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Beleg gesucht für: primo
Belege des Suchbegriffs aus ausgewählten Texten (vollständig: Caes.Gall., Cic.Arch., Cic.S.Rosc., Cic.Lael.)
horum primo circiter milia xv Rhenum transisse; posteaquam agros et cultum et copias Gallorum homines feri ac barbari adamassent, traductos plures; nunc esse in Gallia ad centum et viginti milium numerum. Caes.Gall.1,31,5Von diesen seien zunächst ungefähr 15 Tausend über den Rhein gekommen. Nachdem aber diese wilden und unzivilisierten Leute Ackerbau, Zivilisation und Reichtum der Gallier hätten schätzen lernen, seien mehr übergesetzt. Jetzt seien in Gallien an die 120 Tausend.
Caesar primo et propter multitudinem hostium et propter eximiam opinionem virtutis proelio supersedere statuit. Caes.Gall.2,8,1Wegen der Menge der Feinde und des ausgezeichneten Rufes ihrer Tapferkeit wollte Cäsar anfangs ein Treffen vermeiden;
Eodem tempore equites nostri levisque armaturae pedites, qui cum iis una fuerant, quos primo hostium impetu pulsos dixeram, cum se in castra reciperent, adversis hostibus occurrebant ac rursus aliam in partem fugam petebant, Caes.Gall.2,24,1Zur selben Zeit stießen die römischen Reiter samt dem leichten Fußvolk, das, wie schon bemerkt, mit ihnen beim ersten Angriff der Feinde zurückgeschlagen worden war, bei ihrem Rückzug zu dem Lager schroff auf den Feind und nahmen aufs neue nach einer anderen Richtung die Flucht.
Ac primo adventu exercitus nostri crebras ex oppido excursiones faciebant parvulisque proeliis cum nostris contendebant; Caes.Gall.2,30,1Sogleich bei der Ankunft des römischen Heeres machten sie häufige Ausfälle aus der Stadt und ließen sich in kleine Gefechte ein.
nostri primo integris viribus fortiter repugnare neque ullum frustra telum ex loco superiore mittere, ut quaeque pars castrorum nudata defensoribus premi videbatur, eo occurrere et auxilium ferre, Caes.Gall.3,4,2Die Römer leisteten anfangs bei frischen Kräften tapferen Widerstand und warfen von dem erhöhten Standpunkt ihres Walles kein Geschoss umsonst auf die Feinde. Sobald eine Seite des Lagers von Verteidigern entblößt und in Gefahr zu sein schien, eilte man dorthin und leistete Hilfe.
Genus hoc est ex essedis pugnae: primo per omnes partes perequitant et tela coniciunt atque ipso terrore equorum et strepitu rotarum ordines plerumque perturbant, et cum se inter equitum turmas insinuaverunt, ex essedis desiliunt et pedibus proeliantur. Caes.Gall.4,33,1Der Kampf von diesen Streitwagen der Britannier ist von folgende Art: Am Anfang stürmen sie nach allen Seiten hin herum, schießen auf dem Feind und bringen ihn in der Regel schon durch den bloßen Schreck der Rosse und das Gerassel der Wagen die feindlichen Reihen in Verwirrung. Sobald sie sich dann zwischen die Reiterhaufen gedrängt haben, springen sie in von den Wagen herab und kämpfen zu Fuß.
Quibus ex navibus cum essent expositi milites circiter trecenti atque in castra contenderent, Morini, quos Caesar in Britanniam proficiscens pacatos reliquerat, spe praedae adducti primo non ita magno suorum numero circumsteterunt ac, si sese interfici nollent, arma ponere iusserunt. Caes.Gall.4,37,1Als die Soldaten, etwa 300, aus diesen beiden Schiffen ans Land gestiegen und auf dem Weg ins römische Lager waren, umringten sie die Moriner, mit denen Cäsar bei seiner Abreise nach Britannien in friedlichen Verhältnissen stand, aus Hoffnung auf Beute und verlangten, wenn ihnen ihr Leben lieb wäre, sollten sie die Waffen strecken. Anfangs waren es nur wenige Feinde.
id factum ex suis hospitibus Caesar cognoverat. ille omnibus primo precibus petere contendit, ut in Gallia relinqueretur, partim quod insuetus navigandi mare timeret, partim quod religionibus impediri sese diceret. Caes.Gall.5,6,3Cäsar aber hatte die Sache durch seine dortigen Gastfreunde erfahren. Anfangs versuchte Dumnorix, die Erlaubnis, in Gallien zu bleiben, durch alle möglichen Bitten zu erwirken, teils weil er an die Seefahrt nicht gewohnt sei und sich vor dem Meer fürchte, teils weil ihnen gewisse religiöse Gründe abhielten.
concilio Galliae primo vere, uti instituerat, indicto, cum reliqui praeter Senones, Carnutes Treverosque venissent, initium belli ac defectionis hoc esse arbitratus, ut omnia postponere videretur, concilium Luteciam Parisiorum transfert. Caes.Gall.6,3,4Als aber bei dem Landtag ganz Galliens, den er jetzt, wie gewöhnlich, zu Anfang des Frühlings hielt, alle übrigen erschienen, nur die Senonen, Carnuten und Treverer nicht, sah er dies für den Anfang einer Empörung und von Feindseligkeit an und verlegte die Versammlung nach Lutetia, dem Haupt Ort der Parisier, um zu zeigen, dass er dem Krieg seine ganze Aufmerksamkeit widme.
celeriter nostri clamore sublato pila in hostes immittunt. illi, ubi praeter spem, quos modo fugere credebant, infestis signis ad se ire viderunt, impetum ferre non potuerunt ac primo concursu in fugam coniecti proximas silvas petierunt. Caes.Gall.6,8,6Schnell erheben die Römer ein Geschrei und werfen ihre Speere auf den Feind. Als jetzt die Gallier wider alle Vermutung diejenigen in angreifender Haltung anrücken sahen, die sie eben noch für Flüchtige hielten, konnten sie ihren Ansturm nicht aushalten; sie wurden beim ersten Angriff in die Flucht geschlagen und zogen sie sich in die nächsten Wälder zurück.
barbari signa procul conspicati oppugnatione desistunt, redisse primo legiones credunt, quas longius discessisse ex captivis cognoverant; postea despecta paucitate ex omnibus partibus impetum faciunt. Caes.Gall.6,39,4Auf der anderen Seite ließen die Feinde beim Anblick der in der Ferne erscheinenden römischen Feldzeichen anfangs vom Stürmen ab, in der Meinung, die Legionen seien zurückgekommen, die nach der Aussage der Gefangenen weitergezogen waren (6,35); bald aber verachteten sie die geringe Anzahl Leute und griffen überall von neuem an.
datur petentibus venia dissuadente primo Vercingetorige, post concedente et precibus ipsorum et misericordia vulgi. defensores oppido idonei deliguntur. Caes.Gall.7,15,6Ihre Bitten fanden Erhörung, indem Vercingetorix, der anfangs dagegen war, aber später ihrem inständigen Flehen und der mitleidigen Teilnahme des Volkes nachgab. Für die Verteidigung der Stadt wurden geeignete Leute ausgewählt.
denique ex omni eo numero, qui fuit circiter milium XL, VIX DCCC, qui primo clamore audito se ex oppido eiecerant, incolumes ad Vercingetorigem pervenerunt. Caes.Gall.7,28,5Kurz, von der ganzen Bevölkerung, die etwa 40 Tausend Köpfe zählte, blieben kam achthundert übrig, die beim ersten Geschrei aus der Stadt stürzten und unversehrt zu Vercingetorix gelangten.
plusque animo providere et praesentire existimabatur, quod re integra primo incendendum Avaricum, post deserendum censuerat. Caes.Gall.7,30,2Man traute ihm selbst einen tiefen und geheimnisvollen Blick in die Zukunft zu, weil er, als noch nichts passiert war, geraten hatte, Avaricum in Brand zu stecken, später aber dafür eingetreten war, es preiszugeben.
Interim ii, qui ad alteram partem oppidi, ut supra demonstravimus, munitionis causa convenerant, primo exaudito clamore, inde etiam crebris nuntiis incitati oppidum ab Romanis teneri, praemissis equitibus magno cursu eo contenderunt. Caes.Gall.7,48,1Unterdessen vernahmen die Gallier, die mit der Verschanzung befestigt und auf der auf der anderen Seite außerhalb der Festung versammelt waren, den Lärm schickten angetrieben durch die wiederholte Nachricht, Gergovia sei in den Händen des Feindes, die Reiterei voraus und eilten selbst in größter Eile dorthin.
vadoque per equites invento pro rei necessitate opportuno, ut bracchia modo atque umeri ad sustinenda arma liberi ab aqua esse possent, disposito equitatu, qui vim fluminis refringeret, atque hostibus primo aspectu perturbatis, Caes.Gall.7,56,4Seine Reiter entdeckten eine für seine damalige Lage sehr willkommene Furt, an der die Soldaten beim Übergang wenigstens Schultern und Arme frei über dem Wasser hatten, um die Waffen nicht zu verlieren. Die Feinde waren beim ersten Anblick betroffen; überdies hatte er auch die Reiterei in den Strom gestellt, um so die Gewalt der Fluten zu brechen.
Labienus primo vineas agere, cratibus atque aggere paludem explere atque iter munire conabatur. Caes.Gall.7,58,1Labienus versuchte anfangs, Sturmdächer herbeizurücken, den Sumpf mit Faschinen und Schutt auszufüllen und sich so einen Weg darüber zu bahnen.
primo concursu ab dextro cornu, ubi septima legio constiterat, hostes pelluntur atque in fugam coniciuntur; Caes.Gall.7,62,3Der rechte Flügel, wo die siebte Legion stand, schlug den Feind beim ersten Angriff in die Flucht.
Probata re atque omnibus iure iurando adactis postero die in tres partes distributo equitatu duae se acies ab duobus lateribus ostendunt, una a primo agmine iter impedire coepit. Caes.Gall.7,67,1Dies fand vollkommenen Beifall und jeder schwor. Den Tag darauf wurden alle Reiter in drei Abteilungen getrennt, wovon sich zwei dem Feind in die Flanken warfen, während die dritte als Vortrab den Marsch des Feindes beunruhigte.
cum in conloquium ventum esset et ut convenerat manum Commii Volusenus adripuisset, centurio vel insueta re permotus vel celeriter a familiaribus prohibitus Commii conficere hominem non potuit; graviter tamen primo ictu gladio caput percussit. Caes.Gall.8,23,5Als man zusammengekommen war, und Volusenus nach der getroffenen Verabredung die Hand des Commius ergriffen hatte, konnte der (damit beauftragte) Centurio, entweder weil die Sache ihm doch ungewohnt war oder von den vertrauten Begleitern des Commius rasch verhindert, den Mann nicht völlig niederhauen; doch versetzte er ihm mit dem ersten Hieb eine schwere Kopfwunde.
igitur primo pecuniae, deinde imperi cupido crevit: ea quasi materies omnium malorum fuere. Sall.Cat.10,3So wurde die Begierde zunächst nach Geld, dann nach Herrschaft, immer mächtiger. Dies war der Keim zu allen Übeln;
haec primo paulatim crescere, interdum vindicari; post ubi contagio quasi pestilentia invasit, civitas inmutata, imperium ex iustissumo atque optumo crudele intolerandumque factum. Sall.Cat.10,6Diese Leidenschaften wuchsen anfänglich allmählich empor und wurden manchmal bestraft; dann aber, als sich die Ansteckung wie eine Pest ausbreitete, da änderte sich schnell der Volksgeist, da wurde die Herrschaft aus der gerechtesten und wohltätigsten unmenschlich und unerträglich.
Sed primo magis ambitio quam avaritia animos hominum exercebat, quod tamen vitium propius virtutem erat. Sall.Cat.11,1Anfangs indes trieb der Ehrgeiz die Leute mehr als die Habsucht, weil jenes Laster der Tugend noch etwas näher steht.
Igitur circiter Kalendas Iunias L. Caesare et C. Figulo consulibus primo singulos appellare; hortari alios, alios temptare; opes suas, inparatam rem publicam, magna praemia coniurationis docere. Sall.Cat.17,1Um den 1. Juni, in dem Jahr, in dem Lucius Caesar und Gaius Figulus Konsuln waren, wandte er sich also zuerst an jeden einzelnen; die einen ermutigte er, die anderen suchte er zu gewinnen. Er legte seine Mittel, die mangelnde Bereitschaft im Staat und den großen Gewinn einer Verschwörung dar.
igitur comitiis habitis consules declarantur M. Tullius et C. Antonius. quod factum primo popularis coniurationis concusserat. Sall.Cat.24,1Bei den Wahlen wurden so denn Marcus Tullius und Gaius Antonius als Konsuln ausgerufen. Anfänglich machte dieses Ereignis auf das Gelichter der Verschworenen einen niederschmetternden Eindruck.
ea tempestate plurumos quoiusque generis homines adscivisse sibi dicitur, mulieres etiam aliquot, quae primo ingentis sumptus stupro corporis toleraverant, post ubi aetas tantummodo quaestui neque luxuriae modum fecerat, aes alienum grande conflaverant. Sall.Cat.24,3Man berichtet, er habe in der bezeichneten Zeit sehr viele Leute jeglichen Schlags für sich angeworben, auch viele Weiber, die anfangs für ihre ungeheuere Verschwendung die Mittel durch Prostitution beschafft, dann aber, als die Jahre ihrem Erwerb, jedoch nicht ihrem üppigen Lebensstil ein Ende setzten, große Schulden gemacht hatten.
quod si primo proelio Catilina superior aut aequa manu discessisset, profecto magna clades atque calamitas rem publicam oppressisset, neque illis, qui victoriam adepti forent, diutius ea uti licuisset, quin defessis et exanguibus, qui plus posset, imperium atque libertatem extorqueret. Sall.Cat.39,4Hätte Catilina im ersten Treffen gesiegt oder wenigstens keine Niederlage erlitten, so wäre in der Tat entsetzliches Unglück und Leid über den Staat hereingebrochen; aber auch diejenigen, die den Sieg errungen hätten, hätten sich seiner doch nicht länger erfreuen können, ohne dass ein Stärkerer den zum Tod Erschöpften Herrschaft und Freiheit entrissen hätte.
Volturcius primo cohortatus ceteros gladio se a multitudine defendit, deinde, ubi a legatis desertus est, multa prius de salute sua Pomptinum obtestatus, quod ei notus erat, postremo timidus ac vitae diffidens velut hostibus sese praetoribus dedit. Sall.Cat.45,4Volturcius forderte anfänglich die übrigen zum Kampf auf und verteidigte sich mit dem Schwert gegen die Überzahl; sobald er sich dann aber von den Gesandten verlassen sah, bat er zunächst Pomptinus, weil er ihm bekannt war, inständig um sein Leben, ergab sich aber schließlich in Angst und Verzweiflung den Praetoren gerade wie Feinden.
