Publius Ovidius Naso


Aus Leben und Werk - Biographischer Steckbrief

 

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(In der Hauptsache nach L.Bieler, II S.65 ff. und Schanz-Hosius, II 206ff.)

Leben

Publius Ovidius Naso

Quellen
  • Viten der Handschriften ohne Wert
  • Seneca der Ältere
  • Selbstzeugnisse: Ov.am.3,15; Ov.trist.4,10 (Selbstbiographie)
Geburt
20.März 43 v.Chr. in Sulmo (Land der Päligner)
Familie
alte, angesehen und begüterte Familie des Ritterstandes
Vater  
Mutter  
Bruder
  • älterer Bruder, starb mit 20 Jahren
Heirat
  • Die beiden ersten Ehen hatten im Gegensatz zur dritten nur kurzen Bestand (Ov.trist.4,10,69ff.).
  • Die dritte Frau (Ov.Pont.3,1,75ff.) war verwitwet und brachte eine Tochter mit in die Ehe.
Kinder
  • Tochter aus der dritten Ehe, die ihrerseits früh zwei Kinder (sed non ex uno coniuge) zur Welt brachte (Ov.trist.4,10,75.
Ausbildung
  • Beide Brüder mit 14 Jahren mit dem Ziel einer politischen Karriere zur rhetorischen Ausbildung nach Rom:
    • Publius nach dem Zeugnis Senecas besonders bei Arellius Fuscus (asianischer Stil); außerdem bei M.Porcius Latro.
    • Die rhetorische Ausbildung konnte seinem Hang zur Dichtung keinen Abbruch tun: Öffentliche Dichtervorträge (Corinna-Elegien).
    • Abschluss seiner Ausbildung durch Athenreise.
    • Bildungsreise über Kleinasien und Sizilien zurück nach Rom in Begleitung seines Freundes Pompeius Macer Iunior. (Ov.trist.1,2,77; Ov.Pont.2,10,21)
  • Seine politische Karriere beendet er gleich am Anfang (Ov.trist.4,10,33)
Besondere Aspekte
  • Dichtung
    • Bewusste Anknüpfung an die elegische Dichtung in der Folge des Gallus (Ov.trist.4,10,53f.); breite Gattungsvielfalt (gattungsbildend für die romanischen Literaturen)
    • Leichtigkeit im Dichten: "et quod temptabam dicere, versus erat" (Ov.trist.4,10,26). Glätte von Sprache und Verse, technische Virtuosität.
    • Rhetorisierung der Dichtung als ästhetisches Prinzip (Pont.2,5,57ff.)
    • Vorliebe für pointierte Formulierungen (mitunter an der Grenze zur Geschmacklosigkeit)
    • Psychologisierung der Dichtung (Handlungsmotivation)
  • Entwicklungslinien: Liebesdichtung - Sagendichtung - Klagelieder
  • Würdigungen
    • Nach Sen.contr.2,2 war Ovid in seine Fehler verliebt ("non ignoravit vitia sua, sed amavit")
    • Quint.10,1,88 bezeichnet Ovid als "nimium amator ingenii sui".
    • Sen.nat.3,27,13: Ovid sei zwar ingeniosissimus gewesen, habe aber sein Talent in den Metamorphosen ad pueriles ineptias vergeudet.
  • Dichtung und Religion:
    • Ovid war (ähnlich Voltaire) weder gläubig noch ungläubig: expedit esse deos (Ov.ars 1,637)
Freundes-
kreis
Daten
20.3.43 v.Chr. Publius Ovidius Naso in Sulmo (Land der Päligner) geboren (Ov.trist.4,10,6: Schlacht bei Mutina; Ov.trist.4,10,13).
23 Beginn mit der Liebesdichtung (Amores)
19 Ov.am.3,9: Totenklage um Tibull
  Tragödie Medea
  Beginn einer Gigantomachie
  Heroides
  De medicamine faciei
1 v.Chr. Arbeit an der Ars amatoria (vor 2 n.Chr. beendet)
  Remedia amoris (vor 2 n.Chr. beendet)
  2. Auflage der Amores (In Ov.am.3,15 wird der Übergang zur Sagendichtung angekündigt).
8 n.Chr.
  • Verbannung (Relegation) durch Augustus nach in das kalte und unzivilisierte Tomis (Constanza am Schwarzen Meer). Von Ovid als persönliche Katastrophe empfunden.
  • Die Gründe nennt Ovid nur sehr unbestimmt. Nach Ov.trist.2,207: carmen et error:
    • carmen: Ovid hatte mit der ars amatoria das Missfallen des Augustus erregt;
    • error: Ovids Wissen um einen Ehebruch der Kaiserenkelin Iulia mit Iunius Silanus (Tac.ann.3,24)
  • Ovids Frau blieb auf Wunsch des Dichters in Rom zurück.
  • Entfernung seiner Werke aus den öffentlichen Bibliotheken
9 n.Chr.
  • Ankunft in Tomis.
14
  • Der Tod des Kaisers Augustus macht berechtigte Hoffnung auf eine Rückberufunf nach Rom zunichte.
Tod
17 n.Chr. oder 18 n.Chr. in der Verbannung

