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Politische und kulturelle Entwicklung Roms

Die Republik in der Krise: 6. Abschnitt (60-44)

Das 1. Triumvirat: 60 - Der Gallische Krieg: 58-52  - Bürgerkrieg: 49-46 - Alexandrinischer Krieg: 48-47 - Caesars Diktatur und Tod (46-44)

 

 
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Griechenland

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Italien Griechenland Numidien Gallien
60
  • 1. Triumvirat (Τρικάρανον)Textanker: Gnaeus Pompeius Magnus, Gaius Iulius Caesar und Marcus Licinius Crassus Dives bilden eine gegen die Optimaten gerichtete Interessengemeinschaft. Die Quellen sind darin uneins, ob die Vereinbarung vor oder nach Caesars Wahl zum Konsul des Jahres 59 getroffen wurde. Jedenfalls blieb sie zunächst geheim: 
    • Pompeius geht es um die Anerkennung seiner Neuordnung in Asien und um ein Ackergesetz zugunsten seiner Veteranen. Seine politischen Gegner waren Marcus Crassus, Lucius Lucullus und Quintus Metellus Creticus. Der Konsul Quintus Cecilius Metellus Celer und Marcus Cato waren außerdem persönlich mit ihm verfeindet. (Cass.Dio 37, 49f.; App.civ.2,8; Plut.Luc.82; Plut.Pomp.46; Plut.Cat.31; Vell.2,40; Flor.4,2,9; Suet.Caes.19; Cic.Att. passim)
    • Caesar geht es um das Konsulat im nächsten Jahr. Um sich dafür bewerben zu können, verzichtet er sogar auf einen Triumph nach seiner Rückkehr aus der Provinz Spanien. (Cass.Dio 37, 54; App.civ.2,8; Plut.Caes.13f.; Plut.Cat.31; Plut.Pomp.47; Plut.Crass.14; Suet.Caes.18; Cic.Att.2,1,9)
    • Ebenso wie Crassus' Reichtum beiden nützt, kann Crassus von beider Einfluss profitieren.
  • Zw. 60-50: Casa reppublicana (Palatin)
  • Lyrik Catulls (ca. 87-54) (Neoteriker: Valerius Cato, Gaius. Licinius Macer Calvus, Marcus Furius Bibaculus, Quintus Cornificius)
59
  • Als Konsul bringt Caesar im Interesse des Pompeius und seiner Veteranen gegen den Senat und seinen Mitkonsul Bibulus ein Ackergesetz (LEX IULIA AGRARIA) durch und lässt die Neuordnung, die Pompeius im Osten vorgenommen hatte, ratifizieren. Zur Ackerverteilung wird ein Gremium von 20 Männern im Rang von Praetoren eingesetzt (Cass.Dio 38,1-7; App.civ.2,10; Plut.Cat.31-33; Vell.2,44; Suet.Caes.20; Cic.Att.2,16,1; Cic.Att.2,18,2).
  • Sich selbst sichert Caesar für drei Jahre das cisalpinische Gallien (nach Cato "die Akropolis Italiens", Plut.Crass.14; Plut.Cat.33) und Illyrien als Provinz (Cass.Dio 38,8; App.civ.2,13; Vell.2,44; Cic.Vatin.35). Der Senat erweitert seine Zuständigkeit auf das transalpinische Gallien (Suet.Caes.22).
  • Pompeius heiratet Caesars Tochter Iulia (Plut.Pomp.47f.; Cass.Dio 38,9; Cic.Att.2,17,1 u.a.)
58
  • 58-52: Gallischer Krieg Textanker (Caes.Gall.1,1-30): 
    • Die Helvetier wollen nach dreijährigen Vorbereitungen mit 368 Tausend Mann auswandern. Den bei Genf geplanten Übergang über den Rhodanus (Rhône) verhindert Caesar durch Abwehrmaßnahmen. Er folgt ihnen aber auch auf dem Weg, den sie jetzt an dem Arar (Saône) entlang durch das Gebiet der Sequaner nehmen. Den Gau der Tuguriner schlägt er noch diesseits des Flusses, folgt dem Rest über dem Fluss und schlägt ihn bei Bibracte.
    • Es folgt der Krieg gegen Ariovistus, den Heerkönig der Sueben, (Caes.Gall.1,31-54): Ariovist war von den Sequanern und Arvernern, die mit den Häduern um die Vormacht in Gallien kämpften, zu Hilfe gerufen worden. Die Häduer wurden besiegt, doch hielt Ariovistus einen Teil des Sequanerlandes besetzt, wohin zahlreiche Germanen einwanderten. Caesar besetzte Vesontio (Besancon), traf Im Elsass in der Nähe des Rheins auf die Sueben und schlug sie vernichtend. 
  • Gesetze des Publius Clodius Pulcher, mit denen er die Nobilität schwächen wollte und die Verbannung Ciceros vorbereitete:
    • LEX CLODIA FRUMENTARIA, die den Kreis derer, die nach der Lex Sempronia frumentaria von Rückverweis123 zum Bezug verbilligten Getreides berechtigt waren, auf die plebs urbana einschränkte, aber das Getreide kostenlos abgab. 
    • Daneben:
      • Ein Gesetz, das die Lex Fufia et Aelia von Rückverweis156 aufhob, so dass die Auspizien ihre Bedeutung für die Volksversammlung verloren. 
      • Ein Gesetz, das die Bedeutung der Zensoren stark beeinträchtigte, da sie Strafen nur noch nach vorheriger gerichtlicher Verurteilung verhängen durften.
  • Ciceros Verbannung:
    • Die Gründe des Zerwürfnisses mit Clodius: Cic.Att.1,13,3; Cic.Att.1,14,5; Cic.Att.1,16,1-10; Cass.Dio 37,46. 
