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v.Chr. |
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Kultur |
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21.Apr. 753 Gründung
Roms
- der Sage nach
(Vir.ill.1;
Aur.Vict.orig.)
von Alba Longa
aus (der ältesten Stadt der Latiner)
und zwar auf dem Palatin
durch die Zwillinge Romulus
und Remus. Die älteste
Bezeugung dieser Fabel erfolgt durch Münzbilder aus
dem späteren 4. Jh. und die Statue der kapitolinischen
Wölfin, die in das frühe 5. Jh. gehören dürfte;
- damit konkurriert besonders eine Sage von der direkten
Gründung
der Stadt durch den Troiaflüchtling Aineias,
der dann als Vater des Romulus
gilt. Um Diskrepanzen zur griechichen Chronologie zu beseitigen,
hat man eine Reihe
von Königen dazwischen geschoben.
- Eine weitere Ausschmückung der Sage ist die vorausgehende
Ansiedlung des Euandros
aus Pallantion auf dem nach seiner Heimatstadt benannten
"Palatin".
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- 716-715: Interregnum
| Liv.1,17,5-6:
[5] ita rem inter se centum patres, decem decuriis
factis singulisque in singulas decurias creatis qui
summae rerum praeessent consociant. [6] decem imperitabant:
unus cum insignibus imperii et lictoribus erat: quinque
dierum spatio finiebatur imperium ac per omnes in
orbem ibat, annuumque intervallum regni fuit. id ab
re, quod nunc quoque tenet nomen interregnum, appellatum. |
(5)
So machen die hundert Väter gemeinsame Sache,
indem sie zehn Dekurien bilden und die einzelnen in
die Dekurien wählen, die die Leitung des Gemeinwesens
übernehmen sollten (6) Zehn herrschten, einer
hatte die Insignien
der Herrschaft und die Liktoren; die Herrschaft beschränkte
sich auf fünf Tage und ging bei allen im Kreis
herum. Die Unterbrechung der Königsherrschaft
dauerte ein Jahr. Sie wurde der Lage der Dinge gemäß
Zwischenreich genannt, ein Name, der auch jetzt noch
besteht. (Üb. nach Gerlach) |
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- 715-672: Numa
Pompilius
(Eutr.1,3)
zweiter römischer König ist der Begründer
der sakralen Ordnung. Während seiner gesamten Regierungszeit
herrschte Frieden. Er soll sich dabei des Rates der
Quellnymphe Egeria
bedient haben, die, wenn nicht als seine Gattin, so doch
als seine Geliebte gilt..
- Er begründet Kultus
und Religion:
- Den Gottesdienst der Curien
überträgt er den 30 Curionen,
- den Gottesdienst der Tribus
überträgt er 3 Tribunen
- Einsetzung verschiedener Priesterkollegien
| Liv.1,20,1-3:
tum sacerdotibus creandis animum adiecit, quamquam
ipse plurima sacra obibat, ea maxime, quae nunc
ad Dialem flaminem pertinent. [2] sed quia in
civitate bellicosa plures Romuli quam Numae similes
reges putabat fore iturosque ipsos ad bella, ne
sacra regiae vicis desererentur, flaminem Iovi
adsiduum sacerdotem creavit insignique eum veste
et curuli regia sella adornavit. huic duos flamines
adiecit, Marti unum, alterum Quirino, [3] virginesque
Vestae legit, Alba oriundum sacerdotium et genti
conditoris haud alienum. his, ut adsiduae templi
antistites essent, stipendium de publico statuit;
virginitate aliisque caerimoniis venerabiles ac
sanctas fecit. |
(1)
Darauf richtete er sein Augenmerk auf die Wahl
der Priester, obwohl er persönlich sehr viele
Opfer besorgte, besonders diejenigen, die jetzt
dem Priester des Iupiter
(flamen
Dialis) obliegen. (2) Aber weil er glaubte, dass
in einem kriegerischen Staat mehr Könige
dem Romulus
als dem Numa ähnlich seien, und daher persönlich
in den Krieg ziehen würden, so wählte
er einen beständigen Priester als flamen
für den Iupiter
und zeichnete ihn durch ein besonderes Kleid und
durch einen kurulischen Königsthron aus.
