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v.Chr. |
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Kultur |
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- Zw. 500-450: Kapitolinische Wölfin (Konservatorenpalast)
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- Die Römer bauen ihre Colonie
in Velitrae aus
und entsenden eine neue nach Norba,
das Livius als "arx in Pomptino" bezeichnet (Liv.2,34;
Dion.Hal.7,12f.). Beide Colonien
dienen der Sicherung des eroberten Gebietes und als Stützpunkte
für weitere Eroberungen.
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- In Rom gibt es als Folge der Auswanderung der Plebeier,
weil die Felder unbestellt geblieben waren, eine Hungersnot.
Die Nachbarvölker hatten Hilfe verweigert, eine Gesandtschaft
zu Gelon
nach Syrakus
hatte zu viel Zeit benötigt. (Liv.2,34; Dion.Hal.7,1-20).
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- Coriolanus
zieht mit dem Volskerheer
gegen Rom. Nur durch die Fürbitte seiner Mutter Veturia
und seiner Gemahlin Volumnia
lässt er sich von einer Eroberung Roms abbringen (Eutr.1,15;
Liv.2,40,1-10).
- Zum Dank für den Bittgang der Frauen zu Coriolanus
wird der Tempel der Fortuna
muliebris gestiftet. (Liv.2,40; Dion.Hal.8,55f.; Valer.Max.5,2,1)
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- Proculus
Verginius kämpft gegen die Volsker
und widersetzt sich dem Ackergesetz seines Mitkonsuls Spurius
Cassius. (Liv.2,41; Dion.Hal.8,68ff.; Dion.Hal.9,51;
Diod.11,1)
- Der Konsul Spurius
Cassius nimmt die Herniker
als drittes Mitglied gleichberechtigt (foedus aequum) in
den Latinerbund
von 493 auf. (Liv.2,41; Dion.Hal.8,69)
Dion.Hal.8,69,2:
διαπραξάμενος δὲ τὸν θρίαμβον αὑτῷ δοθῆναι τὰς πρὸς
Ἕρνικας ἐξήνεγκεν ὁμολογίας· αὗται δ' ἦσαν ἀντίγραφοι
τῶν πρὸς Λατίνους γενομένων, ἐφ' αἷς πάνυ ἤχθοντο
οἱ πρεσβύτατοί τε καὶ τιμιώτατοι καὶ δι' ὑποψίας αὐτὸν
ἐλάμβανον οὐκ ἀξιοῦντες τῆς ἴσης τιμῆς τοῖς συγγενέσι
Λατίνοις τοὺς ἀλλοεθνεῖς Ἕρνικας τυγχάνειν, οὐδὲ τοῖς
πολλὰ εὐνοίας ἔργα ἐπιδειξαμένοις τοὺς μηδ' ὁτιοῦν
ἀγαθὸν δεδρακότας τῶν αὐτῶν φιλανθρώπων μετέχειν,
τῇ τε ὑπεροψίᾳ τοῦ ἀνδρὸς ἀχθόμενοι, ὃς ὑπὸ τῆς βουλῆς
τιμηθεὶς οὐκ ἀντετίμησεν αὐτὴν τοῖς ἴσοις, οὐδὲ μετὰ
κοινῆς γνώμης τῶν συνέδρων, ἀλλ' ὡς αὐτῷ ἐδόκει γράψας
ἐξήνεγκε τὰς ὁμολογίας. |
(2)
Nachdem er durchgesetzt hatte, dass ihm der Triumph
bewilligt wurde, machte er den Vertrag mit den Hernikern
bekannt. Es war eine Abschrift des mit den Latinern
geschlossenen und darüber wurden die Ältesten
der Nobilität sehr unwillig, weil sie es nicht
für recht hielten, dass die landfremden Herniker
die gleiche Auszeichnung wie die stammesverwandten
Latiner
erhielten und die, die sich kein Verdienst um Rom
erworben hatten, die selbe menschenfreundliche Behandlung
finden wie die, die viele Beweise des Wohlwollens
gegeben hatten. Auch ärgerten sie sich
über die von ihm bewiesene Geringschätzung,
dass er von dem Senat
geehrt nicht wiederum auf die gleiche Weise ihn ehrte
und statt auf gemeinsamen Beschluss nach eigenem
Gutdünken den Vertrag ausfertigte und bekannt
machte. (Üb. nach Christian) |
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- Der Versuch des Konsuls Spurius
Cassius, den Plebeiern
durch eine "lex agraria" Anteil am ager
publicus zu verschaffen, führt zu einer Anklage
durch den QuästorLucius
Valerius Volusus Potitus und durch Kaeso
Fabius. Spurius
Cassius wird durch die comitia
curiata verurteilt und hingerichtet. Auch hier wird
berichtet, sein eigener Vater habe für seinen Tod gesorgt.
(Liv.2,41; Dion.Hal.8,77-80
| Liv.2,41:
Sp. Cassius deinde et Proculus Verginius consules
facti. cum Hernicis foedus ictum; agri partes duae
ademptae. inde dimidium Latinis, dimidium plebi divisurus
consul Cassius erat. [2] adiciebat hic muneri agri
aliquantum, quem publicum possideri a privatis criminabatur.
id multos quidem patrum, ipsos possessores, periculo
rerum suarum terrebat; sed et publica patribus sollicitudo
inerat largitione consulem periculosas libertati opes
struere. [3] tum primum lex agraria promulgata est,
nunquam deinde usque ad hanc memoriam sine maximis
motibus rerum agitata. [4] consul alter largitioni
resistebat auctoribus patribus nec omni plebe adversante,
quae primo coeperat fastidire munus volgatum a civibus
isse in socios; [5] saepe deinde et Verginium consulem
in contionibus velut vaticinantem audiebat pestilens
collegae munus esse; agros illos servitutem iis, qui
acceperint, laturos; regno viam fieri. [6] quid ita
enim adsumi socios et nomen Latinum, quid attinuisset
Hernicis, paulo ante hostibus, capti agri partem tertiam
reddi, nisi ut hae gentes pro Coriolano duce Cassium
habeant? [7] popularis iam esse dissuasor et intercessor
legis agrariae coeperat. uterque deinde consul, ut
certatim, plebi indulgere. Verginius dicere passurum
se adsignari agros, dum ne cui nisi civi Romano adsignentur:
[8] Cassius, quia in agraria largitione ambitiosus
in socios eoque civibus vilior erat, ut alio munere
sibi reconciliaret civium animos, iubere pro Siculo
frumento pecuniam acceptam retribui populo. [9] id
vero haud secus quam praesentem mercedem regni aspernata
plebes; adeo propter suspicionem insitam regni, velut
abundarent omnia, munera eius in animis hominum respuebantur.
