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- Wir nehmen hier die sog. "Dunkle Zeit"
(Dark Ages
) und die "Geometrische Zeit"
als eine Einheit, beziehen aber beide nicht, wie das häufig geschieht,
in die "Archaische Zeit" mit ein.
- Das 2. Jahrtausend ist durch eine große Nord-Südwanderung
gekennzeichnet, die in sich nur schwer zu differenzieren ist. Am Anfang
des Jahrtausends sind wohl die Achäer
von Norden her auf die Balkanhalbinsel eingewandert und haben dort die
mykenische Kultur begründet. Dabei handelte es sich gewiss um Griechen,
wie die Verwandtschaft der mykenischen Sprachdenkmäler (Linear-B)
mit dem literarischen Griechisch belegt. Letzte und für die
folgende Besiedlung bestimmende Wanderungsschübe setzen gegen Ende
des Jahrtausends ein:
| Die Chronologie des Eratosthenes |
| Clem.Alex.1,21,138,1-3:
Ἐρατοσθένης δὲ τοὺς χρόνους ὧδε ἀναγράφει· |
Eratosthenes notiert die zeitliche
Abfolge so: |
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1183 v.Chr. |
- ἀπὸ μὲν Τροίας ἁλώσεως ἐπὶ Ἡρακλειδῶν κάθοδον ἔτη ὀγδοήκοντα·
|
- von der Einnahme Troias bis zur Rückkehr der Herakliden
80 Jahre
|
80 |
1103 v.Chr. |
- ἐντεῦθεν δὲ ἐπὶ τὴν Ἰωνίας κτίσιν ἔτη ἑξήκοντα·
|
- von da bis zur Besiedlung Ioniens 60 Jahre
|
60 |
1043 v.Chr. |
- τὰ δὲ τούτοις ἑξῆς ἐπὶ μὲν τὴν ἐπιτροπίαν τὴν Λυκούργου ἔτη
ἑκατὸν πεντήκοντα ἐννέα·
|
- anschließend bis zur Gesetzgebung des Lykurgos 159 Jahre
|
159 |
884 v.Chr. |
- ἐπὶ δὲ <τὸ> προηγούμενον ἔτος τῶν πρώτων Ὀλυμπίων ἔτη
ἑκατὸν ὀκτώ·
|
- bis zum Hauptjahr der ersten Olympien 108 Jahre
|
108 |
776 v.Chr. |
- ἀφ' ἧς ὀλυμπιάδος ἐπὶ τὴν Ξέρξου διάβασιν ἔτη διακόσια ἐνενήκοντα
ἑπτά·
|
- von dieser Olympiade bis zum Feldzug des Xerxes
297 Jahre
|
297 |
480 v.Chr. |
- ἀφ' ἧς ἐπὶ τὴν ἀρχὴν τοῦ Πελοποννησιακοῦ πολέμου ἔτη τεσσαράκοντα
ὀκτώ·
|
|
48 |
431 v.Chr. |
- καὶ ἐπὶ τὴν κατάλυσιν καὶ Ἀθηναίων ἧτταν ἔτη εἴκοσι ἑπτά·
|
- bis zu dessen Ende und der Niederlage der Athener
27 Jahre
|
27 |
404 v.Chr. |
- καὶ ἐπὶ τὴν ἐν Λεύκτροις μάχην ἔτη τριάκοντα τέσσαρα·
|
- bis zur Schlacht bei Leuktra 34 Jahre
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34 |
371 v.Chr. |
- μεθ' ἣν ἐπὶ τὴν Φιλίππου τελευτὴν ἔτη τριάκοντα πέντε·
|
- nach dieser bis zum Ende Philipps 35 Jahre
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35 |
336 v.Chr. |
- μετὰ δὲ ταῦτα ἐπὶ τὴν Ἀλεξάνδρου μεταλλαγὴν ἔτη δώδεκα.
|
- Danach bis zum Tode Alexanders 12 Jahre (Üb. E.G.)
|
12 |
323 v.Chr. |
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Summe: |
860 |
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Aigaiische Wanderung (Ende 2. Jht.)
