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v.Chr. |
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Kultur |
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(Eutr.1,9)
Vertreibung der etruskischen
Könige. Ablösung der Königsherrschaft (regnum)
durch eine Republik
(res publica).
Diesen Wandel in der Staatsform verbindet die Überlieferung
mit dem Namen des Lucius
Iunius Brutus. Der Sage nach rächte er den Übergriff,
dessen sich Sextus Tarquinius Superbus, ein Sohn des Tarquinius
Superbus, gegen Lucretia,
die Gattin des Lucius
Tarquinius Collatinus schuldig gemacht hatte.
- Zwei Konsuln
statt einem König
(Kollegialität), die jährlich neu gewählt
werden (Annuität). Ursprünglicher Titel
war "praetor". Zuständigkeit: Kriegsführung,
Gerichtsbarkeit, Finanzwesen. Wahl durch die Comitia
centuriata, Amtsantritt anfangs am 1. März.
Cic.rep.2,56: Tenuit
igitur hoc in statu senatus rem publicam
temporibus illis, ut in populo libero
pauca per populum, pleraque senatus auctoritate
et instituto ac more gererentur, atque
uti consules potestatem haberent tempore
dumtaxat annuam, genere ipso ac iure regiam.
Quodque erat ad obtinendam potentiam nobilium
vel maximum, vehementer id retinebatur,
populi comitia ne essent rata, nisi ea
patrum adprobavisset auctoritas. Atque
his ipsis temporibus dictator etiam est
institutus decem fere annis post primos
consules, T. Larcius, novumque id genus
imperii visum est et proximum similitudini
regiae. Sed tamen omnia summa cum auctoritate
a principibus cedente populo tenebantur,
magnaeque res temporibus illis a fortissimis
viris summo imperio praeditis, dictatoribus
atque consulibus, belli gerebantur. |
In
diesem Zustand hatte also der Senat
den Staat zu jenen Zeiten in Händen,
so dass bei hergestellter Volksfreiheit
dennoch nur weniges durch das Volk vollzogen
wurde, das meiste jedoch durch das Ansehen
des Senats
und dem Herkommen und der Sitte gemäß;
und dass die Konsuln
der Zeit nach nur eine einjährige
Macht besaßen, dem Wesen aber und
dem Recht nach eine königliche. Ein
Punkt aber, der zur Aufrechterhaltung
der Macht der Vornehmen von höchster
Wichtigkeit war, wurde mit der größten
Strenge behauptet, nämlich dass die
Beschlüsse der Volksversammlungen
nur dann Gültigkeit hatten, wenn
sie durch die Zustimmung der Väter
gebilligt waren. In dieselben Zeiten fällt
auch die Ernennung des ersten Dictators
Titus
Larcius, ungefähr zehn Jahre
nach Einführung der Konsularregierung;
und diese neue Gattung der Obergewalt
schien der königlichen am meisten
zu gleichen und sich ihr zu nähern.
Im ganzen aber war, ohne dass das Volk
etwas dagegen hatte, die Leitung des Staates
mit überwiegendem Ansehen in den
Händen der Vornehmen; und im Laufe
jener Zeit wurden von den tapfersten Männer,
den mit dem höchsten Oberbefehl bekleideten
Dictatoren
und Konsuln ausgezeichnete Taten im Krieg
(und Frieden) verrichtet. (Üb. nach
Moser) |
- Der patrizische
Senat
(ordo senatorius) bleibt erhalten, wird jetzt
aus den Rittern
ergänzt (patres et conscripti). In ihm finden
die ehemaligen Konsuln
(consulares)
Aufnahme. Der Senat
fasst Kraft seiner auctoritas Beschlüsse
(senatus
consultum).
Liv.2,1,7-11:
[7] libertatis
autem originem inde magis, quia annuum
imperium consulare factum est, quam quod
deminutum quicquam sit ex regia potestate,
numeres. [8]
omnia iura, omnia insignia primi consules
tenuere; id modo cautum est, ne, si ambo
fasces haberent, duplicatus terror videretur.
Brutus prior, concedente collega, fasces
habuit; qui non acrior vindex libertatis
fuerat quam deinde custos fuit.
[9] omnium primum avidum novae libertatis
populum, ne postmodum flecti precibus
aut donis regiis posset, iure iurando
adegit neminem Romae passuros regnare.
[10] deinde
quo plus virium in senatu frequentia etiam
ordinis faceret, caedibus regis deminutum
patrum numerum primoribus equestris gradus
lectis ad trecentorum summam explevit,
[11] traditumque
inde fertur, ut in senatum vocarentur,
qui patres quique conscripti essent; conscriptos
videlicet novum senatum appellabant lectos.
id mirum quantum profuit ad concordiam
civitatis iungendosque patribus plebis
animos. |
(7)
Indessen kann man den Anfang der Freiheit
mehr darin erkennen, dass die Konsulargewalt
auf nur ein Jahr beschränkt wurde,
als dass die Königsmacht in sonst
einem Punkt geschmälert worden wäre. (8)
Alle ihre Rechte und Abzeichen behielten
die ersten Konsuln. Nur die Vorsichtsmaßnahme
hatte man getroffen, dass nicht der Schrecken
verdoppelt schien, wenn die Liktoren mit
den Rutenbündeln
und dem Beil beiden folgten. Brutus hatte
zuerst mit Bewilligung seines Amtsgenossen
diese Ehre, weil er als Begründer
der Freiheit nicht entschlossener gewesen
war , als später als ihr Hüter.
