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v.Chr. |
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Kultur |
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- Falerii verlässt
den etruskischen
Städtebund und geht mit Rom ein Bündnis ein.
- Die Samniten
greifen zunächst Sidicinum, dann Capua
an. Capua übereignet
sich daraufhin den Römern in einem foedus aequum, um
dadurch römische Hilfe zu gewinnen (Liv.7,21-31) [
338].
- 1. Samnitenkrieg 343-341:
Es liegt nahe, dass die samnitischen Stämme erst nach
und nach in den Krieg eingetreten sind und erst am Ende
zum gemeinsamen Kampf zusammenfanden. [1. Samnitenkrieg:
343-341; 2. Samnitenkrieg:
326-304;
3. Samnitenkrieg: 298-290]
Liv.7,29:
[1] maiora iam hinc bella et viribus hostium et longinquitate
vel regionum vel temporum spatio, quibus bellatum
est, dicentur. namque eo anno adversus Samnites, gentem
opibus armisque validam, mota arma; [2] Samnitium
bellum ancipiti Marte gestum Pyrrhus hostis, Pyrrhum
Poeni secuti. quanta rerum moles. quotiens in extrema
periculorum ventum, ut in hanc magnitudinem quae vix
sustinetur erigi imperium posset. [3] belli autem
causa cum Samnitibus Romanis, cum societate amicitiaque
iuncti essent, extrinsecus venit, non orta inter ipsos
est. [4] Samnites Sidicinis iniusta arma, quia viribus
plus poterant, cum intulissent, coacti inopes ad opulentiorum
auxilium confugere Campanis sese coniungunt. [5] Campani
magis nomen ad praesidium sociorum quam vires cum
attulissent, fluentes luxu ab duratis usu armorum
in Sidicino pulsi agro in se deinde molem omnem belli
verterunt. [6] namque Samnites, omissis Sidicinis
ipsam arcem finitimorum Campanos adorti, unde aeque
facilis victoria, praedae atque gloriae plus esset,
Tifata, imminentes Capuae colles, cum praesidio firmo
occupassent, descendunt inde quadrato agmine in planitiem
quae Capuam Tifataque interiacet. [7] ibi rursus acie
dimicatum; adversoque proelio Campani intra moenia
compulsi, cum robore iuventutis suae acciso nulla
propinqua spes esset, coacti sunt ab Romanis petere
auxilium. |
Von
nun an werden größere Kriege erzählt
werden, sowohl den Streitkräften nach, als auch
nach der Entlegenheit der Örtlichkeit und nach
der Zeitdauer, während der gekämpft wurde.
Denn in diesem Jahr begann der Krieg gegen die Samniten,
ein durch Reichtum und Waffenmacht starkes Volk. [2]
Auf den Samnitischen Krieg, der mit zweifelhaftem
Glück geführt wurde, folgte Pyrrhus als
Feind, auf den Pyrrhus die Punier. Welche Fülle
von Ereignissen! Wie oft kam man in äußerste
Gefahr, damit das Reich sich zu dieser Größe,
die kaum zu halten ist, emporrichten konnte. [3] Die
Ursache zum Krieg mit den Samniten
entstand nicht unter ihnen selbst, sondern kam den
Römern von außen, da unter ihnen Freundschaft
und ein Bündnis bestand. [4] Die Samniten
hatten die Sidiciner zu Unrecht mit Krieg überzogen,
weil sie ihnen an Streitkräften überlegen
waren. In ihrer Hilflosigkeit sehen sie sich genötigt,
bei Mächtigeren Beistand zu suchen und verbünden
sich mit den Campanern. [5] Die Campaner brachten
mehr ihren Namen als Streitkräfte zum Schutz
ihrer Bundesgenossen; denn in Schwelgerei versunken
wurden sie von ihren Gegnern, die im Gebrauch der
Waffen abgehärtet waren, im Land der Sidiciner
geschlagen und wälzten sich die ganze Last des
Krieges auf den Hals. [6] Denn die Samniten
kümmerten sich nicht weiter um die Sidiciner
und griffen die Campaner, den Schirm der benachbarten
Völker, selber an, wo sie sich einen ebenso leichten
Sie und mehr Beute und Ruhm versprachen. Sie besetzten
Tifata, eine Capua
beherrschende Hügelkette, mit einer starken Heeresabteilung
und steigen dann in einem geschlossenen Viereck in
die Ebene herab, die zwischen Capua
und Tifata liegt. [7] Hier wurde eine zweite Schlacht
geliefert, und die Campaner wurden nach Verlust der
Schlacht hinter die Mauern getrieben, und da der Kern
ihrer Jugend erschlagen und keine Hoffnung in der
Nähe war, sahen sie sich genötigt, die Römer
um Hilfe zu bitten. (Üb. nach Gerlach) |
- Der Konsul Marcus
Valerius Corvus bringt den Samniten
am Berg Gaurus und bei Suessula eine Niederlage bei. Der
andere Konsul, Aulus
Cornelius Cossus, war in Samnium
eingefallen und drohte umzingelt zu werden. Aus dieser Gefahr
konnte er sich nur durch die Geistesgegenwart seines Tribunen
Publius
Decius retten (Liv.7,32-28). Über die Schlacht
am Gaurus äußern sich Römer und Samniten
Liv.7,33:
Liv.7,33,16-18:
[16] et Romani fatebantur nunquam cum pertinaciore
hoste conflictum, et Samnites, cum quaereretur, quaenam
prima causa tam obstinatos movisset in fugam, [17]
oculos sibi Romanorum ardere visos aiebant vesanosque
voltus et furentia ora; inde plus quam ex alia ulla
re terroris ortum. quem terrorem non pugnae solum
eventu sed nocturna profectione confessi sunt. [18]
postero die vacuis hostium castris Romanus potitur,
quo se omnis Campanorum multitudo gratulabunda effudit. |
(16)
Die Römer gestanden ein, sich niemals mit einem
hartnäckigeren Fein geschlagen zu haben. Die
Samniten
antworteten, wenn man sie fragte, welche Ursache vornehmlich
ihren hartnäckigen Widerstand gebrochen und sie
zur Flucht bewegt habe, es wäre ihnen vorgekommen,
als hätten die Augen der Römer von Feuer
gebrannt, als hätten ihre Züge den Ausdruck
des Wahnsinns, ihre Gesichter den der Wut gehabt.
Daraus sei mehr Schrecken erwachsen als aus sonst
etwas. Diesen Schrecken bekannten sie nicht nur durch
den Ausgang des Kampfes, sondern auch durch ihren
nächtlichen Aufbruch. (18) Am fogenden Tag bemächtigt
sich der Römer des leeren Lagers der Feinde und
die ganze Masse der Campaner strömte glückwünschend
dorthin. (Üb. nach Gerlach) |
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- Konsulat des
- dictator:
- magister equitum:
- Lucius Aemilius Mamercinus Privernas
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- Römische Truppen meutern in Campanien. Marcus
Valerius Corvus wird Dictator, um den Aufstand der Soldaten
in Capua, die Rom bedrohten, gütlich beizulegen
- Gesetze gegen Ämterkumulation:
- Keiner darf mehr als ein ein kurulisches Amt
führen;
- zwischen einer Widerwahl in das selbe Amt muss eine
Frist von zehn Jahren liegen.
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- Konsulat des
- Gaius Plautius Venno (oder: Venox) (II)
- Lucius Aemulius Mamercinus Privernas
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- Samniten und
Römer schließen einen Vertrag und machen dem
Krieg so ein Ende. Aber die Latiner
und Campaner führen den Krieg weiter.
Liv.8,2,1-7:
[1] Cum de postulatis Samnitium T. Aemilius praetor
senatum consuluisset reddendumque iis foedus patres
censuissent, praetor Samnitibus respondit nec, [2]
quo minus perpetua cum eis amicitia esset, per populum
Romanum stetisse nec contradici, quin, quoniam ipsos
belli culpa sua contracti taedium ceperit, amicitia
de integro reconcilietur; [3] quod ad Sidicinos attineat,
nihil intercedi, quo minus Samniti populo pacis bellique
liberum arbitrium sit. [4] foedere icto cum domum
revertissent extemplo inde exercitus Romanus deductus
annuo stipendio et trium mensum frumento accepto,
quod pepigerat consul, ut tempus indutiis daret, quoad
legati redissent. [5] Samnites copiis iisdem, quibus
usi adversus Romanum bellum fuerant, contra Sidicinos
profecti haud in dubia spe erant mature urbis hostium
potiundae, [6] cum ab Sidicinis deditio prius ad Romanos
coepta fieri est. dein, postquam patres ut seram eam
ultimaque tandem necessitate expressam aspernabantur,
ad Latinos iam sua sponte in arma motos facta est.
[7] ne Campani quidem - adeo iniuriae Samnitium quam
beneficii Romanorum memoria praesentior erat - his
se armis abstinuere. |
(1)
Da der Praetor Titus Aemilius den Senat
wegen der Forderungen befragt und der Senat
erklärt hatte, man solle ihnen das Bündnis
wieder bewilligen, antwortete der Praetor den Samniten,
(2) es habe nicht am römischen Volk gelegen,
dass die Freundschaft mit ihnen nicht ununterbrochen
fortgedauert habe, und sie hätten nichts dagegen,
dass die Freundschaft aufs neue wieder hergestellt
werde, weil sie selbst des Krieges, den sie durch
ihre eigene Schuld herbeigeführt hätten,
überdrüssig geworden wären. (3) Was
die Sidiciner anbetreffe, so hätten sie nichts
dagegen einzuwenden, dass sich das samnitische Volk
frei für Krieg oder Frieden entscheide. (4) Als
der Vertrag geschlossen war und sie nach Hause zurückkehrten,
wurde das römische Heer sofort abgezogen, nachdem
es einen Jahressold und Getreide für drei Monate
erhalten hatte. Dies hatte der Konsul für die
Bewilligung des Waffenstillstandes ausbedungen, bis
die Gesandten zurückkehrten. (5) Die Samniten
zogen mit den selben Truppen, die sie im Krieg gegen
die Römer eingesetzt hatten, gegen die Sidiciner
in der nicht zweifelhaften Hoffnung, sich in kurzem
der Stadt zu bemächtigen. (6) Darauf machten
die Sidiciner den Versuch, ob die Übergabe an
die Römer angenommen würde. Da sie
der Senat
als zu spät und erst durch die äußerste
Not abgezwungen zurückwies, wendeten sie
sich hernach an die Latiner,
die schon von sich aus die Waffen ergriffen hatten.