    • Um Volkstribun werden zu können, musste Clodius durch Adoption Plebeier werden. Im Jahr 60 setzte sich der Tribun Gaius Herennius erfolglos für seine Adoption ein (Cic.Att.1,18,4), 59 hatte Clodius sein Ziel endlich erreicht (Cic.dom.41)
      Cic.dom.41:Textanker Si et sacrorum iure pontifices et auspiciorum religione augures totum evertunt tribunatum tuum, quid quaeris amplius? an etiam apertius aliquod ius populi atque legum? Hora fortasse sexta diei questus sum in iudicio, cum C. Antonium, conlegam meum, defenderem, quaedam de re publica, quae mihi visa sunt ad illius miseri causam pertinere. Haec homines improbi ad quosdam viros fortis longe aliter atque a me dicta erant detulerunt. Hora nona illo ipso die tu es adoptatus. Wenn sowohl die Oberpriester durch das gottesdienstliche Recht als auch die Auguren durch die Heiligkeit der Auspizien dein ganzes Tribunat für nichtig erklären, was willst du weiter? Verlangst du ein noch entschiedeneres Recht des Volks und der Gesetze? Etwa um die sechste Stunde des Tages hatte ich mich vor Gericht bei der Verteidigung meines Amtsgenossen Gaius Antonius über einige Verhältnisse der Republik, die mit mit der Sache jenes Unglücklichen in Verbindung zu stehen schienen, erklärt. Diese Äußerungen hinterbrachten bösartige Leute gewissen tapferen Männern ganz anders, als ich sie ausgesprochen hatte: Um neun Uhr an demselben Tag wurdest du an Kindesstatt angenommen. (Üb. nach Osiander)
    • Als Tribun führte Clodius das Plebiszit herbei, das Ciceros Verbannung bezweckte:
      Vell.2,45,1-2:Textanker [1] Per idem tempus, P. Clodius, homo nobilis, disertus, audax, quique dicendi neque faciendi ullum nisi quem vellet nosset modum, malorum propositorum executor acerrimus, infamis etiam sororis stupro et actus incesti reus ob initum inter religiosissima populi Romani sacra adulterium, cum graves inimicitias cum M. Cicerone exerceret ‑ quid enim inter tam dissimiles amicum esse poterat? ‑ et a patribus ad plebem transisset, legem in tribunatu tulit, qui civem Romanum indemnatum interemisset, ei aqua et igni interdiceretur: cuius verbis etsi non nominabatur Cicero, tamen solus petebatur. [2] Ita vir optime meritus de re publica conservatae patriae pretium calamitatem exilii tulit. Non caruerunt suspicione oppressi Ciceronis Caesar et Pompeius. Hoc sibi contraxisse videbatur Cicero, quod inter XX viros dividendo agro Campano esse noluisset.     Um diese Zeit trat Publius Clodius auf. Er stammte aus adliger Familie, war redegewandt, rücksichtslos und kannte für alles, was er sagte und Tat, keine Grenzen als die eigene Willkür. Für seine finsteren Pläne setzte er sich mit äußerster Energie ein. Er stand dazu noch in üblem Ruf wegen Verführung der eigenen Schwester und war wegen Religionsfrevels angeklagt gewesen, weil er bei einem der heiligen römischen Feste Ehebruch begangen hatte. Dazu war er noch mit M. Cicero schwer verfeindet. (Wie hätten zwei so verschiedene Männer auch Freunde sein können?) Nachdem er vom Patrizier- zum Plebeierstand übergegangen war, brachte er als Volkstribun ein Gesetz ein, nach dem jeder geächtet sein sollte, der einen römischen Bürger ohne Gerichtsurteil habe töten lassen. Cicero war zwar nicht ausdrücklich genannt, dennoch war das Gesetz einzig auf ihn gemünzt. (2) So wurde dem Mann, der sich die höchsten Verdienste um den Staat erworben hatte, als Lohn für seine Rettung des Vaterlandes das bittere Los des Exils zuteil. Caesar und Pompeius blieben nicht frei von dem Verdacht, an Ciceros Sturz beteiligt gewesen zu sein. Anscheinend hatte sich Cicero ihre Feindschaft zugezogen, weil er einen Sitz im Zwanzigmännerkollegium abgelehnt hatte, das mit der Verteilung der kampanischen Ländereien beauftragt war. (Üb. M.Giebel)
    • Cicero wird muss mindestens 400 Meilen von Rom entfernt in die Verbannung. Seine Häuser wurden zerstört (Cic.dom.43-64; Cic.Planc.86-90; Cic.Planc.95-103). Die Beteiligung der Triumvirn an seiner Verbannung bezeugt Cicero mehrfach (Cic.Pis.79; Cic.Att.4,1,1; Cic.Att.4,2,5; Cass.Dio 38,11; Cass.Dio 39,11). Möglichkeiten, die im Caesar zu seiner Rettung aufzeigte (Mitgliedschaft im 20-Männer-Gremium zur Ackerverteilung; Legatenstelle in seinem Heer in Gallien), lehnt er als unwürdig ab (Cic.Att.2,5,1; Cic.Att.2,18,3; Cic.Att.2,19,5; Plut.Cic.30). Die Verbannung erfolge Ende März. Bis Dezember hielt sich Cicero in Thessalonike auf. Dann begab er sich in Erwartung seiner Rückkehr nach Dyrrhachium. Versuche, ihn noch im Jahre 58 zurückzurufen, scheitern (Cic.dom.70f.; Cic.p.red.in sen. 4; Cic.Pis.29; Cic.Sest.69f.; Plut.Cic.33).
57
  • Caesar unterwirft die Belger (Caes.Gall.2). 
    • Dass sich die Belger zur Verteidigung ihrer Freiheit zusammenschließen, gilt Caesar bereits als Empörung und als hinreichender Grund, sie anzugreifen (Caes.Gall.2,1).  
    • Caesar hebt eine neue Legion aus, marschiert in römerfreundliches Gebiet ein und befestigt eine Brücke über die Axona (Aisne). Über dem Fluss bezieht er ein Lager. Die Belger greifen mit 300 Tausend Mann die Brückenbesatzung an, erleiden aber große Verluste und lösen sich wieder in Einzelverbände auf.
    • Caesar unterwirft sie jetzt reihum: Bellovacer, Ambianer, Nervier und Aduatucer. 
    • Im folgenden Winter greifen die Belger die Winterlager des Legaten Servius Galba im Gebiet der Nautuaten, Veragrer und Seduner an, werden aber auch hier abgewehrt.
  • Cicero wird aus der Verbannung zurückberufen. Er profitierte davon, dass sich Clodius und Pompeius entfremdet hatten (Cass.Dio 38,30; Plut.Pomp.49; Cic.Mil.37; Cic.dom.66; Cic.Sest.69; Cic.Pis.29). Auch glaubte die Nobilität, in ihm einen guten Interessenvertreter zu finden. Bereits am 1. Jan. 57 bewirkt der neue Konsul Lentulus einen Senatsbeschluss im Senat. Clodius kann die Bestätigung durch das Volk bis zum 4. August verzögern (Cass.Dio.39,7-11; Plut.Cic.33; App.civ.2,16; Cic.Att.4,1). 
  • Nach seiner Rückkehr setzte sich Cicero dafür ein, dass Pompeius im Rang eines Prokonsuls auf fünf Jahre die Organisation der Getreidezufuhr übertragen wurde (Cic.Att.4,1,6f.; Cic.dom.6-31; Cass.Dio 39,9; App.civ.2,18; Plut.Pomp.49).
56
  • Konsulat des
    • Gnaeus Cornelius Lentulus Marcellinus
    • Lucius Marcius Philippus
  • Caesar unterwirft die Veneter und die Uneller und andere gallische Küstenstämme (Caes.Gall.3,7-19). Die Veneter bildeten in der Bretagne das Zentrum der Unruhen. Sie werden besonders in einem Seegefecht durch Decimus Brutus besiegt. Außerdem unterwirft Caesars Legat Publius Licinius Crassus die Aquitanier (Caes.Gall.3,20-27). 
  • Caesar unternimmt schließlich noch einen weniger erfolgreichen Feldzug gegen die belgischen Stämme der Moriner und Menapier (Caes.Gall.3,27f.).
  • Erneuerung des Triumvirats in Lucca (Plut.Caes.21; Plut.Pomp.51; App.civ.2,17; Suet.Caes.24). Sie wurde erforderlich, weil in der Senatspartei Widerstände gegen Caesar aufkamen:
    • Das Iulische Ackergesetz aus dem Jahr Rückverweis59 war gefährdet:
      • Schon im Dez. 57 hatte der Tribun Publius Rutilius Rullus im Senat den Antrag auf Aufhebung gestellt (Cic.ad Q.fr.2,1,1). 
      • Cicero trug sich im April 56 mit dem Gedanken, ebenfalls Antrag auf Aufhebung zu stellen (Cic.fam.1,9,8; Cic.ad Q.fr.2,5).
    • Lucius Domitius Ahenobarbus kündigte bei seiner Bewerbung um das Konsulat für 55 an, er beabsichtige, Caesar mit den Provinzen auch das Heer wegzunehmen (Suet.Caes.24). 
    • Auch Pompeius' Stellung war gefährdet, weil er mit Clodius verfeindet und mit dem Senat nicht befreundet war.
55
  • Die Vereinbarungen von Lucca werden umgesetzt. 
    • Pompeius und Crassus werden Konsuln. Die Wahlen werden, weil die Konsuln des Vorjahres Schwierigkeiten gemacht hatten, erst im Konsulatsjahr selbst durchgeführt. Mitbewerber treten freiwillig zurück, Lucius Domitius Ahenobarbus wird bei der Wahl gewaltsam vom Marsfeld verjagt. Auch die Bewerbung Catos um die Praetur wird gewaltsam verhindert. Für ihn wird Publius Vatinius gewählt (Plut.Cat.41f.; Plut.Pomp.52; Cass.Dio 39,32; Liv.105; Vell.2,46; Cic.fam.1,9,19; Val.Max.7,5,6).
    • Als Provinzen werden Pompeius Spanien und Crassus Syrien auf fünf Jahre zugeteilt. Caesar behält seine Provinzen auf weitere fünf Jahre. Die entsprechenden Plebiszite gehen auf den Antrag des Tribunen Gaius Trebonius zurück (Lut.Cat.43; Plut.Pom.42; Plut.Caes.28; Plut.Caes.36; Plut.Crass.15; Cass.Dio 39,33-36; App.civ.2,18; Liv.105). 
