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v.Chr. |
Geschichte |
Kultur |
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2.
Teil: Vom Frieden des Antalkidas zur Schlacht von Mantineia:387-362
a) Die Übergriffe Spartas gegen Mantineia,
Theben, Olynthos
und Phleius |
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| 386 |
- Archon: Mystichides (Diod.Sic.)
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- Archon: Dexitheos (Diod.Sic.)
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- Die Durchsetzung der im Frieden des Antalkidas vorgesehenen
Autonomie gibt Sparta Anlass, in Wahrheit eine (persisch
garantierte) spartanische Hegemonie zu errichten. Erst der
Verlust der thebanischen
Kadmeia (379) bringt den Wendepunkt.
| Xen.Hell.5,3,27:
προκεχωρηκότων δὲ τοῖς Λακεδαιμονίοις, ὥστε Θηβαίους
μὲν καὶ τοὺς ἄλλους Βοιωτοὺς παντάπασιν ἐπ' ἐκείνοις
εἶναι, Κορινθίους δὲ πιστοτάτους γεγενῆσθαι, Ἀργείους
δὲ τεταπεινῶσθαι [...], Ἀθηναίους δὲ ἠρημῶσθαι,
τῶν δ' αὖ συμμάχων κεκολασμένων οἳ δυσμενῶς εἶχον
αὐτοῖς, παντάπασιν ἤδη καλῶς καὶ ἀσφαλῶς ἡ ἀρχὴ
ἐδόκει αὐτοῖς κατεσκευάσθαι. |
So war
den Lakedaimoniern
alles gut gelungen: Die Thebaner
und die übrigen Boioter
waren ganz in ihrer Botmäßigkeit, Korinth
war ihnen völlig treu, Argos
gedemütigt [...], Athen
vereinsamt. Die Bundesgenossen, welche ihnen übel
wollten, waren gezüchtigt, und so schien denn
ihre Herrschaft wohl und sicher gegründet zu
sein. (Üb.: Pabst) |
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- In diesem Sinne charakterisieren auch die thebanischen
Gesandten die Spartaner in Athen
(Xen.Hell.3,5,8-15)
| Xen.Hell.3,5,12f.:
ἀλλὰ τοὺς μὲν εἵλωτας ἁρμοστὰς ἀξιοῦσι καθιστάναι,
τῶν δὲ συμμάχων ἐλευθέρων ὄντων, ἐπεὶ ηὐτύχησαν, δεσπόται
ἀναπεφήνασιν. (13) ἀλλὰ μὴν καὶ οὓς ὑμῶν ἀπέστησαν
φανεροί εἰσιν ἐξηπατηκότες· ἀντὶ γὰρ ἐλευθερίας διπλῆν
αὐτοῖς δουλείαν παρεσχήκασιν· ὑπό τε γὰρ τῶν ἁρμοστῶν
τυραννοῦνται καὶ ὑπὸ δέκα ἀνδρῶν, οὓς Λύσανδρος κατέστησεν
ἐν ἑκάστῃ πόλει. |
Im Gegenteil,
sie tragen keine Bedenken, ihre Heloten als Statthalter
einzusetzen, ihre Bundesgenossen aber, die doch freie
Männer sind, behandeln sie, seit sie im Glück
sind, wie der Herr seinen Sklaven. (13) Auch diejenigen,
die sie zum Abfall von euch veranlasst haben, haben
sie offenbar betrogen: statt der Freiheit haben sie
ihnen zweifache Knechtschaft auferlegt: die Knechtschaft
unter den Statthaltern und die unter den Zehnmännern,
welche Lysandros
in jeder Stadt eingesetzt hat. (Üb. nach: Rieckher) |
- Die Spartaner forderten von
Mantineia die Schleifung ihrer Mauern. Die Weigerung
büßen die Mantineier
mit der Zerstörung ihrer Stadt und der Zersiedlung
in vier Dörfer. Dies diente der Wiederherstellung
aristokratischer Strukturen (Xen.Hell.5,2,1-7; Diod.15,5,12).
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- Archon: Dieitrephes (Diod.Sic.)