Volturcius interrogatus de itinere, de litteris, postremo quid aut qua de causa consili habuisset, primo fingere alia, dissimulare de coniuratione; post ubi fide publica dicere iussus est, omnia, uti gesta erant, aperit docetque se paucis ante diebus a Gabinio et Caepario socium adscitum nihil amplius scire quam legatos, tantummodo audire solitum ex Gabinio P. Autronium, Ser Sullam, L. Vargunteium, multos praeterea in ea coniuratione esse. Sall.Cat.47,1Volturcius wurde über seine Reise verhört, über die Schreiben, hauptsächlich, welche Absichten und warum er sie gehabt habe. Anfänglich brachte er ablenkende Lügen vor und stellte die Verschwörung in Abrede; als man ihn dann aber aufforderte, die Wahrheit zu sagen, und dazu Straflosigkeit zusicherte, erzählt er, wie sich alles zugetragen hatte; er erklärt, er sei erst wenige Tage zuvor von Gabinius und Caeparius als Teilnehmer angeworben worden und wisse nichts weiter als die Sache mit den Gesandten. Er habe nur öfter von Gabinius gehört, dass Publius Autronius, Servius Sulla, Lucius Vargunteius und viele andere zu den Verschwörern gehörten.
Interea plebs coniuratione patefacta, quae primo cupida rerum novarum nimis bello favebat, mutata mente Catilinae consilia execrari, Ciceronem ad caelum tollere: veluti ex servitute erepta gaudium atque laetitiam agitabat. Sall.Cat.48,1Als da nun die Verschwörung enthüllt war, änderte das Volk, das anfänglich aus Lust zum Umsturz gar zu sehr für den Krieg gewesen war, vollständig seine Gesinnung, verwünschte Catilinas Pläne und erhob dagegen Cicero bis zum Himmel. Als sei es aus Sklaverei gerettet, gebärdete es sich überschwänglich erfreut.
ii primo coepere pessumum quemque et omnibus invisum indemnatum necare: ea populus laetari et merito dicere fieri. Sall.Cat.51,29Diese töteten zuerst gerade die Schlechtesten und allen Verhassten ohne gerichtliches Urteil. Darüber freute sich das Volk und erklärte, es sei mit Recht geschehen.
Ut saepe homines aegri morbo gravi, cum aestu febrique iactantur, si aquam gelidam biberunt, primo relevari videntur, deinde multo gravius vehementiusque adflictantur, sic hic morbus, qui est in re publica relevatus, istius poena vehementius reliquis vivis ingravescet. Cic.Catil.1,31Wie oft Menschen, die an einer schweren Krankheit leiden, wenn Hitze und Fieber sie schüttelt, und sie kaltes Wasser trinken, zuerst Erleichterung zu spüren glauben, aber nachher weit heftiger und schwerer angegriffen werden, so wird diese Krankheit, die den Staat ergriffen hat, wenn sie durch die Bestrafung dieses Menschen eine Erleichterung erhält, dadurch dass die übrigen am Leben bleiben, noch heftiger und gefährlicher ausbrechen.
Nam postea quam imperio omnium gentium constituto diuturnitas pacis otium confirmavit, nemo fere laudis cupidus adulescens non sibi ad dicendum studio omni enitendum putavit; ac primo quidem totius rationis ignari, qui neque exercitationis ullam vim neque aliquod praeceptum artis esse arbitrarentur, tantum, quantum ingenio et cogitatione poterant, consequebantur; post autem auditis oratoribus Graecis cognitisque eorum litteris adhibitisque doctoribus incredibili quodam nostri homines dicendi studio flagraverunt. Cic.de_orat.1,14.Denn nachdem unsere Herrschaft über alle Völker begründet war und die Dauer des Friedens das ruhige Leben befestigt hatte, fand sich nicht leicht ein ruhmbegieriger Jüngling, der nicht der Ansicht gewesen wäre, mit allem Eifer nach Beredsamkeit streben zu müssen. Anfänglich zwar bei dem gänzlichen Mangel an wissenschaftlicher Bildung, da man weder von einem geregelten Verfahren der Übung noch von einer Kunstregel eine Ahnung hatte, brachte man es nur so weit, als es durch Naturanlage und Nachdenken möglich war. Später aber, als man die griechischen Redner hörte, ihre Schriften kennen lernte und Lehrmeister anwandte, entbrannten unsere Landsleute von einem unglaublichen Eifer für die Beredsamkeit.
Hi primo die de temporibus deque universa re publica, quam ob causam venerant, multum inter se usque ad extremum tempus diei conlocuti sunt; quo quidem sermone multa divinitus a tribus illis consularibus Cotta deplorata et commemorata narrabat, ut nihil incidisset postea civitati mali, quod non impendere illi tanto ante vidissent. Cic.de_orat.1,26.Diese unterhielten sich am ersten Tag über die damaligen Zeitumstände und über die ganze Lage des Staates, weshalb sie gekommen waren, angelegentlich miteinander bis zur Neige des Tages. In diesem Gespräch, er zählte Cotta, hätten jene drei Konsularen vieles ahnungsvoll beklagt und erwähnt, so dass in der Folge kein Unfall den Staat betroffen habe, den sie nicht so lange vorher hätten drohen sehen.
Videtis, in tabella iam ante quanta sit facta labes primo Gabinia lege, biennio autem post Cassia. Cic.Lael.41.fIhr seht, was für Unheil schon früher in dem Tafelgesetz (lex tabellaria) unserem Staat zugefügt worden ist, zuerst durch das Gesetz des Gabinius und zwei Jahre später durch das des Cassius.
et nuntiat domum non fili sed T. Capitonis inimici; et cum post horam primam noctis occisus esset, primo diluculo nuntius hic Ameriam venit; Cic.S.Rosc.19.bAber er meldet es im Haus nicht des Sohnes, sondern seines Feindes, Titus (Roscius) Capito; und da der Mord nach der ersten Stunde der Nacht vorgefallen war, so brachte er die Nachricht davon schon mit Anbruch der Dämmerung nach Ameria.
ac primo rem differre cotidie ac procrastinare isti coeperunt, deinde aliquanto lentius nihil agere atque deludere, postremo, id, quod facile intellectum est, insidias vitae huiusce Sex. Rosci parare neque sese arbitrari posse diutius alienam pecuniam domino incolumi obtinere. Cic.S.Rosc.26.dUnd nun begannen jene damit, die Sache Tag für Tag hinauszuschieben und zu verzögern. Dann wurden sie immer zögerlicher: Sie taten nichts in der Sache und trieben nur ihren Spott. Endlich stellten sie, wie man leicht merkte, diesem Sextus Roscius nach dem Leben; sie waren überzeugt, sie könnten, solange der Eigentümer lebe, fremdes Gut nicht länger behaupten.
ego crimen oportet diluam, vos et audaciae resistere et hominum eius modi perniciosam atque intolerandam potentiam primo quoque tempore exstinguere atque opprimere debetis. Cic.S.Rosc.36.bIch muss die Beschuldigung entkräften, eure Sache ist es, der Dreistigkeit zu widerstehen und die verderbliche und unerträgliche Macht solcher Menschen so bald wie möglich auszulöschen und zu unterdrücken.
qua ratione T. Roscio Capitoni primo nuntiavit? Cic.S.Rosc.96.fWarum hat er es dem Roscius Capito zuerst gemeldet?
iste, qui initio proditor fuit, deinde perfuga, qui primo sociorum consilia adversariis enuntiavit, deinde societatem cum ipsis adversariis coiit, terret etiam nos ac minatur tribus praediis, hoc est praemiis sceleris, ornatus. Cic.S.Rosc.117.der aber, der von Anfang an den Verräter, dann den Überläufer machte, der zuerst die Absichten seiner Genossen den Gegnern verriet, und dann mit den Gegnern selbst einen Bund schloss, erschreckt und bedroht uns noch, er, der mit drei Landgütern, d.h. mit den Lohn für seinen Frevel ausgestattet ist.
[Cic.Tusc.5,5,4] Tu urbis peperisti, tu dissipatos homines in societatem vitae convocasti, tu eos inter se primo domiciliis, deinde coniugiis, tum litterarum et vocum communione iunxisti, tu inventrix legum, tu magistra morum et disciplinae fuisti; Cic.Tusc.5,5,4Du hast Städte gegründet; du die zerstreuten Menschen in die Gesellschaft des Lebens zusammengerufen; du hast sie untereinander zuerst durch Wohnung, hierauf durch Ehen, und dann durch die Gemeinschaft der Schrift und der Rede verbunden; du warst Erfinderin der Gesetze, du Lehrerin der Sitten und der Zucht.
plerumque improborum facta primo suspicio insequitur, dein sermo atque fama, tum accusator, tum iudex; Cic.fin.1,50,5Meist folgt auf die Handlungen der Bösen zuerst Verdacht, dann Nachrede und übles Gerücht, dann der Kläger, dann der Richter.
centeni ex singulis pagis sunt, idque ipsum inter suos vocantur, et quod primo numerus fuit, iam nomen et honor est. Tac.Germ.6,5je hundert sind es aus einem Gau und ebenso heißen sie auch unter ihren Leuten, und was anfänglich eine Zahlbezeichnung war, ist jetzt Titel und Ehre.
Hactenus in occidentem Germaniam novimus; in septentrionem ingenti flexu recedit. ac primo statim Chaucorum gens, quamquam incipiat a Frisiis ac partem litoris occupet, omnium quas exposui gentium lateribus obtenditur, donec in Chattos usque sinuetur. Tac.Germ.35,1So weit kennen wir nun Germanien gegen Westen hin. Gegen Norden tritt es in einer starken Ausbuchtung zurück. Gleich zuerst kommt das Volk der Chauken, das zwar bei den Friesen beginnt und einen Teil der Küste einnimmt, sich dann aber allen vorher erwähnten Stämmen zur Seite hinzieht und endlich bis ins Chattenland hinein einen Winkel bildet.
2014.01.02 Congolesius Paulus Josephus Mucungubila, religiosus praeceptor et "prophetus perennis", quem se ipse appellat, terrenam auctoritatem petens asseclas suos anno novo vix coepto imperio, ut Kinshasae aeriportum, stationem televisificam, praetorium militare aggrederentur, ad deum ascendere iussit: Discipulis levis armaturae magistro obsequentibus a primo occasio erat nulla data: nonaginta quinque occisi, centum quinquaginta prehensi, pauci effugerunt. Nonnumquam fieri potest, ut aeternitas brevissima sit. 2014.01.02
2014.03.28 Unitae Nationes plebiscitum a Russis in Crimaea perhibitum illegale fuisse sententiis longe plurimis declaraverunt atque integritatem Ucrainae servari iusserunt. Quam postulationem centum civitates acceperunt, undecim respuerunt, duodesexaginta tacuerunt. Ucrainae administer ab exteris, Andreas Deshchytsia, internationalem gravitatem huius declarationis praedicavit. Russorum legatus, Vitalius Churkin, dimidium fere concilii postulationem non approbavisse primo loco posuit. lc20140328Die Vereinten Nationen (UN) erklärten mehrheitlich, dass die von Russland auf der Krim durchgeführte Volksabstimmung illegal war und forderten auf, die Integritat der Ukraine zu wahren. Hundert Staaten unterstützten diesen Antrag, 11 lehnten ihn ab, 58 enthielten sich. Der ukrainische Außenminister Andriy Deshchytsia betonte die internationale Bedeutung dieser Erklärung. Der russische Botschafter Vitaly Churkin rückte in den Vordergrund, dass fast die Hälfte der Vollversammlung nicht für den Antrag gestimmt hätte.
2014.05.26 In Ucraina miliardarius Petrus Poroshenko, vir duodequinquaginta annorum, qui socolatam imprimis in Russia venditam producit ideoque "baro socolatarius" nominatur, primo electionis transitu novus praesidens electus est (55%). Popularibus promittit, se pacem et ordinem in Ucraina restituturum, se Ucrainam civitatibus Europaeis applicaturum, se Russicam Crimaeae annexionem numquam agniturum; tamen se Vladimirum Putin conventurum cumque eo colloquia habiturum se sperare. Se primum in Orientalem Ucrainam profecturum, sed ut cum separatistis colloqueretur, futurum non esse, nisi arma deposuissent. De hoc ipso anno Ucrainam electiones parlamentarias habituram. Vladimirus Putin iam antea (in summi gradus conventu oeconomico in Petroburgi habito) se effectum electionis respecturum esse asseveraverat. 2014.05.26In der Ukraine wurde der achtundvierzigjährige Milliardär Petro Poroschenko, der Schokolade herstellt, die er hauptsächlich in Russland verkaufte, weswegen er "Schokoladenbaron" gennant wird, im ersten Wahldurchgang zum neuen Präsidenten gewählt (55%). Seinen Landsleuten versprach er, Frieden und Ordnung in der Ukraine herzustellen, die Ukraine den Europäischen Staaten anzunähern und niemals die russische Annexion der Krim anzuerkennen; dennoch hoffe er, Wladimir Putin zu treffen und mit ihm Gespräche zu führen. Er werde als erstes in die Ostukraine reisen, aber mit den Separatisten würde er nur sprechen, wenn sie die Waffen niedergelegt hätten. Noch in diesem Jahr werde es in der Ukraine Parlamentswahlen geben. Wladimir Putin hatte schon vorher (auf dem Wirtschaftsgipfel in St. Petersburg) zugesichert, den Ausgang der Wahl zu respektieren.
2014.05.28 Brüxellis praefecti rerum Europaearum lacrimas abstergent: Francogallicus praeses Hollande suffragiorum Frontis Nationalis victoriam Gallis traumaticam fuisse confitetur. Fieri non posse, ut Gallia seiuncta existeret. Postulavit, ut Europa redirectionem politicorum scoporum persequeretur. Pro austeritate impetum oeconomicum et occupationem omnium petendam esse; fines nationales conventione Schengeniana non neglecta melius protegendos esse. Britannus Cameron, victoria Independentiae Partis (UKIP) debilitatus postulavit, ut Europa e medio recederet singulaeque nationes suo ipsarum magis arbitrio ac voluntate agerent. Praesidium parlamenti Europaei Ioanni Claudio Juncker primo candidatorum apicatorum occasionem permisit, ut animos satis multorum legatorum, ut se praesidendatum commissionis petentem sublevarent, incitaret. 2014.05.28In Brüssel wischen sich die europäischen Regierungschefs die Tränen ab: Der französische PräsidentHollande gesteht, dass der Wahlsieg der Front National für Frankreich traumatisch war.Frankreich könne unmöglich in der Isolation leben. Er forderte, dass Europa eine Neuausrichtung der politischen Ziele vornehme. Statt bitterer Spardisziplin müssten wirtschaftlicher Aufschwung und Vollbeschäftigung angestrebt werden; die nationalen Grenzen müssten ungeachtet der Gültigkeit des Schengener Abkommens besser geschützt werden. Der Brite Cameron, der durch den Sieg der Unabhängigkeitspartei (UKIP) geschwächt wurde, fordert, dass Europa sich aus dem Mittelpunkt zurückziehe und die einzelnen Nationen mehr Entscheidungen in eigener Verantwortung träfen. Das Präsidium des Parlaments hat Jean-Claude Juncker als erstem Spitzenkandidaten die Gelegenheit eingeräumt, eine ausreichende Zahl von Abgeordneten zu begeistern, ihn bei seiner Bewerbung als Kommissionspräsident zu unterstützen.
