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Frühgeschichte:
-
Die Steinzeit (600'000
- 2800)
-
Die Altsteinzeit (Paläolithikum)
-
Die Mittlere Steinzeit (Mesolithikum)
-
Die Jungsteinzeit (Neolithikum)
(6200-2800)
- In der aigaiischen Inselwelt setzt das Neolithikum
am frühesten ein, um sich von hier nach Norden
über den Balkan zum Donaugebiet hin auszubreiten.
Dabei ist eine präkeramische Phase und eine keramische
Phase unterscheidbar. Wesentliche Charakteristika
sind:
- Lösung aus der rezipierenden Abhängigkeit
von den vorgegebenen natürlichen Bedingungen;
statt dessen ihre bewusste produzierende
Gestaltung und Beeinflussung (Kultur)
- Zunehmende Sesshaftigkeit [statt Nomadentum];
- Entstehung von Siedlungen (mit
stadtähnlichem Charakter)
- Differenzierung und Spezialisierung
in den Arbeitsleistungen (Hausbau,
Herstellung von Steinwerkzeug und
Keramik,...)
- Austausch von Waren (Handel) über
weite Strecken (Obsidian aus Melos
findet sich noch 500 km entfernt)
- Entstehung von eigenen Bestattungsplätzen
(Nekropolen)
- Landwirtschaft (Pflanzenanbau) und
Viehzucht [statt Sammeln und Jagen].
In Griechenland finden sich Spuren von
Viehhaltung seit 6500 (Überreste
domestizierter Schafe und Ziegen); Ackerbau
lässt seit etwa 6000 (in Thessalien)
nachzuweisen.
- Entsprechend finden sich in Thessalien
die ältesten (noch präkeramischen)
Siedlungsreste (ca. 6250 - 6000). Viereckige
Häuser in Lehmziegeltechnik. Aber
sowohl im Grundriss als auch in den
Baumaterialien wurde am Anfang erkennbar
viel experimentiert.
- Neolithische Fundorte:
- Achilleion:

- Argissa:

- In der Argolis
lebten im 7. Jhtsd. präkeramische
Bauern und Viehzüchter in den
Höhlen von Franchthi
(bei Portocheli).
- Assea in Arkadien
- Dimini:

In Thessalien, unweit von Volos.
Eine für das Neolithikum charakteristische
Siedlung, die der ganzen Epoche
von 3900 bis 3000 den Namen "Dimini-Kultur"
gegeben hat. Polychrome Keramik
mit Spiral- und Maianderverzierungen.
Rechteckige Häuser aus zwei
Räumen mit einer Vorhalle im
Süden: die Vorstufe des Megaronhauses. Dimini
ist jünger als Sesklo.
- Gediki:
- In Lerna
reichen die frühesten Siedlungsspuren
in das 6. Jhrtsd. zurück
- Magula:

- Malthi in Messenien
- Nea Nikomedeia (Makedonien):
- Pirgos Dirou auf der Mani
- Sesklo:

