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Beleg gesucht für: multo
Belege des Suchbegriffs aus ausgewählten Texten (vollständig: Caes.Gall., Cic.Arch., Cic.S.Rosc., Cic.Lael.)
alterum per provinciam nostram, multo facilius atque expeditius, propterea quod inter fines Helvetiorum et Allobrogum, qui nuper pacati erant, Rhodanus fluit isque nonnullis locis vado transitur. Caes.Gall.1,6,2Der andere Weg ging durch die Römische Provinz in Gallien und war viel leichter und bequemer, weil zwischen dem Gebiet der Helvetier und der Allobroger, die sich kurz zuvor der römischen Oberherrschaft gefügt hatten, die Rhône fließt, über die man an einigen Stellen zu Fuß geht.
graviter eos accusat, quod, cum neque emi neque ex agris sumi posset, tam necessario tempore, tam propinquis hostibus ab iis non sublevetur; praesertim cum magna ex parte eorum precibus adductus bellum susceperit, multo etiam gravius, quod sit destitutus, queritur. Caes.Gall.1,16,6(6) Diesen machte er heftige Vorwürfe, dass man ihn in so dringlicher Lage, wo man Lebensmittel weder für Geld haben noch vom Feld nehmen könne, nicht unterstütze, während die Feinde so nahe ständen. Dass man ihn so im Stich lasse, darüber beklagte er sich um so nachdrücklicher, weil er großenteils besonders auf ihre Bitten in diesen Krieg eingetreten sei.
multo denique die per exploratores Caesar cognovit et montem ab suis teneri et Helvetios castra movisse et Considium timore perterritum, quod non vidisset, pro viso sibi renuntiavisse. Caes.Gall.1,22,4Endlich, als es schon längst Tag war, berichteten die Kundschafter Cäsar, dass nicht nur die Römer unter Labienus den Berg besetzt, sondern auch die Helvetier ihr Lager verlassen hätten. Considius aber habe in Furcht und Bestürzung Dinge als gesehen gemeldet, die er nicht gesehen.
posteaquam in vulgus militum elatum est, qua arrogantia in conloquio Ariovistus usus omni Gallia Romanis interdixisset impetumque in nostros eius equites fecissent eaque res conloquium diremisset, multo maior alacritas studiumque pugnandi maius exercitui iniectum est. Caes.Gall.1,46,4Nachdem aber unter den Soldaten bekannt wurde, mit welcher Anmaßung Ariovist bei der Unterredung den Römern den Aufenthalt in ganz Gallien untersagt, wie dessen Reiter unsere Leute angegriffen und wie dies der Unterredung ein Ende gemacht habe, erfüllte das Heer eine viel größere Bereitschaft und Kampfeslust.
hos cum Suebi multis saepe bellis experti propter amplitudinem gravitatemque civitatis finibus expellere non potuissent, tamen vectigales sibi fecerunt ac multo humiliores infirmioresque redegerunt. Caes.Gall.4,3,4Obgleich nun die Sueben durch wiederholte Feindseligkeiten auch diese Germanen oft aus ihrem Land zu treiben versucht, aber wegen der Größe und Macht des Volkes nicht vermocht hatten, machten sie sie doch viel schwächer, untergeordneter und sich zinsbar.
id factum graviter tulit Indutiomarus, suam gratiam inter suos minui, et, qui iam ante inimico in nos animo fuisset, multo gravius hoc dolore exarsit. Caes.Gall.5,4,4Es kränkte aber den Indutiomarus, dass man sein Ansehen unter den Seinigen so zu schwächen suchte, und da er ohnedies einen alten Groll gegen Rom hegte, entbrannte er um so mehr durch diese Kränkung.
hostes postero die multo maioribus coactis copiis castra oppugnant, fossam complent. a nostris eadem ratione qua pridie, resistitur. Caes.Gall.5,40,3Den folgenden Tag bestürmten die Feinde, deren Truppen sich unterdessen sehr verstärkten, das Lager und ebneten bereits den Graben ein. Die Römer leisteten Widerstand, wie tags zuvor;
Treveri vero atque Indutiomarus totius hiemis nullum tempus intermiserunt, quin trans Rhenum legatos mitterent, civitates sollicitarent, pecunias pollicerentur, magna parte exercitus nostri interfecta multo minorem superesse dicerent partem. Caes.Gall.5,55,1Die Treverer, an ihrer Spitze Indutiomarus, schickten während des Winters ohne Unterlass Gesandte über den Rhein, suchten die dortigen Stämme aufzuwiegeln, versprachen Geld und versicherten, der größte Teil von Cäsars Heer sei umgekommen und nur ein sehr geringer Teil sei noch übrig.