- Allgemeinen Völkerwanderung am Ende des 2. Jahrtausend: Einwanderungen
indogermanischer Stämme von NW her. Teilaspekte
-
Illyrische Wanderung
:
- Illyrer auf die Balkaninsel (Auslöser der Dorischen
Wanderung und Zerstörung der achaiischen
(mykenischen) Palastkultur
- Phryger nach
Kleinasien
(Ende des Hethiterreiches)
- Philister nach Palästina
- Seevölker nach Ägypten
- Die literarischen Niederschläge stellen einen nicht nur zeitlichen
Zusammenhang mit dem Troianischen Krieg her.
| Thuk.1,12,1-4
(1) καὶ μετὰ τὰ Τρωικὰ ἡ Ἑλλὰς ἔτι μετανίστατό τε καὶ κατῳκίζετο,
ὥστε μὴ ἡσυχάσασαν αὐξηθῆναι. (2) ἥ τε γὰρ ἀναχώρησις τῶν Ἑλλήνων
ἐξ Ἰλίου χρονία γενομένη πολλὰ ἐνεόχμωσε, καὶ στάσεις ἐν ταῖς
πόλεσιν ὡς ἐπὶ πολὺ ἐγίγνοντο, ἀφ' ὧν ἐκπίπτοντες τὰς πόλεις
ἔκτιζον (3) Βοιωτοί τε γὰρ οἱ νῦν ἑξηκοστῷ ἔτει μετὰ ᾿Ιλίου
ἅλωσιν ἐξ Ἄρνης ἀναστάντες ὑπὸ Θεσσαλῶν τὴν νῦν μὲν Βοιωτίαν,
πρότερον δὲ Καδμηίδα γῆν καλουμένην ᾤκισαν [ἦν δὲ αὐτῶν καὶ
ἀποδασμὸς πρότερον ἐν τῇ γῇ ταύτῃ, ἀφ' ὧν καὶ ἐς Ἴλιον ἐστράτευσαν],
Δωριῆς τε ὀγδοηκοστῷ ἔτει ξὺν Ἡρακλείδαις Πελοπόννησον ἔσχον.
(4) μόλις τε ἐν πολλῷ χρόνῳ ἡσυχάσασα ἡ Ἑλλὰς βεβαίως καὶ οὐκέτι
ἀνισταμένη ἀποικίας ἐξέπεμψε, καὶ Ἴωνας μὲν Ἀθηναῖοι καὶ νησιωτῶν
τοὺς πολλοὺς ᾤκισαν, Ἰταλίας δὲ καὶ Σικελίας τὸ πλεῖστον Πελοποννήσιοι
τῆς τε ἄλλης Ἑλλάδος ἔστιν ἃ χωρία. πάντα δὲ ταῦτα ὕστερον τῶν
Τρωικῶν ἐκτίσθη. |
Ja auch noch nach dem Troianischen
Krieg dauerten in Griechenland jene Veränderungen der
Bevölkerung und jene neuen Ansiedlungen fort, so dass es
nicht zu einem ruhigen Gedeihen kommen konnte.Denn einerseits
rief der Umstand, dass die Rückkehr der Griechen von Ilion
erst nach langer Zeit erfolgte, viele gewaltsame Veränderungen
hervor, anderseits brachen fast überall in den Städten
Parteiungen aus, in deren Folge Bürger aus jenen Städten
vertrieben wurden, die nunmehr neue Städte gründeten.
So wurden die jetzigen Boioter
im 60. Jahr nach der Eroberung von Ilion durch die Thessaler
aus Arne vertrieben und ließen sich in dem jetzigen Boiotien,
dem ehemaligen kadmeischen Land nieder. [Es befand sich aber
schon früher ein Teil von ihnen in diesem Land, zu dem
diejenigen gehörten, die an dem Zug nach Ilion Teil nahmen.]
Desgleichen besetzten die Dorer im 80. Jahr in Verbindung mit
den Herakleiden die
Peloponnes.
Und als nun endlich nach langer Zeit Griechenland zu fester
Ruhe gelangt war und die Wechsel in der Bevölkerung aufhörten,
sandte es Kolnien aus. Ionien und die Mehrzahl der Inseln ist
von Athen aus
kolonisiert worden, Italien und Sizilien
dagegen, so wie einige Orte des übrigen Griechenland, von
der Peloponnes.
Alle diese Kolonien aber fallen in die Zeit nach dem Troianischen
Krieg. (Üb. nach Campe) |
-
Äolische Wanderung (ca. 1200-1000)
- Eindringen von thesprotischen Thessalern aus der Gegend von Ephyra
in die Aiolis (Thesprotis) nach Südthessalien. (Herod.7,176). Die
einheimischen Stämme (Myrmidonen, Boioter,
Phtioter, Perhaiber, Doloper) werden (als πενέσται) unterworfen oder
wandern aus, so z.B.
