|
|
| v.Chr. |
|
Kultur |
|
|
|
|
|
| |
| |
|
|
|
|
| |
Tiberius
(Kopf einer Sitzstatue)
(Vatikan, Museo Chiaramonti) |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
- Agrippa
Postumus wird sofort nach dem Regierungsantritt des
Tiberius
auf Planasia, wohin ihn Augustus
7 n.Chr. verbannt hatte, von
einem Centurio ermordet. Die allgemeine Annahme, dass die
Tat von Tiberius
und Livia
befohlen war, und Tiberius
seine Regierung mit einem Verbrechen eröffnet, ist
mehr als glaubhaft (Tac.ann.1,6).
- Zur ersten Senatssitzung lud Tiberius,
wie er vorgab, nur kraft seiner tribunizischen Gewalt ein
und nur, um über die Ehrungen des toten Augustus
zu beschließen.
- Sein Testament wurde verlesen,
- dann beschlossen, für den Leichenzug sollten
ein Triumphbogen
errichtet und Tafeln vorangetragen werden, auf denen
seine Gesetze und die besiegten Völker verzeichnet
seien.
- Den Antrag der Senatoren, den Leichnam des Augustus
auf ihren Schultern zum Scheiterhaufen zu tragen, lehnte
er als übertrieben ab: eine Bescheidenheit, die
zumindest Tacitus als anmaßend charakterisiert
(Tac.ann.1,8: arroganti moderatione)
- Die zweite Senatssitzung, in der es um
die Nachfolge des Augustus
ging, fand erst nach dem Begräbnis statt. Tiberius
hatte die Nachfolge zwar de facto bereits vollständig
übernommen, lehnte aber jetzt die Aufgabe pro forma
als zu schwer für einen Einzelnen ab. Die Senatoren
durchschauten das Spiel, spielten aber mit händeringenden
Bitten kräftig mit. Tiberius lässt sich zunächst
die Übernahme eines Teiles abringen. Die Posse geht
weiter, bis alle erschöpft aufhören: die Senatoren
zu bitten und Tiberius
sich zu weigern.
- Einige Senatoren, die das Verfahren der doppelten Verstellung
und Schmeichelei noch nicht beherrschten, zogen sich die
unversöhnliche Feindschaft des neuen Kaisers zu. Valerius
Messalla Messallinus schon in der ersten Sitzung, jetzt
Asinius
Gallus, Quintus
Haterius, Mamercus
Scaurus.
- Zu fürchten hatte Tiberius
den Anspruch des Germanicus,
der den größten Teil des Heeres hinter sich wusste.
- Tiberius
überträgt die Wahl der Beamten von der Volksversammlung
auf den Senat:
zunächst bei den zwölf Praetoren: Er persönlich
bestimmt vier Praetoren, die zu wählen sind, die restlichen
acht lässt er vom Senat
bestimmen. Die Konsulatswahl
wurde erst im nächsten Jahr geändert, weil die
Konsuln für 15 schon gewählt waren.
|
- Mit dem Regierungsantritt des Tiberius
meutern die drei römischen Legionen in Pannonien (zuerst
in Nauportus). Sie wehren sich besonders dagegen dass sie
mit der "Weinrebe" gezüchtigt und ihnen für
die Genehmigung von Urlaub Geld abgepresst wurde, weiter
gegen ungesetzliche Verlängerung der Dienstzeit (20
Jahre) und gegen zu niedrigen Sold (10 Asse). Man fühlte
sich hinter den Prätorianern zurückgesetzt (16
Jahre Dienstzeit, 32 Asse oder 2 Denare Sold) und wollte
wenigstens Gleichstellung. Die Unruhen greifen auf die Legionen
bei Köln über. Dort drängt man zusätzlich
Germanicus,
Tiberius
zu entthronen und selbst Kaiser zu werden. Germanicus
blieb loyal.
- Pannonien:
- Die drei Legionen in Pannonien zwingen Iunius
Blaesus, den Statthalter der Provinz,
seinen Sohn nach Rom zu schicken und zunächst
die Verkürzung der Dienstzeit auf 16
Jahre zu fordern.
- Die kurze Beruhigung wird durch eine Pionierabteilung
unterbrochen, die bei Nauportus (Laibach)
Brücken und Wege baute. Sie hatten ihre
Hauptleute misshandelt, in der Gegend geplündert
und unterwegs ihren Lagerkommandanten (praefectus
castrorum) gedemütigt. Strenge lässt
die Gewalt der Meuterer eskalieren. Zumindest
einen Vorgesetzten (mit dem vielsagenden Beinamen
"cedo alteram - "eine zweite <Weinrebe>
her!" töteten sie.
- Tiberius
schickte seinen Sohn Drusus
nach Pannonien. In seinem Gefolge Lucius
Aelius Seianus, der Kommandant der Prätorianer.
Doch seine Versprechungen nutzen nichts. Er
und sein Begleiter Gnaeus Lentulus wurden
sogar tätlich bedroht.
- Eine Mondfinsternis am 26. Sept. 14 half
aber, die abergläubischen Herzen zu beruhigen.
Die Legionäre besinnen sich auf das Götterzeichen
hin eines Besseren. Die Anführer des
Aufstandes werden bestraft, die Soldaten erhalten
einige Vergünstigungen.
- Legionen am Rhein:
- Der Aufstand am Rhein begann bei den vier
Legionen im Gebiet der Ubier, unter denen
die zuletzt von Augustus nach der Varusniederlage
ausgehobenen Legionen besonders anfällig
waren. Die vier Legionen in Obergermanien
blieben zunächst ruhig.
- Germanicus
war bei Beginn des Aufstandes in Gallien,
eilte aber auf die Nachricht hin sofort herbei.
|
- Germanicus
fordert von den Soldaten Wiedergutmachung durch ihren Einsatz
auf einem neuen Germanienfeldzug (14-16), der der letzte
erfolgversprechende Großangriff gegen die Germanen
werden sollte
- 14: Wegen des fortgeschrittenen Jahres nur noch
ein Streifzug gegen die zwischen Ruhr und Lippe
siedelnden Marser.
Mit 12 Tausend Mann aus den vier untergermanischen
Legionen überschreitet Germanicus
den Rhein zwischen Ruhr und Lippe durchzieht den
Caesichen Wald und anderes unwegsames Gebiet,
durchkämmt das Gebiet der Marser
in vier Abteilungen und macht alles nieder, auch
ein Heiligtum der Göttin Tamfana. Als er
den Rückzug antritt, hatten sich die Marser
mit den benachbarten Usipeten, Tubanten und Bructerern
bereits vereinigt und griffen die Römer in
einem Engpass an. Hier forderte Germanicus
von seinen Soldaten die Wiedergutmachung für
ihre Empörung: Sie treiben die Germanen aufs
offene Feld und machen sie nieder.
- 15: Zweigeteilter Angriff auf die Germanen:
|
|
- Einsetzung der "Augustales", eines Priesterkollegiums
für Augustus.
- Iulia, die Tochter des Augustus mit Scribonia, stirbt
in der Verbannung.
|
|
|
| |
| |
| |
- Zweigeteilter Angriff des Germanicus
auf die Germanen:
- Germanicus
zieht im Frühjahr mit vier Legionen von Mainz aus
über den Taunus in das Gebiet der Chatten.
Im Taunus stellt er ein Lager seines Vaters Drusus wieder
her, das die Chatten
nach der Niederlage des Varus zerstört hatten.
Am Unterlauf der Eder schlägt er die Chatten.
Unter den Überlebenden macht er Gefangene, der
Rest entkommt in die Wälder.
- Sein Legat Aulus
Caecina zieht mit ebenfalls vier Legionen von Vetera
aus gegen Marser
und Cherusker.
- Vor dem Hauptangriff auf die Cherusker
kam Germanicus
einem Hilfegesuch des Segestes
nach, des römertreuen Schwiegervaters und Gegenspielers
des Arminius,
und befreite ihn aus einer Belagerung durch Arminius.
Er siedelte Segestes
in Gallien
an; dorthin hatte er vorher schon Segestes'
römerfeindlichen Sohn Segimund geschickt. Viele
andere Familienangehörige nahm Germanicus
mit in Gefangenschaft, darunter Thusnelda,
Segestes'
Tochter und Gattin des Arminius.