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- Archon: Phanostratos (Diod.Sic.)
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- Archon: Euandros (Diod.Sic.)
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- Ausbruch des Olynthischen Krieges (Xen.Hell.5,2,11-24):
Olynthos
hatte (indem es eine Schwäche Makedoniens nutzte) den
Chalkidischen Bund gegründet, einen Bund der griechischen
Städte, dem selbst
Pella
angehörte. Gegen diese Übermacht riefen
Akanthos und Apollonia,
vielleicht sogar der Makedonenkönig Amyntas,
Sparta zu Hilfe.
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- Diese schickten Eudamidas mit 2000 Mann.
- Phoibidas
sollte seinem Bruder Eudamidas Verstärkung nachbringen.
Unterwegs nutzte er eine Gelegenheit, die Kadmeia in
Theben zu besetzen (Xen.Hell.5,2,25-36; Nep.Pel.1).
Die Spartaner änderten nichts am Ergebnis, entzogen
aber Phoibidas
den Oberbefehl und bestraften ihn zusätzlich.
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- Archon: Demophilos (Diod.Sic.)
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- Der spartanische Feldherr Teleutias zieht 382 mit einem
Heer, das der Makedonenkönig Amyntas und der thrakischen
Fürsten Derkas verstärkten, gegen
Olynthos, gewinnt eine Schlacht (Xen.Hell.5,2,39-42),
verliert aber 381 vollständig gegen die Olynthier und
fällt (Xen.Hell.5,3,1-6).
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- Archon: Pytheas (Diod.Sic.)
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- König Agesipolis, der spartanische Anführer
gegen
Olynthos, stirbt (Xen.Hell.5,3,8f.; Xen.Hell.5,3,18f.),
Kleombrotos folgt ihm als König in Sparta (Diod.15,23;
Paus.3,6,1), sein Nachfolger im Olnthischen Krieg war Polybiades.
- 384, ein Jahr nach der Zerstörung von
Mantineia musste Phleius
auf Verlangen Spartas seine Verbannten wieder aufnehmen
und wieder in seinen früheren Besitz einsetzen (Xen.Hell.5,2,8-10).
Als es dadurch zu inneren Streitigkeiten kam, zog der spartanische
König Agesilaos
vor Phleius
und belagerte es (Xen.Hell.5,3,10-18).
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- Archon: Nikon (Diod.Sic.)
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- Polybiades bezwingt Olynthos;
es muss seinen eigenen Bund aufgeben und sich dem spartanischen
Bündnis anschließen (Xen.Hell.5,3,26; Diod.15,33).
- Auch Phleius
fällt. Agesilaos
setzt eine Kommission von 50 Verbannten und von 50 weiteren
Parteigängern ein, die die durch ihre Gesetzgebung
die Ordnung wiederherstellen sollte. Er ließ eine
spartanische Besatzung zurück, um die innere Ruhe zu
gewährleisten (Xen.Hell.5,3,21-25).
- Den Thebanern
gelingt es in einem mutigen Handstreich, Stadt und
Burg (Kadmeia) zu befreien. Führer des Unternehmens
waren Melon, Charon, Phyllidas und Pelopidas: Zunächst
ermorden sie diejenigen, die Theben
an Sparta verraten hatten (Archias, Philippos, Leontiades,
Hypates), ein Tag später folgte mit weiteren Verbündeten
der Sturm auf die Kadmeia. Der Besatzung gestand man freien
Abzug zu (Xen.Hell.5,4,3-12; Plut.Pelop.7-12; Diod.15,25f).
