| Ciceros
allmähliche Unterwerfung unter das Triumvirat
- Ciceros allmähliche Unterwerfung unter das
Triumvirat:
- Die
erste Zeit nach der Verbannung: Ciceros
Rückkehr aus der Verbannung in die Stadt dauerte
Monate, da er überall gefeiert wurde. Am 4. Sept.
wurde er bei seinem Einzug vom Volke sehr beklatscht
und äußerte am nächsten Tag in einer
Rede seinen Dank an den Senat, Pompeius und die gegenwärtigen
Konsuln. Seinen Angriff auf Clodius führte er in
gehässigen Beiwörtern, doch galt sein Hauptangriff
den Konsuln des Vorjahres, Gabinius und Piso, die seine
Rückkehr hintertrieben hatten.
- Cicero
und das Triumvirat: Cicero saß politisch
zwischen mehr als zwei Stühlen, außerdem
war sein Vermögen stark zerrüttet. Er sah,
dass eine Verbindung von Senat und Rittern nicht mehr
möglich war und sämtliche Macht bei Pompeius
lag. Ihn hielt er für den "dominus" im
Triumvirat, Caesar und Crassus bezeichnete er als "advocati".
Seine Opposition gegen Caesar setzte Cicero fort, indem
er Anhänger von ihm zu treffen suchte (z.B. Publius
Vatinius) und indem er im Jahr
56 v. Chr. einer gegen Caesar gerichteten Senatsaktion
beitrat, wodurch er aber auch Pompeius treffen musste.
- Lucca:
Die Konferenz von Lucca (April
56 v. Chr.) sah eine Entmachtung des Senats und
eine Aufteilung der Macht unter die Triumvirn auf Jahre
vor. Danach wurde Cicero von Pompeius gezwungen, seine
Opposition einzustellen und seine Rhetorik sogar in
den Dienst caesarianischer Anträge im Senat zu
stellen. Quintus musste sich jetzt mit Caesar nach Gallien
begeben, um für das Wohlverhalten Ciceros in Rom
zu bürgen. Außerdem erhielt Cicero einen
Kredit von Caesar. Dies führte zur Abwendung Ciceros
von der Senatspartei bei gleichzeitiger Ohnmacht gegenüber
den Triumvirn (vgl. Cic.Att.4,6 (5), 2f).
- In seiner Rede "de domo sua"
(29. Sept.
57 v. Chr.) führte Cicero vor den Pontifices
mit Erfolg den Nachweis, dass die Weihung eines
Teiles seines Hausgrundstücks (an die Libertas)
unrechtmäßig und nichtig sei.
- P. Sestius wurde auf Betreiben des Clodius (März
56 v. Chr.)
wegen Gewaltanwendung ("de vi") angeklagt.
Cicero, der als letzter von vier Verteidigern spricht,
entwickelte in seiner Rede (pro Sestio)
sein Programm des "consensus omnium bonorum"
(Cic.Sest.36) . "Optimaten" sind die unzähligen,
die den Staat durch ihre Leistung tragen. Auch Freigelassene
können "Optimaten" sein. (Cic.Sest.96-106).
- Mai 56 v.
Chr. stellt sich Cicero in seiner Rede "de
provinciis consularibus" auf die Seite
Caesars und des Triumvirats: Caesar wollte verhindern
, dass ihm bei der Zuteilung der Provinzen für
die Konsuln des Jahres
55 v. Chr. Gallien verloren gehe. Cicero sprach
mit Erfolg in seinem Sinn.
- L. Piso war im Sept.
55 v. Chr. aus der Provinz Makedonien zurückgekehrt
und hatte sich nicht ohne Erfolg im Senat gegen
die Vorwürfe verteidigt, die Cicero nach seiner
Rückkehr gegen ihn erhoben hatte. Cicero antwortete
mit einer üblen Schmährede ("in
Pisonem").
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