde
auch bei den Bundesgenossen der Schein der Milde
beabsichtigt, weil die berühmteste und
reichste Stadt erhalten blieb, über deren
Zerstörung ganz Campanien und alle, die
in der Umgegend wohnen, geseufzt hätten.
(13) Dem Feind wurde das Geständnis abgezwungen,
dass einerseits die Römer eine ungemeine
Kraft besäßen, um an den treulosen
Bundesgenossen Rache zu nehmen, und dass anderseits
von Hannibal
keine Hilfe zu erwarten sei, um diejenigen,
die er unter seinen Schutz gestellt hätte,
Sicherheit zu geben. (Üb. nach Gerlach) |
|
- Hannibals
Angriff auf Rhegion bleibt erfolglos.
|
Publius Cornelius Scipio, der Sohn des Konsuls
von 218,
der 212
in Spanien
gefallen war, übernimmt mit 25 Jahren noch vor
einem Konsulat als "Pro-consul" das Kommando
in Spanien.
Sein Vorgänger, der Praetor Gaius Claudius Nero,
war erfolglos geblieben (Liv.26,17; Zonar.9,7; Front.Strat.1,5,19).
Als man beschloss, seinen Nachfolger vom Volk wählen
zu lassen, kandidierte Scipio
als einziger. (Liv.26,18-20; cf. Polyb.10,2f.; App.Hisp.23).
Er gelangt im Winter 211/210 nach Spanien.
Liv.26,19,3-5:
[3] fuit enim Scipio non veris tantum virtutibus
mirabilis, sed arte quoque quadam ab iuventa
in ostentationem earum compositus, [4] pleraque
apud multitudinem aut per nocturnas visa species
aut velut divinitus mente monita agens, sive
et ipse capti quadam superstitione animi, sive
ut imperia consiliaque velut sorte oraculi missa
sine cunctatione exsequerentur. [5] ad hoc iam
inde ab initio praeparans animos, ex quo togam
virilem sumpsit nullo die prius ullam publicam
privatamque rem egit quam in Capitolium iret
ingressusque aedem consideret et plerumque solus
in secreto ibi tempus tereret. |
Denn
Scipio
war nicht nur durch wirkliche Vorzüge bewunderungswürdig,
sondern er hatte auch von Jugend auf mit einer
gewissen Berechnung sich daran gewöhnt,
dieselben zur Schau zu tragen (4) so dass er
vor dem Volk das meiste gleichsam wie durch
nächtliche Erscheinungen geoffenbart oder
als göttliche Eingebungen tat, sei es,
dass er selber von einem gewissen Aberglauben
nicht frei war, oder damit sie seine Befehle
und Ratschläge gleichsam als Orakelsprüche
ohne Zaudern vollzögen. (5) Darauf hatte
er von Anfang an hingewirkt, indem er, seit
er die Männertoga angelegt hatte, an keinem
Tag ein öffentliches Geschäft oder
eine persönliche Angelegenheit vornahm,
ohne vorher au das Kapitol
zu gehen, wo er in den Tempel eintrat, sich
niedersetzte und meistens allein an einem abgeschiedenen
Ort eine Zeit verweilte. (Üb. nach Gerlach) |
|
- Er hatte sich bereits zuvor bewährt, als er
218
am Ticinus seinem Vater das Leben rettete,
216
nach Cannae den Versuch einiger junger Adliger
vereitelte, Rom ganz aufzugeben und wegzuziehen
|
- Gegen Philipp
von Makedonien schließen die Römer ein
Bündnis mit den Aitolern,
Eleiern, Spartanern und den Königen Pleuratus
von Thrakien, Scerdilaedus von Illyrien
und Attalos von Pergamon
(Liv.26,25; Polyb.8,15f.). Philipps
Verbündete sind die Achaier. Die Führung
des Krieges liegt ab 210 auf römischer Seite
in der Hand des Praetors Sulpicius Galba (Liv.26,26;
Liv.27,22)
|
- Eine Hungersnot lässt die Römer Ptolemaios
VI. von Ägypten um Getreidelieferungen bitten.
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- Der Annalist Lucius Cincius
Alimentus, der wie Fabius Pictor in griechischer
Sprache römische Geschichte schrieb, ist Praetor.
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- Konsulat des
- dictator:
- magister equitum:
- Publius Licinius Crassus Dives
|
Publius
Cornelius Scipio erobert ohne große Mühe
nach einem Marsch von sieben Tagen noch am ersten
Tag der Belagerung Carthago Nova. (Liv.26,41-51; Pol.10,8-20).
Hilfreich ist, dass sich die drei karthagischen Feldherrn,
der Barcide Hasdrubal, der Gisgosohn Hasdrubal und
Mago uneinig sind (Polyb.9,11,2; Polyb.10,6,3; Polyb.10,5;
Polyb.10,7,3). Für Karthago
war der Verlust von Neu-Carthago und seinen Silbergruben
eine entscheidende Schwächung.