In Thessalien, unweit von Volos.
Aus präkeramischer Zeit haben
sich Reste primitiver Hütten
erhalten, die im keramischen Neolithikum
offenbar bald durch Häuser
aus Lehmziegeln ersetzt wurden.
Der Höhepunkt der Sesklo-Kultur
liegt zwischen 5000 und 3900.
- Soufli:
- Tsoungiza: Hügel
in der Nähe von Nemea
- In Kreta
gibt es relativ wenig neolitische Fundorte.
Dazu gehören:
- Knossos: Außergewöhnlich
hohe neolithische Grabungsschicht.
- Phaistos:
- Die Eileithyia-Höhle:
- Katsambas (der Hafen von
Knossos):
|
-
Die Bronzezeit (Helladikum) (2800-2000)
-
- Für die griechischen Geschichtsschreiber
(Herodot, Thukydides) ist der Repräsentant
des frühen Kreta
der mythische König Minos,
wenn nicht "Minos" nur ein Titel ist,
den alle Könige auf Kreta
trugen. Nach ihm hat A. Evans, der Ausgräber
von Knossos, die kretische
Kultur im Unterschied zu der von H. Schliemann
ausgegrabenen Mykenischen Kultur "Minoische
Kultur" benannt. Die Ägypter
nannten die Kreter
"Keftiu". Dies wird durch Inschriften
aus ägyptischen Gräbern der Zeit zwischen
1500-1300 belegt.
- Geschichtliche Einteilung (zwei sich überschneidende
Systeme):
| Frühminoikum:
2600-2000 |
FM
I: |
Vorpalastzeit: 2600-2000 |
| FM
II: |
| FM
III: |
|
| Mittelminoikum:
2000-1580 |
MM
I: |
Altpalastzeit:
2000-1700 |
| MM
II: |
| MM
III: |
|
| |
Neue
Palastzeit: 1700-1400 |
| Spätminoikum
|
SM
I: |
| SM
II: |
| 1580-1100 |
SM III: |
Nachpalastzeit:
1400-1100 |
|
|
- Frühminoikum:
2600-2000 (Vorpalastzeit: 2600-2000)
- Man vermutet für diese Zeit (wie
für die Peloponnes)
Einwanderung nichtindogermanischer Stämme
aus Anatolien nach Kreta.
Man bezeichnet diese Einwanderer als "mediterranes
Substrat" (mediterrane Grundbevölkerung).
- Rot verputzte Lehmziegelhäuser mit
mehreren Räumen in städtischer
Siedlungsweise; gepflasterte Höfe (z.B.
in Vasiliki und Myrtos).
- Bevorzugtes Siedlungsgebiet waren die
fruchtbare Messara-Ebene ("Messara-Kultur")
und Ostkreta. Siedlungsorte waren:
- Mochlos
:
- Vasiliki
:
- Palaikastro
:
- Zakros
:
- Knossos
:
- Phaistos
:
- Mallia
:
- Erwerbsquellen waren Ackerbau, Viehzucht
und Fischerei. Handel mit den Kykladen,
Kleinasien,
Libyen
und Ägypten.
Kykladische
Handelsniederlassungen werden auf Kreta
durch Funde in Archanes und Agia Fotia nahegelegt.
- Große Rund-, Kuppelgräber mit
rechteckiger Grabkammer davor (Messara,
Platanos, Myrtos), von Felsen geschützt
oder eingefriedet. Reiche Grabbeigaben.
- Neue Keramikstile:
- Pyrgos-Stil,
- Vasilikistil: glänzend, Flechtschmuck,
ansprechende Formgebung ("Teekanne",
Schnabelkannen)
- Hell-auf-Dunkel-Stil.
- Goldschmuck, Siegelringe.
|
- Mittelminoikum:
2000-1580 (Frühpalastzeit: 2000-1700)
- In Kreta
fehlen die abrupten Umbrüche der Kulturentwicklung
infolge neuer Zuwanderungen. Es besteht
reger Austausch von Waren und Ideen mit
Kleinasien
und den Kykladen.
Erste Paläste entstehen mit Beginn
des 2.Jahrtausends:
- Phaistos
:
- Knossos
:
- Mallia
:
- Kydonia (Chania) [seit 1973]
:
- Charakteristisch für die Paläste
ist
- die offene und unbefestigte Bauweise,
die auf eine starke Flotte (Thalassokratie)
und eine ruhige und langanhaltend friedliche
Entwicklung schließen lässt;
- der repräsentative Innenhof,
um den sich in mehreren Stockwerken
in verwirrender Anordnung Wohn- und
Lagerräume gruppieren. Hieraus
hat sich im Mythos die Vorstellung vom
"Labyrinth" entwickelt, und
- die ebenfalls repräsentativen
Propylaia (Eingangstor)
- ein großer "minoischer
Saal"
- Die Zerstörung der Paläste erfolgte
wahrscheinlich ca. 1700 durch Erdbeben oder
eine andere Naturkatastrophe. Auch
eine Invasion ist nicht auszuschließen.
Sie wurden in der Folge wieder aufgebaut.
- Neben den Palästen gibt es palastartige
Herrenhäuser, die entweder als Zweitsitze
der Palastbesitzer oder als Wohnhäuser
hochgestellter Verwalter (Vasallen) dienten:
- Hagia Triada
:
(auf dem Weg nach Phaistos)
- Tylissos
:
- Amnisos
:
(bei Knossos)
- Nirou Chani
:
- Vathypetro
:
- Palaikastro
:
- Eine ganze Stadtanlage findet sich in:
- Gournia
:
- Gründung einzelner Kolonien auf den
Kykladen:
- Phylakopi auf Melos
:
- Akrotiri auf Thera (Santorini)
:
Ausgrabungen durch Marinatos (seit 1967)
- Gesellschaftsform:
- Monarchie mit straff organisierter
Bürokratie (Registrierung geschäftlicher
Vorgänge auf Tontäfelchen)
- Der König nimmt auch religiöse
Funktionen wahr.
- Wirtschaft: Viehzucht und Landwirtschaft;
dazu kommt ein ausgedehnter Seehandel.
- Kunst:
- Besonders ansprechend ist die Malerei.
Hierzu wurden eindrucksvolle Beispiele
auf Thera gefunden
- Bemalte Keramik (Kamares-Stil, Palaststil)
- Goldschmiedekunst (Bienengoldanhänger
aus Chrysolakkos in Mallia)
- Steinschneidekunst
- Religion:
- Keine große Tempel, sondern
naturverbundene Orte der Verehrung (z.B.
Grotten).
- Überwiegend weibliche Gottheiten
(Muttergottheiten, z.B. die Berggöttin
Diktynna,
vorgriechisch: Britomartis, "Schlangengöttin");
- Kultsymbole: Stierhörner, Doppelaxt
(Labrys), heiliger Knoten;
- Unblutige Stierkämpfe im Rahmen
religiöser Feste;
- Die Minoer scheinen Menschenopfer
gekannt zu haben;
- Der Totenkult (bemalter Tonsarg von
Hagia Triada) lässt den Glauben
an ein Weiterleben nach dem Tod vermuten.
- Schrift:
- Eine nur wenig bezeugte Hieroglyphenschrift
- Linear A: Silbenschrift, noch nicht