2014.06.16 Pedipilarii Gallici in suo primo campionatus mundani ludo nationalem Hondurae gregem tribus ad nullum ictibus devicerunt. "Matritensis ille regalis" Karim Benzema, qui omnes tres metas assecutus sit, fecit momentum. In altera ludi parte Hondura, cum Wilson Palacios chartam rubram vidisset, decem tantummodo lusores in campo habuit. 2014.06.16Die französischen Fußballspieler haben in ihrem ersten Spiel der Weltmeisterschaft die Nationalmannschaft von Honduras mit 3 : 0 niedergerungen. Der Matchwinner war jener bekannte "königliche Madrilene" Karim Benzema, der alle drei Tore erzielte. In der zweiten Halbzeit hatte Honduras, weil Wilson Palacios die rote Karte gesehen hatte, nur noch zehn Spieler auf dem Platz.
2014.07.19 Sunniticus grex terroristicus IS (Islamicus Status) suae dicionis aream in Syria amplificavit. Primo campum gazalem in occidente occupaverunt. Pellicula quaedam magnetoscopica depingit gihadistam, qui ante cadavera sedens permixte Arabice et Germanice: "Porcos (Hanasir)", inquit, "necavimus, bestias (Hajawanat) trucidavimus." Deinde in Oriente complures vicos ab aliis regimini infensis militantibus armis non captis acceperunt. Nunc tertiam Syriae partem imperio tenent. 2014.07.19Die sunnitische Terrorgruppe IS (Islamischer Staat) hat das von ihm kontrollierte Gebiet in Syrien ausgeweitet. Zunächst haben sie im Westen ein Gasfeld erobert. Ein Video stellt einen Dschihadisten dar, der vor Leichen sitzt und sagt: "Die Schweine (Hanasir) haben wir geschlachtet, die Tiere (Hajawanat) niedergemetzelt." Dann haben sie im Osten mehrere Orte von anderen regierungsfeindlichen Kämpfern kampflos übernommen. Jetzt kontrollieren sie ein Drittel von Syrien.
2014.09.10 Praeses Baracus Obama, ante quam hodiero die Mercurii sermonem ad nationem habebit, die Martis Vasingtoniae in Aedibus Albis duces congressus certiores fecit, quomodo obstinatius in tromocraticum Islamicum Statum in Iraquia et Syria advertere animum induxerit. Obama ictus aerios, quos a primo Augusto in Iraquia repraesentat, etiam in Syria exsequi cogitat. Quam ad rem largam et internationalem "coalitionem volentium" cogere conatur. Itaque etiam secretarius statalis Ioannes Kerry denuo in Iordaniam et Arabiam Saudianam iter faciet. 2014.09.10Präsident Barack Obama hat am Dienstag, bevor er am heutigen Mittwoch zur Nation sprechen wird, im Weißen Haus in Washington die Führer des Kongresses darüber unterrichtet, wie er entschiedener gegen den terroristischen Islamischen Staat im Irak und Syrien vorgehen will. Obama denkt daran, die Luftschläge, die er seit Anfang August im Irak ausführt, auch in Syrien durchzuführen. Dazu bemüht er sich eine breite intenationale "Koalition der Willigen" zustande zu bringen. Deshalb wird auch der Außenminister John Kerry erneut nach Jordanien und Saudi-Arabien reisen.
2014.11.12 Me.d. Poloni independentiam civitatis, quam bello primo mundano confecto anno MCMXVIII adepti erant, recordantes a.d. III. Id. Nov. (11. Nov.) diem gentis propriam celebrant. Tumultus hac die Varsoviae non inusitati sunt, quod nationalistae atque homines ad extremam dextram tendentes hac occasione ad seditiones commovendas abutuntur. Etiam hoc anno ingentes turbae seditiosae ortae sunt. Aliquot centum adulescentes violenti custodes publicos lapidibus, armis igniferis, pyrotechnematibus aggrediebantur. "Militia Optimatum", quae pompam instruxerat, frustra violentos et rabiosos arcere conabatur. Custodes iaculatra aquatica et glandes cummatas adhibebant et ducentos viginti circiter turbatores comprehenderunt. Viginti tres custodes vulnerati sunt. 2014.11.12Im Gedenken an die Unabhängigkeit, die Polen nach dem 1. Weltkrieg 1918 erlangt hatte, feiert es am 11. Nov. seinen Nationalfeiertag. Unruhen sind an diesem Tag in Warschau nichts Ungewöhnliches, weil Nationalisten und Rechtsradikale diese Gelegenheit zu Krawallen nutzen. Auch in diesem Jahr kam es zu heftigen Ausschreitungen. Einige hundert gewaltbereite Jugendliche griffen die Polizei mit Steinen, Brandsätzen und Feuerwerkskörpern an. Die "Armee der Patrioten", die den Aufmarsch organisiert hatte, versuchte vergeblich die gewaltbereiten Hooligans fernzuhalten. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Gummigeschosse ein und verhaftete ungefähr 220 Krawallmacher. Dreiundzwanzig Polizisten wurden verwundet.
2014.11.21 Ve.d. Germaniae cancellarius Helimutus Kohl pridie Id. Nov. anno MCMLXXXIX, quarto die, postquam murus Berolinensis cecidit, Creisoviae, quae urbs in Polonia sita hodie Polonice Krzyzowa nominatur, una cum Tadeusz Mazowiecki, primo Poloniae principe administro, qui post secundum bellum mundanum democratico modo electus erat, sacris catholicis adfuit. Eo loco, quo fideles alter alterum per nomen pacis persalutant, uterque politicus sua sponte amplexum alterius ita petiit deditque, ut eo motu gestuque reconciliatio Germaniae cum Polonia symbolice exprimi putetur. Anno vicesimo sexto post Ewa Bozena Kopacz, Poloniae administra princeps, et Angela Merkel, Germaniae cancellaria, Creisoviae memoriae gratia una sacris oecumenicis aderant. Kopacz ad reconciliationem spectans Poloniam et Germaniam bellum recte pro disciplina et praeceptis habuisse dixit, Merkel ad simultates cum Russia spectans securitatem Europaeam in longum sine Russia perfici non posse. 2014.11.21Der deutsche Kanzler Helmut Kohl nahm am 12. Nov. 1989 drei Tage, nachdem die Berliner Mauer gefallen war, in Kreisau, das in Polen liegt und auf polnisch Krzyzowa heißt, zusammen mit dem polnischen Ministerpräsidenten Tadeusz Mazowiecki, dem ersten, der nach dem zweiten Weltkrieg demokratisch gewählt worden war, an einem katholischen Gottesdienst teil. An der Stelle, wo die Gläubigen den Friedensgruß austauschen, umarmten sich die beiden Politiker spontan so, dass man glaubt, in dieser Geste drücke sich die Versöhnung zwischen Polen und Deutschland symbolhaft aus. 25 Jahre danach nahmen die polnische Ministerpräsidentin Ewa Bozena Kopacz und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel in Kreisau zum Gedenken zusammen an einem ökumenischen Gottesdienst teil. Kopacz sagte mit Blick auf die Versöhnung, Deutschland und Polen hätten aus dem Krieg die richtigen Lehren gezogen, Merkel mit Blick auf die Spannungen mit Russland, auf Dauer könne die Sicherheit Europas ohne Russland nicht erreicht werden.
2014.11.29 Ve.d. Franciscus pontifex per triduum Turciam visit. Quod est quartum iter, quod umquam pontifex Romanus in Turciam fecerit. Primo die primus hospes publicus Ancyrae a Recep Tayip Erdogan, Turcico praeside, in novo praesidis palatio receptus est. Erdogan iam in antecessum occidentem nullius Islamicae rei interesse nisi petrolei, auri, adamantis questus erat. Cum Francisco colloquens ingravescentem islamophobiam occidentis exprobravit. Franciscus ipse, ut Muslimi, Iudaei, Christiani solidaritatem adversus fanatismum et fundamentalismus exercerent, monuit. Ad hoc, ut conatus pacis in Medio Oriente componendae reciperentur, postulavit: iam nimis diu illam regionem theatrum bellorum fratricidalium fuisse dixit. Altero die papa Constantinopolim proficiscetur, ubi eximios islamicos et orthodoxos duces conveniat atque Hagiam Sophiam et Meschitam Turcici imperatoris Ahmed (Caeruleam Meschitam) inspiciat. 2014.11.29Papst Franciscus besucht drei Tage lang die Türkei. Dies ist die vierte Reise, die ein römischer Papst jemals in die Türkei gemacht hat. Am ersten Tag wurde er vom türkischen Präsidenten Recep Tayip Erdogan als erster Staatsgast im neuen Palast des Präsidenten empfangen. Erdogan hatte schon im Vorfeld beklagt, den Westen interessiere am Islam nur Öl, Gold und Diamanten. Im Gespräch mit Franciscus kritisierte er die zunehmende Islamophobie des Westens. Franciscus mahnte zur Solidarität zischen Muslimen, Juden und Christen gegen Fanatismus und Fundamentalismus. Zudem forderte er, die Friedensbemühungen im Mittleren Osten wieder aufzunehmen: Diese Gegend sei schon zu lange Schauplatz von brudermordenden Kriegen gewesen. Am zweiten Tag wird der Papst nach Istanbul reisen, um dort islamische und orthodoxe Kirchenführer zu treffen und die Hagia Sophia und die Moschee des Sultans Ahmed (die Blaue Moschee) zu besichtigen.
2014.12.12 Ve.d. Hinc Germaniae gubernatio Carduchos contra Islamicum Statum pugnantes adiuvare intendit, illinc multi iuvenes Germanici vel in Germania adulti Islamicum Statum adiuvare conantur. Quae discrepatio adhuc in Syria et in Iraquia digeritur, ne mox in ipsa Germania! Hinc administra a defensione se primo anno subsequente ad centum milites missuram annuntiat, qui militantes Carduchicae Peshmergae in armis a Germanis suppeditatis utendis condoceant, illinc sescenti circiter iuvenes (nisi duo milia) iam in itinere Syriaco sunt, ut Gihad participent. Quae ne fiant, quomodo prohiberi possit, nemo in Germania non ignorare videtur. 2014.12.12Einerseits will die deutsche Regierung die Kurden in ihrem Kampf gegen den Islamischen Staat unterstützen, andererseits versuchen viele deutsche oder in Deutschland groß gewordene Jugendliche den Islamischen Staat zu unterstützen. Dieser Widerspruch wird bisher in Syrien und im Irak ausgetragen, hoffentlich nicht bad in Deutschland selbst. Einerseits kündigt die Verteidigungsministerin an, am Anfang nächsten Jahres ungefähr hundert Soldaten zu schicken, die die Kämpfer der kurdischen Peschmerga im Gebrauch der von Deutschland gelieferten Waffen ausbilden sollen, andererseits sind ungefähr 600 Jugendliche (wenn nicht 2000) auf dem Weg nach Syrien, um am Dschihad teilzunehmen. Wie man dies verhindern kann, scheint in Deutschland keiner genau zu wissen.
[5,1,2] Videt lucum proceris et vastis arboribus consitum, videt fontem vitreo latice perlucidum medio luci meditullio. prope fontis adlapsum domus regia est, aedificata non humanis manibus sed divinis artibus. iam scies ab introitu primo dei cuiuspiam luculentum et amoenum videre te diversorium.(Apul.met.5,1,2) Apul.met.5,1,2[5,1,2] Sie sieht einen Hain mit hohen, mächtigen Bäumen, sieht einen bis zum Grund kristlallklaren Quell. Inmitten des Haines bei dem Strom des Quells steht ein Schloss, nicht von Menschenhand, sondern mit göttlicher Kunst erbaut. Geht man hinein, weiß man gleich: man sieht das lichtvolle, liebliche Heim eines Gottes.
[Cic.nat.1,6,3] Nos autem nec subito coepimus philosophari nec mediocrem a primo tempore aetatis in eo studio operam curamque consumpsimus et, cum minime videbamur, tum maxime philosophabamur. Cic.nat.1,6,3Darauf erwidere ich: Nicht erst jetzt auf einmal ist mich die Neigung zum Philosophieren angekommen, sondern seit meinen Jünglingsjahren habe ich mich auf dieses Studium mit mehr als gewöhnlichem Eifer und Fleiß verlegt und war gerade dann recht mitten im Philosophieren, wenn es schien, als denke ich nicht daran.
[Cic.off.1,19,5] Ac de primo quidem officii fonte diximus. Cic.off.1,19,5Soviel von der ersten Quelle der Pflichten.
[Cic.off.1,39,3] ut primo Punico bello Regulus captus a Poenis, cum de captivis commutandis Romam missus esset iurassetque se rediturum, primum, ut venit, captivos reddendos in senatu non censuit, deinde, cum retineretur a propinquis et ab amicis, ad supplicium redire maluit quam fidem hosti datam fallere. Cic.off.1,39,3Regulus zum Beispiel, der während des ersten Punischen Krieges als karthagischer Gefangener nach Rom geschickt wurde, um einen Austausch der Gefangenen zu erwirken und sich eidlich verpflichtete zurückzukehren, erklärte sich nach seiner Ankunft zunächst im Senat gegen den Austausch; als Verwandte und Freunde dann in ihn drangen, er solle bleiben, wollte er lieber zur Hinrichtung zurückkehren, als sein dem Feind gegebenes Wort brechen.
Nihil primo senatus die agi passus [est] nisi de supremis Augusti, cuius testamentum inlatum per virgines Vestae Tiberium et Liviam heredes habuit. Livia in familiam Iuliam nomenque Augustum adumebatur; in spem secundam nepotes pronepotesque, tertio gradu primores civitatis scripserat, plerosque invisos sibi, sed iactantia gloriaque ad posteros. Tac.ann.1,8,1.In der ersten Senatssitzung ließ er nichts vernehmen, als was sich auf das Lebensende des Augustus bezog. Sein Testament wurde von den Jungfrauen der Vesta vorgelegt; es setzte Tiberius und Livia zu Erben ein. Livia wurde mit dem Titel Augusta in die julische Familie aufgenommen. In zweiter Linie kamen die Enkel und Urenkel, in dritter die führenden Männer im Staat, die meisten ihm verhasst , aber man konnte damit glänzen und Ruhm bei der Nachwelt gewinnen.
Interea manipuli ante coeptam seditionem Nauportum missi ob itinera et pontes et alios usus, postquam turbatum in castris accepere, vexilla convellunt direptisque proximis vicis ipsoque Nauporto, quod municipii instar erat, retinentis centuriones inrisu et contumeliis, postremo verberibus insectantur, praecipua in Aufidienum Rufum, praefectum castrorum, ira, quem dereptum vehiculo sarcinis gravant aguntque primo in agmine, per ludibrium rogitantes, an tam immensa onera, tam longa itinera libenter ferret. Tac.ann.1,20,1.Es waren aber noch vor Beginn des Aufruhrs etliche Manipeln nach Nauportus eschickt worden - wegen Straßen- und Brückenbaus und zu anderer Verwendung. Als diese von der Gärung im Lager Kunde bekamen, brachen sie sogleich auf, plünderten die nächsten Ortschaften und Nauportus selbst, das eine Municipialstadt war, verhöhnten und schmähten die Centurionen, die ihnen wehren wollten, und misshandelten sie zuletzt mit Schlägen, wobei ihr Zorn vornehmlich den Lagerpräfekten Aufidienus Rufus traf. Diesen rissen sie vom Wagen, belasteten ihn mit Gepäck und trieben ihn vor dem Zug her, höhnisch fragend, ob so ungemessene Lasten, so weite Märsche ihm behagten.