Sie stand nach ihrer Gesinnung gegen ihren Vater auf
der Seite ihres Mannes. In der Gefangenschaft gebar
sie Arminius
bald ihren Sohn Thumelicus,
der in Ravenna erzogen wurde.
- Massierter Hauptangriff auf die Cherusker.
Arminius findet
mit seinem Aufruf, für die Freiheit gegen Segestes
und die Römer zu kämpfen, großen Zuspruch.
Auch sein Onkel Inguiomerus,
der Bruder seines Vaters, schloss sich ihm an.
- Germanicus
zog in drei Abteilungen, deren gemeinsamer Treffpunkt die
Mündung der Ems war:
- 4 Legionen nahmen unter Caecina
den direkten Weg nach Osten,
- die Reiterei sollte durch das Gebiet der Friesen an
der Küste entlang ziehen;
- die übrigen vier Legionen fuhren zu Schiff durch
den Drususkanal und die Zuydersee.
- Von hier ging eine erste Vorabteilung nach Süden
und schlug die Bructerer
in die Flucht, die sich gerade auf die Abwehr der Römer
vorbereiteten Bei dieser Gelegenheit fanden die Römer
wieder einen der drei Legionsadler, die bei der Niederlage
des Varus verloren gegangen waren.
- Germanicus
folgte mit dem Restheer und verwüstete das gesamte
Land zwischen Lippe und Ruhr. Er suchte bei dieser Gelegenheit
den Platz der Varusniederlage auf.
- Germanicus
fand beide Lager. Durch die Überreste an
Gebeinen und Waffen und durch die Berichte der
wenigen Überlebenden, die jetzt wieder dabei
waren, konnte man den Ablauf des Geschehens anschaulich
rekonstruieren.
- Germanicus
ließ die Gebeine bestatten und einen Ehrenaltar
errichten.
|
- Als Germanicus
in einem sumpfigen Waldgelände auf Arminius
trifft, lässt er seine Reiterei sofort angreifen. Die
Germanen fliehen zunächst bis zu einem Wald, in dem
Verstärkung versteckt war. Dort machen die Flüchtenden
kehrt und schlagen so verstärkt die römische Reiterei
und die Bundesgenossen, die Germanicus
zu Hilfe schickt. Erst die Legionen können die römische
Flucht stoppen, ohne allerdings einen Sieg zu erringen.
- Germanicus
tritt für dieses Jahr den Rückzug an, der von
der Ems aus wieder in der selben Dreiteilung erfolgte wie
der Hinmarsch.
- Caecina
kam auf dem Landweg in Not, weil die von Lucius
Domitius Ahenobarbus angelegten "pontes
longi" nicht mehr begehbar waren und zugleich
die leicht bewaffneten Germanen mit ihren Wurfspießen
die schwer bepackten Römer von den Höhen
herab angriffen. Nur wegen der Beutegier der Germanen
gelang es den Römern sich unter schweren
Verlusten auf einen freien Platz zu retten und
dort ein Lager aufzuschlagen.
- Gegen den Rat des Arminius,
diese Guerillataktik fortzusetzen, ließen
sich die Germanen auf einen Sturm auf das
Lager ein. Dabei ziehen sie sich selbst so
hohe Verluste zu, dass Caecina
weiterhin unbehelligt sich an den Rhein durchschlagen
konnte.
- Dorthin waren zuvor schon die wildesten
Gerüchte vom Untergang des Caecina
und dem befürchteten Ansturm der Germanen
gegen den Rhein gedrungen, dass einige sogar
die Rheinbrücke abreißen wollten.
Dies verhinderte Agrippina,
die Gattin des Germanicus,
die auch sonst tatkräftig half und den
Mut der Römer stärkte.
- Germanicus
selbst hatte ebenfalls Verluste zu beklagen, weil
zwei Legionen, die er zur Entlastung der Schiffe
in der Nähe der Flotte an der Küste
entlang marschieren ließ, von einer Sturmflut
überrascht wurden und sich nur mühsam
und ohne Gepäck an Land retten konnten. Erst
nach einer traurigen Nacht wurden sie am nächsten
Tag von der Flotte wieder aufgenommen.
- Trotz allem bereitet Germanicus
sofort nach seiner Rückkehr für
das nächste Jahr einen neuen Zug vor.
Er ließ dafür mindestens 1000 Schiffe
bauen, um im nächsten Jahr das gesamte
Heer auf Schiffen zu befördern.
- Ende 15 wurden drei Legaten des Germanicus,
Caecina,
Apronius
und Silius
die ornamenta
triumphalia zugesprochen.
|
|
- Zur Konsulatswahl
machte Tiberius
keine namentlichen Vorschläge, die Senatoren mussten
aus seinen Andeutungen erraten, wessen Wahl er wünschte.
Die Einbeziehung der Volksversammlung in die Wahlen beschränkte
sich auf die "renuntiatio", die Bekanntgabe der
neuen Konsuln.
- Scheinbare Gesten der Bescheidenheit:
- Tiberius
lehnte mehrfach den ihm vom Senat
angebotenen Titel "pater patriae" ab.
- Ebenfalls lehnte er einen Treueeid des Senats
zu Beginn jeden Jahres ab.
- Er ließ die Senatoren bei Beratungen scheinbar
freimütig ihre Meinung äußern.
- Er lehnte die Annahme von Erbschaften ab, die häufig
(aus Schmeichelei) auf den Kaiser lauteten.
- Tiberius
gab aus eigenem Vermögen großzügige Geldspenden,
wobei er die Bittsteller allerdings häufig bloßstellte
und demütigte,
- um schuldlose verarmte Senatoren zu stützen und
ihnen die Ausübung ihrer Aufgaben zu ermöglichen,
- um notleidende Heiligtümer instand zu setzen,
- 17 n.Chr.: Erbebenhilfe für
17 kleinasiatische Städte.
|
|
|
| |
- Konsulat des
- Sisenna Statilius Taurus
- Lucius Scribonius Libo
- cos. suff.
|
- Schon Anfang 16 hatte Germanicus
erfahren, dass Tiberius
ihn aus Germanien abberufen wollte
- Bis zum Hauptzug unternimmt Germanicus
kleinere Streifzüge ohne größere Erfolge::
- Silius
fällt in das Gebiet der Chatten
ein,
- Er selbst entsetzt ein von den Marsern
an der Lippe belagertes Lager, verwüstete das Land
und besserte die Straßenverbindung zur Festung
Alsio aus.
- Nach Fertigstellung der Flotte wird das gesamte Heer ohne
Verluste an die Emsmündung gebracht. Man überquert
sie über eine neu gebaute Brücke und zieht in
Richtung Weser, um über sie hinaus bis an die Elbe
vorzustoßen. Trotz zweier Siege gelingt es nicht,
die Unterwerfung Germaniens zu vollenden.
- Arminius
und seine Germanen erwarteten die Römer auf
einer kleinen Ebene auf der rechten Seite der
Weser bei Idistaviso. Nur der
Fluss war zwischen beiden. Arminius
forderte ein Gespräch mit seinem Bruder Flavus,
der im römischen Heer diente. Es kam zu einer
heftigen Aussprache zwischen beiden Brüdern
, in der jeder seinen Standpunkt rechtfertigte.
Fast hätte die Begegnung tätlich geendet.
- Am folgenden Tag überschreitet Germanicus
den Fluss, nachdem er seine Soldaten in einer
Rede ermutigt hatte. Auch Arminius
hält eine Rede. Die Germanen schlagen los,
werden aber von den Römern an allen Punkten
geschlagen. Arminius
und Inguiomerus
können sich nur mit Mühe durch Flucht
retten.
- Das Morden ging bis zum Einbruch der Nacht.
Die Römer errichteten eine Waffentrophäe
und riefen Tiberius,
unter dessen Auspicien die Schlacht stand, zum
Imperator aus.
- Durch diese Trophäe werden die Germanen,
die sich zunächst hinter die Elbe zurückziehen
wollten, zum äußersten Widerstand gereizt.
Es kommt zu einer weiteren Schlacht zwischen dem
Steinhuder Meer und der Weser, in der die Römer
die Oberhand behalten.
- Germanicus
errichtet aus den feindlichen Waffen einen hohen
Altar zur "Erinnerung an den Sieg über
die Völker zwischen Rhein und Elbe"
und tritt wegen der Jahreszeit (adulta aestate,
Tac.ann.2,23) den Rückzug an.