    • Pompeius ging nicht persönlich nach Spanien, sondern übertrug die Verwaltung einem Legaten (Cass.Dio 39,39; Caes.civ.6,1; Caes.civ.1,85; Plut.Pomp.52f.).
  • Caesar schlägt die germanischen Usipeten und Tencterer, die, von den Sueben gedrängt, in Gallien einfallen (Caes.Gall.4,1-15). Weil Caesar ihre Gesandten hatte verhaften lassen, bevor er sie dann überraschend angriff und besiegte, stellte Cato im Senat den Antrag, Caesar wegen arglistiger Täuschung den Germanen auszuliefern (Plut.Caes.22; Plut.Cat.51; App.Celt.18; Suet.Caes.24).
  • 1. Rheinüberquerung Caesars auf einer Brücke, mit deren Bau er den Germanen imponieren wollte. Nach achtzehntägigen Streifzügen kehrte er mit dem Versprechen, Geiseln zu erhalten, zurück ( Caes.Gall.4,16f.). 
  • Caesar setzt nach Britannien über. Unterwegs hatte er mit Sturm zu kämpfen und musste sich die Landung mit Waffengewalt erzwingen ( Caes.Gall.4,18-36). Auch dieses Unternehmen diente mehr dazu, die Britannier zu beeindrucken und seinem Ruhm in der Heimat zu mehren als politisch-militärischen Zwecken (Vell.2,46; Flor.3,10,16). 
  • Der Rückkehr folgt die Unterwerfung der Moriner und die Verwüstung Menapiens (Caes.Gall.4,37f.). 
  • Fertigstellung des Pompeiustheaters (Marsfeld)
54
  • 2. Britannienfeldzug Caesars mit 600 Lastkähnen und 28 Kriegsschiffen von Portus Iccius aus, unweit von der ersten Ablegestelle;  die Mannschaft umfasste fünf Legionen und 2000 Reiter. (Caes.Gall.5,1-23; Liv.epit.105; Plut.Caes.23,4; Flor.1,45,18f.; Cass.Dio 40,1,2-4,1; Oros.6,9,4-9). Caesar verfolgt den britannischen Führer Cassivellaunus so lange, bis er zur Unterwerfung und zur Stellung von Geiseln bereit ist (Cic.Att.4,17,3). 
  • Angriff der Gallier auf Caesars Winterlager (Caes.Gall.5,24-28). 
    • Die Treverer beginnen mit dem Aufstand, die sich schon im Frühjahr erhoben hatten (Caes.Gall.5,2-4).
    • Ambiorix, der König der Eburonen eröffnet das Kampfgeschehen: Die Legaten Quintus Titurius Sabinus und Lucius Aurunculeius werden mit ihren Truppen aus ihrem Winterlager gelockt und niedergemacht (Caes.Gall.5,27-37). 
    • Der nächste Angriff gilt dem Legat Quintus Tullius Cicero, den Caesar allerdings vor Schaden bewahren kann (Caes.Gall.5,37-52; Cass.Dio 40,5; Cass.Dio 40,9, Plut.Caes.24). 
    • Labienus wird im Gebiet der Treverer angegriffen. Er kann aber den Indutiomarus, den Anführer der Treverer, bei einem Ausfall töten.
  • Der Prokonsul Marcus Licinius Crassus Dives fällt mit 7 Legionen in Mesopotamien ein und eröffnet so den Partherfeldzug. Er folgt nicht dem Rat seines Quaestors Gaius Cassius, den Euphrat hinabzuziehen und Seleucia zu nehmen (Flor.3,11,6), sondern zieht unter der Führung des Arabers Ariamnes durch die Wüste an den Fluss Bilecha (Plut.Crass.23). 
  • Basilica Iulia (Forum)
53
  • Konsulat des
    • Gnaeus Domitius Calvinus
    • Marcus Valerius Messalla Rufus
  • Caesar unterwirft erneut die Nervier, Senonen, Carnuten und Menapier; Labienus die Treverer (Caes.6,1-8). 
    • Den Senonen Acco Textanker, der den Aufstand zwar angezettelt hatte, aber durch Caesars schnelles Eingreifen überrascht worden war, ließ Caesar "auf altrömische Weise" hinrichten ( Caes.Gall.6,44): Der Verurteilte wurde mit dem Kopf nach unten an einen Pfahl gebunden, zu Tode gepeitscht und dann enthauptet.
  • 2. Rheinüberquerung Caesars auf einer Brücke unweit der ersten Brücke aus dem Jahr Rückverweis55. Das Unternehmen richtete sich gegen die Sueben, die die Treverer unterstützt hatten. Da sich die Sueben in das Landesinnere zurückzogen, kehrte Caesar unverrichteter Dinge über den Rhein zurück, ohne allerdings die Brücke vollständig abzureißen. Vielmehr ließ er für sie eine Besatzung zurück (Caes.Gall.6,9f.; Caes.Gall.6,29).
  • Bei Carrhae erleidet Crassus eine schwere Niederlage (Plut.Crass.18-27; Cass.Dio 40,16-24). Surenas, der Feldherr des Partherkönigs Orodes I. (57-37) lädt Crassus am 9. Juni (Ov.fast.6,465) zum Gespräch ein und lässt ihn töten (Plut.Crass.28-33; Cass.Dio 40,25-27; Ov.fast.6,465). Cassius bewährt sich bei der Rettung der Überlebenden, übernimmt die Führung des Heeres und schützt bis zum Jahr 51 Syrien vor Parthereinfällen (Cass.Dio 40,28-30; Vell.2,46; Eutr.6,18).
52
  • Publius Clodius Textanker wird von Titus Annius Milo am 20. Januar im Zusammenhang mit den Wirren um die laufenden Konsulatswahlen (Cic.Mil.; Cass.Dio 40,48f.) erschlagen (Plut.Caes.28; App.civ.2,19; Cass.Dio 40,45; Cic.fam.7,11; Cic.Att.4,15-18; CaesGall.7,1). Sein Leichnam wird vom Volk in der Curia Hostilia aufgebahrt und verbrannt. Dabei brannte die Kurie selbst mit ab. 
  • Pompeius soll die Ordnung wieder herstellen. Er wird zum "consul sine collega" ernannt und nähert sich dadurch wieder dem Senat.  
    Vell.2,47,3-5:Textanker [3] Tum in gladios caedesque civium furente ambitu cuius neque finis reperiebatur nec modus, tertius consulatus soli Cn. Pompeio etiam adversantium antea dignitati eius iudicio delatus est, cuius ille honoris gloria veluti reconciliatis sibi optimatibus maxime a C. Caesare alienatus est; sed eius consulatus omnem vim in coercitionem ambitus exercuit. [4] Quo tempore, P. Clodius a Milone, candidato consulatus, exemplo inutiliter facto, salutari rei publicae, circa Bovillas contracta ex occursu rixa, iugulatus est. Milonem reum non magis invidia facti quam Pompei damnavit voluntas. [5] Quem quidem M. Cato palam lata absolvit sententia: qui, si maturius tulisset, non defuissent qui sequerentur exemplum probarentque eum civem occisum quo nemo perniciosior rei publicae neque bonis inimicior vixerat.  (3) Es kam damals bei der Bewerbung um die Ämter unter den Bürgern zu schweren bewaffneten Ausschreitungen mit Blutvergießen, ohne dass es gelang, diese einzudämmen. So übertrug man dem Cn. Pompeius zum dritten Mal das Amt eines Konsuls, diesmal ohne Kollegen, wobei auch die früheren Gegner seines Aufstiegs zustimmten. Gerade diese Ehrenstellung , die seine Aussöhnung mit den Optimaten anzuzeigen schien, entfremdete ihn Caesar endgültig. Pompeius aber setzte als Konsul seine ganze Amtsgewalt dafür ein, die Ausschreitungen bei den Wahlen zu unterbinden. (4) Damals wurde auch Publius Clodius von Milo, einem Bewerber um das Konsulat, erschlagen. Es geschah bei einem Streit der beiden, die in der Nähe von Bovillae zufällig aufeinander stießen. Die Tat bot ein böses Beispiel, wenn sie auch für den Staat augenblicklich eine Erlösung war. Milo kam vor Gericht und wurde verurteilt - nicht, weil man seine Tat so sehr missbilligte, sondern eher, weil Pompeius es so wollte. (5) Cato gab öffentlich bekannt, dass er für einen Freispruch stimmte. Hätte er das eher getan, dann wären sicher manche seinem Beispiel gefolgt und hätten die Tötung eines Bürgers gebilligt, der das größte Unheil für den Staat und der Erzfeind aller Gutgesinnten gewesen war. (Üb. M.Giebel)
  • Pompeius verschärfte die Gesetze gegen Gewalt (LEX POMPEIA DE VI) und Amtserschleichung (LEX POMPEIA DE AMBITU), indem die Gerichtsverfahren verkürzt wurden. Dem Ankläger wurden nur noch zwei Stunden, dem Verteidiger drei Stunden eingeräumt (Cic.Brut.324; Tac.dial.38). Mit der LEX POMPEIA DE VI wollte Pompeius besonders Milo treffen, dem selbst Cicero als Verteidiger nicht helfen konnte (Cic.Mil.15; Cic.Phil.2,22; Plut.Cic.35; Cass.Dio 40,53f.)