entziffert, Sprache noch unbekannt.
Die in Hagia Triada belegte Form noch
ist noch älter als die Hieroglyphenschrift.
- Zur Beschriftung des Diskos von Phaistos
gibt es nichts Vergleichbares. Eine
Entzifferung scheint ausgeschlossen
zu sein.
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- Spätminoikum
(1580-1140):
- Neupalastzeit:
1700-1400
- Um 1600 meist vergrößerter
und prachtvollerer Wiederaufbau der
zerstörten Paläste von Knossos,
Phaistos und Mallia.
- Ausweitung des Handelsverkehrs auf
den gesamten Mittelmeerraum
- Höherer Wohlstand und infolgedessen
eine verfeinerte Lebensweise
- Fresken: Z.B. Rebhühnerfresko,
Pariserin, der Blaue Vogel, der Blaue
Affe, Prinz mit Lilien)
- Kunst:
- Goldarbeiten
- Fresken
- Bemalte Keramik ("Meeresstil",
"Floralstil", "Palaststil")
- Schrift: Linear B, eine Weiterentwicklung
von Linear A, seit ca. 1500 in Gebrauch.
Linear B gilt als entziffert (seit 1952
von Michael Ventris und John Chadwick);
die Sprache ist Griechisch (ein altgriechisch-mykenischer
Dialekt). Die Tontäfelchen enthalten
(wie auf dem Festland) geschäftliche
Aufzeichnungen.
- Kreta
ist bekannt für seine "hundert
Städte", die aber überwiegend
nicht als Einzelstädte, sondern
als Einheit behandelt werden.
- Ende der Neupalastzeit:
- Zerstörung aller Paläste
in kürzester Zeit. Dazu verschiedene
Theorien:
- Naturkatastrophe, z.B. Erdbeben.
Allein oder im Zusammenspiel
mit:
- Vulkanausbruch auf Thera (Flutwelle).
Gegenargument: Auf Thera hat
sich keine kretische
Keramik im Palaststil gefunden.
Also brach der Vulkan von Thera
vor dem Ende der Neupalastzeit
aus, ohne eine Katastrophe auf
Kreta
auszulösen.
- feindliche Invasion (der Achaier)
- Aufstand der Inselbewohner.
- infolge einer Eroberung durch
die Achaier vom Festland, die eine
sonstige Schwächung der Minoer
ausnutzen.
- Die Fahrt des Theseus
nach Kreta
und die Tötung des Minotaurus
könnte die Invasion der Mykener
auf Kreta
widerspiegeln.
- Theorien, die den Palästen ihre
reale Bedeutung als Herrensitze absprechen
und sie als bloße Grabmonumente
oder Göttertempel erklären
wollten, konnten sich nicht durchsetzen.
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- Nachpalastzeit
1400-1100
- Neubelebung der Palastkultur auf
einfacherem Niveau.
- Zunehmende Vereinfachung der überkommenen
Kunstformen.
- Die Annahme, dass Kreta
seit 1375 eine mykenische Kolonie war,
beruht auf dem Aufkommen des Megaronstils
an mehreren Orten (Phaistos, Hagia Triada,
Gortys).
- Der kretische
Seehandel kommt zum Erliegen und wird
von den Phöniziern übernommen.
- Bei Homer
stellen die Kreter
unter Idomeneus
immerhin noch das größte
Schiffskontingent für den Zug gegen
Troia.
- Die letzten Minoer zogen sich nach
Ostkreta zurück (Lassithi, Sitia)
und behaupteten sich dort unter der
Bezeichnung "Eteokreter" ("Echtkreter").
|
-
Festland (Helladikum)
-
-
Die Bewohner der Balkanhalbinsel
waren damals noch keine Griechen, nicht
einmal Indogermanen. ("mediterranes
Substrat"). Man vermutet Einwanderungen
aus Anatolien in die Peloponnes.
Die Griechen nannten sie später "Autochthonen".
Iim einzelnen: Pelasger,
Kaukonen,
Seller (bei Dodona), Karer, Leleger.
- Ackerbau, Viehzucht und Fischerei waren
ihre Erwerbsquellen. Weitläufiger
Handel wird durch die Verbreitung von Obsidian
aus Melos und von Kykladenidolen
bestätigt.
- Zunächst einfache symmetrische Keramik
(Schnabelkannen). Dann erfolgt ein einschneidender
Formwandel (der wohl auf neue Einwanderungen
zurückgeht): Zweihenkelige Gefäße
mit geometrischen Ornamenten.
- Beispiel einer Siedlung des Althelladikums
ist
- Lerna: "Haus der Ziegel"
aus der Mitte des Frühhelladikums
Häuser standen zunächst nicht
einzeln, sondern waren aneinandergebaut,
auch doppelstöckig. Gegen Ende des
Frühhelladikums werden freistehende
Einzelhäuser, besonders in Apsidenform
bevorzugt. (Olympia, Lerna)
- An der Küste liegende Siedlungen
waren häufig ummauert. Bestattungen
erfolgten außerhalb der Stadt.
- Das Althelladikum findet durch die indogermanischen
Einwanderungen um 2000 sein Ende.
- Für die griechische Frühgeschichte
("Archäologie") aus der Sicht
des Historikers Thukydides ist Thuk.1,3
die klassische Stelle:
|
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Thuk.1,3,1-4: δηλοῖ δέ
μοι καὶ τόδε τῶν παλαιῶν ἀσθένειαν οὐχ ἥκιστα·
πρὸ γὰρ τῶν Τρωικῶν οὐδὲν φαίνεται πρότερον
κοινῇ ἐργασαμένη ἡ Ἑλλάς· (2) δοκεῖ δέ μοι,
οὐδὲ τοὔνομα τοῦτο ξύμπασά πω εἶχεν, ἀλλὰ τὰ
μὲν πρὸ Ἕλληνος τοῦ Δευκαλίωνος καὶ πάνυ οὐδὲ
εἶναι ἡ ἐπίκλησις αὕτη, κατὰ ἔθνη δὲ ἄλλα τε
καὶ τὸ Πελασγικὸν ἐπὶ πλεῖστον ἀφ' ἑαυτῶν τὴν
ἐπωνυμίαν παρέχεσθαι, Ἕλληνος δὲ καὶ τῶν παίδων
αὐτοῦ ἐν τῇ Φθιώτιδι ἰσχυσάντων, καὶ ἐπαγομένων
αὐτοὺς ἐπ' ὠφελίᾳ ἐς τὰς ἄλλας πόλεις, καθ'
ἑκάστους μὲν ἤδη τῇ ὁμιλίᾳ μᾶλλον καλεῖσθαι
Ἕλληνας, οὐ μέντοι πολλοῦ γε χρόνου ἐδύνατο
καὶ ἅπασιν ἐκνικῆσαι. (3) τεκμηριοῖ δὲ μάλιστα
Ὅμηρος· πολλῷ γὰρ ὕστερον ἔτι καὶ τῶν Τρωικῶν
γενόμενος οὐδαμοῦ τοὺς ξύμπαντας ὠνόμασεν, οὐδ'
ἄλλους ἢ τοὺς μετ' Ἀχιλλέως ἐκ τῆς Φθιώτιδος,
οἵπερ καὶ πρῶτοι Ἕλληνες ἦσαν, Δαναοὺς δὲ ἐν
τοῖς ἔπεσι καὶ Ἀργείους καὶ Ἀχαιοὺς ἀνακαλεῖ.
οὐ μὴν οὐδὲ βαρβάρους εἴρηκε διὰ τὸ μηδὲ Ἕλληνάς
πω, ὡς ἐμοὶ δοκεῖ, ἀντίπαλον ἐς ἓν ὄνομα ἀποκεκρίσθαι.
(4) οἱ δ' οὖν ὡς ἕκαστοι Ἕλληνες κατὰ πόλεις
τε ὅσοι ἀλλήλων ξυνίεσαν καὶ ξύμπαντες ὕστερον
