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v.Chr. |
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Kultur |
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- Decemviri consulari
imperio legibus scribundis: Das selbe Collegium wie
450.
- Die Wiederherstellung
der Magistratur und die volksfreundlichen Gesetze: Nach
der Absetzung der Decemvirn wird die republikanische
Verwaltung, allerdings durch das Recht der provocatio
eingeschränkt, wieder in Gang gesetzt.
Liv.3,55:
[1] per interregem deinde
consules creati L. Valerius M. Horatius, qui extemplo
magistratum occeperunt. quorum consulatus popularis
sine ulla patrum iniuria nec sine offensione fuit;
[2] quidquid enim libertati
plebis caveretur, id suis decedere opibus credebant.
[3] omnium primum, cum velut
in controverso iure esset, tenerenturne patres plebi
scitis, legem centuriatis comitiis tulere, ut, quod
tributim plebes iussisset, populum teneret; qua lege
tribuniciis rogationibus telum acerrimum datum est.
[4] aliam deinde consularem
legem de provocatione, unicum praesidium libertatis,
decemvirali potestate eversam, non restituunt modo,
sed etiam in posterum muniunt sanciendo novam legem,
[5] ne quis ullum magistratum
sine provocatione crearet; qui creasset, eum ius fasque
esset occidi, neve ea caedes capitalis noxae haberetur.
[6] et cum plebem hinc provocatione,
hinc tribunicio auxilio satis firmassent, ipsis quoque
tribunis, ut sacrosancti viderentur, cuius rei prope
iam memoria aboleverat, relatis quibusdam ex magno
intervallo caerimoniis renovarunt, [7]
et cum religione inviolatos eos, tum lege etiam fecerunt,
sanciendo, ut, qui tribunis plebis, aedilibus, iudicibus
decemviris nocuisset, eius caput Iovi sacrum esset,
familia ad aedem Cereris Liberi Liberaeque venum iret.
[...] [13] hae consulares
leges fuere. institutum etiam ab iisdem consulibus,
ut senatus consulta in aedem Cereris ad aediles plebis
deferrentur, quae antea arbitrio consulum supprimebantur
vitiabanturque. [14] M.
Duillius deinde tribunus plebis plebem rogavit plebesque
scivit qui plebem sine tribunis reliquisset, quique
magistratum sine provocatione creasset, tergo ac
capite puniretur. [15]
haec omnia, ut invitis, ita non adversantibus patriciis
transacta, quia nondum in quemquam unum saeviebatur. |
(1)
Darauf wurden unter dem Vorsitz eines Zwischenkönigs
Lucius
Valerius und Marcus
Horatius zu Konsuln gewählt, die sogleich
ihr Amt antraten. Ihr Konsulat war volksfreundlich,
zwar ohne alle Beeinträchtigung der Väter,
aber doch nicht ohne Anstoß; (2) denn alles,
was zu Gunsten der Freiheit des Volkes verfügt
wurde, das, meinten sie, ginge von ihrer Macht ab.
(3) Zu allererst beantragten sie, da es gewissermaßen
streitig war, ob die Väter durch Volksbeschlüsse
gebunden wären, in den Centuriatskomitien,
dass, was die Bürgerschaft in den Tributkomitien
beschlossen hätte, für das ganze Volk verbindlich
sei. Dadurch wurden die tribunizischen Anträge
zur schärfsten Waffe. (4) Darauf stellten sie
ein anderes konsularisches Gesetz über die Berufung,
die einzige Stütze der Freiheit, das durch die
Gewalt der Zehnmänner
aufgehoben war, nicht nur wieder her, sondern befestigten
es auch noch durch Aufstellung eines neuen Gesetzes,
(5) dass niemand irgend eine Behörde ohne das
Recht der Berufung wählen solle. Wer es dennoch
getan hätte, solle mit Fug und Recht getötet
werden können, und dieser Totschlag solle nicht
als ein todeswürdiges Verbrechen angesehen werden.
(6) Da sie die Bürgerschaft einerseits durch
das Recht der Berufung, andererseits durch tribunizische
Hilfe hinlänglich sichergestellt hatten, erneuerten
sie auch zu Gunsten der Volkstribunen
das Gesetz, dass sie für unverletzlich angesehen
werden, woran die Erinnerung beinahe erloschen war,
und stellten dazu einige feierliche Gebräuche
wieder her, die seit langer Zeit unterlassen worden
waren. (7) Und nicht nur durch die Religion,
sondern auch durch ein Gesetz erklärten sie diese
für unverletzlich, durch die Bestimmung, dass
dessen Haupt dem Iupiter
geheiligt und dessen Hauswesen bei dem Tempel der
Ceres, des Liber und der Libera verkauft werden solle,
der einem Volkstribunen,
Aedilen,
einem der zehn Richter eine Unbill zugefügt habe.
[...] (13) Das waren die konsularischen Gesetze. Von
den selben Konsuln wurde eingeführt, dass die
Senatsbeschlüsse,
die vorher von den Konsuln nach Willkür unterdrückt
und verfälscht wurden, in den Tempel der Ceres
zu den Volksaedilen
gebracht würden. (14) Darauf stellte Marcus
Duilius den Antrag beim Volk, und das Volk beschloss,
wer die Bürgerschaft ohne Tribunen gelassen und
wer eine Behörde ohne das Recht der Berufung
gewählt hätte, solle an Leib und Leben bestraft
werden. (15) Dies alles wurde zwar wider den Willen,
aber ohne Widerstand der Patrizier
erledigt, weil sich die Wut noch nicht gegen einen
Bestimmten richtete. (Üb. nach Gerlach) |
- LEX DUILIA DE PROVOCATIONE: Ein Gesetz des Tribunen Marcus
Duilius bedroht alle mit dem Tod, die entweder das Volkstribunat
abschaffen wollen, oder Ämter einrichten, gegen die
keine provocatio
möglich sein soll (Liv.3,55,14).