Werke

Elegie:
  • Liebeselegie: Ausdruck eigener und fremder Liebesempfindung
  • aitiologische Elegie: Rückführung eines Sachverhaltes (Fest, Brauch, Sternbild) auf eine bestimmende Ursache. "Aitia" gab es von Kallimachos und von M.Terentius Varro, Butas (Freigelasser des Cato minor), Properz plante einen Sagenkranz, den er nur brudchstückhaft ausführte.
 
Amores
Titel Amores (3 Bücher, Auswahl aus älterer Sammlung von 5 Büchern)
Zeit Beginn um 23 v.Chr. (Ov.trist.4,10,57: Corinna-Lieder sein erstes Jugendwerk) bis mindestens 16 v.Chr. (Ov.am.1,14,45)
Vorbilder
  • Tibull und Properz
Inhalte
  • Im Mittelpunkt seiner persönlichen Liebesempfindungen steht die fiktive Corinna. Kein emotionaler Tiefgang. Erinnerung an die Suasorien der Rhetorikausbildung (2,3; 3,4) und Vorverweise auf die Ars (Ov.am.1,4 und Ov.am.1,8) und die Fasti (Ov.am.3,13: Festzug zu Ehren der Iuno in Falerii). Kaum Mythologie als Ausdruck alexandrinischer Gelehrsamkeit (3,12; 3,6).
    • Ov.am.1,5: Mittagsbesuch Corinnas
    • Ov.am.1,13: Schalkhafte Anklage Auroras
    • Ov.am.1.9: Militat omnis amans - die Liebe als Kriegsdienst
    • Ov.am.1,15: Nachruhm des Dichters
    • Ov.am.2,6: Elegie auf den Tod von Corinnas Sittich (Vgl. die Unterschiede zu Lesbias passer Catull 3)
    • Ov.am.3,7: Am offensten im Ausdruck des Erotischen: Peinliches Versagen und Reaktion des Mädchens
    • Ov.am.3,9: Totenklage um Tibull (19 v.Chr.)
    • Ov.am.3,15: Epilog der zweiten Auflage, in dem Ovid den Wechsel zur Sagendichtung ankündigt.
Form  
  Heroides (15 Briefe)
Titel
  • Heroides (15 Briefe, 3 vielleicht unechte Doppelbriefe)
Vorbilder
  • ausgehend von der älteren Elegie zu einer neuen Gattung entwickelt (ignotum aliis opus, ars 3,346)
  • Prop.4,3: Arethusabrief (Brief der Arethusa an ihren Gatten Lycotas, der im Partherkrieg abwesend ist).
Inhalte
  • Im Gegensatz zu den Amores: fremdes Liebesempfinden: Trennung, Sehnsucht, Erinnerung, Hingabe, Zorn, Eifersucht
  • 15 Liebesbriefe mythologischer Frauengestalten (Heroinen) an ihre abwesenden Männer oder Verehrer:
  • 3 vielleicht unechte Briefpaare, in denen zuerst der Liebhaber schreibt, die Geliebte antwortet (Paris an Helena (Verführungsbrief); Leander an Hero, Akontios an Cydippe).
  • Psychologisierung des Mythos sowohl in der Gestalt der Briefschreiberin als auch des Empfängers (über Euripides und Apollonios Rhodios hinausgehend)
  • Spätere Reminiszenz ist der Byblisbrief in den Metamorphosen
Form
  • Briefform. Rhetorische Übung der Ethopoiie als Kunstform
  Ars amatoria: 3 Bücher
Titel Ars amatoria (ca. 1 v.Chr. erschienen)
Vorbilder
  • Lehrgedicht aber in elegischer Form und in elegischem Geist (Motive der Liebeselegie)
  • Motiv bei Tib.1,4 (u.ö.), Prop.4,5)
Inhalte
  • Disposition (Ov.ars 1,35: Suchen, Erwerben, Besitzen)
    • 1. Buch: Wo und wie man seine Liebe finden, bzw. erobern kann
    • 2. Buch: Wie man die Gunst erhalten kann (Beginn mit der Daedalus-Sage)
    • 3. Buch: Liebeslehre für die Mädchen.
Charakter:
  • Thema ist die rein sinnliche Liebe (Ov.ars 3,27; Ov.ars 2,497). Ausschluss von ehelicher Liebe und Knabenliebe.
Form:
  • Vollendet elegante Formgebung. Bereicherung durch Analogien zu Natur und Mythos.
  • Parodistisches Element durch den Widerspruch zwischen Formvollendung und wenig ernsthaftem Inhalt (iocosa Musa)
  Remedia amoris
Titel Remedia amoris
Inhalte und Form
  • Wie man das Joch abschütteln kann. Ablehnung von Zaubermitteln (Ov.rem.249)
    • Am besten: Wehre den Anfängen! (Ov.rem.91: principiis obsta, sero medicina paratur)
    • Ansonsten: Statt Müßiggang Beschäftigung (Arbeit, Reisen): Idyll der Landarbeit (Ov.rem.169ff.).
    • Sich die Fehler der Angebeteten bewusst machen.
    • Sich eine Beziehung zu einer anderen Frau ausmalen
    • Andere Empfehlungen
Charakter:
  • Scheinbare Palinodie der ars
   