multo etiam amplius, quod paene ab ipso vallo portisque castrorum barbaros avertisset. Caes.Gall.6,42,2und zwar umso mehr, als es die Feinde abgewehrt habe, die bereits am Tor und auf dem Wall standen.
haec si gravia aut acerba videantur, multo illa gravius aestimari debere liberos coniuges in servitutem abstrahi, ipsos interfici; quae sit necesse accidere victis. Caes.Gall.7,14,10Finde man dies alles hart oder bitter, so finde er es noch härter, wenn ihre Weiber und Kinder in die Sklaverei geschleppt, sie selbst hingemordet würden - das unvermeidliche Schicksal der Besiegten.
hae revinciuntur introrsus et multo aggere vestiuntur, ea autem, quae diximus, intervalla grandibus in fronte saxis effarciuntur. Caes.Gall.7,23,2Diese werden an der inneren Seite verklammert und reichlich mit Erde bekleidet. Die erwähnten Zwischenräume werden auf der Vorderseite der Mauer mit gewaltigen Felsstücken ausgefüllt.
propterea quod insolenter adversarii sui gloriarentur L. Lentulum et C. Marcellum consules creatos qui omnem honorem et dignitatem Caesaris spoliarent, ereptum Ser. Galbae consulatum, cum is multo plus gratia suffragii valuisset, quod sibi coniunctus et familiaritate et necessitudine legationis esset. Caes.Gall.8,50,4Denn seine Gegner rühmten stolz, die neu gewählten Konsuln Lucius Lentulus und Gaius Marcellus würden ihn aller Ämter und Ehren berauben; auch den Servius Galba, der doch ein so entschiedenes Übergewicht durch Wahlstimmen und Verbindungen gehabt hatte, habe man dennoch das Konsulat entwunden, weil er mit Cäsar durch vertraute Freundschaft und als sein Legaten verbunden war.
at nobis est domi inopia, foris aes alienum, mala res, spes multo asperior: denique quid relicui habemus praeter miseram animam? Sall.Cat.20,13Aber uns wohnt im Haus der Kehraus, vor der Tür steht der Wucherer; schlimme Zeit, viel bösere Zukunft! Ja, was haben wir noch außer dem elenden Leben?
Ea tempestate mihi imperium populi Romani multo maxume miserabile visum est. quoi quom ad occasum ab ortu solis omnia domita armis parerent, domi otium atque divitiae, quae prima mortales putant, adfluerent, fuere tamen cives, qui seque remque publicam obstinatis animis perditum irent. Sall.Cat.36,4In der Zeit befand sich meines Erachtens das römische Reich in dem beklagenswertesten Zustand. Obgleich ihm vom Aufgang bis zum Niedergang der Sonne alles durch Waffengewalt bezwungen war und gehorchte, in Rom aber der Genuss des Friedens und Reichtum, Dinge, die Menschen für die höchsten Güter halten, in Fülle vorhanden waren, gab es dennoch Bürger, die unbeirrbar auf ihren eigenen Untergang und den des Gemeinwesens ausgingen.
si ita esset, multo pulcherrumam eam nos haberemus: quippe sociorum atque civium, praeterea armorum atque equorum maior copia nobis quam illis est. Sall.Cat.52,20Wäre es so, müssten wir ihn jetzt in schönster Vollendung vorfinden: An Bundesgenossen und Bürgern, sodann an Waffen und Pferden haben wir ja größeren Reichtum als jene.
Num me fefellit, Catilina, non modo res tanta tam atrox tamque incredibilis, verum, id quod multo magis est admirandum, dies? Cic.Catil.1,7Ist, Catilina, meine Ankündigung nicht allein dieses so großen , so grässlichen, so unglaublichen Ereignisses, sondern auch, was noch mehr zu verwundern ist, selbst des Tages nicht eingetroffen?