κληθέντες οὐδὲν πρὸ τῶν Τρωικῶν δι' ἀσθένειαν
καὶ ἀμειξίαν ἀλλήλων ἁθρόοι ἔπραξαν. ἀλλὰ καὶ
ταύτην τὴν στρατείαν θαλάσσῃ ἤδη πλείω χρώμενοι
ξυνεξῆλθον. |
Es ist mir aber auch Folgendes ein besonders
sicherer Beweis für die Ohnmacht der alten
Zeiten. Vor dem troischen Krieg nämlich
hat Griechenland offenbar noch keine gemeinschaftliche
Unternehmung ausgeführt, ja es besaß,
wie mir scheint, selbst noch nicht einmal den
Gesamtnamen Hellas, sondern in den Zeiten vor
Hellen,
dem Sohn des Deukalion,
existierte diese Benennung überhaupt noch
nicht; vielmehr gaben einzelne Völker,
und namentlich das pelasgische, über einen
weiten Raum ihre Namen zur Bezeichnung her.
Nachdem aber Hellen
und seine Söhne in Phthiotis mächtig
geworden waren und man sie zur Unterstützung
in andere Städte herbeirief, wurden zwar
einzeln schon die betreffenden Stämme wegen
des Verkehrs und der Gemeinschaft mit jenen
mehr und mehr Hellenen genannt; es dauerte jedoch
noch lange, ehe dieser Name die Geltung eines
Gesamtnamens gewann. Hierfür legt besonders
Homer ein Zeugnis
ab. Denn obwohl er erst lange nach dem troischen
Krieg gelebt hat, so hat er den Namen Hellenen
doch nirgends als Gesamtnamen für alle
Griechen insgesamt gebraucht, sondern damit
nur die Gefährten des Achilleus
aus Phthiotis bezeichnet, welche auch eben die
ersten Hellenen waren. Vielmehr gebraucht er
zu diesem Zweck die Namen Danaer, Argeier und
Achaier. Andererseits kennt er auch den Namen
Barbaren noch nicht, eben, wie mir scheint,
weil auch keine Hellene ihnen gegenüber
unter einem Namen zusammengefasst und von jenen
geschieden waren. (Üb. Campe)
|
-
- Die um 2000 einwandernden Indogermanen,
mit deren Erscheinen das Mittelhelladikum
einsetzt, waren die "ersten Griechen",
wahrscheinlich Ionier. Da sie kulturell
zunächst rückständig waren,
bedeutete ihr Erscheinen eine Zäsur
in der Entwicklung.
- Ihr Siedlungsschwerpunkt ist die Argolis.
Ihre Siedlungen gruppieren sich jeweils
um eine Königsburg, wie z.B. Mykene,
Tiryns, Orchomenos (Boiotien),
Pylos, Aigina, Malthi (antik: Dorion) in
Messenien.
- Bezeichnend für die neuen Einwanderer
(überhaupt für Indogermanen) ist
die Verwendung des Pferdes.
- Aufgrund der neuen geographischen Gegebenheiten
erwächst ein Interesse für die
Seefahrt.
- Bekannte Siedlungsorte: Korinth,
Nemea, Mykene, Argos,
Prosymna, Mideia, Tiryns, Epidauros, Amyklai,
Assea, Malthi.
- Es tauchen Gräber auf mit Grabbeigaben:
Keramik, Waffen, Schmuck. In Mykene werden
das Gräberrund A und das Gräberrund
B benutzt.
- Diese "ersten Griechen" werden
um 1580 durch die Welle der nachrückenden
Achaier und Aitoler, ebenfalls Griechen,
aber jeweils andere (auch nach ihrem
Sprachidiom verschiedene) Stämme, aus
ihren Sitzen nach Süden verdrängt.
Damit beginnt das Späthelladikum, bzw.
die mykenische Epoche, die bis ca. 1200
Bestand haben wird.
|
-
- Die "Mykenische Kultur" (H.
Schliemann), die in enger Verbindung mit
der "Minoischen Kultur" (A. Evans)
auf Kreta
stand, ist die Zeit der mykenischen (und
minoischen) Paläste. Sie konzentriert
sich ebenfalls in der Argolis.
Zu Mykene und Tiryns kommen kleinere Paläste
in Argos,
Prosymna, Midea, Nauplia und Asine.
- Innere Differenzierung:
- Mykenikum I: 1580-1500
- Mykenikum II: 1500-1425
- Mykenikum III: 1425-1075
- a) 1425-1340: Die Mykener beerben
die minoische Kultur. Intensivierung
der Seefahrt.
- b) 1340-1210: Höhepunkt der
mykenischen Kultur. Als Folge der
intensiveren Seefahrt: "Vorkolonisation"
der Achaier in Kleinasien:
Miletos,
Rhodos,
Zypern, Sizilien.
(Widerspiegelungen in den Nosten).
Die Achaier werden sogar in hethitischen
Texten erwähnt (Ahhijawa).
- c) 1210-1100: Nach Eratosthenes
beginnt der Troianische Krieg
1184.
- Die Kenntnisse und Annahmen über
diese Epoche beruhen auf den Homerischen
Epen, den archäologischen Befunden
und besonders auf den Tontäfelchen
mit Linear B.
- Dabei kann Homer
nur mit großer Zurückhaltung
als "Quelle" dienen, da er
einerseits zwar altes Material tradiert,
andererseits aber hat er, wenn es ihn
überhaupt als Person gab, bewusst
archaisiert.
- Die gesellschaftliche Organisation
erfolgte um einzelne Machtzentren, befestigte
Paläste. Der Herr (wa-na-ka | ἄναξ)
übt die absolute Macht aus. Er ist
auch Priester und Repräsentant der
Gottheit. In seinem Gefolge nahm ein "Herzog"
(ra-wa-qe-ta | λαγέτας) den nächsten
Rang ein. Ihm unterstand der "Gefolgsmann
(e-qe-ta | ἑπέτας). Der ἄναξ verfügt
über eine streng organisierte Bürokratie,
die alle öffentlichen Vorgänge
nach Distrikten (δᾶμοι) gegliedert registriert
und steuert. Jeder Distrikt (da-mo | δᾶμος)
hat einen eigenen Vorsteher. Pylos bestand
z.B. aus 16 Distrikten. Daneben bilden sich
aufgrund der agrarischen Wirtschaftsstruktur
in dem Herrschaftsgebiet eines ἄναξ mehrere
gentilizische Führungsgruppen (Adel)
heraus, an deren Spitze jeweils ein König
(βασιλεύς) steht. Den βασιλεύς berät
ein Rat der Alten (γερουσία). Die Basis
bilden die freien Bauern und Handwerker
und viele Sklaven. Der Boden wurde als Volkseigentum
an die Bauern aufgeteilt. Der ἄναξ besaß
ein eigenes τέμενος . Auch die βασιλεῖς
verfügten wohl über größere
Güter.
- Mykene:
Seine Führungsrolle spiegelt sich
im Oberbefehl Agamemnons im Troianischen
Krieg.
- Amyklai (Sparta)