- die Boioter von
Arne aus ins kadmeische Land, wo sie die Kadmeia, das minyische Orchomenos
und die Gegend von Anthedon gewannen. (Thuk.1,12)
- Große Äolische Wanderung, die von der Peloponnes
ausgeht und über Boiotien
und Euboia und über die Inseln Lesbos, Tenedos zur Nordwestküste
Kleinasiens
führt. (Herod.1,149-151)
| Herod.1,149-152
(149) ... αἵδε δὲ αἱ Αἰολίδες· Κύμη ἡ Φρικωνὶς καλεομένη, Λήρισαι,
Νέον τεῖχος, Τῆμνος, Κίλλα, Νότιον, Αἰγιρόεσσα, Πιτάνη, Αἰγαῖαι,
Μύρινα, Γρύνεια. Αὗται ἕνδεκα Αἰολέων πόλιες αἱ ἀρχαῖαι· μία γάρ
σφεων παρελύθη Σμύρνη ὑπὸ Ἰώνων· ἦσαν γὰρ καὶ αὗται δυώδεκα αἱ
ἐν τῇ ἠπείρῳ. Οὗτοι δὲ οἱ Αἰολέες χώρην μὲν ἔτυχον κτίσαντες ἀμείνω
Ἰώνων, ὡρέων δὲ ἥκουσαν οὐκ ὁμοίως. [...] (151) Αὗται μέν νυν
αἱ ἠπειρώτιδες Αἰολίδες πόλιες, ἔξω τῶν ἐν τῇ Ἴδῃ οἰκημένων· κεχωρίδαται
γὰρ αὗται. Αἱ δὲ τὰς νήσους ἔχουσαι πέντε μὲν πόλιες τὴν Λέσβον
νέμονται (τὴν γὰρ ἕκτην ἐν τῇ Λέσβῳ οἰκεομένην Ἀρίσβαν ἠνδραπόδισαν
Μηθυμναῖοι, ἐόντας ὁμαίμους), ἐν Τενέδῳ δὲ μία οἰκέεται πόλις,
καὶ ἐν τῇσι Ἑκατὸν νήσοισι καλεομένῃσι ἄλλη μία. Λεσβίοισι μέν
νυν καὶ Τενεδίοισι, κατά περ Ἰώνων τοῖσι τὰς νήσους ἔχουσι, ἦν
δεινὸν οὐδέν. |
Folgendes sind die aiolischen
(Städte): Kyme, die so genannte Phrikonis, Larissai, Neonteichos,
Temnos, Killa, Notion Aigiroessa, Pitane, Aigaiai, Myrina, Grinea:
dies sind die elf alten Städte der Aioler; denn eine, Smyrna,
wurde ihnen von den Ioniern entrissen; denn es waren ursprünglich
auch zwölf Städte, und zwar auf dem Festland. Diese
Aioler besiedelten zwar einen höherwertigen Boden als die
Ionier; die klimatischen Bedingungen genossen aber keinen gleich
guten Ruf. [...] (151) Dies sind also die aiolischen Städte
auf dem Festland außer denen, die am Idagebirge liegen;
denn diese sind getrennt. Von den Inselstädten liegen fünf
auf Lesbos (denn die sechste, die auf Lesbos liegt, Arisba, versklavten
die Methymnaier, ihre Blutsverwandten. Auf Tenedos liegt noch
eine Stadt und eine weitere auf den so genannten Hekatonnesoi
(Hundertinseln). [...] (Üb.: E.Gottwein) |
| Strab.13,1,3: τέτταρσι
[...] δὴ γενεαῖς πρεσβυτέραν φασὶ τὴν Αἰολικὴν ἀποικίαν τῆς Ἰωνικῆς,
διατριβὰς δὲ λαβεῖν καὶ χρόνους μακροτέρους. Ὀρέστην μὲν γὰρ ἄρξαι
τοῦ στόλου, τούτου δ' ἐν Ἀρκαδίᾳ τελευτήσαντος τὸν βίον διαδέξασθαι
τὸν υἱὸν αὐτοῦ Πενθίλον, καὶ προελθεῖν μέχρι Θρᾴκης ἑξήκοντα ἔτεσι
τῶν Τρωικῶν ὕστερον, ὑπ' αὐτὴν τὴν τῶν Ἡρακλειδῶν εἰς Πελοπόννησον
κάθοδον· εἶτ' Ἀρχέλαον υἱὸν ἐκείνου περαιῶσαι τὸν Αἰολικὸν στόλον
εἰς τὴν νῦν Κυζικηνὴν τὴν περὶ τὸ Δασκύλιον· Γρᾶν δὲ τὸν υἱὸν
τούτου τὸν νεώτατον προελθόντα μέχρι τοῦ Γρανίκου ποταμοῦ καὶ