(7) Nicht einmal die Campaner blieben diesem Krieg
fern: so viel näher lag ihnen die Erinnerung
an die von den Samniten
erlittene Unbill, als die von den Römern erlittene
Wohltat. (Üb. nach Gerlach) |
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- Konsulat des
- dictator:
- magister equitum:
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- Latinischer Krieg (340-338):
Es kommt zum Krieg, nachdem Rom eine latinische
Gesandtschaft zurückgewiesen hatte, die Anteil am Senat
verlangte, und forderte, einer der beiden Konsuln müsse
jedes Jahr ein Latiner
sein (Liv.8,3-6).
- Die Konsuln
Titus Manlius Torquatus und Publius Decius Mus schlagen
(von den Samniten
unterstützt) die Latiner
und die mit ihnen verbündeten Volsker
(Antiaten) zunächst
am Vesuv (Liv.6-11). Anschließend schlägt sie
Titus Manlius Torquatus noch einmal allein bei Trifanum
(Sinuessa).
Liv.8,6,15-16:
[15] curam acuebat quod adversus Latinos bellandum
erat, lingua, moribus, armorum genere, institutis
ante omnia militaribus congruentes: milites militibus,
centurionibus centuriones, tribuni tribunis compares
collegaeque iisdem in praesidiis, saepe iisdem manipulis
permixti fuerant. [16] per haec ne quo errore milites
caperentur, edicunt consules ne quis extra ordinem
in hostem pugnaret. |
(15)
Es steigerte noch die Besorgnis, dass man gegen die
Latiner
Krieg führen musste, die in Sprache, Sitten,
Art der Bewaffnung und vor allem in den kriegerischen
Einrichtungen ganz mit ihnen übereinstimmten;
Soldat gegen Soldat, Hauptmann gegen Hauptmann, Oberst
gegen Oberst hatten sie oft als Kameraden auf dem
gleichen Posten gestanden, , waren in den selben Kompanien
miteinander vereint gewesen. (16) Damit daher die
Soldaten nicht durch irgend einen Irrtum irregeführt
werden, lassen die Konsuln den Tagesbefehl ausgehen,
dass niemand außer Reihe und Glied mit dem Feind
kämpfen solle. (Üb. nach Gerlach) |
- Das Verbot, außerhalb von Reihe und Glied zu kämpfen,
kostete den Sohn des
Titus Manlius Torquatus sein Leben, weil er sich auf
einem Erkundungsritt durch Mettius, den Anführer der
tuskulanischen Reiterei, zum Zweikampf hatte provozieren
lassen: das Todesurteil sprach der eigene Vater, seine Strenge
wurde als "severitas Manliana" sprichwörtlich.
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- Die Schlacht wurde erst gewonnen, nachdem Publius Decius
Mus sich nach einem Traumgesicht dem Tod geweiht hatte (devotio),
das der Seite den Sieg prophezeite, dessen Führer sich
opfere. (Vgl.
295,
279)
- Im Zusammenhang mit der Schlacht am Vesuv wird eine Änderung
der römischen Kampfweise überliefert, die wohl
auf Camillus
zurückgeht. Im Kern geht es um die Ablösung der
Phalanx durch die Manipularstellung. In den Einzelheiten
gegen die Quellen erheblich auseinander.
Liv.8,8,1-15:
fecit tamen atrocitas poenae oboedientiorem duci militem;
et praeterquam, quod custodiae vigiliaeque et ordo
stationum intentioris ubique curae erant, in ultimo
etiam certamine, cum descensum in aciem est, ea severitas
profuit. [2] fuit autem civili maxime bello pugna
similis; adeo nihil apud Latinos dissonum ab Romana
re praeter animos erat. [3] clipeis antea Romani usi
sunt, dein, postquam stipendiarii facti sunt, scuta
pro clipeis fecere; et quod antea phalanges similes
Macedonicis, hoc postea manipulatim structa acies
coepit esse: [4] postremi in plures ordines instruebantur
[ordo sexagenos milites, duos centuriones, vexillarium
unum habebat]. [5] prima acies hastati erant, manipuli
quindecim, distantes inter se modicum spatium; manipulus
leves vicenos milites, aliam turbam scutatorum habebat;
leves autem, qui hastam tantum gaesaque gererent,
vocabantur. [6] haec prima frons in acie florem iuvenum
pubescentium ad militiam habebat. robustior inde aetas
totidem manipulorum, quibus principibus est nomen,
hos sequebantur, scutati omnes, insignibus maxime
armis. [7] hoc triginta manipulorum agmen antepilanos
appellabant, quia sub signis iam alii quindecim ordines
locabantur, ex quibus ordo unusquisque tres partes
habebat - earum unam quamque primam pilum vocabant.
[8] tribus ex vexillis constabat ordo; sexagenos milites,
duos centuriones, vexillarium unum habebat vexillum;
centum octoginta sex homines erant. primum vexillum
triarios ducebat, veteranum militem spectatae virtutis,
secundum rorarios, minus roboris aetate factisque,
tertium accensos, minimae fiduciae manum; eo et in
postremam aciem reiciebantur. [9] ubi his ordinibus
exercitus instructus esset, hastati omnium primi pugnam
inibant. si hastati profligare hostem non possent,
pede presso eos retro cedentes in intervalla ordinum
principes recipiebant. tum principum pugna erat; [10]
hastati sequebantur; triarii sub vexillis considebant,
sinistro crure porrecto, scuta innixa umeris, hastas
suberecta cuspide in terra fixas, haud secus quam
vallo saepta inhorreret acies, tenentes. [11] si apud
principes quoque haud satis prospere esset pugnatum
a prima acie ad triarios se sensim referebant; inde
rem ad triarios redisse, cum laboratur, proverbio
increbruit. [12] triarii consurgentes, ubi in intervalla
ordinum suorum principes et hastatos recepissent,
extemplo compressis ordinibus uelut claudebant uias
unoque continenti agmine, [13] iam nulla spe post
relicta, in hostem incidebant; id erat formidolosissimum
hosti, cum velut victos insecuti novam repente aciem
exsurgentem, auctam numero, cernebant. [14] scribebantur
autem quattuor fere legiones quinis milibus peditum,
equitibus in singulas legiones trecenis. alterum tantum
ex Latino dilectu adiciebatur, qui ea tempestate hostes
erant Romanis eodemque ordine instruxerant aciem;
[15] nec vexilla cum vexillis tantum, universi hastati
cum hastatis, principes cum principibus, sed centurio
quoque cum centurione, si ordines turbati non essent,
concurrendum sibi esse sciebat. |
(1)
Die grässliche Strafe machte indes das Kriegsvolk
dem Anführer gehorsamer. Außerdem wurden
die Posten und der Wachdienst überall mit größerer
Genauigkeit verrichtet und diese Strenge nütze
auch noch im letzten Kampf, als man die Schlacht zog,
(2) Das Treffen war aber ganz ähnlich einem Bürgerkrieg,
so wenig Unterschied bestand abgesehen von der Gesinnung
zwischen den Latinern
und der römischen Art. (3) Die Römer hatten
vorher Rundschilde in Gebrauch, schafften sich aber,
seit sie Sold erhielten, Langschilde statt der runden
an. Und während sie früher eine Phalanx
ähnlich den Makedonen gebildet hatten, begann
man später damit, die Schlachtordnung in Manipeln
aufzustellen. (4) Zuletzt wurden sie in mehrere Glieder
geordnet, jedes Glied hatte sechzig Mann, zwei
Zugführer, einen Fahnenträger. (5) Die erste
Schlachtordnung bestand aus den Speerträgern,
15 Manipeln, die in mäßiger Entfernung
voneinander aufgestellt waren. Ein Manipel hatte 20
Mann leichtes Fußvolk, die übrige Mannschaft
trug Langschilde. Leichtbewaffnete (leves) wurden
genannt, die nur einen Speer und Wurfspieße
trugen. (6) Dies war das Vordertreffen in der Schlacht
und enthielt die Blüte der zum Kampf heranreifenden
Jünglinge. Diesen folgte das kräftigere
Alter von ebensoviel Manipeln, die die Vorderen (principes)
heißen. Alle tragen Langschilde und treffliche
Waffen. (7) Diesen Zug von dreißig Manipeln
nannte man Vorkämpfer (antepilani), weil hinter
den Fahnen jetzt andere fünfzehn Abteilungen
standen, von denen jede wieder in drei Teile zerfiel.