Polyb.10,7,4f.:
[4] παραγενόμενός γε μὴν εἰς τὴν Ἰβηρίαν, πάντας
ἀνακινῶν καὶ παρ' ἑκάστου πυνθανόμενος τὰ περὶ
τοὺς ἐναντίους, ηὕρισκε τὰς μὲν δυνάμεις τῶν
Καρχηδονίων εἰς τρία μέρη διῃρημένας· [5] ὧν
Μάγωνα μὲν ἐπυνθάνετο διατρίβειν ἐντὸς Ἡρακλείων
στηλῶν ἐν τοῖς Κονίοις προσαγορευομένοις, Ἀσδρούβαν
δὲ τὸν Γέσκωνος περὶ Τάγου ποταμοῦ στόμα κατὰ
τὴν Λυσιτανήν, τὸν δ' ἕτερον Ἀσδρούβαν πολιορκεῖν
τινα πόλιν ἐν τοῖς Καρπητανοῖς, οὐδένα <δὲ>
τῶν προειρημένων ἐλάττω δέχ' ἡμερῶν ὁδὸν ἀπέχειν
τῆς Καινῆς πόλεως. |
(4)
Als er (Publius
Cornelius Scipio) dann nach Spanien
kam, erkundigte er sich überall auf das
eingehendste nach der Lage beim Gegner und erfuhr,
dass da karthagische Heer in drei Teile geteilt
sei: (5) Mago stehe diesseits der Säulen
des Herakles im Lande der Konier, Hasdrubal,
der Sohn Giskos, in Lusitanien an der Mündung
des Tagus, der andere Hasdrubal belagere eine
Stadt der Karpetaner, keiner aber von ihnen
sei weniger als zehn Tagesmärsche von Neu-Karthago
entfernt. (Üb. H.Drexler) |
Publius
Cornelius Scipio kann die einzelnen Völker
Spaniens
dadurch, dass er die Geiseln, die ihm in die Hände
fallen, zurückhaltend behandelt, für sich
einnehmen.
|
- Hannibal
siegt bei Herdonea über den Prokonsul Gnaeus
Fulvius und kämpft bei Numistro unentschieden
gegen Marcellus.
(Liv.27,1f.) Er konzentriert seine Schlagkraft,
indem einige besetzt Städte freiwillig räumt
oder sich von den Römern entreißen lässt.
(Liv.26,38f.; Liv.27,1; Liv.27,9; App.Hann.44ff.)
Liv.26,37,1-9:
[1] neque aliud tempus belli fuit, quo Carthaginienses
Romanique pariter variis casibus immixti magis
in ancipiti spe ac metu fuerint. [2] nam Romanis
et in provinciis, hinc in Hispania adversae
res, hinc prosperae in Sicilia luctum et laetitiam
miscuerant, [3] et in Italia cum Tarentum amissum
damno et dolori, tum arx cum praesidio retenta
praeter spem gaudio fuit, [4] et terrorem subitum
pavoremque urbis Romae obsessae et oppugnatae
Capua post dies paucos capta in laetitiam vertit.
[5] transmarinae quoque res quadam vice pensatae:
Philippus hostis tempore haud satis opportuno
factus, Aetoli novi adsciti socii Attalusque
Asiae rex, iam velut despondente fortuna Romanis
imperium orientis. [6] Carthaginienses quoque
Capuae amissae Tarentum captum aequabant, et
ut ad moenia urbis Romanae nullo prohibente
se pervenisse in gloria ponebant, ita pigebat
inriti incepti, [7] pudebatque adeo se spretos,
ut sedentibus ipsis ad Romana moenia alia porta
exercitus Romanus in Hispaniam duceretur. [8]
ipsae quoque Hispaniae quo propius spem venerant
tantis duobus ducibus exercitibusque caesis
debellatum ibi ac pulsos inde Romanos esse,
eo plus ab L. Marcio tumultuario duce ad vanum
et inritum victoriam redactam esse indignationis
praebebant. [9] ita aequante fortuna suspensa
omnia utrisque erant, integra spe, integro metu,
velut illo tempore primum bellum inciperent. |
(1)
Zu keiner anderen Zeit des Krieges haben Karthago
und Römer durch eine gleichmäßige
Mischung von mancherlei Ereignissen in höherem
Grad zwischen trügerischer Hoffnung und
Furcht geschwankt. (2) Denn nicht nur bei den
Römern war Freude und Trauer gemischt,
sowohl durch die Ereignisse in den Provinzen,
wo sie Unglück in Spanien,
Glück in Sizilien
gehabt hatten, (3) als in Italien,
wo der Verlust von Tarent ebenso viel Schmerz
und Nachteil, als die unvermutete Behauptung
der Burg Freude verursacht hatte; (4) und den
plötzlichen Schrecken und die Angst über
die Einschließung und Belagerung Roms
hatte die wenige Tage nachher erfolgte Einnahme
von Capua
in Freude verwandelt. (5) Auch die Ereignisse
jenseits des Meeres hatten sich gewissermaßen
ausgeglichen; Philipp
hatte sich zu sehr ungelegener Zeit als Feind
erhoben; dagegen waren als neue Bundesgenossen
die Aetoler und Attalus, der König von
Asien gewonnen worden, als wenn das Schicksal
den Römern schon die Herrschaft des Morgenlandes
zusichern wollte. (6) Auch die Karthager
stellten dem Verlust von Capua
die Eroberung von Tarent gegenüber, und
wie sie es sich zum Ruhm anrechneten, ohne Widerstand
bis zu den Mauern der Stadt Rom gekommen zu
sein, so ärgerte sie die Vereitelung ihres
Unternehmens, und sie schämten sich, dass
sie so verachtet worden waren, dass ein römisches
Heer, während sie vor den Mauern Roms standen,
zu einem anderen Tor hinaus nach Spanien
abmarschierte. (8) Auch in Spanien
erregte es, je höher ihre Hoffnungen gestiegen
waren, dass nach dem Verlust zweier so ausgezeichneter
Feldherrn und ihrer Heere der Krieg beendet
und die Römer daraus vertrieben seien,
um so mehr Unwillen, dass die Früchte ihres
Sieges durch einen in der Eile auftretenden
Anführer, den Lucius Marcius, zunichte
geworden waren. (9) So hatte das Schicksal alles
ausgeglichen, alles war schwankend, die Hoffnng
war unerschüttert, die Furcht die gleiche,
gleich als ob sie damals erst den Krieg anfingen.