Titel De medicamine faciei (mit 50 Distichen nur unvollständig erhalten)
Inhalte und Form Allgemeine Einleitung über den Nutzen der Kosmetik, dann Anweisungen und Rezepte
Tragödie
 

Titel

Medea (verloren)

Vorbilder
  • griechische und römische Vorbilder
Inhalte
  • Vgl. Heroid.12; Ov.met.7,1ff.
Fest-kalender
12 Bücher
Titel
  • Fasti (Entsprechend den Kalendermonaten 12 Bücher geplant, nur Buch 1-6 fertiggestellt)
Vorbilder
  • Aitiologische Dichtung seit Kallimachos
  • Elegienzyklus nach Art des Kallimachos
  • Der von M.Verrius Flaccus redigierte Iulianische Kalender (Fasti Praenestini)
Zeit
  • Die Fasti waren bei der Verbannung zur Hälfte fertig. Zu ihrem Abschluss fehlten in Tomis die erforderlichen Quellen.
  • Die 6 mitgebrachten Bücher will er 17 n.Chr. Germanicus widmen, der in den Osten abgeht. Nur das 1. Buch hat er zu diesem Zweck noch einmal überarbeiten können.
Inhalte
  • Römische Feste, ihre mythologischen Grundlagen und ihr Brauchtum
Form
  • Elegienkranz (ohne dass durch das kalendarische Prinzip eine innere Einheit gelingt).
Epos
15 Bücher
Titel
  • Metamorphosen
Vorbilder
  • Ornithogonie des Aemilius Macer (älterer Freund Ovids)
  • Katasterismoi (Versetzung unter die Sterne)
  • Heteroiumena des Nikander
  • (Elegische) Metamorphosen des Parthenios
Zeit:
  • Veröffentlichung nach der Verbannung, ohne letzte Hand angelegt zu haben. (Ov.trist.3,14; Ov.trist.1,7,15ff.)
Inhalte:
  • Verwandungssagen
  • Vielfalt von Haltungen: Grandioses (Phaethon), Idyllisches (Philemon und Baukis), Komisches (Midas), Dramatisches (Niobe, Medea)
  • Liebe in allen Spielfomren: Narcissus, Pygmalion
  • Höhepunkt ist jeweils der Verwandlungsprozess: Kallisto, Daphne, Aktaion, Kyane
  • Zentral ist die Darstellung des Menschlichen (auch die Götter Ovids handeln menschlich)
Form
  • Epischer Zyklus (perpetuum carmen) auf der Grenze zur Elegie
  • Kompositionsprinzip: (fiktiver) chronologischer Zusammenhang von der Weltentstehung bis zur Apotheose Caesars. Drei große Epochen:
    • Zeitalter der Götter
    • Zeitalter der Heroen
    • Zeitalter bedeutender Männer der Geschichte
  • Kunstvolle Übergänge, Erzählung in der Erzählung
Anspruch
Werke in der Verbannung
5 Bücher
Titel Tristia
Zeit
  • 9-12 n.Chr.
Inhalte
  • Verarbeitung der persönlichen Situation (Klagen, Bitten, Rechtfertigungsversuche, Kontrastierung von Heimat und Ferne, Einst und Jetzt. Keine Nennung der Adressaten.
    • Ov.trist.1,3: Erschütternder Abschied von Rom
    • Ov.trist.3,10 und Ov.trist.3,12: Der skythische Winter
    • Ov.trist.4,10: Selbstbiographie
Form
  • Subjektive Elegie (rein persönliche Mitteilung)
Kritik
  • Larmoyanz und (berechnende) Selbsterniedrigung
 