'Cur enim primo contionis die ferrum illud, quod pectori meo infigere parabam, detraxistis, o inprovidi amici? melius et amantius ille, qui gladium offerebat. cecidissem certe nondum tot flagitiorum exercitui meo conscius; legissetis ducem, qui meam quidem mortem inpunitam sineret, Vari tamen et trium legionum ulcisceretur. Tac.ann.1,43,1."Warum auch habt ihr mir am ersten Versammlungstag das Schwert entwunden, das ich mir in die Brust bohren wollte, o unbedachtsame Freunde! Besser und wohlmeinender tat derjenige, der mir sein Schwert bot; ich wäre wenigstens gefallen, ehe ich meinem Heer Zeuge von so viel Befleckung seiner Ehre geworden wäre. Ihr hättet einen Führer gewählt, der zwar meinen Tod ungeahndet gelassen hätte, aber doch den Varus und seine drei Legionen gerächt hätte.
ceterum ut iam iamque iturus legit comites, conquisivit impedimenta, adornavit navis: mox hiemem aut negotia varie causatus primo prudentis, dein vulgum, diutissime provincias fefellit. Tac.ann.1,47,3.Übrigens wählte er, als wolle er jeden Augenblick abreisen, seine Begleitung, ließ Gepäck zusammenbringen, Schiffe fertig machen; dann aber schob er bald Wind und Wetter, bald allerlei Geschäfte vor, und führte so anfangs die Klugen, danach noch das Volk, am längsten die Provinzen hinters Licht.
ac primo placidum aequor mille navium remis strepere aut velis inpelli: mox atro nubium globo effusa grando, simul variis undique procellis incerti fluctus prospectum adimere, regimen inpedire; milesque pavidus et casuum maris ignarus, dum turbat nautas vel intempestive iuvat, officia prudentium corrumpebat. Tac.ann.2,23,2.Anfangs rauschte die Meeresfläche ruhig unter dem Ruderschlag der tausend Schiffe, oder es blähte der Wind ihre Segel. Dann aber entlud sich Hagelgestöber aus schwarzem Gewölk, von den verschiedensten Windstößen wild bewegter Wellengang nahm die Aussicht und erschwerte das Steuern. Der ängstliche, mit Seenot unbekannte Soldat verdarb, indem er die Schiffsleute störte oder zur Unzeit unterstützte, was die Sachkundigen pflichtgemäß machten.
nobis in arto et inglorius labor; immota quippe aut modice lacessita pax, maestae urbis res et princeps proferendi imperi incuriosus erat. non tamen sine usu fuerit introspicere illa primo aspectu levia, ex quis magnarum saepe rerum motus oriuntur. Tac.ann.4,32,2.Meine Arbeit müht sich glanzlos auf engem Raum. Da ist es ein ungefährdeter oder nur wenig angefochtener Frieden, sind es betrübliche Zustände der Stadt und ein Fürst, dem es nicht um die Erweiterung des Reiches zu tun war. Dennoch dürfte es nicht ohne Nutzen sein, jene beim ersten Blick unbedeutenden Vorfälle näher ins Auge zu fassen; liegt doch in ihnen manchmal die Ursache großer Veränderungen.
ceterum plurimis mortalium non eximitur, quin primo cuiusque ortu ventura destinentur, sed quaedam secus, quam dicta sint, cadere fallaciis ignara dicentium: ita corrumpi fidem artis, cuius clara documenta et antiqua aetas et nostra tulerit. quippe a filio eiusdem Thrasulli praedictum Neronis imperium in tempore memorabitur, ne nunc incepto longius abierim. Tac.ann.6,22,3.Die meisten Menschen lassen es sich aber nicht nehmen, das einem jeden gleich mit der Geburt seine Zukunft bestimmt sei; nur, sagen sie, fielen manche Dinge, infolge der Irreführung durch diejenigen, die verkünden, was sie nicht verstehen, anders aus als verkündet; so werde der Glauben an eine Kunst, von der das Altertum und die Neuzeit glänzende Belege aufgestellt hätten, untergraben. Ich denke dabei an den Sohn eben des Thrasyllus und seine Vorhersage von der Erhebung des Nero zur höchsten Gewalt, die ich, um mich nicht zu weit von meinem Thema zu entfernen, zu ihrer Zeit erwähnen werde.
Mox eorundem indicio Subrius Flavus tribunus pervertitur, primo dissimilitudinem morum ad defensionem trahens, neque se armatum cum inermibus et effeminatis tantum facinus consociaturum; dein, postquam urgebatur, confessionis gloriam amplexus. Tac.ann.15,67,1.Bald darauf wurde der Tribun Subrius Flavus durch die Anzeige derselben Männer gestürzt. Anfangs suchte er die Verschiedenheit seines Charakters zu seiner Verteidigung heranzuziehen: er, der Waffen trage, werde sich nicht mit Unbewaffneten und Weichlingen zu solcher Untat zusammentun; hernach aber, als man ihm zusetzte, suchte er Ruhm im Geständnis.
finis Neronis, ut laetus primo gaudentium impetu fuerat, ita varios motus animorum non modo in urbe apud patres aut populum aut urbanum militem, sed omnis legiones ducesque conciverat, evulgato imperii arcano posse principem alibi quam Romae fieri. Tac.hist.1,4,2.Das Ende Neros war zwar in der ersten Anwandlung der Freude froh begrüßt worden, hatte aber doch verschiedene Gemütsbewegungen nicht allein in der Stadt, bei Senat, Volk, städtischer Besatzung, sondern auch bei allen Legionen und Befehlshabern hervorgerufen, da das Geheimnis des Kaiserreichs verraten war und sich herausgestellt hatte, dass auch anderswo als in Rom ein Kaiser erstehen könne.
[Cic.Tusc.1,5] in summo apud illos honore geometria fuit, itaque nihil mathematicis inlustrius; at nos metiendi ratiocinandique utilitate huius artis terminavimus modum. III. At contra oratorem celeriter complexi sumus, nec eum primo eruditum, aptum tamen ad dicendum, post autem eruditum. nam Galbam Africanum Laelium doctos fuisse traditum est, studiosum autem eum, qui is aetate anteibat, Catonem, post vero Lepidum, Carbonem, Gracchos, inde ita magnos nostram ad aetatem, ut non multum aut nihil omnino Graecis cederetur. Philosophia iacuit usque ad hanc aetatem nec ullum habuit lumen litterarum Latinarum; quae inlustranda et excitanda nobis est, ut, si occupati profuimus aliquid civibus nostris, prosimus etiam, si possumus, otiosi. Cic.Tusc.1,5In höchster Ehre stand bei ihnen die Geometrie; darum nichts verherrlichter als die Mathematiker. Wir dagegen haben diese Kunst soweit begrenzt und beschränkt, als sie zum Messen und Rechnen nützlich ist. III. Aber den Redner haben wir uns schnell angeeignet. Zwar verlangten wir von ihm zuerst keine weitere Bildung, jedoch so viel, dass er der Sache angemessen spreche; dann kam aber auch die Bildung hinzu. Denn Galba, Africanus, Laelius waren, der Überlieferung zufolge, durch Kunst gebildete Redner. Cato aber, der älter war als sie, hatte sich doch mit der Theorie beschäftigt. Hierauf schlossen sich Lepidus, Carbo, die Gracchen an; und von jetzt bis auf unserer Zeit so große Männer, dass wir wenig oder gar nicht den Griechen nachstanden. Die Philosophie lag bis auf die Gegenwart darnieder und fand keinen, der in ihr ein Licht in der lateinischen Literatur anzündete. Diese nun aufzuklären und zu erwecken, dazu fühle ich mich berufen, damit, wenn meine öffentliche Wirksamkeit meinen Mitbürgern etwas nützte, auch meine Muße, vermag ich es anders, Nutzen gewähre.
[Cic.Tusc.1,21] Dicaearchus autem in eo sermone, quem Corinthi habitum tribus libris exponit, doctorum hominum disputantium primo libro multos loquentes facit; duobus Pherecratem quendam Phthiotam senem, quem ait a Deucalione ortum, disserentem inducit nihil esse omnino animum, et hoc esse nomen totum inane, frustraque animalia et animantis appellari, neque in homine inesse animum vel animam nec in bestia, vimque omnem eam, qua vel agamus quid vel sentiamus, in omnibus corporibus vivis aequabiliter esse fusam nec separabilem a corpore esse, quippe quae nulla sit, nec sit quicquam nisi corpus unum et simplex, ita figuratum ut temperatione naturae vigeat et sentiat. Cic.Tusc.1,21Dikaiarchos führte in jenem Gespräch, das er, als zu Korinth zwischen einigen Gelehrten gehalten in drei Büchern darstellt, und in dessen erstem Buch er mehrere reden lässt, in den zwei folgenden einen gewissen Pherekrates, einen Alten aus Phtia der von Deukalion stammen sollte, redend ein: die Seele sei überhaupt nichts, und das sei ganz und gar nur ein eitler Name und umsonst spreche man von beseelten Wesen; weder im Menschen sei eine Seele, noch im Tier; und jene ganze Kraft der Tätigkeit und der Empfindung sei in allen lebendigen Körpern gleichmäßig verteilt und vom Körper unabtrennbar, eben deswegen, weil sie für sich nicht bestehe und nichts sei als der eine und einfache Körper, so gebildet, dass er durch die Organisation der Natur lebe und empfinde.
[Cic.Tusc.1,54] principii autem nulla est origo; nam e principio oriuntur omnia, ipsum autem nulla ex re alia nasci potest; nec enim esset id principium, quod gigneretur aliunde. quod si numquam oritur, ne occidit quidem umquam; nam principium extinctum nec ipsum ab alio renascetur, nec ex se aliud creabit, siquidem necesse est a principio oriri omnia. ita fit, ut motus principium ex eo sit, quod ipsum a se movetur; id autem nec nasci potest nec mori, vel concidat omne caelum omnisque natura consistat necesse est nec vim ullam nanciscatur, qua a primo inpulsa moveatur. cum pateat igitur aeternum id esse, quod se ipsum moveat, quis est qui hanc naturam animis esse tributam neget? inanimum est enim omne, quod pulsu agitatur externo; quod autem est animal, id motu cietur interiore et suo; nam haec est propria natura animi atque vis. quae si est una ex omnibus quae se ipsa [semper] moveat, neque nata certe est et aeterna est'. Cic.Tusc.1,54
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15.03.2015 Fabula politica (extrema pars adhuc deest, ut nondum constet, utrum comoedia an tragoedia agatur):
Prologus:
Wolgangus Schäuble (die Iovis vesperi): "Quoniam, quid accidat, ad tempus a nullo nisi a Graecis decerni potest neque nos pro certo scimus, quid viri in Graecia responsiabiles facturi sint, nemo Graeciam omnibus invitis fortuna adversa zonam Euronis deserturam esse excludere potest."
Actus I:
Varoufakis (Comi versans interrogatus): "Wolfgango Schäuble ex hoc amoenissimo loco respondere nolim."
Panos Kammenos: "Sunt, qui nos ad amussim ex Euronis zona extrudere velint." - "Istud est bellum psychologicum, et Schäuble relationes inter nostras res publicas veneno imbuit." - "Nos Graeci non ignoramus Schäuble olim ab suae partis administratione repulsum esse, quod corruptione implicatus erat." - "Si nostra civitas ex zona Euronis expellitur, omnia pacta erunt irrita, neque iam obligati erimus, ut fugitivos in terram, quo primo advenerint, recipiamus." - "Si Graecia displodetur, deinceps Hispania, tum Italia, denique Germania. Deverticulum nobis intra Euronem inveniendum est."
Actus II:
Martinus Schulz: "Coalitionem factionis sinistrae cum istis dextropopulistis vitiosam puto." - "Elephantus ille inter catillos et potoria saeviens comparatus cum illo Kammenos mihi subtilis diplomates videtur."
Actus III:
Tsipras: "Nos nostram partem exsequemur sociosque nostros suam partem contributuros esse exspectamus."
Actus IV:
Jeroen Dijsselbloem: "Hic est magna vis verborum, quae nihil conducit."
Petrus Moscovici: "Grexitus, qui dicitur, catastrophae persimilis sit: Si una tantummodo res publica hanc unionem relinquet, mercatus actutum quaerent, quae terra proxima secutura sit, quod initium exitii esse possit."
Actus V:
Varoufakis: "Parati sumus ad effectum nonnullarum promissionum, quas comitiis habendis fecimus, differendum, ut socii nostri nobis confidere possint."
Epilogus:
Marcellus Fratscher: "Athenae instrumentum ignem eructans in manibus tenentes in repositorio pulveris pyrii sedent." lc201503
09.04.2015 Vladimirus Putin et Alexis Tsipras Moscoviae colloquia habentes omnia, quibus singulae civitates Unionis Eurpaeae offendi potuissent, diligenter devitabant. Putin praeses primarium Graecum pecuniam mutuam non petivisse neque Russiam civitates Europaeas cuneo illiso diducere velle primo loco posuit. Credita nisi ad magna communia opera efficienda non datum iri. Cum Putin Graecis praeter futura nihil promiserit, Tsipras inanis Athenas reversurus esse videtur. lc201504
10.04.2015 Ayatollah Ali Khamenei, Iraniae summus dux, Iraniam pactionem praecursoriam, quae septimana proxime praeterita Lausannae de suo nucleari programmate facta esset, non ratam esse facturam, nisi sanctiones suae oeconomiae impositae omnes et ex primo subscriptionis die eximerentur. Etiam in Foederatis Civitatibus quidam disceptatores adamantini rigoris pactum pervertere conantur. lc201504
06.05.2015 In Britannia ultimus dies ante generales electiones adest. Artifices demoscopici nullam ex tribus partibus tot suffragia accepturam esse, ut sola novum regimen formare possit, augurantur: neque primarius David Cameron, qui plebiscitum, num Britannia in Europaea Unione permaneat, er cunctis civibus futura meliora promittit, neque Eduardus Miliband, delegatus Factionis Laboris, qui, ut operarii primas agant, evincere vult, neque liberalis Nicolaus Clegg, qui stabilitatem ac decentiam primo loco ponit. lc201505In Britannien ist heute der letzte Tag vor den Wahlen. Die Demoskopen sagen voraus, dass keine der drei Parteien so viele Stimmen bekommt, dass sie allein die Regierung bilden kann: weder der Premier David Cameron, der eine Volksbefragung, ob Britannien in der EU bleiben soll, und allgemein eine bessere Zukunft verspricht, noch der Labour-Abgeordnete Ed Miliband, der durchsetzen will, dass die Arbeiter die Hauptrolle spielen, noch der Liberale Nick Clegg, der Stabilität und Schicklichkeit an die erste Stelle rückt.