(9) Zu aller erst nun verpflichtete er
das für die neue Freiheit schwärmende
Volk durch einen Eid, dass es niemals
mehr Königsherrschaft in Rom dulden
werde, damit es nachher nicht durch Bitten
oder Geschenke des Königs umgestimmt
werden könne; und damit dem Senat
mehr Kraft aus der vermehrten Zahl erwachse,
ergänzte er die durch die Hinrichtung
der Könige verminderte Zahl der Väter
bis auf dreihundert, indem er die vornehmsten
des Ritterstandes
zu Senatoren wählte. Und daher soll
die Sitte kommen, dass in den Senat
die Väter berufen werden und die
Hinzugeschriebenen (conscripti). So nannten
sie nämlich die in den Senat
Gewählten. Dies trug wunderbar viel
bei zur Eintracht der Bürgerschaft,
und um die Gemüter des Volkes fester
mit den Vätern zu verbinden. (Üb.
nach Gerlach) |
- Ebenfalls bleiben die Komitien
der Curien
(comitia
curiata) und Centurien
(comitia
centuriata) (vgl. Cic.rep.2,56).
Dion.Hal.6,66,3:
ἴστε δήπου νόμον ἡμῖν ὑπάρχοντα, ἐξ οὗ τήνδε
οἰκοῦμεν τὴν πόλιν, πάντων εἶναι κυρίαν
τὴν βουλήν, πλὴν ἀρχὰς ἀποδεῖξαι καὶ νόμους
ψηφίσαι καὶ πόλεμον ἐξενεγκεῖν ἢ τὸν συνεστῶτα
καταλύσασθαι· τούτων δὲ τῶν τριῶν τὸν δῆμον
ἔχειν τὴν ἐξουσίαν ψῆφον ἐπιφέροντα. ἐν
δὲ τῷ παρόντι οὐχ ὑπὲρ ἑτέρου τινὸς ἢ πολέμου
καὶ εἰρήνης βουλευόμεθα, ὥστε πολλὴ ἀνάγκη
τὸν δῆμον ἐπικυρῶσαι τὰς ἡμετέρας γνώμας
ψήφου γενόμενον κύριον. |
Ihr
wisst ja, dass wir ein Gesetz haben, solange
wir schon in dieser Stadt leben, dass der
Senat
in allem Vollmacht besitze, außer
der Wahl zu den Staatsämtern, dem Beschluss
über Gesetze und der Unternehmung eines
Kriegs oder Beendigung eines schon ausgebrochenen;
über diese drei Punkte solle das Volk
die Entscheidung haben, indem es abstimmte.
In dem gegenwärtigen Fall nun beraten
wir über nichts anderes als über
Krieg und Frieden, und so ist es ganz notwendig,
dass das Volk unsere Meinung bestätigt,
indem ihm die Abstimmung überlassen
wird. (Üb. nach G.J.Schaller) |
- Die Symbole (insignia)
der Königsmacht bleiben ebenfalls weiter
in Gebrauch: fasces,
sella
curulis, Purpurstreifen
der Toga, Triumphzug.
- Der Titel "rex" beschränkt sich
auf das religöse Amt des "rex
sacrorum".
- "LEX VALERIA de provocatione":
Der Konsul
Publius
Valerius Publicola gibt den Plebeiern
das Recht der Berufung (provocatio)
von der Entscheidung der Magistrate an die Volksversammlung.
(Liv.2,8,3; Plut.Publ.12) [300
Erneuerung]
Cic.rep.2,53:
eademque mente P. Valerius et fasces primus
demitti iussit, cum dicere in contione coepisset,
et aedis suas detulit sub Veliam, posteaquam,
quod in excelsiore loco Veliae coepisset
aedificare eo ipso, ubi rex Tullus habitaverat,
suspicionem populi sensit moveri; idemque,
in quo fuit Publicola maxime, legem ad populum
tulit eam, quae centuriatis comitiis prima
lata est, ne quis magistratus civem Romanum
adversus provocationem necaret neve verberaret. |
In
gleicher Rücksicht ließ Publius
Valerius (Publicola) nicht nur die Rutenbündel
senken, wenn er in der Volksversammlung
zu reden begann, sondern ließ auch
sein Haus in die Niederung des Velischen
Hügels versetzen, nachdem er bemerkt
hatte, dass beim Volk ein Argwohn gegen
ihn aufgekommen war, weil er auf einem höheren
Platz des Velischen Hügels zu bauen
begonnen hatte, gerade an der Stelle, an
der der König Tullus gewohnt hatte.
Er war es auch (und darin zeigte er sich
besonders als Publicola ("Volksfreund"),
der dem Volk das Gesetz vorschlug, das zuerst
in der nach Centurien
stimmenden Volksversammlung gegeben wurde,
dass kein Staatsbeamter einen römischen
Bürger entgegen der Berufung an das
Volk hinrichten oder auch nur körperlich
züchtigen lassen dürfe. (Üb.