  4 Bücher
Titel Briefe Ex Ponto
Zeit 12-16 n.Chr. - Die ersten 3 Bücher 13 n.Chr. zusammengestellt und zur Herausgabe an Brutus nach Rom geschickt. Später (16 n.Chr.) ein 4. Buch hinzugefügt (ohne Einleitung).
Vorbilder Briefliteratur
Inhalte Poetische Privatbriefe. Besonders das 4. Buch zeigt, dass er sich mit seinem Schicksal abgefunden hat.
Form Briefe, ohne erkennbare Ordnung zusammengestellt.
   
Titel Ibis
Vorbilder
  • gleichnamiges Gedicht des Kallimachos
Inhalte
  • Schmähgedicht auf einen Feind in Rom
Form  
   
Titel Halieutica (unvollendet, 130 Vss. erhalten; Echtheit umstritten)
Vorbilder
  • Jagdgedicht (Cynegetica) des Grattius (Ov.Pont.4,16,34)
Inhalte Fischfang
Form (technisches) Lehrgedicht
 

Textauswahl

Metamorphosen: 
Prooemium: 1,1-4
| Daphne 1,452-567 | Syrinx 1,682-719 | Battus 2,680 | Narcissus 3,351 | Orph.u.Euryd. 10, 1-77
Text und gegliederte Inhaltsangabe der Metamorphosen Ovids, Bücher I - XV
Lat.Txt. I II III IV V VI VII VIII IX X XI XII XIII XIV XV lateinisch
Dt.Txt. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 deutsch
Kompos. I II III IV V VI VII VIII IX X XI XII XIII XIV XV Inhalt