Zu diesem fügte er noch zwei andere hinzu,
einen für den Mars,
einen anderen für den Quirinus.
(3) Auch wählte er die Jungfrauen der Vesta,
eine von Alba stammende Priesterwürde, die
dem Geschlecht des Gründers nicht fremd war.
Für diese setzte er einen Gehalt vom Staat
aus, damit sie die beständigen Priesterinnen
des Tempels wären, und verlieh ihnen Ehrwürdigkeit
und Heiligkeit durch Jungfräulichkeit und
andere heilige Bräuche. (Üb. nach
Gerlach) |
- Einsetzung der
- Durch die Institutionalisierung des Kultus und die
Förderung von Grundbesitz und Ackerbau schafft
Numa
Roms bürgerliche Ordnung.
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- 672-640: Tullus
Hostilius,
(Eutr.1,4)
dritter römischer König. (Dion.Hal.ant.3,1,4)
- Sieg über Alba
Longa, dessen Einwohner er nach Rom überführt
und auf dem Mons
Caelius ansiedelt. Sie vermehren den Stamm der Luceres.
Liv.1,30,1-3:
Roma interim crescit Albae ruinis. duplicatur civium
numerus; Caelius additur urbi mons, et, quo frequentius
habitaretur, eam sedem Tullus regiae capit ibique
habitavit. [2] principes Albanorum in patres, ut ea
quoque pars rei publicae cresceret, legit, Iulios,
Servilios, Quinctios, Geganios, Curiatios, Cloelios;
templumque ordini ab se aucto curiam fecit, quae Hostilia
usque ad patrum nostrorum aetatem appellata est. [3]
et ut omnium ordinum viribus aliquid ex novo populo
adiceretur, equitum decem turmas ex Albanis legit,
legiones et veteres eodem supplemento explevit et
novas scripsit. |
(1)
Rom wächst indessen durch die Trümmer von
Alba Die Zahl der Bürger wird verdoppelt, der
Mons Caelius
wird zur Stadt geschlagen, und damit er um so zahlreicher
bewohnt werden möchte, erwählt ihn Tullus
zum Herrschersitz und wohnt daselbst. (2) Die vornehmen
Albaner wählte er unter die Väter, damit
auch dieser Teil des Gemeinwesens wachse, die Tullier,
Servilier, Quinctier, Geganier, Curiatier, Cloelier;
und zum heiligen Versammlungsort für den von
ihm vermehrten Stand erbaute er die Kurie, die bis
auf die Zeit unserer Väter die "Hostilia"
genannt wurde. (3) Damit die Kräfte aller Stände
durch die neue Bevölkerung einen Zuwachs erhielten,
so wählte er zehn Reiterturmen aus den Albanern,
ergänzte die alten Legionen durch derselben Zuwachs
und bildete neue. (Üb. nach Gerlach) |
- Krieg mit Fidenae,
Veii und den Sabinern
(ohne entscheidenden Erfolg).
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- 640-616: Ancus
Marcius,
(Eutr.1,5;
Vir.ill.5)
vierter römischer König. (Dion.Hal.ant.3,36,1)
- Er beginnt damit, Latium
zu unterwerfen, und verpflanzt die Einwohner der besiegten
Städte nach Rom. Dort siedelt er sie auf dem Aventin
und im Tal zwischen Aventin
und Palatin
an.