- Die Flotte gerät wieder in einen schrecklichen
Sturm, der einige Schiffe bis nach Britannien
verschlägt. Das Gepäck wirft man über
Bord. Germanicus
sei aus Schuldgefühlen nahe daran gewesen,
sich ins Meer zu stürzen.
- Nachdem sich die Überlebenden wieder am
Rhein versammelt hatten, unternahm Germanicus
aber sofort wieder Züge gegen Chatten
und Marser,
um deren neu gewonnenen Mut wieder zu dämpfen.
Bei den Marsern
brachte Germanicus
auch den zweiten der drei von Varus verlorenen
Legionsadler wieder in seine Hand.
|
- Mit diesen Unternehmungen waren die Versuche der Römer,
Germanien jenseits des Rheins auf Dauer zu erobern, abgeschlossen.
Man beschränkte sich auf die Verteidigung der Rheingrenze,
Germanicus
wurde von Tiberius
zurückbeordert und im Jahr 17 nach Syrien
geschickt; wie Germanicus
selbst und Agrippina
meinten, aus bloßem Neid, weil ihres Erachtens ein
einziger weiterer Zug genügt hätte, um die Unterwerfung
Germaniens abzuschließen.
|
- Beginn der Anklagen wegen Hochverrats durch die so genannten
Delatoren. Diese hatten in der Republik
im Interesse der Öffentlichkeit in Fällen wie
Verrat und Aufruhr die Rolle eines Anklägers übernommen.
Jetzt beschränkten sich solche Delatoren auf kränkende
Äußerungen gegen den Kaiser (maiestatis), um
ihm unliebsame Leute vom Hals zu schaffen und sich so bei
ihm einzuschmeicheln. (Tac.ann.1,74)
- Bereits unter Augustus hatte es in den letzten
Jahren einige Maiestätsklagen (gegen allzu
vorlaute Dichter) gegeben;
- 15: Auf die Anfrage des Praetors Pompeius Macer,
ob Maiestätsklagen zugelassen werden sollten,
antwortet Tiberius,
die bestehenden Gesetze seien einzuhalten. Damit
war das Verfahren institutionalisiert.
- 15 wurden nur drei zunächst
wenig bedeutsame Verfahren durchgeführt,
die mit Freispruch endeten:
- gegen den Ritter
Falanius, weil er einen schlecht beleumundeten
Schauspieler zum Augustuskult zugelassen habe;
- gegen den Ritter
Rubrius, weil er beim Namen des Augustus einen
Meineid geleistet habe;
- und gegen Granius Marcellus, den Statthalter
von Bithynien,
weil er die Kaiserstatuen herabgewürdigt
und beleidigende Reden über Tiberius
geführt habe. Delator war Hispo Romanus
im Auftrag des Crispinus Caepio, des Quaestors
des Angeklagten. Der Angeklagte kam durch
eine raffinierte Argumetation des Senators
Gnaeus
Piso frei.
- 16 brachte der Senator Firmius
Catus einen vornehmen jungen Mann namens Marcus
Drusus Libo erst auf die schiefe Bahn, dann zeigte
er ihn beim Kaiser an. Als Libo keine Chance mehr
sieht, bringt er sich um; das Verfahren wird trotzdem
bis zur Verurteilung fortgesetzt. Libos Vermögen
wurde unter den Anklägern aufgeteilt.
|
- Ein Sklave mit Namen Clemens gab sich auf Grund einer
gewissen Ähnlichkeit als Agrippa Postumus aus und sammelte
eine beträchtliche Zahl Anhänger um sich. Tiberius
ließ den Sallustius Crispus (einen Enkel der Schwester
des bekannten Historikers) zwei Klienten unter den Anhängern
einschleusen und den falschen Agrippa Postumus ins Pallatium
bringen, wo er ermordet wurde.
|
|
|
| |
- Konsulat des
- Lucius Pomponius Flaccus
- Gaius Caelius Rufus (Gaius Caecilius Nepos?)
- cos. suff.
|
- 26.Mai 17: Germanicus
feiert einen glänzenden Triumph
wegen seiner Erfolge in Germanien. Dem Wagen des Triumphators
folgt ein Wagen mit seinen fünf Kindern.
|
- 17 Kleinasiatische Städte werden durch ein schweres
Erdbeben zerstört. Tiberius
hilf durch Steuererlass und eine großzügige Geldspende.
|
- Noch im Jahr 17 wird Germanicus
in den Osten geschickt, um die dort anstehenden Aufgaben
zu lösen:
- Einige Vasallenkönige waren im Osten ums
Leben gekommen: In Commagene und einem kleinen
kilikischen Reich durch natürlichen Tod,
Archelaus, der König von Cappadocien war
wegen einer Kränkung des Tiberius,
die 20 Jahre zurücklag, in Rom in den Tod
getrieben worden.
- Syrien
und Judäa beklagten sich über zu hohe
Abgaben.
- In Parthien
war König Vonones,
einer der vier Söhne des Phraates
IV. , den die Parther
5 n.Chr. von Augustus zurückerbeten hatten,
von dem Parther
Artabanus
III. 11 n.Chr. entmachtet, aber von den Armeniern,
wo der Thron verwaist war, als König aufgenommen
worden.
- Weil der griechische Statthalter Silanus
Creticus einen Krieg zwischen Vonones
und Artabanus
befürchtete, lockte er Vonones
nach Syrien
und hielt ihn dort fest. Nun drohte Armenien
ganz in die Abhängigkeit der Parther
zu geraten.
|
- Tiberius
ersetzte ersetzte den syrischen Statthalter Silanus Creticus
durch Gnaeus
Calpurnius Piso, von dem bekannt war, dass er Germanicus
gegenüber feindselig eingestellt war.
- Tiberius
ließ Germanicus
vom Senat außerordentliche
Vollmachten für den Osten übertragen.
|
- Nach der Abberufung des Germanicus
Auseinandersetzung zwischen dem Cherusker
Arminius und
dem Markomannen
Maroboduus.
- Auch Arminius
kann sich wegen des Verdachts, er strebe nach der Alleinherrschaft,
nicht länger halten. Es kommt zu einem Krieg mit bisher
verbündeten Völkern, in dessen Verlauf er von
seinen eigenen Verwandten getötet wird.
|
| |
|
|
| |
| |
- Reise des Germanicus
und des Gnaeus
Calpurnius Piso, in den Osten:
- Die Reise führte Germanicus
über Dalmatien, wo er seinen Vetter und Adoptivbruder
Drusus
besuchte, und durch stürmische See für
einige Tage nach Nicopolis (Actium).
- Weiter nach Athen, wo er Huldigungen der Bevölkerung
erfuhr, und von dort zu den berühmten Städten
der Propontis, des Bosporus,
des Pontos
Euxinos und der kleinasiatischen Westküste.
- Gnaeus
Calpurnius Piso, der später aus Rom abgefahren
war, holte Germanicus
auf Rhodos ein, nachdem er den Athenern wegen
der Huldigungen für Germanicus
eine Standpauke gehalten hatte.
- Piso
beeilte sich, vor Germanicus
in Syrien
anzukommen und das Heer für sich einzunehmen.
- Germanicus
begibt sich zunächst nach Armenien, um dort
die Verhältnisse zu regeln:
- In Armenien schafft er Ruhe, indem er den
von der Bevölkerung gewünschten
Zeno
Artaxias als König einsetzt;
- auch der Parther
Artabanus
III. fügt sich und schließt
Frieden.
- Germanicus
kehrt nach Syrien
zurück und trifft sich mit Piso
in Cyrrus. Es kommt zu Vorwürfen und offener
Feindseligkeit. Eine gemeinsame Einladung bei
dem König der Nabatäer führt zwischen
beiden zum Eklat, als Piso
es nicht hinnehmen will, dass Germanicus
mit einem goldenen Kranz geehrt wird.
|
|
|
|
| |
- Konsulat des
- Marcus Iuius Silanus Torquatus
- Lucius Norbanus Balbus (erstes Jahresdrittel)
- cos. suff.
|
- Germanicus
besucht eher aus wissenschaftlicher Neugier Ägypten
und bereist es in griechischer Kleidung ohne militärischen
Schutz. Tiberius
verübelte ihm dies, weil Augustus solche Reisen von
seiner ausdrücklichen Genehmigung abhängig gemacht
hatte.
|
- Germanicus
kehrt nach Syrien
zurück. Piso
hatte seine Abwesenheit genutzt, um alle seine Anordnungen
rückgängig zu machen.