Zitate

34 a doctis pretium scelus est sperare poetis von kunstsinnigen Dichtern Lohn zu erhoffen, ist ein Verbrechen Ov.ars 3,551
14 adde, quod ingenuas didicisse fideliter artes | emollit mores nec sinit esse feros. Edle Künste getreu zu erlernen macht sanft den Charakter und nimmt ihm die Wildheit. Ov.Pont.2,9,47
25 artibus ingenuis, quarum tibi maxima cura est, | pectora mollescunt asperitasque fugit durch edle Kunst, um die du dich am meisten mühst, | wird sanft das Herz, es flieht das Rauhe. Ov.Pont.1,6,7
49 bella gerant alii, tu, felix Austria, nube! bella gerant alii, Protesilaus amet!) Andere mögen Krieg führen, du, glückliches Österreich heirate! Andere mögen Krieg führen, du Protesilaos liebe!) *Ov.her.13,82
51 bene qui latuit, bene vixit wer gut verborgen lebte, hat gut gelebt *Ov.trist.3,4,25
58 casus ubique valet. semper tibi pendeat hamus; | quo minime credis gurgite, piscis erit. Zufall herrscht überall. Wirf immer die Angel aus! | Wo du's am wenigsten glaubst, da schwimmt der Fisch. Ov.ars 3,425
61 cede repugnanti; cedendo victor abibis Gib dem nach, der sich wehrt; im Nachgeben wirst du als Sieger hervorgehn. (Der Klügere gibt nach.) Ov.ars 2,197
142 Cernis, ut ignavum corrumpant otia corpus, | ut capiant vitium, ni moveantur aquae? Siehst du, wie Nichtstun den trägen Körper verdirbt, wie Wasser, wenn es nicht sich bewegt, schlecht wird? Ov.Pont.1,5,5
68 conveniens homini est hominem servare voluptas ein menschengemäßes Vergnügen ist es, einen Menschen zu retten. Ov.Pont.2,9,39
75 da requiem: requietus ager bene credita reddit. Gib Ruhe: ein ausgeruhter Acker gibt die Saat tausendfach zurück. Ov.ars 2,351
1514 Dolor hic tibi proderit olim. Dieser Schmerz wird dir eins nützen. Ov.am.3,11,17.
78 est deus in nobis, agitante calescimus illo. es ist ein Gott in uns; wenn er sich regt, erglühen wir. Ov.fast.6,5
79 est deus in nobis, et sunt commercia caeli; | sedibus aetheriis spiritus ille venit es gibt einen Gott in uns, und es gibt Verkehr mit dem Himmel; | von dem himmlichen Ort kommt jener Geist Ov.ars 3,549
92 gratia pro rebus merito debetur inemptis. Dank schuldet man zu Recht für Dinge, die man nicht hat kaufen müssen. Ov.am.1,10,43
90 gutta cavat lapidem (Steter) Tropfen höhlt den Stein Ov.Pont.4,10,5
88 intra | fortunam debet quisque manere suam in seinem Schicksal muss ein jeder ausharren Ov.trist.3,4,25
105 Labitur occulte fallitque volatilis aetas. Unbemerkt entgleitet und täuscht uns die flüchtige Zeit. Ov.met.10,519
109 Luxuriant animi rebus plerumque secundis | nec facile est aequa commoda mente pati. Üppig wird meistens im Glück unser Herz | schwer ist's, Gutes mit Gleichmut zu ertragen Ov.ars 2,437
110 Mala sunt vicina bonis. Leid und Glück sind Nachbarn. Ov.rem.323
116 militat omnis amans jeder der liebt, leistet Kriegsdienst Ov.am.1,9,1
123 Nec minor est virtus, quam quaerere, parta tueri. Nicht geringer ist die Leistung, das Erreichte zu erhalten, als die, es zu erwerben. Ov.ars 2,13
120 nihil est annis velocius nichts ist schneller als die Jahre Ov.met.10,520
129 Nitimur in vetitum semper cupimusque negata. Wir streben immer nach Verbotenem und begehren, was versagt. Ov.am.3,4,17