13.05.2015 Israelia et Germania relationes diplomaticas sexaginta annorum in memoriam revocant. Quare Reuven Rivlin, Israeliticus praeses statalis, ex Lunae die tres dies publice Berolini versatur. Primo die a praeside Ioachimo Gauck receptus altero Germanicum administrum a rebus externis, Gualterium Steinmeier, et cancellariam Angelam Merkel convenit. Duo controversa themata in centro colloquiorum posita sint: primum, num Palaestinensibus sit sui iuris res publica concedenda, quod Europaeis placet, Israelitibus displicet; alterum, utrum pactio de nucleari Iranorum programmate provisa israeliae plus securitatis an periculi afferat. Eodem tempore Germanica administra a defensione, Ursula de Leyen, et Henricus Maaß, administer iustitiae, Hierosolymis versantur. In holocaustomatis monumento Yad Vashem serta posuerunt et superstites convenerunt. Ex tertia parte Avi Primor, qui olim officio legationis fungebatur, Germanos, ne conscientia mala verecundius cum Israelitibus agerent, neve rationes eorum politicas submissius percenserent, monuit. Quam demum veram et firmam amicitiam esse. lc201505Israel und Deutschland gedenken der 60 Jahre ihrer diplomatischen Beziehungen. Daher hält sich der israelische Präsident Reuven Rivlin seit Montag für drei Tage in Berlin auf. Am ersten Tag wurde er von Präsident Joachim Gauck empfangen. Am zweiten traf er mit Walter Steinmeier und Kanzlerin Angela Merkel zusammen. Zwei kontroverse Themen dürften im Zentrum der Gespräche stehen: das erste, ob die Palästinenser einen autonomen Staat haben sollten, was die Europäer befürworten, die Israelis ablehnen; das zweite, ob die vorgesehene Vereinbarung über das iranische Atomprogramm Israel mehr Sicherheit oder mehr Gefahr bringt. Gleichzeitig halten sich die Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und der Justizminister Heiko Maaß in Jerusalem auf. An der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem haben sie Kränze niedergelegt und Überlebende getroffen. Den dritten Part spielt der frühere Botschafter Avi Primor, der die Deutschen auffordert, nicht aus Gewissensbissen zu zurückhaltend mit den Israelis umzugehen und ihre Politik nicht zu unterwürfig zu beurteilen. Darauf beruhe schließlich feste und echte Freundschaft.
10.06.2015 Ioannes Ellis (Jeb) Bush, qui se candidatum republicanum praesidentatum Foederatarum Civitatum anni MMXVI ambiturum annuntiavit, iter quinque dierum in Europam facit, ut, quod vulgo creditur, peritiae rerum externarum documentum det. Prima statio est Germania. Quae res autem ambigua excedat. Nam ex hac parte nomen Bush Germanis est magnae auctoritatis, quod pater Georgius H.W. Bush praeses Americanus suos nervos in Germania reconcilianda contenderat, illinc autem in Europa infamia aspersum est, quod eius frater Georgius W. Bush praeses bellum Iraquianum commoverat. Quam exspectationem hospes Americanus primo die Berolini ad consilium oeconomiae Democratarum Christianorum orationem habens non fallit, cum et patrem rei publicae gerendae scientissimum omnium adhuc viventium, quos umquam convenisset, praedicavit, neque fratris nomen commemoravit. Ceterum languere videbatur neque aliqua sententia animos Berolinensium inflammans velut ab Ioanne F. Kennedy (a. MCMLXIII) vel a Ronaldo Reagan (a. MCMLXXXVII) vel a Baraco Obama (a. MMVIII) ab eo audita est. lc201506Jeb Bush, der für die Republikaner seine Kandidatur zur Präsidentschaft 2016 angekündigt hat, unternimmt eine fünftägige Reise nach Europa, um, wie man allgemein glaubt, seine außenpolitische Kompetenz unter Beweis zu stellen. Seine erste Station ist Deutschland. Dieses Vorhaben dürfte aber problematisch verlaufen. Denn einerseits genießt der Name Bush hohes Ansehen, weil sich Vater George H.W. Bush als amerikanischer Präsident für die Wiedervereinigung Deutschlands eingesetzt hatte, andererseits ist er in Europa in Verruf, weil sein Bruder George W. Bush als Präsident den Irakkrieg begonnen hatte. Diese Erwartung bestätigte der amerikanische Gast am ersten Tag in einer Rede vor dem Wirtschaftsrat der Christdemokraten in Berlin, als er seinen Vater als den bedeutendsten noch lebenden Staatsmann bezeichnete, dem er je begegnet sei, und den Namen seines Bruders nicht einmal erwähnte. Ansonsten wirkte er blass. Von ihm war kein Satz zu hören, der die Berliner begeistert hätte, wie von John F. Kennedy (1963), von R. Reagan (1987) oder Barack Obama (2008).
29.07.2015  Nato die Martis Bruxellis arbitratu Turcarum extra ordinem consilium habuit. Si quis exspectaverat ancipitem Turcarum strategiam ignominia appellari, deceptus est. Ii, qui in antecessum actiones Turcarum in Curdos moderandas esse pacique cum Curdis servire non desinendum dixerant, in conventu ipso obmutuisse videbantur. In promulgatione terminali Ioannes Stoltenberg, Natonis secretarius generalis, unitatem et concordiam organizationis primo loco posuit: Natonem Turcis contra tromocratiam cuiusvis generis pugnantibus plenam solidaritatem oblaturam esse. Nullum autem verbum de Turcicis ictibus in Curdos perpetratis, nullum verbum de conaminibus pacis ineundae infirmatis. Num Nato eiusque secretarius generalis praesidi Erdogan epistulam libere agendi dederunt? Nonne sibi ipsis cladem acerbam importaverunt? Quae, si tardissime, apparebunt, cum etiam parlamentaria et philocurdica factio HDP, quae maioritatem regendi factionis AKP, cui Erdogan praesidet, prohibuerat, pars tromocratiae pugnae esse declarabitur. lc201507Die Nato hielt am Dienstag auf Wunsch der Türken in Brüssel eine außerordentliche Sitzung ab. Wenn jemand erwartet hatte, dass die Doppelstrategie der Türken angeprangert werde, sah sich getäuscht. Diejenigen, die im Vorfeld gefordert hatten, die Türken müssten ihre Maßnahmen mäßigen und den Friedensprozess mit den Kurden fortsetzen, waren in der Sitzung selbst offenbar verstummt. Im Schlusskommuniqué rückte Generalsekretär Jens Stoltenberg die Einheit und Geschlossenheit des Bündnisses an die erste Stelle: Die Nato sei mit den Türken im Kampf gegen Terrorismus gleich welcher Art voll solidarisch. Kein Wort über die türkischen Luftschläge gegen die Kurden, kein Wort über die Aussetzung des Friedensprozesses. Haben die Nato und ihr Generalsekretär Präsident etwas einen Freibrief ausgestellt? Haben sie sich nicht selbst eine bittere Niederlage zugefügt? Dies wird spätestens deutlich werden, sobald auch von der parlamentarischen und prokurdischen Partei HDP, die die absolute Mehrheit der von Erdogan geführten AKP verhindert hatte, verkündet wird, sie spiele im antiterroristischen Kampf eine Rolle.
30.07.2015  Ex aliquot diebus navis fracta subaquanea cyrillicis litteris inscripta, quam urinatores Suecici prope litus invenerunt, animos imprimis Suecorum commovet. Quae sollicitudo facile intellegitur, si quis proxime praeteriti anni meminerit, quo mense Octobri rumor manavit Russicum navigium subaquaneum prope Holmiam in angustias navales adductum esse (rettuleramus 2014.10.20). Nunc, quamquam opinio diventilatur agi de Russica navicula subaquanea Som nomine, quae primo bello mundano (anno MCMVI) ibi collisa cum XVIII viris demersa sit, Sergio Schoigu, Russico administro a defensione, veri affirmandi causa propositum est, ut Suecici et Russici urinatores expeditionem facientes una in aquam immergantur. lc201507Seit einigen Tagen erregt das Wrack eines mit kyrillischen Zeichen beschrifteten Unterseebootes, das schwedische Taucher nahe der Küste gefunden haben, besonders schwedische Gemüter. Die Aufregung ist leicht verständlich, wenn man sich an das letzte Jahr erinnert, als im Oktober das Gerücht ging, ein russisches U-Boot sei nahe Stockholm in Seenot geraten (wir hatten am 20.10.2014 berichtet). Obwohl sich jetzt die Meinung verbreitet, es handele sich um das russische U-Boot Som, das im 1. Weltkrieg (1916) nach einer Kollision dort mit 18 Mann untergegangen war, verfolgt der russische Verteidigungsminister Segeij Schoigu, um die Wahrheit zu bestätigen, die Absicht, dass schwedische und russische Taucher auf einer gemeinsam Expedition hinuntertauchen.
06.10.2015  Unum ex iis aeroplanis militaribus Russorum, qui ex una septimana in Syria Islamico Statui aliisque rebellium grecibus ictus aerios imponunt, Turcicum aerispatium violavit atque duabus Turcicis aeronavibus venaticis (typi F-16) a suo cursu depelli debebat. Turcae Russicum legatum statalem acciverunt, ut casum officialiter conquereretur. Etiam Ioannes Stoltenberg, secretarius generalis Natonis Russos, ut aerispatium Turciae respicerent, vehementer rogavit. Casum inacceptabilem nominavit. A Russis bifariam et rem per singularem errorem accidisse dicebatur et, quae accidissent, primo exploranda esse. Recep Tayyip Erdoğan, Turcicus praeses, Russis, quod in Syria ad "terroristam statalem" Assad defendendum intervenissent, principialiter gravi vitio tribuit. Id temporis Bruxellis versatur, ut ab moderatoribus Europaeis ad crisim profugorum mitigandam pecunias exigat. Interea Russicum aeroplanum iterum Turcicum aerispatium neglexisse innotuit. lc201509Einer der russischen Kampfjets, die seit einer Woche in Syrien Luftschläge gegen den IS und andere Rebellengruppen führen, hat den türkischen Luftraum verletzt und musste von zwei türkischen F-16-Jägern abgedrängt werden. Die Türken bestellten den russischen Botschafter ein, um sich offiziell über den Zwischenfall zu beschweren. Auch Jens Stoltenberg, der Generalsekretär der Nato, forderte die Russen eindringlich auf, den Luftraum der Türkei zu respektieren. Er nannte den Zwischenfall inakzeptabel. Von den Russen wurde zweierlei gesagt: einmal, es handele sich um einen einmaligen Irrtum, dann, der Vorfall müsse erst aufgeklärt werden. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan rechnet den Russen grundsätzlich ihren Eingriff in Syrien, um den "Staatsterroristen" Assad zu verteidigen, als schweren Fehler an. Zur Zeit hält er sich in Brüssel auf, um für eine Abschwächung der Flüchtlingskrise Geld einzufordern.. Inzwischen wurde bekannt, dass ein russisches Flugzeug erneut den türkischen Luftraum verletzt hat.
15.11.2015  Primo post insidias Parisiacas die homines in Francogallia et insuper in tota Europa maerore proiecti, sed etiam ira incensi mortuorum, vulneratorum eorumque familiarum meminerant, donec ubique ratiocinatio, quantum esset periculum, ne talia hic aut alibi denuo accidere possent, acerbitatibus antevortit. Vix quemquam reperias, quin istam caedem condemnaret, nisi machinatores ipsos, qui suam petitionem fortunatam vocabant, et Bashar al-Assad, qui causam moliminis a falsa Francogallorum politia repetivit. Mirum ni etiam alterum Syriacum colloquium eo ipso die Viennae habitum his rebus commotum esset. Nam ibi inter Americanos et Russos et XV alias civitates opinione celerius de principiis belli civilis in Syria componendi convenisse dicitur: Intra sex menses regimen transitorium esse confirmandum, cuius etiam repraesentantes oppositionis participes esse deberent. Cui novae administrationi electiones generales intra duodecim sequentes menses praeparandas esse. Is fuerit magnus progressus, nisi proverbium "dimidium esse facti coepisse" mentitur. lc201511Am ersten Tag nach den Anschlägen in Paris gedachten die Menschen in Frankreich und darüber hinaus in ganz Europa, erfüllt von Trauer, aber auch voll Zorn der Toten und Verwundeten und ihrer Familien, bis allenthalben das Gefühl der Bitterkeit durch die Überlegung verdrängt wurde, wie groß die Gefahr sei, dass sich Derartiges hier oder anderswo wiederholen könne. Man wird kaum einen finden, der dieses Massaker nicht verurteilt, außer den Drahtziehern selbst, die ihr Attentat “beseligt” nannten und Baschar al-Assad, der die Ursache für den Anschlag in der falschen Politik Frankreichs fand. Es wäre verwunderlich, wenn nicht auch die zweite Syrienkonferenz, die genau an diesem Tag in Wien abgehalten wurde, unter dem Eindruck dieser Ereignisse gestanden hätte. Denn dort einigten sich, wie berichtet wird, Amerikaner, Russen und 15 weitere Staaten überraschend schnell auf die Grundlinien der Beilegung des Bürgerkrieges in Syrien: Innerhalb von sechs Monaten sei eine Übergangsregierung zu bilden, an der auch Vertreter der Opposition beteiligt sein müssten. Aufgabe dieser neuen Verwaltung sei es, innerhalb der folgenden zwölf Monate allgemeine Wahlen vorzubereiten. Dies dürfte ein großer Fortschritt sein, wenn das Sprichwort “Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen” nicht lügt.
19.12.2015  Quinto anno Syriaci belli intestini repraesentantes quinque rerum publicarum, quibus in Consilio Securitatis Unitarum Nationum ius vetandi est, die Veneris Neo-Eboracum convenerant, ut consilium pacis in Syria restituendae exararent. A primo mane administri rerum exteriorum septendecim civitatum de lineamentis conventionis disceptabant. Difficile videbatur quicquam inter eos convenire, quod legati terrarum inimicitias inter se exercentium, sicut Iraniae et Arabiae Saudianae, colloquiis intererant, et contrariae rationes Russorum et Americanorum ex longo tempore notae et inveteratae sunt. Tamen contigit, ut scriptum commune componeretur, quod multo vespere Consilio Securitatis ad statuendum deferretur et re vera omnium consensu acceptum est. Maxime, quae iam Viennae constituta erant, ad effectum perducenda esse convenit: De pacis faciendae condicionibus iam mense Ianuario colloquia ineunda atque ex eodem tempore armistitium esse faciendum. In disceptatione versabitur, qui greges nunc contra regimen Syriacum militantes non tromocratici habiti colloquia participaturi sint et quam partem praeses Bashar al-Assad in Syria pacata acturus sit. Islamicum Statum impugnandum esse minime litigosum est. lc201512Im fünften Jahr des Syrischen Bürgerkrieges hatten sich am Freitag die Vertreter der fünf Vetomächte im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York versammelt, um einen Friedensplan für Syrien auszuarbeiten. Seit dem frühen Morgen diskutierten die Außenminister von 17 Staaten die Grundzüge einer Übereinkunft. Es schien schwer, irgendeine Einigung zu erzielen, weil die Abgeordneten verfeindeter Staaten, wie z. B. von Iran und Saudi-Arabien mit am Verhandlungstisch saßen, und die gegensätzlichen Ansichten der Russen und Amerikaner seit langer Zeit bekannt und tief verwurzelt sind. Dennoch gelang es, ein gemeinsames Dokument zu erstellen, das am späten Abend dem Sicherheitsrat zur Beschlussfassung vorgelegt werden sollte und in der Tat einstimmig angenommen wurde. Im wesentlichen einigte man sich darauf, die bereits in Wien beschlossenen Maßnahmen umzusetzen. Über die Bedingungen eines Friedens sollen bereits im Januar Verhandlungen beginnen und gleichzeitig soll ein Waffenstillstand in Kraft treten.Umstritten wird bleiben, welche jetzt regierungsfeindlichen Gruppen, weil sie als nicht-terroristisch gelten, an den Verhandlungen teilnehmen werden, und welche Rolle Präsident Baschar al-Assad in einem befriedeten Syrien spielen wird. Dass der Islamische Staat bekämpft werden muss, ist völlig unumstritten.