- Eingemeindung der Gebiete rechts vom Tiber
(Anlage der Salinen)
- Erfolgreicher Krieg gegen Veii
- Erbauung der Hafenstadt Ostia
- Überbrückung des Tibers
und Befestigung des Ianiculum
Liv.1,33:
Ancus demandata cura sacrorum flaminibus sacerdotibusque
aliis, exercitu novo conscripto profectus, Politorium,
urbem Latinorum, vi cepit; secutusque morem regum
priorum, qui rem Romanam auxerant hostibus in civitatem
accipiendis, multitudinem omnem Romam traduxit. [2]
et cum circa Palatium, sedem ueterum Romanorum, Sabini
Capitolium atque arcem, Caelium montem Albani implessent,
Aventinum novae multitudini datum. additi eodem haud
ita multo post, Tellenis Ficanaque captis, novi cives.
[3] Politorium inde rursus bello repetitum, quod vacuum
occupaverant Prisci Latini, eaque causa diruendae
urbis eius fuit Romanis, ne hostium semper receptaculum
esset. [4] postremo omni bello Latino Medulliam compulso,
aliquamdiu ibi Marte incerto, varia victoria pugnatum
est; nam et urbs tuta munitionibus praesidioque firmata
valido erat, et castris in aperto positis aliquotiens
exercitus Latinus comminus cum Romanis signa contulerat.
[5] ad ultimum omnibus copiis conisus Ancus acie primum
vincit; inde ingenti praeda potens Romam redit, tum
quoque multis milibus Latinorum in civitatem acceptis,
quibus, ut iungeretur Palatio Aventinum, ad Murciae
datae sedes. [6] Ianiculum quoque adiectum, non inopia
loci, sed ne quando ea arx hostium esset. id non muro
solum sed etiam ob commoditatem itineris ponte sublicio,
tum primum in Tiberi facto, coniungi urbi placuit.
[7] Quiritium quoque fossa, haud parvum munimentum
a planioribus aditu locis, Anci regis opus est. [8]
ingenti incremento rebus auctis, cum in tanta multitudine
hominum, discrimine recte an perperam facti confuso,
facinora clandestina fierent, carcer ad terrorem increscentis
audaciae media urbe imminens foro aedificatur. [9]
nec urbs tantum hoc rege crevit sed etiam ager finesque.
Silva Maesia Veientibus adempta usque ad mare imperium
prolatum et in ore Tiberis Ostia urbs condita, salinae
circa factae, egregieque rebus bello gestis aedis
Iovis Feretri amplificata. |
(1)
Ancus
übertrug die Sorge für die Opfer den Flamines
und anderen Priestern, brach mit dem frisch erworbenen
Heer auf und nahm Politorium, eine latinische
Stadt im Sturm. Nach der Sitte der früheren Könige,
die die Macht Roms dadurch vermehrt hatten, dass sie
die Feinde in die Bürgerschaft aufnahmen, führte
er die ganze Bevölkerung nach Rom. (2) Und da
rings um das Palatium, der Wohnstätte der alten
Römer, die Sabiner
das Capitolium
und die Burg, den Cloelius die Albaner angefüllt
hatten, wurde den neuen Bewohnern der Aventinus
gegeben. Diesen wurden nicht lange danach, nach der
Eroberung von Tellenae und Ficana, neue Bürger
hinzugefügt. (3) Darauf wurde Politorium aufs
neue mit Krieg heimgesucht, das die Latiner
nach seiner Verödung wieder besetzt hatten. Dies
war die Ursache, warum es die Römer zerstörten,
damit es nicht immer ein Zufluchtsort der Feinde würde.
(4) Zuletzt drängte sich der ganze Krieg um Medullia
zusammen und hier wurde einige Zeit ohne Entscheidung
mit abwechselndem Glück gefochten; denn die Stadt
war durch Verschanzungen und eine starke Besatzung
gesichert; auch hatten sich die Latiner
in offenem Feld gelagert und waren mehrmals mit den
Römern handgemein geworden. (5) Endlich bot Ancus
seine ganze Macht auf, siegt zuerst in offener Feldschlacht
und kehrt dann mit großer Beute beladen nach
Rom zurück. Auch damals wurden viele tausend
Latiner
in die Bürgerschaft aufgenommen; ihnen wurden
Wohnplätze an dem Tempel der Murcia angewiesen,
um den Aventinus
mit dem Palatinus
zu verbinden. (6) Auch wurde noch das Ianiculum
hinzugefügt, nicht aus Mangel an Raum, sondern
damit dies nicht einmal zu einer feindlichen Festung
würde. Man beschloss, diese nicht nur durch eine
Mauer, sondern der größeren Bequemlichkeit
des Weges wegen auch durch eine Pfahlbrücke über
den Tiber, die damals zuerst gebaut wurde, mit der
Stadt zu verbinden. (7) Auch der Graben der Quiriten,
keine unbedeutende Verschanzung von der ebenen und
leichter zugänglichen Seite der Stadt her, war
ein Werk des Königs Ancus.