- Es kommt wieder zum Streit, Piso
reist aus Antiochia ab, wartet aber in Seleucia,
als er erfährt, dass Germanicus
ernsthaft erkrankt ist.
- Da Germanicus
und Agrippina
von einem Giftanschlag des Piso
ausgeht, kündigt er ihm brieflich die Freundschaft
und fordert ihn auf, die Provinz zu verlassen.
- Germanicus
stirbt und Piso
kehrt nach Syrien
zurück.
|
|
- Der Gotone Catualda
erobert Hauptstadt und Burg des Maroboduus
und damit sein gesamtes Reich.
| Tac.ann.2,62:
Dum ea aestas Germanico pluris per provincias transigitur,
haud leve decus Drusus quaesivit inliciens Germanos
ad discordias utque fracto iam Maroboduo usque in
exitium insisteretur. erat inter Gotones nobilis iuvenis
nomine Catualda, profugus olim vi Marobodui et tunc
dubiis rebus eius ultionem ausus. is valida manu finis
Marcomanorum ingreditur corruptisque primoribus ad
societatem inrumpit regiam castellumque iuxta situm.
veteres illic Sueborum praedae et nostris e provinciis
lixae ac negotiatores reperti, quos ius commercii,
dein cupido augendi pecuniam, postremo oblivio patriae
suis quemque ab sedibus hostilem in agrum transtulerat.
|
Während Germanicus
in diesem Sommer mehrere Provinzen d.urchwanderte,
erwarb sich Drusus
nicht geringen Ruhm, indem er die Germanen verführte,
sich gegenseitig zu befehden und namentlich dem schon
geschwächten Maroboduus
bis zu seiner Vernichtung zuzusetzen. Unter den Gotonen
war ein junge Mann von hoher Abkunft namens Catualda,
der, vormals durch des Maroboduus
Gewalt vertreiben, jetzt bei dessen misslicher Lage
Rache an ihm zu nehmen wagte. Dieser fiel jetzt mit
kräftiger Heerschar in das Land der Markomannen
ein und erstürmte, - die Vornehmen hatte er schon
vorher durch Bestechung zum Beitritt gebracht -, die
königliche Residenz und das daneben liegende
Kastell. Hier fand sich die Siegesbeute der Sueben
von alten Zeiten herund aus unseren Provinzen Marketender
und Handelsleute, die der freigegebene
Handel aus ihren Wohnsitzen herübergeführt
hatte, und dann die Begierde, ihr Vermögen zu
vermehren, zuletzt eine völlige Vergessenheit
ihres Vaterlandes im Feindesland festhielt. (Üb.
nach G.F.Strodtbeck) |
|
|
- Auch Arminius
kann sich wegen des Verdachts, er strebe nach der Alleinherrschaft,
nicht länger an der Macht halten. Es kommt zu einem
Krieg mit bisher verbündeten Volksstämmen, in
dessen Verlauf er von seinen eigenen Verwandten getötet
wird.
| Tac.ann.2,88:
Reperio apud scriptores senatoresque eorundem temporum
Adgandestrii principis Chattorum lectas in senatu
litteras, quibus mortem Arminii promittebat, si patrandae
neci venenum mitteretur, responsumque esse non fraude
neque occultis, sed palam et armatum populum Romanum
hostis suos ulcisci. Qua gloria aequabat se Tiberius
priscis imperatoribus, qui venenum in Pyrrum regem
vetuerant prodiderantque. Ceterum Arminius abscedentibus
Romanis et pulso Maroboduo regnum adfectans libertatem
popularium adversam habuit, petitusque armis cum varia
fortuna certaret, dolo propinquorum cecidit: liberator
haud dubie Germaniae et qui non primordia populi Romani,
sicut alii reges ducesque, sed florentissimum imperium
lacessierit, proeliis ambiguus, bello non victus.
Septem et triginta annos vitae, duodecim potentiae
explevit, caniturque adhuc barbaras apud gentis, Graecorum
annalibus ignotus, qui sua tantum mirantur, Romanis
haud perinde celebris, dum vetera extollimus recentium
incuriosi. |
Ich finde bei Geschichtsschreibern dieser
Zeit, die Senatoren waren, im Senat
sei ein Schreiben des Chattenfürsten
Adgandestrius
verlesen worden, in dem er den Tod des Arminius
versprach, wenn ihm, um diesen herbeizuführen,
Gift geschickt werde, und ihm sei geantwortet worden,
das römische Volk räche sich an seinen Feinden
nicht durch List und heimliche Mittel, sondern offen
und mit dem Schwert in der Hand. Mit diesen stolzen
Worten stellte sich Tiberius
den alten Feldherrn an die Seite, die Gift gegen König
Pyrrhus
von der Hand wiesen und ihm Anzeige davon machten.
Was übrigens Arminius
betrifft, so fand dieser, als er nach dem Abzug der
Römer und der Vertreibung des Maroboduus
nach der Königsgewalt strebte, in dem Freiheitssinn
seiner Landsleute Widerstand, wurde mit Waffengewalt
angegriffen, kämpfte mit wechselndem Glück
und fiel durch Verrat seiner Verwandten, - er, unzweifelhaft
der Befreier Germaniens, der nicht wie andere Könige
und Heerführer die Kindheit der Römerwelt,
sondern die Kraftfülle ihrer Herrschaft anfocht,
in Schlachten wechselnden Glücks, im Krieg unbesiegt.
Siebenunddreißig Jahre des Lebens, zwölf
der Macht hat er erfüllt und wird noch immer
bei diesen barbarischen Völkern besungen, nicht
genannt in den Jahrbüchern der Griechen, die
nur das Ihrige bewundern, auch unter den Römern
nicht nach Verdienst berühmt, indem wir das Alte
wohl preisen, das Neuere aber mit gleichgültigem
Auge ansehen. (Üb. nach G.F.Strodtbeck) |
|
- Agrippina
reist mit ihren zwei Kindern, die sie dabei hatte, und Vitellius,
Veranius
und Servaeus,
den Freunden ihres Mannes, die an seinem Sterbebett geschworen
hatten, Piso
anzuklagen nach Rom. Sie bringt die Aschenurne des Germanicus
mit.
- Sie wurde in Brundisium
unter großer Anteilnahme der Bevölkerung
begrüßt.
- Die Aschenurne des Germanicus
wird von Militärtribunen und Hauptleuten
nach Rom überführt und dort im Mausoleum
des Augustus beigesetzt.
- Im Gegensatz zu Senat
und Volk hielten sich Tiberius
und Augusta
im Ausdruck ihrer Trauer zurück.
|
- Piso
selbst erhielt die Nachricht vom Tod des Germanicus
bei der Insel Kos. Er entschloss sich, (mit seiner Frau
Munatia Plancina)
nach Syrien
zurückzufahren und gegen Gnaeus
Sentius, dem die Freunde des Germanicus
die Statthalterschaft übertragen hatten, anzutreten.
Er schickt zwar Domitius Celer voraus um die Stadt Laodicea
als Brückenkopf einzunehmen, doch kann er sich militärisch
nicht gegen Gnaeus
Sentius durchsetzen und tritt, wenn auch zögerlich,
endgültig die Rückreise an.
- Bei einem Zwischenhalt in Illyricum
wird er von Drusus
nur mit großer Zurückhaltung empfangen.
|
- Er landet in Ancona und begibt sich auf dem
Landweg nach Rom, wobei er teilweise von einer
zufällig angetroffenen Legion begleitet wird,
die er für seine Zwecke einzuspannen versucht.
- Den letzten Teil fuhr er den Tiber
hinauf und stieg in der Nähe des Mausoleums
aus, was als Affront gegen Germanicus
zu verstehen war.
- Ebenso, dass er zu Hause seine Rückkehr
mit Freudenfesten feierte.
|
|
- Lucius
Fulcinius Trio verlangte schon am nächsten Tag
im Senat eine
Untersuchung gegen Piso,
um die Freunde des Germanicus
aus dem Verfahren zu drängen, was ihm allerdings nicht
gelang: er musste sich mit einer Nebenrolle begnügen.