Von diesen hieß immer der erste der Spieß
(pilum). (8) Sie bestanden aus drei Fähnlein,
das Fähnlein hatte 180 Mann. Das erste Fähnlein
führten die Triarier, lauter gediente Soldaten
von erprobter Tapferkeit; das zweite Fähnlein
die Tröpfler (rorarii), die an Alter und Taten
weniger zuverlässig waren; das dritte die Überzähligen
(accensi), die Schar, die am wenigsten Zuversicht
einflößte; deswegen wurden sie auch in
die letzte Schlachtordnung zurückgewiesen. (9)
Wenn das Heer so gegliedert und geordnet war, begannen
die Speerträger zuerst den Kampf. Wenn sie den
Fein nicht schlagen konnten, zogen sie sich im gemessenen
Schritt zurück und wurden von den Vordern in
die Zwischenräume aufgenommen. Dann hatten die
Vordern zu kämpfen, (10) die Speerträger
folgten. Die Triarier lagerten sich hinter ihren Fähnlein,
das linke Bein vorgestreckt, die Schilde auf den Schultern,
die Speere, die Spitze aufwärts in die Erde gesteckt,
so dass die Schlachtreihe von lauter Speeren starrte,
wie mit Pfählen eingezäunt. (11) Wenn auch
die Vordern nicht ganz glücklich kämpften,
zogen sie sich allmählich aus dem ersten Treffen
zu den Triariern zurück. Daher kam, wenn man
im Gedränge ist, das Sprichwort auf, es sei bis
zu den Triariern gekommen. (12) Die riarier erhoben
sich, nahmen die Vordern und die Speerträger
in die Zwischenräume ihrer Glieder auf und versperrten
sogleich mit fest geschlossenen Gliedern alle Durchgänge
(13) und fielen so mit einem zusammenhängenden
Zug, ohne eine weitere Hoffnung hinter sich zu haben,
auf den Feind. Das war das Furchtbarste für die
Feinde, wenn sie in der Meinung, die Besiegten zu
verfolgen, plötzlich eine neue, an Zahl stärkere
Schlachtordnung sich erheben sahen. (14) Es wurden
aber ungefähr vier Legionen ausgehoben zu 5000
Mann Fußvolk und 300 Reitern. Ebenso viel kam
aus der Aushebung der Latiner
dazu, die in damaliger Zeit Feinde der Römer
waren und die Schlachtordnung auf die gleiche Weise
aufgestellt hatten. (15) Und nicht nur Fähnlein
mit Fähnlein, alle Speerträger mit den Speerträgern,
die Vordern mit den Vordern, sondern jeder Hauptmann
musste mit dem Hauptmann zusammentreffen, wenn die
Glieder nicht in Unordnung gebracht waren. (Üb.
nach Gerlach) |
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- Konsulat des
- dictator:
- magister equitum:
- Decimus Iunius Brutus Scaeva
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- LEGES PUBLILIAE auf Antrag des Dictators
Quintus Publilius Philo (Liv.8,12,15f.):
- Es wurde noch einmal hervorgehoben, dass die Beschlüsse
der Tributkomitien
für alle verbindlich seien. (Wiederaufnahme durch
die Lex Hortensia
287)
- "De patrum auctoritate": Centuriatsbeschlüsse
bedurften vor der Abstimmung der Zustimmung des Senats.
- "De censore plebeio creando": Einer der
beiden Zensoren musste ein Plebeier
sein.
Liv.8,12,14-17:
[14...] dictatura popularis et orationibus in
patres criminosis fuit, et (quod) tres leges secundissimas
plebei, adversas nobilitati tulit: [15] unam,
ut plebi scita omnes Quirites tenerent; alteram,
ut legum, quae comitiis centuriatis ferrentur,
ante initum suffragium patres auctores fierent;
[16] tertiam, ut alter utique ex plebe - cum eo
ventum sit, ut utrumque plebeium fieri liceret
- censor crearetur. [17] plus eo anno domi acceptum
cladis ab consulibus ac dictatore, quam ex victoria
eorum bellicisque rebus foris auctum imperium
patres credebant. |
(14...)
Der Dictator
zeigte sich sehr volkstümlich, und seine
Reden sprachen lauter Verdächtigungen gegen
die Väter aus. (15) Er hat drei für
das Volk sehr günstige, dem Adel sehr nachteilige
Gesetze gegeben: das eine, dass die Beschlüsse
der Bürgergemeinde alle Quiriten binden sollten;
das zweite, dass die Gesetze, die in den Centuriatskomitien
gegeben werden, vor der Abstimmung von den Vätern
genehmigt werden sollten; das dritte, dass er
eine Zensor, da es soweit gekommen sei, dass beide
aus dem Bürgerstand sein dürften, immer
aus der Bürgerschaft gewählt werden
sollte. (17) Die Väter sahen es so an, dass
man in diesem Jahr eine größere Niederlage
daheim von den Konsuln und dem Dictator
erlitten habe, als durch ihre Siege und Kriegstaten
die Herrschaft nach außen erweitert worden
sei. (Üb. nach Gerlach) |
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- 339-338: Die latinischen
Städte werden nacheinander unterworfen. Meistens werden
sie mit dem römischen Bürgerrecht
ausgestattet. Antium
aber wird nach seiner Unterwerfung römische Colonie.
Liv.8,12,4-5:
[4] anno insigni victoria de tot ac tam potentibus
populis, ad hoc consulum alterius nobili morte, alterius
sicut truci ita claro ad memoriam imperio, successere
consules Ti. Aemilius Mamercinus Q. Publilius Philo,
[5] neque in similem materiam rerum, et ipsi aut suarum
rerum aut partium in re publica magis quam patriae
memores. Latinos ob iram agri amissi rebellantes in
campis Fenectanis fuderunt castrisque exuerunt. |
(4)
Au f dieses Jahr, das durch den Sieg über so
viele und so mächtige Völker ausgezeichnet
war, außerdem durch den ruhmwürdigen Tod
des einen der Konsuln, so wie durch die ebenso schonungslose
wie ewig denkwürdige Ausübung der Gewalt
des andere, folgten die Konsuln Tiberius Aemilius
Mamercinus, Quintus Publius Philo. (5) Aber sie fanden
keinen ähnlichen Stoff für Taten, und sie
selber dachten mehr an ihre eigenen Angelegenheiten
als an das Vaterland. Die Latiner,
die aus Zorn über den Verlust ihres Feldes empörten,
wurden im Fenectanischen Feld geschlagen und verloren
ihr Lager. (Üb. nach Gerlach) |
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- Die Unterwerfung der Latinerstädte
wird fortgesetzt
Liv.8,13,2-8:
[2] iam Latio is status erat rerum, ut neque bellum
neque pacem pati possent; ad bellum opes deerant;
pacem ob agri adempti dolorem aspernabantur. [3] mediis
consiliis standum videbatur, ut oppidis se tenerent
- ne lacessitus Romanus causam belli haberet - et,
si cuius oppidi obsidio nuntiata esset, undique ex
omnibus populis auxilium obsessis ferretur. [4] neque
tamen nisi admodum a paucis populis Pedani adiuti
sunt. Tiburtes Praenestinique, quorum ager propior
erat, Pedum pervenere; [5] Aricinos Lanuvinosque et
Veliternos Antiatibus Volscis se coniungentes ad Asturae
flumen Maenius improviso adortus fudit. [6] Camillus
ad Pedum cum Tiburtibus, maxime valido exercitu, maiore
mole quamquam aeque prospero eventu pugnat. [7] tumultum
maxime repentina inter proelium eruptio oppidanorum
fecit; in quos parte exercitus conversa Camillus non
compulit solum eos intra moenia sed eodem etiam die,
cum ipsos auxiliaque eorum perculisset, oppidum scalis
cepit. [8] placuit inde iam maiore conatu animoque
ab unius expugnatione urbis ad perdomandum Latium
victorem circumducere exercitum; nec quievere antequam
expugnando aut in deditionem accipiendo singulas urbes
Latium omne subegere. |
(2)
Latium war
schon in dem Zustand, dass es weder den Krieg noch
den Frieden ertragen konnte: zum Krieg fehlte die
Macht, den Frieden mochten sie nicht aus Unwillen
über den Verlust des Landes. (3) Man glaubte,
sich auf einen Mittelweg beschränken zu müssen,
dass sie sich in den Städten hielten, damit der
Römer nicht gereizt würde und keine Ursache
zum Krieg habe, und dass, wenn irgendwoher die Belagerung
einer Stadt gemeldet wurde, von allen Seiten und von
allen Völkern den Belagerten Beistand geleistet
würde. (4) Aber die Pedaner wurden nur von sehr
wenigen Völkern unterstützt. Es kamen die
Bürger von Tibur und Praeneste, deren Gebiet
in der Nähe lag; (5) die von Aricia,
Lanuvium
und Velitrae
vereinigten sich mit den Antiatischen
Volskern
am Fluss Astura, wo sie Maenius
plötzlich angriff und schlug. (6) Camillus
kämpfte bei Pedum mit den Tiburtern, einem sehr
ansehnlichen Heer, mit weit größerer Anstrengung,
aber mit gleich günstigem Erfolg. (7) Besonders
ein plötzlicher Ausfall aus der Stadt während
der Schlacht richtete große Verwirrung an; gegen
diese wandte sich Camillus
mit einem Teil des Heeres und schlug sie nicht
nur hinter die Mauern zurück, sondern eroberte
auch an dem selben Tag mit Leitern die Stadt, nachdem
er die Bürger und die Hilfsvölker geschlagen
hatte. (8) Darauf beschloss man, mit größerer
Kraftanstrengung und kühnerem Unternehmungsgeist
das siegreiche Heer von der Eroberung einer Stadt
zur Bezwingung von ganz Latium
zu führen. Und sie ruhten nicht eher, als bis
sie durch Eroberung oder Unterwerfung der einzelnen
Städte ganz Latium bezwungen hatten. (Üb.
nach Gerlach) |
- Das religiöse Zentrum des Latinerbundes
wird das Heiligtum des Iupiter
Latiaris auf dem mons Albanus mit den feriae Latinae als
Bundesfest. Die latinischen
Städte dürfen untereinander keine Verträge
schließen und erhalten ein abgestuftes Bürgerrecht
("divide et impera!")
- civitates foederatae: Selbstänidge, aber
mit Rom verbündete Städte: Tibur,
Praeneste, Laurentum
- Städte mit vollem Bürgerrecht:
Tusculum,
Aricia
- civitates sine suffragio: Städte mit Bürgerrecht
ohne Wahlrecht: Velitrae,
Fundi, Formiae
- coloniae Romanae (Auflösung der Vorgängerstadt):
Antium,
Circei. Mit den in Antium
erbeuteten Schiffsschnäbeln ("rostra")
wird die Rostra
auf dem Forum
geschmückt.
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- Rom räumt Capua
in einem Bundesvertrag das Recht auf Selbstverwaltung und
Münzprägung ein. Es erhält die civitas sine
suffragio und übernimmt die römische Heeresgliederung
[
343].