[10] quem, ubi primum magistratu abiit, damnatum necatumque
constat. sunt qui patrem auctorem eius supplicii ferant:
eum cognita domi causa verberasse ac necasse peculiumque
filii Cereri consecravisse; signum inde factum esse
et inscriptum: 'ex Cassia familia datum.' [11]
invenio apud quosdam, idque propius fidem est, a quaestoribus
Caesone Fabio et L. Valerio diem dictam perduellionis,
damnatumque populi iudicio, dirutas publice aedes.
ea est area ante Telluris aedem. [12] ceterum sive
illud domesticum sive publicum fuit iudicium, damnatur
Servio Cornelio Q. Fabio consulibus. |
(1)
Darauf wurden Spurius
Cassius und Proculus
Verginius Konsuln. Mit den Hernikern
wurde ein Vertrag geschlossen und sie verloren zwei
Drittel ihres Landes. Davon wollte der Konsul Cassius
das eine Drittel unter die Latiner,
das andere unter die Bürgerschaft verteilen.
(2) Er wollte noch, ein beträchtliches Stück
Land beizufügen, das, obgleich Staatsländerei,
widerrechtlich in Privatbesitz sei. Die Bedrohung
ihres Eigentums schreckte viele Väter, die eigentlichen
Besitzer. Aber auch hinsichtlich des Gemeinwesens
waren die Väter besorgt, weil der Konsul durch
diese Schenkung eine für die Freiheit gefährliche
Macht begründe. (3) Damals zuerst wurde ein Ackergesetz
angekündigt, das seitdem bis auf den heutigen
Tag niemals ohne die größten Erschütterungen
zur Anwendung kam. (4) Der andere Konsul widersetzte
sich der Schenkung auf Veranlassung der Väter,
nicht einmal die gesamte Bürgerschaft war dafür,
die zuerst angefangen hatte zu murren, weil die Gabe
gemein gemacht und zwischen Bürgerschaft und
Bundesgenossen geteilt wurde. (5) Oft hörte sie
nachher den Konsul Verginius
in den Versammlungen gleichsam die Prophezeiung aussprechen,
das Geschenk seines Amtsgenossen sei verderblich.
Diese Ländereien würden denen, die sie bekämen,
die Knechtschaft bringen, es werde der Weg zum Königtum
gebahnt. (6) Denn warum würden die Bundesgenossen
und das Volk der Latiner
dazugenommen? Wozu es nötig gewesen sei, den
Hernikern,
die noch vor kurzem Feinde gewesen seien, den dritten
Teil des eroberten Landes zurückzugeben, wenn
nicht diese Völker statt des Coriolanus
den Cassius
zum Führer haben sollten? (7) Schon fing derjenige
an, beim Volk beliebt zu werden, der das Ackergesetz
widerriet und dagegen Einsruch erhob. Beide Konsuln
zeigten sich jetzt um die Wette willfährig gegen
die Bürgerschaft. Verginius
erklärte, er werde die Landanweisung gestatten,
wenn sie auf die römischen Bürger beschränkt
werde. (8) Cassius,
der bei der Landverteilung mehr die Gunst der Bundesgenossen
gesucht hatte und dafür bei den Bürgern
weniger gut stand, trug darauf an, um durch eine andere
Gabe die Zuneigung der Bürger zu gewinnen, dass
die für das sizilische Getreide empfangene Bezahlung
dem Volk zurückerstattet werden solle. (9) Das
aber wies das Volk zurück, nicht anders, als
wenn es der bar eingezahlte Lohn für das Königtum
wäre; so sehr wurden wegen des tief sitzenden
Argwohns gegen das Königtum seine Geschenke im
Herzen von der Menge verschmäht. (10) Sobald
er vom Amt abtrat, wurde er bekanntlich verurteilt
und hingerichtet. Einige meinen, der Vater habe die
Strafe vollzogen; er habe die Sache daheim untersucht
und seinen Sohn geißeln und hinrichten lassen
und sein Vermögen den Curien
geweiht. Daraus sei ein Standbild verfertigt worden
mit der Inschrift: Ein Geschenk der cassischen Familie.
(11) Ich finde bei einigen, und das ist glaubwürdiger,
er sei von den Quästoren Caeso Fabius und Lucius
Valerius wegen Hochverrats belangt und durch das Urteil
des Volks verurteilt und sein Haus nach einem Senatsbeschluss
zerstört worden. Das ist jetzt der freie Platz
vor dem Tempel der Tellus. (12) Übrigens fand
die Verurteilung, mag sie von der Familie oder vom
Senat ausgegangen
sein, unterden Konsuln Servius Cornelius und Quintus
Fabius (485 v.Chr.) statt. (Üb. nach Gerlach) |
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- Der Kult der Dioskuren wird aus Tusculum
nach Rom übernommen. Sie erhalten einen Tempel auf
dem Forum.
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- Der Krieg mit den Veientern
(483-474) lebt wieder auf (Dion.Hal.8,81f.; Liv.2,49)
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- Die beiden Konsuln
erringen einen bedeutenden Sieg über Veii,
auch wenn die Quellen (Liv.2,44-47; Dion.Hal.9,5-13) ihre
Taten sagenhaft überhöhen.