(Üb. nach Gerlach) |
|
- Durch die Eroberung von Agrigent erhalten die Römer
die uneingeschränkte Verfügung über
Sizilien.
Diesen Vorteil nutzen sie für Unternehmungen
gegen die nordafrikanische Küste. (Liv.26,40;
cf. Liv.27,5; Liv.27,29; Liv.38,4)
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- Die Latiner
werden in ihrer Treu zu Rom schwankend. Sie stellen
die Zahlung der Steuer ein.
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- Marcellus
kämpft in drei Schlachten gegen Hannibal:
- zuerst unentschieden bei Canusium,
- in der zweiten Schlacht erleidet er einen Tagesmarsch
von Canusium entfernt eine Niederlage, was ihn
nicht daran hindert,
- sich gleich am folgenden Tag wieder zu stellen
und diesmal zu siegen.
Liv.27,14,1f.:
[1] quod ubi Hannibali nuntiatum est:
"cum eo nimirum", inquit, "hoste
res est, qui nec bonam nec malam ferre fortunam
possit. seu vicit, ferociter instat victis:
seu victus est, instaurat cum victoribus
certamen." [2] signa inde canere iussit
et copias educit. pugnatum utrimque aliquanto
quam pridie acrius est, Poenis ad obtinendum
hesternum decus adnitentibus, Romanis ad
demendam ignominiam. |
(1)
Als dies dem Hannibal
gemeldet wurde, sprach er: " Wir haben
es also mit einem Feind zu tun, der weder
Glück noch Unglück ertragen kann.
Hat er gesiegt, so bedrängt er ungestüm
die Besiegten; ist er besiegt, so erneuert
er den Kampf mit den Siegern." (2)
Darauf lässt er zum Angriff blasen
und rückt aus. Der Kampf war von beiden
hitziger als tags zuvor; die Punier strengten
sich an, um die Ehre des vorigen Tages zu
behaupten; die Römer, die Schande zu
tilgen. (Üb. nach Gerlach) |
|
- Publius
Cornelius Scipio schlägt Hasdrubal bei Baecula.
Hasdrubal (der Sohn des Barcas) bricht daraufhin mit
seinem Heer nach Italien
auf. Während Mago auf den Balearen neue Truppen
aushob, sollte der andere Hasdrubal sein und Magos
Heer nach Lusitanien führen. (Liv.27,17-20; Polyb.10,34-40;
App.Hisp.25-28; Zonar.9,8)
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- Konsulat des
- dictator:
- magister equitum:
|
- Hannibal
lockt bei Petelia (zwischen Venusia und Bantia) die
beiden Konsuln Marcus
Claudius Marcellus und Titus Quinctius Crispinus
in einen Hinterhalt. Marcellus
kommt bei dem Überfall ums Leben, Crispinus stirbt
etwas später an seinen Folgen (Liv.27,33). (Liv.27,25-27;
Polyb.10,32f.; Plut.Marc.28-30).
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| |
- Marcus Silanus, ein Offizier Scipios,
überrascht Hanno, der als Ersatz für den
im Vorjahr nach Italien
abgezogenen Hasdrubal nach Spanien
gekommen war, und schlägt sein Heer und das des
Mago. Als Publius
Scipio seinerseits mit einem Angriff auf Hasdrubal
(den Sohn des Gisgo) den Krieg beenden will, verteilt
dieser geschickt seine Truppen auf verschiedene befestigte
Orte (Front.Strat.1,3,5). Scipios
Bruder Lucius Scipio kann einen davon, nämlich
Oringis, erobern (Liv.28,1-4).
|
|
- Livius Andronicus als Dichter eines Chorliedes im
Kult der Iuno.