Recognosce mecum tandem noctem illam superiorem; iam intelleges multo me vigilare acrius ad salutem quam te ad perniciem rei publicae. Cic.Catil.1,8Durchmustere mit mir endlich die Geschichte der letzten Nacht und du wirst dich bald überzeugen, dass ich viel eifriger für die Rettung des Staates war als du für sein Verderben.
Etenim si mecum patria, quae mihi vita mea multo est carior, si cuncta Italia, si omnis res publica loquatur: 'M. Tulli, quid agis? Tune eum, quem esse hostem comperisti, quem ducem belli futurum vides, quem exspectari imperatorem in castris hostium sentis, auctorem sceleris, principem coniurationis, evocatorem servorum et civium perditorum, exire patiere, ut abs te non emissus ex urbe, sed immissus in urbem esse videatur? Cic.Catil.1,27Denn wenn das Vaterland, das mir viel teurer als das Leben ist, wenn ganz Italien, wenn die ganze Republik so zu mir redete: "Was machst du, Marcus Tullius? Willst du einen Menschen, von dessen feindlicher Gesinnung du Beweise hast, in dem du einen künftigen Kriegsführer erblickst, von dem du weißt, dass er als Befehlshaber im Lager der Feinde erwartet wird, - willst du den Anstifter der Frevel, das Haupt der Verschwörung, den Aufwiegler der Sklaven und schlechter Bürger ziehen lassen, so dass man glauben kann, er sei von dir nicht aus der Stadt gewiesen, sondern gegen die Stadt losgelassen?
Ut saepe homines aegri morbo gravi, cum aestu febrique iactantur, si aquam gelidam biberunt, primo relevari videntur, deinde multo gravius vehementiusque adflictantur, sic hic morbus, qui est in re publica relevatus, istius poena vehementius reliquis vivis ingravescet. Cic.Catil.1,31Wie oft Menschen, die an einer schweren Krankheit leiden, wenn Hitze und Fieber sie schüttelt, und sie kaltes Wasser trinken, zuerst Erleichterung zu spüren glauben, aber nachher weit heftiger und schwerer angegriffen werden, so wird diese Krankheit, die den Staat ergriffen hat, wenn sie durch die Bestrafung dieses Menschen eine Erleichterung erhält, dadurch dass die übrigen am Leben bleiben, noch heftiger und gefährlicher ausbrechen.
an statuas et imagines, non animorum simulacra, sed corporum, studiose multi summi homines reliquerunt; consiliorum relinquere ac virtutum nostrarum effigiem nonne multo malle debemus summis ingeniis expressam et politam? Cic.Arch.30.bOder müssen wir, da so viele große Männer eifrig bemüht waren, Standbilder und Gemälde von sich zu hinterlassen, die doch nur den Körper und nicht den Geist darstellen, müssen wir nicht noch viel mehr wünschen, von unserem Denken und Handeln ein Abbild zu hinterlassen, das durch große Geister nachgezeichnet und vollendet wäre?
Vere mihi hoc videor esse dicturus, ex omnibus eis, qui in harum artium liberalissimis studiis sint doctrinisque versati, minimam copiam poetarum et oratorum egregiorum exstitisse: atque in hoc ipso numero, in quo perraro exoritur aliquis excellens, si diligenter et ex nostrorum et ex Graecorum copia comparare voles, multo tamen pauciores oratores quam poetae boni reperientur. Cic.de_orat.1,11.Mit Recht glaube ich behaupten zu dürfen, dass unter allen denen, die ihre Bemühungen auf diese edlen Künste und Wissenschaften gerichtet haben, die Menge ausgezeichneter Dichter sich als die geringste erweist. Und obwohl unter diesen nur sehr selten ein hervorragender Geist auftritt, so wird man doch, wenn man nach der Menge der Unsrigen und der Griechen eine sorgfältige Vergleichung anstellen will, weit weniger gute Redner als gute Dichter finden.