nach Moser) |
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- Die LEX VALERIA bedroht alle, die die Rückkehr der
Könige betreiben, mit dem Tod (Liv.2,8,2; Dion.Hal.5,19,4;
Plut.Publ.21,1)
- Der erste Vertrag mit Karthago,
der die bedeutende Ausdehnung der römischen Macht bereits
zum Ende der Königszeit
deutlich macht
Polyb.3,22,1-10:
(1) Γίνονται τοιγαροῦν συνθῆκαι Ῥωμαίοις καὶ Καρχηδονίοις
πρῶται κατὰ Λεύκιον Ἰούνιον Βροῦτον καὶ Μάρκον Ὡράτιον,
τοὺς πρώτους κατασταθέντας ὑπάτους μετὰ τὴν τῶν βασιλέων
κατάλυσιν, ὑφ' ὧν συνέβη καθιερωθῆναι καὶ τὸ τοῦ Διὸς
ἱερὸν τοῦ Καπετωλίου. (2) ταῦτα δ' ἔστι πρότερα τῆς
Ξέρξου διαβάσεως εἰς τὴν Ἑλλάδα τριάκοντ' ἔτεσι λείπουσι
δυεῖν. (3) ἃς καθ' ὅσον ἦν δυνατὸν ἀκριβέστατα
διερμηνεύσαντες ἡμεῖς ὑπογεγράφαμεν. τηλικαύτη γὰρ
ἡ διαφορὰ γέγονε τῆς διαλέκτου καὶ παρὰ Ῥωμαίοις τῆς
νῦν πρὸς τὴν ἀρχαίαν, ὥστε τοὺς συνετωτάτους ἔνια
μόλις ἐξ ἐπιστάσεως διευκρινεῖν. (4) εἰσὶ δ' αἱ συνθῆκαι
τοιαίδε τινές· "ἐπὶ τοῖσδε φιλίαν εἶναι Ῥωμαίοις
καὶ τοῖς Ῥωμαίων συμμάχοις καὶ Καρχηδονίοις καὶ τοῖς
Καρχηδονίων συμμάχοις· (5) μὴ πλεῖν Ῥωμαίους μηδὲ
τοὺς Ῥωμαίων συμμάχους ἐπέκεινα τοῦ Καλοῦ ἀκρωτηρίου,
ἐὰν μὴ ὑπὸ χειμῶνος ἢ πολεμίων ἀναγκασθῶσιν· (6) ἐὰν
δέ τις βίᾳ κατενεχθῇ, μὴ ἐξέστω αὐτῷ μηδὲν ἀγοράζειν
μηδὲ λαμβάνειν πλὴν ὅσα πρὸς πλοίου ἐπισκευὴν ἢ πρὸς
ἱερά, ἐν πέντε δ' ἡμέραις ἀποτρεχέτω. (7,8) τοῖς
δὲ κατ' ἐμπορίαν παραγινομένοις μηδὲν ἔστω τέλος πλὴν
ἐπὶ κήρυκι ἢ γραμματεῖ. (9,8) ὅσα δ' ἂν τούτων παρόντων
πραθῇ, δημοσίᾳ πίστει ὀφειλέσθω τῷ ἀποδομένῳ, ὅσα
ἂν ἢ ἐν Λιβύῃ ἢ ἐν Σαρδόνι πραθῇ. (10,8) ἐὰν Ῥωμαίων
τις εἰς Σικελίαν παραγίνηται, ἧς Καρχηδόνιοι ἐπάρχουσιν,
ἴσα ἔστω τὰ Ῥωμαίων πάντα. (11,8) Καρχηδόνιοι δὲ μὴ
ἀδικείτωσαν δῆμον Ἀρδεατῶν, Ἀντιατῶν, Λαρεντίνων,
Κιρκαιιτῶν, Ταρρακινιτῶν, μηδ' ἄλλον μηδένα Λατίνων,
ὅσοι ἂν ὑπήκοοι· (12,8) ἐὰν δέ τινες μὴ ὦσιν ὑπήκοοι,
τῶν πόλεων ἀπεχέσθωσαν· ἂν δὲ λάβωσι, Ῥωμαίοις ἀποδιδότωσαν
ἀκέραιον. (13,8) φρούριον μὴ ἐνοικοδομείτωσαν ἐν τῇ
Λατίνῃ. ἐὰν ὡς πολέμιοι εἰς τὴν χώραν εἰσέλθωσιν,
ἐν τῇ χώρᾳ μὴ ἐννυκτερευέτωσαν." |
(1)
Der erste Vertrag also zwischen Römern und Karthagern
wurde abgeschlossen unter Lucius
Iunius Brutus und Marcus
Horatius, den ersten Konsuln nach Vertreibung
der Könige, von denen auch der Iupitertempel
auf dem Kapitol
geweiht worden ist, (2) das heißt achtundzwanzig
Jahre nach dem Übergang des Xerxes nach Griechenland.
(3) Wir teilen diesen Vertrag in möglichst
genauer Übersetzung mit. Denn so groß ist
auch bei den Römern der Unterschied ihrer jetzigen
Sprache von der alten, dass auch die Kundigsten
manches trotz eingehender Beschäftigung kaum
verstehen. (4) Der Vertrag lautete etwa folgendermaßen:
Unter folgenden Bedingungen soll Freundschaft bestehen
zwischen den Römern und den Bundesgenossen der
Römer und den Karthagern
und den Bundesgenossen der Karthager.
(5) Die Römer und die Bundesgenossen der Römer
sollen nicht über das schöne Vorgebirge
hinausfahren, es sei denn , dass sie durch Sturm oder
Feinde dazu gezwungen werden. (6) Wenn aber einer
durch Gewalt verschlagen und zu landen genötigt
ist, soll es ihm nicht gestattet sein, etwas zu kaufen
oder zu nehmen, außer was zur Ausbesserung des
Fahrzeugs oder zu öpfern nötig ist. Innerhalb
von fünf Tagen soll er wieder auslaufen. (7,8)
Die aber, die des Handels wegen kommen, sollen
kein Geschäft rechtskräftig schließen
dürfen, es sei denn im Beisein eines Herolds
oder eines Schreibers. (9,8) Was aber in deren Gegenwart
verkauft wird, dafür soll die Schuld dem Verkäufer
vom Staat verbürgt sein, bei allem, was entweder
in Libyen oder auf Sardinien
verkauft wird. (10,8) Wenn ein Römer nach Sizilien
kommt, soweit es unter der Hoheit der Karthager
steht, sollen die Römer in allem Gleichberechtigung
genießen. (11,8) Die Karthager
aber sollen sich keine Übergriffe zuschulden
kommen lassen gegen das Volk der Ardeaten,
Antiaten,
Laurentiner, Kirkaiiten, Tarakiniten, noch sonst gegen
irgendeinen von den Latinern,
soweit sie den Römern untertätig sind. (12,8)
Wenn aber irgendwelche keine Untertanen sind, sollen
sie sich von deren Städten fernhalten. Wenn sie
aber eine einnehmen, sollen sie diese den Römern
unversehrt übergeben. (13,8) Einen festen Platz
sollen sie nicht in Latium
bauen. Und wenn sie als Feinde in das Land kommen,
sollen sie nicht in dem Land übernachten. (Üb.