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- Über den Fortgang des Krieges gegen Veii
berichtet Liv.2,48,
dass die Fabier
sich diesen Krieg vom Senat
als Privatkrieg übertragen ließen (vgl. Dion.Hal.9,14).
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- Aber die Bereitschaft der Fabier,
den Krieg gegen Veii
allein zu führen, führt zu ihrem Untergang an
der Cremera: Sie
werden in eine Falle gelockt, ihre Niederlage gilt als "dies
ater (nefastus)", nur ein Fabier,
der wegen seines jungen Alters in Rom geblieben war, überlebt
(Liv.2,50; Dion.Hal.9,19-22; Ov.Fast.2,193-242). Der Konsul
Titus
Menenius Lanatus hatte die Fabier
im Stich gelassen und bezog ebenfalls eine Niederlage. Er
wurde deswegen zu einer Geldstrafe verurteilt und starb
aus Gram (Liv.2,51f.; Dion.Hal.11,18ff.). Die Römer
setzen den Krieg gegen Veii
zunächst ohne Erfolg bis zum Friedensvertrag von 474
fort.
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- Der Volkstribun
Publilius Volero bringt das Gesetz ein, dass Volkstribunen
und Aedile in den
comitia tributa
gewählt werden. Dadurch wurde verhindert, dass die
Patrizier weiterhin
ihnen genehme Volkstribunen
gewinnen konnten, die regelmäßig, wenn es um
das Ackergesetz ging, ihr Veto einlegten.
Liv.2,56,3:
haud parva res sub titulo prima specie minime atroci
ferebatur, sed quae patriciis omnem potestatem per
clientium suffragia creandi quos vellent tribunos
auferret. |
Keine
unbedeutende Sache wurde unter einer beim ersten Anschein
keineswegs drohenden Ankündigung beantragt, die
aber den Patriziern
alle Mach nahm, durch die Stimmen der Klienten die
Tribunen zu wählen, die sie wollten. (Üb.
nach Gerlach) |
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- Die Japyger erringen einen Sieg über Tarent.
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- Die LEX PUBLILIA VOLERENSIS DE PLEBEIS MAGISTRATIBUS wird
(auf Antrag des Tribunen Publilius
Volero) in Kraft gesetzt. Ab jetzt wurden fünf
Volkstribune
gewählt, und die Patrizier
waren bei der Wahl in den comitia
tributa nicht anwesend. (Liv.2,57f.; Dion.Hal.9,43-49;
Diod.11,68,7)
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- Zw.470-460: Reiterstandbild der Dioskuren vom Lacus Iuturnae.
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- Die Römer gewinnen von den Volskern
die Küstenstadt Antium
(Liv.2,65; Dion.Hal.9,58).
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- Antium wird als
römische Colonie
eingerichtet; daran beteiligen sich auch Latiner
und Herniker (Liv.3,1;
Dion.Hal.9,59). Die Verantwortung lag bei den triumviri
agris dandis. Dazu gehörten
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- Die Aequer und
Volsker erringen
Erfolge und rücken gegen Rom vor (Liv.3,6-7; Dion.Hal.9,67f.).
Liv.3,6,7:
non diutius se in Hernico hostis continuit; pergit
inde infestus in agros Romanos, etiam sine belli iniuria
vastatos. ubi cum obvius nemo ne inermis quidem fieret
perque omnia non praesidiis modo deserta sed etiam
cultu agresti transirent, pervenere ad tertium lapidem
Gabina via. |
Der
Feind beschränkt sich nicht länger auf das
Hernikerland,
er drängt verheerend weiter in das römische
Gebiet vor, das auch ohne die Unbilden des Krieges
verheert war. Da ihnen da nicht einmal ein Unbewaffneter
entgegen kam, und überall, wo sie durchzogen,
alles nicht nur von Besatzungen entblößt,
sondern selbst von der Landbevölkerung ganz verlassen
war, kamen sie auf der Gabinischen Straße bis
zum dritten Meilenstien. (Üb. nach Gerlach) |
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- Gleichzeitig wurde Rom von der Pest heimgesucht.
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- In der Auseinandersetzung mit den Volskern
gelingt es den Römern, mit Erfolg den alten Zustand
wiederherzustellen (Liv.3,8f.; Dion.Hal.9,69-71).
Liv.3,9,1:
sic res Romana in antiquum statum rediit, secundaeque
belli res extemplo urbanos motus excitaverunt. |
So
kamen die Verhältnisse wieder in den alten Stand
und das Glück im Krieg erzeugte sogleich wieder
Bewegungen in der Stadt. (Üb. nach Gerlach) |
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- LEX TERENTILIA: Der Tribun Gaius
Terentilius Arsa (Harsa)
stellt den Antrag, die Gesetze des öffentlichen Rechts
und des Privatrechts schriftlich zu fixieren. Der Antrag
wird erst 454 angenommen. Sein Hauptmotiv
war es, die Macht der Konsuln durch eine gesetzliche Grundlage
zu beschränken. Dion.Hal. spricht in diesem Zusammenhang
öfter von ἰσονομία und ἰσηγορία als Zweck des Antrages.
Liv.3,92-5:
[2] C. Terentilius Harsa tribunus plebis eo anno fuit.
is consulibus absentibus ratus locum tribuniciis actionibus
datum, per aliquot dies patrum superbiam ad plebem
criminatus, maxime in consulare imperium tamquam nimium
nec tolerabile liberae civitati invehebatur: [3] nomine
enim tantum minus invidiosum, re ipsa prope atrocius
quam regium esse; [4] quippe duos pro uno dominos
acceptos, immoderata, infinita potestate, qui soluti
atque effrenati ipsi omnes metus legum omniaque supplicia
verterent in plebem. [5] quae ne aeterna illis licentia
sit, legem se promulgaturum, ut quinque viri creentur
legibus de imperio consulari scribendis; quod populus
in se ius dederit, eo consulem usurum, non ipsos libidinem
ac licentiam suam pro lege habituros. |
(2)
Gaius
Terentilius Harsa war in diesem Jahr Volkstribun.