188 non tellus eadem parit omnia nicht wächst auf demselben Landstrich alles Ov.ars 1,757
138 Omnia deficiant: animus tamen omnia vincit. Alles mag fehlen, doch überwinde ich alles (überwindet alles der Geist). Ov.Pont.2,7,75
1747 Omnia nunc fient, fieri quae posse negabam. Alles wird jetzt geschehen, wovon ich behauptete, es könne nicht geschehen. Ov.trist.1,8,7
141 Otia corpus alunt, animus quoque pascitur illis. Muße ernährt den Körper, auch der Geist weidet auf ihrer Weide. Ov.Pont.1,4,21
147 Parva necat morsu spatiosum vipera taurum. Eine kleine Schlange tötet mit ihrem Biss den mächtigen Stier. Ov.rem.421
148 Passibus ambiguis Fortuna volubilis errat. Ziellosen Schritts irrt das Glück schwankend umher. Ov.trist.5,8,15
149 Pectoribus mores tot sunt, quot in orbe figurae. Soviele Charaktere wohnen in der Brust, wie es Gestalten auf Erden gibt Ov.ars 1,759
1509 Perfer et obdura! Ertrage es und halte aus! Catull.8,11.Ov.am.3,11,7.
150 Perfer et obdura! Dolor hic tibi proderit olim. | Saepe tulit lassis sucus amarus opem. Halte aus und sei hart! Dieser Schmerz wird dir einmal nützen. | Oft schon hat Leidenden eine bittere Medizin geholfen. Ov.am.3,11,7
224 perlucidior vitro durchsichtiger als Glas Hor.c.1,18,16 (cf.Ov.met.13,791)
152 Principiis obsta, sero medicina paratur! Wehre den Anfängen, zu spät wird ein Heilmittel bereitet! Ov.rem.91
157 Quaerit aquas in aquis et poma fugacia captat | Tantalus; hoc illi garrula lingua dedit. Wasser sucht im Wasser und es greift nach flüchtigem Obst Tantalus; das hat ihm seine Schwätzerzunge eingebracht. Ov.am.2,2,43
164 Quidlibet eveniat, nocet indulgentia nobis. Mag sich ereignen, was will, Entgegenkommen schadet. Ov.am.2,19,35
166 Quod caret alterna requie, durabile non est. Was im Wechsel der Ruhe entbehrt, ist nicht von Dauer. Ov.her.4,89
170 Regia, crede mihi, res est succurrere lapsis! Etwas Königliches ist es, glaub mir, dem, der gestrauchelt, zu helfen! Ov.Pont.2,9,11
1552 Saepe tacens odii semina vultus habet. Oft hat ein schweigend Gesicht Samen des Hasses gestreut. Ov.ars 3,512
177 Saxa ferasque lyra movit Rhodopeius Orpheus | Tartareosque lacus tergeminumque canem. Steine und Wild rührte der thrakische Orpheus mit seiner Leier, die Wasser der Unterwelt und den dreiköpfigen Hund. Ov.ars 3,321
178 Scindentur vestes, gemmae frangentur et aurum: | carmina quam tribuent, fama perennis erit. Kleider zerreißen, Edelsteine und Gold zerbrechen | der Ruhm, den Lieder schenken, wird ewig sein Ov.am.1,10,61
189 tempora labuntur tacitisque senescimus annis | et fugiunt freno non remorante dies die Zeit entgleitet, wir altern still mit den Jahren | und es entfliehen, ohne dass ein Zügel sie hemmt, die Tage Ov.fast.6,771
192 terra salutares herbas eademque nocentes | nutrit et urticae proxima saepe rosa est. die Erde lässt heilende Kräuter wacsen und giftige | und dicht neben der Brennnessel steht oft die Rose Ov.rem.45
239 Ut desint vires tamen est laudanda voluntas. Wenn auch die Kräfte fehlen, auch schon der Wille (die Bereitschaft) ist lobenswert. Ov.Pont.3,4,79
 