H.Drexler) |
- Der vertriebene
König Tarquinius
Superbus betreibt seine Rückkehr zunächst,
indem er durch eine Gesandtschaft, die die Herausgabe seines
beweglichen Vermögens fordern soll, eine Verschwörung
anzetteln lässt. Brutus
lässt seine beiden Söhne, die an der Gesandtschaft
teilnehmen, hinrichten. Die Verschwörung wurde durch
den Sklaven Vindicius
zur Anzeige gebracht. Zum Dank erhielt er Freiheit
und Bürgerrecht
(Nach ihm heißt das Verfahren der manumissio
"vindicta")
(Liv.2,3-5; Dion.Hal.5,3-13;
Plut.Publ.3-8).
- Anschließend gewinnt Tarquinius
Superbus die Städte Veii
und Tarquinii
für seine Zwecke. Doch deren Truppen werden beim Wald
Arsia geschlagen (Liv.2,6-7; Dion.Hal.5,14-16; Plut.Publ.9).
Noch vor der Schlacht töteten sich Brutus
und Tarquinius
Aruns gegenseitig im Zweikampf. Brutus
wurde durch eine Staatstrauer geehrt. Er war der erste,
dem man eine "laudatio funebris" hielt, und zwar
hielt sie sein Mitkonsul
Publius
Valerius (Dion.Hal.5,17; Plut.Publ.9). An seiner Stelle
folgen als Konsuln zunächst Spurius
Lucretius und nach dessen Tod Marcus
Horatius Pulvillus.
Liv.2,7,1-4:
[1] ita cum pugnatum esset, tantus terror Tarquinium
atque Etruscos incessit, ut omissa inrita re nocte
ambo exercitus, Veiens Tarquiniensisque, suas quisque
abirent domos. [2] adiciunt miracula huic pugnae:
silentio proximae noctis ex silva Arsia ingentem editam
vocem; Silvani vocem eam creditam; haec dicta: uno
plus Tuscorum cecidisse in acie; vincere bello Romanum.
[3] ita certe inde abiere, Romani ut victores, Etrusci
pro victis; nam postquam inluxit nec quisquam hostium
in conspectu erat, P. Valerius consul spolia legit
triumphansque inde Romam rediit. [4] collegae funus
quanto tum potuit apparatu fecit; sed multo maius
morti decus publica fuit maestitia, eo ante omnia
insignis, quia matronae annum ut parentem eum luxerunt,
quod tam acer ultor violatae pudicitiae fuisset. |
(1)
Nach diesem Ausgang der Schlacht ergriff ein solcher
Schrecken den Tarquinius und die Etrusker,
dass sie das erfolglose Unternehmen aufgaben und in
der Nacht beide Heere, das tarquinische wie das veientische,
jedes nach seiner Heimat zog. (2) Ein Wunder soll
diesen Kampf begleitet haben. In der Stille der darauf
folgenden Nacht soll eine Stimme aus dem Wald Arsia
erschollen sein, die man für die Stimme des Silvanus
hielt. Der Sinn der Rede war, es sei ein Etrusker
mehr in der Schlacht gefallen, der Sieg gehöre
den Römern. (3) Wenigstens zogen die Römer
als Sieger heim, die Etrusker
als Besiegte. Denn da nach Tagesanbruch kein Feind
mehr zu sehen war, ließ der Konsul
Valerius
die Waffen der erschlagenen Feinde sammeln und kehrte
triumphierend
nach Rom zurück. (4) Die Bestattung seines Amtsgenossen
vollzog er mit aller möglichen Pracht. Aber eine
weit größere Ehre war für den Toten
die allgemeine Trauer, die dadurch besonders ausgezeichnet
war, dass um den mutigen Rächer verletzter Frauenehre
die Frauen wie um einen Vater ein Jahr lang Trauer
anlegten. (Üb. nach Gerlach) |
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- Der Etrusker
Porsenna, der
König von Clusium,
zwingt in der Absicht, Tarquinius
in Rom wieder an die Macht zu bringen, die Römer, ihre
Stadt zu übergeben, das von Veii
eroberte Gebiet wieder abzutreten und Geiseln zu stellen.
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- Konsulat des
- dictator: ??