Dieser klagte in der Meinung, dass in der Abwesenheit
der Konsuln Spielraum für tribunizische Maßnahmen
gegeben sei, mehrere Tage bei dem Volk über den
Hochmut der Väter und fuhr besonders gegen die
Konsulargewalt los, als sei sie zu ausgedehnt und
für einen freien Staat unerträglich. (3)
Nur dem Namen nach sei sie weniger gehässig,
in Wahrheit noch beinahe schlimmer als das Königtum;
(4) denn man habe zwei Herren erhalten statt einem,
mit maßloser und unbeschränkter Gewalt,
die selber ungebunden und zügellos alle Schrecknisse
der Gesetze und Strafen gegen das Volk in Anwendung
brächten. (5) Damit diese Ungebundenheit nicht
ewig dauere, werde er ein Gesetz in Vorschlag bringen,
dass fünf Männr gewählt werden sollten,
um Gesetze über die Konsulargewalt abzufassen.
(Üb. nach Gerlach) |
- Die Durchsetzung des Gesetzes zog sich über zehn
Jahre hin, wobei es mitunter zu gewaltsamen Auseinandersetzungen
kam (z.B.: Liv.3,11-13; Dion.Hal.10,5-8).
- Über die anfängliche sozialkämpferische
Zielsetzung hinaus entwickelte sich das "Zwölftafelgesetz"
zu einer das gesamte öffentliche und private Leben
umfassenden Gesetzeswerk (Liv.3,34,6; Dion.10,3).
Liv.3,34,6:
cum ad rumores hominum de unoquoque legum capite editos
satis correctae viderentur, centuriatis comitiis decem
tabularum leges perlatae sunt, qui nunc quoque, in
hoc immenso aliarum super alias acervatarum legum
cumulo, fons omnis publici privatique est iur. |
Als
nach den bekannt gewordenen Reden der Leute über
jeden einzelnen Punkt der Gesetze diese hinlänglich
verbessert schienen, wurden die zehn Gesetzestafeln
in den Centuriatscomitien
angenommen, die auch jetzt noch, bei dieser unendlichen
Masse von Gesetzen, wo eins zu dem anderen gehäuft
ist, die Quelle des ganzen staatlichen und persönlichen
Rechts sind. (Üb. nach Gerlach) |
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- Die Plebeier weigerten
sich zunächst, das Kapitol
zu verteidigen. Doch konnte sie der Konsul Publius
Valerius mit dem Versprechen gewinnen, nach der Rückeroberung
des Kapitols
ihren Wünschen nachzugeben. Publius
Valerius selbst fiel im Kampf. (Liv.3,15-17; Dion.Hal.10,14-16).
Publius
Volumnius Amintinus Gallus, sein Vorgänger im Consulat,
übernahm sein Heer und führte den Kampf weiter
(Liv.3,18,9).
Dion.Hal.10,14,1-4:
(1) Ἐν τοιαύτῃ δὲ ταραχῇ τῆς πόλεως οὔσης ἀνήρ
τις ἐκ τοῦ Σαβίνων ἔθνους πατέρων τε οὐκ ἀφανῶν καὶ
χρήμασι δυνατός, Ἄππιος Ἑρδώνιος ὄνομα, καταλῦσαι
τὴν Ῥωμαίων ἡγεμονίαν ἐπεβάλετο εἴθ' ἑαυτῷ τυραννίδα
κατασκευαζόμενος εἴτε τῷ Σαβίνων ἔθνει πράττων ἀρχὴν
καὶ κράτος εἴτ' ὀνόματος ἀξιωθῆναι βουλόμενος μεγάλου.
κοινωσάμενος δὲ πολλοῖς τῶν φίλων, ἣν εἶχε διάνοιαν
καὶ τὸν τρόπον τῆς ἐπιχειρήσεως ἀφηγησάμενος, ἐπειδὴ
κἀκείνοις ἐδόκει, συνήθροιζε τοὺς πελάτας καὶ τῶν
θεραπόντων, οὓς εἶχεν εὐτολμοτάτους· καὶ δι' ὀλίγου
χρόνου συγκροτήσας δύναμιν ἀνδρῶν τετρακισχιλίων μάλιστα,
ὅπλα τε καὶ τροφὰς καὶ τἆλλα, ὅσων δεῖ πολέμῳ, πάντα
εὐτρεπισάμενος, εἰς σκάφας ποταμηγοὺς ἐνεβάλετο. (2)
πλεύσας δὲ διὰ τοῦ Τεβέριος ποταμοῦ προσέσχε τῆς Ῥώμης
κατὰ τοῦτο τὸ χωρίον, ἔνθα τὸ Καπιτώλιόν ἐστιν οὐδ'
ὅλον στάδιον ἀπέχον τοῦ ποταμοῦ. ἦσαν δὲ μέσαι τηνικαῦτα
νύκτες, καὶ πολλὴ καθ' ὅλην τὴν πόλιν ἡσυχία, ἣν συνεργὸν
λαβὼν ἐξεβίβασε τοὺς ἄνδρας κατὰ σπουδὴν καὶ διὰ τῶν
ἀκλείστων πυλῶν· εἰσὶ γάρ τινες ἱεραὶ πύλαι τοῦ Καπιτωλίου
κατά τι θέσφατον ἀνειμέναι, Καρμεντίδας αὐτὰς καλοῦσιν·
ἀναβιβάσας τὴν δύναμιν εἶχε τὸ φρούριον. ἐκεῖθεν δ'
ἐπὶ τὴν ἄκραν ὠσάμενος, - ἔστι δὲ τῷ Καπιτωλίῳ προσεχής,
- κἀκείνης ἐγεγόνει κύριος. (3) ἦν δὲ αὐτοῦ γνώμη
μετὰ τὸ κρατῆσαι τῶν ἐπικαιροτάτων τόπων τούς τε φυγάδας
εἰσδέχεσθαι καὶ τοὺς δούλους εἰς ἐλευθερίαν καλεῖν
καὶ χρεῶν ἄφεσιν ὑπισχνεῖσθαι τοῖς ἀπόροις τούς τε
ἄλλους πολίτας, οἳ ταπεινὰ πράττοντες διὰ φθόνου καὶ
μίσους εἶχον τὰς ὑπεροχὰς καὶ μεταβολῆς ἄσμενοι ἂν
ἐλάβοντο, κοινωνοὺς ποιεῖσθαι τῶν ὠφελειῶν. ἡ δὲ θαρρεῖν
τε αὐτὸν ἐπαγομένη καὶ πλανῶσα ἐλπίς, ὡς οὐθενὸς ἀτυχήσοντα