- LEX VALERIA HORATIA DE PLEBISCITIS: Gesetz auf Antrag
der beiden Konsuln: Volksbeschlüsse der Tributkomitien
sind für das gesamte Volk verbindlich (Liv.3,55,3;
Dion.Hal.11,45). Ein Gesetz, das die Tributkomitien
passiert hatte, bedurfte folglich nur noch der Zustimmung
der Centuriatskomitien.
Die Patrizier
sind jetzt wieder bei den Tributkomitien
anwesend.
Dion.Hal.11,45,1:
Oἱ δὲ μετὰ τὴν κατάλυσιν τῆς δεκαδαρχίας τὴν ὕπατον
ἀρχὴν πρῶτοι παρὰ τοῦ δήμου λαβόντες ἐπὶ τῆς λοχίτιδος
ἐκκλησίας, ὥσπερ ἔφην, Λεύκιος Οὐαλέριος Ποτῖτος καὶ
Μάρκος Ὁράτιος Βαρβᾶτος, αὐτοί τε δημοτικοὶ τὰς φύσεις
ὄντες καὶ παρὰ τῶν προγόνων ταύτην διαδεδεγμένοι τὴν
πολιτείαν, τὰς ὑποσχέσεις φυλάττοντες, ἃς ἐποιήσαντο
πρὸς τοὺς δημοτικούς, ὅτ' ἀποθέσθαι τὰ ὅπλα συνέπειθον
αὐτούς, ὡς πάντα τὰ συμφέροντα τῷ δήμῳ πολιτευσόμενοι,
νόμους ἐκύρωσαν ἐν ἐκκλησίαις λοχίτισι, δυσχεραινόντων
μὲν τῶν πατρικίων, αἰδουμένων δ' ἀντιλέγειν, ἄλλους
τέ τινας, οὓς οὐ δέομαι γράφειν, καὶ τὸν κελεύοντα
τοὺς ὑπὸ τοῦ δήμου τεθέντας ἐν ταῖς φυλετικαῖς ἐκκλησίαις
νόμους ἅπασι κεῖσθαι Ῥωμαίοις ἐξ ἴσου, τὴν αὐτὴν ἔχοντας
δύναμιν τοῖς ἐν ταῖς λοχίτισιν ἐκκλησίαις τεθησομένοις.
τιμωρίαι δὲ προσέκειντο τοῖς καταλύουσιν ἢ παραβαίνουσι
τὸν νόμον, ἐὰν ἁλῶσι, θάνατος καὶ δήμευσις τῆς οὐσίας. |
Nach
dem Sturz der Zehnerherrschaft
erhielten das Konsulat zum ersten Mal von dem Volk
durch die Wahl in einer Versammlung nach Centurien,
wie ich schon sagte, Lucius Valerius Potitus und Marcus
Horatius Barbatus, Männer, die schon ihrem
Charakter nach Volksfreunde waren und diese politischen
Grundsätze von ihren Eltern ererbt hatten. Getreu
ihren Versprechungen, die sie den Bürgern gegeben
hatten, als sie sie bewogen, die Waffen niederzulegen,
dass sie alle dem Volk zuträgliche Einrichtungen
im Staat treffen werden, bestätigten sie in Volksversammlungen
nach Centurien,
während die Patrizier
zwar ungehalten waren, aber sich scheuten zu widersprechen,
unter anderen Gesetzen, die ich nicht anzugeben brauche,
auch dasjenige, das festsetzt, dass die vom Volk in
Versammlungen nach Tribus
gegebenen Gesetze für alle Römer gleich
verbindlich seien und die selbe Geltung hätten
wie die in den Versammlungen nach Centurien
gegebenen. Als Strafe war zugleich für diejenigen,
die diese Gesetze aufheben oder übertreten bestimmt,
wenn sie überführt werden, der Tod und die
Einziehung ihres Vermögens. (Üb. nach
Christian) |
- LEX VALERIA HORATIA DE TRIBUNICIA POTESTATE: Gesetz auf
Antrag der beiden Konsuln; es beinhaltet die sacrosanctitas
der Volkstribunen
(Liv.3,55,6f.; App.civ.2,108)
- LEX VALERIA HORATIA DE SENATUS CONSULTORUM CUSTODIA: Gesetz
auf Antrag der beiden Konsuln: Senatsbeschlüsse
(senatus consulta) mussten von den aediles
plebis, um sie vor willkürlicher Behandlung durch
die Consuln zu
schützen, im Ceres-Tempel niedergelegt werden. (Liv.3,55,13).
Diesem Zweck diente auch, dass die Tribunen seit dieser
Zeit bei der Beschlussfassung im Senat
anwesend waren. Liv.4,1; Val.Max.2,2,7)
Val.Max.2,2,7:
tribunis plebis intrare curiam non licebat: ante valvas
autem positis subsellis decreta patrum attentissima
cura examinabant. |
Die
Volkstribunen
durften die Kurie nicht betreten: aber vor den Toren
standen Bänke, auf denen sie sehr aufmerksam
und sorgsam die Senatsbeschlüsse
prüften. (Üb. E.Gottwein) |
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- Der Decemvir
Titus
Antonius Merenda erleidet am Algidus
eine Niederlage gegen die Aequer
(Liv.3,35,11; 38,41f.; Dion.Hal.10,58).
- Die Konsuln erringen Siege über Aequer,
Volsker und Sabiner.
Weil ihnen der Senat
einen Triumph
verweigert, lassen sie sich ihn kurzerhand durch die Tributkomitien
beschließen (Liv.3,57; Liv.3,60-63; Dion.Hal.11,47-50).