παρεσκευασμένον ἄμεινον περαιῶσαι τὸ πλέον τῆς στρατιᾶς εἰς Λέσβον
καὶ κατασχεῖν αὐτήν· Κλεύην δὲ τὸν Δώρου καὶ Μαλαόν, καὶ αὐτοὺς
ἀπογόνους ὄντας Ἀγαμέμνονος, συναγαγεῖν μὲν τὴν στρατιὰν κατὰ
τὸν αὐτὸν χρόνον καθ' ὃν καὶ Πενθίλος, ἀλλὰ τὸν μὲν τοῦ Πενθίλου
στόλον φθῆναι περαιωθέντα ἐκ τῆς Θρᾴκης εἰς τὴν Ἀσίαν, τούτους
δὲ περὶ τὴν Λοκρίδα καὶ τὸ Φρίκιον ὄρος διατρῖψαι πολὺν χρόνον,
ὕστερον δὲ διαβάντας κτίσαι τὴν Κύμην τὴν Φρικωνίδα κληθεῖσαν
ἀπὸ τοῦ Λοκρικοῦ ὄρους. |
Die aiolische Kolonisation erfolgte angeblich
vier Generationen vor der ionischen, hatte aber über längere
Zeit geruht. Denn Orestes
habe mit dem Zug begonnen, nachdem er aber in Arkadien verstorben
war, habe sein Sohn Penthilos
die Nachfolge angetreten und sei sechzig Jahre nach der Eroberung
von Troia bis nach Thrakien
vorgedrungen. Dies sei gleichzeitig mit der Rückkehr der
Herakleiden erfolgt.
Dann habe sein Sohn Archelaos
den aiolischen Zug in das Gebiet von Kyzikos
bei Daskylion ans Ziel gebracht. Sein jüngster Sohn Gras
sei bis zum Granikos vorgerückt und habe, weil er besser
ausgerüstet war, einen Großteil seines Heeres nach
Lesbos übergesetzt und die Insel in Besitz genommen. Kleues,
der Sohn des Doros und
Malaos, ebenfalls Nachkommen Agamemnons, hätten zur gleichen
Zeit wie Penthilos ein Heer gesammelt, aber der Zug des Penthilos
sei früher von Thrakien
nach Asienübergesetzt.
Diese hätten sich lange Zeit in der Gegend von Lokris am
Berg Phrikios verweilt, seien später hinüber gegangen
und hätten Kyme gegründet, die nach dem lokrischen Berg
mit Beinamen "Phrikotis" heiße. (Üb.: E.Gottwein) |
-
Dorische Wanderung (ca. 1200-1000)
:
- Unter dem Druck der Illyrer (Aigaiischen Wanderung) weichen die in
NW-Griechenland, Epirus ansässigen Dorer nach Süden aus. Die
Überlegenheit der Dorer in der Bewaffnung (Eisen statt Bronze)
und Kampftechnik
beendet allmählich die bronzezeitliche Kultur der Frühgriechen
(Mykenäer). Nach Herod.1,56 geht der im Gegensatz zu den autochthonen
"Pelasgern" verschlungene Wanderweg der Dorer von der Phthiotis
aus:
| Herod.1,56:
Μετὰ δὲ ταῦτα ἐφρόντιζε ἱστορέων τοὺς ἂν Ἑλλήνων δυνατωτάτους
ἐόντας προσκτήσαιτο φίλους. Ἱστορέων δὲ εὕρισκε Λακεδαιμονίους
τε καὶ Ἀθηναίους προέχοντας, τοὺς μὲν τοῦ Δωρικοῦ γένεος, τοὺς
δὲ τοῦ Ἰωνικοῦ. Ταῦτα γὰρ ἦν τὰ προκεκριμένα, ἐόντα τὸ ἀρχαῖον
τὸ μὲν Πελασγικόν, τὸ δὲ Ἑλληνικὸν ἔθνος. Καὶ τὸ μὲν οὐδαμῇ κω
ἐξεχώρησε, τὸ δὲ πολυπλάνητον κάρτα. Ἐπὶ μὲν γὰρ Δευκαλίωνος βασιλέος
οἴκεε γῆν τὴν Φθιῶτιν, ἐπὶ δὲ Δώρου τοῦ Ἕλληνος τὴν ὑπὸ τὴν Ὄσσαν
τε καὶ τὸν Ὄλυμπον χώρην, καλεομένην δὲ Ἱστιαιῶτιν· ἐκ δὲ τῆς