  • Mit der LEX POMPEIA DE MAGISTRATIBUS wurde die Bestimmung erneuert, dass sich niemand in Abwesenheit von Rom um das Konsulat bewerben dürfe, wobei Caesar ausdrücklich ausgenommen wurde (Cass.Dio 40,56; Suet.Caes.28; Caes.civ.1,32; Caes.civ.3,82; Cic.Phil.2,24). 
  • Die LEX POMPEIA DE PROVINCIIS verfügte eine Spanne von fünf Jahren zwischen einem Amt in Rom und der entsprechenden Verwaltung einer Provinz (Cass.Dio 40,56; Suet.Caes.28; Caes.civ.1,32; Caes.civ.3,82; Cic.Att.8,3,3). 
  • Allgemeiner Aufstand Galliens unter der Führung des Arverners Vercingetorix. Die Carnuten schlagen als erste los und töten die Römer in Genabum (Orleans oder Gien) (Caes.Gall.7,1-3). Noch vor Caesars Ankunft kann Vercingetorix andere Stämme zum Abfall bringen und sogar die römische Provinz bedrohen (Caes.Gall.7,4-7). 
  • Caesar sorgt zunächst für die Sicherheit der Provinz, unternimmt dann zur Entlastung einen Einfall in das Gebiet der Arverner und gelangt durch das Gebiet der noch friedlichen Häduer zu den beiden bei den Lingonen stationierten Legionen. Dorthin lässt er auch die anderen Legionen kommen (Caes.Gall.7,7-10). 
  • Caesar belagert und erobert Avaricum (Caes.Gall.7,10-31), dann richtet er seinen Angriff gegen Gergovia, den Hauptort der Arverner (Caes.Gall.7,32-36). Aber mit seinem Angriff hat Caesar keinen Erfolg, er muss sich zurückziehen (Caes.Gall.7,37-53). Zusätzlich fallen die Häduer ab (Caes.Gall.7,37-40; Caes.Gall.7,42f.).
  • Caesar schlägt die Feinde zwei Tagesmärsche von Alesia entfernt im Gebiet der Lingonen, als Vercingetorix Caesar, um ihn nicht in die Provinz entkommen zu lassen, angriff ( Caes.Gall.7,57-64).
  • Schließlich schließt Caesar Vercingetorix mit seinen 80 Tausend Mann in Alesia ein. Weil die 240 Tausend Gallier zu Fuß und die 8000 gallischen Reiter, die von außen Caesars Verschanzungen angreifen, keinen Erfolg haben und geschlagen werden, muss Alesia kapitulieren. Vercingetorix liefert sich, um das Leben seiner Leute zu retten, persönlich Caesar aus (Caes.Gall.7,68-90; vgl. Flor.3,10,26; Cass.Dio 40,41).
51
  • Einzelne gallische Stämme (Biturigen, Carnuten, Bellovacer u.a.) lassen den Aufstand wieder aufflammen, werden aber von Caesar unterworfen (Caes.Gall.8,1-48). 
  • Baubeginn des Caesar-Forums
50
  • Caesars Gegner wollten unter verschiedenen gegen ihn gerichteten Anträgen im Senat durchsetzen, dass ein Nachfolger für seine Statthalterschaft bestimmt würde. nach einem Beschluss vom 30. Sept. 51 sollte darüber am 1. März 50 entschieden werden (Cic.fam.8,8; App.civ.2,26; Cass.Dio 40,59). Dies verhinderten der Konsul Lucius Aemilius Lepidus Paullus und der Volkstribun Gaius  Scribonius Curio, die angeblich beide von Caesar bestochen waren (Vell.2,48; Suet.Caes.29; Cass.Dio 40,60; Cass.Dio 40,63; App.civ.2,27; Plut.Caes.29; Plut.Pomp.58; Cic.Att.6,3,4).
  • Es wird lediglich ein Beschluss herbeigeführt, Caesar zwei Legionen zu entziehen.
  • Der Konsul Marcellus überreicht am Jahresende Pompeius das Schwert zur Verteidigung Roms gegen Caesar (App.civ.2,31; Cass.Dio 40,64-66; Plut.Pomp.58f.). Der Volkstribun Gaius Scribonius Curio, den Caesar für sich einnehmen konnte (ingenti mercede, Suet.Caes.29) reiste daraufhin nach Oberitalien zu Caesar (Caes.Gall.8,50).
 
49
  • PompeiusCaesarBürgerkrieg zwischen Pompeius und Caesar (Caes.civ.; Cass.Dio 41-42,5; Eutr.6,19; App.civ.2,32-85; Plut.Caes.30-48; Plut.Pomp.59-80; Oros.6,15; Suet.Caes.31-35; Luc.Phars.; Cic.epist.passim):
  • Gaius  Scribonius Curio übergab am 1. Jan. im Senat einen Brief Caesars, in dem er sich bereit erklärte, sich bis zu seiner Ernennung zum Konsul mit zwei Legionen und Oberitalien und Illyrien als Provinz zu bescheiden (App.civ.2,37; Plut.Caes.31; Plut.Pomp.59). Über dieses Angebot wurde nicht sofort beraten.