Die Sabinerkriege
ruhen jetzt bis 290. Die
Kriege gegen Aequer
und Volsker gehen
ohne entscheidende Ereignisse fast ununterbrochen weiter
(Liv.3,70; Liv.4,9-10; Liv.4,26-29; Liv.4,37-39; Liv.4,43-59;
Liv.5,8-16; Liv.5,28; Liv.5,31).
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- LEX TREBONIA DE TRIBUNORUM PLEBIS CREATIONE, Plebiszit
des Lucius
Trebonius Asper, das die Wahl von 10 Volkstribunen
in den concilia plebis vorsieht. (Liv.3,65,4; Diod.12,25,3)
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- Zwei Quästoren werden für die Verwaltung der
Staatskasse (aerarium) eingesetzt.
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- Rom interveniert im Grenzkonflikt zwischen den südlich
von Rom gelegenen Städten Aricia
und Ardea.
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- LEX CANULEIA DE CONUBIO PATRUM ET PLEBIS, ein Gesetz des
Tribunen
Gaius Canuleius,
das die Heirat (conubium) zwischen Patriziern
und Plebeiern gestattet
(Liv.4,1-6; Cic.rep.2,63). Livius schildert die Vorwürfe,
die die Konsuln gegen die Tribunen erheben:
Liv.4,2:
[1] eodem tempore et consules senatum in tribunum
et tribunus populum in consules incitabat. negabant
consules iam ultra ferri posse furores tribunicios;
ventum iam ad finem esse; domi plus belli concitari
quam foris. id adeo non plebis quam patrum neque tribunorum
magis quam consulum culpa accidere. [2] cuius rei
praemium sit in civitate, eam maximis semper auctibus
crescere; sic pace bonos, sic bello fieri. [3] maximum
Romae praemium seditionum esse; [4] ideo eas singulis
universisque semper honori fuisse. reminiscerentur
quam maiestatem senatus ipsi a patribus accepissent,
quam liberis tradituri essent, ut, quem ad modum plebs,
gloriari posset auctiorem amplioremque esse. finem
ergo non fieri, nec futuram, donec, quam felices seditiones,
tam honorati seditionum auctores essent. [5] quas
quantasque res C. Canuleium adgressum. conluvionem
gentium, perturbationem auspiciorum publicorum privatorumque
adferre, ne quid sinceri, ne quid incontaminati sit,
ut discrimine omni sublato nec se quisquam nec suos
noverit. [6] quam enim aliam vim conubia promiscua
habere, nisi ut ferarum prope ritu volgentur concubitus
plebis patrumque? ut, qui natus sit, ignoret, cuius
sanguinis, quorum sacrorum sit; dimidius patrum sit,
dimidius plebis, ne secum quidem ipse concors. [7]
parum id videri, quod omnia divina humanaque turbentur:
iam ad consulatum volgi turbatores accingi. et primo,
ut alter consul ex plebe fieret, id modo sermonibus
temptasse; nunc rogari, ut seu ex patribus seu ex
plebe velit populus consules creet. et creaturos haud
dubie ex plebe seditiosissimum quemque; Canuleios
igitur Iciliosque consules fore. [8] ne id Iuppiter
optimus maximus sineret regiae maiestatis imperium
eo recidere; et se miliens morituros potius, quam
ut tantum dedecoris admitti patiantur. [9] certum
habere maiores quoque, si divinassent concedendo omnia
non mitiorem in se plebem, sed asperiorem alia ex
aliis iniquiora postulando, cum prima impetrasset,
futuram, [10] primo quamlibet dimicationem subituros
fuisse potius, quam eas leges sibi imponi paterentur.
quia tum concessum sit de tribunis, iterum concessum
esse. [11] finem non fieri posse, si in eadem civitate
tribuni plebis et patres essent; aut hunc ordinem
aut illum magistratum tollendum esse, potiusque sero
quam nunquam obviam eundum audaciae temeritatique.
[12] illine ut impune primo discordias serentes concitent
finitima bella, deinde adversus ea, quae concitaverint,
armari civitatem defendique prohibeant, et cum hostes
tantum non arcessierint, exercitus conscribi adversus
hostes non patiantur, [13] sed audeat Canuleius in
senatu proloqui se, nisi suas leges tamquam victoris
patres accipi sinant, dilectum haberi prohibiturum,
quid esse aliud quam minari se proditurum patriam,
oppugnari atque capi passurum? quid eam vocem animorum,
non plebi Romanae, sed Volscis et Aequis et Veientibus
allaturam? [14] nonne Canuleio duce se speraturos
Capitolium atque arcem scandere posse? ni patribus
tribuni cum iure ac maiestate adempta animos etiam
eripuerint, consules paratos esse duces prius adversus
scelus civium quam adversus hostium arma. |
(1)
Zur selben Zeit reizten die Konsuln den Senat
gegen die Tribunen und diese das Volk gegen die Konsuln
auf. Die Konsuln erklärten, die Raserei der Tribunen
sei nicht länger zu ertragen; es sei zum äußersten
gekommen. Von innen werde der Krieg mehr als von außen
angefacht. Das sei ebenso viel die Schuld der Väter
als des Volkes, und der Konsuln ebenso gut wie der
Tribunen. (2) Was am meisten in einem Staat belohnt
werde, das nehme am meisten zu; so werde man stark
im Frieden wie im Krieg; (3) in Rom werde der Aufruhr
am meisten belohnt; (4) dies hätte immer den
einzelnen wie der Gesamtheit Ehre gebracht. Sie sollten
daran denken, welche Hoheit des Senats
sie von ihren Vätern übernommen hätten
und in welchem Zustand sie dieselbe ihren Kindern
übergeben wollten. Ob sie, wie das Volk, sich
rühmen könnten, dass sie zugenommen habe
und ansehnlicher geworden sei? Also nehme es kein
Ende und werde keines nehmen, solange die Urheber
der Aufstände in eben dem Maße geehrt würden,
als die Aufstände glücklich abliefen. (5)
Etwas Ungeheueres habe Gaius Canuleius unternommen
Er beabsichtige die Aufhebung des Unterschieds der
Geschlechter, Verwirrung aller göttlicher Offenbarung,
sei es für den Staat, sei es für einzelne;
damit nichts rein und unbefleckt bleibe, dass mit
Aufhebung jeden Unterschieds niemand weder sich noch
die Seinen kenne. (5) Denn was bedeuten gemischte
Ehen anders, als dass die Patrizier
und Plebeier
sich beinahe wie das Vieh untereinander begatteten,
so dass, wenn einer geboren würde, nicht wisse,
welchem Blut er angehöre, welche gottesdienstlichen
Gebräuche er zu feiern habe, halb den Patriziern,
halb dem Volk angehörig, mit sich selbst in Widerspruch?