- Die Anklage wegen Giftmordes konnte nicht zum
Erfolg geführt werden, weil die Kronzeugin,
die Giftmischerin Martina, auf ihrem Heinmweg
in Brundisium
überraschend ums Leben kam.
- Die anderen Anklagepunkte (Anfeindungen gegen
Germanicus;
Versuch, die Legion zu verführen, bewaffneter
Angriff auf die Provinz Syrien)
waren so zwingend, dass sich Piso
das Leben nahm.
- Sein Name wurde aus den Fasten getilgt;
- der Sohn, der ihn nach Syrien
begleitet hatte wurde auf 10 Jahre verbannt,
- ein anderer, mit ihm namensgleicher Sohn
musste ein neues praenomen annehmen.
- Plancina
wurde auf Fürsprache der Livia
Augusta freigesprochen.
- Es gab auch Gerüchte, Piso
habe Tiberius
durch Briefe als Auftraggeber entlarven wollen
und sei deswegen von Seianus
ermordet worden.
|
- Wegen einer Teuerung hilft Tiberius
der Bevölkerung großzügig. Den dafür
angebotenen Titel "pater patriae" lehnt er ernuet
ab.
|
|
|
| |
| |
- Tacfarinas
nimmt seine Einfälle in die Provinc Africa wieder auf
und führt sie bis zu seinem Tod im Jahr 24
weiter.
|
- Aemilia Lepida wird wegen Ehebruch, Giftmischerei und
Maiestätsbeleidigung verklagt und verbannt.
|
|
|
| |
- Konsulat des
- cos. suff.
- Mamercus Aemilius Scaurus
- Gnaeus Tremellius
|
- Aufstand der Thraker, die mit großer Härte
zur Hälfte von König Rhoemetalces, zur anderen
Hälfte von dem römischen Vormund zweier unmündiger
Kinder regiert wurden. Der Aufstand wurde zwar rasch und
blutig niedergeschlagen, wiederholt sich aber im Jahr 26.
|
- Der Belger Iulius
Florus und der Haeduer Iulius
Sacrovir stiften die Gallier
zu einem erfolgversprechenden Aufstand an.
- Er scheitert, weil einige Stämme, besonders
die Treverer, zu früh losschlagen und so
getrennt niedergerungen werden können. Florus
begeht Selbstmord
- Sacrovir
gibt nicht auf und bringt die Häduerstadt
Augustodunum (Autun) in seine Gewalt. In seinem
40 Tausend Mann starken Heer sind besonders die
ganz in Eisen gekleideten Gladiatoren (Cruppellarier)
bemerkenswert.
- Gaius
Silius, der Statthalter der Germania superior
schlägt sie mit 2 Legionen. Auch Sacrovir
tötet sich.
|
|
- Weitere Prozesse, in denen regelmäßig zusätzlich
der Vorwurf der Maiestätsbeleidigung erhoben wird (Tac.ann.3,38:
addito maiestatis crimine, quod tum omnium accusationum
complementum erat.).
- Prozess gegen den Dichter Lutorius Priscus, der im voraus
ein Gedicht auf den Tod des Drusus
geschrieben und in einem literarischen Zirkel vorgetragen
hatte: Er wird dafür zum Tode verurteilt und hingerichtet.
|
|
- 21-23: Castra Praetoria (Viminalis)
|
|
| |
| |
- Tacfarinas
bietet Kaiser Tiberius
durch eine Gesandtschaft offiziell Friedensverhandlungen
an.
|
- Gaius
Silanus, der ehemalige Statthalter der Provinz Asia
wird wegen Erpressung und Maiestätsbeleidigung verurteilt.
- Tiberius weist eine Anklage gegen den Ritter
Lucius Ennius zurück. Er war von Fonteius Capito angeklagt
worden, er habe eine Silberstatue des Kaisers zu Gebrauchsgerät
umschmelzen lassen.
- Einschränkung des Asylrechts vieler asiatischer Städte,
weil es vielfach missbraucht worden war.
- Tiberius verleiht seinem Sohn Drusus
die tribunizische Gewalt und bestimmt ihn dadurch zu seinem
Mitregenten und Nachfolger.
|
|
|
| |
- Konsulat des
- cos. suff.
- Gaius Stertinius Maximus (für Antistius)
|
- Beginn des beherrschenden Einflusses des Lucius
Aelius Seianus als Praefectus praetorio. Dadurch dass
die Praetorianer in einem Lager zusammengezogen werden,
wächst ihre Schlagkraft.
- Seianus genießt das vorbehaltlose Vertrauen
des Tiberius;
Stationen seiner Karriere:
- 20: Er betreibt die Einheirat seiner Tochter
in das Kaiserhaus;
- 22: seine Statue wird im Pompeius-Theater
aufgestellt;
- 23: Zusammenführung der Prätorianer
in einer eigenen Kaserne im NO der Stadt;
- Vergiftung des Drusus,
des einzigen Sohnes des Tiberius.
- er intrigiert bei Tiberius
wegen ihrer angeblichen Herrschsucht gegen
Agrippina
und ihre Söhne;
- 30: Seine Karriere strebt
ihrem Höhepunkt zu
- 31: Übertragung des
Konsulats (als sein Sturz bereits beschlossen
ist).
|
- Noch vor der Bestattung seines Sohnes hält Tiberius
im Senat eine
lange Rede, zu der er Nero
und Drusus,
die beiden ältesten Söhne des Germanicus,
holen lässt und dem Senat
die Fürsorge für die Kinder des Germanicus
ans Herz legt. Dazu kokettiert er wieder mit seinem Rücktritt.
|
- Die Städte Cibyra in Phrygien und Aegium (Aigion)
in Achaia
erhalten wegen Erdbebenschäden für drei Jahre
einen Steuererlass.
|
|
|
| |
- Konsulat des
- Servius Cornelius Cethegus
- Lucius Visellius Varro
- cos. suff.
- Gaius Calpurnius Aviola
- Publius Cornelius Lentulus Scipio
|
| |
- Als die Priester auch Nero
und Drusus
in ihre Fürbitten aufnahmen, nutzte Seianus
die Missstimmung des Tiberius
und redete ihm ein, Agrippina
habe eine große Opposition gegen ihn um sich geschart.
- Es kommt zu einer Reihe von Prozessen:
- Seianus
klagt Gaius
Silius, den Statthalter von Obergermanien
an, er habe den gallischen Aufstand 21
absichtlich gefährlich anwachsen lassen,
um sich größere Verdienste zu erwerben.
Der eigentliche Grund war die Verbundenheit des
Silius
mit Agrippinas
Familie. Silius
tötete sich selbst, seine Gattin Sosia wurde
verbannt. Ihr Vermögen wurde zugunsten des
Tiberius
eingezogen.
- Anklage gegen Lucius
Piso, der sich das Missfallen des Tiberius
zugezogen hatte. Einer Verurteilung entging er
durch seinen rechtzeitigen Tod.
- Gaius
Vibius Serenus hatte sich als Statthalter
von Spanien
Erpressungen zu Schulden kommen lassen und war
deshalb 23 nach Amorgos verbannt worden.. Sein
gleichnamiger Sohn klagt ihn jetzt an, er habe
den Aufstand in Gallien
angezettelt. Vibius
Serenus wird aus Amorgos zurückgeholt
und in Ketten vor den Senat
gestellt. Obwohl der Sohn die Beweise nicht liefern
konnte, wurde sein Vater auf Einrede des Tiberius
hin verurteilt, aber nicht hingerichtet, sondern
nach Amorgos zurückgebracht.
- Publius
Suillius Rufus, ein früherer Quästor
des Germanicus,
der schon früher wegen Bestechung verurteilt
worden war, wird härter bestraft und auf
eine Insel deportiert.
- Der Praetor Marcus
Plautius Silvanus hatte seine Frau Apronia
aus dem Fenster gestürzt. Tiberius
überzeugte sich persönlich am Tatort
von seiner Schuld. Plautius
nahm sich das Leben.
- Der Ritter
Gaius
Cominius wurde beschuldigt, eine Schmähgedicht
auf den Kaiser verfasst zu haben. Auf Bitten seines
Bruders begnadigte ihn Tiberius.
(Tac.ann.4,31).
|
|
|
|
| |
- Konsulat des
- cos. suff.