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- Konsulat des
- dictator:
- magister equitum:
- Quintus Caecilius Metellus
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- Die Rollenverteilung war so, dass Livius
Salinator Hasdrubal
entgegenziehen und Claudius
Nero Hannibal
binden sollte. Nero
war gegen Hannibal
so erfolgreich, dass er ihn nicht nur bei Grumentum
schlagen, sondern auch heimlich sein Lager bei Canusium
verlassen und Livius
Salinator gegen Hasdrubal
zu Hilfe eilen konnte. Dies führte zum Sieg am
Metaurus am 24.Juni 207.
|
Liv.27,49,1-7:
[1] elephanti plures ab ipsis rectoribus quam
ab hoste interfecti. fabrile scalprum cum
malleo habebant; id, ubi saevire beluae ac
ruere in suos coeperant, magister inter aures
positum ipsa in compage qua iungitur capiti
cervix quanto maximo poterat ictu adigebat.
[2] ea celerrima via mortis in tantae molis
belua inventa erat ubi regendi spem vi vicissent,
primusque id Hasdrubal instituerat, dux cum
saepe alias memorabilis tum illa praecipue
pugna. [3] ille pugnantes hortando pariterque
obeundo pericula sustinuit; ille fessos abnuentesque
taedio et labore nunc precando, nunc castigando
accendit; ille fugientes revocavit omissamque
pugnam aliquot locis restituit; [4]
postremo cum haud dubie fortuna hostium esset,
ne superstes tanto exercitui suum nomen secuto
esset concitato equo se in cohortem Romanam
immisit; ibi, ut patre Hamilcare et Hannibale
fratre dignum erat, pugnans cecidit.
[5] nunquam eo bello una acie tantum hostium
interfectum est, redditaque aequa Cannensi
clades vel ducis vel exercitus interitu videbatur.
[6] quinquaginta septem milia hostium occisa,
capta quinque milia et quadringenti; magna
praeda alia cum omnis generis tum auri etiam
argentique; [7] civium etiam Romanorum, qui
capti apud hostes erant, supra quattuor milia
capitum recepta. id solatii fuit pro amissis
eo proelio militibus. nam haudquaquam incruenta
victoria fuit: octo ferme milia Romanorum
sociorumque occisa. |
(1)
Von den Elefanten wurden mehr von den Führern
als von den Feinden getötet. Sie hatten
einen gewöhnlichen Meißel mit einem
Hammer; diesen pflegte der Führer, wenn
die Tiere anfingen zu wüten und gegen die
eigenen Leute zu rennen, zwischen den Ohren
einzusetzen, genau bei dem Gelenk, das den Nacken
mit dem Kopf verbindet, und mit einem sehr kräftigen
Schlag hineinzutreiben. (2) Dieses Verfahren
hatte man als das schnellste zum Tod eines so
massigen Tieres entwickelt, wenn man die Hoffnung,
es zu lenken, aufgeben musste; Hasdrubal hatte
es als erster eingeführt, ein ausgezeichneter
Feldherr, wie bei vielen anderen Gelegenheiten,
so vorzüglich in dieser Schlacht. (3) Die
Müden entflammte er, wenn sie aus Überdruss
und Erschöpfung auf nichts mehr hören
wollten, bald durch Bitten, bald durch Schelten;
die Fliehenden bewog er zum Umkehren und stellte
an einigen Stellen den aufgegebenen Kampf wieder
her. (4) Schließlich wollte er,
da das Glück sich unzweifelhaft für
die Feinde erklärte, ein so großes
Heer, das seinem Stern gefolgt war, nicht überleben,
sprengte mit verhängtem Zügel in eine
römische Kohorte und fiel dort im Kampf,
wie es seines Vaters Hamilkar und seines Bruders
Hannibal
würdig war.
(5) Niemals sind in diesem Krieg in einer einzigen
Schlacht so viele Feinde erschlagen worden,
und es schien durch den Untergang des Heeres
und des Feldherrn Vergeltung für die Niederlage
bei Cannae geübt zu sein. (6) 57000 Feinde
wurden getötet, 5400 gefangen und große
Beute aller Art wurde gewonnen, besonders auch
an Gold und Silber. (7) Von römischen Bürgern,
welche bei den Feinden gefangen waren, wurden
über 4000 befreit. Dies war ein Trost für
den Verlust an Soldaten in dieser Schlacht.
Denn der Sieg war keineswegs unblutig; ungefähr
8000 Bürger und Bundesgenossen wurden getötet.
(Üb. nach Gerlach) |
|
- Auch auf Hannibal
machte diese Niederlage am Metaurus so starken Eindruck,
dass er sich nach Bruttium zurückzog, ohne dass
ihm noch ein bedeutender Erfolg gegen die Römer
geglückt wäre: Die beiden Schlachten bei
Croton aus dem Jahr 204, von denen Hannibal
eine gewann und eine verlor, waren jedenfalls nicht
bedeutend.
|
Publius
Cornelius Scipio besucht mit hohem persönlichem
Risiko den Numider Syphax und erneuert mit ihm das
Bündnis, das sein Vater und Onkel bereits 213
angeknüpft hatten (Liv.27,3; Liv.28,17f.).
|
|
- Die Meteller setzen die Verbannung des Dichters
Naevius durch.