(7) Und es sei noch nicht damit genug, dass alle göttlichen
und menschlichen Rechte verwirrt werden, die Volksaufwiegler
machten sich jetzt fertig zum Konsulat. Zumeist hätten
sie in ihren Reden nur darauf hingedeutet, dass
ein Konsul
aus dem Volk gewählt werden dürfe; jetzt
würde beantragt, das Volk solle nach Belieben
die Konsuln aus den Vätern oder aus dem Volk
wählen, und sie würden ohne weiteres den
größten Aufrührer aus dem Volk
wählen. Die Canuleier also und die Icilier würden
Konsuln werden. (8) Der große und gütige
Iupiter möge
es nicht geschehen lassen, dass eine Gewalt von königlicher
Hoheit so tief sinke. Sie wollten tausendmal lieber
sterben, als eine solche Schande zulassen. (9) Sie
seien überzeugt, dass auch die Vorfahren, wenn
sie geahnt hätten, dass das Volk dadurch, dass
man alles zugestehe, nicht milder, sondern nur unversöhnlicher
gegen sie werden würde, indem es immer unbilligere
Forderungen stelle, nachdem es das erste erlangt hätte,
(10) eher sich jedem Kampf hätten unterziehen
wollen, als sich solche Gesetze auferlegen lassen.
Weil man damals wegen der Tribunen nachgegeben habe,
habe man zum zweiten Mal nachgegeben; es nehme kein
Ende. (11) Es könnten nicht in demselben Staat
Volkstribunen
und Väter sein; entweder müsse dieser Stand
ohne jede Beamtung aufgegeben werden, und lieber müsse
man spät als niemals der Frechheit und Verwegenheit
entgegentreten. (12) Wolle man zugeben, dass jene
zuerst ungestraft Zwietracht aussäten und dadurch
Kriege mit Grenznachbarn erregten, danach aber die
Bürgerschaft hinderten, sich zu bewaffnen und
gegen den Sturm zu verteidigen, den sie erregt hätten?
Und während sie die Feinde beinahe herbeigerufen
hätten, wollten sie es nicht geschehen lassen,
dass Heere gegen die Feinde ausgehoben würden,
(13) sondern Canuleius dürfe es wagen, öffentlich
im Senat
auszusprechen, wenn die Väter nicht seine Gesetze
wie das Gebot eines Siegers annehmen ließen,
werde er die Aushebung verhindern. Was heiße
das anders, als mit Vaterlandsverrat drohen und die
Vaterstadt bestürmen und erobern lassen? Welchen
Mut werde diese Äußerung nicht dem Römischen
Volk, sondern den Volskern,
Aequern und
Veientern einflößen?
(14) Werden sie nicht hoffen, unter Anführung
des Canuleius das Capitolium
und die Burg ersteigen zu können, wenn die Tribunen
den Vätern mit dem entrissenen Recht und dem
Verlust der Hoheit auch den Mut genommen hätten?
Die Konsuln seien bereit, sie eher gegen das Verbrechen
der Bürger als gegen die Waffen der Feinde zu
führen. (Üb. nach Gerlach) |
- Ein anderes Gesetz verfügt, dass statt Konsuln auch
Konsulartribunen
gewählt werden können (tribuni
militum consulari potestate), und zwar entweder aus
den Patriziern
oder auch aus den Plebeiern
(Liv.4,1; Dion.Hal.11,53-61).
Liv.4,1:
[1] hos secuti M. Genucius et C. Curtius consules.