(8) Da auf diese Weise der Staat einen ungemeinen
Zuwachs erhalten hatte, fingen bei der ungeheueren
Menschenmenge die Unterschiede von Recht und Unrecht
an, sich zu verwirren, und es wurden insgeheim Verbrechen
verübt. Daher wird mitten in der Stadt ein Gefängnis
über dem Forum
zum Schrecken der wachsenden Frechheit gebaut. (9)
Aber nicht nur die Stadt nahm unter diesem König
zu, sondern auch das Gebiet, und die Grenzen wurden
erweitert. Der Mäsische Wald wurde den Veientern
entrissen, die Herrschaft wurde bis zum Meer ausgedehnt
und an der Tibermündung
wurde die Stadt Ostia
gebaut. Rundum wurden Salzwerke angelegt und nach
diesen glorreichen Kriegstaten der Tempel des Iupiter
Feretrius erweitert. (Üb. nach Gerlach) |
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- 616-578: Tarquinius
Priscus,
(Eutr.1,6;
Vir.ill.6)
fünfter römischer König. Er wanderte
aus dem etruskischen
Tarquinii ein,
wohin sein Vater Demaratos
aus Korinth
eingewandert war.
- Er schließt die Unterwerfung von Latium
ab, drängt die Sabiner
zurück und besiegt die Etrusker
- Von den Etruskern
werden die Insignien
der Königsmacht übernommen.
- Er erweitert den Senat
aus dem dritten Stamm, die Luceres,
um ein drittes Hundert, indem er in jeden vorhandenen Stamm
die den Patriziern
gleiche Zahl Plebeier
aufnimmt (patres minorum gentium). Seinen weitergehenden
Plan, drei Stämme der Plebeier
neu zu bilden und so die Zahl der Stämme zu verdoppeln,
hatte Attus Navius
vereitelt.
- Er errichtete prachtvolle öffentliche Bauten: Die
Hallen am Markt,
den Circus maximus
und die cloaca
(Abwasserkanal); Beginn der Stadtmauer;
Grundsteinlegung zum kapitolinischen
Tempel.
Liv.1,35,8-10:
[8] tum primum circo, qui nunc maximus dicitur, designatus
locus est. loca divisa patribus equitibusque, ubi
spectacula sibi quisque facerent; fori appellati;
[9] spectavere furcis duodenos ab terra spectacula
alta sustinentibus pedes. ludicrum fuit equi pugilesque
ex Etruria maxime acciti. sollemnes deinde annui mansere
ludi, Romani magnique varie appellati. [10] ab eodem
rege et circa forum privatis aedificanda divisa sunt
loca; porticus tabernaeque factae. |
(8)
Damals wurde zuerst die Stelle für den Circus
(Rennbahn) bezeichnet, der jetzt "Maximus"
(der größte) heißt. Es wurden den
Vätern und den Rittern
Plätze angewiesen, wo jeder sich Sitze zum Zuschauen
einrichten könnte. (9) Sie wurden "Fori"
genannt. Die Sitze waren zwölf Fuß hoch
über der Erde und durch Stützbalken getragen.