Zumindest von Xenophon wurde dieses Ereignis als Wendepunkt
in der griechischen Geschichte empfunden.
| Xen.Hell.5,4,1:
πολλὰ μὲν οὖν ἄν τις
ἔχοι καὶ ἄλλα λέγειν καὶ Ἑλληνικὰ καὶ βαρβαρικά, ὡς
θεοὶ οὔτε τῶν ἀσεβούντων οὔτε τῶν ἀνόσια ποιούντων
ἀμελοῦσι· νῦν γε μὴν λέξω τὰ προκείμενα. Λακεδαιμόνιοί
τε γὰρ οἱ ὀμόσαντες αὐτονόμους ἐάσειν τὰς πόλεις τὴν
ἐν Θήβαις ἀκρόπολιν κατασχόντες ὑπ' αὐτῶν μόνων τῶν
ἀδικηθέντων ἐκολάσθησαν πρῶτον οὐδ' ὑφ' ἑνὸς τῶν πώποτε
ἀνθρώπων κρατηθέντες, τούς τε τῶν πολιτῶν εἰσαγαγόντας
εἰς τὴν ἀκρόπολιν αὐτοὺς καὶ βουληθέντας Λακεδαιμονίοις
δουλεύειν τὴν πόλιν, ὥστε αὐτοὶ τυραννεῖν, τὴν τούτων
ἀρχὴν ἑπτὰ μόνον τῶν φυγόντων ἤρκεσαν καταλῦσαι. |
Sowohl
aus der Geschichte der Griechen als aus der der Barbaren
lassen sich gar manche Beispiele anführen, dass
die Götter keinen Frevel weder gegen Götter
noch gegen Menschen ungeahndet lassen, jetzt jedoch
will ich nur erwähnen, was uns hier vorliegt.
Die Lakedaimonier
nämlich, welche geschworen hatten, den Städten
ihre Freiheit zu gewähren, und dessen ungeachtet
sich der Burg in Theben
bemächtigt hatten, wurden einig und allein durch
diejenigen, welche von ihnen unterdrückt waren,
gezüchtigt, und sieben von den Verbannten genügten,
die Herrschaft derjenigen ihrer Mitbürger zu
brechen, welche die Lakedaimonier
in die Burg hineingeführt und ihre Stadt denselben
dienstbar gemacht hatten, um selber darin als Tyrannen
zu herrschen. (Üb.: Pabst) |
- Die Angst vor Sparta war jedoch noch so erheblich, dass
die Thebaner
sich Sparta gegenüber durch eine Gesandtschaft bereiterklärten,
unter spartanischer Hegemonie zu verbleiben (Isokr.Plat.29),
und Athen
die beiden an der Erhebung beteiligten Strategen zur Versöhnung
der Spartaner hinrichtete (Xen.Hell.5,4,19; Plut.Pel.14).
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b)
Der Thebanische Krieg
(378-362) |
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- Archon: Nausinikos (Diod.Sic.)
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- Kleombrotos fällt zuerst ohne größeren
Erfolg in Boiotien
ein. (Xen.Hell.5,4,13-18)
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- Sphodrias, der Harmost, den Agesilaos
in Thespiai eingesetzt hatte, unternahm einen Einfall in
Attika (Xen.Hell.5,4,20-24).
Sparta ließ diesen Einfall im Gegensatz zur athenischen
Zurückhaltung ungesühnt (Xen.Hell.5,4,25-33).
So legte auch Athen
seine Scheu ab und verbündete sich offen mit Boiotien
gegen Sparta und erneuert seine Hegemonie zur See (Diod.15,28-30):
Zweiter Attischer Seebund: Etwa 70 Inseln und Städte
folgen dem Aufruf Athens,
das dieses Mal die Autonomie der Bundesgenossen garantiert
und auf Grunderwerb auf fremdem Gebiet verzichtet (Isokr.Plat.18;
Isokr.Plat.44). In Athen
hielten die Verbündeten ein Synhedrion (συνέδριον)
ab. Die finanziellen Beiträge nannte man dieses Mal
(euphemistisch statt φόρος) συντάξεις (Isokr.pac.29; Isokr.pac.36).
Die Gründungsurkunde hat sich inschriftlich erhalten.
Xenophon stellt das Bündnis nicht dar, setzt es aber
voraus. Die ersten Mitglieder waren: Chios, Byzantion,
Rhodos, Mytilene;
anschließend: Euboia (ohne Histiaia), Skiathos und
Peparethos. Andere: Perinthos, Maroneia, Paros, Andros,
Tenos, Antissa, Eresos, Keos, Amorgos, Selymbria, Siphnos,
Zakynthos; auch Theben.