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- Konsulat des
- dictator:
- magister equitum:
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- Einsetzung der Diktatur
(Cic.rep.2,56; Liv.2,18), ein
Sonderbeamter (magister populi) zur Bewältigung eines
gesetzlich definierten Notstandes. Sein imperium
erfasste die Gesamtheit des römischen Volkes, war aber
auf eine Dauer von sechs Monaten begrenzt. Ihm zur Seite
stand ein magister
equitum (Reiteroberst). Die amtierenden Konsul
traten ebenfalls in den Dienst des Dictators.
| Liv.2,18,1-8:
[1] insequens annus Postumum Cominium et T. Largium
consules habuit. [2] eo anno Romae, cum per ludos
ab Sabinorum iuventute per lasciviam scorta raperentur,
concursu hominum rixa ac prope proelium fuit, parvaque
ex re ad rebellionem spectare res videbatur. [3]
supra belli Latini metum id quoque accesserat, quod
triginta iam coniurasse populos concitante Octavio
Mamilio satis constabat. [4] in hac tantarum expectatione
rerum sollicita civitate, dictatoris primum creandi
mentio orta. sed nec quibus consulibus, quia ex
factione Tarquiniana essent ‑ id quoque enim traditur
‑ parum creditum sit, nec quis primum dictator creatus
sit, satis constat. [5] apud veterrimos tamen auctores
T. Largium dictatorem primum, Sp. Cassium magistrum
equitum creatos invenio. consulares legere; ita
lex iubebat de dictatore creando lata. [6] eo magis
adducor, ut credam Largium, qui consularis erat,
potius quam M'. Valerium, Marci filium, Volesi nepotem,
qui nondum consul fuerat, moderatorem et magistrum
consulibus appositum; [7] quin si maxime ex ea familia
legi dictatorem vellent, patrem multo potius M.
Valerium spectatae virtutis et consularem virum
legissent. [8] creato dictatore primum Romae, postquam
praeferri secures viderunt, magnus plebem metus
incessit, ut intentiores essent ad dicto parendum;
neque enim ut in consulibus, qui pari potestate
essent, alterius auxilium neque provocatio erat
neque ullum usquam nisi in cura parendi auxilium.
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(1)
Das folgende Jahr hatte zu Konsuln den Postumus
Cominius und den Titus
Larcius. (1) Da in diesem Jahr zu Rom während
der Zeit der Spiele Dirnen von sabinischen
Jünglingen aus Mutwillen fortgeschleppt wurden,
entstand durch das Zusammenlaufen der Menschen Gezänk
und beinahe ein Gefecht und ein unbedeutender
Anfang schien auf eine Empörung hinauslaufen
zu wollen. (3) Zu der Furcht vor einem sabinischen
Krieg war auch das noch hinzugekommen, dass, wie
hinlänglich bekannt war, durch die Aufwieglung
des Octavius Mamilius sich schon dreißig Völker
verschworen hatten. (4) In der Erwartung so wichtiger
Dinge und bei dieser Besorgnis der Bürgerschaft
wurde zum ersten Mal ein Dictator
gewählt. Aber weder steht hinlänglich
fest, in welchem Jahr dies geschehen, noch welchen
Konsuln, weil sie von der tarquinischen Partei gewesen
wären - denn auch dies wird überliefert -
man so wenig Vertrauen bewiesen, noch wer zuerst
zum Dictator
gewählt worden sei. (5) Doch finde ich
bei den ältesten Gewährsmännern,
dass zum ersten Dictator
Titus
Larcius, zum Befehlshaber der Reiterei (magister
equitum) Spurius
Cassius gewählt worden sei. Man wählte
ehemalige Konsuln; so bestimmte es das Gesetz, das
über die Wahl der Dictatoren
gegeben war. (6) Um so mehr bin ich geneigt zu glauben,
dass Larcius,
ein ehemaliger Konsul
eher als Manius
Valerius, des Marcus Sohn und Enkel des Volesus,
der noch nicht Konsul
gewesen war, den Konsuln an die Seite gesetzt worden
sei, um den Oberbefehl und die höchste Leitung
zu übernehmen. (7) Denn wenn sie wirklich gerade
aus dieser Familie den Dictator
gewählt haben wollten, hätten sie viel
eher den Marcus
Valerius, einen Mann von berühmter Tapferkeit
und ehemaligen Konsul
gewählt. (8) Nach der Wahl des Dictators,
als man ihm die Beile vorantrug, kam zuerst in Rom
das Volk große Furcht an, so dass sie etwas
bereitwilliger waren, den Befehlen zu gehorchen.
Denn weder gab es, wie bei den Konsuln, deren
Gewalt gleich war, Hilfe bei dem andern, noch galt
das Recht der Anrufung und überhaupt gab es
keine Hilfe außer pünktlichem Gehorsam.
(Üb. nach Gerlach)
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- Tempel des Saturnus auf dem Forum
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- Der Krieg gegen die
Latiner bricht
aus. Auf Seiten der Latiner
kämpften 30 populi, deren Namen Dion.Hal.5,61 wiedergibt.
Der Dictator Aulus
Postumius entscheidet den Krieg in der Schlacht am
See Regillus (mit der Hilfe der Dioskuren)
für die Römer. Die Schlachtschilderungen bei Liv.2,19f.
und Dion.Hal.6,2ff. heben nach epischem Muster im wesentlichen
Einzelkämpfe hervor.
- Servius
Sulpicius Camerinus Cornutus erneuert das Bündnis
mit den Latinern
(Dion.Hal.6,20; Liv.3,7). Nachdem die Latiner
nicht mehr als Puffer dienen, beginnen die Auseinandersetzungen
der Römer mit den Aurunkern,
Volskern und Aequern
(Liv.2,33; Dion.Hal.6,91-94).
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- Der Konsul Publius
Servilius gewinnt durch eine entgegenkommende
Verordnung schuldpflichtige Plebeier
für den Kriegsdienst. Doch verfeindet er sich durch
seine Vermittlungsversuche zwischen Plebeiern
und Patriziern
schließlich mit beiden Parteien (Liv.2,21; Liv.2,27;
Dion.Hal.6,23).
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- Er erringt so einen Sieg über die Volsker.
Er nimmt Suessa
Pometia ein (Liv.2,24f.; Dion.Hal.6,23-29).