instaret Academia, quae, quicquid dixisses, id te ipsum negare cogeret; Stoici vero nostri disputationum suarum atque interrogationum laqueis te inretitum tenerent; Peripatetici autem etiam haec ipsa, quae propria oratorum putas esse adiumenta atque ornamenta dicendi, a se peti vincerent oportere, ac non solum meliora, sed etiam multo plura Aristotelem Theophrastumque de istis rebus, quam omnis dicendi magistros scripsisse ostenderent. Cic.de_orat.1,43.Zusetzen würde dir die Akademie und dich nötigen, zu bekennen, dass du das nicht wissest, was du gesagt habest. Unsere Stoiker vollends würden dich in den Schlingen ihrer gelehrten Streitigkeiten und Fragen verstrickt halten. Die Peripatetiker aber würden dartun, die Stützen der Rede und die Mittel zu ihrer Verschönerung, die du für ein Eigentum der Redner hältst, müssten von ihnen entlehnt werden, und zeigen, dass Aristoteles und Theophrastos nicht nur bessere, sondern auch mehr Vorschriften über diese Gegenstände niedergeschrieben hätten als alle Lehrmeister der Beredsamkeit.
Sin cuipiam nimis infinitum videtur, quod ita posui "quacumque de re," licet hinc quantum cuique videbitur circumcidat atque amputet, tamen illud tenebo, si, quae ceteris in artibus atque studiis sita sunt, orator ignoret tantumque ea teneat, quae sint in disceptationibus atque usu forensi, tamen his de rebus ipsis si sit ei dicendum, cum cognoverit ab eis, qui tenent, quae sint in quaque re, multo oratorem melius quam ipsos illos, quorum eae sint artes, esse dicturum. Cic.de_orat.1,65.Sollte aber manchem der von mir gebrauchte Ausdruck über jeden vorfallenden Gegenstand allzu unbestimmt erscheinen, so mag er hiervon abschneiden und wegnehmen, soviel ihn gut dünkt; doch das werde ich festhalten: Mag der Redner auch den Stoff der anderen Künste und Wissenschaften nicht kennen und nur das verstehen, was zu den Rechtserörterungen und zur gerichtlichen Übung erforderlich ist, so wird er doch, wenn er über jene Gegenstände reden soll, sobald er sich bei denen Rats erholt hat, die das, was jeder Sache eigentümlich angehört, kennen, als Redner weit besser darüber reden als selbst jene, die diese Gegenstände berufsmäßig treiben.
Sin quae res inciderit, in qua de natura, de vitiis hominum, de cupiditatibus, de modo, de continentia, de dolore, de morte dicendum sit, forsitan, si ei sit visum, - etsi haec quidem nosse debet orator - , cum Sex. Pompeio, erudito homine in philosophia, communicarit; hoc profecto efficiet ut, quamcumque rem a quoquo cognoverit, de ea multo dicat ornatius quam ille ipse, unde cognorit. Cic.de_orat.1,67.Und kommt ein Fall vor, wo er über die Natur, über die Laster der Menschen, über die Begierden, über Mäßigung und Enthaltsamkeit, über Schmerz, und Tod sprechen soll, so dürfte er sich vielleicht, wenn es ihn gut dünkte – wiewohl dieses wenigstens der Redner kennen muss –, mit dem Sextus Pompeius besprechen, einem in der Philosophie unterrichteten Mann, und in der Tat, es wird ihm gelingen, über jeden Gegenstand, den er von irgend jemand erlernt hat, weit geschmückter zu reden als selbst jener, der ihn belehrt hat.
Tum Antonius 'probas mihi' inquit 'ista, Crasse, quae dicis, nec dubito quin multo locupletior in dicendo futurus sit, si quis omnium rerum atque artium rationem naturamque comprehenderit; Cic.de_orat.1,80.Hierauf sagte Antonius: "Du überzeugst mich, Crassus, von der Wahrheit deiner Behauptungen, und ich zweifle nicht, dass derjenige im Reden weit reicher ausgestattet sein wird, der die Beschaffenheit und das Wesen aller Dinge und Wissenschaften umfasst.