Ross- und Faustkämpfer waren zu sehen, die man
besonders aus Etrurien
hatte kommen lassen. Diese wurden dann jährlich
wiederkehrende Festspiele, die unterschiedlich die
"Großen" oder die "Römischen"
Spiele hießen. (10) Von demselben König
wurden auch einzelnen Bürgern Bauplätze
rings um den Marktplatz verteilt und Säulenhallen
und Kaufläden angelegt. (Üb. nach Gerlach) |
Liv.1,38,5-7:
[5] pax deinde est facta. maiore inde animo pacis
opera incohata quam quanta mole gesserat bella, ut
non quietior populus domi esset quam militiae fuisset.
[6] nam et muro lapideo, cuius exordium operis Sabino
bello turbatum erat, urbem, qua nondum munierat, cingere
parat, et infima urbis loca circa forum aliasque interiectas
collibus convalles, quia ex planis locis haud facile
evehebant aquas, cloacis fastigio in Tiberim ductis
siccat, [7] et aream ad aedem in Capitolio Iovis quam
voverat bello Sabino, iam praesagiente animo futuram
olim amplitudinem loci, occupat fundamentis. |
(5)
Darauf wurde Frieden geschlossen. Groß waren
die Anstrengungen im Krieg gewesen, aber mit noch
großartigerem Geist wurden die Werke des Friedens
begonnen, so dass das Volk
nicht mehr Ruhe daheim als im Feldlager hatte. (6)
Er trifft Anstalt, die Stadt, wo er sie noch nicht
befestigt hatte, mit einer steinernen Mauer zu umgeben,
ein Werk, dessen Anfang durch den Sabinischen
Krieg unterbrochen worden war. Die niedrig gelegenen
Teile der Stadt um den Marktplatz und andere von Hügeln
eingeschlossene Täler legte er durch Abzugsgräben,
die sich gegen den Tiber hin senkten, trocken, da
das Wasser aus den ebenen Gegenden nicht leicht fortgeführt
werden konnte. (7) Endlich richtete er für den
Tempel des Iupiter
auf dem Kapitol,
den er im Sabinischen
Krieg geweiht hatte, den Platz durch Unterbauten ein,
weil er im Geist schon die zukünftige Bedeutung
dieses Ortes ahnte. (Üb. nach Gerlach) |
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- 578-534: Servius
Tullius,
(Eutr.1,7;
Vir.ill.7)
sechster römischer König, der Sohn einer Sklavin
(Ocrisia), der
im Haus des Tarquinius
Priscus aufgewachsen und sein Schwiegersohn war.
- Neugliederung der Bürgerschaft (dispositio
Serviana) nach dem Census
(Vermögen statt Geburtsadel) in fünf classes
und centuriae
(Stimmbezirke). Mit den Centuriatskomitien
(comitia
centuriata) entwickelte sich eine Art
Volksversammlung. Sie war auch für die Heereseinteilung
bestimmend.
- Auch die Ablösung der drei Romulus
zugeschriebenen Tribus
aufgrund der Stammesverbände durch die geographische
Einteilung in vier städtische Tribus
wird Servius
Tullius zugeschrieben.
- Dadurch, dass er auf dem Aventin
ein für Römer und Latiner
gemeinsames Heiligtum anlegt, baut er die Hegemonie Roms
über Latium
aus.