Ἱστιαιώτιδος ὡς ἐξανέστη ὑπὸ Καδμείων, οἴκεε ἐν Πίνδῳ, Μακεδνὸν
καλεόμενον· ἐνθεῦτεν δὲ αὖτις ἐς τὴν Δρυοπίδα μετέβη, καὶ ἐκ τῆς
Δρυοπίδος οὕτως ἐς Πελοπόννησον ἐλθὸν Δωρικὸν ἐκλήθη. |
Danach kam ihm (Kroisos) der
Gedanke, nachzuforschen und sich die mächtigsten Griechen
zu Freunden zu machen. Bei seinen Nachforschungen fand er, dass
die Spartaner und die Athener
überlegen waren, die ersten dorischer Abstammung, die zweiten
ionischer. Denn diese hatten seit alters die Vormacht, die einen
ein pelasgisches Volk, die anderen ein hellenisches. Das eine
(die autochthonen Athener)
hatte noch nie sein Stammland verlassen, das andere war sehr
weit umhergezogen. Zur Zeit des Königs Deukalion siedelte
es in der Phthiotis, unter dem Doros, dem Son des Hellen, in
dem Land unterhalb des Ossa und des Olympos, der so genannten
Histiaiotis. Als es von den Kadmeiern aus der Phthiotis vertrieben
war, siedelte es am Pindos, wo man sie Makedner nannte. Von
dort zog es weiter in die Dryopis und aus der Dryopis kam es
so denn in die Peloponnes,
wo man sie Dorer nannte. (Üb.: E.Gottwein) |
- In der Dryopis, gründen die Dorer die "dorische Tetrapolis"
(Strab.9,4,10; cf. Strab.10,4,5) und wurden erst von dort auf die Peloponnes
abgedrängt.
| Strab.9,4,10:
οὗτοι (οἱ Δωριεῖς) μὲν οὖν εἰσιν οἱ τὴν τετράπολιν οἰκήσαντες,
ἥν φασιν εἶναι μητρόπολιν τῶν ἁπάντων Δωριέων, πόλεις δ' ἔσχον
Ἐρινεὸν Βοῖον Πίνδον Κυτίνιον· |
Diese gründeten nun, die
"(dorische) Tetrapolis", die sie die Mutterstadt aller
Dorer nennen. Als Städte aber hatten sie Erineos, Boion,
Pindos und Kytinion. (Üb.: E.Gottwein) |
- Vom Mythos (Apollod.2,8,4; Paus.4,3,3) wird die Dorische Wanderung
gedeutet als "Rückkehr der Herakliden"
(Ἡρακλειδῶν κάθοδος)
, die unter der Führung desAitolers Oxylos
bei Rhion (nicht über den Isthmos) stattfand (Paus.5,3,5). Aufteilung
der Peloponnes unter
die Brüder Temenos (Argolis)
, Kresphontes (Messenien)
und Aristodemos (Lakonien)
, bzw. dessen Zwillingssöhne Eurysthenes
und Prokles
, von denen sich die spartanischen Könige herleiten. Dieser Mythos
gibt wohl keine authentische Erinnerung wieder, sondern ist spät
und versucht gezielt, Besitzansprüche zu untermauern und einde
dorische Geschichtsschreibung zu begründen. (Plat.Nom.683e; Paus.4,3,3;
Paus.2,26,1; Paus.2,28,3)
Plat.Nom.683d:
ΑΘ. Γενώμεθα δὴ ταῖς διανοίαις ἐν τῷ τότε χρόνῳ, ὅτε
Λακεδαίμων μὲν καὶ Ἄργος καὶ Μεσσήνη καὶ τὰ μετὰ τούτων ὑποχείρια
τοῖς προγόνοις ὑμῶν, ὦ Μέγιλλε, ἱκανῶς ἐγεγόνει· τὸ δὲ δὴ μετὰ
τοῦτο ἔδοξεν αὐτοῖς, ὥς γε λέγεται τὸ τοῦ μύθου, τριχῇ τὸ στράτευμα
διανείμαντας, τρεῖς πόλεις κατοικίζειν, Ἄργος, Μεσσήνην, Λακεδαίμονα.