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- Die Karthager
müssen Spanien
ganz aufgeben; Spanien
wird römische Provinz (Liv.28,19-38; Polyb.11,25-33):
Nach der Eroberung von Astapa (Liv.28,22f.) unterwirft
Scipio
die Könige Mandonius und Indibilis, die seit
209 mit Scipio
verbündet waren, aber jetzt, nachdem der gemeinsame
Feind besiegt war, zu Recht um ihre Freiheit fürchteten
(Liv.28,24-34; Polyb.11,31-33). Auch noch im folgenden
Jahr muss Scipio
noch die Empörungen einiger spanischer
Völker niederschlagen (Liv.29,1-3).
- Mago zieht nach Norden, mit Norditalien als Ziel
ab.
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- Konsulat des
- dictator:
- Quintus Caecilius Metellus
- magister equitum:
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- Mago landet mit 30 Kriegsschiffen, 12000 Fußsoldaten
und 2000 Reitern in Ligurien, findet in den Ligurern
offene und in den Galliern
heimliche Bundsgenossen (Liv.29,5) und nimmt Genua
ein (Liv.28,46).
|
- Publius
Cornelius Scipio verfolgt als Konsul den Plan,
den Krieg sofort nach Afrika
hinüberzutragen. Das Volk ist begeistert, der
Senat, besonders
Fabius Cunctator, widerspricht. Scipio erhält
schließlich Sizilien
als Provinz und die Erlaubnis, seinen Plan umzusetzen.
Weil er finanziell schlecht ausgestattet wird, ist
er für die Schiffe auf Spendengelder, besonders
einzelner etruskischer
Städte, angewiesen (Liv.28,48f.). Er schickt
seinen Offizier Gaius Laelius voraus, um die Küste
Nordafrikas zu plündern (Liv.29,1-4). Er selbst
unternimmt noch einen Feldzug nach Locri, das er den
Puniern abnimmt.
|
- Hannibal
lässt am Lakinischen Vorgebirge im Tempel der
Hera eine Bronzetafel mit seinem Tatenbericht anbringen.
|
- Sonderfrieden auf den Wunsch Philipps
von Makedonien mit Rom unter folgenden Bedingungen
(Liv.29,12; App.Mac.2):
- ut Parthini et Dimallum et Bargullum et Eugenium
Romanorum essent,
- Atintania, si missis Romam legatis impetrasset,
ut Macedoniae accederet;
- μηδετέρους ἀδικεῖν τοὺς ἑκατέρωθεν φίλους.
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|
- Sextus Aelius Paetus verfasst einen Kommentar zu
dem Zwölftafelgesetz.
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Publius
Cornelius Scipio setzt mit zwei starken Legionen
auf 40 Kriegsschiffen und 400 Lastschiffen nach Afrikaüber
(Liv.29,24-27). Vor der Abfahrt hatte man aus Rom
noch eine Gesandtschaft in sein Lager geschickt, um
bestimmte Vorwürfe zu überprüfen, die
in einer Anklage gegen seinen Offizier Pleminius laut
geworden waren. Allerdings bekam die Gesandtschaft
einen sehr positiven Eindruck von seinem Lager (Liv.29,8f.;
Liv.28,16-22).
- Entgegen den früheren Bündnissen stand
jetzt Syphax auf Seiten der Karthager,
auf römischer Seite König Masinissa (Liv.28,35).
Dieser Wandel beruhte darauf, dass Hasdrubal Masinissa
gekränkt hatte, indem er die bereits mit ihm
verlobte Sophonisbe Syphax zur Frau gab (Liv.29,24;
App.Pun.10).
- Scipio
kämpfte nach seiner Landung in zwei Reitertreffen
mit Erfolg gegen die Karthager
und belagerte anschließend Utica, musste aber
die Belagerung vorzeitig aufgeben (Liv.29,28f.; Liv.29,34-36),
was die Zuversicht der Karthager
stärkte (Polyb.14,6,7). Scipio
geht ins Winterlager.
|
- Die Römer übernehmen 204 aus Praeneste
den Kult der "Fortuna
publica populi Romani Quiritium primigenia",
stiften ihr am 25. Mai einen Tempel auf dem Quirinal.
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- Der Dichter Quintus Ennius (239-168) kommt nach
Rom.
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- Auf Weisung der Sibyllinischen
Bücher wird der Kult der Magna Mater und des
Attis aus Phrygien eingeführt (Ludi Megalenses).
Tempel auf dem Palatin (nach 204).