  • Die Antwort an Caesar ist ein Ultimatum. Die Volkstribunen Marcus Antonius und Quintus Cassius Longinus können es nicht verhindern:
    Caes.civ.1,2,6-8:Textanker [6] sic vocibus consulis, terrore praesentis exercitus, minis amicorum Pompei plerique compulsi inviti et coacti Scipionis sententiam sequuntur: uti ante certam diem Caesar exercitum dimittat; si non faciat, eum adversus rem publicam facturum videri. [7] intercedit M. Antonius Q. Cassius tribuni plebis. refertur confestim de intercessione tribunorum. [8] dicuntur sententiae graves; ut quisque acerbissime crudelissimeque dixit, ita quam maxime ab inimicis Caesaris conlaudatur. (6) So traten die meisten, eingeschüchtert durch die heftigen Worte des Konsuls, durch die Furcht vor dem Heer in der Nähe Roms und durch die Drohungen der Anhänger des Pompeius, gegen ihre Überzeugung und gezwungen Scipios Vorschlag bei: Caesar solle bis zu einer bestimmten Frist sein Heer abtreten; gehorche er nicht, so gelte dies als eine Feindseligkeit gegen das Vaterland. (7) Die Volkstribunen Marcus Antonius und Quintus Cassius widersetzten sich, und bei der alsbald eröffneten Verhandlung über diesen Einspruch fallen harte Äußerungen: je bitterer und unbarmherziger man sich aussprach, desto mehr Lob erntete man bei Caesars Feinden. (Üb. nach Baumstark)
  • Am 6. Jan. beschließt der Senat das "Senatus consultum ultimum" (SCU). Pompeius wird die Aufgabe der Vaterlandsverteidigung übertragen. Die beiden Tribune Marcus Antonius und Quintus Cassius begeben sich zu Caesar
    Caes.civ.1,5,1-5:Textanker [1] His de causis aguntur omnia raptim atque turbate. nec docendi Caesaris propinquis eius spatium datur, nec tribunis plebis sui periculi deprecandi neque etiam extremi iuris intercessione retinendi, quod L. Sulla reliquerat, facultas tribuitur, [2] sed de sua salute septimo die cogitare coguntur, quod illi turbulentissimi superioribus temporibus tribuni plebis post octo denique menses  variarum actionum respicere ac timere consuerant. [3] decurritur ad illud extremum atque ultimum senatus consultum, quo nisi paene in ipso urbis incendio atque in desperatione omnium salutis latorum audacia numquam ante descensum est: dent operam consules, praetores, tribuni plebis, quique pro consulibus sunt ad urbem, nequid res publica detrimenti capiat. [4] haec senatus consulto perscribuntur a. d. vii id. Ian. itaque v primis diebus, quibus haberi senatus potuit, qua ex die consulatum iniit Lentulus, biduo excepto comitiali et de imperio Caesaris et de amplissimis viris, tribunis plebis, gravissime acerbissimeque decernitur. [5] profugiunt statim ex urbe tribuni plebis seseque ad Caesarem conferunt. is eo tempore erat Ravennae exspectabatque suis lenissimis postulatis responsa, siqua hominum aequitate res ad otium deduci posset. (1) Aus diesen Gründen herrschte in allem Eile und Verwirrung. So ließ man Caesars Verwandten nicht die Zeit, ihn zu unterrichten und den Volkstribunen wurde es nicht einmal möglich, die ihrer eigenen Person drohende Gefahr abzuwenden oder durch einen Einspruch ihr letztes Recht zu wahren, was selbst Sulla belassen hatte. (2) Sie sahen sich genötigt, schon nach sechs Tagen, auf ihre Sicherheit bedacht zu sein, während jene stürmischen Volkstribunen früherer Zeiten erst im achten Monat, wenn sie an ihre Rechenschaft denken mussten, Besorgnisse zu hegen pflegten. (3) Was bisher selbst durch die kühnsten Antragssteller nur dann veranlasst wurde, wenn gewissermaßen Rom selbst in Flammen stand und man den allgemeinen Untergang befürchtete, das geschah nun: Man schritt zum äußersten und letzten Beschluss, den der Senat fassen konnte: die Konsuln, Praetoren, Volkstribunen und Konsularen in der Nähe der Stadt mögen zusehen, dass das Vaterland keinen Schaden nehme. (4) Die förmliche Abfassung dieses Beschlusses geschah am 6. Januar. Also wurden innerhalb der fünf ersten Tage, an denen seit dem Amtsantritt des Konsuls Lentulus Senatssitzungen gehalten werden konnten, (zwei tage fallen für die Volksversammlung weg), die schwersten und härtesten Beschlüsse über Caesars Hoheitsstellung und über so höchst achtungswerte Männer wie die Volkstribunen gefasst. (5) Letztere flohen alsbald aus Rom zu Caesar, der damals in Ravenna stand und auf seine höchst maßvollen Forderungen eine Erklärung abwartete, in der Hoffnung, es könne vielleicht die Sache bei billiger Gesinnung der Leute immer noch friedlich abgetan werden. (Üb. nach Baumstark
  • Caesar ließ die Friedensverhandlungen nicht abreißen, auch wenn dies nur der Imagepflege gedient haben mag, hatte aber nie Erfolg damit.. 
    • kurz nach der Überquerung des Rubicon durch Lucius Caesar (Caes.civ.1,7-11);
    • vor Brundisium durch Gnaeus Magius (Caes.civ.1,24; Caes.civ.1,26);
    • von Rom aus (Caes.civ.1,3);
    • in Illyrien durch Lucius Vibullius Rufus (Caes.civ.3,10);   
    • durch Publius Vatinius (Caes.civ.3.19);
    • durch Quintus Metellus Scipio, den Schwiegervater des Pompeius und Konsul von 52 (Caes.civ.3,57f.)
  • Caesar überschreitet am 10. Jan. mit der 13. Legion den Rubicon ("iacta alea est", Suet.Caes.33,1) (App.civ.2,35; Plut.Caes.32 (ἀνερρίφθω κύβος ); Plut.Pomp.50; u.a.). Er benötigt 60 Tage, um Italien in seine Hand zu bekommen (Plut.Caes.35; Plut.Pomp.63).
  • Er nimmt zunächst Ariminum ein; dann reihum Arretium, Pisaurum, Fanum, Ancona, Iguvium, Auximum, Asculum Sulmo.
  • Am 14. Febr. gelangt er nach Corfinium, das von Lucius Domitius Ahenobarbus gehalten wird. Dieser gibt, als er erfährt, dass Pompeius nach Griechenland ausweichen will, Heer und Stadt auf. Er wird von Caesar sehr glimpflich behandelt ("clementia Caesaris").
  • Caesar marschiert an Rom vorbei (Cass.Dio 41,10) und belagert Brundisium. Inzwischen sind zwei weitere Legionen und viele Überläufer zu ihm gestoßen. Pompeius hat bereits die Hälfte seiner insgesamt zwei Legionen übergesetzt und wartet auf die Rückkehr der Flotte, etwa 600 Schiffe, die unter dem Kommando des Marcus Calpurnius Bibulus standen. Pompeius' "Flucht" fand bereits in der Antike keine einhellige Zustimmung (Plut.Pomp.63; Cic.Att.9,7). Die zweite Überfahrt gelingt ihm trotz der Belagerung. Ein großer Gewinn für Pompeius war, dass Titus Labienus von Caesar zu ihm überging.  (Caes.Gall.8,52; Cass.Dio 41,4; Plut.Caes.34; Plut.Pomp.64; Cic.Att.7,11-13; u.a.). 
  • Caesar gibt Anordnung, ihm in Brundisium eine Flotte bereitzustellen. Inzwischen beordert er Valerius gegen die Pompeianer nach Sardinien und Gaius  Scribonius Curio nach Sizilien (Caes.civ.1,29-31). 
  • Caesar selbst wendet sich nach kurzem Aufenthalt in Rom (Caes.civ.1,32f.), den er dazu nutzte, sich die Staatskasse anzueignen, gegen das Heer des Pompeius in Spanien
    Suet.Caes.34,1-2: [1] Ordo et summa rerum, quas deinceps gessit, sic se habent. Picenum Umbriam Etruriam occupavit et Lucio Domitio, qui per tumultum successor ei nominatus Corfinium praesidio tenebat, in dicionem redacto atque dimisso secundum Superum mare Brundisium tetendit, quo consules Pompeiusque confugerant quam primum transfretaturi. [2] hos frustra per omnis moras exitu prohibere conatus Romam iter convertit appellatisque de re publica patribus validissimas Pompei copias, quae sub tribus legatis M. Petreio et L. Afranio et M. Varrone in Hispania erant, invasit, professus ante inter suos, ire se ad exercitum sine duce et inde reversurum ad ducem sine exercitu. (1) Die Reihenfolge der hauptsächlichen Ereignisse, an denen Caesar maßgebend beteiligt war, ist folgende: als erstes besetzte er Picenum,  Umbrien und Etrurien, zwang Lucius Domitius, der in der allgemeinen Aufregung zu seinem Nachfolger ernannt worden war und Corfinium besetzt hielt, zur Übergabe und schickte ihn wieder heim. Dann zog er längs des Adriatischen Meeres nach Brundisium, wohin sich die Konsuln mit Pompeius geflüchtet hatten, um so rasch wie möglich nach Griechenland überzusetzen. (2) Nach dem vergeblichen Versuch, seine Gegner mit allen Mitteln an der Überfahrt zu hindern, wandte er sich nach Rom, setzte dem Senat seine Ansicht über die politischen Verhältnisse auseinander und marschierte dann gegen die außerordentlich starken Truppen des Pompeius, die unter dem Kommando von Marcus Petreius, Lucius Afranius und Marcus Varro in Spanien stationiert waren, wobei er vorher zu seiner Umgebung sagte, er ziehe gegen ein Heer ohne Führer und werde von dort zu einem Führer ohne Heer zurückkehren. (Üb. A.Lambert)
  • Als ihm Massilia den Weg verlegt, lässt er es von der See her durch Decimus Brutus und vom Land durch Gaius Trebonius angreifen (Caes.civ.1,34-36). In Spanien schlägt er nach einigen gefahrvollen Situationen (Caes.civ.1,36-53; Cass.Dio 41,22; Cic.Att.10,8-18) die beiden Legaten Afranius und Petreius mit ihren fünf Legionen bei Ilerda (Caes.civ.1,37-55; Caes.civ.1,59-87; Caes.civ.2,17-21). Bald danach ergibt sich auch Marcus Varro zusammen mit dem übrigen Spanien (Caes.civ.2,17-21). Auch das inzwischen mehrfach geschlagene Massilia ergibt sich, als Caesar auf dem Rückweg vorbeikommt (Caes.civ.1,56-58; Caes.civ.2,1-6; ; Caes.civ.2,22). 