τῶν προσδοκωμένων, ἡ πολιτικὴ στάσις ἦν, δι' ἣν οὔτε
φιλίαν οὔτε κοινωνίαν οὐδεμίαν ὑπελάμβανε τῷ δήμῳ
πρὸς τοὺς πατρικίους ἔτι γενήσεσθαι. (4) ἐὰν δὲ ἄρα
μηθὲν αὐτῷ τούτων κατὰ νοῦν χωρῇ, τηνικαῦτα Σαβίνους
τε πανστρατιᾷ καλεῖν ἐδέδοκτο καὶ Οὐολούσκους καὶ
τῶν ἄλλων πλησιοχώρων ὅσοις ἂν ᾖ βουλομένοις ἀπηλλάχθαι
τῆς ῾Ρωμαίων ἐπιφθόνου ἀρχῆς. |
Während
der Staat sich in diesen Wirren befand, unternahm
es ein Mann aus dem sabinischen
Stamm, der von angesehenen Voreltern abstammte und
an Vermögen mächtig war, Appius
Herdonius mit Namen, die römische Vormacht
zu stürzen, sei es, um für sich die Alleinherrschaft
zu erringen oder dem Sabinervolk
Herrschaft und Macht zu erwerben, oder in der Absicht,
sich einen großen Namen zu verdienen. Er teilte
vielen seiner Freunde seine Absicht mit und
erklärte ihnen die Art der Ausführung. Da
auch diese sie billigten, versammelte er seine Hörigen
und die herzhaftesten von seinen eigenen Sklaven.
Nachdem er in kurzer Zeit eine Streitmacht von ungefähr
viertausend Mann zusammengebracht und Waffen Lebensmittel
und alles, was man sonst für den Krieg braucht,
herbeigeschafft hatte, schiffte er sie auf Flusskähnen
ein. (2) Er fuhr auf dem Tiberfluss hin und
landete in der Gegend von Rom, wo das Kapitol
ist, nicht einmal ein Stadion vom Fluss entfernt.
Es war gerade Mitternacht und in der ganzen Stadt
herrschte vollkommene Ruhe. Mit deren Hilfe schiffte
er seine Leute in Eile aus, führte seine Schar
durch das nicht geschlossene Tor (es steht nämlich
auf dem Kapitol
ein heiliges Tor entsprechend einem Götterspruch
offen, man nennt es das Carmentinische) hinauf und
war so im Besitz dieses festen Platzes. Von da drang
er auf die Burg, die mit dem Kapitol
zusammenhängt, und bekam auch diese in seine
Gewalt. (3) Sein Plan war, nach der Besetzung der
wichtigsten Punkte die Verbannten an sich zu ziehen,
die Sklaven zur Freiheit zu rufen , den Armen Schuldenerlass
zu versprechen und die übrigen Bürger, die
in schlechten Verhältnissen lebten und daher
die Vornehmen beneideten und hassten und gern in einen
Umsturz eingewilligt hätten, an der Beute teilnehmen
zu lassen. Die Hoffnung, die ihn zu mutigem Vertrauen
und zu dem Irrtum verleitete, als werde ihm keine
seiner Erwartungen fehlschlagen, war die Parteiung
unter den Bürgern, deretwegen nach seiner Meinung
weder Freundschaft noch Gemeinschaft zwischen dem
Volk und Patriziern
mehr zustande kommen werde. (4) Wenn ihm aber nichts
davon nach seinem Sinn ginge, so hatte er beschlossen,
die Sabiner
mit ihrer ganzen Heeresmacht aufzurufen, und die Volsker
und alle benachbarten Völker, denen die Befreiung
von der verhassten Römerherrschaft erwünscht
wäre. (Üb. nach Christian) |
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- Krieg mit Volskern
und Aequern (Liv.3,22f.;
Dion.Hal.10,21). Gegen die Volsker
geht es besonders um Antium,
das die Volsker
besetzt hatten, so dass es die Römer befreien mussten.
Andererseits war Antium
auch von den Römern abgefallen. Mit den Aequern
schließen die Römer zwar Frieden, doch hält
er nur bis zum nächsten Jahr.
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- Der Consul Gaius
Nautius Rutilus ist Gegner der lex Terentilia.
- Lucius
Quinctius Cincinnatus wird vom Pflug weg
zur Dictatur geholt, um das von den Aequern
auf dem Berg Algidus
eingeschlossene Heer zu befreien. Nach 16 Tagen kann er
sein Amt niederlegen und triumphieren (Liv.3,26ff.; Eutr.1,17;
Dion.Hal.10,23ff.)
- Der Consul Gaius
Nautius Rutilus und der Dictator
Lucius
Quinctius Cincinnatus siegen zwar über die Aequer
und bei Eretum
über die Sabiner
(Liv.3,25-29; Dion.Hal.10,22-25), doch gibt es in den Folgejahren
noch mehrere Angriffe der Aequer,
meist zusammen mit den Sabinern,
so
- 457 (Liv.3,30; Dion.Hal.10,26-30),
- 455 (Liv.3,31; Dion.Hal.10,43-47),
- 449 (Liv.3,38;
Liv.3,41f.; Dion.Hal.11,3.23).
