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Sextus Propertius


Aus Leben und Werk - Biographischer Steckbrief

 

[ Catull | Horaz | Ovid | Properz | Seneca | Vergil ]

[ Leben | Werke | Textauswahl | Zitate | Literatur ]
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(In der Hauptsache nach L.Bieler, II 61ff. und Schanz-Hosius, II 193ff.)

Sextus Propertius

Leben

Quellen
  • Prop.1,22 (Selbstvorstellung)
  • Prop.4,1,199ff. (fingierte Weissagung eines Astrologen)
  • Ov.trist.4,10 erwähnt ihn an zwei Stellen
  • Vita des Antonius Volscus (wertlos).
Geburt
  • Ca. 48 v.Chr. in Umbrien (Prop.1,22,9; Prop.4,1,121), wahrscheinlich Asisium geboren (anderer Ansatz: nicht nach 55 v.Chr.).
Familie
  • Weder adelige noch reiche Familie (Prop.2,24,37)
  • Weitgehender Verlust des Familienbesitzes im Perusinischen Krieg durch Enteignung.
Vater
  •  früh verstorben (Prop.4,1,127)
Mutter
  • zieht nach dem Perusinischen Krieg mit ihrem Sohn nach Rom, aber ebenfalls früh verstorben (Prop.2,20,15).
Aus-bildung
  • Übliche Ausbildung in Rom. Bald Abwendung vom "unsinnigen Forum".
  • In Rom wohnte Propertius auf dem Esquilin (Prop.3,23,24).
Freun-deskreis
  • Tullus (Neffe des Lucius Volcacius Tullus, des Konsuls von 33)
  • Cynthia, die ihn zu seinen Liedern inspiriert (Prop.1,12,20).
  • Maecenas (ab Buch II erscheint er als Gönner des Dichters.)
  • Vergil, den er leidenschaftlich verehrt.
  • Ovid (wohingegen er Horaz und Tibull eher abgeneigt ist; auch Horaz erwähnt im Literaturbrief an Augustus die Elegie nicht [Hor.epist.2,2,87ff.]).
Re-zeption
  • Von Properz ging eine große Wirkung aus:
    • Ovid hörte ihn mit Begeisterung (Ov.trist.4,10,45);
    • Passenus Paulus schrieb in seinem Stil Elegien (Plin.epist.6,15,1; Plin.epist.9,22,1f.);
    • Lucan und Martial bestätigen seine Beliebtheit;
    • in der Renaissance (seit Petrarca) wiederentdeckt;
    • Wirkung auf Goethe (Prop.4,7 Anregung für "Der Besuch" und "Euphrosyne")..
Daten
48 (od. 55)
41 - 40
  • Perusinischer Krieg. Die Familie des Properz verliert ihren Vater und durch die Ackerverteilung an die Veteranen des Augustus den größten Teil des Vermögens.
 
  • Umsiedlung zusammen mit seiner Mutter nach Rom
  • Studium in Rom
29
  • Mit ca 19 Jahren verfällt er der raffinierten, leidenschaftlichen, aber auch kultivierten Kurtisane Hostia (Cynthia).
29 (od.28) - 15
  • Herausgabe seiner vier Bücher Elegien.
29 od. 28
  • Herausgabe des Monobiblos (der Cynthialieder Prop.1.)
23
  • Endgültiger Bruch mit Cynthia
ca. 15
  • Todesjahr (Ov.rem. setzt seinen Tod voraus).
Tod
  • wahrscheinlich früher Tod (da er nach 15 nicht mehr dichtet).