fuit annus domi forisque infestus. nam anni principio
et de conubio patrum et plebis C. Canuleius tribunus
plebis rogationem promulgavit, [2] qua contaminari
sanguinem suum patres confundique iura gentium rebantur,
et mentio primo sensim inlata a tribunis, ut alterum
ex plebe consulem liceret fieri, eo processit deinde,
ut rogationem novem tribuni promulgarent, ut populo
potestas esset, seu de plebe seu de patribus vellet,
consules faciendi. [3] id vero si fieret, non volgari
modo cum infimis, sed prorsus auferri a primoribus
ad plebem summum imperium credebant. [4] laeti ergo
audiere patres Ardeatium populum ob iniuriam agri
abiudicati descisse, et Veientes depopulatos extrema
agri Romani, et Volscos Aequosque ob communitam Verruginem
fremere; adeo vel infelix bellum ignominiosae paci
praeferebant. [5] his itaque in maius etiam acceptis,
ut inter strepitum tot bellorum conticescerent actiones
tribuniciae, dilectus haberi, bellum armaque vi summa
apparari iubent, si quo intentius possit quam T. Quinctio
consule apparatum sit. [6] tum C. Canuleius, pauca
in senatu vociferatus, nequiquam territando consules
avertere plebem a cura novarum legum, nunquam eos
se vivo dilectum habituros, antequam ea, quae promulgata
ab se collegisque essent, plebes scivisset, confestim
ad contionem advocavit. |
(1)
Es folgte das Konsulat de Marcus Genucius und des
Gaius Curtius. Es war sowohl nach innen als auch nach
außen ein unruhiges Jahr. Denn einerseits hatte
zu Anfang des Jahres der Volkstribun
Gaius Canuleius einen Antrag über die rechtsgültige
Ehe zwischen Patriziern
und Plebeiern
angekündigt; (2) wodurch die Patrizier
meinten, dass ihr Blut verunreinigt und die Rechte
der Geschlechter verwirrt würden; andererseits
wurde damals zuerst von den Tribunen leise der Gedanke
angeregt, der eine Konsul dürfe aus der Plebs
gewählt werden. Hernach kam es so weit, dass
neun Tribunen den Gesetzesvorschlag ankündigten,
das Volk solle die Befugnis haben, Konsuln aus den
Vätern oder dem Volk nach Belieben zu wählen.
(3) Wenn das geschehen sollte, so meinte der
Senat, würde
die höchste Gewalt nicht nur mit den niedrigsten
Menschen geteilt sondern sie würde den Vornehmsten
gänzlich entzogen und auf das Volk übertragen.
(4) Daher vernahm er mit Vergnügen, dass das
Volk der Ardeaten
wegen des Unrechts, dass man ihnen ein Stück
Land aberkannt hatte, abgefallen waren, dass die Veienter
die äußersten römischen Grenzen verwüstet
und dass Aequer
und Volsker
wegen der Befestigung von Verrugo unwillig wären.
So seht gaben sie selbst einem unglücklichen
Krieg den Vorzug vor einem schimpflichen Frieden.
(5) Diesen Nachrichten legten sie mehr Wichtigkeit
bei als nötig war; und damit unter dem Waffengeklirr
so vieler Kriege die tribunizischen Bewegungen verstummten,
befahlen sie, Kriegsvolk auszuheben, zum bewaffneten
Krieg mit aller Anstrengung zu rüsten, wenn es
noch mit mehr Nachdruck geschehen könne, als
es unter dem Konsul Titus Quinctius geschehen war.
(6) Darauf erklärte Gaius Canuleius mit Ungestüm
im Senat,
vergeblich versuchten die Konsuln durch Schreckmittel
das Volk von dem Gedanken an die neuen Gesetze abzulenken;
so lange er lebe, würden sie keine Aushebung
halten können, bevor das Volk seine und seiner
Amtsgenossen Vorschläge genehmigt habe, und berief
sogleich die Gemeinde. (Üb. nach Gerlach) |
Liv.4,6,8f.:
per haec consilia eo deducta est res, ut tribunos
militum consulari potestate promisce ex patribus ac
plebe creari sinerent, de consulibus creandis nihil
mutaretur; eoque contenti tribuni, contenta plebs
fuit. [9] comitia tribunis consulari potestate tribus
creandis indicuntur. |
(8)
Durch diese Beratung kam es so weit, dass sie Kriegstribunen
mit konsularischer Gewalt ohne Unterschied aus den
Vätern und dem Volk wählen ließen,
dass aber hinsichtlich der Wahl der Konsuln nichts
geändert werden sollte. Damit waren die Tribunen
und die Plebeier
zufrieden. (9) Es wird eine Volksversammlung zur Wahl
von Kriegstribunen mit konsularischer Gewalt angekündigt.
(Üb. nach Gerlach) |
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- Neue militärische Auseinandersetzungen mit Veii.
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- Die Einführung der tribuni
militum consulari potestate (Militärtribunat, Konsulartribunat)
zielte darauf ab,
- Plebeier in
die Magistratur aufzunehmen, ohne dass das Konsulat
dadurch berührt wurde und
- die gewachsenen militärischen Aufgaben auf mehrere
Schultern zu verteilen.
- Dieses erste Collegium wurde im dritten Monat wegen eines
Wahlfehlers abgesetzt und durch zwei nachgewählte Konsuln
ersetzt (Liv.4,6,6-12).
- Das Militärtribunat
wird nach 405 als Ersatz für das
Konsulat mit
sechs Amtsinhabern zur Regel. 367
wird es abgeschafft.
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- Abtrennung der Zensur
vom Konsulat
(Liv.4,8,2-7): Sie wird von zwei Patriziern
in fünfjähriger Amtszeit (lustrum)
wahrgenommen. Ihre Befugnisse durften seit dem nicht mehr
von den Konsulartribunen
wahrgenommen werden.
- nota censoria
- Aufsicht über die Einhaltung der Sitten
- tribus - Führung
der Bürgerlisten zur Einteilung in Stimmbezirke
und zur Heereseinteilung
- census -
Bürgerschatzung und Einteilung in Vermögensklassen
(steuerliche Veranlagung nach : tributum)
- lustrum
- Reinigungsopfer
- Die ersten Zensoren waren Lucius
Papirius Mugillanus und Lucius
Sempronius Atratinus.
Liv.4,8:
hunc annum, seu tribunos modo seu tribunis suffectos
consules quoque habuit, sequitur annus haud dubiis
consulibus, M. Geganio Macerino iterum T. Quinctio
Capitolino quintum. [2] idem hic annus censurae initium
fuit, rei a parva origine ortae, quae deinde tanto
incremento aucta est, ut morum disciplinaeque Romanae
penes eam regimen, senatui equitumque centuriis decoris
dedecorisque discrimen, [sub dicione eius magistratus
ius] publicorum ius privatorumque locorum, vectigalia
populi Romani sub eius nutu atque arbitrio essent.