Charmadas vero multo uberius eisdem de rebus loquebatur, non quo aperiret sententiam suam; hic enim mos erat patrius Academiae adversari semper omnibus in disputando; sed cum maxime tamen hoc significabat, eos, qui rhetores nominarentur et qui dicendi praecepta traderent, nihil plane tenere neque posse quemquam facultatem adsequi dicendi, nisi qui philosophorum inventa didicisset. Cic.de_orat.1,84.Charmadas aber sprach weit reichhaltiger über dieselben Gegenstände, jedoch nicht, um seine eigene Ansicht auszusprechen; das ist ja die hergebrachte Weise der Akademie, in ihren Untersuchungen allen nur immer das Widerspiel zu halten; aber doch deutete er ganz deutlich an, diejenigen, die man Redekünstler nenne und die die Regeln der Beredsamkeit lehrten, wüssten gar nichts, und niemand könne sich Geschicklichkeit im Reden aneignen, wenn er nicht die Erfindungen der Philosophen gelernt habe.
Haec cum Crassus dixisset, silentium est consecutum; sed quamquam satis eis, qui aderant, ad id, quod erat propositum, dictum videbatur, tamen sentiebant celerius esse multo quam ipsi vellent ab eo peroratum. Tum Scaevola 'quid est, Cotta?' inquit 'quid tacetis? Nihilne vobis in mentem venit, quod praeterea ab Crasso requiratis?' Cic.de_orat.1,160.Als Crassus dieses gesagt hatte, trat Stillschweigen ein. Aber obwohl den Anwesenden die vorgelegte Frage zur Genüge beantwortet zu sein schien, so meinten sie doch, er habe seinen Vortrag weit schneller beendet, als sie es wünschten. Hierauf sagte Scaevola: "Warum, Cotta, schweigst du? Fällt euch nichts ein, worüber ihr außerdem noch den Crassus befragen möchtet?"
Quod in homine multo est evidentius, primum ex ea caritate, quae est inter natos et parentes, quae dirimi nisi detestabili scelere non potest; Cic.Lael.27.cNoch weit augenscheinlicher tritt dies bei den Menschen hervor, und zwar zuerst in der Liebe, die zwischen Eltern und Kindern stattfindet und die nur durch einen abscheulichen Frevel aufgelöscht werden kann;
Alios autem dicere aiunt multo etiam inhumanius (quem locum breviter paulo ante perstrinxi) praesidii adiumentique causa, non benevolentiae neque caritatis, amicitias esse expetendas; Cic.Lael.46.aAndere, heißt es, behaupteten noch viel unmenschlicher (ein Punkt, den ich etwas früher kurz berührt habe), nicht um des Wohlwollens und der Liebe, sondern um des Schutzes und der Hilfe willen seien Freundschaften wünschenswert.
Sin vero erunt aliqui reperti, qui pecuniam praeferre amicitiae sordidum existiment, ubi eos inveniemus, qui honores, magistratus, imperia, potestates, opes amicitiae non anteponant, ut, cum ex altera parte proposita haec sint, ex altera ius amicitiae, non multo illa malint? Cic.Lael.63.cSollten sich aber auch welche finden, die es für schmutzig halten, das Geld der Freundschaft vorzuziehen, wo werden wir sodann diejenigen finden, die Ehrenstellen, Ämter, Befehlshaberstellen, Gewalt und Macht der Freundschaft nicht vorziehen, und die nicht in dem Fall, dass ihnen in der einen Waagschale diese Güter, in der anderen die Freundschaft mit ihren Rechten und Pflichten zur Wahl vorgelegt würde, nicht bei weitem jenen Gütern den Vorzug geben würden?
Quod est multo profecto magis in veris patribus certisque faciendum. Cic.Lael.70.dSind aber die wahren Eltern bekannt, so sind wir zur einem solchen Betragen gewiss umso mehr verpflichtet.
Molesta veritas, siquidem ex ea nascitur odium, quod est venenum amicitiae, sed obsequium multo molestius, quod peccatis indulgens praecipitem amicum ferri sinit; Cic.Lael.89.bDie Wahrheit ist belastend, wenn aus ihr Hass entspringt, der Gift für die Freundschaft ist. Allein die Willfährigkeit ist noch weit belastender, weil sie Verfehlungen nachsieht, und den Freund jählings ins Verderben stürzen lässt.