26.VII.2016  Heri, die Lunae, Philadelphiae conventus partialis Americanorum democratarum, in quo Hilaria Clinten candidata praesidentialis appellaretur, incohavit. Democratae ab intentione, ut se contrarios Republicanis, id est concordes praeberent, primo die longe aberraverunt: Epistulae electronicae ab ignotis furaciter exceptae et pervulgatae demonstrabant Hilariam Clinton et Bernardum Sanders inde a principio non ex aequo decertavisse, sed Clinton a factionis praestitibus praeoptatam atque expense adiutam esse. Bernardus Sanders suos stomachosos fautores primo vix placare potuit. Cum eos suam pristinam aemulam sublevare iuberet, exsibilabatur. Paulatim autem motus in animis sedabat, cum certamen candidatorum ad terminum deductum esse et Hilariam, ut Donaldo Trump praesidi praeverteretur, praesidem fieri debere diceret. Cum perorasset, producto plausu assensuque honestatus est. lc201607
28.VII.2016  Franciscus pontifex, cum, antequam in Poloniam profectus est, de internecione sacerdotis Rothomagensis interrogaretur, recentem undam gihadisticarum incursionum demonstrare mundum esse in bello respondit; sed in bello non pro religionibus suscepto, sed pro commodis, pecuniis, facultatibus. Tamen istud "bellum mundanum" spiritui et voluntati immigrantium amplectendorum non contrapositum ducit. Nam in Polonia ipsa primo die suae peregrinationis, quae quinque dies explebit, gubernatores Poloniae, ut profugos benigne reciperent, monuit: homines, qui bellum et famem fugerent, benigne excipiendos esse. lc201607
05.09.2016  Dum cancellaria Angela Merkel in Sinis versans summum conventum G20 - civitatum participat, eius factio Democratarum Christianorum (CDU) in Megapoli et Pomerania Citeriore, ubi heri delegati consilii foederalis eligebantur, in tertium locum praecipitavit (19.0%). Maximum numerum suffragiorum Sociales Democratae (SPD) reportaverunt (30.6%), sed felicissimum exitum habuit Alternativa pro Germania (AfD), quae primo accessu ad 20.8 % properans secundum locum tenet. Quamquam ista factio dextrorsus vergere et xenophobica et antiislamica esse reprehenditur, multorum animos ad suam causam perducere potuit. Sinistri 13.2% adepti locum quartum tenent. Prasini, Dextri (NPD), Liberales (FDP) a meta quinque centesimarum aberrantes parlamento deerunt. 61.6% civium suffragatum ierant. Omnes numeri hic excerpti praecursorii sunt. Cancellaria Merkel hodie, quod insolitum est, quae sibi videantur, e Sinis denuntiabit. lc201609Während die Kanzlerin Angela Merkel in China beim G20-Gipfel weilt, stürzte ihre christdemokratische Partei (CDU) in Vorpommern, wo gestern der Landtag gewählt wurde, auf den dritten Platz ab (19%). Die meisten Stimmen (30,6%) gewannen die Sozialdemokraten (SPD). Den größten Erfolg aber hatte die Alternative für Deutschland (AfD), die auf Anhieb 20,8% erzielte und den zweiten Platz einnimmt. Obwohl diese Partei als rechtslastig, fremdenfeindlich und anttislamisch kritisiert wird, konnte sie viele für ihre Sache gewinnen. Die Linke landete mit 13,2% auf dem vierten Platz. Die Grünen, Rechten (NPD) und Liberalen (FDP) verfehlten die 5%-Grenze und kommen nicht in den Landtag. Die Wahlbeteiligung hatte bei 61,6% gelegen. Alle hier angegebenen Zahlen sind vorläufig. Die Kanzlerin Merkel wird heute, was ungewöhnlich ist, aus China eine Stellungnahme abgeben.
17.12.2016  Puer, qui anno bis millesimo quarto ex Iracianis parentibus in Ludovici Portu Rhenano natus duplici civitate instructus est, et vicesimo sexto die mensis Novembris et quinto Decembris in sua urbe natali globum igneum displodere est conatus. Primo conatu materiam displosivam in mercatu natalicio deposuerat, sed machinatio incendiaria fortunatim effectum non habuit. Alteram bombam paucis diebus post in sacciperium dorsuale abditum prope centrum aedificii urbani in virgulto deposuit. Quae ab attento viatore animadversa a viris istius rei peritis debilitata est. Puer adhuc pupillaris atque iuridice nondum responsabilis "in locum tutum" delatus est. Eum, quod religiositatem attinet, novissime prolixe radicalem esse factum sermo fert. Cognitores, quorum nunc est machinatores occultos investigare, subtiliora impraesentiarum non edocent. lc201612Ein Junge, der 2004 von irakischen Eltern in Ludwigshafen am Rhein geboren wurde und mit doppelter Staatsangehörigkeit ausgestattet ist, hat sowohl am 26. Nov. als auch am 5. Dez. versucht, in seiner Geburtsstadt einen Sprengsatz zur Explosion zu bringen. Bei seinem ersten Versuch hatte er sein Explosivmaterial auf dem Weihnachtsmarkt abgelegt, aber glücklicherweise versagte die Zündvorrichtung. Seine zweite Bombe legte er wenige Tage später in einem Rucksack in der Nähe des Rathaus-Centers in einem Gebüsch ab. Sie wurde von einem aufmerksamen Passagier bemerkt und von Fachleuten unbrauchbar gemacht. Der noch unmündige und rechtlich noch nicht verantwortliche Junge wurde "an einen sicheren Ort" gebracht. Es geht das Gerücht er habe sich erst vor kurzem religiös stark radikalisiert. Die Ermittler, deren Aufgabe es jetzt ist, nach Hintermännern zu fahnden, geben im Moment keine genaueren Auskünfte.
25.12.2016  Difficile est primo die festo natalicio lineam capitalem non scribere; nam Russicum aeroplanum epibaticum (typi Tu-154, qui vulgo conditorium volatile nominatur) ad ministerium defensionis pertinens, in quo nonaginta duo homines erant, paucis minutis postquam Sotzio, ex urbe balnearia ad mare Euxinum sita, in Syriam versus evolavit, non iam in scopo radari videri potuit et, sicut cito apparuit, a mille passibus in mare deciderat. In aeroplano erant multi cantores chori Alexandrov ubique terrarum celebris, qui est officialis chorus militiae Russicae, et Kalendis Ianuariis in Syriaca provincia Latacia concentum musicum agere volebat. Primum corpus iam conditum. lc201612Schwierig ist es, am ersten Weihnachtsfeiertag keine Schlagzeile zu schreiben; denn ein russisches Passagierflugzeug (des Typs Tu-154; allgemein bezeichnet man ihn als fliegenden Sarg), das dem Verteidigungsministerium gehört und in dem 92 Personen saßen, war, wenige Minuten nachdem es in der Schwarzmeerstadt Sotschi in Richung Syrien, gestartet war, vom Bildschirm verschwunden und, wie sich schnell herausstellte, in einer Entfernung von 1,5 km ins Meer gestürzt. An Bord des Flugzeugs waren viele Sänger des weltberühmten Alexandrow-Chores, der der offizielle Chor des russichen Militärs ist und an Neujahr in dem syrischen Latakia ein Konzert geben wollte.
26.12.2016  Franciscus pontifex, papa pauperum qui esse et haberi vult, matutinam nataliciam celebrans apprime puerulorum in bellicis regionibus degentium meminerat: Esse infantes, quibus ne in praesepio quidem locus esset dormiendi, quos nullus pater, nulla mater amans amplecteretur. Reminiscebatur parvulorum, qui in subterraneis suffugiis loricatis iacerent, ut nubes pyrobolorum effugerent, qui in crepidinibus viariis magnarum urbium pernoctarent, qui alveo lintriculi migrantibus repleti incubarent. Esse pueros, qui fame vexarentur, esse qui pro oblectaminibus pyroballistas manibus tenerent. Dies natalicios Domini festum esse, quod animos hominum concuteret. Nobis decedendum esse de nostris improbis desideriis et optationibus. Ne nos ipsos primo loco poneremus, sed infantem recentem partu. Nostrum esse festum natalicium ex obsidio profanatae festivitatis liberare, ut in simplicitate divini infantis pacem, gaudium, id, ad quod nati essemus, recuperaremus. lc201612Papst Franziskus, der Papst der Armen, der er sein und als der er gelten will, gedachte bei der Feier der Christmette besonders der Kinder, die in Kriegsgebieten leben: Es gebe Kinder, die nicht einmal in einer Krippe einen Schlafplatz hätten, die kein liebender Vater, keine liebende Mutter in den Arm nehme. Er erinnerte an die Kinder, die in unterirdischen Bunkern lebten, um dem Bombenhagel zu entgehen, die auf den Bürgersteigen der Großstädte übernachteten, die auf dem Boden eines von Migranten überladenen Bootes lägen. Es gebe Kinder, die Hunger litten, die statt Spielzeug Gewehre in ihren Händen hielten. Weihnachten sei ein Fest, das die Menschen aufrüttele. Wir aber müssten uns von unseren unersättlichen Wunschvorstellungen verabschieden, dürften nicht uns, sondern das neugeborene Kind in den Mittelpunkt stellen. An uns sei es, das Weihnachtsfest aus der Geiselhaft einer verweltlichten Festkultur zu befreien, damit wir in der Einfachheit des göttlichen Kindes Frieden, Freude und den Sinn des Lebens wiederfänden.
27.12.2016  Septem iuvenes nocte festorum pridiana Berolini in statione hamaxostichi subterranei vestimenta viri cuisdam tecto carentis, qui in subsellio somno se dederat, incendebant. Vir soporatus, nisi alii fidenter sucurrentes ignem restinxissent, facile perire potuit. Itaque prosecutores crimen homicidii in perpetratoribus, si quidem erunt prehensi, constituent. Et ut investigentur et prehendantur, facile fieri potest, nam custodes photographemata cinematomachinis exploratoriis depicta, quae facies maleficorum manufestant, in promptu habent, et a populo indicia petunt. Horribilia horribiliora videntur memoria repetenti iam nuperrime lascivum quendam iuvenem virgini cuivis uni in statione subterranea Berolinensi data opera calcem a tergo impigisse, ut scalis devolveretur et bracchium frangeret; horrabiliora et legenti primo die festo puellam duodecim annorum Berolini a vitrico tantis verberibus decisam esse, ut a custodibus publicis servata in nosocomium deferretur. lc201612Sieben junge Männer wollten in der Heiligen Nacht in einer U-Bahn-Station in Berlin die Kleider eines Obdachlosen anzünden, der sich auf einer Bank schlafen gelegt hatte. Der schlafende Mann hätte leicht umkommen können, wenn nicht andere beherzt zu Hilfe geeilt wären und das Feuer gelöscht hätten. Deshalb werden die Ermittler die Täter auf Mord verklagen, wenn sie denn gefasst werden. Dass sie gefasst werden, ist in der Tat leicht möglich, weil die Polizei über Photos aus Überwachungskameras verfügt, die das Gesicht der Übeltäter genau zeigen, und die Bevölkerung um Hinweise gebeten hat. Das Schreckliche erscheint noch schrecklicher, wenn man sich erinnert, dass gerade erst ein mutwilliger junger Mann der erst besten jungen Frau in einer Berliner U-Bahn-Station absichtlich in den Rücken trat, so dass sie die Treppe hinabstürzte und sich den Arm brach. Noch schrecklicher, auch wenn man liest, dass ein 12-jähriges Mädchen am ersten Feiertag von seinem Stiefvater in Berlin so verprügelt wurde, dass es von der Polizei gerettet und ins Krankenhaus gebracht werden musste.
03.01.2017  "Nafri" est novus terminus technicus, quem his diebus media circumeuntem equidem usque ad hunc diem non audivi, neque scio, an non multi alii. Nec mirum, nam adhuc isto vocabulo artificiali nemo utebatur nisi custodes publici, qui intrinsecus muneris causa inter se confabulabantur. Nunc autem iste terminus e bucali biocolytico se emancipans temere forinsecus effugit et in tinnito, quod astynomia Coloniensis pipiaverat, publice legebatur. Qui ergo sunt isti "Nafri"? Vicipaedia eos "N-Afros" i.e. "Boreales Africanos" esse explicat, Latine ergo "B-Afros" vel "S-Afros". Quod astynomorum non geographice, sed criminologice agitantium circumspectus arte est circumscriptus, non omnes ex Africa Boreali natos hoc nomine significant, neque omnes, qui ex Africa in Rhenaniam Septentrionalem-Vestfaliam immigraverunt, sed eos tantum, qui ibi ex primo die incipientis anni bismillesimo decimo quinto a se suspectentur. Satis explicavi. Nunc mihi, quod habet momentum, quaerendum est, num mihi prorsus hanc saturunculam scribere liceat. Nequeo enim negare has litteras compendiarias, quae tam incoinquinatum aspectum habeant, totam gentem discriminare. Sunt demum politici quidam, qui latius circumspectent atque id ipsum sibi persuasum esse dicant. Quorum opinionis equidem minus politicorum elegantiae quam libertatis artificum sitiens non sum particeps, tu autem videas ipse, quid tibi videatur! lc201701"Nafri" ist ein neuer Terminus technicus, der zur Zeit in den Medien herumgeistert, den ich aber bis zum heutigen Tag noch nicht gehört hatte, schwerlich viele andere. Kein Wunder, denn dieses Kunstwort gebrauchten nur Polizisten im innerdienstlichen Kommunikationsaustausch. Jetzt aber hat sich dieser Terminus von seinem polizeilichen Maulkorb befreit, ist leichtfertig in die Öffentlichkeit entfleucht und konnte in einem Tweet der Kölner Polizei von allen gelesen werden. Wer sind also diese "Nafris"? Wikipedia erklärt, es seien "N-Afris" d.h. "Nord-Afrikaner". Weil Polizisten nicht geographisch, sondern kriminologisch denken, und daher einen eng begrenzten Blickwinkel haben, bezeichnen sie damit nicht alle, die in Noraafrika geboren sind, nicht alle, die aus Afrika nach Nordrhein-Westfalen eingewandert sind, sondern nur die, die sie seit dem Neujahrstag 2015 argwöhnisch beäugen. Genug erklärt! Jetzt komme ich zu der entscheidenden Frage, ob ich diese kleine Satire überhaupt schreiben darf. Ich kann nämlich nicht ausschließen, dass diese so unbedarft aussehende Abkürzung ein ganzes Volk diskriminiert. Es gibt schließlich bestimmte Politiker mit größerem Weitblick, die genau davon überzeugt zu sein behaupten. Deren Ansicht teile ich, weil ich weniger nach political correctness als nach künstlerischer Freiheit dürste, nicht, du aber mögest selbst zusehen, was dir richig erscheint!