- Stiftung dreier Fortuna-Tempel
auf dem Quirinal:
- 5.April der Fortuna
publica,
- 25. Mai der Fortuna
publica populi Romani Quiritium primigenia
- 13. Nov. der Fortuna
primigenia.
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- Konsulat des
- Gnaeus Servilius Caepio
- Gaius Servilius Geminus
- dictator:
- Publius Sulpicius Galba Maximus
- magister equitum:
- Marcus Servilius Pulex Geminus
|
- Scipio
überfällt in der Nacht bei Tunis die Heere
Hasdrubals und des Syphax und vernichtet sie.
Liv.30,6,1-9:
[1] relucentem flammam primo vigiles Carthaginiensium,
deinde excitati alii nocturno tumultu cum conspexissent,
ab eodem errore credere et ipsi sua sponte incendium
ortum; [2] et clamor inter caedem et volnera
sublatus an ex trepidatione nocturna esset,
confusis sensum veri adimebat. [3] igitur pro
se quisque inermes, ut quibus nihil hostile
suspectum esset, omnibus portis, qua cuique
proximum erat, ea modo quae restinguendo igni
forent portantes in agmen Romanum ruebant. [4]
quibus caesis omnibus praeterquam hostili odio
etiam ne quis nuntius refugeret, extemplo Scipio
neglectas ut in tali tumultu portas invadit;
[5] ignibusque in proxima tecta coniectis effusa
flamma primo velut sparsa pluribus locis reluxit,
dein per continua serpens uno repente omnia
incendio hausit. [6] ambusti homines iumentaque
foeda primum fuga, dein strage obruebant itinera
portarum. quos non oppresserat ignis ferro absumpti,
binaque castra clade una deleta. [7] duces tamen
ambo et ex tot milibus armatorum duo milia peditum
et quingenti equites semermes, magna pars saucii
adflatique incendio, effugerunt. [8] caesa aut
hausta flammis ad quadraginta milia hominum
sunt, capta supra quinque milia, multi Carthaginiensium
nobiles, undecim senatores; [9] signa militaria
centum septuaginta quattuor, equi Numidici supra
duo milia septingentos; elephanti sex capti,
octo ferro flammaque absumpti. magna vis armorum
capta; ea omnia imperator Volcano sacrata incendit.
|
(1)
Zuerst hatten die karthagischen Wachen, dann
andere, die durch den nächtlichen Lärm
aufgeweckt waren, die leuchtende Flamme gesehen,
und in dem selben Irrtum glaubten sie, das Feuer
sei von selbst ausgebrochen. (29 Und das Geschrei
nahm ihnen in ihrer Verwirrung die Ahnung der
Wahrheit, ob es unter dem Blutbad und den Wunden
oder infolge nächtlicher Verwirrung entstanden
war. (3) Daher stürzten alle, da sie gar
keine Feindseligkeiten mutmaßten, unbewaffnet
aus allen Toren, wie es jedem am nächsten
war, nahmen nur mit sich, was zum Löschen
des Feuers geeignet wäre, und rannten in
das römische Heer. (4) Alle wurden niedergehauen,
nicht nur aus feindlichem Hass, sondern auch
damit kein Bote entrinnen könnte; sogleich
greift Scipio
das bei einem solchen Lärmen nicht gehörig
besetzt Tor an und wirft Feuerbrände in
die nächsten Häuser. ; die sich ausbreitende
Flamme leuchtet erst wie vereinzelt an mehreren
Orten, danach durch die zusammenhängenden
Gebäude weiter getragen verschlang sie
plötzlich alles in einer allgemeinen Feuersbrunst.
(6) Die halbverbrannten Menschen und Zugtiere
hatten zuerst durch schimpfliche Flucht, hernach
durch die gefallenen Leichen die Torwege versperrt.
Die das Feuer nicht verzehrt hatte, fraß
das Schwert, und beide Lager wurden durch das
gleiche Unglück zerstört. (7) Doch
beide Feldherrn und von so vielen Tausenden
Bewaffneten entflohen zu einem großen
Teil verwundet und vom Feuer versengt 2000 Fußsoldaten
und 500 halbbewaffnete Reiter. (8) Niedergehauen
oder vom Feuer verzehrt wurden 40000 Menschen,
etwa 5000 gefangen, viele karthagische Adlige,
elf Senatoren; (9) 174 Feldzeichen wurden erobert,
über 2700 numidische Pferde, sechs Elefanten.;
acht kamen durch Feuer und Schwert um, und eine
große Menge Waffen wurde erbeutet; das
alles wurde von dem Feldherrn dem Vulcanus geweiht
und verbrannt. (Üb. nach Gerlach) |
- Die Karthager
berufen Mago (Liv.30,18f.), den die Römer zuvor
im Gebiet der Insubrer geschlagen hatten, ebenso wie
Hannibal
(Liv.30,19f.; App.Hann.57-61) aus Italien
zurück. Mago stirbt auf der Überfahrt an
den Wunden, die er in seiner letzten Schlacht erlitten
hatte, Hannibal
landete bei Leptis (Liv.30,35).
|
|
|
|

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- Konsulat des
- Marcus Servilius Pulex Geminus
- Tiberius Claudius Nero
- dictator:
- magister equitum:
|
Schlacht bei Zama (Naraggara) am 19.Okt. (Liv.30,29-35:
Polyb.15,1-16; App.Pun.33; App.Pun.36-48; Zonar.9,13f.)