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- Archon: Kalleas (Diod.Sic.)
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- Archon: Charisandros (Diod.Sic.)
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- Kleombrotos versucht vergeblich, wieder in Boiotien
einzudringen (Xen.Hell.5,4,59).
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- Die Athener
erringen unter Chabrias bei Naxos einen Seesieg über
die Spartaner, die zuvor mit 60 Schiffen das Meer bei Athen
verunsichert hatten (Xen.Hell.5,4,60-61; Diod.15,34f.; Plut.Phok.6.
Dem.20,77f.). Dadurch gewinnt der Attische Seebund wieder
eine größere Zahl neuer Mitglieder. Demosthenes
lässt mit dieser Schlacht die spartanische Prostasie
enden.
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- Archon: Hippodamas (Diod.Sic.)
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- Timotheos schlägt die spartanische Flotte unter Nikolochos
bei Alyzia,
und breitet den Attischen Seebund auch im Ionischen Meer
(Kerkyra, Kephallenia) und in Akarnanien aus; auch der Molosserkönig
Alketas tritt bei (Xen.Hell.5,4,62-66; Diod.15,36).
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- Ein Sieg, den Pelopidas über die überlegenen
Spartaner bei Tegyra erringt (Plut.Pelop.16f.; Diod.15,37),
ermutigt Theben
den Boiotischen
Bund unter eigener Führung wieder herzustellen und
die anderen boiotischen
Städte zum Beitritt zu zwingen.
| Xen.Hell.5,4,63:
ἅτε δὲ εἰς τὰς Θήβας οὐκ ἐμβεβληκότων τῶν πολεμίων
οὔτ' ἐν ᾧ Κλεόμβροτος ἦγε τὴν στρατιὰν ἔτει οὔτ' ἐν
ᾧ Τιμόθεος περιέπλευσε, θρασέως δὴ ἐστρατεύοντο οἱ
Θηβαῖοι ἐπὶ τὰς περιοικίδας πόλεις καὶ πάλιν αὐτὰς
ἀνελάμβανον. |
Da nun
die Thebaner,
weder solange Kleombrotos den Oberbefehl führte,
noch solange der Seezug des Timotheos dauerte, einen
feindlichen Einfall zu erdulden hatten, bekriegten
sie mutig die benachbarten Städte und brachten
sie wieder in ihre Gewalt. (Üb. nach: Rieckher) |
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- Archon: Sokratides (Diod.Sic.)
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- Die Thebaner
fallen in der Phokis ein (Xen.Hell.6,1,1), aber Kleombrotos,
den die Spartaner den Phokern zu Hilfe schickten, zwingen
die Thebaner
zur Umkehr (Xen.Hell.6,2,1).
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- Aus Misstrauen gegenüber Theben
schließt Athen
mit Sparta einen allerdings nur kurz eingehaltenen Frieden
(Xen.Hell.6,2,1-3; Diod.15,45).
| Xen.Hell.6,2,1: οἱ
δ' Ἀθηναῖοι, αὐξανομένους μὲν ὁρῶντες διὰ σφᾶς τοὺς
Θηβαίους, χρήματά τε οὐ συμβαλλομένους εἰς τὸ ναυτικόν,
αὐτοὶ δὲ ἀποκναιόμενοι καὶ χρημάτων εἰσφοραῖς καὶ
λῃστείαις ἐξ Αἰγίνης καὶ φυλακαῖς τῆς χώρας, ἐπεθύμησαν
παύσασθαι τοῦ πολέμου, καὶ πέμψαντες πρέσβεις εἰς
Λακεδαίμονα εἰρήνην ἐποιήσαντο. |
Die Athener
aber, welche die Theben
durch ihre Hilfe groß werden sahen und doch
von ihm keinen Beitrag für die Flotte erhielten,
und welche auch durch die Kriegssteuern, die Raubzüge
von Aigina her j#und die Bewachung ihres Landes erschöpft
wurden, sehnten sich nach der Beendigung des Krieges;
sie schickten daher Gesandte nach Lakedaimon
und schlossen Frieden. (Üb. nach: Rieckher) |
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- Archon: Asteios (Diod.Sic.)