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- Die Zahl der Volkstribunen
wird auf zehn erhöht (Liv.3,30; Dion.Hal.10,30)
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- Der Aventin
wird aufgrund des Gesetzes des Volkstribunen Gaius
Icilius Ruga (LEX DE AVENTINO PUBLICANDO) den Plebeiern
zur Besiedlung freigegeben. Durch ein weiteres Gesetz erreicht
er für die Volkstribunen
das Recht, den Senat zu berufen.
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- LEX ATERNIA TARPEIA: Sie beschränkte die Strafgewalt
der Magistrate, indem sie diese bei einer Geldstrafe (multa)
auf eine Höchstsumme beschränkte (Cic.rep.2,60;
Dion.Hal.10,48,1; Dion.Hal.10,50,2).
Dion.Hal.10,50,1:
Ταῦτα δὴ λογιζομένοις τοῖς ἐν ἀρχῇ ὑπάτοις πολὺ παρέστη
δέος καὶ τοῦ μὴ ταὐτὰ παθεῖν ὑπὸ τοῦ δήμου μετὰ τὴν
ὑπατείαν πρόνοια, ὥστ' οὐκέτι ἀποκρυπτόμενοι τὰς γνώμας,
ἀλλὰ φανερῶς τὰ τοῦ δήμου πολιτευόμενοι διετέλουν.
πρῶτον μὲν οὖν ἐπὶ τῆς λοχίτιδος ἐκκλησίας νόμον ἐκύρωσαν,
ἵνα ταῖς ἀρχαῖς ἐξῇ πάσαις τοὺς ἀκοσμοῦντας ἢ παρανομοῦντας
εἰς τὴν ἑαυτῶν ἐξουσίαν ζημιοῦν. τέως γὰρ οὐχ ἅπασιν
ἐξῆν, ἀλλὰ τοῖς ὑπάτοις μόνοις. (2) τὸ μέντοι τίμημα
οὐκ ἐπὶ τοῖς ζημιοῦσιν, ὁπόσον εἶναι δεῖ, κατέλιπον,
ἀλλ' αὐτοὶ τὴν ἀξίαν ὥρισαν, μέγιστον ἀποδείξαντες
ὅρον ζημίας δύο βοῦς καὶ τριάκοντα πρόβατα. καὶ οὗτος
ὁ νόμος ἄχρι πολλοῦ διέμεινεν ὑπὸ Ῥωμαίων φυλαττόμενος. |
Mit
Rücksicht darauf hatten die regierenden Konsuln
große Furcht und übten Vorsicht, dass ihnen
nicht nach ihrem Konsulat dasselbe Schicksal von dem
Bürgerstand bereitet werde. Daher verhehlten
sie von jetzt an ihre Gesinnung nicht mehr, sondern
huldigten fortwährend den Grundsätzen des
Bürgerstandes offen in ihrer Staatsverwaltung.
Zuerst ließen sie also in der Volksversammlung
nach Centurien
ein Gesetz bestätigen, dass es allen Staatsbeamten
erlaubt sein solle, die zu strafen, die etwas Ungebührliches
oder Ungesetzliches gegen ihre Amtsgewalt unternehmen
- bisher war es nämlich nicht allen erlaubt,
sondern nur den Konsuln - den Strafsatz jedoch überließen
sie nicht nach Gutdünken denen zu bestimmen,
die die Strafe verhängten, sondern selbst den
Betrag fest, indem sie als das größte Strafmaß
zwei Rinder und dreißig Schafe erklärten.
Dieses Gesetz blieb lange bei den Römern in Geltung.
(Üb. nach Christian) |
- Patrizier und
Plebeier einigen
sich darauf, drei Männer nach Griechenland
zu schicken, um dort Gesetze zu sammeln. (Liv.3,41; Dion.Hal.10,48;
Dion.Hal.10,50-52)
Liv.3,31,7-8:
[7] tum abiecta lege, quae promulgata consenuerat,
tribuni lenius agere cum patribus: finem tandem certaminum
facerent. si plebeiae leges displicerent, at illi
communiter legum latores et ex plebe et ex patribus,
qui utrisque utilia ferrent quaeque aequandae libertatis
essent, sinerent creari. [8] rem non aspernabantur
patres; daturum leges neminem nisi ex patribus aiebant.
cum de legibus conveniret, de latore tantum discreparet,
missi legati Athenas Sp. Postumius Albus A. Manlius
P. Sulpicius Camerinus, iussique inclitas leges Solonis
describere et aliarum Graeciae civitatium instituta
mores iuraque noscere. |
(7)
Darauf gaben die Tribunen das Gesetz auf, dessen Ankündigung
schon eine alte Sache geworden war, und fingen an,
gelinder gegen die Väter aufzutreten. Sie sollten
endlich den Streitigkeiten ein Ende machen; wenn ihnen
die plebejischen
Gesetze missfielen, so sollten sie gemeinsam Gesetzgeber
aus der Bürgerschaft und aus den Vätern
wählen lassen, die, was für beide Teile
nützlich sei und die Rechtsgleichheit fördere,
vorschlagen sollten. (8) Die Väter wiesen die
Sache nicht zurück; aber nur die Väter konnten
Gesetze geben. Da man über die Gesetze selbst
einig, nur über den Gesetzgeber verschiedener
Ansicht war, wurden Spurius Postumius Albus, Aulus
Manlius und Publius Sulpicius Camerinus als Gesandte
mit dem Auftrag nach Athen geschickt, Solons
berühmte Gesetze abzuschreiben und mit den Satzungen,
Sitten und Rechtsamen anderer griechischen Staaten
sich bekannt zu machen. (Üb. nach Gerlach) |
- Eine römische Gesandtschaft soll auf Initiative des
Titus Romilius Rocus Vaticanus in Griechenland
die solonische
Gesetzgebung erkunden (Liv.3,31,8; Dion.Hal.10,52ff.). Zu
den Teilnehmern gehörte:
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- In Rom herrschen Seuche und Hungersnot (Liv.3,32,1-4;
Dion.Hal.10,53; Oros.2,13,1)
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- LEX MENENIA SESTIA DE MULTA ET SACRAMENTO: diente (wie
die LEX ATERNIA TARPEIA von 454)
ebenfalls der Strafbegrenzung. Höchststrafe dreißig
Ochsen und zwei Schafe.