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- Die Rostra auf
dem Forum wird mit Schiffsschnäbeln aus Antium ausgestattet.
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- Konsulat des
- Gaius Sulpicius Longus
- Publius Aelius Paetus
- dictator:
- Gaius Claudius Crassus Inregillensis
- magister equitum:
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- Quintus Publilius Philo wird der erste plebeische
Praetor (Liv.8,15).
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- Konsulat des
- dictator:
- Lucius Aemilius Mamercinus Privernas
- magister equitum:
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- Konsulat des
- dictator:
- Publius Cornelius Rufinus
- magister equitum:
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- Die Römer erobern die Ausonerstadt
Cales und legen dort eine Colonie
an. Damit verfolgte man das Ziel, die beiden nach Samnium
führenden Straßen, die späteren Via Appia
und Via Latina, zu sichern. (Liv.8,16). Die Samniten
konnten keine Gegenmaßnahmen treffen, da sie bis 327
durch einen Krieg mit Alexander von Epirus [
331]
abgelenkt waren (Liv.8,17; Liv.8,24; Strab.6,1,5; Strab.6,3,4).
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- dictator:
- Publius Cornelius Rufinus
- magister equitum:
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- Konsulat des
- Gnaeus Domitius Calvinus
- Aulus Cornelius Cossus Arvina (II)
- dictator:
- magister equitum:
- Publius Valerius Poplicola
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- Nach der Einrichtung zweier neuer Tribus,
der Maecia und Scaptia, beträgt ihre Gesamtzahl jetzt
29. Die Maecia bekam ihren Namen nach dem Berg Maecius in
der Nähe von Lanuvium
(Liv.8,17).
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- In Campanien erhält Acerrae die civitas sine suffragio.
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- Konsulat des
- dictator:
- Gnaeus Quinctius Capitolinus
- magister equitum:
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- Rom schließt einen Vertrag mit Alexander von Epirus,
der Tarent gegen die Lukaner und Bruttier zu Hilfe gekommen
war.
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- Rom schließt ein Bündnis mit Fabrateria und
den Lukanern.
Liv.8,19,1-5: [1]
creati consules L. Papirius Crassus iterum L. Plautius
Venox; cuius principio anni legati ex Volscis Fabraterni
et Lucani Romam venerunt, orantes, ut in fidem reciperentur:
[2] si a Samnitium armis defensi essent, se sub imperio
populi Romani fideliter atque oboedienter futuros.
missi tum ab senatu legati denuntiatumque Samnitibus,
[3] ut eorum populorum finibus vim abstinerent; valuitque
ea legatio, non tam quia pacem volebant Samnites quam
quia nondum parati erant ad bellum. |
(1)
Zu Konsuln wurden Lucius Papirius Crassus zum zweiten
Mal und Lucius Plautius Venox gewählt. Im Anfang
dieses Jahres kamen Gesandte von den Volskern
von Fabraternae und den Lukanern nach Rom mit der
Bitte, dass sie in Schutz genommen würden. (2)
Wenn man sie gegen die Waffen der Samniten
schütze, würden sie treu und gehorsam unter
der Herrschaft des römischen Volkes stehen. Darauf
ordnet der Senat
Gesandte ab und lässt den Samniten
melden, (3) sie sollten sich aller Gewalttätigkeit
gegen das Gebiet dieser Völker enthalten. Diese
Gesandtschaft hatte Erfolg, weniger weil die Samniten
Frieden wünschten, als weil sie noch nicht zum
Krieg gerüstet waren. (Üb. nach Gerlach) |
- Aufstand der Volsker
von Fundi und Privernum, der allerdings im nächsten
Jahr bereits wieder niedergeschlagen wird (Liv.8,19).
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- Konsulat des
- Lucius Aemilius Mamercinus Privernas (II)
- Gaius Plautius Decianus
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- Mit der Einnahme von Privernum werden die Volsker
unterworfen. Terracina (Anxur)
wird als Colonie
eingerichtet.
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- Literarische Bezeugung des Circus Maximus
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- Konsulat des
- Gaius Plautius Decianus (II) oder: Publius
Plautius Proculus
- Cornelius Scapula oder: Publius Cornelius
Scipio Barbatus
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- Entsendung einer römischen Colonie
nach Fregellae
(am Liris, in der Nähe von Arpinum).
Liv.8,22,1f.: secutus
est annus nulla re belli domive insignis, P. Plautio
Proculo P. Cornelio Scapula consulibus, praeterquam
quod Fregellas - Segninorum is ager, [2] deinde Volscorum
fuerat - colonia deducta et populo visceratio data
a M. Flavio in funere matris. |
(1)
Es folgte ein Jahr, das weder daheim noch im Feld
durch ein besonderes Ereignis ausgezeichnet
war, unter den Konsuln Publius Plautius Proculus und
Publius Cornelius Scapula; ausgenommen dass eine Ansiedlung
nach Fregellae abgeführt wurde; dies gehört
zu dem Gebiet der Sidiciner, später hatte es
den Volskern
gehört; und Marcus Flavius ließ bei derm
Leichenbegängnis seiner Mutter Fleisch unter
das Volk verteilen. (Üb. nach Gerlach) |
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- Konsulat des
- dictator:
- Marcus Claudius Marcellus
- magister equitum:
- Spurius Postumius Albinus (Caudinus)
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- Die Tarentiner, Nolaner und Samniten
verleiten Paläpolis durch Versprechungen zum Krieg
gegen Rom (Dion.Hal.15,5f.). Die Nolaner leisten mit 2000
Mann und die Samniten
mit 4000 Mann sogar tatkräftige Hilfe.
Liv.8,22,5-7:
[5] Palaepolis fuit haud procul inde, ubi nunc Neapolis
sita est; duabus urbibus populus idem habitabat. Cumis
erant oriundi; Cumani Chalcide Euboica originem trahunt.
[6] classe, qua advecti ab domo fuerant, multum in
ora maris eius, quod accolunt, potuere, primo in insulas
Aenariam et Pithecusas egressi, deinde in continentem
ausi sedes transferre. [7] haec civitas cum suis viribus
tum Samnitium infidae adversus Romanos societati freta,
sive pestilentiae, quae Romanam urbem adorta nuntiabatur
fidens, multa hostilia adversus Romanos agrum Campanum
Falernumque incolentes fecit. |
(5)
Paläpolis lag nicht weit von der Stelle, wo jetzt
Neapel liegt. In beiden Städten wohnte das selbe
Volk; sie
stammten von Cumae.
Die Einwohner von Cumae
leiten ihren Ursprung von Chalkis auf Euboea her.
(6) Durch die Flotte, mit der sie von zu Hause weggefahren
waren, erlangten sie großen Einfluss an der
Küste in diesem Meer, wo sie wohnen. Zuerst landeten
sie an den Inseln Aenaria und Pithecusa. Danach wagten
sie ihre Wohnsitze auf das Festland zu verlegen. (7)
Diese Bürgerschaft verübte im Vertrauen
teils aus ihre eigenen Streitkräfte, teils auf
die wankelmütige Treue der Samniten
gegen die Römer, vielleicht auch auf die Pest
vertrauend, die die Stadt Rom heimgesucht haben soll,
viele Feindseligkeiten an den Römern, die das
kampanische und falernische Gebiet bewohnten. (Üb.
nach Gerlach) |
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- Der Konsul Quintus Publilius Philo belagert Paläpolis.
Die Belagerung führt er auch nach Ablauf seiner Amtszeit
als Proconsul weiter (Liv.8,23), eine prorogatio imperii
(durch Plebiszit), die nach Liv.8,26 bei ihm zum ersten
Mal durchgeführt wurde.
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- Unterwerfung von Paläpolis. Zwei Einwohner, Charilaus
und Nymphius händigten die Stadt den Römern aus.
Paläpolis wird aufgelöst, es besteht nur Neapolis
weiter, mit dem Rom einen Vertrag schließt (Liv.8,26).
In Folge dieser Ereignisse steht der
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- 2. Samnitischer Krieg (326-304):
[1. Samnitenkrieg:
343-341;
2. Samnitenkrieg: 326-304; 3. Samnitenkrieg: 298-290].
Der Kriegserklärung durch Rom gehen Verhandlungen voraus
(Liv.8,23; Dion.Hal.15,5-10). Es geht um Neapolis und Fregellae.
Die Lukaner, Apulier und Vestiner hatten zuerst die Samniten
unterstützt (Liv.8,25).
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- LEX POETELIA PAPIRIA DE NEXIS: Aufhebung der Schuldknechtschaft
(Liv.8,28; Dion.Hal.16,5; Val.Max.6,1,9; Varr.ll.7,105;
Cic.rep.2,34) Die Lukaner fielen ab, die Vestiner werden
von den Römern geschlagen.
Liv.8,28,8:
iussique consules ferre ad populum, ne quis, nisi
qui noxam meruisset, donec poenam lueret in compedibus
aut in nervo teneretur; [9] pecuniae creditae bona
debitoris, non corpus obnoxium esset. ita nexi soluti,
cautumque, in posterum ne necterentur. |
Die
Konsuln erhielten den Auftrag, an das Volk den Antrag
zu stellen, keiner solle, außer wenn er ein
Vergehen verschulde, bis er bestraft würde, in
Haft oder in Fesseln gehalten werden. Für die
Geldschuld solle er mit seinem Vermögen, nicht
mit seiner Person haften. So wurden die Schuldgefangenen
entlassen und festgesetzt, dass sie in Zukunft nicht
mehr in Schuldknechtschaft kämen. (Üb. nach
Gerlach) |
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- Konsulat des
- dictator:
- magister equitum:
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- dictator:
- magister equitum:
- Quintus Fabius Maximus Rullianus
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- Zunächst besiegt der magister
equitum Quintus Fabius Rullianus, während der Dictator
Lucius
Papirius Cursor abwesend ist, die Samniten
bei Imbrinium (Liv.8,30). Der Dictator
will ihn für diese Eigenmächtigkeit mit dem Tod
bestrafen. Die Soldaten können ihn nur mit Mühe
umstimmen (Liv.8,30-35). In einer ersten Schlacht gibt das
Heer dem Dictator
die Quittung und lässt jeden Siegeswillen vermissen;
in einer zweiten Schlacht aber besiegen die Römer die
Samniten entscheidend
(Liv.8,36). Die Samniten
bitten um Frieden, erhalten aber nur einen Waffenstillstand
für ein Jahr. (Eutr.2,8)
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- Konsulat des
- Gaius Suloicius Longus (II)
- Quintus Aulius Cerretanus
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- Die Samniten
erheben sich wieder, die Kämpfe gegen sie gehen weiter.