Werke

all-gemein
Vor-bilder
  • Kallimachos, Philetas (Prop.3,1,1; Prop.3,9,43; Prop.4,6,3);
  • Cornelius Gallus (69-26), der eigentliche Erfinder der Elegie.
Inhalte
  • Facettenreiches Durchspielen aller Gefühle in Verbindung mit der Liebe.
  • Im 4. Buch auch patriotische und aitiologische Gedichte.
Stil
  • stilistische Härte; rhetorische Gestaltung (nicht ohne echtes Pathos).
  • anspruchsvoll durch Gelehrsamkeit und Häufung von Vergleichen.
  • kräftige und energische Sprache, bis zur Unverständlichkeit gewagt.
  • Überladung, Sprunghaftigkeit, Mehrgleisigkeit führen zu Mangel an Einheitlichkeit.
Würdi-gung
  • Gelehrsamkeit (entlegene Mythologie, Geographie, Geschichte); auf Nachruhm bedacht;
Prop.1
Cynthiabuch: erstes selbständiges Büchlein (Monobiblos)
Inhalte:
  • Tullus gewidmet
  • .Cynthialieder
    • Cynthia ist Pseudonym für die Libertine Hostia (Assoziation mit den Musen auf dem Berg Cynthos auf Delos).
    • Bewegtes Spiel der Emotionen.
    • Die Liebe zu Cynthia; 1. Der Dichter gewinnt Cynthias Liebe durch Beharrlichkeit. 2, Er verliert sie wieder (da der Konkurrent reicher ist). 3. Kehrt sie schließlich zu ihm zurück.
  • Prop.1,16:
    • Klage der Tür.
  • Prop.1,20:
    • Die Erzählung vom Raub des Hylas (sie soll Gallus mahnen, auf seinen gleichnamigen Knaben zu achten).
  • Prop.1,7 und Prop.1,9:
    • Lieder an Ponticus.
  • Prop.1,10 und Prop.1,13
    • beziehen sich auf Gallus, den sie über das Liebesleben belehren.
Form
  • Als Einzelbuch herausgegeben (noch zur Zeit Martials als Einzelbuch käuflich [Mart.14,189]).
  • Einige Gedichte hängen (in Art von Zyklen) enger miteinander zusammen.
Prop.2
 
Inhalte
  • Maecenas gewidmet.
  • Properz lehnt das politische Lied (Huldigung des Augustus), obwohl er jetzt im Umfeld des Maecenas ist, ab und bleibt bei dem Thema Liebe:
    • Huldigung der Schönheit der Geliebten ( Prop.2,2; Prop.2,3; Prop.2,18);
    • Prop.2,14 und Prop.2,15 halten den Höhepunkt der Liebesbeziehung fest;
    • Immer häufiger Klagen über ihre Untreue (Prop.2,5; Prop.2,8), da sie den Nebenbuhler vorzieht (Prop.2,9; Prop.2,16; Prop.2,17);
    • Todesahnungen (Prop.2,13).
    • Prop.2,31 verknüpft er Politisches mit dem Liebesmotiv: Dass er zu spät zur Geliebten kommt entschuldigt er damit, dass er den eben ( 28) eingeweihten Tempel des palatinischen Apollon besichtigt hat und zur Bestätigung beschreibt.
Form
  • Eingangs- und Schlussgedicht zeigen, dass auch Prop.2 für sich herausgegeben wurde.
Zeit
  • 28 - 26. Veröffentlicht nach 26 (Tod des Gallus).
    • Prop.2,31 geht auf den eröffneten Apollontempel, der in diesem Jahr fertiggestellt worden war;
    • Prop.2,10,16 verweist auf vor 25 (den ersten arabischen Feldzug unter Cornelius Gallus);
    • Prop.2,34,91 ist Gallus "eben" verstorben (im Jahr 26).
Prop.3.
 