- Gaius Petronius Umbrinus (für Lentulus)
|
- Anklage gegen Cremutius
Cordus, der in seinem Geschichtswerk die Caesarmörder
Marcus
Brutus und Gaius
Cassius gelobt hatte.
| Tac.ann.4,34f.:
Cornelio Cosso, Asinio Agrippa consulibus Cremutius
Cordus postulatur novo ac tunc primum audito crimine,
quod editis annalibus laudatoque M. Bruto C. Cassium
Romanorum ultimum dixisset. accusabant Satrius Secundus
et Pinarius Natta, Seiani clientes. id perniciabile
reo et Caesar truci vultu defensionem accipiens, quam
Cremutius relinquendae vitae certus in hunc modum
exorsus est: "verba mea, patres conscripti, arguuntur:
adeo factorum innocens sum. sed neque haec in principem
aut principis parentem, quos lex maiestatis amplectitur:
Brutum et Cassium laudavisse dicor, quorum res gestas
cum plurimi composuerint, nemo sine honore memoravit.
Titus Livius, eloquentiae ac fidei praeclarus in primis,
Cn. Pompeium tantis laudibus tulit ut 'Pompeianum'
eum Augustus appellaret; neque id amicitiae eorum
offecit. Scipionem, Afranium, hunc ipsum Cassium,
hunc Brutum nusquam latrones et parricidas, quae nunc
vocabula imponuntur, saepe ut insignis viros nominat.
Asinii Pollionis scripta egregiam eorundem memoriam
tradunt; Messala Corvinus imperatorem suum Cassium
praedicabat: et uterque opibusque atque honoribus
perviguere. Marci Ciceronis libro, quo Catonem caelo
aequavit, quid aliud dictator Caesar quam rescripta
oratione velut apud iudices respondit? Antonii epistulae
Bruti contiones falsa quidem in Augustum probra set
multa cum acerbitate habent; carmina Bibaculi et Catulli
referta contumeliis Caesarum leguntur: sed ipse divus
Iulius, ipse divus Augustus et tulere ista et reliquere,
haud facile dixerim, moderatione magis an sapientia.
namque spreta exolescunt: si irascare, adgnita videntur.
|
Unter den Konsuln Asinius
Agrippa und Cornelius
Cossus wurde Cremutius
Cordus unter einem ganz neuen, bis dahin unerhörten
Beschuldigungsgrund angeklagt: dass er in seinen Jahrbüchern,
worin er auch den Marcus
Brutus gelobt, den Gaius
Cassius als den "letzten
Römer" bezeichnet habe. Ankläger
waren Satrius
Secundus und Pinarius
Natta, Seians
Clienten. Dieser Umstand und die grimmige Miene, mit
welcher der Caesar
die Verteidigungsrede anhört, entschied des Angeklagten
Verderben. Cremutius,
der sein Leben bereits abgeschrieben hatte, begann
so: "Für Worte werde ich zur Verantwortung
gezogen: so wenig fallen Handlungen mir zur Last.
Aber auch jene zielten nicht auf den Kaiser oder des
Kaisers Vater, die im Maiestätsgesetz begriffen
sind. Den Brutus
und Cassius
soll ich gelobt haben, sie, denen so viele ganze Lebensbeschreibungen
gewidmet haben, deren Name noch niemand ohne ehrende
Bezeichnung erwähnt hat. Titus
Livius, einer der ersten an Beredsamkeit und Gewissenhaftigkeit,
hat Gnaeus
Pompeius so großes Lob gespendet, dass Augustus
ihn den "Pompeianer" nannte, und ihrer Freundschaft
hat dies keinen Abbruch getan. Den CaeciliusMetellusCelerQuintus23,
den Afranius,
selbst diesen Cassius
und Brutus,
von denen wir reden, heißt er nirgends Räuber
und Hochverräter, wie man sie jetzt
heißt, während er sie oft als ausgezeichnete
Männer mit Namen nennt. Auch die Schriften des
Asinius
Pollio widmen ihnen ein höchst ehrenvolles
Andenken. Bei
Messalla Corvinus heißt Cassius
"mein Imperator", und die beiden blieben
bis an ihr Ende im vollem Genuss ihres Besitztums
und ihrer Ehren! Als von Marcus
Cicero die Schrift erschien, in der er den Cato
bis zum Himmel erhob, was tat da der Dictator
Caesar?
Nichts als dass er mit einer Gegenschrift an die Öffentlichkeit
trat wie vor ein Richterkollegium. Die Briefe des
Antonius und die Volksreden des Brutus enthalten ganz
grundlose und viel Bitterkeit atmende Schmähungen
gegen Augustus.
Von Bibaculus
und Catullus
liest man noch Gedichte, die voll Lästerung gegen
die Caesaren sind; aber selbst der verewigt Iulius,
selbst der verewigte Augustus ließen diese Dinge
geschehen und bestehen und bestehen, ob mehr aus Klugheit,
mehr aus Mäßigung, weiß ich nicht
leicht zu entscheiden; denn woraus man nichts macht,
das verliert sich, worüber man zürnt, davon
erscheint man getroffen. |
| ( 4,35)
Non attingo Graecos, quorum non modo libertas, etiam
libido impunita; aut si quis advertit, dictis dicta
ultus est. sed maxime solutum et sine obtrectatore
fuit prodere de iis, quos mors odio aut gratiae exemisset.
num enim armatis Cassio et Bruto ac Philippensis campos
optinentibus belli civilis causa populum per contiones
incendo? an illi quidem septuagesimum ante annum perempti,
quo modo imaginibus suis noscuntur, quas ne victor
quidem abolevit, sic partem memoriae apud scriptores
retinent? suum cuique decus posteritas rependit; nec
deerunt, si damnatio ingruit, qui non modo Cassii
et Bruti set etiam mei meminerint." egressus
dein senatu vitam abstinentia finivit. libros per
aedilis cremandos censuere patres: set manserunt,
occultati et editi. quo magis socordiam eorum inridere
libet, qui praesenti potentia credunt extingui posse
etiam sequentis. |
Die Griechen lasse ich
beiseite; bei bei ihnen blieb nicht allein die Freiheit,
sondern sogar der Mutwillen unbestraft; oder wenn
einer so etwas ahnden wollte, so hat er Worte mit
Worten gestraft. Aber ganz freigegeben und ohne Gefahr,
persönlich anzustoßen, war die laute Äußerung
über Personen, die der Tod der Gunst und Ungunst
schon entrückt hatte. Entflamme ich etwas, wenn
Cassius
und Brutus
mit Waffengewalt in der Ebene von Philippi stehen,
mit öffentlichen Reden das Volk zum Bürgerkrieg?
Oder ist es nicht so, dass sie vor siebzig Jahren
umgekommen sind und ihnen so, wie ihre selbst von
dem Sieger geschonten Bildnisse die Kenntnis ihrer
Person erhalten, auch bei den Geschichtschreibern
ihr Teil Angedenkens bleibt? Einem jeden wiegt die
Nachwelt die verdiente Ehre zu, und gewiss: wenn mich
eine Verurteilung trifft, wird es nicht an Leuten
fehlen, die neben Cassius
und Brutus
auch meiner gedenken werden." Darauf verließ
er den Senat
und nahm sich durch Nahrungsentzug das Leben. Seine
Schriften sollten nach dem Beschluss der Väter
durch die Aedilen
verbrannt werden, aber blieben erhalten und insgeheim
der Öffentlichkeit zugänglich. Um so mehr
möchte man über die Leichtgläubigkeit
derjenigen lachen, die für den Augenblick im
Besitz der Macht sind und meinen, auch das Andenken
bei der Nachwelt tilgen zu können. (Üb.
nach G.F.Strodtbeck) |
- Gaius
Vibius Serenus klagt Gaius
Fonteius Capito, den früheren Proconsul von Asien,
zu Unrecht an. Der Angeklagte wird zwar freigesprochen,
aber den Denunziant nicht bestraft, weil sich Tiberius
für ihn verwendete.
- Tiberius
hält im Senat
eine mäßigende Rede, als die Spanier
mit der Bitte vorstellig werden, ihm und seiner Mutter einen
Tempel errichten zu dürfen. (Tac.ann.4,37f.)
- Seianus sucht
brieflich bei Tiberius
um die Hand der Livia
Iulia (Livilla) nach, angeblich um ihre Kinder vor den
Nachstellungen der Agrippina
schützen zu können. Tiberius
gibt eine ausweichende Antwort.