- Apulien und Lukanien fallen ab. [
316]
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- Aus Italien und
wahrscheinlich auch aus Rom gehen Gesandtschaften zu Alexander
dem Großen nach Babylon
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- Konsulat des
- dictator:
- Aulus Cornelius Cossus Arvina
- magister equitum:
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- Die Samniten
werden geschlagen, der für den Abfall Verantwortliche,
Brutulus Papius, wird, nachdem er, um die Schande zu vermeiden,
den Freitod gesucht hatte, den Römern tot ausgeliefert.
Trotzdem verweigern die Römer auch jetzt einen Frieden
(Liv.8,37-40).
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- Konsulat des
- dictator:
- Quintus Fabius Ambustus und: Marcus Aemilius
Papus
- magister equitum:
- Publius Aelius Paetus und: Lucius Valerius
Flaccus
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- Einschließung in den Furculae Caudinae (Pass
von Caudium):
Die Konsuln Titus
Veturius Calvinus und Spurius
Postumius Albinus gehen den Samniten
unter ihrem Führer Gaius
Pontius Telesinus in den Caudinischen
Pässen in die Falle. Sie werden zu einem schimpflichen
Vertrag und zur Stellung von Geiseln genötigt. (Liv.9,1-7;
App.Samn.4,2-7; Vir.ill.30;
Eutr.2,9)
Liv.9,4,1-6:
[1] et in castris Romanis cum frustra multi conatus
ad erumpendum capti essent et iam omnium rerum inopia
esset, [2] victi necessitate legatos mittunt, qui
primum pacem aequam peterent; si pacem non impetrarent,
uti provocarent ad pugnam. [3] tum Pontius debellatum
esse respondit; et, quoniam ne victi quidem ac capti
fortunam fateri scirent, inermes cum singulis vestimentis
sub iugum missurum; alias condiciones pacis aequas
victis ac victoribus fore: [4] si agro Samnitium decederetur,
coloniae abducerentur, suis inde legibus Romanum ac
Samnitem aequo foedere victurum; [5] his condicionibus
paratum se esse foedus cum consulibus ferire; si quid
eorum displiceat, legatos redire ad se vetuit. [6]
haec cum legatio renuntiaretur, tantus gemitus omnium
subito exortus est tantaque maestitia incessit, ut
non gravius accepturi viderentur, si nuntiaretur omnibus
eo loco mortem oppetendam esse. |
(1)
Nachdem sie im römischen Lager mehrmals einen
Anlauf genommen hatten durchzubrechen und schon Mangel
an allem Notwendigen herrschte, (2) schickten sie
notgedrungen Gesandte, die zuerst einen gerechten
Frieden verlangen und, wenn sie den Frieden nicht
erhielten, zum Kampf auffordern sollten. (3) Darauf
antwortete Pontius, der Krieg sei zu Ende, und weil
sie nicht einmal besiegt und gefangen ihr Schicksal
einsehen wollten, werde er sie ohne Waffen, nur mit
einem Rock auf dem Leib durch das Joch gehen lassen.
Die übrigen Bedingungen sollten für Sieger
und Besiegte gleich sein: (4) Sie sollten aus dem
Gebiet von Samnium
abziehen und die neuen Ansiedlungen entfernen; dann
würden Römer und Samniten,
jeder nach seinem Gesetz, auf der Grundlage eines
gerechten Vertrages leben. Unter diesen Bedingungen
sei er bereit, mit den Römern einen Vergleich
zu schließen; wenn ihnen aber etwas daran missfalle,
sollten die Gesandten nicht mehr zu ihm zurückkehren.
(6) Als diese Botschaft gemeldet wurde, soll plötzlich
ein solches allgemeines Wehklagen entstanden sein
und eine solche Trauer sich verbreitet haben, dass
sie es nicht schwerer genommen hätten, wenn ihnen
gemeldet würde, dass sie alle auf der Stelle
des Todes seien. (Üb. nach Gerlach) |
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- Konsulat des
- dictator:
- magister equitum:
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- Die Römer lehnen den Vertrag als ungültig ab,
weil er nicht durch Rom autorisiert war, und boten den Samniten
die beiden Konsuln und alle sonst, was durch den Vertrag
gebunden waren, als Sühnopfer an. Dieses Angebot lehnten
die Samniten
ihrerseits wieder ab und verlangten die Wiederherstellung
des Zustandes vor Vertragsabschluss (Rückkehr des Heeres
in die Pässe).
- Das römische Heer kehrte aber in unerwarteter Weise
nach Caudium zurück:
Es erscheint unter den Konsuln Lucius
Papirius Cursor und Quintus Publilius Philo und schlägt
die Samniten
sowohl bei Caudium
als auch bei Luceria.
Es gelingt den Römern außerdem die Rückeroberung
auch anderer verlorener Städte (Liv.9,12-15). Waffenstillstand
318.
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- Rom gewährt den Samniten
nach seinen Siegen bei Caudium
und Luceria [
320]
einen zweijährigen Waffenstillstand.
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- Nach der Einrichtung zweier neuer Tribus,
der Ufentina und Falerina, beträgt ihre Gesamtzahl
jetzt 31. (Liv.9,20) Der Hauptort der Ufentina war Privernum.
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- Konsulat des
- Gaius Iunius Bubulcus Brutus
- Quinuts Aemilius Barbula
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- Konsulat des
- Spurius Nautilus Rutilus
- Marcus Popillius Laenas
- dictator:
- Lucius Aemilius Mamercinus Privernas
- magister equitum:
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- Rom erzielt Erfolge gegen die [
323]
abgefallenen Apulier und Lukanier.[ 315].
- Rom geht mit Erfolg gegen die Samniten
vor und besetzt Saticula (westlich von Caudium).
- Nuceria sucht den Anschluss an Samnium.
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- Konsulat des
- dictator:
- magister equitum:
- Quintus Aulius Cerretanus
- suff.: Quintus Fabius Ambustus
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- Nach römischen Erfolgen im Vorjahr [
316]
erobern die Samniten
Sora und dringen erfolgreich nach Latium
ein. Die Römer erleiden weiterhin gegen Apulien und
Lukanien bei Lautulae eine schwere Niederlage, die in ihrer
zeitlichen Auswirkung allerdings begrenzt blieb (Liv.9,20-28;
Diod.19,72).
- Capua, Fregellae,
Satricum und die Aurunker
fallen von Rom ab. Die Gründung der Colonie
Luceria kann die
Lage stabilisieren.
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- Konsulat des
- Marcus Poetelius Libo
- Gaius Sulpicius Longus (III)
- dictator:
- magister equitum:
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- Die Römer beginnen, die Misserfolge des Vorjahres
wettzumachen: Rückeroberung von Sora und Capua,
Unterwerfung der Aurunker.
Angriff auf Bovianum, den Hauptort der Samniten.
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- Konsulat des
- dictator:
- magister equitum:
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- Besetzung von Fregellae und Nola, Gründung der Colonien
Suessa, Saticula, Fregellae, Interamna und Casinum (Liv.9,26-28;
Diod.19,101; Vell.1,14)
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- Konsulat des
- dictator:
- magister equitum:
- Gaius Iunius Bubulcus Brutus
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- Die Römer gehen mit den Marsern
und Pälignern ein gegen die Samniten
gerichtetes Bündnis ein.
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- Der Zensor Appius
Claudius verteilt die freigelassenen und besitzlosen
Bürger auf die einzelnen Tribus
Liv.9,46,10f.:
[10] ceterum Flavium dixerat aedilem forensis factio,
Ap. Claudi censura vires nacta, qui senatum primus
libertinorum filiis lectis inquinaverat et, [11] posteaquam
eam lectionem nemo ratam habuit nec in curia adeptus
erat quas petierat opes urbanas, humilibus per omnes
tribus divisis forum et campum corrupit; |
(10) Übrigens
war Flavius zum Aedil
ernannt worden durch die Partei des Marktes, die durch
die Zensur
des Appius
Claudius zu Kräften gekommen war, der zuerst
den Senat
durch die Wahl von Söhnen der Freigelassenen
verunreinigt hatte, und (11) nachdem niemand diese
Wahl für gültig angesehen hatte, und er
in der Curie nicht den gewünschten Einfluss in
der Stadt erlangt hatte, das Forum
und das Wahlfeld verdarb, indem er die geringen Leute
durch alle Tribus
verteilte. (Üb. nach Gerlach) |
- und legt die Via
Appia und eine Wasserleitung
an.
Liv.9,29,5-8:
[5] ... et censura clara eo anno Ap. Claudi et C.
Plauti fuit; [6] memoriae tamen felicioris ad posteros
nomen Appi, quod viam munivit et aquam in urbem duxit;
[7] eaque unus perfecit, quia ob infamem atque invidiosam
senatus lectionem verecundia victus collega magistratu
se abdicaverat, [8] Appius iam inde antiquitus insitam
pertinaciam familiae gerendo solus censuram obtinuit.
|
(5)
... Auch rühmte man in diesem Jahr die Zensur
des Appius
Claudius und des Gaius Plautius; (6) doch gewann
der Name des Appius
bei der Nachwelt ein glücklicheres Andenken,
weil er eine Straße und eine Wasserleitung in
die Stadt anlegte und dies allein vollendete, weil
sein Amtsgenosse wegen der berüchtigten und verhassten
Senatswahl aus Scham seine Würde niedergelegt
hatte, Appius
dagegen die seiner Familie schon von Alters her angeborene
Hartnäckigkeit behauptete, indem er allein die
Zensur verwaltete.