- Argos

- Asine

- Athen

- Gla (Boiotien)

- Iolkos

- Midea

- Nauplia

- Orchomenos

- Phylakopi (Kykladen)
- Pylos
(Kato Englianos)
- Theben
(Boiotien)

- Thorikos

- Tiryns

- Der mykenische Palast hat anders
als der minoische keinen Zentralhof. In
seinem Zentrum steht das Megaron, das man
von einem Hof her durch ein repräsentatives,
säulengestütztes Propylon betritt.
Um das Megaron gruppieren sich andere Räume
des Königs und der Königin, Wohnräume,
Magazine, Badezimmer, Korridore und Treppenaufgänge.
- Der Palast ist mit 5 bis 10 Meter dicken,
"kyklopischen" Ringmauern
geschützt. Die Eingangstore durch die
Außenmauern wurden durch Zwinger geschützt.
- Die wirtschaftlichen Voraussetzungen:
- Landwirtschaft, Viehhaltung (Selbstversorgung,
keine Überschussproduktion);
- Keramik
- Handel (günstige Lage für
Ost-West- und Nord-Süd-Handel);
- Bodenschätze: nur in geringem
Umfang (Silber, Blei, Kupfer). Bronze
ist Importartikel.
- Es gibt eine Vielfalt von Grabtypen:
Zisternen-, Graben-, Schacht-, Pithos-,
Kammer-, Tholosgrab.
- Am charakteristischsten sind die Tholosgräber
(Kuppelgräber), die nur für
hochstehende Personen angelegt wurden.
Das älteste findet sich in Messenien
(17. Jh. in Koryphasion), das bekannteste
ist das "Schatzhaus des Atreus"
in Mykene.
- Der minoische und orientalische Einfluss,
der bei den reichen Funden aus dem Gräberrund
A und B aus Mykene erkennbar ist,
- weist auf weitreichende Handels-
und Kriegszüge der Mykener
hin
- die Vermutung, dass die späthelladischen
Griechen unter der Macht von Invasoren
aus Phönizien oder Ägypten
gestanden hätten, passt zwar
zu den Mythen von
Kadmos und Danaos,
ist aber sonst nicht glaubhaft.
- Heiligtümer (Kultorte) haben
sich noch nicht durchweg von den Profanbauten
(Paläste, Gräber) abgelöst,
sondern bleiben in diese integriert. Der
Kult hat eine wichtige sozial integrierende
Funktion.
- Wie in Kreta
verehrte man eine große Muttergottheit
(Darstellung auf Siegelringen).
- Viele mykenische Gottheiten sind,
wie Schrifttäfelchen beweisen,
mit den homerischen
identisch. So Zeus (Diuro), Hera (Era),
Poseidon
(Posedao), Athena (Atana), Artemis,
Hermes, Dionysos. Aber der Religion
fehlt noch ihre strenge Systematik,
die sie bei Homer
aufweist.
- Grabbeigaben zeigen, dass der Totenkult
Bedeutung hatte. Verstorbene Könige
wurden wohl als Heroen verehrt.
- Kunst und Handwerk:
- Besondere Bedeutung kommt der Mykenischen
Keramik zu. Kreta
und Zypern haben für die Motive
Anregungen gegeben. Aufkommen von Personenfriesen
(Kriegervase von Mykene)
- Textilherstellung (auf der Grundlage
der Schafzucht)
- Bronzebearbeitung:
- Goldschmiedekunst: Goldmasken, Trinkbecher,
Zierwaffen, Halsketten, Diademe, Schmuck.
- Elfenbeinschnitzerei.
- Das Ende der mykenischen Palastkultur
- dürfte von inneren sozialen
Unruhen (im Zusammenhang mit dem
Troianischen Krieg) ausgelöst worden
sein;
- den Garaus macht ihr schließlich
die Dorische Wanderung, die von
den Griechen mythisch allgemein als
Rückkehr der Herakliden
verstanden wurde.
|
-
-
Altkykladikum 2800-2000
-
Mittelkykladikum 2000-1550
-
Spätkykladikum
- Spätkykladikum I: 1550-1400
- Spätkykladikum II: 1440-1100
-
| Entscheidend
ist die verkehrsgünstige geographische Lage.
Troia kontrolliert die West-Ost-Verbindung zu Land
und die Nord-Süd-Verbindung des Seeweges. Dies
sorgte für die kontinuierliche Besiedlung und
die Entstehung des "Hügels Hisarlik".
Man unterscheidet von der Bronze- bis in die frühe
Eisenzeit sieben Siedlungsschichten. Die Vorgeschichte
Troias beginnt etwa 3300. Schriftliche Quellen
finden sich in Anatolien erst ab ca. 1700.
|
- Maritime Troia-Kultur (3000-2200):
- Troia I: 2900-2350: Bereits in
der frühen Bronzezeit war die Siedlung
mit Bruchsteinen ummauert. Die Häuser
entsprechen den rechteckigen Megaron-Haustyp
(Langhaustyp). Durch Brand zerstört,