  • Bereits in Massilia erfährt Caesar, dass er in Rom vom Praetor Marcus Lepidus zum Dictator und zum Konsul für das nächste Jahr ernannt worden war (Caes.civ.2,21; Cass.Dio 41,26; App.civ.2,48). 
  • Caesar begleitet die Diktatur in Rom nur 11 Tage; dann legt er sie wieder nieder (Caes.civ.3,2; App.civ.2,48; Plut.Pomp.65; Cass.Dio 41,39). Als Dictator trifft er folgende Regelungen:
    • Durchführung der Konsulatskomitien durch (Caes.civ.3,1), 
    • Regelungen zum Schuldenwesen (Caes.civ.3,1; Cass.Dio.41,37-38)
    • Rückrufung der meisten Verbannten
    • Verleihung des Bürgerrechts an die Gallia transpadana durch die LEX ROSCIA (Cass.Dio.41,36)
  • Gaius  Scribonius Curio war mit nur zwei von vier Legionen von Sizilien nach Afrika übergesetzt, kann den Pompeianer Attius Varus vor Utica schlagen, erleidet aber gegen den numidischen König Iuba I. eine Niederlage (Caes.civ.2,23-44).
 
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  • Caesar segelt am 4. Jan. mit 5 Legionen und 500 Reitern zum Machtkampf mit Pompeius von Brundisium ab und landet an dem akrokeraunischen Vorgebirge (Caes.civ.3,2). Dabei hatte er das Glück, Marcus Calpurnius Bibulus zu entgehen, der das Meer bewachte.
  • Pompeius war mit 9 Legionen und 7000 Reitern zahlenmäßig überlegen. Zusätzlich hatte sich Quintus Metellus Scipio mit 2 Legionen aus Syrien auf den Weg gemacht (Caes.civ.3,4f.). 
  • Nachdem Caesar Oricum und Apollonia eingenommen hat, ergibt sich ganz Epirus (Caes.civ.3,11f; Caes.civ.3,16)
  • Pompeius rückt von seinem Standort Candavia aus heran und lagert sich Caesar gegenüber am Apsus (Caes.civ.3,11,19).
  • Da Marcus Calpurnius Bibulus inzwischen gestorben (Caes.civ.3,11,18) und die Flotte ohne Kommandant ist, kann Marcus Antonius zwei neue Legionen Caesar  zuführen (Caes.civ.3,25-29; Cass.Dio 41,48; App.civ.2,57; Plut.Caes.39).
  • Pompeius tritt den Rückzug an und lagert sich bei Dyrrhachium (Caes.civ.3,30). Als Caesar ihn dort einschießen will, erleidet er einen herben Verlust und zieht sich nach Thessalien zurück (Caes.civ.3,41-72; App.civ.2,63)
  • Am 12. Mai Schlacht bei Pharsalos (Caes.civ.3,73-99): Pompeius war Caesar nach Thessalien gefolgt. Seine eigene Strategie war es, eine Schlacht zu vermeiden und Caesar in Versorgungsnöte zu bringen. Doch die Senatspartei in Rom drängte ihn zur Schlacht (Caes.civ.3,82; Caes.civ.3,86; App.civ.2,67; Plut.Pomp.67). Caesar siegte, weil es ihm gelang, den Plan des Pompeius, ihn mit seinen Reitern im Rücken anzugreifen, ins Gegenteil zu verkehren (Caes.civ.3,90-99). Ungefähr 6000 Leute des Pompeius sollen gefallen sein, nur wenigen soll die Flucht geglückt sein.
  • Pompeius flieht über Larissa, Amphipolis und Mytilene, wo er seine Frau Cornelia aufnimmt, weil er In Zypern und Syrien nicht willkommen ist, nach Ägypten. Doch konkurrieren Ptolemaeus und Kleopatra, die Kinder des Ptolemaeus Auletes, um den Thron. Pompeius wollte Ptolemaeus aufsuchen, der mit seinem Heer bei Pelusium lag und dort den Zugang nach Ägypten überwachte. Unterwegs zu ihm wird Pompeius am 28. (29.) Sept. im Kahn von Septimius ermordet (Caes.civ.3,96; Caes.civ.3,101-104; App.civ.2,81; App.civ.2,83-86; Plut.Pomp.82-90; Cass.Dio 42,1-5).
  • Caesar wurde zum Dictator ernannt und für 5 Jahre zum Konsul gewählt. Ihm übertrug man die Entscheidung über Krieg und Frieden und die Ernennung der Statthalter. Auch ehrte man ihn mit Statuen.
  • wahrscheinliches Geburtsjahr des Elegikers Sextus Propertius in Umbrien (Prop.1,22,9; Prop.4,1,121), vielleicht in Asisium.
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  • Konsulat des
    • Quintus Fufius Calenus (für das letzte Viertel des Jahres)
    • Publius Vatinus (für das letzte Viertel des Jahres)
  • dictator:
  • magister equitum: 
  • Der Alexandrinische Krieg Textanker (Caes.civ.3,106-112; Bell.Alex.; Cass.Dio 42,7-8; Cass.Dio 42,34-44; Plut.Caes.49f.; App.civ.2,88-90; Flor.4,2,54-60; Liv.112; Oros.6,15f.; Suet.Caes.35):
  • Caesar war Pompeius nach Ägypten gefolgt und hatte sich zugunsten der Cleopatra in ihren Erb- und Thronstreit mit ihrem Bruder Ptolemaeus eingemischt. Achillas, der Feldherr des Ptolemaeus zieht mit seinem überlegenen Heer von Pelusium nach Alexandria und schließt Caesar in einem kleinen Stadtteil ein. Entlastung kam erst durch den Pergamenier Mithridates, der mit Truppen aus Syrien und Kilikien anrückte, so dass Achillas ihm entgegenziehen musste. Caesar tut sich mit Mithridates zusammen und beendet den Krieg durch eine Schlacht am Nil, in der Ptolemaeus umkommt. Alexandria ergibt sich am 27. März. 
  • Bei Zela besiegt Caesar Pharnaces, den König von Bosporus (Bell.Alex.34-41; Bell.Alex.65-78; Cass.Dio 42,45-48; Plut.Caes.50; App.civ.2,91; App.Mithr.120; Flor.4,2,61-63; Oros.6,16; Suet.Caes.35) 
    • Pharnaces hatte die Ablenkung der Römer durch den Bürgerkrieg dazu genutzt, Kleinarmenien und zunächst Teile von Kappadokien und Pontos zu erobern. Diese fielen schließlich ganz in seine Hand, als er Domitius, den Statthalter der Provinz Asia, bei Nikopolis geschlagen hatte (Cass.Dio 42,46).
    • Caesar setzt dem Krieg mit seinem Sieg bei Zela am. 2. August ein Ende ("veni, vidi, vici")
    •  Assandros nutzt die Abwesenheit des Pharnaces, um Kolchis zu erobern. Dann tötet er ihn.
  • In Rom entstehen Unruhen. 
    • Der Praetor Marcus Caelius Rufus hatte bereits im Vorjahr Caesars Gesetz zum RückverweisSchuldenwesen aufgehoben. Aus Massilia holt er sich Milo als Bundesgenossen, doch werden beide aus der Stadt ausgewiesen und finden in Unteritalien ihren Tod (Caes.civ.3,20-22; Cass.Dio 42,22-25; Vell.2,68; Liv.111).