(Üb. nach Gerlach) |
Diod.20,36,1-4:
(1) Ἐν δὲ τῇ Ῥώμῃ κατὰ τοῦτον τὸν ἐνιαυτὸν τιμητὰς
εἵλοντο καὶ τούτων ὁ ἕτερος Ἄππιος Κλαύδιος ὑπήκοον
ἔχων τὸν συνάρχοντα Λεύκιον Πλαύτιον πολλὰ τῶν πατρῴων
νομίμων ἐκίνησε· τῷ δήμῳ γὰρ τὸ κεχαρισμένον ποιῶν
οὐδένα λόγον ἐποιεῖτο τῆς συγκλήτου. καὶ πρῶτον μὲν
τὸ καλούμενον Ἄππιον ὕδωρ ἀπὸ σταδίων ὀγδοήκοντα κατήγαγεν
εἰς τὴν Ῥώμην καὶ πολλὰ τῶν δημοσίων χρημάτων εἰς
ταύτην τὴν ατασκευὴν ἀνήλωσεν ἄνευ δόγματος τῆς συγκλήτου·
(2) μετὰ δὲ ταῦτα τῆς ἀφ' ἑαυτοῦ κληθείσης Ἀππίας
ὁδοῦ τὸ πλεῖον μέρος λίθοις στερεοῖς κατέστρωσεν ἀπὸ
Ῥώμης μέχρι Καπύης, ὄντος τοῦ διαστήματος σταδίων
πλειόνων ἢ χιλίων, καὶ τῶν τόπων τοὺς μὲν ὑπερέχοντας
διασκάψας, τοὺς δὲ φαραγγώδεις ἢ κοίλους ἀναλήμμασιν
ἀξιολόγοις ἐξισώσας κατηνάλωσεν ἁπάσας τὰς δημοσίας
προσόδους, αὑτοῦ δὲ μνημεῖον ἀθάνατον κατέλιπεν, εἰς
κοινὴν εὐχρηστίαν φιλοτιμηθείς. (3) κατέμιξε δὲ καὶ
τὴν σύγκλητον, οὐ τοὺς εὐγενεῖς καὶ προέχοντας τοῖς
ἀξιώμασι προσγράφων μόνον, ὡς ἦν ἔθος, ἀλλὰ πολλοὺς
καὶ τῶν ἀπελευθέρων υἱοὺς ἀνέμιξεν· ἐφ' οἷς βαρέως
ἔφερον οἱ καυχώμενοι ταῖς εὐγενείαις. (4) ἔδωκε δὲ
τοῖς πολίταις καὶ τὴν ἐξουσίαν ἐν ὁποίᾳ τις βούλεται
φυλῇ τάττεσθαι καὶ ὅποι προαιροῖτο τιμήσασθαι. τὸ
δ' ὅλον, ὁρῶν τεθησαυρισμένον κατ' αὐτοῦ παρὰ τοῖς
ἐπιφανεστάτοις τὸν φθόνον, ἐξέκλινε τὸ προσκόπτειν
τισὶ τῶν ἄλλων πολιτῶν, ἀντίταγμα κατασκευάζων τῇ
τῶν εὐγενῶν ἀλλοτριότητι τὴν παρὰ τῶν πολλῶν εὔνοιαν.
|
(1)
In diesem Jahr wählte man zu Rom Zensoren. Der
eine von ihnen, Appius
Claudius, der an Lucius Plautius einen folgsamen
Amtsgenossen hatte, veränderte vieles an den
väterlichen Einrichtungen. Er tat nämlich,
was dem Volk gefiel und nahm auf den Senat
keine Rücksicht. Auch führte er aus einer
Entfernung von achtzig Stadien die sogenannte appische
Wasserleitung nach Rom und verwendete auf diese Anlage
ohne einen Senatsbeschluss
viele öffentliche Gelder. (2) Sodann ließ
er den größten Teil der nach ihm benannten
appischen Straße von Rom bis Kapua auf einer
Strecke von mehr als tausend Stadien mit festen Steinen
pflastern, wobei er die Anhöhen durchgrub und
die Abgründe und Vertiefungen durch bedeutende
Auffüllungen einebnete und sämtliche Staatseinkünfte
darauf verwendete; und wegen seines Eifers für
den öffentlichen Nutzen ein unsterbliches Denkmal
seines Namens hinterließ. (3) Er nahm ferner
Leute aus allerlei Ständen in den Senat
auf, indem er nicht bloß die Adeligen und die
in hohem Rang Stehenden, wie es gewöhnlich war,
in die Listen eintrug, sonden viele und sogar einige
Freigelassene mit zu Senatoren wählte, was die
Adelsstolzen sehr übel aufnahmen. (4) Er gestattete
auch den Bürgern, sich schätzen zu lassen,
wo sie wollten und in eine beliebige Zunft einzutreten.
Überhaupt vermied er es, weil er sah, dass er
sich den Hass der Vornehmsten in reichem Maße
zugezogen hatte, bei irgend einem der übrigen
Bürger anzustoßen, und verschaffte sich
als Gegengewicht gegen die Abneigung des Adels das
Wohlwollen des Volkes. (Üb. nach Wurm) |
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- Konsulat des
- Gaius Iunius Bubulcus Brutus (III)
- Quintus Aemilius Barbula (II)
|
- Beginn des Krieges gegen die Etrusker.
Die Römer siegen mit Mühe bei Sutrium.
Liv.9,32,1-6:
[1] dum haec geruntur in Samnio, iam omnes Etruriae
populi praeter Arretinos ad arma ierant, ab oppugnando
Sutrio, quae urbs socia Romanis velut claustra Etruriae
erat, ingens orsi bellum. [2] eo alter consulum, Aemilius,
cum exercitu ad liberandos obsidione socios venit.
advenientibus Romanis Sutrini commeatus benigne in
castra ante urbem posita advexere. [3] Etrusci diem
primum consultando, maturarent traherentne bellum,
traduxerunt: postero die, ubi celeriora quam tutiora
consilia magis placuere ducibus, sole orto signum
pugnae propositum est armatique in aciem procedunt.
[4] quod postquam consuli nuntiatum est, extemplo
tesseram dari iubet, ut prandeat miles firmatisque
cibo viribus arma capiat. [6] dicto paretur. consul
ubi armatos paratosque vidit, signa extra vallum proferri
iussit et haud procul hoste instruxit aciem. |
(1)
Während dieser Vorgänge in Samnium
waren schon alle Völker Etruriens
mit Ausnahme der Arretiner unter den Waffen und hatten
mit der Belagerung von Sutrium,
einer Stadt, die mit den Römern verbündeten
und zugleich der Schlüssel von Etrurien
war, den Anfang eines großen Krieges gemacht.
(2) Dorthin zog der eine Konsul, Aemilius, mit einem
Heer, um die Bundesgenossen von der Belagerung zu
befreien. Den Römern führten bei ihrer Ankunft
die Sutriner bereitwillig Mundvorrat in das vor der
Stadt aufgeschlagene Lager zu. (3) Die Etrusker
brachten den ersten Tag mit der Beratung zu, ob sie
den Krieg beschleunigen oder in die Länge ziehen
sollten. Am folgen Tag wurde, sobald die Führer
den rascheren Entschlüssen den Vorzug vor den
sicheren gaben, nach Sonnenaufgang das Zeichen zur
Schlacht aufgesteckt, und sie rückten bewaffnet
und in Schlachtordnung aus. (4) Sobald dies dem Konsul
gemeldet wird, lässt er sogleich die Losung geben,
dass das Kriegsvolk frühstücken und, wenn
es die Kräfte durch Speise gestärkt habe,
die Waffen ergreifen solle. (6) Man gehorcht. Sobald
sie der Konsul bewaffnet und bereit sieht, lässt
er die Fähnlein vor den Wall rücken und
stellt nicht weit vom Feind die Schlachtordnung auf. (Üb.
nach Gerlach) |
- Die Samniten
verbünden sich mit den Etruskern
(Tarquinii, Perusia,
Cortona, Arretium),
so dass Rom einen Zweifrontenkrieg führen muss. Die
Römer können gegen die Samniten
einige Erfolge verbuchen (Liv.9,31; Liv.9,38)
|
- Klassenreform des Zensors Appius
Claudius Caecus: Bisher wurden zunächst alle
Miltärtribunen, seit 362 alle bis auf sechs von den
Imperatoren gewählt (Liv.7,5). Eine Änderung diesen
Jahres sieht vor, dass die Wahl von 16 Militärtribunen
durch das Volk erfolgt.
Liv.9,30,1-4:
[1] itaque consules, qui eum annum secuti sunt, C.
Iunius Bubulcus tertium et Q. Aemilius Barbula iterum,
initio anni questi apud populum deformatum ordinem
prava lectione senatus, [2] qua potiores aliquot lectis
praeteriti essent, negaverunt eam lectionem se, quae
sine recti pravique discrimine ad gratiam ac libidinem
facta esset, observaturos et senatum extemplo citaverunt
eo ordine, qui ante censores Ap. Claudium et C. Plautium
fuerat. [3] et duo imperia eo anno dari coepta per
populum, utraque pertinentia ad rem militarem: unum,
ut tribuni militum seni deni in quattuor legiones
a populo crearentur, quae antea perquam paucis suffragio
populi relictis locis dictatorum et consulum ferme
fuerant beneficia - tulere eam rogationem tribuni
plebei L. Atilius C. Marcius - : [4] alterum, ut duumuiros
navales classis ornandae reficiendaeque causa idem
populus iuberet; lator huius plebi sciti fuit M. Decius
tribunus plebis. |
(1)
Daher führten die Konsuln des nächsten Jahres,
Gaius Iunius Bubulcus zum dritten Mal und Quintus
Aemulius Barbula zum zweiten Mal im Anfang des Jahres
beim Volk Beschwerde, es sei der senatorische Stand
durch verkehrte Wahl verunehrt worden, (2) indem manche,
die besser wären als die Gewählten, übergangen
worden seien; daher erklärten sie, sie würden
sich an diese Wahl nicht halten, die ohne Unterschied
von Gut und Schlecht nach Gunst und Willkür erfolgt
sei; und sie berufen den Senat
sogleich nach der Ordnung, die vor den Zensoren Appius
Claudius und Gaius Plautius bestanden hatte. (3)
In diesem Jahr fing das Volk an, zwei Gewalten zu
vergeben, die beide auf das Kriegswesen abzielten;
die eine, dass die sechzehn Kriegsobersten für
die vier Legionen vom Volk gewählt würden,
was ehemals dadurch, dass nur sehr wenige Stellen
der Wahl des Volks überlassen blieben, Vergünstigung
der Konsuln und Dictatoren
gewesen sei. Diesen Antrag stellten die Volkstribunen
Lucius Atilius und Gaius Marcius. (4) Das andere war,
dass das Volk ebenfalls die Zweierherrn zur Ausrüstung
und Ausbesserung der Flotte ernennen solle. Der Antragssteller
dieses Volksbeschlusses war der Volkstribun
Marcus Decius. (Üb. nach Gerlach) |
- Verdoppelung der Zahl der Legionen von zwei auf vier.