ΜΕ. Πάνυ μὲν οὖν. ΑΘ.
Καὶ βασιλεὺς μὲν Ἄργους Τήμενος ἐγίγνετο, Μεσσήνης δὲ Κρεσφόντης,
Λακεδαίμονος δὲ Προκλῆς καὶ Εὐρυσθένης. |
Ath.: Versetzen
wir uns also in Gedanken in jene Zeit, wo Lakedaimon,
Argos und Messene
und alles dazugehörige Land ganz unter die Botmäßgikeit
eurer Vorfahren, mein Megillos, gekommen war. Was nun folgte,
war, der sagenhaften Überlieferung nach, der Beschluss, das
Heer in drei Teile zu teilen und drei Staaten zu gründen,
Argos, Messene
und Sparta. Meg.: Das hat seine Richtigkeit.
Ath.: Und Könige wurden über Argos
Temenos, über Messene
Kresphontes, über Sparta Prokles und Eurysthenes. (Üb.:
O.Apelt VII). |
- Das Eindringen der Dorer in die Peloponnes
zeigt dort Folgewirkungen:
- die Arkader ziehen sich in die Mitte der Halbinsel zurück
und können dort als einzige ihre Selbständigkeit wahren.
Viele Städte der Peloponnes
wurden erst allmählich unterworfen, so z.B. Amyklai, Pharis,
Geronthrai (Paus.3,2,5-7)
- Sie ansässigen Frühgriechen wandern in die östlichen
Küstengebiete Griechenlands (Attika,
Euboia), auf die Inseln der Aigaiis (Chios) und nach Westkleinasien
aus: die sog. Ionische Wanderung
.
- Von den neuen dorischen Zentren, besonders von Argos
gehen neue Impulse in Richtung Korinth,
Epidauros und Sikyon;
von Messene auf
Elis.
-
Ionische Wanderung (ca. 1100-800) (Ἰωνικὴ ἀποικία):
- Den nach Kleinasien
auswandernden Ioniern schließen sich Griechen aus vielen anderen
Stämmen an (Minyer, Dryoper, Arkader, Dorer)
| Herod.1,146:
Καὶ οἱ Ἴωνες δυώδεκα πόλις ἐποιήσαντο, ἐπεὶ ὥς γέ τι μᾶλλον
οὗτοι Ἴωνές εἰσι τῶν ἄλλων Ἰώνων ἢ κάλλιόν τι γεγόνασι, μωρίη
πολλὴ λέγειν, τῶν Ἄβαντες μὲν ἐξ Εὐβοίης εἰσὶ οὐκ ἐλαχίστη μοῖρα,
τοῖσι Ἰωνίης μέτα οὐδὲ τοῦ οὐνόματος οὐδέν, Μινύαι δὲ Ὀρχομένιοί
σφι ἀναμεμίχαται καὶ Καδμεῖοι καὶ Δρύοπες καὶ Φωκέες ἀποδάσμιοι
καὶ Μολοσσοὶ καὶ Ἀρκάδες Πελασγοὶ καὶ Δωριέες Ἐπιδαύριοι, ἄλλα
τε ἔθνεα πολλὰ ἀναμεμίχαται. |
Auch die Ionier haben zwölf
Städte errichtet. Indessen wäre es sehr töricht
zu behaupten, dass diese (kleinasiatischen) Ionier in höherem
Maße Ionier seien als die anderen oder eine edlere Abkunft
hätten; denn nicht den kleinsten Teil von ihnen geben die
Abanter aus Euboia ab, die mit Ionien nicht einmal den Namen
gemein haben. Minyer aus Orchomenos sind mit ihnen vermischt,
Kadmeier, Dryoper, eine Gruppe Phoker, Molosser, arkadische
Pelasger, Dorer aus Epidauros und viele andere Völker sind
mit ihnen vermischt. (Üb.: E.Gottwein) |
- Entwicklung der Dialektverteilung
.