[3] ortum autem initium est rei, quod in populo per
multos annos incenso neque differri census poterat
neque consulibus, cum tot populorum bella imminerent,
operae erat id negotium agere. [4] mentio inlata apud
senatum est rem operosam ac minime consularem suo
proprio magistratu egere, cui scribarum ministerium
custodiaeque tabularum cura, cui arbitrium formulae
censendi subiceretur. [5] et patres, quamquam rem
parvam, tamen quo plures patricii magistratus in re
publica essent, laeti accepere, id quod evenit futurum,
credo, etiam rati, ut mox opes eorum, qui praeessent
ipsi honori ius maiestatemque adicerent, [6] et tribuni,
id quod tunc erat, magis necessarii quam speciosi
ministerii procurationem intuentes, ne in parvis quoque
rebus incommode adversarentur, haud sane tetendere.
[7] cum a primoribus civitatis spretus honor esset,
Papirium Semproniumque, quorum de consulatu dubitatur,
ut eo magistratu parum solidum consulatum explerent,
censui agendo populus suffragiis praefecit. censores
ab re appellati sunt. |
Auf
dieses Jahr, mag es nun Tribunen oder auch Konsuln
gehabt haben, folgt ein anderes mit nicht zweifelhaften
Konsuln, dem Marcus
Geganius Macerinus, der zum zweiten Mal, und dem
Titus
Quinctius Capitolinus, der zum fünften Mal
Konsul war. (2) In dem selben Jahr nahm auch die Zensur
ihren Anfang, eine Sache, klein in ihrem Ursprung,
die nachher durch Zunahme einen solchen Umfang erhielt,
dass die Leitung der römischen Sitten und der
Zucht im Hause, der Senat
und die Rittercenturien,
die Entscheidung über Ehre und Schande in der
Befugnis dieser Behörde stand; ferner das Aufsichtsrecht
über Staatseigentum und persönlichen Landbesitz,
die Einkünfte des römischen Volks ihrem
Befehl und ihrer Entscheidung unterworfen waren. (3)
Die Sache nahm damit ihren Anfang, dass bei einem
Volk, das viele Jahre keine Schatzung gehabt hatte,
diese weder hinausgeschoben werden konnte, noch die
Konsuln, da Krieg mit so vielen Völkern drohten,
Zeit hatten, dieses Geschäft zu besorgen. (4)
Der Senat
brachte die Sache zur Sprache: Eine mühevolle
und keineswegs konsularische Arbeit bedürfe ihrer
eigenen Beamtung, der die Tätigkeit der Schreiber,
die Aufbewahrung und Besorgung der Verzeichnisse,
die Entscheidung über den leitenden Grundsatz
der Schatzung obläge. (5) Die Väter nahmen
das, wenn auch nicht sehr bedeutende, Geschäft
an, damit mehr patrizische
Magistrate im Gemeinwesen wären in der Voraussetzung,
die auch in Erfüllung ging, dass bald der Einfluss
derer, die die Aufsicht hätten, der Ehrenstelle
selbst Gewalt und Hoheit verleihen würde. (6)
Die Tribunen, die die Besorgung eines, wie es damals
war, mehr notwendigen als glänzenden Geschäftes
ins Auge fassten, machten keine großen Anstrengungen
dagegen, um nicht auch in kleinen Dingen unnötigerweise
zu widersprechen. (7) Da von den Häuptern des
Staates die Ehre verschmäht wurde, so wählte
das Volk mit Stimmenmehrheit den Papirius und Sempronius,
über deren Konsulat gezweifelt wird, um durch
diese Beamtung ihr nicht ganz vollständiges Konsulat
zu ergänzen. Sie wurden nach ihrem Geschäft
Schatzungsmänner genannt. (Üb. nach
Gerlach) |
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- In Rom herrscht eine Hungersnot. Der Plebeier
Spurius
Maelius hilft auf eigene Kosten, wird aber im folgenden
Jahr (zu Unrecht) wegen Hochverrat (Streben nach der Königswürde)
angeklagt und vom magister
equitum Gaius
Servilius Ahala erschlagen. (Liv.4,12-16; Dion.Hal.12,4;
Cic.rep.1,6; Val.Max.5,3,2)
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- Veii erneuert im
Bunde mit Fidenae
den Krieg gegen die Römer, muss aber 434
einen achtjährigen Waffenstillstand abschließen
(Liv.4,17-22); der Krieg flammt 426 noch
einmal auf. Am Ende des zehnjährigen Krieges 406-396
fällt Veii endgültig
durch Camillus.
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- Waffenstillstand mit den Veientern,
der acht Jahre (bis 426) halten wird.
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- Apollo-Tempel auf dem Marsfeld geweiht.
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- Der Krieg mit Veii
und Fidenae flammt
für ein Jahr noch einmal auf. Der Konsulartribun
musste eine Niederlage gegen Veii
mit einer Geldstrafe büßen.
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- Der Krieg gegen Veii
endet mit der Zerstörung von Fidenae
und einem zwanzigjährigen Waffenstillstand. (Liv.4,31-35)
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- Die Zahl der Quästoren wird verdoppelt. Zusätzlich
wird verfügt, dass Plebeier
zur Quästur zugelassen werden.