- Rom beginnt damit, eine Kriegsflotte zu bauen. Zuständig
dafür war das neu geschaffene Amt der beiden duoviri
navales.
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- Konsulat des
- dictator:
- magister equitum:
- Gaius Iunius Bubulcus Brutus
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- Quintus Fabius Maximus kann die Etrusker
noch einmal bei Sutrium
schlagen. Um aber seinen Erfolg abzusichern, lässt
er sich auf einen gefahrvollen, aber erfolgreichen Zug durch
den ciminischen Wald (Waldgebirge bei Viterbo) ein. Er kann
die Etrusker am
Vadimonischen See ein drittes Mal schlagen. Unter dem Eindruck
dieses Sieges schlossen zunächst Perusia,
Cortona und Arretium
einen dreißigjährigen Waffenstillstand mit Rom
(Liv.9,35-37; Diod.20,35).
- Da die Samniten
mit einer Niederlage des Fabius gegen die Etrusker
rechnen, planen sie, durch das Gebiet der Marser
und Sabiner nach
Norden zu marschieren und ihre Truppen mit denen der Etrusker
zu verbinden. Auf diese Gefahr hin ernennt der Konsul seinen
Feind Lucius
Papirius Cursor zum Dictator.
(Liv.9,38).
- Das Bündnis der Etrusker
mit den Karthagern
findet dadurch sein Ende, dass die Etrusker
mit ihrer Flotte Agathokles von Syrakus
gegen die Karthager
unterstützen.
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- dictator:
- magister equitum:
- Gaius Iunius Bubulcus Brutus
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- Nach weiteren Siegen schließen die Römer den
Krieg auch gegen die übrigen Etrusker
ab (Liv.9,39-41).
- Lucius
Papirius Cursor besiegt die Samniten,
die sich für diesen Krieg angeblich den Prunk goldener
und silberner Schilde leisteten (Liv.9,40) bei Longula (Liv.9,38-40).
Bald darauf dürfte er gestorben sein. Seine Würdigung
findet sich bei Liv.9,16.
Liv.9,16,11-16:
[11] inde ad triumphum decessisse Romam Papirium Cursorem
scribunt, qui eo duce Luceriam receptam Samnitesque
sub iugum missos auctores sunt. [12] et fuit vir haud
dubie dignus omni bellica laude, non animi solum vigore,
sed etiam corporis viribus excellens. [13] praecipua
pedum pernicitas inerat, quae cognomen etiam dedit;
victoremque cursu omnium aetatis suae fuisse ferunt
et seu virium vi seu exercitatione multa, cibi vinique
eundem capacissimum; [14] nec cum ullo asperiorem,
quia ipse invicti ad laborem corporis esset, fuisse
militiam pediti pariter equitique; [15] equites etiam
aliquando ausos ab eo petere, ut sibi pro re bene
gesta laxaret aliquid laboris; [16] quibus ille "ne
nihil remissum dicatis, remitto", inquit, "ne
utique dorsum demulceatis cum ex equis descendetis".
et vis erat in eo viro imperii ingens pariter in socios
civesque. |
(11)
Darauf sei Papirius
Cursor nach Rom zum Triumph
weggegangen. So berichten die, nach deren Angabe unter
seiner Führung Luceria
wieder erobert und die Samniten
durchs Joch geschickt wurden. (12) Ohne Zweifel war
er ein Mann, der jede Art Kriegsruhm verdiente, groß
und nicht nur von Geisteskraft, sondern auch durch
Leibesstärke ausgezeichnet. (13) Besonders gut
war er als Fußgänger, was ihm auch den
Beinamen gab; er soll alle zu seiner Zeit im Lauf
übertroffen haben entweder wegen vieler Übung
oder wegen seiner Leibeskraft. Ebenso habe er sehr
viel Speise und Wein zu sich nehmen können (14)
und unter keinem sei der Dienst für Reiter oder
Fußsoldat beschwerlicher gewesen, weil er selbst
eine unerschöpfliche Arbeitskraft besaß.
(15) Die Reiter sollen es einmal gewagt haben, ihn
zu bitten, er solle ihnen eine Arbeit erlassen, weil
sie sich brav gehalten hätten. (16) Darauf habe
er erwidert: "Damit ihr nicht sagt, es sei euch
nichts erlassen worden, sollt ihr euch den Rücken,
wenn ihr vom Pferd steigt, nicht abreiben!" Es
besaß dieser Mann eine große Herrschergewalt
sowohl gegen Bundesgenossen als auch gegen Bürger.
(Üb. nach Gerlach) |
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- Vierzigjähriger Frieden mit Tarquinii.
- Bündnis mit Nuceria, das sich unterwirft.
- Die Umbrer, die bereits im Vorjahr den Krieg begonnen
hatten, fassen jetzt sogar den Plan, Rom zu überfallen.
Doch sie erleiden gegen Fabius, der aus Samnium
herbeieilt, bei Mevania eine Niederlage, weil sie nicht
einmal den Mut zur Schlacht aufbringen (Liv.9,10-11). [
299:
Gründung der Colonie
Narna]
Liv.9,41,8-20:
[8] tranquillas res iam in Etruscis turbavit repentina
defectio Umbrorum, gentis integrae a cladibus belli,
nisi quod transitum exercitus ager senserat. [9] ii
concitata omni iuventute sua et magna parte Etruscorum
ad rebellionem compulsa tantum exercitum fecerant,
ut relicto post se in Etruria Decio ad oppugnandam
inde Romam ituros, magnifice de se ac contemptim de
Romanis loquentes, iactarent. [10] quod inceptum eorum
ubi ad Decium consulem perlatum est, ad urbem ex Etruria
magnis itineribus pergit et in agro Pupiniensi ad
famam intentus hostium consedit. [11] nec Romae spernebatur
Umbrorum bellum; et ipsae minae metum fecerant expertis
Gallica clade, quam intutam urbem incolerent. [12]
itaque legati ad Fabium consulem missi sunt, ut, si
quid laxamenti a bello Samnitium esset, in Umbriam
propere exercitum duceret. [13] dicto paruit consul
magnisque itineribus ad Mevaniam, ubi tum copiae Umbrorum
erant, perrexit. [14] repens adventus consulis, quem
procul Umbria in Samnio bello alio occupatum crediderant,
ita exterruit Umbros, ut alii recedendum ad urbes
munitas, quidam omittendum bellum censerent; [15]
plaga una - Materinam ipsi appellant - non continuit
modo ceteros in armis sed confestim ad certamen egit.
[16] castra vallantem Fabium adorti sunt. quos ubi
effusos ruere in munimenta consul vidit, revocatos
milites ab opere, prout loci natura tempusque patiebatur,
ita instruxit; cohortatusque praedicatione vera qua
in Tuscis, qua in Samnio partorum decorum, exiguam
appendicem Etrusci belli conficere iubet et vocis
impiae poenas expetere, qua se urbem Romanam oppugnaturos
minati sunt. [17] haec tanta sunt alacritate militum
audita, ut clamor sua sponte ortus loquentem interpellaverit
ducem. ante imperium ante concentum tubarum ac cornuum
cursu effuso in hostem feruntur. [18] non tamquam
in viros aut armatos incurrunt; mirabilia dictu, signa
primo eripi coepta signiferis, deinde ipsi signiferi
trahi ad consulem armatique milites ex acie in aciem
transferri et, sicubi est certamen, scutis magis quam
gladiis geritur res; [19] umbonibus incussaque ala
sternuntur hostes. plus capitur hominum quam caeditur
atque una vox ponere arma iubentium per totam fertur
aciem. [20] itaque inter ipsum certamen facta deditio
est a primis auctoribus belli. postero insequentibusque
diebus et ceteri Umbrorum populi deduntur: Ocriculani
sponsione in amicitiam accepti. |
(8)
Die schon eingetretene Ruhe für die Etrusker
störte der plötzliche Abfall der Umbrer,
eines Volkes, das bisher von den Leiden des Krieges
verschont geblieben war, außer dass das Land
den Durchzug des Heeres zu spüren gehabt hatte.
(9) Diese hatten die ganze Mannschaft aufgeboten,
einen großen Teil der Etrusker
zum Abfall bewogen und dadurch ein so großes
Heer zusammengebracht, dass sie angeberisch von sich
und verächtlich von den Römern sprachen
und sich rühmten, sie würden den Decius
in Etrurien
lassen und weiterziehen, um Rom zu belagern. (10)
Sobald dieses Vorhaben dem Konsul Decius hinterbracht
wird, eilt er in großen Tagesmärschen aus
Etrurien
nach der Stadt und lagert sich im pupiniensischen
Feld in gespannter Erwartung, was das Gerücht
von den Feinden melde. (11) Auch in Rom wurde der
Krieg gegen die Umbrer nicht unterschätzt,
und allein schon die Drohungen hatten Furcht erregt,
da man bei der gallischen Niederlage erfahren hatte,
wie wenig die Stadt gesichert war, die man bewohnte.