ohne dass dadurch ein scharfer kultureller
Umbruch entstanden wäre.
- Troia II: 2350-2250, das seinerseits
in sieben bis acht Phasen unterteilt wird.
Es bringt eine deutliche Vergrößerung
der Burganlage und führt eien erste
Glanzzeit der Stadt herauf. Die Burgmauer
(330 m) besteht im Unterbau aus geböschten
Bruchsteinen; darüber luftgetrocknete
Lehmziegeln. Wachstum und zunehmende
Bedeutung der Stadt sind mit ihrer zentralen
geographischen Verkehrslage zu erklären
Die rechteckigen Megaronhäuser sind
monumentaler als in Troia I, mitunter als
Apsidenhaus ausgeführt. Die Größe
lässt auf Palastbauten als Wohnsitz
der Fürsten und Kultbauten schließen.
Die Burg nahm ein Areal von 9000 m2
ein. Drei Brandkatastrophen hat man ausgemacht.
Die Verwendung von Holz als Baumaterial
hat dicke Brandschichten hinterlassen. Aus
Troia II stammen der von Schliemann so genannte
"Schatz des Priamos" und 16 weitere
Schatzfunde. Zu Troia II gab es eine Unterstadt.
Die Töpferscheibe war in Gebrauch.
- Troia III (2250-2200): Bruchlose
Fortsetzung von Troia I und Troia II, wobei
die Zunahme der Bevölkerung zu einer
dichteren Bebauung des ummauerten Burgbereichs
mit engeren Straßen führt. Trotz
der kurzen Dauer von Troia III werden noch
einmal vier differenzierte Bauphasen unterschieden.
Auch hier gibt es Hinweise auf eine Brandkatastrophe.
- Anatolische Troia-Kultur (2200-1700)
- Troia IV-V: 2200-1700: Der anatolische
Einschlag zeigt sich in der Reihung von
Langhäusern mit gemeinsamer Mauer zur
Auflage des Flachdachs. Diese Bauweise mag
zusätzlich in der Notwendigkeit begründet
sein, bei zunehmender Besiedlungsdichte
sparsamer mit der verfügbaren Baufläche
umzugehen. In Troia IV gibt es Spuren von
sieben Bränden.
- Troianische Hochkultur (1700-1200)
- Troia VI: 1700-1300: Troia VI konkurriert
mit Troia VIIa darum, das homerische,
bzw. mykenische Troia zu sein. Es trug den
Namen "Wilusa" oder "Wilios"
(Ϝίλιος, Ἴλιος). Der Hügel erhält
unter weitgehender Missachtung der bisherigen
Bebauung eine neu geplante Burganlage. Sie
war durch Steinmauern mit Lehmziegelaufbau
(insgesamt über 10 m hoch) geschützt.
Imposant wirkten die Toranlagen mit ihren
viereckigen Türmen. Die Unterstadt
war durch einen Graben vor feindlichen Streitwagen
geschützt. Deren Gebrauch kam in dieser
Zeit ebenso auf wie überhaupt der Gebrauch
des Pferdes (Funde von Pferdeknochen). Andere
Neuerungen lassen sich bei der Keramik,
bei Bronzegeräten und im Hausbau
beobachten. Troia VI ist allerdings nicht
durch Feindeinwirkung, sondern durch Erdbeben
zerstört worden.
- Troia VII: 1300-1200:
Troia VIIa ist das von den bisherigen Bewohnern
unter Beibehaltung der noch brauchbaren
Bausubstanz wieder aufgebaute Troia VI.
Auch die Befestigungsanlagen blieben in
Gebrauch. Seine Zerstörung erfolgte
kurz nach 1200 durch kriegerische Brandschatzung.
-
Markante Örtlichkeiten
in Homers
Ilias (nach B.Mannsperger,
S. 81f.). Sie werden nur
im Interesse der Handlung ausgeführt.
Wo sich die Vielzahl der Handwerker
und Bundesgenossen aufhält,
lässt Homer
unbestimmt.
-
Das am Hellespont
errichtete Schiffslager der
Achaier hat Homer
im Gegensatz zur relativen Unbestimmtheit
der Stadt detailliert beschrieben
(Näheres bei B.Mannsperger,
S. 82f.)
|
- Der Troianische Krieg in der griechischen
Geschichtsschreibung: Für die griechischen
Historiker war der Krieg gegen Troia keine
bloß dichterische Fiktion, sondern
Frühgeschichte, die man bei aller Kritik
als unbezweifelbares Ereignis in die eigenen
Geschichtsbetrachtungen einbezog.
- Zur zeitlichen Bestimmung: Die gängige
Rechnung des Eratosthenes führt auf
das Jahr 1183 (776+108+159+60+80=1183),
ebenso die des Apollodoros (776+328+80=1184).
Abweichende Rechnungen gehen auf das Jahr
1217 oder sogar 1280 zurück.
Clem.Alex.1,21,138,2:
Ἐρατοσθένης δὲ τοὺς χρόνους ὧδε ἀναγράφει·
ἀπὸ μὲν Τροίας ἁλώσεως ἐπὶ Ἡρακλειδῶν
κάθοδον ἔτη ὀγδοήκοντα· ἐντεῦθεν δὲ