Liv.4,43,1-5:
proximo anno, Num. Fabio Vibulano T. Quinctio Capitolini
filio Capitolino consulibus, ductu Fabii, cui sorte
ea provincia evenerat, nihil dignum memoratu actum;
[2] cum trepidam tantum ostendissent aciem Aequi,
turpi fuga funduntur, haud magno consulis decore.
itaque triumphus negatus, ceterum ob Sempronianae
cladis levatam ignominiam, ut ovans urbem intraret,
concessum est. [3] quemadmodum bellum minore quam
timuerant dimicatione erat perfectum, sic in urbe
ex tranquillo necopinata moles discordiarum inter
plebem ac patres exorta est, coepta ab duplicando
quaestorum numero. [4] quam rem, praeter duos urbanos
quaestores ut crearentur alii quaestores duo, qui
consulibus ad ministeria belli praesto essent, a consulibus
relatam cum et patres summa ope adprobassent, tribuni
plebi certamen intulerunt, ut pars quaestorum - nam
ad id tempus patricii creati erant - ex plebe
fieret. [5] adversus quam actionem primo et consules
et patres summa ope adnisi sunt concedendo deinde,
ut quemadmodum in tribunis consulari potestate creandis
[usi sunt adaeque], sic in quaestoribus liberum esset
arbitrium populi, cum parum proficerent, totam rem
de augendo quaestorum numero omittunt. |
Im
folgenden Jahr unter dem Konsulat des Numerius
Fabius Vibulanus und Titus
Quinctius Capitolinus wurde unter Führung
des Fabius, dem dieses Geschäft durch das Los
zugefallen war, nichts Denkwürdiges getan. (2)
Da die Aequer
sich mit ihrer zaghaften Schlachtordnung kaum sehen
ließen, wurden sie ohne große Ehre für
den Konsul durch eine schimpfliche Flucht zersprengt.
Daher wird ihm ein Triumph
abgeschlagen, doch weil er die Schmach der Sempronischen
Niederlage gemildert hatte, gestattet, dass er festlich
zu Pferd in die Stadt einziehen durfte. (3) War nun
schon der Krieg mit weniger Anstrengung, als man gefürchtet
hatte, vorübergegangen, so folgte in der Stadt
auf den Zustand der Ruhe unerwartet eine ungeheuere
Zwietracht zwischen den Plebeiern
und den Väter, die mit der Verdoppelung der Zahl
der Quästoren ihren Anfang nahm. (4) Da
die Konsuln diesen Gegenstand, dass außer den
zwei städtischen Quästoren zwei immer den
Konsuln für die Geschäfte des Kriegs zu
Gebote stehen sollten, vor den Senat
gebracht und die Väter ihre volle Zustimmung
gegeben hatten, so machten es die Volkstribunen
zu einem Gegenstand des Streites, dass ein Teil der
Quästoren - denn bis dahin waren nur Patrizier
erwählt worden - aus den Plebeiern
erwählt werden sollte. (5) Gegen diesen Antrag
machten zuerst die Konsuln und die Väter
die größten Anstrengungen; hernach wollten
sie zugestehen, dass, wie sie es bei der Wahl der
Kriegstribunen mit Konsulargewalt gehalten hatten,
so auch bei den Quästoren das Volk die freie
Wahl haben sollte, richteten aber wenig aus, und gaben
daher die ganze Sache wegen der Vermehrung der Zahl
der Quästoren auf. (Üb. nach Gerlach) |
- Erst der Interrex
Lucius
Papirius Mugillanus bringt 420
die oben genannte Regelung zustande (Liv.4,43).
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- Verschwörung römischer Sklaven
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- Der Dictator soll von seinem eigenen Sohn ernannt worden
sein. Er siegte am Algidus
über die Aequer.(Liv.4,45ff.)
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- Ein Antrag der Tribunen, den Plebeier
aus dem ager
publicus Land zuzuweisen (durch assignatio), setzt sich
nicht durch.
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- Die Römer nehmen von den Volskern
Ferentinum ein
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- Es werden die ersten plebejischen
Quästoren gewählt, wodurch den Plebeiern
eine neue Möglichkeit eröffnet ist, Mitglied des
Senats zu werden.
(Liv.4,54).
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- 406-396 Zehnjähriger Krieg gegen Veii
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- Dem römischen Fußvolk wird zum ersten Mal Sold
aus der Staatskasse zugestanden. Zur Finanzierung führten
die Patrizier
den Zehnten aus dem ager
publicus ab. (Liv.4,59)
Liv.4,59,11:
additum deinde omnium maxime tempestivo principum
in multitudinem munere, ut ante mentionem ullam plebis
tribunorumue decerneret senatus, ut stipendium miles
de publico acciperet, cum ante id tempus de suo quisque
functus eo munere esset. |
Danach
wurde ein Geschenk, zeitgemäßer als jedes
sonst, dem Volk von den Vornehmen bewilligt,
dass, ehe die Plebeier
und Tribunen nur ein wort erwähnten, der Senat
beschloss, dass das Kriegsvolk den Sold aus der Staatskasse
erhalten sollte, da vorher jeder die Kosten des Dienstes
aus seinem eigenen Vermögen bestritten hatte.
(Üb. nach Gerlach) |
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- Beginn des letzten Krieges gegen Veii.
Es war der siebte insgesamt und dauerte 10 Jahre. (Liv.4,32;
Liv.5,4)
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- Auch der römischen Reiterei wird Sold bewilligt.
- Einführung einer Junggesellensteuer (aes uxorium)
durch den Zensor Marcus Furius Camillus.
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- Die Römer schließen Veii
ein, seine Belagerung wird den Winter über aufrecht
erhalten. (Liv.5,2-5; Plut.Cam.2)
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- Die Capenaten
und Falisker überfallen
das römische Lager bei Veii.
(Liv.5,8). Die Wiederholung des Überfalls 399
war weniger erfolgreich. (Liv.5,53)
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- Kelteneibruch von Gallien
nach Norditalien
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- Einnahme von Poseidonia (Paestum) durch die Lukaner.
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- Wegen der Bedrohung durch Krieg und Seche führt man
eine Götterbewirtung (lectisternium) durch.