Scipios
Sieg entscheidet den 2. Punischen Krieg. (Eutr.3,23)
Liv.30,29,1-3:
[1] iam Hadrumetum pervenerat Hannibal; unde,
ad reficiendum ex iactatione maritima militem
paucis diebus sumptis, excitus pavidis nuntiis
omnia circa Carthaginem obtineri armis adferentium
magnis itineribus Zamam contendit. [2] ‑ Zama
quinque dierum iter ab Carthagine abest. ‑
inde praemissi speculatores cum excepti ab custodibus
Romanis deducti ad Scipionem essent, traditos
eos tribuno militum, iussosque omisso metu visere
omnia, per castra qua vellent circumduci iussit;
[3] percontatusque satin per commodum omnia
explorassent, datis, qui prosequerentur retro
ad Hannibalem, dimisit. |
(1)
Schon war Hannibal
nach Adrumetum gekommen. Hier gönnte er
dem Kriegsvolk einige Tage Ruhe, damit sie sich
von den Beschwerden der Seefahrt erholen könnten;
hernach eilte er, aufgefordert von ängstlichen
Boten, die berichteten, dass die ganze Umgegend
von Karthago
von Bewaffneten besetzt sei, in Eilmärschen
nach Zama. (2) - Zama ist von Karthago
fünf Tagesmärsche entfernt. Von da
schickte er Kundschafter aus, die von den römischen
Wachen aufgefangen und zu Scipio
geführt wurden, der sie Kriegsobersten
bergab und sie überall im Lager, wo sie
wollten, herumzuführen befahl, um ohne
alle Furcht sich überall umzusehen; (3)
darauf fragte er sie, ob sie alles nach ihrer
Bequemlichkeit hinlänglich erforscht hätten,
gab ihnen ein Geleit und schickte sie zu Hannibal
zurück. |
|
Liv.30,35,3:
Carthaginiensium sociorumque caesa eo die
supra viginti milia: par ferme numerus captus
cum signis militaribus centum triginta duobus,
elephantis undecim: victores ad mille et quingenti
cecidere. […] [Liv.30,35,10…]
Hannibal cum Hadrumetum refugisset accitusque
inde Carthaginem sexto ac tricensimo post
anno, quam puer inde profectus erat redisset,
[11] fassus in curia est non proelio modo
se sed bello victum, nec spem salutis alibi
quam in pace impetranda esse. |
(3)
Von den Karthagern
und ihren Bundesgenossen fielen an diesem Tag
über zwanzigtausend; ungefähr die
gleiche Zahl wurde gefangen mit 130 Feldzeichen
und elf Elefanten. Von den Siegern fielen gegen
1500. […] (10) Hannibal
kehrte von der Flucht nach Adrumetun nach Karthago
geladen, sechsunddreißig Jahre, nachdem
er es als Knabe verlassen hatte zurück
und erklärte in der Ratsversammlung, er
habe nicht nur eine Schlacht verloren, sondern
er sei wirklich besiegt und es bestehe keine
Hoffnung auf Rettung, außer darin, den
Frieden zu erlangen. (Üb. nach Gerlach) |
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- Konsulat des
- Gnaeus Cornelius Lentulus
- Publius Aelius Paetus
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- Die Karthager
suchen um Frieden nach. Sie erhalten ihn unter folgenden
Bedingungen (Liv.30,37):
- Verzicht auf alle Besitzungen außerhalb
Afrikas,
- Stellung von Geiseln,
- Auslieferung der 500 Kriegsschiffe (bis auf
10) und aller Elefanten,
- Zahlung von 10000 Talenten Reparationskosten
in 50 Jahresraten,
- Verbot eigenständiger Kriegsführung.