- Seianus fasst
den Plan, Tiberius
aus Rom zu entfernen. Damit erstrebt Seianus
selbst mehr Entscheidungsgewalt, trifft aber auch eine Neigung
des Kaisers, die sich durch den siebenjährigen Aufenthalt
in Rhodos verstärkt hatte; außerdem musste Tiberius
daran gelegen sein, sich dem übermächtigen Einfluss
seiner Mutter zu entziehen. Angeblich scheute er sich auch
wegen eines Ausschlages im Gesicht, öffentlich aufzutreten.
- Das vollständige Zerwürfnis zwischen Tiberius
und Agrippina
erreicht Seianus
- durch die Anklage ihrer Freundin Claudia Pulcra wegen
Ehebruchs. Agrippina
beschwerte sich sofort bei dem Kaiser, dass der Angriff
gegen sie persönlich gerichtet sei, hat aber keinen
Erfolg (Tac.ann.4,52f.)
- dadurch dass er Agrippina
den Verdacht weckt, der Kaiser wolle sie vergiften;
dieser Verdacht bleibt dem Kaiser nicht verborgen, da
Agrippina bei einer Einladung in seinem Haus kein Essen
zu sich nimmt..
|
|
- 1. Hälfte 1. Jh.:
- Domus Tiberiana (Palatinus)
- Columbarium des Pomponius Hylas (Via Latina)
- Mitte 1. Jh.:
- Neupythagoreische Basilica (Porta Praenestina)
- Tempel des Iupiter Heliopolitanus (Transtiberim)
- Columbarium des Tiberius Claudius Vitalis (Esquilinus)
|
|
| |
| |
- Tiberius
zieht sich nach Capreae zurück; in diesem Jahr zunächst
nach Campanien, angeblich um Augustus
in Nola einen Tempel zu weihen. In seiner Begleitung sind
nur Seianus,
der Consular und Rechtsgelehrte Cocceius
Nerva, der Ritter
Curtius Atticus,
ansonsten eine politisch unbedeutende Gefolgschaft.
- Seianus,
spielt sich als Lebensretter des Tiberius
auf, als man in einer Grotte an der campanischen Küste
speiste. Als die Decke einstürzte, flohen alle, nur
er schützte den Kaiser mit seinem Leib.
|
- Der Aufstand der Thraker (aus dem Jahr 21)
wiederholt sich, als der makedonische Statthalter Gaius
Poppaeus Sabinus dort für einen entfernten Kriegsschauplatz
Truppen ausheben will. Gaius
Poppaeus Sabinus folgt den Aufständischen ins Gebirge.
Aus Mangel an Proviant ergibt sich ein großer Teil,
der andere Teil reibt sich bei dem Versuch sich durchzuschlagen
auf.
|
|
|
| |
- Konsulat des
- cos. suff.
- Publius Cornelius Lentulus (?)
- Gaius Sallustius Passienus Crispus
|
- Ein schrecklicher Brand bringt in Rom viele um Hab und
Gut.Tiberius
hilft durch großzügige Spenden, die Not zu lindern
(ebenso 36).
- Endgültiger Rückzug des Tiberius
nach Capreae (mildes Klima, Naturschönheit, Einsamkeit).
Er baute zwölf Landhäuser, denen er die Namen
der zwölf olympischen Götter gab. Er kümmerte
sich auch in Zukunft um die Politik, bereiste aber höchstens
noch die gegenüberliegenden Küstenstreifen. Rom
selbst betrat er nicht mehr. (Tac.ann.4,67).
- In Fidenae stürzt
dort nach Tac.ann.4,62 (u.ö.) das Amphitheater zusammen.
|
|
|
| |
| |
- Titius Sabinus, ein Freund der Familie des Germanicus
wurde hinterlistig zu strafwürdigen Äußerungen
verleitet. Er wurde entsprechend dem Neujahrsbrief des Kaisers
an den Senat am
1. Jan. 28 verurteilt und erdrosselt.
- Ähnlich intrigant ging Seianus
gegen die Familie des Germanicus
vor:
- Nero
IuliusCaesar umgab er mit falschen Freunden, die
ihn zu strafwürdigen Äußerungen verleiten
sollten;
- Seinem Bruder Drusus
Iulius Caesar stellt er die Nachfolge des Tiberius
in Aussicht, wenn Nero
erste einmal nicht mehr lebe.
- Agrippina
beschuldigte er, wie gewohnt, der Arroganz und Herrschsucht.
- Dass die Intrigen bei Tiberius
Wirkung zeigen, beweist ein besorgter Brief an den Senat.
|
- Aufstand bei den Friesen,
aufgrund der Härte, mit der ein Beamter die Tributleistungen
(Rindshäute) eintreibt. Nach Anfangserfolgen werden
die Friesen besiegt
und bis in ihre Sümpfe verfolgt.
|
|
|
| |
- Konsulat des
- Gaius Fufius Geminus (1. Halbjahr)
- Lucius Rebellius Geminus (1. Halbjahr)
- cos. suff.
|
| |
|
|
| |
- Konsulat des
- cos. suff.
- Lucius Naevius Surdinus
- Gaius Cassius Longinus
|
- Asinius
Gallus, der Sohn des Asinius
Pollio, wird beseitigt, der sich schon in den ersten
Senatssitzungen (14) bei Tiberius
unbeliebt gemacht hatte, und außerdem seine frühere
Frau Vipsania
Agrippina geheiratet hatte, die er selbst 12
nur ungern auf Geheiß des Augustus
gegen dessen Tochter Iulia
eingetauscht hatte. Er wird drei Jahre in Haft gehalten,
bis er aus eigener Entscheidung oder durch äußere
Einwirkung verhungerte.
- Seianus erreicht
den Höhepunkt seiner Macht. Er übt in Rom als
Beherrscher des Römischen Reiches die Macht aus, während
Tiberius
als Inselkönig von Capreae karikiert wird:
- es werden ihm Ehrungen in gleicher Weise wie dem Kaiser
zuteil (Statuen, Gesandtschaften, Geburtstagsfeier,
Opfer und Gelübde);
- vielleicht wird er jetzt auch "Schwiegersohn"
des Tiberius (gener Caesaris, Tac.6,8,4), eine Auszeichnung,
um die er 25 noch vergeblich gebeten
hatte;
- Ernennung zum Mitkonsul des Kaisers für 31 und
zum Pontifex;
sein Konsulat wird durch Beschluss zum Vorbild für
alle künftigen Konsulate erhoben;
- beiden wird die konsularische Gewalt auf fünf
Jahre verliehen;
- beiden wird ein goldener Sessels im Senat
aufgestellt.
|
|
|
| |
- Konsulat des
- cos. suff.
- Faustus Cornelius Sulla (drei Viertel des Jahres)
- Sextus Tedius Valerius Catullus (1. Halbjahr)
- Lucius Fulcinius Trio (für Catullus)
- Publius
Memmius Regulus (für Sulla)
|
- Lucius Aelius Seianus
wird gestürzt, Naevius
Sertorius Macro wird sein Nachfolger.
- Dass Tiberius
darauf besteht, dass Seianus
das Konsulat in Rom ausübt, kann schon als
Zeichen der Entfremdung gesehen werden;
- Tiberius
legt sein Konsulat am 1. Mai nieder, was eine
Aufforderung an Seianus
einschließt, dasselbe zu tun.
- Tiberius
lässt Seianus
nicht mehr nach Capreae zurückkommen.
- Das Pontifikat
des Seianus
entwertet Tiberius,
indem er Caligula
ebenfalls zum Pontifex
bestimmt und Caligula
überhaupt in einer für Seianus
gefährlichen Weise aufbaut.
- Seianus
reagiert, indem er den Schulterschluss mit den
Prätorianern und das Einvernehmen mit anderen
hochrangigen Persönlichkeiten sucht.
- Tiberius
erhält Nachrichten von einer Verschwörung
des Seianus:
Zuerst macht Satrius
Secundus, ein Klient des Seianus
der jüngeren
Antonia, der Mutter des Germanicus
Mitteilung, diese gibt informiert den Kaiser.
- Tiberius
bediente sich des Praetorianeroffiziers Naevius
Sertorius Macro, der die Leibwache auf Capreae
befehligte. Dieser gelangte in der Nacht zum 18.