- Die Wanderungen führten im Mutterland zu einem Niedergang des
bestehenden kulturellen Standards. Erst langsam erfolgte eine Konsolidierung.
-
-
Siedlungsstrukturen
- Zwei Typen
- Polisbildung (z.B. Athen)
:
Übernahme einer mykenischen Akropolis als Zentrum einer Stadtbildung.
Den Basileus gibt es weiter, aber er erhält zugunsten der
Aristokratie religiöse Funktionen
- Dorfsiedlung (z.B. Sparta)
:
Lockerer Verbund einzelner Dörfer mit gemeinsamem Heiligtum.
Der neue Grundbesitzadel gewinnt Einfluss auf Kosten der früheren
Heer-Könige.
- Mutterland
Epirus
|
- Molosser
,
Thesproter
, Chaonen
(illyrische Stämme) mit Dodona
als religiösem Mittelpunkt.
|
Makedonien
|
- Agrarische Ausrichtung.
- Die Argeaden
können sich als Könige gegen den wachsenden Einfluss
des Adels und der Volks- und Heeresversammlung behaupten.
|
Thessalien
|
- Die einheimischen Achäer werden als "Penesten"
(ὁ πενέστης)
wie die Heloten in Sparta von den Einwanderern als Hörige
unterjocht.
- Überwiegend ländliche Siedlungsweise mit der
Zeusverehrung auf dem Olympos als religiösem Zentrum.
- Daneben Stadtburgen des Adels: Larissa
(Aleuaden
), Krannon
(Skopaden
).
- Der König (ὁ τάγος) wird beibehalten. Er wird auf
Lebenszeit gewählt.
|
Boiotien
|
- Die achaiischen
Minyer
können sich in Orchomenos
halten. Sie schließen mit den Einwanderern einen Bund.
Theben
wird Zentrum des Staatenbundes
- Religiöser Mittelpunkt: Heiligtum der itonischen
Athena
bei Koroneia
.
|
Phokis
|
- Phokischer Bund
mit dem Apollonheiligtum
in Pytho / Delphi
als religiöser Mitte (in Konkurrenz zur bestehenden
Amphiktyonie)
|
Lokris
|
- Ländliche Struktur und Vorherrschaft des Adels.
|
Ätolien
,
Akarnanien
|
- Weidewirtschaft. Kaum griechischer Einfluss, kaum Ansätze
eines Staatenbundes.
|
Euboia
 |
- Abwehr eindringender Boioter
und Behauptung der alten Polisstruktur. Im Süden von
Euboia setzen sich Thraker
fest.
|
Attika
 |
- Ca. 1100: Verstärkung der mykenischen Befestigungsmauer
(τὸ Πελαργικόν) auf der Akropolis, Die "autochthonen"
Ionier können die andringenden Dorer abwehren (Sage
vom Opfertod des Kodros).
- Einschränkung des Königs zugunsten des Adels
durch
- Beschränkung des Königs auf sakrale Funktionen
(später ἄρχων βασιλεύς)
- Wahl eines 10-jährigen Archonten
und eines Polemarchos (Heerführer).
- Beginn der geometrischen Vasenmalerei.
Die "lebenslänglichen
Archonten" in Athen
Vorlage: v.
Schoeffer
|
| |
Eusebios /
Hieronymos |
Synkellos |
Exc.lat.Barb. |
| Medon |
1068-1048 |
1061-1041 |
1091-1071 |
| Akastos |
1048-1012 |
1041-1006 |
1071-1032 |
| Archippos |
1012-993 |
1006-987 |
1032-992 |
| Thersippos |
993-952 |
987-947 |
(800-777) |
| Phorbas |
952-921 |
947-917 |
992-959 |
| Megakles |
921-891 |
917-889 |
959-931 |
| Diognetos |
891-863 |
889-861 |
931-903 |
| Pherekles |
863-844 |
861-842 |
903-888 |
| Ariphron |
844-824 |
842-822 |
888-868 |
| Thespieus |
824-797 |
822-795 |
868-828 |
| Agamestor |
797-777 |
795-777 |
828-800 |
Thersippos |
(993-952) |
(987-947) |
800-777 |
| Aischylos |
777-754 |
777-753 |
777-764 |
| Alkmaion |
754753 |
753-752 |
|
| |
|
|
|
|
Peloponnes
,
Sparta
|
- Alte Städte wie Megara,
Korinth,
Sikyon, Aigina
werden Mittelpunkte der Neubesiedlung.