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- Durch ein Flottenunternehmen des Iphikrates gegen Kerkyra,
wird der Einfluss Athens
im Ionischer Meer gefestigt. Dazu war es folgendermaßen
gekommen: Der Spartaner Mnasippos belagerte Kerkyra mit
60 Schiffen (Xen.Hell.6,2,2-9). Die Athener
schickten auf den Hilferuf der Kerkyraier unter Ktesikles
600 Peltasten auf dem Landweg (Xen.Hell.6,2,10f.) und unter
Timotheos 60 Schiffe. Dieser fuhr aber, um noch Besatzung
anzuwerben einen Umweg (Xen.Hell.6,2,11f.; Diod.15,47),
so dass er in Athen
angeklagt und durch Iphikrates ersetzt wurde. Die Anklagerede
hatte Demosthenes
gehalten (Or.24, Kατὰ Τιμοκράτους). Als Iphikrates nach
Kerkyra kam, waren die Spartaner schon geschlagen.
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- Archon: Alkisthenes (Diod.Sic.)
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- Archon: Phrasikleides (Diod.Sic.)
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- Auf einer Versammlung in Sparta verpflichten sich die
griechischen Staaten auf der Grundlage des Königsfriedens
zu einem allgemeinen Frieden (Κοινὴ εἰρήνη). Theben
schließt sich unter Führung des Pelopidas aus,
weil es den Frieden nicht für den Boiotischen
Bund, sondern nur für sich allein beschwören durfte
(Xen.Hell.6,3,19-20; Plut.Ages.6,3). Die Vereinbarung lautete:
| Xen.Hell.6,3,18:
δοξάντων δὲ τούτων καλῶς εἰπεῖν, ἐψηφίσαντο καὶ οἱ
Λακεδαιμόνιοι δέχεσθαι τὴν εἰρήνην, ἐφ' ᾧ τούς τε
ἁρμοστὰς ἐκ τῶν πόλεων ἐξάγειν, τά τε στρατόπεδα διαλύειν
καὶ τὰ ναυτικὰ καὶ τὰ πεζικά, τάς τε πόλεις αὐτονόμους
ἐᾶν. εἰ δέ τις παρὰ ταῦτα ποιοίη, τὸν μὲν βουλόμενον
βοηθεῖν ταῖς ἀδικουμέναις πόλεσι, τῷ δὲ μὴ βουλομένῳ
μὴ εἶναι ἔνορκον συμμαχεῖν τοῖς ἀδικουμένοις. |
Die Lakedaimonier
schenkten diesen Worten Beifall und beschlossen, den
Frieden anzunehmen. Die Bestimmungen desselben gingen
dahin, sie sollten die Harmosten aus den Städten
entfernen, die Seetruppen sowohl als die Landtruppen
auseinandergehen lassen und den Städten die Unabhängigkeit
zugestehen. Sollte einer zuwider handeln, so solle
jeder befugt sein, den unterdrückten Städten
beizustehen, und andererseits niemand wider seinen
Willen gezwungen sein, dem Unterdrückenden beizustehen. (Üb.:
Campe) |
- Kleombrotos will mit einem Einfall
in Boiotien
die Thebaner
zum Beitritt zwingen, wird aber von Epameinondas bei Leuktra
(Xen.Hell.6,4,2-15; Diod.15,51-56) vernichtend geschlagen.
Großen Anteil am Sieg hatte die "Schiefe Schlachtreihe"
(λοξιὴ φάλαγξ) des Epameinondas und die "Heilige Schar"
des Pelopidas (Plut.Pelop.18f; Plut.Pelop.23; Kleombrotos
fällt. Als König folgt ihm Agesipolis II., diesem
bald darauf Kleomenes II. (Diod.15,60; Paus.3,6,1; Plut.Ag.3)
- Die Niederlage von Leuktra bedeutete für Sparta eine
dauerhafte Schwächung (Isokr.Phil.47-50)
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- Archon: Dysniketos (Diod.Sic.)
