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Aus Ciceros Biographie (4)

Ciceros Reise nach Griechenland und Kleinasien

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  1. Reise nach Griechenland und Kleinasien (79 - 77 v. Chr.):
  1. Cicero selbst motivierte diese Reise mit Gesundheitsrücksichten; Plutarch berichtet, er habe sie aus Furcht vor Sulla unternommen. Sie war in der Ausbildung eines jungen Römers nicht unüblich. Einige Jahre später hielt sich auch Caesar auf Rhodos auf. Cicero weilte etwa ein halbes Jahr in Athen, wo sich Atticus bereits aufhielt. Es begleiteten ihn sein Bruder Quintus und sein früh verstorbener Vetter Lucius Cicero. Sie ließen sich in die eleusinischen Mysterien einweihen.
  2. Im Gymnasion hörte Cicero den Leiter der Akademie, Antiochos von Askalon, einen Schüler des Philon von Larisa und Vertreter des Skeptizismus. Der Skeptizismus war im 4. Jh. von Pyrrhon von Elis und Arkesilaos begründet worden. Karneades hatte ihn im 2. Jh. stark ausgebaut: Da der Mensch kein den Dingen adäquates Erkenntnisvermögen besitzt, kann er nichts genau wissen, sondern nur forschen. hat man aber eine Vorstellung hinreichend geprüft, kann man sie als wahrscheinlich ("probabile") anerkennen. Arkesilaos hatte Sokrates noch übertrumpft: "Man kann nicht einmal wissen, dass man nichts weiß!" Die skeptische Philosophie musste Cicero wegen ihres Abwägens von "pro" und "contra" (in utramque partem disputare) mit seinem Nutzen für die Gerichtsrede liebenswert werden. Da Philon nur eine subjektive Gewissheit kannte (ἐναργές), hatte er Schwierigkeiten, eine positive Ethik aufzubauen. Sein Schüler Antiochos versuchte deshalb (stärker dogmatisch), indem er auf die einheitliche Philosophie Platons zurückging, aus den verschiedenen ethischen Systemen seiner Zeit eine einheitliche Lehre zu kombinieren, indem er die bestehenden Unterschiede als nur terminologisch erklärte. Der Widerspruch zwischen Antiochos und Philon äußert sich in den philosophischen Schriften Ciceros im Wechsel von dogmatischer und skeptischer Haltung.
  3. Auf Rhodos hörte Cicero den Stoiker Poseidonios, einen Forscher aristotelischen Charakters, mit einer umfassenden Weltanschauung, die die ganze Welt als einheitlichen Organismus begriff. Anfangs konnte er auf den rhetorisch interessierten Cicero keine starke Wirkung ausüben.
  4. Rhetorische Ausbildung genoss Cicero auf Rhodos von Apollonios Molon. Er soll, als er Cicero kennen lernte, Griechenland bedauert haben, weil es durch ihn seine letzte Domäne (Bildung und Rhetorik) an die Römer verlieren werde (Plut.Cic.4,7). Cicero sieht sein Verdienst darin, dass er ihn neben sprachtechnischen Verbesserungen von dem asianischen Überschwang seiner Jugend zu einem gemäßigten Attizismus führte (Cic.Brut.316)
  5. In Smyrna suchte er Publius Rutilius Rufus auf, den letzten Überlebenden des Scipionenkreises. Weil er sich während seiner Statthalterschaft in Asia bei den Steuerpächtern (Rittern) unbeliebt gemacht hatte, wurde er zu Unrecht wegen Erpressung angeklagt und zu einer Geldstrafe verurteilt, die er nicht aufbringen konnte. So ging er in die Verbannung und beschäftigte sich in Smyrna mit literarischen Arbeiten. Später gibt Cicero in de rep. vor, dass er der Berichterstatter des Dialoges sei.
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Aus Ciceros Biographie (4)
Inhalt | Übersicht | Jugend | Reise | Ämter | Verbannung | Triumvirat | Lit (1) | Kilikien | Lit (2) | Ende
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Sententiae excerptae:
w35
Literatur:

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