- Die ersten Jahre nach dem Konsulat und die Zeit
der Verbannung:
- Der
Skandal des Clodius:
62 v. Chr. hatte Pompeius einen Bericht über
seine Erfolge im Osten nach Rom geschickt und seine
Heimkehr angekündigt (Cic. wirbt um seine Freundschaft
in ad fam. V 7), als sich im Dez.
62 v. Chr. der Skandal des Clodius ereignete: Er
hatte sich bei einem Frauenfest in Frauenkleidern vermummt
Zugang zu Caesars Haus (des damaligen Pontfex maximus)
verschafft und versucht, sich dessen Frau Pompeia zu
nähern. Ein Ausnahmegerichtshof sprach ihn aber
(durch Bestechung des Crassus) frei. Da Cicero sein
Alibi erschüttert hatte, zog er sich den Hass des
Clodius zu. Politisches Verständnis fand Cicero
nirgends außer bei Cato.
- Das
Triumvirat: Als Pompeius
61 v. Chr. siegreich zurückkehrte, weigerte
sich der Senat (engstirnig und kurzsichtig), seine politische
Neuordnung im Osten zu ratifizieren (und seine Veteranen
mit Ackerland zu entschädigen). Dies zwang Pompeius,
sich Caesar und Crassus zu nähern. Das Triumvirat
(60 v. Chr.)
sichert zunächst nur gegenseitiges Wohlverhalten.
Für Caesar war es der Durchbruch:
59 wird er Konsul (und entschädigt Pompeius'
Veteranen). Als Prokonsul kann er sich in Gallien die
nötige Machtbasis aufbauen.
- Ciceros
Verbannung: Als Cicero
59 v. Chr. in einer Prozessrede für
seinen Amtskollegen Antonius das Triumvirat angriff,
trat Clodius drei Stunden später mit Caesars Erlaubnis
durch Adoption in die plebs über. Dadurch stand
ihm der Weg zum Volkstribunat offen. Am 10. Dez. begann
er als Volkstribun, seine Pläne zu verwirklichen:
Er stellte Antrag auf Erneuerung des Gesetzes des C.
Gracchus (132
v. Chr.), das die Ächtung dessen vorsah, der
den Tod eines Bürgers ohne ordentliche Gerichtsverhandlung
veranlasst hatte. Caesar und Pompeius waren zwar dagegen,
dass das Gesetz rückwirkend in Kraft gesetzt würde,
konnten es aber nicht verhindern. Volksversammlungen
zugunsten Ciceros wurden von bewaffneten Banden des
Clodius aufgelöst. Mitte März
58 v. Chr. verließ Cicero freiwillig Rom.
Sein Haus auf dem vornehmen Palatin wurde verbrannt
und geplündert. Er selbst weilte teils in Dyrrhachium,
teils in Thessalonike. Er war äußerst niedergeschlagen
(z.B.: Cic.fam.14,1(4),3). Als Quintus
58 v. Chr. aus Kleinasien zurückkehrte, lehnte
es Cicero ab, ihn zu sehen.
- Ciceros
Rückkehr: Da Clodius durch seine Bandentätigkeit
selbst Pompeius (Attentatsplan) und Caesar gefährlich
zu werden drohte, stellten die Tribunen T. Annius Milo
und P. Sestius Gegentruppen auf. Auch begann Pompeius,
sich wieder dem Senat zu nähern (Cicero konnte
ein Gegengewicht gegen Caesar bilden), und Caesar
gab seinen Widerstand gegen eine Rückberufung Ciceros
auf. Am 4. Aug.
57 v. Chr. wurde Cicero auf einstimmigen Beschluss
der Volksversammlung (dem sich der Senat mit Ausnahme
des Clodius einstimmig anschloss) zurückberufen
und reiste am gleichen Tag aus Dyrrhachium ab. Tullia
erwartete ihn in Brundisium.
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