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- Leuktra begünstigt sogleich das allgemeine Streben
nach Unabhängigkeit von Sparta:
- Mantineia
wird wieder aufgebaut (Xen.Hell.6,5,3-5)
- Arkadien wird mit Megalopolis als Hauptstadt zu einem
einheitlichen Staat zusammengeführt. Als Vertreter
der einzelnen Städte versammelten sich in Megalopolis
"die Zehntausend" (οἱ μύριοι). (Xen.Hell.6,5,6-9;
Diod.15,59; Paus.8,27,1-6).
- Der spartanische Winterfeldzug gegen Arkadien unter
Agesilaos
blieb ohne Erfolg (Xen.Hell.6,5,10-21.
- Erster Einfall des Epameinondas: Die Thebaner
fielen jetzt verstärkt durch Phoker, Euboier, Lokrer,
Akarnanen, Herakleoter und Malier in der Peloponnes
ein und durchzogen ihn bis Gytheion
und Helos.
- Dort schlossen sie sich mit den Eleiern, Arkadern
und Argeiern zusammen.
- Auf der Seite der Spartaner standen die Orchomenier,
Phliasier, Korinther,
Epidaurier, Pellener, Halieer und Hermioneer.
- Das Hilfsheer der Athener
unter Iphikrates kam zu spät (Xen.Hell.6,5,33-49).
- Im Zusammenhang mit dem Zug des Epameinondas wird Messenien
wieder hergestellt (Diod.15,66; Plut.Pel.24; Paus.4,27,5;
Paus.9,14,2; Paus.6,2,5)
- Epameinondas wurde nach seiner Rückkehr in Theben
angeblich wegen zeitlicher Überdehnung seines Kommandos
angeklagt. Er soll sich aber glänzend verteidigt haben.
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- Archon: Lysistratos (Diod.Sic.)
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- Athen und
Sparta gehen ein Bündnis ein. Man einigte sich darauf,
die Hegemonie sowohl zu Land als auch zu Wasser abwechselnd
jeweils 5 Tage auszuüben (Xen.Hell.7,1,1-14; Diod.15,67).
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- Archon: Nausigenes (Diod.Sic.)
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- Zweiter Einfall des Epameinondas: Die Thebaner
reagieren darauf, dass Spartaner und Athener
das Oneiongebirge besetzt und so die Peloponnes
abgesperrt hatten. (Xen.Hell.7,1,15-22; Diod.15,67-69).
Die Thebaner
schlagen die Spartaner und öffnen so den Zugang zur
Peloponnes.
Sie ziehen Pellene und Sikyon
auf ihre Seite und richten im Gebiet von Epidauros Verwüstungen
an. Dann kehren sie nach Theben
zurück. Dionysios
v. Syrakus
hatte Sparta Hilfstruppen, geschickt, die auch noch beim
3. Einfall verfügbar waren (Xen.Hell.7,1,20-22.
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- Archon: Polyzelos (Diod.Sic.)
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- Sieg der Spartaner über die Arkader: Weil die vereinigten
Arkader einige Erfolge zu verzeichnen hatten (Xen.Hell.7,1,22-26),
griff sie Archidamos (der Sohn des Agesilaos) an und konnte
nach Anfangsschwierigkeiten einen ruhmvollen Sieg erringen,
die so genannte ἄδακρυς μάχη, weil es auf spartanischer
Seite angeblich keine Verluste gab. (Xen.Hell.7,1,28-32;
Diod.15,72; Plut.Ages.33).
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- Die Thebaner
versuchen, mit persischer Hilfe einen Frieden herzustellen.
Pelopidas hatte die Friedensbedingungen in Susa ausgehandelt;
der Versuch scheiterte an der Verweigerung der anderen griechischen
Städte. (Xen.Hell.7,1,33-40; Plut.Pelop.30; Plut.Artax.22).
Schon ein Jahr früher war die Friedensinitiative durch
Philiskos, den Gesandten des persischen Satrapen Artabazanes,
daran gescheitert, dass Theben
auf der Unabhängigkeit Messeniens
bestand (Xen.Hell.7,1,27; Diod.15,70).