Literatur:
2008 Albrecht, M. von Mythos und römische Realität in Ovids ‘Metamorphosen’
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in: ANRW II.31.4 (1981) 2328-2342
1101 Albrecht, M.v. Claudia Quinta bei Silius Italicus und bei Ovid
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in: AU XI 1,76
1103 Albrecht, M.v. Dichter und Leser - am Beispiel Ovids
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in: Gymn 88/1981
1112 Albrecht, M.v. Ovidlektüre heute
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in: Glücklich: Lat.Lit.I, Götting.1987
1113 Albrecht, M.v. Ovids "Metamorphosen"
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in: Burck. Röm.Epos, Darmstadt(WBG) 1979
1114 Albrecht, M.v. Ovids Humor - ein Schlüssel zur Interpretation der Metamorphosen
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in: AU VI 2,47
1115 Albrecht, M.v. Ovids Humor und die Einheit der Metamorphosen
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in: Albrecht..: Ovid, WBG 1968 (WdF 92)
1116 Albrecht, M.v. Parenthese in Ovids Metamorphosen u.ihre dichterische Funktion
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Hildesheim (Olms, Spudasm. 07) 1964
1119 Albrecht, M.v. Rezeptionsgeschichte im Unterricht. Ovids Briseis-Brief
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in: AU XXIII 6/1980,37
1123 Albrecht, M.v. Verwandlung bei E.T.A.Hoffmann und bei Ovid
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in: AuA 10/1961,161
1125 Albrecht, M.v. Zur Funktion der Tempora in Ovids eleg.Erzählung (Ov.fast.5,379-414)
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in: Albrecht..: Ovid, WBG 1968 (WdF 92)
1126 Albrecht, M.v./ Zinn, E. (Hgg.) Ovid. Wege der Forschung
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Darmstadt (WBG) 1968 (WdF 92)
1634 Albrecht, Michael von Interpretationen und Unterrichtsvorschläge zu Ovids "Metamorphosen"
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Göttingen : Vandenhoeck & Ruprecht, 1984
3068 Baar, Mechthild Dolor und ingenium : Untersuchungen zur römischen Liebeselegie
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Stuttgart : Steiner, 2006
1633 Bartenbach, Alexandra Motiv- und Erzählstruktur in Ovids Metamorphosen : das Verhältnis von Rahmen- und Binnenerzählungen im 5., 10. und 15. Buch von Ovids Metamorphosen
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Frankfurt am Main : P. Lang, 1990
3863 Bömer, F. Ovid und die Sprache Vergils
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in: Gymn 66/1959,268 [in: Albrecht..: Ovid, WBG 1968 (WdF 92)]
1529 Büchner, K. Römische Literaturgeschichte. Ihre Grundzüge in intrpretierender Darstellung
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Stuttgart (Kröner, TB 199) 1967
1636 Betten, Anne Marie Naturbilder in Ovids Metamorphosen
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Erlangen-Nürnberg : Hogl, 1968
1629 Binroth-Bank, Christine Medea in den Metamorphosen Ovids : Untersuchungen zur ovidischen Erzähl- und Darstellungsweise
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Frankfurt am Main [u.a.] : Lang, 1994
1682 Braun, L. Kompositionskunst in Ovids ‘Fasti’
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in: ANRW II.31.4 (1981) 2344-2383
1545 Burck, Erich (Hg.) Das römische Epos (Grundriss der Literaturgeschichten nach Gattungen)
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Darmstadt (WBG) 1979
1620 Corvin-Wiersbitzki, Otto Julius Bernhard von Midas : eine antike Märchen-Extravaganza
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Berlin-Friedenau : Thiel, 1886
1624 Daams, Susanne Epische und elegische Erzählung bei Ovid : Ars amatoria und Metamorphosen
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München : M-Press, 2003
1631 Dippel, Manfred Die Darstellung des trojanischen Krieges in Ovids Metamorphosen (XII 1-XIII 622)
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Frankfurt am Main : P. Lang, c1990
1639 Dursteler, Karl Die Doppelfassungen in Ovids Metamorphosen
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Hamburg: (Hans. Gildendr.), 1940
3435 Effe, B. Hercules fervidus ira : Ein Motiv der "Aeneis" und seine Rezeption bei Properz und Ovid
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in: Herm. 130/2002, 164
3442 Erbse, Hartmut Beobachtungen über die Funktion der Metamorphose bei Ovid
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in: Herm. 131/2003, 323
1733 Fauth, W. Römische Religion im Spiegel der ‘Fasti’ des Ovid
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in: ANRW II.16.1 (1978) 104-186
3451 Froesch, Hartmut Dichter und Staatsmacht. Vergil, Horaz, Ovid und Augustus
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Frankfurt am Main (u.a.), Diesterweg, 1984
487 Fuchs, H. Ovid in der Besinnung aus Cicero
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in: Mus.Helv.26/1969,159-160
1637 Gieseking, Kurt Die Rahmenerzählung in Ovids Metamorphosen
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1965
1627 Granobs, Roland Studien zur Darstellung römischer Geschichte in Ovids "Metamorphosen"
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Frankfurt am Main [u.a.] : Lang, 1997
1635 Haege, Hansjörg Terminologie und Typologie des Verwandlungsvorgangs in den Metamorphosen Ovids
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Göppingen : Kümmerle, 1976
1625 Harzer, Friedmann Erzählte Verwandlung : eine Poetik epischer Metamorphosen (Ovid - Kafka - Ransmayr)
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Tübingen : Niemeyer, 2000
2624 Helzle, Martin Publii Ovidii Nasonis Epistularum ex Ponto liber IV A commentary on poems 1 to 7 and 16.
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Hildesheim (Olms Verlag 1989)
3329 Henneböhl, R. "Stumm vor Schmerz ist die Lyra": Der Gesang des Orpheus und die Entstehung der Liebeselegie. Zur Aussageabsicht des zehnten Buches der Metamorphosen Ovids
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in: Gymn.112/2005, S.345-374
2974 Highet, Gilbert Römisches Arkadien : Dichter und ihre Landschaft ; Catull, Vergil, Properz, Horaz, Tibull, Ovid, Juvenal
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München : Goldmann, 1964
1783 Hofmann, H. Ovids ‘Metamorphosen’ in der Forschung der letsten 30 Jahre (1950-1979)
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2949 Holzberg, Niklas Die römische Liebeselegie. Eine Einführung
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