    • Dolabella versucht, das Schuldengesetz des Caelius wieder in Kraft zu setzen. Doch bereiten dem Marcus Antonius und die Rückkehr Caesars ein Ende (Cass.Dio 42,29-33; Plut.Ant.9; App.civ.2,91; Liv.113). 
    • Die 10. und 12. Legion in Campanien meutern seit August. Weder Marcus Antonius noch Caesars Gesandte (Marcus Gallius und Gaius Sallustius Crispus) konnten die Soldaten beruhigen. 
  • Im Sept. kehrt Caesar für kurze Zeit nach Italien zurück (Cic.fam.14,20; Cic.fam.14,22).
    • Er bringt die meuternde Truppen zur Ruhe und nimmt sie anschließend mit nach Afrika (Cass.Dio 42,30; Cass.Dio 42,52-55; App.civ.2,92-94; Plut.Caes.51; Suet.Caes.70; Cic.Att.9,21,2; Liv.113; Bell.Alex.65; Polyain.Strat.8,23,15; Frontin.Strat.1,9,4). 
    • Zuvor lässt er sich für das folgende Jahr zum Konsul wählen (Plut.Caes.51;Cass.Dio 43,1). 
    • Er bestimmt für den Rest des Jahres die beiden Konsuln Quintus Fufius Calenus und Publius Vatinus. 
    • Für das folgende Jahr macht er Gaius Crispus Sallustius zum Praetor und erhöht die Anzahl der Stellen: 10 Praetoren und je 16 Pontifices, Augures, Aufseher über die Sibyllinischen Bücher. Den Senat läßt er mit seinen Leuten ergänzen (Dio 42,51-55; Suet.Caes.41; Macr.Sat.2,3). 
  • Im Dez. fährt Caesar nach Afrika ab, wo die Pompeianer unter der Führung des Quintus Metellus Scipio, dem Schwiegervater des Pompeius, ein neues Heer aufgestellt haben
  • Afrikanischer Krieg (47-46) Textanker (Bell.Afr.; Cass.Dio 43,1-13; App.civ.2,95-100: Plut.Cat.58-73; Plut.Caes.52-54) 
    • Nach der Niederlage von Pharsalos hatten sich die Pompeianer in Dyrrhachium gesammelt: Cato war von vornherein dort geblieben. Dazu kamen u.a. Titus Labienus, Quintus Metellus Scipio, Lucius Afranius, Decimus Laelius, Gaius Cassius, Gnaeus Pompeius Magnus (der älteste Sohn des Pompeius), Marcus Octavius.
    • In einer Konferenz auf Corcyra beschloss man, nach Afrika überzusetzen. Dort sammelte sich ein Heer von 10 Legionen unter der Führung des Quintus Metellus Scipio. Der numidische König Iuba steuerte als Bündnispartner vier weitere Legionen, Reiter und Kriegselefanten bei.
    • Cato war für die Verteidigung von Utica zuatändig.
    • Caesar hielt sich 8 Tage in Lilybaeum auf, und segelte am 27. Dez. mit 6 Legionen und 2000 Reitern nach Afrika. Die Flotte wird vom Sturm getrennt. Caesar landet in Adrumetum. Sein Lager bezieht er am 1. Jan. 46 in Ruspina. Schließlich verfügt er dort über 12 Legionen.
46
  • Caesar siegt bei Thapsos und beendet so den Afrikanischen Krieg.
    • Eine vorangehende Auseinandersetzung mit Titus Labienus (in Vertretung des Quintus Metellus Scipio) brachte keine Entscheidung (Bell.Afr.12-18; Cass.Dio 43,2; App.civ.2,95; Plut.Caes.52). In dieser Schlacht soll Caesar einem fliehenden Zeichenträger mit den Worten ἐνθαῦτά εἰσιν οἱ πολέμιοι gezeigt haben, wo der Feind steht (Plut.Caes.52)
    • Nach der Eroberung einiger Küstenstädte bezieht Caesar zunächst gegenüber Quintus Metellus Scipio Stellung, entfernt sich aber, als sich Iuba einfand, ohne Schlacht in Richtung Thapsos.
    • Bei Thapsos erringt Caesar am 6. April den entscheidenden Sieg. Quintus Metellus Scipio tötet sich selbst (Bell.Afr.96), ebenso Cato in Utica (Plut.Cat.59-70; Cass.Dio 43,10-13; App.civ.2,97-100; Bell.Afr.89; Hor.carm.2,1,23).
    • Auch Afranius und Iuba werden getötet (Bell.Afr.94). Numidien wird zur römischen Provoninz. Gaius Crispus Sallustius übernimmt sie als Prokonsul (Bell.Afr.97; Cass.Dio 43,14).  
  • Caesar wird in Rom zum Dictator auf 10 Jahre ernannt und erfährt vielfältige andere Ehrungen (Cass.Dio 43,14; Suet.Caes.76; Cic.fam.9,15,5). 
    • Dankfest von 40 Tagen
    • Beim Triumphzug wurde seine reiche Beute gezeigt. Es begleiteten ihn 72 Liktoren (App.civ.2,102; Vell.2,56). Scherze seiner Soldaten (Cass.Dio.43,20; Suet.Caes.49). 
    • Im Senat sollte Caesar auf einer sella curulis neben den Konsuln sitzen und seine Stimme als erster abgeben.
    • Eine Statue soll ihn auf der Erdkugel stehend mit der Inschrift 'Halbgott' zeigen.
    • Caesar bewirtete das Volk mit einem öffentlichen Mahl an 22 Tausend Triklinen (Cass.Dio 43,21f.; Plut.Caes.56; Liv.115; Suet.Caes.38 . 
  • Caesars Geschenke an das Volk:
    • Er baut ein neues Forum; auf ihm einen Tempel der Venus, den er vor der Schlacht von Pharsalos gelobt hatte (Cass.Dio 43,22; App.civ.2,102; Plin.nat.35,45,156)
    • Seiner Tochter zu Ehren veranstaltet er Spiele (Cass.Dio 43,22; App.civ.2,102; Bell.Hisp.1)
    • Er schenkt jedem Bürger 100 Denare, Getreide und Öl.
    • Jeder Soldat erhält 5 Tausend Denare, jeder Reiter 10 Tausend, jeder Militärtribun und Reiteroberst 20 Tausend Denare. (Cass.Dio 43,21; App.civ.2,102; Suet.Caes.38). 
  • Caesars Gesetzgebung:
    • Die Statthalterschaft einer prätorischen Provinz wird auf ein Jahr, die einer konsularischen Provinz auf zwei Jahre beschränkt (Cic.Phil.1,19; Cic.Phil.5,7; Cic.Phil.8,28; Cass.Dio 43,25).
    • Die Gerichte werden ausschließlich den Senatoren und Rittern zugewiesen (Cic.Phil.1,19; Cic.Phil.1,20; Suet.Caes.41; Cass.Dio 43,25)
  • Caesars Kalenderreform, die durch die oft willkürliche Handhabung der Schaltmonate durch die Pontifices notwendig geworden war: 
    • Das laufende Jahr wurde zusätzlich zu dem normalen Schaltmonat von 23 Tagen durch de Einschub von 67 weiteren Tagen zwischen November und Dezember angeglichen. Alle zukünftigen Jahre werden auf 365 Tage und 6 Stunden festgelegt, was den Einschub eines Schalttages alle 4 Jahre bedeutete.
  • Spanischer Krieg (46-45): Textanker (Bell.Hisp.; Cass.Dio 43,28-42; App.civ.2,103-106; Plut.Caes.56; Vell.2,55).
    • Quintus Cassius Longinus war  als Statthalter in Spanien geblieben, als Caesar Rückverweis49 nach seinem Krieg gegen Afranius und Petreius das Land verließ (Caes.civ.2,21). Doch machte er sich durch Eigennutz und Härte so unbeliebt, dass sogar die Hälfte seiner fünf Legionen von ihm abfiel (Bell.Alex.48-64; Cass.Dio 42,15f.).  
    • Auch sein Nachfolger Gaius Trebonius, Konsul des nächsten Jahres und 44 Mitverschwörer gegen Caesar, bekam die Situation nicht in den Griff.