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- Archon: Kephisodoros (Diod.Sic.)
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- Dritter Einfall des Epameinondas: Ziel war, die
achaiischen
Städte dem Boiotischen
Bund anzugliedern. Als aber die Arkader dort die demokratische
Verfassung zu erzwingen suchten, fielen sie wieder ab und
schlossen sich Sparta an. (Xen.Hell.7,1,41-43; Diod.15,75).
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- Athen schließt
mit den Arkadern ein Bündnis. Dadurch entsteht eine
äußerst labile Bündnislage, denn Athen
ist zugleich mit Sparta verbündet, also den Feinden
der Arkader; außerdem sind die Arkader mit Theben
verbündet, den Feinden Athens
(Xen.Hell.7,4,1; Diod.15,76).
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- Phleius und Korinth
schließen aus Erschöpfung mit Theben
Frieden. Der Versuch, Sparta zum Beitritt zu bewegen, scheitert
daran, das Sparta die Unabhängigkeit Messeniens
nicht anerkennen kann. (Xen.Hell.7,4,6-11; Diod.15,76; Isokr.Archid.)
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- Archon: Chion (Diod.Sic.)
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- Ein Überfall der Eleier auf Lasion, einem Mitglied
des Arkadischen Bundes, führt zum Krieg zw. Elis
und Arkadien. Die Arkader schlagen die Eleier nicht nur
zurück, sondern dringen auch in Elis
ein, zerstören einige Städte und nehmen Pylos.
Darauf muss sich Elis
dem Spartanischen Bund anschließen (Xen.Hell.7,4,12-19;
Diod.15,77).
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- Archon: Timokrates (Diod.Sic.)
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- Als die Arkader erneut einfallen und die Eleier schlagen,
veranlassen diese den Spartaner Archidamos zu ihrer Entlastung
in Arkadien einzufallen. Archidamos erobert Kromnos. Die
Arkader kehren auch sofort aus Elis
zurück, befreien Kromnos und erneuern ihren Einfall
in Elis. Sie
bringen Olympia in ihre Gewalt und übertragen die Ausrichtung
der Olympischen Spiele den Pisaten.
Diese Olympiade zählen die Eleier als eine sog. Ἀνολυμπιάς
nicht. (Xen.Hell.7,4,19-33; Diod.15,78; Paus.6,22,2).
- Pelopidas fällt im Kampf gegen Alexander von Pherai.
Pelopidas hatte zwei Einfälle unternommen.
- Der Aufschwung Pherais hatte zehn Jahre zuvor mit
Iason von Pherai begonnen, der sich zum Tagos über
Thessalien erhoben hatte. Nach der Schlacht bei Leuktra
wurde er ermordet. Ebenso erging es seinen Nachfolgern
Polydoros und Polyphron, denen Alexander folgte (Xen.Hell.6,4,33-35).
Sowohl die Aleuaden aus Larissa als auch der Makedonenkönig
baten die Thebaner
um Hilfe (Diod.15,61; Diod.15,67; Plut.Pel.26).
- Den ersten 369/368, auf dem Pelopidas die thessalischen
Städte befreite. Die Kämpfe gingen ununterbrochen
weiter. Pelopidas musste einmal sogar von Epameinondas
aus Gefangenschaft befreit werden (Plut.Pel.27-29; Diod.15,71;
Diod.15,75).
- 364 wurde Pelopidas erneut zu Hilfe gerufen und schlug
Alexander von Pherai bei Kynoskephalai, dabei fiel er (Plut.Pel.31f.;
Diod.15,80)
- Die Thebaner
zwingen unter der Führung des Malkites und Diogeiton
allen Städte außer Pherai die Freiheit zu geben
und beziehen Thessalien in ihre Hegemonie ein (Plut.Pel.35;
Diod.15,80).
- Epameinondas versucht, mit einer Fahrt nach Byzantion
auch auf der See die Hegemonie zu gewinnen. Sein baldiger
Tod führt allerdings zum Abbruch des Unternehmens (Diod.15,78f.;
Isokr.Phil.53).