Okt. 31 mit einem genauen Plan nach Rom und zieht
sofort den Konsul Publius
Memmius Regulus und den Wachoffizier Graecinus
Laco ins Vertrauen.
- Für den Morgen des 18. Okt. beruft Memmius
den Senat
in den Apollotempel. Macro
täuscht Seianus
mit der Ankündigung, Tiberius
verleihe ihm die tribunicia potestas. Während
Memmius
im Senat
den langen Brief des Kaisers verlaß, ersetzte
Macro
die Wache vor dem Tempel durch die Leute des Laco
und setzt sich selbst an die Spitze der Prätorianer.
Erst am Ende des Briefes erfährt Seianus,
dass er verhaftet sei. Laco nimmt die Verhaftung
vor.
- In einer zweiten Senatssitzung wird am selben
Tag im Tempel der Concordia seine Hinrichtung
beschlossen und sofort vollzogen (Tac.ann.6,25).
Seine Leiche wird drei Tage dem Spott der Öffentlichkeit
preisgegeben, dann im Tiber
entsorgt.
- Für den Fall eines Scheiterns hatte Tiberius
vorgesehn, Drusus
aus dem Gefängnis zu holen und der Öffentlichkeit
als seinen Nachfolger anzubieten (Tac.ann.6,23;
Cass.Dio 58,13,1; Suet.Tib.65). Für sich
hatte er ein Schiff vorbereitet, das ihn nach
Ägypten hätte bringen sollen.
- In Rom folgten folgten Unruhen auf der Straße,
Übergriffe der Prätorianer und im Senat
eine Unzahl von Anklagen gegen die Sympathisanten
des Seianus.
- Nur Marcus
Terentius konnte durch eine freimütige
Verteidigung einen Freispruch erreichen (Tac.ann.6,8),
ansonsten führten die Anklagen durchweg zu
Verurteilungen, bis Tiberius
33 mit dem Befehl, alle Angeklagten an einem Tag
hinzurichten, dem Schrecken ohne Ende ein schreckliches
Ende bereitet.
| Tac.ann.6,19:
Post quos Sex. Marius Hispaniarum ditissimus
defertur incestasse filiam et saxo Tarpeio
deicitur. ac ne dubium haberetur magnitudinem
pecuniae malo vertisse, aurarias argentariasque
eius, quamquam publicarentur, sibimet Tiberius
seposuit. inritatusque suppliciis cunctos,
qui carcere attinebantur, accusati societatis
cum Seiano necari iubet. iacuit immensa
strages, omnis sexus, omnis aetas, inlustres,
ignobiles, dispersi aut aggerati. neque
propinquis aut amicis adsistere, inlacrimare,
ne visere quidem diutius dabatur, sed circumiecti
custodes et in maerorem cuiusque intenti
corpora putrefacta adsectabantur, dum in
Tiberim traherentur, ubi fluitantia aut
ripis adpulsa non cremare quisquam, non
contingere. interciderat sortis humanae
commercium vi metus, quantumque saevitia
glisceret, miseratio arcebatur. |
Nach
diesen wurde Sextus Marius, der reichste
Mann in ganz Spanien,
der Blutschande mit seiner Tochter angeklagt
und vom tarpeischen Felsen gestürzt;
und damit kein Zeifel bleibe, dass der große
Reichtum sein Verderben geworden sei, nahm
Tiberius
seine Silber- und Godgruben, obwohl sie
vom Staat beansprucht wurden, als Privatdomäne
für sich. Und über das wiederholt
vergossene Blut aufgebracht ließ er
vollends alle, die als Mitschuldige des
Seianus
noch im Kerker lagen, umbringen. Da lagen
sie - eine ungeheuere Menge Ermoderter jeden
Geschlechts, jeden Alters, Vornehme und
Niedrige, zerstreut, hier und dort in Haufen.
Verwandte, Freunde, - sie durften nicht
bei ihnen stehen, nicht sie beweinen, nicht
einmal längere Zeit ansehen. Ringsum
aufgestellte Wächter, auf jede Miene
des Grams lauernd, wichen selbst nicht von
den verwesenden Leibern, bis sie in den
Tiber
geschleppt wurden, wo sie fortschwammen
oder ans Ufer trieben, ohne dass jemand
sie verbrennen, ja nur auch berühren
durfte. Erstickt war durch die Gewalt des
Schreckens alle Teilnahme des Menschen am
Menschen, und je weiter das Wüten ging,
desto fester wurde dem Mitleiden die Grenze
gezogen. (Üb. nach G.F.Strodtbeck) |
|
|
|
|
| |
- Konsulat des
- cos. suff.
- Aulus Vitellius (verstirbt im Amt)
|
|
|
| |
- Konsulat des
- cos. suff.
- Lucius Salvius Otho
- Gaius Octavius Laenas
|
- Der Massenhinrichtung von 33 folgten noch weitere Opfer,
besonders aus dem Hause des Germanicus:
- Nero
war bereits im Exil ums Leben gekommen, wie ist unbekannt;
- Drusus
ließ man in seinem Gefängnis verhungern.
nach seinem Tod wurden die Überwachungsprotokolle
seiner Wächter im Senat
verlesen.
- Agrippina
ließ sich verhungern oder wurde dazu gezwungen.
Sie stirbt (wie Seianus)
am 18. Okt. Dies ist für den Senat,
wo Tiberius
sie u.a. der Unzucht mit Asinius
Gallus beschuldigt, Anlass, ein jährliches
Dankfest
für Iupiter
zu beschließen.
- Cocceius
Nerva gibt sich, obwohl er in den Gunst des Kaisers
steht und dieser ihn davon abhalten will, den Tod, um der
Ungunst der Zeiten zu entgehen.
- Als der Kreditmarkt zusammenzubrechen droht, stützt
ihn Tiberius
mit einem für drei Jahre zinsfreien Privatkredit über
100 Millionen Sesterzen.
|
|
|
| |
- Konsulat des
- cos. suff.
- Quintus Marcius Barea Soranus
- Titus Rustius Nummius Gallus
|
| |
|
|
| |
- Konsulat des
- Gaius Cestius Gallus (1. Halbjahr)
- Marcus Servilius Nonianus (1. Halbjahr)
- cos. suff.
|
| |
|
|
| |
- Konsulat des
- Sextus Papinius Allienus (1. Halbjahr)
- Quintus Plautius (1. Halbjahr)
- cos. suff.
|
- Eine erneute Brandkatastrophe schafft in Rom großes
Elend. Wieder leistet Tiberius
großzügig Hilfe (wie 27).
|
- Aufstand bei dem kilikischen Stamm der Kliten. Die Aufständischen
werden bis in den Taurus verfolgt und zur Unterwerfung gezwungen.
|
|
|
| |
- Konsulat des
- Gnaeus Acceronius Proculus (1. Halbjahr)
- Gaius Petronius Pontius Nigrinus (1. Halbjahr)
- cos. suff.
|
- Lucius
Arruntius folgt dem Beispiel des
Cocceius Nerva und gibt sich ohne größere
Not selbst den Tod, weil er genug Elend erlebt habe.
- Tod des
Tiberius Claudius Nero am 16. März in Misenum,
als er auf der Rückfahrt nach Capreae ist. Sein Arzt
Charicles machte zwei Tage vorher Caligula
und Macro
Mitteilung von seinem schlechten Zustand. Als sein Atem
stillstand und alle sich mit Glückwünschen um
Gaius
Caesar Caligula drängten, soll er noch einmal aufgelebt
sein, doch Macro
soll ihn unter Kissen erstickt haben (Tac.ann.6,50; Cass.Dio58,28;
Suet.Tib.73,3). Das Volk jubelte über seinen Tod. Doch
wurde sein Leichnam ehrenvoll nach Rom getragen und dort
eingeäschert. Seine Asche wurde im Mausoleum des
Augustus beigesetzt.
- Die Nachfolger des
Tiberius tritt Gaius
Caesar Caligula an (18.März 37 bis 24.Jan.41).
|
|
|
| RömerItalienSizilien
GriechenlandPergamon
und Rhodos/KleinasienMithridates/PartherSpanienCarthagoGallienGermanenBritannienSyrienÄgyptenAfricaAchäerAitolerLiteraturStatue
|
|