    • Gnaeus Pompeius wird zum Oberbefehlshaber der Truppen in Spanien gewählt. Die Pompeianer, die sich in Afrika nach Thapsos hatten retten können, kommen mit ihren Soldaten nach Spanien: Sextus Pompeius, Attius Varus, Titus Labienus (Bell.Afr.22; Cass.Dio 17,56; 43,29; Plut.Cat.59). Schließlich standen 13 Legionen zur Verfügung (Cic.fam.6,18; Bell.Hisp.7; Bell.Hisp.30).
    • Quintus Pedius und Quintus Fabius Maximus, die beiden Legate Caesars waren der Übermacht nicht gewachsen. Caesar begab sich deswegen nach Spanien und übernahm die Führung des Kampfes. Besonders  umstritten waren die Städte Ulia, Corduba und Ategua in der Baetica (Bell.Hisp.3-27)
  • Hinrichtung des Vercingetorix, nachdem man ihn im Triumphzug durch die Stadt geführt hatte.
  • Baubeginn am Tempel der Venus Genetrix (Caesar-Forum)
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  • Mit Caesars Sieg über die Truppen des Gnaeus Pompeius am 17. März (Liberalien) bei Munda endet der Spanische Krieg und der Bürgerkrieg insgesamt. Unter den Toten waren auch Titus Labienus und Attius Varus (Bell.Hisp.28-31; Cass.Dio 43,36-38). 
    • Gnaeus Pompeius wurde auf der Flucht getötet
    • Sextus Pompeius kann zu den Caietanern fliehen (Bell.Hisp.32; Bell.Hisp.36-40; Cass.Dio 43,40; Cass.Dio 45,10; App.civ.2,105)
    • Caesar und seine Legate Quintus Pedius und Fabius Maximus feiern einen Triumph (Cass.Dio 43,42; App.civ.2,106; Liv.116).
    • Der Senat beschließt ein Dankfest von 50 Tagen (Cass.Dio 43,42).
  • Caesars neue Machtstellung: Auf Lebenszeit: Dictator, Imperator und Praefectus morum. Auf zehn Jahre Konsul. Das Recht alle Beamten, die bisher vom Volk gewählt wurden, selbst zu ernennen.
    • Dictator perpetuus (Cass.Dio 44,8; Cass.Dio 46,17; App.civ.2,106; Plut.Caes.57)
    • Der vererbliche Titel Imperator stand an erster Stelle des Namens (Cass.Dio 43,44; Suet.Caes.76)
    • Als Praefectus morum  (Cass.Dio 44,5; Suet.76) erweiterte Caesar den Senat auf 900 Mitglieder und erhöhte nach der Lex Cassia allgemein die Zahl der Patrizier (Tac.ann.11,25; Cass.Dio 43,47; Suet.Caes.41). Er hob 10 Prätorier in den Rang von Konsularen; ernannte für das laufende Jahr 14 Praetoren und 40 Quaestoren und für das folgende Jahr 16 Praetoren und ebenfalls 40 Quaestoren (Cass.Dio 43,47; Cass.Dio 43,49; Cass.Dio 43,51; Suet.Caes.41;  Suet.Caes.76) Die Zahl der Aedile erhöht er um zwei auf sechs (Cass.Dio 43,51). 
    • Konsul auf zehn Jahre, eine Machtbefugnis, die Caesar nicht durchgängig gebrauchte: noch in 45 ließ er Konsuln nachwählen (Cass.Dio 43,45f.; App.civ.2,107; Suet.Caes.76f.; Suet.Caes.80; Plut.Caes.58; Cic.fam.7,30,1).
    • Das Recht, Magistrate zu ernennen, gebrauchte Caesar ebenfalls nur zurückhaltend  (Cass.Dio 43,45; Cass.Dio 43,51; Cic.Phil.2,80-84) 
    • Persönliche Ehrungen:
      • Bei allen offiziellen Angelegenheiten durfte Caesar das Gewand des Triumphators tragen;
      • Den Lorbeerkranz durfte er immer tragen. 
      • Mit seinem Bild durften Münzen geprägt werden. 
      • Errichtung von Bildsäulen mit kultischer Verehrung
      • Die Umbenennung des bisherigen Monats Quintilis in Iulius. Auch eine Tribus wurde nach ihm Tribus Iulia genannt. 
  • Caesar verfolgte den Plan, Karthago und Korinth wiederaufzubauen, eine Aufgabe, die erst Augustus später erfüllen konnte (Cass.Dio 43,50; App.Pun.136; Plut.Caes.57; Suet.Caes.42).
44
  • Caesar plant einen Feldzug gegen die Parther (Cass.Dio 43,51; Cass.Dio 51,22; App.civ.2,110; Plut.Caes.58).
    • Der Aufbruch ist auf den 18.März festgesetzt (App.civ.2,111).
    • Um sich den Rücken frei zu halten, ernennt Caesar im voraus die Konsuln für die nächsten beiden Jahre: für 43: Gaius Vibius Pansa und Aulus Hirtius, für 42: Decimus Brutus und Lucius Munatius Plancus (Cass.Dio 53,51; App.civ.2,128; Suet.Caes.76; Cic.Att.14,6; Cic.Att.15,6).  Als Statthalter bestimmte er
      • Gaius Asinius Pollio für das jenseitige Spanien (App.civ.4,84; Cic.fam.10,31),
      • Marcus Lepidus für das diesseitige Spanien und die Gallia Narbonensis (Cass.Dio 43,51; Cass.Dio 45,10; App.civ.2,107; Vell.2,63
      • Lucius Munatius Plancus für die Gallia ulterior (ohne Belgien) (App.civ.2,111). (Cic.fam.10,1-20; Cic.Phil.3,38)
      • Marcus Brutus für Makedonien (App.civ.3,2; App.civ.4,57; Cic.Phil.2,97; Flor.4,7,4)
      • Gaius Cassius für Syrien (App.civ.3,2; App.civ.4,57; Cic.Phil.11,30; Flor.4,7,4)
  • Die Ermordung Caesars am 15. März vereitelt seinen Partherfeldzug (Cass.Dio. 44,9-11; App.civ.2,108f.; Suet.Caes.79; Plut.Caes.60f.; Plut.Ant.11; Cic.Phil.13,31; Vell.2,68; Val.Max.5,7,2). 
    • Caesar hatte Anlass zu der Vermutung gegeben, er wolle den Titel "rex" annehmen:
      • Er bestrafte zwei Volkstribunen, die ein Diadem, das man seiner Statue auf der Rostra aufgesetzt hatte, entfernten.
      • Er lehnte das von Marcus Antonius an den Lupercalien angebotene Diadem (zu) demonstrativ ab.
      • Man vermutete ihn als Drahtzieher dafür dass die Sibyllinischen Bücher angeblich weissagten, nur ein König könne den Partherkrieg gewinnen 
    • Insgesamt waren es über 60 Verschwörer (Suet.Caes.80; App.civ.2,113; Cic.Phil.2,26f.; Cic.Phil.2,30; Eutr.6,25), die wichtigsten: Marcus Iunius Brutus, Gaius Cassius Longinus, Publius Servilius Casca.
    • Zu Caesars Tod: Cass.Dio 44,12-20; App.civ.2,111-123; Plut.Caes.60-69; Plut.Brut.14-17; Suet.Caes.80-82; Vell.2,56
    • Eine Münze zeigt den pilleus nach der Ermordung Caesars als Symbol der Freiheit zwischen zwei Schwertern (dem des Brutus und des Cassius). Cicero urteilt kritischer über Caesars Ermordung: 
      Cic.Att.14,21:Textanker Mihi autem non est dubium, quin res spectet ad castra. acta enim illa res est animo virili, consilio puerili. quis enim hoc non vidit, regni heredem relictum? Mir ist es aber nicht zweifelhaft, dass die Sache nach Krieg aussieht. Denn jene Tat geschah zwar mit männlichem Mut aber kindlichem Verstand. Denn wer hätte nicht gesehen, dass ein Erbe für das Königtum hinterblieben ist? (Üb.: E.G.)
 
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Sekundärliteratur

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