- Statthalterschaft und Bürgerkrieg:
- Statthalterschaft
in Kilikien: Aufgrund eines Gesetzes des
Pompeius, wonach zwischen Konsulat und Provinzialverwaltung
ein Zeitraum von 5 Jahren liegen muss, wurde
Cicero (gegen seinen Willen) als Statthalter nach
Kilikien
geschickt.
Quintus begleitete ihn als sein Legat (es drohten
Kämpfe mit den Parthern).
Im Mai 52 v. Chr.
verließ
Cicero Rom. M. Caelius Rufus sollte ihn über
die Vorgänge in Rom unterrichten. Der ließ
von einem gemieteten Mann eine Zeitung zusammenstellen,
die er jeweils mit einem glossierenden Begleitschreiben
abschickte.
Cicero führte die Statthalterschaft uneigennützig
und musste, obwohl die Parther
wegen innerer Streitigkeiten keine Kämpfe veranstalteten,
bei Issos die Festung eines Bergvolkes erobern. Dafür
wurde er von seinen Soldaten als Imperator ausgerufen
und erhielt auf seinen Antrag hin in Rom ein Dankfest
(dem gewöhnlich ein Triumph folgte) zugesprochen.
Am 25. Nov. 50
landete
Cicero wieder in Brundisium, am 4. Jan.
49 kehrte er nach Rom zurück, begleitet von
12 Liktoren, die er noch drei Jahre als Begleitung beibehielt.
- Bürgerkrieg:
In Rom erlebte er noch die letzten Verhandlungen vor
Ausbruch des Bürgerkrieges mit:
Caesar wollte für
48 v. Chr. das Konsulat. Weil er fürchtete,
nach Niederlegung seines Kommandos in Gallien in Rom
gerichtlich verfolgt zu werden, bemühte er sich,
sich in Abwesenheit um das Konsulat bewerben zu dürfen.
Ciceros
Vermittlungsversuche scheiterten, weil sich der Senat
auf die Seite des
Pompeius gegen
Caesar stellte: Er erklärte durch das "senatus
consultum ultimum" den Notstand, erklärte
Caesar zum Staatsfeind und übertrug Pompeius
den Oberbefehl.
Caesar überschreitet am 10. Jan.
49 v. Chr. den Rubicon.
Cicero musste sich trotz schmerzlicher Ambivalenz
entscheiden. In einem persönlichen treffen mit
Caesar am 28. März
49 v. Chr. in
Ciceros Haus in Formiae verweigert er sich
Caesar. (Cic.Att.9,21 (18)). Er ergreift Partei
für Pompeius
und verlässt gegen Caesars
Befehl am 7. Juni
49 zusammen mit Quintus Italien. An der Schlacht
bei Pharsalos am 9. Aug. 48
nimmt er nicht teil und lehnt nach dem Tod des Pompeius
den Oberbefehl über die Resttruppen, den ihm Cato
anbot, ab. Diese Weigerung und die Empfehlung, die Waffen
niederzulegen, legte man ihm als Verrat aus. Die aufgebrachten
Pompejaner hätten ihn fast erschlagen. Er flieht
nach Italien.
- clementia
Caesaris:
Cicero wartete ein Jahr in Brundisium auf Caesars
Rückkehr aus dem Osten. Dieser gewährte ihm
am 25. Sept.47,
in Tarent, wohin ihm
Cicero entgegengegangen war, Verzeihung, weil er
sich von
Ciceros Beredsamkeit Hilfe versprach.
Cicero durfte nach Rom zurückkehren, hielt
sich aber jetzt zumeist in einer seiner Villen auf und
beschäftigte sich mit rhetorischen und literarischen
Studien. In Rom setzte er sich unter Berufung auf Caesars
politisches Programm der Versöhnung (clementia")
für einzelne Pompejaner ein. Für die Begnadigung
des Marcellus dankt
Cicero 46
v. Chr. in "pro
Marcello". Q. Ligarius verteidigt er in "pro
Ligario" gegen eine Anklage auf Hochverrat.
- M.
Iunius Brutus: In dieser Zeit pflegte
Cicero engere Freundschaft mit
M.Iunius Brutus, einem der späteren Caesarmörder,
der in Rhetorik und Philosophie hochgebildet war und
Cicero
eine Schrift "de virtute" gewidmet hatte.
Ihr schreibt
Cicero den Anstoß zur eigenen philosophischen
Schriftstellerei zu. Ihn lässt
Cicero neben
Atticus als Dialogpartner im "Brutus"
auftreten.
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