Liv.2,24,6-8:
contioni deinde edicto addidit fidem, quo edixit,
ne quis civem Romanum vinctum aut clausum teneret,
quo minus ei nominis edendi apud consules potestas
fieret, neu quis militis, donec in castris esset,
bona possideret aut venderet, liberos nepotesve eius
moraretur. (7) hoc proposito edicto, et qui aderant
nexi profiteri extemplo nomina, et undique ex tota
urbe proripientium se ex privato, cum retinendi ius
creditori non esset, concursus in forum, ut sacramento
dicerent fieri. (8) magna ea manus fuit, neque aliorum
magis in Volsco bello virtus atque opera enituit. |
(6)
Darauf gibt er seiner Rede Gewicht durch eine Anordnung,
in der er bestimmte, dass niemand einen römischen
Bürger gefangen oder eingeschlossen halten solle,
damit er nicht verhindert wäre, sich bei den
Konsuln zum Wehrdienst zu melden; und dass niemand
die Güter eines Soldaten, solange er im Lager
wäre, besitzen oder verkaufen oder seine Kinder
oder Enkel behelligen solle. (7) Auf diese Anordnung
hin meldeten sich die anwesenden Schuldpflichtigen
auf der Stelle und aus der ganzen Stadt stürzten
sie aus den Wohnungen der Bürger hervor und strömten,
da die Gläubiger nicht das Recht hatten, sie
zurückzuhalten, auf dem Markt zusammen, um den
Fahneneid zu leisten. (8) Dies war eine große
Zahl und niemand bewies im Volskischen Krieg mehr
Tapferkeit oder leistete bessere Dienste. (Üb.
nach Gerlach) |
- Ein Einfall der Sabiner
scheitert (Liv.2,26; Dion.Hal.6,31). Die Aurunker
werden bei Aricia
zurückgeschlagen (Liv.2,26; Dion.Hal.6,32f.).
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- Der Dictator und die Konsuln Aulus
Verginius und Titus
Veturius siegen mehrfach mit ihren zehn Legionen (zu
je 4000 Mann) über Volsker,
Aequer und Sabiner. (Liv.2,30f.;
Dion.Hal.6,34-44). Valerius
Maximus feiert einen Triumph
de Sabineis et Medullineis.
- Die Römer nehmen unter Aulus
Verginius den Volskern
Velitrae ab und
legen dort eine römische Colonie
an.
Liv.2,31,1-4:
dum haec in Volscis geruntur, dictator Sabinos, ubi
longe plurimum belli fuerat, fundit fugatque exuitque
castris. [2] equitatu immisso mediam turbaverat hostium
aciem, quam, dum se cornua latius pandunt, parum apte
introrsum ordinibus [aciem] firmaverant; turbatos
pedes invasit. eodem impetu castra capta debellatumque
est. [3] post pugnam ad Regillum lacum non alia illis
annis pugna clarior fuit. dictator triumphans urbem
invehitur. super solitos honores locus in circo ipsi
posterisque ad spectaculum datus; sella in eo loco
curulis posita. [4] Volscis devictis Veliternus ager
ademptus; Velitras coloni ab urbe missi et colonia
deducta. cum Aequis post aliquanto pugnatum est, invito
quidem consule, quia loco iniquo subeundum erat ad
hostes; |
Gleichzeitig
mit diesen Ereignissen im Volskerland
werden die Sabiner,
wo der Hauptsitz des Krieges war, von dem Dictator
geschlagen und zerstreut und ihr Lager erstürmt.
(2) Er hatte durch einen raschen Angriff der Reiterei
das feindliche Mitteltreffen in Unordnung gebracht,
wo sie bei der weiten Ausdehnung der Flügel die
Schlachtordnung nicht durch Verdopplung der Glieder
verstärkt hatten. Nachdem sie in Unordnung gekommen
waren, griff das Fußvolk an. Durch den selben
Angriff wurde das Lager erobert und dem Krieg ein
Ende bereitet. (3) Seit der Schlacht am See Regillus
war keine in jenen Jahren so berühmt. Der Dictator
zieht im Triumph
in die Stadt ein. Außer den gewöhnlichen
Ehren wurde ihm und seinen Nachkommen ein Platz in
der Rennbahn zum Zusehen gegeben und dort der Prachtsessel
für ihn aufgestellt. (4) Den besiegten Volskern
wurde das Gebiet von Velitrae
entrissen. Ansiedler wurden dorthin geschickt und
eine Pflanzstadt angelegt. (Üb. nach Gerlach) |
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- Mit den Latinern
schließen die Römer ein Bündnis (foedus
Cassianum), nachdem sie nach der Schlacht am See
Regillus noch ein Friedensangebot der Latiner
abgelehnt hatten. 495 machten sich die
Latiner allerdings
durch ihre Treue verdient, was zu dem Bündnis führte.
Rom verleiht den Latinerstädten
die Autonomie, dazu das
ius commercii und das ius
conubii (ius
Latii). Diese verpflichten sich Rom gegenüber zu
Bündnishilfe.