Liv.1,45,1-3:
aucta civitate magnitudine urbis, formatis omnibus
domi et ad belli et ad pacis usus, ne semper armis
opes adquirerentur, consilio augere imperium conatus
est, simul et aliquod addere urbi decus. [2] iam tum
erat inclitum Dianae Ephesiae fanum; id communiter
a civitatibus Asiae factum fama ferebat. eum consensum
deosque consociatos laudare mire Servius inter proceres
Latinorum, cum quibus publice privatimque hospitia
amicitiasque de industria iunxerat. saepe iterando
eadem perpulit tandem, ut Romae fanum Dianae populi
Latini cum populo Romano facerent. [3] ea erat confessio
caput rerum Romam esse, de quo totiens armis certatum
fuerat. |
(1)
Nachdem der Staat so durch die Erweiterung der Stadt
gewonnen hatte und alles im Innern für die Bedürfnisse
des Kriegs und des Friedens angeordnet war, gedachte
er, nicht durch Waffengewalt die Macht zu erweitern,
sondern auch durch Einsicht die Herrschaft zu vergrößern
und zugleich der Stadt eine Zierde zu erwerben. (2)
Schon damals war das Heiligtum der Diana von Ephesos
weit und breit berühmt, das nach dem Gerücht
gemeinsam von den asiatischen Städten gegründet
worden war. Da Servius im Kreis der vornehmen Latiner,
mit denen er absichtlich persönliche und politische
Verbindungen und Gastfreundschaft geschlossen hatte,
die Übereinstimmung und gemeinsame Gottesverehrung
außerordentlich und zum wiederholten Male pries,
brachte er sie endlich dahin, dass die Latiner
mit dem Römischen Volk ein Heiligtum der Diana
in Rom erbauten. (3) Darin lag das Geständnis,
dass Rom Haupt des Bundes war, worüber man so
oft mit Waffen gekämpft hatte. (Üb. nach
Gerlach) |
- Er bezieht den Viminal
und Esquilin
in die Stadt ein (Liv.1,44,3). ("Servianische
Mauer" [agger
Servii])
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- 534-510: Tarquinius
Superbus,
(Eutr.1,8)
siebter und letzter römischer König.
- Er erweitert den Latinischen
Bund und macht ihn vollständig von Rom abhängig.
Liv.1,52:
revocatis deinde ad concilium Latinis Tarquinius conlaudatisque,
qui Turnum novantem res pro manifesto parricidio merita
poena adfecissent, ita verba fecit: [ 2] posse quidem
se vetusto iure agere, quod, cum omnes Latini ab Alba
oriundi sint, in eo foedere teneantur, quo sub Tullo
res omnis Albana cum colonis suis in Romanum cesserit
imperium; [3] ceterum se utilitatis id magis omnium
causa censere, ut renovetur id foedus, secundaque
potius fortuna populi Romani ut participes Latini
fruantur quam urbium excidia vastationesque agrorum,
quas Anco prius, patre deinde suo regnante perpessi
sint, semper aut exspectent aut patiantur. [4] haud
difficulter persuasum Latinis, quamquam in eo foedere
superior Romana res erat; ceterum et capita nominis
Latini stare ac sentire cum rege videbant, et Turnus
sui cuique periculi, si adversatus esset, recens
erat documentum. [ 5] ita renovatum foedus, indictumque
iunioribus Latinorum, ut ex foedere die certa ad lucum
Ferentinae armati frequentes adessent. [ 6] qui ubi
ad edictum Romani regis ex omnibus populis convenere,
ne ducem suum neve secretum imperium propriave signa
haberent, miscuit manipulos ex Latinis Romanisque,
ut ex binis singulos faceret binosque ex singulis;
ita geminatis manipulis centuriones imposuit. |
Darauf
berief Tarquinius die Latiner
wieder zur Versammlung, lobte sie, weil sie den empörerischen
Turnus für seinen Hochverrat bestraft hätten,
und hielt folgende Rede: (2) Er könne freilich
ein altes recht geltend machen, weil alle Latiner,
weil alle von Alba
Longa ihren Ursprung hätten, durch den Vertrag
gebunden seien, durch den die ganze albanische Macht
mit ihren Pflanzstätten der römischen Herrschaft
einverleibt worden sei. (3) Übrigens stimme er
um des gemeinsamen Nutzens willen mehr dafür,
diesen Vertrag zu erneuern, und dass eher die Latiner
des Glücks des römischen Volkes teilhaftig
würden, als eine Zerstörung ihrer Städte
und Verheerung ihrer Ländereien, die sie früher
unter der Regierung des Ancus,
später unter seinem Vater erduldet hätten,
entweder erwarteten oder erlitten (4) Es fiel nicht
schwer, die Latiner
zu überreden, obwohl nach diesem Vertrag die
römische Macht das Übergewicht hatte. Übrigens
sahen sie nicht nur, dass die Häupter des latinischen
Volkes auf der Seite des Königs und mit ihm einverstanden
waren, sondern Turnus war für jeden noch eine
frische Erinnerung an seine eigene Gefahr, wenn er
sich widersetzen wollte. ( 5) So wurde der Vertrag
erneuert und der jungen Mannschaft der Latiner
angekündigt, an einem bestimmten Tag vertragsgemäß
beim Hain der Ferentina zahlreich bewaffnet zu erscheinen.