- Die Gesandtschaft kehrt aus Griechenland
zurück (Liv.3,32,5-7; Cic.rep.2,61; Dion.Hal.10,54f.)
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- Das Collegium der "Decemviri
consulari imperio legibus scribundis" wird mit
unbeschränkter Vollmacht ausgestattet, um die LEX TERENTILIA
durchzusetzen.
- Appius
Claudius Crassus Inregillenis Sabinus
- Titus
Genucius Augurinus
- Spurius
Veturius Crassus Cicurinus
- Gaius
Iulius Iullus
- Aulus
Manlius Vulso
- Publius
Sestius Camerinus Cornutus
- Publius
SestiusCapitolinus Vaticanus
- Publius
Curiatius Fistus Trigeminus
- Titus
Romilius Roscus Vaticanus
- Spurius
Postumius Albus Regillensis
Liv.3,32,6-7:
[6] domi motus orti. iam redierant legati cum Atticis
legibus. eo intentius instabant tribuni, ut tandem
scribendarum legum initium fieret. placet creari decemviros
sine provocatione, et ne quis eo anno alius magistratus
esset. [7] admiscerenturne plebeii controversia aliquamdiu
fuit; postremo concessum patribus, modo ne lex Icilia
de Aventino aliaeque sacratae leges abrogarentur. |
(6)
Im Innern entstanden Unruhen. Schon waren die Gesandten
mit den attischen Gesetzen zurückgekehrt; desto
nachdrücklicher drangen die Tribunen darauf,
endlich mit der Abfassung der Gesetze anzufangen.
Man beschließt, zehn Männer mit unbeschränkter
Vollmacht zu wählen. Es sollte in diesem Jahr
keinen anderen Staatsbeamten geben. (7) Man stritt
eine Zeitland darüber, ob Plebeier
mit hinzu genommen werden sollten. Endlich gab man
den Vätern nach. Nur sollte das Icilische
Gesetz über den Aventin
und die anderen für unverletzlich erklärten
Gesetze nicht aufgehoben werden können. (Üb.
nach Gerlach) |
- Zehn Gesetzestafeln. (Liv.3,34;
Dion.Hal.10,56f.; Cic.rep.2,61f.; Tac.Ann.3,27; Diod.12,23;
Eutr.1,18;
Oros.2,13,2; Zonar.7,18). Sie sind aus Erz gefertigt, werden
durch die Komitien
gebilligt und am Forum
aufgestellt. Sie fassen das bestehende Gewohnheitsrecht
zusammen und regeln das Privatrecht,
das Strafrecht
und das Sakralrecht.
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- Zwei neue Gesetzestafeln ergänzen die bisherigen
10 Tafeln zum "Zwölftafelgesetz"
(leges duodecim tabularum)
Cic.rep.2,62f.:
Tertius est annus xviralis consecutus, cum iidem essent
nec alios subrogare voluissent. In hoc statu rei publicae,
quem dixi iam saepe non posse esse diuturnum, quod
non esset in omnis ordines civitatis aequabilis, erat
penes principes tota res publica praepositis xviris
nobilissimis, non oppositis tribunis pl., nullis aliis
adiunctis magistratibus, non provocatione ad populum
contra necem et verbera relicta. (2,63) Ergo horum
ex iniustitia subito exorta est maxima perturbatio
et totius commutatio rei publicae; qui duabus tabulis
iniquarum legum additis, quibus, etiam quae diiunctis
populis tribui solent conubia, haec illi ut ne plebei
cum patribus essent, inhumanissima lege sanxerunt,
quae postea plebei scito Canuleio abrogata est, libidinoseque
omni imperio et acerbe et avare populo praefuerunt.
Nota scilicet illa res et celebrata monumentis plurimis
litterarum, cum Decimus quidam Verginius virginem
filiam propter unius ex illis xviris intemperiem in
foro sua manu interemisset ac maerens ad exercitum,
qui tum erat in Algido, confugisset, milites bellum
illud, quod erat in manibus, reliquisse et primum
montem sacrum, sicut erat in simili causa antea factum,
deinde Aventinum ar[matos insedisse] . . . |
(62)
Noch ein drittes Jahr dauerte die Regierung der Decemvirn.
Es waren die selben, da sie keine anderen an ihre
Stelle hatten wählen wollen. In diesem Zustand
des Staates, von dem ich schon mehrmals gesagt habe,
dass er nicht von Dauer sein könne, weil die
Gleichheit der Rechte unter den verschiedenen Ständen
der Bürger aufgehoben war, hatten die Vornehmen
den ganzen Staat in ihrer Gewalt, da an der Spitze
zehn Männer von höchstem Rang standen ohne
das Gegengewicht der Volkstribunen
und ohne andere Beamten an der Seite zu haben, und
ohne dass die Provokation an das Volk gegen Todesstrafe
und körperliche Züchtigung belassen war.
