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Lateinische Übungstexte zu Ciceros Reden mit einer wörtlichen deutschen Übersetzung und Anmerkungen. 


Besonders zur Vorbereitung auf das Latinum
 

(Cic.Catil.4,7)
Cic.Catil.4,7

63 v. Chr. plante Catilina den Umsturz des Staates, der durch die Wachsamkeit des amtierenden Konsuls Cicero verhindert wurde. Catilina verließ Rom und begab sich zu seinem Heer in Etrurien. Die in Rom verbliebenen anderen Anführer seines „Unternehmens“ wurden von Cicero gefasst und ihrer Umtriebe überführt. Im Senat wurde über ihre Bestrafung verhandelt. Cicero liegen zwei Anträge vor: 

Video duas adhuc esse sententias, unam D. Silani, qui censet eos, qui haec delere conati sunt, morte esse multandos, alteram C. Caesaris, qui mortis poenam removet, ceterorum suppliciorum omnes acerbitates amplectitur. uterque et pro sua dignitate et pro rerum magnitudine in summa severitate versatur. alter eos, qui nos omnes, qui populum Romanum vita privare conati sunt, qui delere imperium, qui populi Romani nomen extinguere, punctum temporis frui vita et hoc communi spiritu non putat oportere atque hoc genus poenae saepe in inprobos civis in hac re publica esse usurpatum recordatur. alter intellegit mortem ab dis inmortalibus non esse supplicii causa constitutam, sed aut necessitatem naturae aut laborum ac miseriarum quietem esse. itaque eam sapientes numquam inviti, fortes saepe etiam libenter oppetiverunt. vincula vero, et ea sempiterna, certe ad singularem poenam nefarii sceleris inventa sunt. municipiis dispertiri iubet. adiungit gravem poenam municipiis, si quis eorum vincula ruperit; horribiles custodias circumdat et dignas scelere hominum perditorum; sancit, ne quis eorum poenam, quos condemnat, aut per senatum aut per populum levare possit; eripit etiam spem, quae sola ho­mines in miseriis consolari solet. bona praeterea publicari iubet, vitam solam relinquit nefariis hominibus; quam si eripuisset, multos una dolores animi atque corporis et omnes scelerum poenas ademisset.
Ich sehe, dass es bis jetzt zwei Anträge gibt, einer des D. Silanus, der meint, dass die(jenigen), die dies (L: n. Pl.) zu zerstören versucht haben, mit dem Tod bestraft werden müssten, der andere des C. Caesar, der die Todesstrafe fernhält, (aber) alle Härten der übrigen Strafen einbezieht. Jeder von beiden besteht (w. hält sich auf) sowohl entsprechend seiner Würde als auch entsprechend der Bedeutung der Vorfälle auf größter Strenge. Der eine glaubt, dass es sich nicht gehöre (o. glaubt nicht, dass es sich gehöre), dass diejenigen, die uns alle, die das römische Volk des Lebens zu berauben, die das Reich zu zerstören, die den Namen des römischen Volkes auszulöschen versucht haben, (auch nur) einen Augenblick das Leben und diese gemeinsame Luft genießen, und er erinnert sich, dass diese Art der Strafe oft gegenüber ruchlosen Bürgern in diesem Staat angewendet worden ist. Der andere vertritt die Auffassung, dass der Tod von den unsterblichen Göttern nicht um der Strafe willen festgesetzt worden ist, sondern entweder natürliche Notwendigkeit oder Ruhe von Mühen und Elend ist. Daher sind diesem (Tod) die Weisen niemals widerwillig, die Tapferen (aber) oft sogar gerne entgegengegangen. Die Fesseln (o. das Gefängnis) aber, und zwar auf Dauer (w. immerwährende), sind (ist) gewiss zur einzigartigen Strafe für das ruchlose Verbrechen erfunden worden. Er befiehlt, die Verurteilten auf die Landstädte zu verteilen (w. dass die Verurteilten ... verteilt werden). Er verfügt (w. verbindet) für die Landstädte schwere Bestrafung, wenn jemand deren Fesseln (Haft) sprengen sollte (Konj. Perf. = Potentialis); schreckliche und dem Verbrechen der verdorbenen Menschen angemessene Wachen stellt er ringsum auf; er setzt fest, dass niemand die Strafe derer, die er verurteilt, (= der Verurteilten) entweder durch den Senat oder durch das Volk erleichtern kann; er nimmt auch die Hoffnung, die allein (als einzige) die Menschen im Unglück zu trösten pflegt; außerdem befiehlt er, (ihre) Güter zu konfiszieren, und er lässt den ruchlosen Menschen allein das Leben (zurück). Wenn er (ihnen) dieses entrissen hätte, hätte er (ihnen) zugleich viele geistige und körperliche Schmerzen und alle Strafen für die Verbrechen weggenommen.
alter: sc. D. Silanus - dispertiri: erg. „eos, qui condemnati sunt“

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