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- Archon: Charikleides (Diod.Sic.)
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- Die Arkader zerstreiten sich über die Verwendung
der Tempelschätze in Olympia. Die mehr aristokratische
Partei um Mantineia
schließt Frieden mit den Eleiern und bittet die Athener
und Spartaner um Hilfe, die andere Partei (um Tegea) ruft
die Spartaner herbei (Xen.Hell.7,4-33-7,5,3; Diod.15,82).
Dies führt zu einer neuen Frontstellung auf der Peloponnes:
- Spartaner, Eleier, Achaier und die Arkader um Mantineia,
- Argeier, Messenier
und die Arkader um Tegea.
- Korinth
und Phleius wahrten Neutralität.
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- Archon: Molon (Diod.Sic.)
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- Schlacht bei Mantineia
(Xen.Hell.7,5,4-27; Diod.15,83-88; Plut.Ages.34): Epameinondas
gelang es nicht, einen Überraschungsschlag gegen die
Spartaner und Mantineier
zu führen. Er gewann die Schlacht wie bei Leuktra mit
der "Schiefen Schlachtreihe"; doch findet
Epameinondas seinen Tod (Paus.8,11,4-5; Diod.15,87; Plut.Mor.194c;Nep.Epam.9;
Cic.fin.2,97). Xenophon gibt den Eindruck seines Todes auf
seine Truppe wieder
| Xen.Hell.7,5,25:
ἐπεί γε μὴν ἐκεῖνος ἔπεσεν, οἱ λοιποὶ οὐδὲ τῇ νίκῃ
ὀρθῶς ἔτι ἐδυνάσθησαν χρήσασθαι, ἀλλὰ φυγούσης μὲν
αὐτοῖς τῆς ἐναντίας φάλαγγος οὐδένα ἀπέκτειναν οἱ
ὁπλῖται οὐδὲ προῆλθον ἐκ τοῦ χωρίου, ἔνθα ἡ συμβολὴ
ἐγένετο. φυγόντων δ' αὐτοῖς καὶ τῶν ἱππέων, ἀπέκτειναν
μὲν οὐδ' οἱ ἱππεῖς διώκοντες οὔτε ἱππέας οὔθ' ὁπλίτας,
ὥσπερ δὲ ἡττώμενοι πεφοβημένως διὰ τῶν φευγόντων πολεμίων
διέπεσον. καὶ μὴν οἱ ἅμιπποι καὶ οἱ πελτασταὶ συννενικηκότες
τοῖς ἱππεῦσιν ἀφίκοντο μὲν ἐπὶ τοῦ εὐωνύμου, ὡς κρατοῦντες,
ἐκεῖ δ' ὑπὸ τῶν ᾿Αθηναίων οἱ πλεῖστοι αὐτῶν ἀπέθανον. |
Als er
jedoch gefallen war, konnten auch die übrigen
selbst den Sieg nicht mehr recht nutzen. Die feindliche
Phalanx floh; die Hopliten aber töteten keinen
und rückten nicht von der Stelle vor, wo das
Treffen stattgefunden hatte. Die feindlichen Reiter
waren gleichfalls geflohen, aber auch die Reiter töteten
bei der Verfolgung weder einen Reiter noch einen Hopliten,
sondern stürzten wie besiegt voll Entsetzen zwischen
den fliehenden Feinden hindurch. Die leichten unter
die Reiter gemischten Fußsoldaten und die Peltasten
kamen zwar siegreich vordringend zum linken Flügel,
wurden aber dort größtenteils von den Athenern
zusammengehauen. (Üb. nach: Campe) |
- Friedensschluss der Krieg führenden Parteien. Sparta
tritt wieder deswegen nicht bei, weil es Messenien
keine Unabhängigkeit zubilligen will (Diod.15,88; Plut.Ages.35;
Polyb.4,33)
- Die Arkader versuchen von Megalopolis abtrünnige
Mitglieder mit Gewalt zu halten (Diod.15,94).
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