ἐπὶ τὴν Ἰωνίας κτίσιν ἔτη ἑξήκοντα·
τὰ δὲ τούτοις ἑξῆς ἐπὶ μὲν τὴν ἐπιτροπίαν
τὴν Λυκούργου ἔτη ἑκατὸν πεντήκοντα
ἐννέα· ἐπὶ δὲ τὸ προηγούμενον ἔτος
τῶν πρώτων Ὀλυμπίων ἔτη ἑκατὸν ὀκτώ· |
Eratosthenes
notiert die zeitliche Abfolge so:
Von der Einnahme Troias bis zur Rückkehr
der Herakleiden 80 Jahre, von da bis
zur Besiedlung Ioniens 60 Jahre. Danach
bis zur Gesetzgebung des Lykurgos
159 Jahre. Bis zu dem Hauptjahr der
ersten Olympien 108 Jahre. (Üb.
E.G.) |
Diod.1,5:
Τῶν δὲ χρόνων τούτων περιειλημμένων
ἐν ταύτῃ τῇ πραγματείᾳ τοὺς μὲν πρὸ
τῶν Τρωικῶν οὐ διοριζόμεθα βεβαίως
διὰ τὸ μηδὲν παράπηγμα παρειληφέναι
περὶ τούτων πιστευόμενον, ἀπὸ δὲ τῶν
Τρωικῶν ἀκολούθως Ἀπολλοδώρῳ τῷ Ἀθηναίῳ
τίθεμεν ὀγδοήκοντ' ἔτη πρὸς τὴν κάθοδον
τῶν Ἡρακλειδῶν, ἀπὸ δὲ ταύτης ἐπὶ
τὴν πρώτην ὀλυμπιάδα δυσὶ λείποντα
τῶν τριακοσίων καὶ τριάκοντα. |
Von
den Zeiten, die dieses Geschichtswerk
umschließt, grenzen wir die
vor dem Troianischen Krieg nicht mit
Bestimmtheit ab, weil wir darüber
keine glaubwürdige Chronik ermitteln
konnten. Für die Ereignisse nach
dem troianischen Krieg folgen wir
dem Athner Apollodoros und setzen
80 Jahre bis zur Rückkehr der
Herakleiden, von dieser bis zur ersten
Olympiade 328. (Üb. E.G.) |
| Herod.2,113-120
erzählt eine Version ägyptischer
Priester, nach der Helena nie in Troia,
sondern in Ägypten
war, der Troianische Krieg also auf
einem Irrtum der Griechen beruhte.
Herodot pflichtet aus Gründen
der historischen Wahrscheinlichkeit
dieser Version selbst. Doch trotz
aller Kritik am Einzelnen zieht er
die Historizität des Krieges
nicht in Zweifel. |
Herod.2,120:
ταῦτα μὲν Αἰγυπτίων οἱ ἱρέες ἔλεγον·
ἐγὼ δὲ τῷ λόγῳ τῷ περὶ Ἑλένης λεχθέντι
καὶ αὐτὸς προστίθεμαι, τάδε ἐπιλεγόμενος,
εἰ ἦν Ἑλένη ἐν Ἰλίῳ, ἀποδοθῆναι ἂν
αὐτὴν τοῖσι Ἕλλησι ἤτοι ἑκόντος γε
ἢ ἀέκοντος Ἀλεξάνδρου. (2) οὐ γὰρ
δὴ οὕτω γε φρενοβλαβὴς ἦν ὁ Πρίαμος
οὐδὲ οἱ ἄλλοι οἱ προσήκοντες αὐτῷ,
ὥστε τοῖσι σφετέροισι σώμασι καὶ τοῖσι
τέκνοισι καὶ τῇ πόλι κινδυνεύειν ἐβούλοντο,
ὅκως Ἀλέξανδρος Ἑλένῃ συνοικέῃ. (3)
εἰ δέ τοι καὶ ἐν τοῖσι πρώτοισι χρόνοισι
ταῦτα ἐγίνωσκον, ἐπεὶ πολλοὶ μὲν τῶν
ἄλλων Τρώων, ὁκότε συμμίσγοιεν τοῖσι
Ἕλλησι, ἀπώλλυντο, αὐτοῦ δὲ Πριάμου
οὐκ ἔστι ὅτε οὐ δύο ἢ τρεῖς ἢ καὶ
ἔτι πλέους τῶν παίδων μάχης γινομένης
ἀπέθνησκον, εἰ χρή τι τοῖσι ἐποποιοῖσι
χρεώμενον λέγειν, τούτων δὲ τοιούτων
συμβαινόντων ἐγὼ μὲν ἔλπομαι, εἰ καὶ
αὐτὸς Πρίαμος συνοίκεε Ἑλένῃ, ἀποδοῦναι
ἂν αὐτὴν τοῖσι Ἀχαιοῖσι, μέλλοντά
γε δὴ τῶν παρεόντων κακῶν ἀπαλλαγήσεσθαι.
(4) οὐ μὲν οὐδὲ ἡ βασιληίη ἐς Ἀλέξανδρον
περιήιε, ὥστε γέροντος Πριάμου ἐόντος
ἐπ' ἐκείνῳ τὰ πρήγματα εἶναι, ἀλλὰ
Ἕκτωρ καὶ πρεσβύτερος καὶ ἀνὴρ ἐκείνου
μᾶλλον ἐὼν ἔμελλε αὐτὴν Πριάμου ἀποθανόντος
παραλάμψεσθαι, τὸν οὐ προσῆκε ἀδικέοντι
τῷ ἀδελφεῷ ἐπιτρέπειν, καὶ ταῦτα μεγάλων
κακῶν δι' αὐτὸν συμβαινόντων ἰδίῃ
τε αὐτῷ καὶ τοῖσι ἄλλοισι πᾶσι Τρωσί.
(5) ἀλλ' οὐ γὰρ εἶχον Ἑλένην ἀποδοῦναι,
οὐδὲ λέγουσι αὐτοῖσι τὴν ἀληθείην
ἐπίστευον οἱ Ἕλληνες, ὡς μὲν ἐγὼ γνώμην
ἀποφαίνομαι, τοῦ δαιμονίου παρασκευάζοντος,
ὅκως πανωλεθρίῃ ἀπολόμενοι καταφανὲς
τοῦτο τοῖσι ἀνθρώποισι ποιήσωσι, ὡς
τῶν μεγάλων ἀδικημάτων μεγάλαι εἰσὶ
καὶ αἱ τιμωρίαι παρὰ τῶν θεῶν. καὶ
ταῦτα μὲν τῇ ἐμοὶ δοκέει εἴρηται. |
Dies
erzählten die ägyptischen
Priester; ich selbst aber pflichte
ihrer Erzählung über Helena
gleichfalls bei und füge noch
Folgendes hinzu: Wäre die Helena
in Ilion gewesen, so wäre sie
den Hellenen zurückgegeben worden,
Alexandros mochte wollen oder nicht.
(2) Denn wahrhaftig, Priamos war nicht
so betört, noch waren es seine
Anverwandten, dass sie um ihres eigenen
Lebens willen, um ihre Kinder und
ihre Stadt sich einer solchen Gefahr
hätten aussetzen wollen, nur
damit Alexandros mit Helena zusammenlebe.
(3) Wären sie aber auch wirklich
in den ersten Zeiten des Krieges dieser
Ansicht gewesen, <so musste dies
doch nachher anders werden>, als
viele von den übrigen Troianern,