- Argolis:
Argos als
Zentrum und das Heraion alsKultzentrum.
- Achaia:
Zeusheiligtum in Aigion. Die achaiischen
Vorbewohner behaupten sich neben den Zuwanderern.
- Elis: Zeusheiligtum
in Olympia. Die Vorbewohner weichen nach Pisa
aus.
- Arkadien: Es bleibt von der Wanderung unberührt.
Es erhält sich der mykenische (kyprisch-arkadische)
Dialekt.
- Lakonien: Vier dorische Dorfsiedlungen. Das mykenische
Amyklai behauptet sich zunächst und schließt
sich später an.
|
| |
|
- Ostgriechen auf den Inseln und in Kleinasien
Aioler
 |
- Mutterland: Thessalien
- Ostgriechenland: Troia (Troas), Lesbos, Kyme
|
Ionier
 |
- Mutterland: Attika,
Euboia
- Ostgriechenland:
- Naxos, Chios, Erythrai, Klazomenai, Kolophon, Ephesos,
Miletos,
Priene, Samos.
- Ionisierung der ursprünglich aiolischen Städte
Magnesia
(Maiandros), Magnesia
(Hermos), Phokaia,
Smyrna
- Kultische Zentren:
|
Dorer
 |
- Mutterland: Peloponnes (außer Arkadien),
Megara
- Ostgriechenland:
- Melos, Thera, Kreta,
Rhodos,
Astypalaia, Knidos,
Kos, Halikarnass,
Pamphylien
- In Kreta
hat sich dorische Lebensweise erhalten (Syssitien, Jugendverbände,
Knabenliebe)
- die Urkreter (Eteokreter) zogen sich in den Osten
der Insel zurück.
- In Zypern hat sich durch Flüchtlinge achaiische
Lebensweise erhalten: Kammergräber, Keramik, Silbenschrift,
kyprisch-arkadischer Dialekt.
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Religion
- Allmähliche Herausbildung des Olympischen Kosmos. Bereits die
Mythisierung der kultischen Sachverhalte (im Epos) kann man als einen
rationalen Akt (eine Vorstufe der Religionskritik) sehen, der die
echte sakrale Bedeutung ihres Vollzugs einschränkte.
- Zeus , der indogermanische Wettergott, als Hauptgott, der mit
der Zeit zum alles beherrschenden Vater der Götter und Menschen
avanciert.
- Zu dem indogermanischen Bestand dürften auch gehören:
- die Erdmutter Demeter,
- Poseidon, den man
etymologisch als "Gatte der Erde" verstehen kann
und der sich zum Gott des Meeres entwickelt hat. Schließlich
- Hestia, die Schützerin von Haus und Herd, und
- Hermes, der für glücklliche Erolge verantwortlich
ist.
- Weiterführung früherer und lokaler Kulte:
- Hera ("Herrin") vielleicht aus Thrakien,
- Leto und ihre Zwillingskinder stammen aus Kleinasien:
- Apollon, Gott
der Pest, Heilgott, Weissagung; er wird weitgehend adaptiert
und wird an herausragenden Plätzen (in Delos, Delphi
und Miletos)
verehrt.
- Artemis, die jungfräuliche Hegerin des unzugänglichen
Waldes.
- Aphrodite ist
orientalischen Ursprungs (Phönizien, Mesopotamien). Ihr
Kult verbreitet sich von Zypern aus.
- Athena, die lokale Schutzgöttin Athens,
ist wohl vorgriechisch. Daneben Göttin handwerklicher
Tätigkeiten und der Weisheit.
- Hephaistos stammt als Gott der Vulkane aus Kleinasien,
entwickelt sich zum allgemeinen Vertreter des Handwerks.
- Als Halbgötter gelten
- Dionysos, der Gott der Ekstase, der von Kleinasien
her seine Anerkennung in Griechenland gewinnt.
- Die Dioskuren, "Söhne des Zeus", die den
Seefahrern helfen und, wenn sie hoch zu Ross erscheinen, den
Sieg im Kampf verleihen.
- Herakles, das Leitbild
der Dorer.
- Prometheus, als Feuerbringer der Schöpfer der technischen
Kultur des Menschen.
- Als göttliche Kräfte und Mächte gelten
- Musen, Nymphen, Satyrn, Moiren.
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