( 6) Da diese auf die Anordnung des römischen
Königs von allen Völkern zusammenkamen,
bildete er die Manipel aus Römern und Latinern,
damit diese nicht ihren besonderen Anführer,
ihren abgesonderten Oberbefehl und ihre eigenen Fahnen
hätten, zerfällte also jede Manipel in zwei
Abteilungen und bildete aus je zweien eine. Über
die verdoppelte Zahl der Manipel setzte er Centurionen.
(Üb. nach Gerlach) |
- Er beginnt den Krieg gegen die Volsker
Liv.1,53,1-2:
nec ut iniustus in pace rex, ita dux belli pravus
fuit; quin ea arte aequasset superiores reges, ni
degeneratum in aliis huic quoque decori offecisset.
[2] is primus Volscis bellum in ducentos amplius
post suam aetatem annos movit, Suessamque Pometiam ex
iis vi cepit. |
Der
König war, wenn schon im Frieden ungerecht, kein
schlechter Anführer im Krieg. Ja, er wäre
in dieser Eigenschaft den früheren Königen
gleich gekommen, wenn nicht die Entartung in anderer
Beziehung auch diesen Ruhm geschmälert hätte.
(2) Dieser begann zuerst den Krieg gegen die Volsker,
der noch zweihundert Jahre nach seiner Zeit fortdauerte,
und nahm ihnen die Stadt Suessa
Pometia im Sturm weg. (Üb. nach Gerlach) |
- Er setzt sich über die Verfassung
des Servius
Tullius hinweg und herrscht tyrannisch (Dion.Hal.4,42,1-4,43-3)
| Liv.1,56,1-2:
Intentus perficiendo templo, fabris undique ex Etruria
accitis, non pecunia solum ad id publica est usus
sed operis etiam ex plebe. qui cum haud parvus et
ipse militiae adderetur labor, minus tamen plebs gravabatur
se templa deum exaedificare manibus suis, quam postquam
et ad alia, [2] ut specie minora, sic laboris aliquanto
maioris traducebantur opera, foros in circo faciendos
cloacamque maximam, receptaculum omnium purgamentorum
urbis, sub terra agendam; quibus duobus operibus vix
nova haec magnificentia quicquam adaequare potuit.
|
(1)
Eifrig mit der Vollendung des Tempels beschäftigt
ließ er nicht bloß auf Staatskosten Werkleute
aus Etrurien
kommen, sondern er gebrauchte auch Arbeiter aus dem
Volk. Da diese keineswegs unbedeutende Anstrengung
zu den Beschwerden des Kriegsdienstes hinzukam, ließ
sich doch das Volk eher gefallen die Tempel der Götter
mit seinen Händen zu bauen, als dass es auch
zu andern, ( 2) dem Anschein nach geringeren, aber
bedeutend mehr Anstrengung erfordernden verwendet
wurde, zur Anlage der Sitzreihen im Circus
und um die Große
Kloake zur Aufnahme aller Unreinlichkeiten der
Stadt unter der Erde aufzuführen, zwei Werken,
deren Größe kaum die neueste Prachtliebe
erreichen kann. (Üb. nach Gerlach) |
- Er vollendet den Tempel des Iupiter
Capitolinus,
den sein Vater in Angriff genommen hatte.
- Patrizier und
Plebeier tun sich
zu seiner Vertreibung und zur Abschaffung der Monarchie
zusammen.
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- Zw. 550-500: Stein mit Inschrift unter dem lapis niger
(Forum)
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