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- Die Tarquinienser
greifen auf der Seite von Veii
in den Krieg ein (Liv.5,16).
- Da der Bestand Veiis
nach Auskunft eines etruskischen
Haruspex und einer Bestätigung durch Delphi
mit dem Albaner
See verknüpft sei, leitete man dessen Wasser ab
(Liv.5,15-17; Dion.Hal.12,10-12; Plut.Cam.3-4)
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- Am Forum Boarium erhält die Göttin Mater Matuta
(Geburt)
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- Die Römer unterwerfen
auch Capena und
gewähren den Frieden, um den man sie bat. (Liv.5,24;
Plut.Cam.9).
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- Falerii ergibt
sich und schließt mit Rom ein Bündnis (Liv.5,26f.;
Plut.Cam.10)
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- Konsulat des
- consules suffecti
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- Krieg mit den Vulsiniensern und Salpinaten (Liv.5,31f.)
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- Rom schließt einen zwanzigjährigen Waffenstillstand
mit den Vulsiniensern.
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- Camillus
wird "propter praedam Veientanam" verbannt: Er
wollte dem Volk ein Zehntel der Beute wieder entziehen (Liv.5,32;
Plut.Cam.12) und widersetzte sich einem Antrag des Tribunen
Titus Sicinius,
nach Veii umzusiedeln.
(Liv.5,23-25).
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- Errichtung eines Marstempels
im Süden der Stadt
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- Die Gallier besiegen
die Römer am 18. Juli (nach Livius 390 oder abweichend
387) an der Allia
(dies Alliensis), sie erobern Rom und brennen es nieder.
Einige Senatoren und der Pontifex maximus Marcus
Folius Flaccinator bleiben voller Stolz in der Stadt
und werden getötet. Die übrigen Römer verschanzen
sich unter dem Kommando des Marcus
Manlius Capitolinus auf dem Kapitol,
das die Gallier
sieben Monate lang belagen (Plut.Cam.30; Polyb.2,22,5).
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- Der Umschwung kommt von den Römern in Veii.
Sie schicken Pontius
Cominius auf das Capitol,
damit die römische Magistratur Camillus
zurückrufe (Liv.5,46). Auf seinen Spuren versuchen
die Gallier, die
Burg zu besteigen. Doch gelingt es dem Kommandanten Marcus
Manlius, sie mit Hilfe der heiligen Gänse der Iuno
zu verteidigen.
Serv.Aen.8,652:
Brenno duce Senones Galli venerunt ad urbem et circa
Alliam fluvium occurrentem sibi deleverunt exercitum
omnem populi Romani. aliaque die cum vellent ingredi
civitatem, primo cunctati sunt timentes insidias,
quia et patentes portas et nullum in muris videbant.
postea paulatim ingressi cuncta vastarunt octo integris
mensibus, adeo ut quae incendere non poterant, militari
manu diruerent, solo remanente Capitolio, ad quod
cum utensilibus reliqui confugerant cives: qui tamen
a Gallis obsidebantur etiam id penetrare cupientibus,
quos alii per dumeta et saxa aspera, alii per cuniculos
dicunt conatos ascendere. tunc Manlius, custos Capitolii,
Gallos detrusit ex arce, clangore anseris excitatus,
quem privatus quidam dono Iunoni dederat: namque secundum
Plinium nullum animal ita odorem hominis sentit. [...]
hic tamen Manlius, postmodum adductus in suspitionem
regni appetiti vel inimicorum oppressus factione,
a populo damnatus est.
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Unter
Brennus'
Führung zogen die senonischen
Gallier gegen
Rom und vernichteten das gesamte Heer des römischen
Volkes, das ihnen an der Allia entgegentrat.
Als sie anderntags in die Stadt eindringen wollten,
zögerten sie zunächst aus Furcht vor einem
Hinterhalt, denn sie sahen, dass die Tore offen standen
und niemand die Mauern verteidigte. Später drangen
sie allmählich ein und zerstörten innerhalb
von acht vollen Monate alles so gründlich, dass
sie, was sie nicht anzünden konnten, mit militärischer
Gewalt niederrissen. Allein das Kapitol
blieb unberührt, auf das sich der Rest der Bürger
mit seinen Habseligkeiten hatte retten können.
Diese wurden allerdings von den Galliern
belagert, die auch dort eindringen wollten. Einige
sagen sie hätten versucht, es durch das Dornengestrüpp
und über die unwegsamen Felsen zu besteigen,
andere durch unterirdische Stollen. Da konnte Manlius,
der wachhabende Kommandant des Kapitols,
die Gallier von der Burg hinabwerfen, weil ihn das
Schnattern einer Gans geweckt hatte, die ein Privatmann
der Iuno geschenkt hatte. Denn nach Plinius kann kein
anderes Tier so gut den Geruch eines Menschen wahrnehmen.
[...] Im Nachhinein wurde Manlius allerdings vom Volk
verurteilt, weil man ihn verdächtigte, er habe
nach der Königsmacht gestrebt, oder weil ihn
die Partei seiner Feinde unter Druck gesetzt hatte
(Üb. E.Gottwein) |
- Die Römer wollen sich mit Gold freikaufen (Brennus:
"vae victis"!). Doch Camillus
kommt rechtzeitig aus der Verbannung zurück, schlägt
als Dictator die
Gallier und verjagt
sie bevor sie das Gold, mit dem sich die Römer freikaufen
wollten, an sich genommen hatten. (Liv.5,47-49). Andere
lassen den Galliern
die 1000 Talente, so Diod.14,116; Polyb.2,18,3; Polyb.2,22,5.
Nach Eutr.1,20,8
nimmt es ihnen Camillus
später wieder ab.
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