12.01.2017  Hamaburgum novum urbis proprium et peculiare insigne habet: odeum Albicum, quod heri vesperi duobus milibus et centum electorum hospitum praesentibus primo concentu musico encaeniatum est. Inter hospites aderant etiam Germaniae cancellaria Merkel et praeses Ioachimus Gauck. Aedificatio iam bismillesimo septimo in insula Albis coepta et super muris veteris horrei portuensis in altum sublata, multorum hominum, quibus curae erat, architecti, structurorum, locatorum, civium vires et nervos et sacculum urbis debilitaverat. Quae autem omnia heri oblivioni sunt data. Nunc relucescit et resonat quasi "symphonia ex lapide et vitreo composita" (Olaus Scholz, burgimagister), neque ulla affectio restat praeter gaudium, elatio, festivitas. lc201701Hamburg hat ein neues, unverwechselbares Wahrzeichen: die Elbphilharmonie, die gestern Abend in Anwesenheit von 2100 auserlesenen Gästen mit dem ersten Konzert eingeweiht wurde. Unter den Gästen waren auch die deutsche Kanzlerin Merkel und Präsident Joachim Gauck. Der Bau war schon 2007 auf der Elbinsel begonnen und über den alten Mauern eines Hafenspeichers errichtet worden. Er hatte an den Kräften und Nerven vieler Menschen, die für ihn zuständig waren, des Architekten, der Bauleute, der Bauherren, der Bürger und am Geldsäckel der Stadt gezehrt. Das alles versank aber gestern in der Vergessenheit. Jetzt strahlt und tönt er wie "eine Symphonie aus Stein und Glas" (Olaf Scholz, Bürgermeister) und als einzige Gestimmtheit bleiben Freude, Stolz und Festlichkeit.
13.01.2017  Secretarii a Donaldo Trump electi, qui his diebus de suis politicis rationibus a senatu interrogantur, non idem sentire videntur, neque idem dicere atque eorum praeses designatus. Pristinus dux generalis quattuor stellarum, Iacobus Mattis, quem Trump secretarium defensionis deoptavit, monuit, ne Nato maximae ex altero bello mundano concussioni esset exposita. Praecipuam originem fontemque concussionis dixit esse, quod Vladimirus Putin nationes Natonis participes disicere vellet. Praetera Natonem efficacissimam societatem militarem recentiorum temporum laudavit. Etiam Rex Tillerson, designatus secretarius statalis, iam die Mercurii a senatu interrogatus articulum quintum foederis cum Natone icti sancrosanctum esse dixerat. Trump contra Natonem pluries adhuc in dubio posuerat et se Vladimirum Putin, quem Mattis primo loco hostium ponit, socium et amicum asciturum esse sperat. Trump se operationibus munerum intellegentiae indubitare iam saepe aperuit; Mattis contra se eorum arbitriis prolixe confidere dixit. Quin nuptiae maritales tam iniquis ominibus conciliatae nimis celeriter dirimantur, quis dubitet? Quam diu coniugia tam discordia in rebus politicis conciliata cohaesura credamus? lc201701Die von Donald Trump ausgesuchten Minister, die dieser Tage vom Senat zu ihrer politischen Einstellung befragt werden, scheinen nicht dasselbe zu denken und nicht dasselbe zu sagen wie ihr designierter Präsident. Der frühere Viersterne-General James Matthis, den sich Donald Trump als Verteidigungsminster wünscht, warnte, dass die Nato vor ihrer schwersten Bedrohung seit dem 2. Weltkrieg stehe. Die Hauptursache, sagte er, sei, dass Putin die Mitgliedsstaaten der Nato auseinanderdividieren wolle. Außerdem lobte er die Nato als das effektivste Militärbündnis der neueren Geschichte. Ebenso hat der designierte Außenminister Rex Tillerson schon am Mittwoch bei seiner Befragung gesagt, der Artikel 5 des Natovertrages, sei unantastbar. Trump hingegen hatte die Nato mehrfach in Frage gestellt und hofft, Wladimir Putin, den Mattis an erster Stelle unter den Feinden ausmacht, als Partner und Freund zu gewinnen. Trump hat schon oft zu erkennen gegeben, dass er die Arbeit der Geheimdienste in Frage stellt. Mattis hingegen sagte, dass er deren Einschätzungen in hohem Maße vertraue. Dass eine bürgerliche Ehe, die unter solch ungünstigen Vorzeichen geschlossen wird, schnell zerbricht, dürfte kaum einer bezweifeln. Wie lange sollen wir von so widersprüchlichen politischen Verbindungen annehmen, dass sie Bestand haben?
14.01.2017  Cyprus insula est ex anno millesimo nongentesimo septuagesimo quarto, quo Turcicae copiae, ut prohiberent, ne tota Cyprus, Graeciae se applicaret, in insulam invaserunt, omnis in partem septentrionalem, quam Turcae sibi vindicant, et in australem, quam Graeci administrant, divisa. Colloquia primo dimidio mensis Ianuarii Antonio Guterres, novo secretario Unitarum Nationum generali, patrono Genavae habita, quibus repraesentantes civitatum integritatem praestantium (Britanniae, Graeciae, Turciae) et disceptator Turcicae partis Mustafa Akıncı et Graecae Nikos Anastasiadis condiciones reconciliationis emetirentur, interim interrupta sunt, sed mox renovabuntur. Cardo disceptationis est quaestio maxime litigosa, quantas copias Turcis et Graecis in insula collocare liceat. Redintegratio insulae et Europae et Turciae et ambabus insulae partibus ex usu sit. Sed alio altero maiorem usum affectante neuter denique eum usum, qui effici possit, assequatur. lc201701Zypern ist seit 1974, als türkische Truppen auf der Insel landeten, um zu verhindern, dass sich ganz Zypern an Griechenland anschloss, in seiner Gesamtheit in einen Norteil, den die Türken beanspruchen und in einen südlichen Teil unter griechischer Verwaltung, aufgeteilt. Die Gespräche die in der ersten Januarhälfte unter der Schirmherrschaft des neuen Generalsekretärs der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, in Genf geführt wurden, mit denen die Repräsentanten der Garantiemächte (Groß-Britanniens, Griechenland und der Türkei) und der Verhandlungsführer des türkischen Teiles Mustafa Akıncı und des griechischen Nikos Anastasiadis die Bedingungen für eine Wiedervereinigung ausloten sollten, sind zunächst unterbrochen, werden aber bald wieder aufgenommen. Kernpunkt der Verghandlung ist die höchst umstrittene Frage, wie viele Truppen die Türken und die Griechen auf der Insel stationieren dürfen. Eine Wiedervereinigung der Insel wäre wohl für Europa und die Türkei und beide Inselteile von Vorteil. Aber wenn jeder den anderen übervorteilen will, erzielt am Schluss keiner den Vorteil, der möglich wäre.
15.01.2017  Mahmudus Abbas, Palaestinensis praeses, ut apertioni sedis legati Palaestinenis in civitate Vaticana nascentis interesset, Romam profectus est. Sancta Sedes iam duodeviginti mensibus ante liberam civitatem Palaestinam agnoscens Israelitas alienaverat. Papa Franciscus cum praeside Abbas, quem aliquando "pacis angelum" appellaverat, colloquens, ut internationalis communitatis primo impetu deliberationes de pacis stabilitate cum Israelia consequenda mox renovarentur, optavit. At Mahmutus Abbas, ne pax infestaretur, monuit, si novus Americanus praeses suas minas perficeret et sedem legati Americani Telavivo Hierosolyma moveret. Nam Palaestinenes Hierosolyma orientalia caput suae futurae civitatis fore volunt, cum Israelitae Hierosolyma tota concupiscant. Lutetiam, ubi hodie Francogallis auctoribus internationalis congressio septuaginta civitatum de his rebus deliberatura initium capiet, Abbas non proficiscetur. Israelitae quoque deerunt. lc201701Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas ist, um an der Eröffnung der im Vatican neu eingerichteten palästinensischen Botschaft teilzunehmen, nach Rom gereist. Der Heilige Stuhl hatte bereits eineinhalb Jahre zuvor einen autonomen Palästinenserstaat anerkannt und dadurch die Israelis verärgert. In seinem Gespräch mit Präsident Abbas, den er einmal als "Friedensengel" bezeichnet hatte, sprach Papfst Franziskus den Wunsch aus, dass bald auf internationale Initiative Gespräche für einen stabilen Frieden mit Israel wieder aufgenommen werden. Mahmoud Abbas warnte aber vor einer Gefährdung des Friedens, falls der neue amerikanische Präsident, seine Drohung wahr mache und die amerikanische Botschaft aus Tel Aviv nach Jerusalem verlege. Denn die Palästinenser wünschen Ost-Jerusalem als Hauptstadt ihres zukünftigen Staates, während die Israelis ganz Jerusalem beanspruchen. Nach Paris, wo heute auf Anregung Frankreichs eine internationale Konferenz von 70 Staaten zu diesen Fragen beginnt, wird Abbas nicht reisen. Auch die Israelis werden nicht vertreten sein.
24.01.2017  Astanae, in capite Kasachstaniae, Russis, Turcis, Iranis curantibus heri colloquia de futuris rebus Syriacis coeperunt, quibus minimum intenditur, ut armistitium, quamvis adhuc ab utraque parte identidem violatum sit, tamen confirmetur et continuetur. Primum repraesentantes Syriaci regiminis et Syriacorum rebellium in eadem aula atque moderatoribus interpositis ad eandem mensam exadversum sedent. Regiminis delegati se cum iis rebellibus, qui arma deposuerint, de reconciliatione colloqui paratos esse dicunt, rebelles, ut Syriacus praeses munere decedat, postulant. Primo die deliberationibus nondum evenientibus dura maledicta intercedunt, imprimis cum Mahometus Allush, locutor rebellium, Syriacum regimen "terroristicum gregem" appellet. Colloquia duobus diebus expletis, octavo die mensis Februarii Genavae excipientur. lc201701In der kasachischen Hauptstadt Astana begannen gestern unter der Federführung Russlands, der Türkei und des Iran die Gespräche über die Zukunft Syriens, mit denen mindestens eine Stärkung und Verlängerung des Waffenstillstandes erreicht werden soll, auch wenn er bisher von beiden Seiten immer wieder verletzt wurde. Zum ersten Mal sitzen sich Vertrteter der syrischen Regierung und der syrischen Aufständischen im selben Raum und am selben Tisch mit den Verhandlungsführern dazwischen gegenüber. Die Vertreter der Regierung, sind, wie sie sagen, bereit, mit den Rebellen, die die Waffen niedergelegt haben, Versöhnungsgespräche zu führen. Die Aufständischen fordern, dass der syrische Präsident von seinem Amt zurücktritt. Am ersten Tag kommt es nicht zu Verhandlungen, aber es fallen harte Schimpfworte, besonders als Mohammed Allusch, der Wortführer der Rebellen die syrische Regierung als "Terroristenbande" bezeichnet. Die Gespräche werden zwei Tage dauern und am 8. Febr. in Genf weitergeführt.
29.01.2017  Donaldus Trump heri cum compluribus civitatum rectoribus et moderatoribus per telephonium collocutus est. Mane cum Shinzo Abe, Iapanico administro primo, telephonavit, cui se sua vice functurum et securitatem Iaponiae "mordicus" defensurum promisit. Postmeridiano tempore cum Germanica cancellaria Merkel XLV minuta fabulatus est. Quibus de rebus verba fecissent, num sermo bene et quem ad finem processisset, cum has lineas scripsi, nondum satis in medio positum erat, praeter fortasse quod multae et variae causae in medium prolatae esse dicebantur. Etiam cum Vladimiro Putin Americanus praeses XLV minuta imprimis de quaestione, quomodo Islamicus, qui dicitur, Status celeriter devinci posset, orabat. Quod praesidi Russico amiciores relationes et realem virium coordinationem ostentavisse videtur, in animis Europaeorum Bruxellensium sollicitudines aut timores excitet. Postremo cum Francogallico quoque praeside Francisco Hollande telephonema compositum erat. lc201701Donald Trump hatte gestern mit mehreren Staatschefs eine telefonische Unterredung. Morgens telefonierte er mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe, dem er versicherte, seiner Verpflichtung nachzukommen und die Sicherheit Japans "eisern" zu verteidigen. Am Nachmittag sprach er 45 Minuten lang mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel. Worüber sie sprachen, ob das Gespräch gut verlaufen und zu welchem Ende es gekommen ist, war, als ich diese Zeilen schrieb, noch nicht hinreichend bekannt, außer vielleicht, dass eine breite Vielfalt von Themen zur Sprache gekommen sein soll. Auch mit Wladimir Putin redete der amerikanische Präsident 45 Minuten, besonders über die Frage, wie der sogenannte Islamische Staat schnell besiegt werden könne. Dass er dem russischen Präsidenten freundschaftlichere Beziehungen und eine reale Koordination der Kräfte in Aussicht gestellt zu haben scheint, dürfte bei den Brüsseler Europäern Sorgen oder sogar Ängste wecken. Schließlich stand noch ein Telefonat mit dem französischen Präsidenten François Hollande auf der Tagesordnung.
04.02.2017  Praefecti rerum publicarum regiminumque terrarum Europaeae Unionis die Veneris deliberatum Valettam, in caput Melitae, convenerunt. Primo die agebatur de quaestionibus, quae ad perfugas pertinent, qui ex Libya per mare internum in Italiam subintroducuntur, nisi antea naufragantes fluctibus submergentur. Libya, quae ipsa instabilis est, sua manu neque campos perfugis recipiendis administrare, neque suas oras satis tueri potest. Itaque rogationi Libyae, ut ad haec adiuvaretur, satisfactum est. Decem puncta inter disceptatores convenerunt, quibus prohiberetur, ne denuo aliquot decem milia perfugarum hoc itinere in Europam advenirent. Omnia decem puncta facultates alienorum non proprias Europae vires corroborare intendunt, ut, sicut securitas itineris Balcanici periculo Turcarum commissa est, sic "itineris centralis maris mediterranei" ad Libyos deferatur. Num istae declarationes voluntatis pluris sint quam charta, in qua scriptae sint, mox apparebit. Praeterea, quo modo cum nova administratione Vashingtoniensi agendum sit, deliberabatur, atque de rebus, quae ad Brexitum attineant. lc201702Die Staats- und Regierungschefs der Länder in der Europäischen Union sind am Freitag zu Beratungen in der maltesischen Hauptstadt Valetta zusammengekommen. Am ersten Tag standen Fragen zu den Flüchtlingen auf der Tagesordnung, die aus Libyen über das Mittelmeer nach Italien geschleust werden, wenn sie nicht vorher kentern und ertrinken. Libyen, das selbst instabil ist, ist aus eigener Kraft nicht in der Lage, Flüchtlingslager zu verwalten und seine Küsten hinreichend zu sichern. Deshalb wurde einem Hilfeersuchen Libyens stattgegeben. Die Verhandlungsführer einigten sich auf zehn Punkte, die verhindern sollen, dass erneut zehntausende Flüchtlinge auf diesem Weg nach Europa gelangen. Alle zehn Punkte zielen darauf ab, fremde Kräfte zu stärken, nicht die eigenen Kräfte in Europa, so dass, wie die Verantwortung für die Sicherheit der Balkanroute den Türken übertragen ist, so die für die "zentrale Mittelmeerroute" auf die Libyer abgewälzt wird. Ob diese Absichtserklärungen mehr wert sind als das Papier, auf dem sie stehen, wird sich bald zeigen. Außerdem wurde darüber gesprochen, wie man mit der neuen Administration in Washington umgehen soll, und über Fragen, die mit dem Brexit zusammenhängen.