Inhalte
  • Cynthia tritt noch weiter zurück (nur Prop.3,21 und Prop.3,24 wird sie ausdrücklich erwähnt). Auch die Freunde treten in den Hintergrund.
  • Auf Cynthia bezogen könnten sein:
    • Nächtliche Wanderung nach Tibur (Prop.3,16)
    • Gratulation zum Geburtstag (Prop.3,20)
    • Eifersuchtsszenen (Prop.3,15)
  • Neue Themen:
    • Das Wesen der eigenen Dichtung (Prop3,1; Prop3,2; Prop3,3; Prop3,9)
    • Zeitthemen
      • Zug des Augustus in den Orient (im Kontrast zum eigenen Liebesleben in Rom) (Prop.3,4)
      • Sieg von Actium(als Sieg über Cleopatra) (Prop.3,11)
      • Preis Italiens und Aufforderung an Tullus, in die Heimat zurückzukehren (Prop.3,22)
      • Trauerelegien auf den Tod des Paetus und Marcellus (Prop.3,7; Prop.3,18);
    • Allgemeinere erotische Themen (mit geringem Bezug auf Cynthia).
      • Habsucht der Mädchen: Gier nach dem Gold; weibliche Leidenschaft;
      • ein politisches Lied auf Cleopatra (Prop.3,13).
      • Scherzhaft sentimentale Verlustanzeige einer Schreibtafel, die oft als Liebesbotin gedient hatte (Prop.3,23).
      • Antiopesage (trotz Bezug auf Cynthia im wesentlichen Selbstzweck).
  • Bruch zwischen den Liebenden.
    • Hilferuf an Bacchus (Prop.3,17);
    • Vorwurfsvoller Abschiedsbrief als Schlussgedicht (Prop.3,31)
Form:
  • Eingangs- und Schlussgedicht zeigen, dass auch Prop.2 für sich herausgegeben wurde.
Zeit
  • Veröffentlicht zwischen 23 und 20.
  • Prop.3,18 geht auf den Tod des Marcus Claudius Marcellus (23).
  • Drei weitere Gedichte zielen auf den Partherzug des Augustus, der für 22 vorgesehen war und 20 (anders als von Properz erwartet) stattfand.
Prop.4
Die römischen Elegien
Inhalte
  • Ein verwandelter Properz: Patriotische Themen statt Liebe (Prop.4,1,67). Wenn die Liebe thematisiert wird (Prop.4,5; Prop.4,8; Prop.4,7; Prop.4,3; Prop.4,11), wird sie es in anderer Weise als zuvor.
    • Prop.4,1 ist programmatisches Einleitungsgedicht:
      • Seine Absicht sei: Erklärung von Bräuchen, Festen, Ortsnamen (wie später Ovid in den Fasten)
      • Fiktive Warnung des Astrologen Horos, dass er dazu das Talent nicht habe und deshalb alles so bleiben werde.
      • Properz erwidert, er werde auch auf die Liebe als Thema nicht ganz verzichten.
    • Prop.4,2: Die Staue des Vertumnus im Vicus Tuscus gibt Anlass, dass Vertumnus selbst sich vorstellt und über seine tuskische Heimat berichtet.
    • Prop.4,4: Die Liebe der Tarpeia zum Feldherrn der Feinde: Properz überträgt seine kunstvolle erotische Psychologie auf einen Sagenstoff.
    • Prop.4,6: Der Tempel des palatinischen Apollon als Dank für den Sieg bei Actium.
    • Prop.4,9: Die Ara Maxima des Hercules auf den Forum Boarium im Zusammenhang mit der Tötung des Cacus durch Hercules.
    • Prop.4,10: Tempel des Iupiter Feretrius und die spolia opima des Romulus (und Aulus Cornelius Cossus und Marcus Claudius Marcellus).
  • Prop.4,8: Cynthiagedicht (humoristisch, distanziert, schließlich versöhnlich).
  • Prop.4,3: Liebevoller und beseelter Brief der Arethusa an ihren Gatten Lycotas, der gegen die Parther im Feld ist (verweist auf Ovids Heroides voraus)..
  • Prop.4,5: Lehrvortrag einer Kupplerin (lena) über den Verkehr mit Männern.
  • Prop.4,7: Die tote Cynthia erscheint dem Dichter im Traum: verklärende, milde Trauer statt Bitternis.
  • Prop.4,11: Sog. "Königin der Elegien": Trauerlied auf Cornelia (Tochter des Publius Cornelius Scipio und der Scribonia), die aus der Unterwelt heraus ihr Leben darstellt und so tröstenden Abschied von ihrem Gatten nimmt (formal Elemente der laudatio funebris und der consolatio).
Form
  • Jeweils 5 Gedichte symmetrisch um Prop.4,6 angeordnet.
  • Prinzip der variatio zwischen patriotischen oder aitiologischen (Prop.4,2; Prop.4,4; Prop.4,6; Prop.4,9; Prop.4,10) und erotischen Elegien (Prop.4,3; Prop.4,5; Prop.4,7; Prop.4,8. Prop.4,11).
Vorbild
  • Aitia des Kallimachos.
Zeit
  • Zwei Gedichte spielen auf das Jahr 16 an, so dass Prop.4 wohl in diesem oder im folgenden Jahr (15) veröffentlicht wurde.
 

Textauswahl

(lat.-deutsch)

Prop.1,1 Das Unglück Liebe
Prop.1,3 Nächtlicher Besuch bei Cynthia
Prop.1,6 An Tullus
Prop.1,7 Trost in Liedern
Prop.1,11 An Cynthia in Baiae
Prop.1,14 An Tullus
Prop.1,17 An Cynthia während eines Stums
Prop.1,18 An Cynthia - Einsame Klage
Prop.1,21 Letzte Botschaft
Prop.1,22 Herkunft
Prop.2,2 Cynthia - Die Schönheit der Liebsten
Prop.2,3  An sich selbst - Preis der Geliebten
Prop.2,14 Erhörung
Prop.2,19 Cynthia auf dem Lande
Prop.2,27 Der Tod und die Liebe
Resignation - Trennung von Cynthia
Inhalt | Literatur

 

Sententiae excerptae:
Lat. zu "Prop"