Dion.Hal.6,95,1-2:
Ἐγένοντο δ' ἐν τῷ αὐτῷ χρόνῳ καὶ πρὸς τὰς τῶν Λατίνων
πόλεις ἁπάσας συνθῆκαι καιναὶ μεθ' ὅρκων ὑπὲρ εἰρήνης
καὶ φιλίας, ἐπειδὴ παρακινῆσαί τ' οὐδὲν ἐπεχείρησαν
ἐν τῇ στάσει, καὶ συνηδόμενοι τῇ καθόδῳ τοῦ δήμου
φανεροὶ ἦσαν, τοῦ τε πολέμου τοῦ πρὸς τοὺς ἀποστάντας
ἑτοίμως ἐδόκουν συνάρασθαι. (2) ἦν δὲ τὰ γραφέντα
ἐν ταῖς συνθήκαις τοιάδε· Ῥωμαίοις καὶ ταῖς Λατίνων
πόλεσιν ἁπάσαις εἰρήνη πρὸς ἀλλήλους ἔστω, μέχρις
ἂν οὐρανός τε καὶ γῆ τὴν αὐτὴν στάσιν ἔχωσι· καὶ μήτ'
αὐτοὶ πολεμείτωσαν πρὸς ἀλλήλους μήτ' ἄλλοθεν πολέμους
ἐπαγέτωσαν, μήτε τοῖς ἐπιφέρουσι πόλεμον ὁδοὺς παρεχέτωσαν
ἀσφαλεῖς βοηθείτωσάν τε τοῖς πολεμουμένοις ἁπάσῃ δυνάμει,
λαφύρων τε καὶ λείας τῆς ἐκ πολέμων κοινῶν τὸ ἴσον
λαγχανέτωσαν μέρος ἑκάτεροι· τῶν τ' ἰδιωτικῶν συμβολαίων
αἱ κρίσεις ἐν ἡμέραις γιγνέσθωσαν δέκα, παρ' οἷς ἂν
γένηται τὸ συμβόλαιον. ταῖς δὲ συνθήκαις ταύταις μηδὲν
ἐξέστω προσθεῖναι μηδ' ἀφελεῖν ἀπ' αὐτῶν, ὅ τι ἂν
μὴ Ῥωμαίοις τε καὶ Λατίνοις ἅπασι δοκῇ. |
In
dem selben Jahr wurden auch mit sämtlichen latinischen
Städten neue Friedens- und Freundschaftsverträge
abgeschlossen und beschworen, weil sie während
des Aufruhrs <in Rom> keine Bewegung gegen die
Römer unternommen, ihre freudige Teilnahme an
der Rückkehr des Volkes deutlich geäußert
und in dem Krieg gegen die abgefallenen Städte
bereitwillig Beistand geleistet hatten. (2) Der Inhalt
der Verträge war folgender: Zwischen den Römern
und sämtlichen latinischen
Städten soll gegenseitiger Friede herrschen,
solange Himmel und Erde die selbe Stellung behalten.
Weder sie selbst sollen einander bekriegen, noch anderswoher
Feinde herführen, noch denen, die sie mit Krieg
überziehen, sicheren Durchzug gestatten. Sie
sollen denen, die bekriegt werden, mit aller Macht
zu Hilfe kommen und beide von der Kriegsbeute und
den Gefangenen den gleichen Teil erhalten. Über
Privatstreitigkeiten sollen die Entscheidungen innerhalb
von zehn Tagen erfolgen, seit die Streitigkeit entstanden
ist. Diesen Verträgen soll nichts hinzugesetzt
und nichts daraus gestrichen werden, was nicht den
Römern und allen Latinern
gut dünkt. (Üb. nach Christian) |
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- Nach der Rückkehr der Plebeier
nach Rom werden Volkstribunen
und Aedile
eingerichtet. Einer der ersten Volkstribunen
war Gaius
Sicinius Bellutus, der die secessio angeführt hatte.
Die Volkstribunen
sollten vor allem das Recht auf Berufung (provocatio)
sichern (Allgemeine Erörterung bei Cic.leg.16-25).
Die Volkstribunen
haben das Recht, außer in Fragen des Krieges gegen
Magistratsbeschlüsse ein "Veto" einzulegen
(ius intercessionis)
und den Plebeiern
Hilfe zu leisten (ius
auxilii). Sie leiteten die comitia
plebis curiata, wo eigene plebiscita gefasst werden
konnten. Die Einigung mit den Plebeiern
hatten zehn Gesandte, darunter (Manius
?) Marcus Valerius, Agrippa
Menenius, Nautius
Rutilus Spurius herbeigeführt (Dion.Hal.6,69),
nach Liv.2,33 Agrippa
Menenius allein, und zwar durch die Fabel vom Magen
und den Gliedern (vgl. Cic.Brut.54).
Liv.2,33,1-3:
agi deinde de concordia coeptum, concessumque in condiciones,
ut plebi sui magistratus essent sacrosancti, quibus
auxilii latio adversus consules esset, neve cui patrum
capere eum magistratum liceret. [2] ita tribuni plebei
creati duo, C. Licinius et L. Albinus; ii tres collegas
sibi creaverunt. in his Sicinium fuisse, seditionis
auctorem: de duobus, qui fuerint, minus convenit.
[3] sunt, qui duos tantum in Sacro monte creatos tribunos
esse dicant, ibique sacratam legem latam. |
(1)
Darauf begann man, über eine Aussöhnung
zu verhandeln, und man verständigte sich über
die Bedingungen, dass die Bürgerschaft ihre gesetzlichen
Behörden haben sollen, die das Recht der Hilfeleistung
gegen die Konsuln hätten, und dass es keinem
Patrizier
gestattet sei, dieses Amt zu begleiten. (2) So wurden
zwei Volkstribunen
gewählt, Gaius Licinius und Lucius Albinus. Diese
wählten sich drei Amtsgenossen, unter denen auch
Sicinius,
der Urheber des Aufstandes gewesen sein soll. Darüber,
wer die beiden anderen waren, ist man sich nicht einig.