Operas autem suas Clodius confirmat, manus ad Quirinalia paratur. In eo multo sumus superiores ipsius copiis; sed magna manus ex Piceno et Gallia exspectatur, ut etiam Catonis rogationibus de Milone et Lentulo resistamus. Cic.ad Q.fr.2,3,4,4Seine Handlanger aber verstärkt Clodius: die Mannschaft wird für die Quirinalien in Bereitschaft gesetzt. Doch in diesem Punkt sind wir seinem Haufen weit überlegen. Indessen erwartet man eine bedeutende Mannschaft aus Picenum und Gallien, damit wir auch Catos Anträgen in Bezug auf Milo und Lentulus entgegentreten können.
quae me igitur res praeter ceteros impulit, ut causam Sex.Rosci reciperem? quia, si qui istorum dixisset, quos videtis adesse, in quibus summa auctoritas est atque amplitudo, si verbum de re publica fecisset, id, quod in hac causa fieri necesse est, multo plura dixisse, quam dixisset, putaretur. Cic.S.Rosc.2.bWas ist es denn nun, das mich vor anderen bewog, die Verteidigung des Sextus Roscius zu übernehmen? Ich antworte: Wäre einer jener Männer von höchstem Ansehen und Rang, die ihr hier anwesend erblickt, aufgetreten, hätte er sich über die Lage des Staates geäußert, was bei diesem Rechtsfall unvermeidlich ist; so würde man seinen Worten eine viel größere Bedeutung unterlegen, als sie wirklich hätten.
veniam, neque ita multo postea, ad hunc locum; nam hoc totum ad Roscios pertinet, de quorum audacia tum me dicturum pollicitus sum, cum Eruci crimina diluissem. Cic.S.Rosc.78.dIch werde bald hernach zu diesem Punkt kommen. Denn diese ganze Sache geht die Roscier an, über deren Frechheit ich alsdann, wenn ich die Anschuldigungen des Erucius entkräftet habe, wie versprochen, reden werde.
nunc non hanc ei rem Sex. Roscius mandavit, sed id, quod multo gravius est, ipse Sex. Roscius cum fama, vita bonisque omnibus a decurionibus publice T. Roscio mandatus est; Cic.S.Rosc.115.aNun hat ihm aber nicht Sextus Roscius die Sache übertragen, sondern, was weit wichtiger ist, Sextus Roscius selbst, seine Ehre, sein Leben und all seine Habe wurde von den Decurionen öffentlich dem Roscius übergeben;
quod si id vos suscipitis et eam ad rem operam vestram profitemini, si idcirco sedetis, ut ad vos adducantur eorum liberi, quorum bona venierunt, cavete, per deos immortalis, iudices, ne nova et multo crudelior per vos proscriptio instaurata esse videatur. Cic.S.Rosc.153.aWenn ihr das auf euch nehmt und euch bereit erklärt, dazu zu helfen, wenn ihr darum hier sitzt, dass deren Kinder, deren Güter verkauft wurden, vor euren Richterstuhl geschleppt werden, so hütet euch, bei den unsterblichen Göttern, ihr Richter, dass man von euch glaube, ihr hättet eine neue und weit grausamere Art der Ächtung aufgebracht.
[Cic.fin.1,7,3] Nec vero, ut noster Lucilius, recusabo, quo minus omnes mea legant. utinam esset ille Persius, Scipio vero et Rutilius multo etiam magis, quorum ille iudicium reformidans Tarentinis ait se et Consentinis et Siculis scribere. Cic.Fin.1,7,3Auch werde ich mich nicht, wie unser Lucilius, dagegen sperren, dass alle meine Schriften lesen. Wie wünschte ich, dass euer Persius, ja auch noch weit mehr, dass Scipio und Rutilius noch lebten! Das Urteil dieser scheute jener so, dass er erklärte, er schreibe nur für Tarentiner, Consentiner und Sikuler.
itaque non ob ea solum incommoda, quae eveniunt inprobis, fugiendam inprobitatem putamus, sed multo etiam magis, quod, cuius in animo versatur, numquam sinit eum respirare, numquam adquiescere. Cic.fin.1,53,5Demnach glauben wir, dass nicht allein wegen der Nachteile, die den Schlechten widerfahren, die Schlechtigkeit zu fliehen sei, sondern weit mehr noch, weil sie den, in dessen Seele sie wohnt, nie zu Atem, nie zur Ruhe kommen lässt.