sooft sie mit den Hellenen in Kampf
gerieten, umkamen, ja sogar von den
Söhnen des Priamos selbst etwa
zwei oder drei oder noch mehrere im
Kampf fielen, wenn man den epischen
Dichtern glauben schenken darf; unter
solchen Umständen, meine ich,
würde Priamos selbst, wenn er
auch die Helena zum Weib gehabt hätte,
sie den Achaiern zurückgegeben
haben, in der Erwartung, der gegenwärtigen
Leiden frei zu werden. (4) Auch ging
die königliche Würde keineswegs
auf Alexandros über, so dass
dieser, da Priamos ein Greis war,
die Regierung geführt hätte,
sondern Hektor, welcher nicht bloß
älter, sondern auch weit mehr
als jener ein Mann war, sollte nach
des Priamos Tod das Reich bekommen.
Diesem aber kam es doch nicht zu,
seinem frevelnden Bruder das Reich
zu überlassen, zumal, da um dessen
willen großes Unglück nicht
nur ihn selbst, sondern auch alle
übrigen Troer betraf. (5) Nein,
sie konnten Helena gar nicht herausgeben,
die Hellenen glaubten es ihnen auch
nicht, obwohl sie die Wahrheit sagten,
weil, wenn ich nun meine Ansicht aussprechen
soll, die Gottheit es so anstiftete,
dass sie durch ihren gänzlichen
Untergang aller Welt klar machen sollten,
dass für große Frevel auch
große Strafen von Seiten der
Götter erfolgen. Und dies ist
von mir gesagt, so wie ich es mir
ansehe. (Üb. nach Bähr) |
| Thukydides
vergleicht den Troianischen Krieg
mit dem Peloponnesischen
Krieg unter dem Gesichtspunkt der
Machtentfaltung, um seine These zu
stützen, dass der Peloponnesische
Krieg gewaltiger sei als alle anderen
bisher. |
Thuk.1,10,3:
οὔκουν ἀπιστεῖν εἰκός, οὐδὲ τὰς ὄψεις
τῶν πόλεων μᾶλλον σκοπεῖν ἢ τὰς δυνάμεις,
νομίζειν δὲ τὴν στρατείαν ἐκείνην
μεγίστην μὲν γενέσθαι τῶν πρὸ αὑτῆς,
λειπομένην δὲ τῶν νῦν, τῇ Ὁμήρου αὖ
ποιήσει εἴ τι χρὴ κἀνταῦθα πιστεύειν,
ἣν εἰκὸς ἐπὶ tò μεῖζον μὲν ποιητὴν
ὄντα κοσμῆσαι, ὅμως δὲ φαίνεται καὶ
οὕτως ἐνδεεστέρα. |
man
darf also nicht deswegen Misstrauen
hegen und nicht sowohl das Äußere
der Städte als vielmehr ihre
Macht ins Auge fassen; man darf vielmehr
überzeugt sein, dass jenes Unternehmen
zwar das größte von allen
bisherigen gewesen, aber dennoch hinter
den Verhältnissen unseer Zeit
zurückgeblieben sei, wenn man
anders der homerischen
Poesie auch hier Gleuben schenken
darf. Denn ist es auch wahrscheinlich,
dass Homer
als Dichter sie durch Vergrößerung
ausgeschmückt habe, so stehen
die damaligen Zustände doch auch
so noch hinter der Gegenwart zurück.
(Üb. nach Campe) |
- Troia unter Balkaneinfluss: 1200-1000
- Troia VIIb:1000-750: Frühe
Eisenzeit. Nur teilweise Fortführung
alter Bausubstanz. Aufkommen von Orthostaten
zur Verkleidung der Grundmauern. Keramik
z.T. unter Verzicht auf die Töpferscheibe
wieder in Handfertigung. Es ist unklar,
wie Troia VII zugrunde ging. Vielleicht
wurde es von einer fremden, aber ähnlichen
Kultur überlagert.
- Das griechische Troia:
- Troia VIII: 750-85: Nicht das von
Homer
beschriebene, sondern das Homer
aus eigener Anschauung bekannte, aiolisch
besiedelte Troia. Die noch vorhandenen Ruinen
von Troia VI und Troia VII konnten seine
dichterische Phantasie beflügeln. In
hellenistischer Zeit auffällig auf
dem Burgberg ein großflächiges
Temenos der Athena mit Tempel, zu dem nur
noch Fundamentreste nachweisbar sind. Wiederaufbau
und Ummauerung der Unterstadt. 85 v.Chr
zerstörten die Römer unter Sulla
im 1. Mithridatischen Krieg die "Heilige
Stadt Ilion".
- Das römische Troia (Ilium):
- Troia IX: 85 v.Chr. - 500 n.Chr.: Troia
wird im Zusammenhang mit der römischen
Gründungssage zu einer Art römischen
Weihestädte. Kaiser Augustus lässt
nicht nur den Athenatempel, sondern auch
sonst die Stadt restaurieren. Errichtung
eines Odeions, Ausbau der Wasserversorgung.
Ilion hatte Konstantin d. Gr. ursprünglich
zur Errichtung seiner Hauptstadt erkoren.
- Das byzantinische Ilion: 13. und 14.
Jh.: Troia X.
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