(3) Manche behaupten, es seien auf dem Heiligen
Berg nur zwei Tribunen
gewählt und dort das Heilige Gesetz gegeben worden. |
| per
secessionem plebis Sp. Cassius et Postumius Cominius
consulatum inierunt. [4] iis consulibus cum Latinis
populis ictum foedus. |
Während
der Auswanderung
des Volks hatten Spurius
Cassius und Postumus
Cominius das Konsulat angetreten. Unter diesen
Konsuln wurde mit den latinischen
Völkern ein Vertrag geschlossen. (Üb. nach
Gerlach) |
- Besonders zu den Aedilen:
Dion.Hal.6,90:
(1) Ἐπειδὴ ταῦτ' ἐψηφίσαντο, βωμὸν κατεσκεύασαν ἐπὶ
τῆς ἀκρωρείας, ἐν ᾗ κατεστρατοπέδευσαν, ὃν ἐπὶ τοῦ
κατασχόντος αὐτοὺς τότε δείματος ὠνόμασαν, ὡς ἡ πάτριος
αὐτῶν σημαίνει γλῶσσα, Διὸς Δειματίου· ᾧ θυσίας ἐπιτελέσαντες
καὶ τὸν ὑποδεξάμενον αὐτοὺς τόπον ἱερὸν ἀνέντες, κατῄεσαν
εἰς τὴν πόλιν ἅμα τοῖς πρέσβεσιν. (2) ἀποδόντες δὲ
καὶ τοῖς ἐν τῇ πόλει θεοῖς χαριστήρια, καὶ τοὺς πατρικίους
πείσαντες ἐπικυρῶσαι τὴν ἀρχὴν ψῆφον ἐπενέγκαντας,
ἐπειδὴ καὶ τούτου παρ' αὐτῶν ἔτυχον, ἐδεήθησαν ἔτι
τῆς βουλῆς ἐπιτρέψαι σφίσιν ἄνδρας ἐκ τῶν δημοτικῶν
δύο καθ' ἕκαστον ἐνιαυτὸν ἀποδεικνύναι τοὺς ὑπηρετήσοντας
τοῖς δημάρχοις, ὅσων ἂν δέωνται, καὶ δίκας, ἃς ἂν
ἐπιτρέψωνται ἐκεῖνοι, κρινοῦντας ἱερῶν τε καὶ δημοσίων
τόπων καὶ τῆς κατὰ τὴν ἀγορὰν εὐετηρίας ἐπιμελησομένους.
(3) λαβόντες δὲ καὶ τοῦτο τὸ συγχώρημα παρὰ τῆς βουλῆς
ἀποδεικνύουσιν ἄνδρας, οὓς ὑπηρέτας τῶν δημάρχων καὶ
συνάρχοντας καὶ δικαστὰς ἐκάλουν. νῦν μέντοι κατὰ
τὴν ἐπιχώριον γλῶτταν ἀφ' ἑνὸς, ὧν πράττουσιν ἔργων,
ἱερῶν τόπων ἐπιμεληταὶ καλοῦνται καὶ τὴν ἐξουσίαν
οὐκέθ' ὑπηρετικὴν ἑτέρων ἔχουσιν, ὡς πρότερον, ἐπιτέτραπται
δ' αὐτοῖς πολλὰ καὶ μεγάλα, καὶ σχεδὸν ἐοίκασί πως
κατὰ τὰ πλεῖστα τοῖς παρ' Ἕλλησιν ἀγορανόμοις. |
(1)
Nachdem sie dies beschlossen hatten, errichteten sie
einen Altar auf der Bergspitze, auf der sie ihr Lager
hatten, den sie nach der Furcht, die sie damals erfüllte,
den des Schrecken erregenden Iupiter
benannten, wie ihre Sprache es bezeichnet. Als sie
diesem die Opfer dargebracht und den Ort, der sie
aufgenommen, geweiht hatten, gingen sie zusammen mit
den Gesandten herunter in die Stadt. (2) Auch den
Göttern in der Stadt brachten sie Dankopfer und
suchten die Patrizier
zu bewegen, das Amt zu bestätigen, indem sie
darüber abstimmten. Als sie auch dies von ihnen
erhalten hatten, baten sie noch weiter den Senat,
ihnen zu erlauben, dass sie jedes Jahr zwei Bürger
wählen, die in allem, was sie bedürfen,
Diener der Volkstribunen
sein sollen, die in Streitigkeiten, die ihnen diese
übertragen, entscheiden und die Aufsicht über
die Tempel, die öffentlichen Plätze und
die zum Markt gebrachten Lebensmittel führen
sollten. (3) Nachdem sie auch dieses Zugeständnis
erhalten hatten, wählten sie Männer, die
sie Diener und Amtsgenossen der Volkstribunen
nannten. Jetzt aber werden sie in ihrer einheimischen
Sprache von einem ihrer Geschäfte, die sie verrichten,
Aufseher über die heiligen Orte (aediles)
genannt und haben nicht mehr bloß eine untergeordnete
Gewalt wie früher, sondern es sind ihnen viele
wichtige Geschäfte übertragen. In den meisten
Punkten gleichen sie ungefähr den griechischen
Agoranomen (Marktaufsehern). (Üb. nach Christian) |
- Für das Volk
wurde außerdem ein Schuldenerlass durchgeführt
(Dion.Hal.6,83; Dion.Hal.7,49)
- "LEX ICILIA de tribunicia potestate": Pebiscitum
des Volkstribunen Spurius
Icilius das die ungestörte Tätigkeit der
Tribunen
garantiert (Dion.Hal.7,17,5; Cic.Sest.37,79)
- Agrippa
Menenius soll 493 in Armut gestorben sein und eine Bestattung
auf Staatskosten erhalten haben. (Dion.Hal.6,49-88; Liv.2,16f.;
Liv.2,32ff.)
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- Gemeinsamer Tempel für Ceres, Liber, Libera (Demeter,
Dionysos, Persephone) am Aventin
(Beteiligung der griechischen Maler Damophilos und Gorgasos)
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