- Friedensbedingungen:
Liv.30,37,1-6:
[1] postero die revocatis legatis et cum multa
castigatione perfidiae monitis, ut tot cladibus
edocti tandem deos et ius iurandum esse crederent,
condiciones pacis dictae, ut liberi legibus
suis viverent: [2] quas urbes quosque agros
quibusque finibus ante bellum tenuissent, tenerent,
populandique finem eo die Romanus faceret: [3]
perfugas fugitivosque et captivos omnes redderent
Romanis, et naves rostratas praeter decem triremes
traderent elephantosque, quos haberent domitos,
neque domarent alios: [4] bellum neve in Africa
neve extra Africam iniussu populi Romani gererent:
Masinissae res redderent foedusque cum eo facerent:
[5] frumentum stipendiumque auxiliis, donec
ab Roma legati redissent, praestarent: decem
milia talentum argenti discripta pensionibus
aequis in annos quinquaginta solverent:
[6] obsides centum arbitratu Scipionis darent,
ne minores quattuordecim annis neu triginta
maiores. indutias ita daturum, si per priores
indutias naves onerariae captae quaeque fuissent
in navibus restituerentur; aliter nec indutias
nec spem pacis ullam esse. |
(1)
Daher rief er am folgenden Tag die Gesandten
zurück und ermahnte sie mit scharfer Rüge
ihrer Treulosigkeit, sie sollten endlich, durch
so viele Niederlagen belehrt, an die Heiligkeit
des Eides und an die Götter glauben, und
eröffnete ihnen die Friedenbedingungen:
Sie sollten frei und nach ihren Gesetzen leben;
(2) die Städte und das Land, das sie vor
dem Krieg gehabt hätten, sollten sie innerhalb
der früheren Grenzen behalten, und die
Römer würden mit diesem Tag ihre Plünderungen
einstellen; (3) sie sollten den Römern
alle Überläufer, entlaufenen Sklaven
und Gefangenen zurückgeben und die Kriegsschiffe
mit Ausnahme von zehn Dreiruderern den Römern
ausliefern und alle gezähmten Elefanten,
die sie hätten, und keine neuen zähmen.
(4) Sie sollten weder in Afrika
noch außerhalb Afrikas
ohne Befehl des römischen Volkes Krieg
führen; sie sollten dem Masinissa sein
Eigentum zurückgeben und einen Vertrag
mit ihm schließen. (5) Sie sollten Getreide
und Sold für die Hilfsvölker liefern,
bis die Gesandten von Rom zurückgekommen
wären. Sie sollten 10000 Talente Silber
in gleichmäßigen Raten auf fünfzig
Jahre verteilt bezahlen. (6) Sie sollten hundert
Geiseln nach dem Gutdünken Scipios
stellen, weder jünger als vierzehn Jahre,
noch älter als dreißig. Den Waffenstillstand
werde er unter der Bedingung bewilligen, wenn
die während des früheren Waffenstillstandes
weggenommenen Lastschiffe und deren Ladung wieder
zurückerstattet wären. Sonst werde
weder Waffenstillstand sein noch irgend eine
Hoffnung auf Frieden. (Üb. nach Gerlach) |
- Die Karthager
haben als Großmacht ausgespielt. Sie erklären
sich mit der Gründung eines Numiderreiches unter
König Masinissa einverstanden.
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- Die Rhodier und Pergamenier
(Attalos I.), fühlen sich durch Philipp
V. von Makedonien und Antiochos III., die sich
das geschwächte Ptolemaierreich aufteilen wollten,
bedroht. Sie gehen ein Bündnis ein und wenden
sich zusätzlich mit der Bitte um Hilfe an Rom.
Rom zeigt sich nach Abschluss des 2. Punischen Krieges
interessiert.
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Die Scipionen
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Lucius
Cornelius
Scipio Barbatus [1]
(cos. 298) |
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Lucius
Cornelius
Scipio [2]
(cos. 259) |
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Gnaeus
Cornelius
Scipio Asina
[3]
( cos.260, 254) |
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Gnaeus
Cornelius
Scipio Calvus
[4]
(cos. 222, †211) |
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Publius
Cornelius Scipio [5]
(cos. 218, †211) | |
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Publius
Cornelius
Scipio Asina
[6]
(cos. 221) |
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Gnaeus
Cornelius Scipio Hispallus [7]
(cos. 176)
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Cornelius
Scipio Nasica
[8]
[Qu. Caecilius Scipio]
(cos.191) |
Cornelia |
Publius
Cornelius Scipio Africanus maior [9]
(cos. 205, 194) |
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Lucius
Cornelius
Scipio Asiaticus (Asiagenus)
(cos. 190)
[10] |
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Gnaeus
Cornelius Scipio Hispanus
[11]
(praet. 139) |
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Publius
Cornelius Scipio Nasica Corculum
[12]
(cos.162, 155) |
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Publius
Cornelius Scipio [13]
(aug. 180) |
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Lucius
Cornelius Scipio [14]
(Praet. 174) |
Cornelia
[15]
~ Tiberius Sempronius Gracchus
(cos.177, 163)
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Lucius
Cornelius Scipio
(quaest. 167) |
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178
adopt. |
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Gnaeus
Cornelius Scipio
(praet. ca. 109) |
Publius
Cornelius Scipio Nasica Serapio [16]
(cos.138) |
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Publius
Cornelius Scipio Aemilianus Africanus minor Numantinus
[17]
(cos. 147,134) |
Sempronia
[18] |
Tiberius
Gracchus
[19]
(trib. pleb. 133) |
Gaius
Gracchus [20]
(trib. pleb. 123) |
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Lucius
Cornelius Scipio |
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Cornelius Scipio
Asiagenus Cornatus |
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Publius
Cornelius Nasica Serapio [21]
(cos.111) |
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Sempronius
puer |
Sempronia

Decimus Iunius Brutus
(cos. 77) |
Lucius
Cornelius Scipio Asiaticus
(cos.83) |
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