(12) Daher wurden Gesandte zu dem Konsul Fabius geschickt,
damit er, wenn der Krieg mit den Samniten
eine Erleichterung biete, das Heer eilig nach Umbrien
führe. (13) Der Konsul gehorchte dem Befehl
und zog in Eilmärschen nach Mevania, wo damals
die Truppen der Umbrer standen. Die plötzliche
Ankunft des Konsuls, den sie fern von Umbrien in Samnium
mit einem anderen Krieg beschäftigt glaubten,
schreckte die Umbrer so sehr, dass einige meinten,
man müsse sich in die befestigten Städte
zurückziehen, andere, man müsse den Krieg
aufgeben. (15) Ein Kanton - sie selbst nennen ihn
Materina - hielt nicht nur die übrigen unter
den Waffen, sondern trieb sie auch sogleich zum Kampf.
(16) Während Fabius das Lager befestigt, greifen
sie ihn an. Sobald sie der Konsul ohne Ordnung gegen
die Verschanzung stürmen sieht, ruft er die Soldaten
von der Arbeit zurück und stellt sie auf, wie
die Örtlichkeit und die Zeit es gestattete. Dann
ermunterte er das Kriegsvolk durch das mit Wahrheit
gespendete Lob für die in Etrurien
und Samnium
errungenen Lorbeeren und heißt sie dem kleinen
Anhängsel des etruskischen
Krieges schenll ein Ende zu bereiten und Rache für
die verbrecherische Drohung zu nehmen, die Stadt Rom
belagern zu wollen. (17) Dies vernahm das Kriegsvolk
mit solcher Begeisterung, dass das von selbst erhobene
Geschrei den Führer in der Rede unterbrach. Ehe
noch der Befehl gegeben war, ehe noch die Hörner
und Trompeten ertönten, stürzten sie in
ungehemmtem Lauf gegen den Feind. (18) Sie stürzen
auf sie, nicht als ob sie Männer oder Bewaffnete
wären, nein, o Wunder, zuerst wurden die Fahnen
den Fahnenträgern entrissen, danach die Fahnenträger
selber zum Konsul geschleppt und bewaffnetes Fußvolk
wird aus einer Schlachtordnung in die andere hinübergeführt
und, wo etwa gekämpft wird, da wird mehr der
Schildbuckel als das Schwert gebraucht, (19) und die
Feinde werden durch gegen die Achsel geführte
Stöße niedergeworfen. Mehr Menschen werden
gefangen als getötet und in der ganzen Schlachtreihe
fordert man wie mit einer Stimme auf, die Waffen zu
strecken. (20) Daher bieten die ersten Urheber des
Krieges selber noch während des Gefechts ihre
Unterwerfung an. Am nächsten und den folgenden
Tagen unterwerfen sich auch die übrigen Völker
von Umbrien: Die Bürger von Ocriculum wurden
nach geleisteter Bürgschaft als Freunde aufgenommen.
(Üb. nach Gerlach) |
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- Schaffung des Prokonsulats und der Proprätur, einer
Verlängerung des Konsulats und der Prätur.
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- Konsulat des
- Quintus Marcius Tremulus
- Publius Cornelius Arvina
- dictator:
- Publius Cornelius Scipio Barbatus
- magister equitum:
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- Die Samniten
erringen mit der Eroberung von Sora und Calatia Anfangserfolge,
erleiden aber bei Silvium (in Campanien) eine Niederlage
gegen die Römer.
- Sieg des Quintus Marcius Tremulus über die Herniker,
wofür er mit einem Reiterstandbild geehrt wird (Liv.9,43).
Liv.9,43,22-24:
[22] Cornelius in Samnio relictus: Marcius de Hernicis
triumphans in urbem rediit statuaque equestris in
foro decreta est, quae ante templum Castoris posita
est. [23] Hernicorum tribus populis, Aletrinati Verulano
Ferentinati, quia maluerunt quam civitatem, suae leges
redditae conubiumque inter ipsos, quod aliquamdiu
soli Hernicorum habuerunt, permissum. [24] Anagninis
quique arma Romanis intulerant civitas sine suffragii
latione data: concilia conubiaque adempta et magistratibus
praeter quam sacrorum curatione interdictum. |
Cornelius
blieb in Samnium,
Marcius triumphierte
über die Herniker
und kehrte in die Stadt zurück. Es wurde ihm
ein Reiterstandbild auf dem Marktplatz zuerkannt,
das vor dem Tempel des Castor aufgestellt wurde. (23)
Drei Völkern der Herniker,
den Alatrinern, den Verulanern und Ferentinern, gab
man ihre Verfassung zurück, weil sie dies dem
Bürgerrecht
vorzogen. Man gestattete ihnen gegenseitiges Eherecht,
das sie eine Zeitlang als einzige Herniker
besaßen. (24) Den Anagninern und denen, die
Krieg gegen die Römer geführt hatten, wurde
das Bürgerrecht
ohne Stimmrecht gegeben, das Recht der Versammlung
und das Eherecht genommen; alle Behörden außer
der Besorgung des Gottesdienstes wurden ihnen entzogen.
(Üb. nach Gerlach) |
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- Rom erneuert das Bündnis mit Karthago,
wodurch sein Westhandeln beschränkt wird (Liv.9,43;
Polyb.3,21?)
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- Rom schließt einen Handelsvertrag mit Rhodos
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- Der Konsul Marcus Fulvius erobert Bovianum. Der samnitische
Feldherr Statius Gellius wird gefangen genommen; Sora, Arpinum
und Aesernia werden von den Römern eingenommen.
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- Die Römer schließen mit den Samniten
einen Frieden (foedus aequum, Liv.9,45), nachdem sie nach
Longula [
309]
noch mehrmals über sie gesiegt hatten [ 305]
(Liv.9,41-44; vgl. Dion.Hal.17,2).
- Die Römer besiegen und unterwerfen unter Publius
Sempronius Sophus die Aequer,
die sich durch das Schicksal der Herniker
zu Krieg hatten verleiten lassen (Liv.9,45: "nomen
Aequorum prope ad internecionem deletum"; Diod.20,101).
- 303: Die Römer legen im Gebiet der Aequer
die Colonie
Alba an.
- 302: Die Aequer
versuchen noch zwei Mal mit Waffengewalt die Entwicklung
rückgängig zu machen, bleiben aber erfolglos
(Liv.10,1)
- 300: Letzter Verteidigungsversuch der Aequer
(Liv.10,9).
|
- Die Römer schließen ein Bündnis mit den
Marsern, Marucinern,
Pälignern und Frentanern (Liv.9,45; Diod.20,101).
|
- Der Ädil Gnaeus Flavius veröffentlicht
- die Kalendertage, an denen Gerichtssitzungen statthaft
waren und
- die Prozessformeln.
Liv.9,46,1:
[1] eodem anno Cn. Flavius Cn. filius scriba,
patre libertino humili fortuna ortus, ceterum
callidus vir et facundus, aedilis curulis fuit.
[...] Liv.9,46,5:
[5] civile ius, repositum in penetralibus pontificum,
evolgavit fastosque circa forum in albo proposuit,
ut, quando lege agi posset, sciretur; |
(1)
In dem selben Jahr war Gnaeus Flavius, der Sohn
des Gnaeus, ein Schreiber, dessen Vater Freigelassener,
daher von niedriger Abkunft war, kurulischer
Aedil,
übrigens ein schlauer und gewandter Mann.
[...] (5) Er machte das bürgerliche Recht,
das in den Geheimnissen der Pontifices
verborgen war bekannt und veröffentlichte
die Gerichtstage auf weißen Tafeln rings
um das Forum,
so dass man wissen konnte, wann ein gerichtliches
Verfahren eingeleitet werden konnte. (Üb.
nach Gerlach) |
- Der Zensor Quintus Fabius beschränkt die Freigelassenen
auf die vier tribus
urbanae, eine Maßnahme, die man 219 (Liv.perioch.20)
und 167 (Liv.45,15) wiederholen wird.
Liv.9,46,13-15:
[13] ex eo tempore in duas partes discessit civitas;
aliud integer populus, fautor et cultor bonorum, aliud
forensis factio tenebat, [14] donec Q. Fabius et P.
Decius censores facti et Fabius simul concordiae causa,
simul ne humillimorum in manu comitia essent, omnem
forensem turbam excretam in quattuor tribus coniecit
urbanasque eas appellavit. [15] adeoque eam rem acceptam
gratis animis ferunt, ut Maximi cognomen, quod tot
victoriis non pepererat, hac ordinum temperatione
pareret. ab eodem institutum dicitur, ut equites idibus
Quinctilibus transveherentur. |
(13)
Von der Zeit an spaltete sich die Bürgerschaft
in zwei Teile; ein anderes Ziel verfolgte der
unverdorbene Teil des Volkes,
der die Gutgesinnten begünstigte und beförderte,
ein anderes die Partei des Marktes, (14) bis Quintus
Fabius und Publius Decius Zensoren wurden, und Fabius
zugleich um der Eintracht willen, zugleich um nicht
die Wahlen in den Händen der Niedrigsten zu lassen,
den ganzen Haufen der Marktpartei ausschied und sie
in vier Tribus
vereinigte, die er die städtischen nannte. (15)
Diese Maßregel wurde mit so dankbarem Sinn aufgenommen,
dass er den Beinamen Maximus, den er durch so viele
Siege nicht errungen hatte, durch diesen Ausgleich
der Stände erlangte. Von dem selben soll die
Einrichtung getroffen sein, dass die Ritter
an den Iden des Quinctilius (am 15. Juli) einen Umzug
hielten. (Üb. nach Gerlach) |
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- Tempel der Salus wird geweiht, den Gaius Fabius Pictor
mit Bildern wahrscheinlich der Schlacht ausstattete, in
der der Tempel gelobt wurde (Plin.nat.35,7,19; Val.Max.8,14,6).
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