27.02.2017  Postquam Christdemocratae imprimisque Sociodemocratae suos ordines ad certamen electorium gerendum iam diutius componere incohaverunt, Christianus Lindner, praefectus Liberalium Democratarum heri demum locum ad limina relinquenda opportunum capiebat. Eius factioni, ut minimum quinque centesimas suffragiorum assequens ad conventum foederalem admittatur, contentendum erit. Lindner heri difficultates immigrationis primo loco posuit. Germaniam, ne falsi remitterentur falsique manerent, lege immigratoria indigere, qua expulsio quoque perfugarum reiectorum ordinaretur, se sibi persuasisse dixit. Praeterea, ut Europa suos fines exteriores ipsa praemunire posset, praesidium quindecim milium custodum limitaneorum institui iussit. Sibi placere, quod novus praefectus Socialis Democraticae Factionis id temporis tot fautores recuperare posset. Nam decem delegatos, quos Sociodemocratae plus acquirerent, Alternativam pro Germania minus facturam esse censuit. Materia subiacebit electoribus. lc201702Nachdem die Christdemokraten und bedonders die Sozialdemokraten schon länger damit begonnen haben, ihre Reihen für den Wahlkampf zu ordnen, versuchte Christian Lindner, der Vorsitzende der Freidemokraten, erst gestern, einen guten Startplatz einzunehmen. Seine Partei muss um die Untergrenze von 5% kämpfen, um in den Bundestag zu kommen. Lindner stellte gestern die Probleme der Einwanderung in den Vordergrund. Er sagte, er sei davon überzeugt, dass Deutschland, um nicht die Falschen zurückzuschicken und die Falschen zu behalten, ein Einwanderungsgesetz brauche, das auch die Abschiebung abgelehnter Flüchtlinge regele. Außerdem forderte er, damit Europa seine Außengrenzen selbst verteidigen könne, dazu auf, eine Schutztruppe von 15.000 Grenzwächtern aufzustellen. Er habe nichts dagegen, dass der neue Chef der SPD so viele Anhänger zurückgewinnen könne. Denn er glaube, dass die AfD 10 Abgeordneten verlöre, wenn die Sozialdemokraten 10 Abgeordnete zusätzlich gewännen. Die Sache liegt in der Hand des Wählers.
28.02.2017  Duo autoraedarii, nunc viginti quinque et duodetriginta annos nati, primo mense Februario superioris anni Berolini, media in urbe, illicitum curriculum agonisticum edentes aliquot quadrivia luce semaphororum rubra maxima celeritate traiecerant et calamitatem autoraedariam efficientes virum undeseptuaginta annorum interfecerant. Iudicium Berolinense istud facinus heri cognitura rogante homocidium fuisse iudicavit. Antehac iudices eiusmodi casus more tralaticio homicidia casualia aestimaverant, Berolinenses autem iudices facinori dolum eventualem subfuisse existimaverunt et perpetratores perpetuis vinculis puniverunt. Patroni autem reos nullo dolo directo permotos sed neglegentia et nimia sui fiducia impulsos hominem interfecisse arbitrati se ad supremam curiam foederalem provocaturos esse pronuntiaverunt. lc201702Zwei Autofahrer, jetzt 25 und 28 Jahre alt. hatten Anfang Februar letzten Jahres in Berlin mitten in der Stadt ein verbotenes Autorennen veranstaltet, einige Kreuzungen mit sehr hoher Geschwindigkeit bei roter Ampel überquert und, indem sie einen Unfall verursachten, einen 69-jährigen Mann getötet. Ein Berliner Gericht hat diese Tat gestern auf Antrag der Staatsanwaltschaft als Mord beurteilt. Zuvor hatten Richter derartige Fälle üblicherweise als fahrlässige Tötung eingestuft, die Berliner Richter aber gingen davon aus, dass der Tat ein bedingter Vorsatz zugrunde lag, und bestraften die Täter mit lebenslänglicher Haft. Die Verteidiger allerdings gehen davon aus, dass die Angeklagten den Mann nicht mit Vorsatz, sondern aus Fahrlässigkeit und in Selbstüberschätzung töteten, und haben Revision beim Bundesgerichtshof angekündigt.
11.03.2017  Civis quidam, cuius nomen non divulgatum est, quod Turcico administro primo, ut in urbe Oberhusiae orationem politicam haberet, permissum erat, querelam ad iudices constitutionales detulerat. Summum iudicium heri eius rogationem, quod de nihilo esset, repudiavit at definivit ab adventiciis politicis e primis Germaniae legibus nullum quidem ius in Germaniam proficiscendi ibique in politicis versandi repeti posse, licentia autem a regimine foederali expressim data nihil obstare. Cum totum igitur in eo sit, ut regimen prudenter decernat, civis autem nihil nisi suadere immediate efficere possit, suadeo primum, ne ius orandi repraesentantibus regiminis alieni detur, nisi, ut neutralitas servetur, repraesentantes oppositionis eodem iure utuntur. Tum, ut moderatoribus alienae terrae ius orandi negetur, si ibi status necessitatis indictus est, neque dilucida iurisdictio locum habet. Postremo suadeo, ut ius orandi recusetur, nisi negari potest verba esse futura, qualia non multum absint a delicto popularis sollicitationis. lc201703Ein Bürger, dessen Name nicht veröffentlicht wurde, hatte, weil dem türkischen Außenminister erlaubt worden war, in Oberhausen eine politische Rede zu halten, eine Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingereicht. Das oberste Gericht hat gestern seinen Antrag als unbegründet zurückgewiesen, stellte aber klar, dass ausländische Politiker aus deutschem Grundrecht zwar keinen Anspruch, nach Deutschland einreisen und sich dort politisch zu betätigen ableiten können, dass dem aber nichts entgegenstehe, wenn die Bundesregierung dies ausdrücklich erlaube. Da also alles davon abhängt, dass die Regierung klug entscheidet, der Bürger aber unmittelbar nichts bewirken kann, als zu raten, rate ich: erstens, dass das Rederecht Vertretern einer ausländischen Regierung aus Gründen der Neutralität nur erteilt wird, wenn auch Vertreter der Opposition dasselbe Recht nutzen. Weiterhin, dass den Regierungsmitgliedern eines fremden Landes das Rederecht verweigert wird, wenn dort der Notstand ausgerufen ist und keine eindeutige Rechtsprechung stattfindet. Zum Schluss rate ich dazu, das Rederecht zu verweigern, wenn nicht ausgeschlossen werden kann, dass Äußerungen getätigt werden, die dem Straftatbestand der Volksverhetzung nahekommen.
26.03.2017  Perrogatio legis, qua Donaldus Trump assecurationem valetudinis, quae suum statum ac nomen ab Obama ducit, conscindere volebat, ad effectum non venit. Praeses Trump die Veneris, cum non satis multos republicanorum rogationem, quae aliis nimis severa, aliis nimis mitis videretur, comprobaturos esse collucesceret, antequam cladem acciperet, receptui cecinit. Ei discendum, se, etiamsi republicani in binis congressus cameris maioritatem habeant, tamen nondum a primo maioritatem republicanorum habere, neque leges iuberi una litterarum significatione ratas esse, quasi per decretum praesidiale. Hoc tirocinium num intellexerit, apparebit, cum propediem ad vectigalia deminuenda aggressus erit. lc201703Die Durchsetzung des Gesetzes, mit dem Donald Trump die Krankenversicherung, die sich in Bestand und Namen von Obama herleitet, "zerfetzen" wollte, ist misslungen. Präsdient Trump blies am Freitag, als sich abzeichnete, dass nicht genügend Republikaner für die Vorlage stimmen würden, weil sie den einen zu hart, den anderen zu lasch war, bevor er eine Niederlage einstecken musste, zum Rückzug. Er muss lernen, dass er, auch wenn die Republikaner die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses haben, dennoch nicht a priori die Mehrheit der Republikaner hat, und dass Gesetze nicht mit einem Federstrich wie eine Präsidialorder in Kraft gesetzt werden. Ob er diese Lehre verstanden hat, wird sich zeigen, wenn er in den nächsten Tagen darangeht, die Steuern zu senken.
01.04.2017  Donaldus Tusk die Veneris Bruxellis in libello novem paginarum eas rationes exhibuit, quae ad colloquia de discessu Britannorum agenda pertinerent. Quae rationes usque ad exeuntem mensem Aprilem nationalibus regiminibus comprobandae sunt, antequam mense Maio in colloquia cum Britannis iniri potest. Maximi momenti est, quod Europaei continentales rem gradatim duobus intervallis agendam esse censent: primo intervallo praesentem coniunctionem extricandam esse, altero intervallo foedus de relationibus ab integro condendis, imprimis de aditu ad communem mercatum et de libero commercio exarandum atque paciscendum esse. Qua in re civitates in Unione permanentes contrariae sunt Britannis, qui utrasque quaestiones simul et iuxta compositas disputari malunt. Firma voluntate Unionis in primo circuitu disceptabitur, quid futurum sit de Europaeis in Britannia degentibus et operantibus et de Britannis in continenti, imprimis in Hispania, versantibus, et quantae futurae sint finales rationes obligatorum et promissorum. lc201704Donald Tusk stellte am Freitag in Brüssel in einem neunseitigen Schriftstück die Leitlinien vor, die für die Verhandlungen zum Austritt Britanniens maßgebend sein sollen. Diese Leitlinien müssen bis Ende April von den nationalen Regierungen gebilligt werden, bevor man im Mai in die Verhandlungen mit den Briten eintreten kann. Am wichtigsten ist, dass die Kontinentaleuropäer dafür sind, die Sache schrittweise in zwei Etappen zu verhandeln: im ersten Abschnitt die gegenwärtige Verbindung zu entflechten, im zweiten einen Vertrag über die neu zu entwickelnden Beziehungen, insbesondere über den Zugang zum gemeinsamen Markt und den Freihandel zu erarbeiten und zu vereinbaren. In diesem Punkt stehen die in der Union verbleibenden Staaten im Gegensatz zu den Briten, die beide Fragenkomplexe lieber gleichzeitig und nebeneinander verhandeln wollen. Nach dem festen Willen der Union wird in der ersten Phase darüber entschieden werden, was mit den Europäern geschehen wird, die in Britannien leben und arbeiten, und mit den Briten, die auf dem Kontinent, insbesondere in Spanien, leben, und wie teuer die Abschlussrechnung aller Verpflichtungen und Zusagen ausfallen wird.
04.04.2017  Petropoli, in Russiae secunda magnitudine urbe, die Lunae ad horam secundam postmeridianam et dimidiam localis temporis impetus displosivus in tramen subterraneum inter Campum Fenarium (Sennaja Ploschtschad) stationem et stationem Instituti Technologici vehentem factus est. Bomba in marsupium chartularium abdita fuerat. Altera supellex displosiva, quae in apparatum exstinctorium abdita et in statione Campi Seditionis (Ploschtschad Wosstanija) deposita erat fortunatimque non dirupta est, innocua reddita est et investigatores de genere materiae displosivae et de perpetratoribus certiores facere poterit. Quamvis investigatores a primo impetum a tromocratis perpetratum esse pro certo haberent, se quoquoversum inquirere dicebant. Interea suspectus quidam vir iuvenis ex Asia Centrali oriundus certe agnitus est. Undecim mortui lugendi, ad quinquaginta homines vulnerati sunt. lc201704In Russlands zweitgrößter Stadt, St. Petersburg wurde am Montag gegen 14:30 Uhr Ortszeit ein Sprengstoffanschlag auf die U-Bahn verübt, während sie zwischen der Station Heuplatz (Sennaja Ploschtschad) und der Station des Technologischen Institutes verkehrte. Die Bombe war in einer Aktentasche versteckt gewesen. Ein anderer Sprengsatz, der in einem Feuerlöscher versteckt und an der Station Platz des Aufstandes (Ploschtschad Wosstanija) abgelegt war und glücklicherweise nicht explodierte, konnte unschädlich gemacht werden und wird den Ermittlern Hinweise über die Art des Sprngstoffs und die Täter geben können. Obwohl sich die Ermittler von Anfang an sicher waren, dass der Anschlag von Terroristen verübt war, sagten sie, sie würden in alle Richtungen ermitteln. Inzwischen ist ein Verdächtiger als junger Mann aus Zentralasien identifiziert worden. Elf Tote sind zu beklagen, bis zu 50 Personen wurden verwundet.
07.04.2017  Proxime praeterito die Dominico, altero die mensis Aprilis, Serbi comitia praesidialia exhibuerant. Evenerat, quod vulgo exspectabatur: Alexander Vucic, pristinus administer primus, magna maioritate suffragiorum (55,02%) praeses est factus. Eo inexspectatius nunc accidit, ut magnus numerus iuvenum, discipulorum et studiosorum, iam tertia nocte eventui comitiorum reclamitat eumque falsificatum esse denotat. Et inveniuntur in tabellis electorum nomina quorundam defunctorum. Iuvenes, qui nulli factioni oppositae attribui possunt, praesidem Vucic vertiginem rerum efficere posse diffidunt. Eos oeconomiam iam per quinque praeteritos annos Vucic administro primo nihil profecisse paenitet. Invita iuvenum ab opere cessatio est quadraginta centesimarum neque est prospectus melioris rerum condicionis, etiamsi praeses Vucic Serbiam Euroaeae Unioni iniungere contendit. lc201704Am letzten Sonntag, dem 2. April, war in Serbien der Präsident gewählt worden. Wie allgemein erwartet, war der bisherige Ministerpräsident Alexandar Vucic, mit großer Stimmenmehrheit (52,02%) Präsident geworden. Um so unerwarteter protestierte jetzt eine große Zahl Jugendlicher, Schüler und Studenten, schon die dritte Nacht gegen das Ergebnis der Wahlen und bezeichnete es als gefälscht. Und in der Tat tauchen die Namen einiger bereits Verstorbener in den Wählerlisten auf. Die Jugendlichen, die sich keiner Oppositionspartei zuordnen lassen, glauben, dass ein Präsident Vucic einen Umschwung der Verhältnisse nicht herbeiführen kann. Sie sind unzufrieden, dass die Wirtschaft schon in den fünf vergangenen Jahren, die Vucic Ministerpräsident war, nicht vorangekommen sei. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 40% und die Perspektive für eine Besserung der Lage fehlt, auch wenn Vucic Serbien in die EU führen will.
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