(63) Aus deren Ungerechtigkeit entstand nun auf einmal
die größte Verwirrung und eine Umwandlung
der ganzen Staatseinrichtung: da die Decemvirn
zwei Tafeln mit Gesetzen, die die Gleichheit der Rechte
aufhoben, hinzufügten, wodurch das Recht der
Verheiratung , das sonst sogar getrennten Völkern
nicht versagt zu werden pflegt, nämlich die Verbindung
zwischen dem Pebejer- und Patrizierstand
durch eine empörende Anordnung vermehr wurde
(ein Gesetz, das später durch den Canulejischen
Volksbeschluss wieder abgeschafft wurde,) und überhaupt
in dem gesamten Umfang ihrer Macht das Volk nach der
Eingebung ihrer Begehrlichkeit, ihrer Härte und
ihrer Habsucht beherrschten. Es ist ja eine bekannte
und in vielen Geschichtswerken ausführlich erzählte
Tatsache, dass, als ein gewisser Decimus
Virginius seine Tochter, eine Jungfrau, wegen
der zügellosen Lust eines jener Decemvirn
auf dem Forum
mit eigener Hand getötet und im Schmerz hierüber
zu dem Heer, das damals im Algidum stand, sich geflüchtet
hatte, die Soldaten den Krieg, den sie eben zu führen
hatten, aufgaben und anfangs den Heiligen
Berg, wie bei einer ähnlichen Veranlassung
früher geschehen war, sodann den aventinischen
Hügel bewaffnet besetzten... (Üb. nach
Moser) |
Cic.leg.3,44:
Tum leges praeclarissimae de duodecim tabulis
translatae duae, quarum altera privilegia tollit,
altera de capite civis rogari nisi maximo comitiatu
vetat. |
Dann
wurden zwei höchst vortreffliche Gesetze aus
den zwölf Tafeln aufgenommen, von denen eines
die Privilegien aufhebt, das andere verbietet, dass
über das Leben eines Bürgers anders als
in der größten Volksversammlung ein Antrag
geschehe. (Üb. nach Seeger) |
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- Decemviri consulari
imperio legibus scribundis: Das selbe Collegium wie
wie 450.
- Die Decemvirn
führen ihr Amt zunächst über die ihnen zugestandene
Zeit hinaus weiter (Liv.3,51; Dion.Hal.11,1). Dies führt
zu einer zwischen Patriziern
und Plebeiern gemeinsamen
Unzufriedenheit (Liv.3,28; Dion.Hal.11,1-2). Dazu kommt
ein skandalöser Frevel an Sicinius
(Liv.3,43; Dion.Hal.11,25-27) und Verginia
(Liv.3,44-49; Dion.Hal.11,28-37). Infolge der allgemeinen
Empörung werden die Decemvirn
abgesetzt: Die beiden gegen die Aequer
und Sabiner geschickten
Heere verlassen das Lager, treffen sich auf dem Aventin
und unternehmen von hier den 2. Auszug (secessio)
auf den Aventin
oder (seltener) den Heiligen
Berg. Die beiden patrizischen
Consuln Lucius
Valerius und Marcus
Horatius verhandelten mit den Aufsässigen, nachdem
sie bereits zuvor durch die Absetzung der Decemvirn
die Lage zu bereinigen versucht hatten. Dem Volk wurden
weitgehende Zugeständnisse gemacht (Liv.3,50-54; Dion.Hal.11,38-44;
Diod.12,25f.): Vgl. die secessio
plebis
494
und 287.
Liv.3,53:
[1] tum Valerius Horatiusque missi ad plebem condicionibus,
quibus videretur, revocandam componendasque res, decemviris
quoque ab ira et impetu multitudinis praecavere iubentur.
[2] profecti gaudio ingenti plebis in castra accipiuntur,
quippe liberatores haud dubie et motus initio et exitu
rei. ob haec iis advenientibus gratiae actae; Icilius
pro multitudine verba facit. [3] idem, cum de condicionibus
ageretur, quaerentibus legatis, quae postulata plebis
essent, composito iam ante adventum legatorum consilio
ea postulavit, ut appareret in aequitate rerum plus
quam in armis reponi spei. [4] potestatem enim tribuniciam
provocationemque repetebant, quae ante decemviros
creatos auxilia plebis fuerant, et, ne cui fraudi
esset concisse milites aut plebem ad repetendam per
secessionem libertatem. [5] de decemvirorum modo supplicio
atrox postulatum fuit; dedi quippe eos aequum censebant
vivosque igni concrematuros minabantur. |
(1)
Dann wurden Valerius und Horatius an die Bürgerschaft
geschickt, um sie unter beliebigen Bedingungen zurückzurufen
und die Streitigkeiten beizulegen. (2) Zugleich erhalten
sie den Auftrag, den Zehnmännern gegen den Zorn
und den Angriff der Volksmasse Sicherheit zu gewähren.
Sie reisten ab und werden mit großer Freude
vom Volk im Lager empfangen als unzweifelhafte Befreier,
sowohl am Anfang der Bewegung, als durch den Ausgang
der Sache. Deshalb wurde ihnen bei ihrer Ankunft der
Dank ausgesprochen. Icilius
führt im Namen des Volkes das Wort. (3) Auch
stellte er, als es sich um die Bedingungen handelte
und die Gesandten fragten, wie die Forderungen des
Volkes lauteten, solche Forderungen, worüber
man sich vor Ankunft der Gesandten verständigt
hatte, dass es offenbar war, dass man mehr Vertrauen
auf die Billigkeit als auf die Waffen setzte. (4)
Denn sie verlangten die tribunizische Gewalt und das
Recht auf Berufung zurück, die beide vor der
Wahl der Zehnmänner Stützen des Volkes gewesen
waren, und dass es niemandem zum Nachteil gereichen
dürfe, das Kriegsvolk oder die Bürger aufgefordert
zu haben, die Freiheit durch Auswanderung
wiederzugewinnen. (5) Nur hinsichtlich der Bestrafung
der Decemvirn
stellten sie eine grässliche Forderung; denn
sie hielten es für billig, dass diese ausgeliefert
würden, und drohten, sie lebendig zu verbrennen.
(Üb. nach Gerlach) |
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