animi autem voluptates et dolores nasci fatemur e corporis voluptatibus et doloribus -- itaque concedo, quod modo dicebas, cadere causa, si qui e nostris aliter existimant, quos quidem video esse multos, sed imperitos --, quamquam autem et laetitiam nobis voluptas animi et molestiam dolor afferat, eorum tamen utrumque et ortum esse e corpore et ad corpus referri, nec ob eam causam non multo maiores esse et voluptates et dolores animi quam corporis. Cic.fin.1,55,3Wir gestehen, dass die Vergnügungen und Schmerzen der Seele ihren Grund in den Genüssen und den Schmerzen des Körpers haben. Darum räume ich ein, was du eben behauptet hast, dass die von unserer Schule mit ihrer Sache durchfallen, die eine anderer Ansicht haben – und es gibt deren viele, aber es sind Unkundige. Obwohl aber die Lust der Seele uns Freude und der Schmerz Beschwerde bereitet, so behaupte ich doch, dass beides seinen Ursprung im Körper hat und sich auf den Körper bezieht. Darum aber leugne ich nicht, dass die Genüsse und Schmerzen der Seele ungleich größer sind als die des Körpers;
nec vero hoc oratione solum, sed multo magis vita et factis et moribus comprobavit. Cic.fin.1,65,3Und dies hat er nicht allein mit Worten, sondern ungleich mehr durch sein Leben, sein Handeln und seine innere Haltung bewiesen.
solent et subterraneos specus aperire eosque multo insuper fimo onerant, suffugium hiemis et receptaculum frugibus, quia rigorem frigorum eius modi loci molliunt et, si quando hostis advenit, aperta populatur, abdita autem et defossa aut ignorantur aut eo ipso fallunt, quod quaerenda sunt. Tac.Germ.16,4Sie pflegen auch unterirdische Höhlen aufzutun und beschweren sie oben mit viel Mist als Zuflucht für den Winter und zur Aufbewahrung der Feldfrüchte, weil derartige Orte die starre Kälte mildern und ein Feind, wenn einmal einer ins Land kommt, nur, was offen daliegt, plündert; was versteckt und begraben ist, bleibt entweder unerkannt oder entzieht sich eben dadurch, dass man es suchen muss.
Miles ait, multo iam fractus membra labore. Hor.sat.1,1,5.Durch vielfach anstrengende Müh' schon mürb in den Gliedern.
Utque illis multo corrupta dolore voluptas Hor.sat.1,2,39.Wie durch Schmerz vielfältig die Lust des Genusses vergällt wird,
Sit mihi — nam multo plures sumus — , ac veluti te Hor.sat.1,4,142.Leistend, da mehrere wir um vieles, als wenn wir dich gleich als
Postera lux oritur multo gratissima; namque Hor.sat.1,5,39.Morgens darauf ging uns bei weitem der herrlichste Tag auf,
Ut non hoc fateatur? At idem, quod sale multo Hor.sat.1,10,3.Dies nicht einzugestehn? Doch zugleich, dass jener mit scharfem
2014.10.27 Hac septimana vergente complures electiones locum habebant: In Brasilia Dilma Rousseff in suffragio supremo competitorem Aecium Neves angustius antevertens vicit. Se altera vice multo meliorem praesidem fore pollicita est. In Ucraina ante tempus novum parlamentum eligebatur. Vicerunt partes, quae inclinatione voluntatis ad Occidentem et Europam propendent. Locum primum factio praesidis Petro Poroshenko assecuta est, locum secundum nationalis frons, quae Arsenium Yatsenyuk, administrum principem, sequitur. In Ucraina Orientali atque in Crimaea ad suffragium vocari omnino non poterat. In Tunesia quattuor annis, postquam "Ver Arabicum" coepit, novum parlamentum eligendum fuit. Multi inter Islamitas (Ennahda) et partes saeculares disceptari putant. Effectus electionis adhuc dubius est. Comitia praesidentialia in Uruguaya exhibita exitum ancipitem habuere, ut pridie Kal. Dec. suffragium supremum ferendum est. 2014.10.27An diesem Wochenende fanden mehrere Wahlen statt: In Brasilien siegte Dilma Rousseff in einer Stichwahl mit ziemlich knappem Vorsprung über ihren Mitbewerber Aecio Neves. Sie versprach, im zweiten Durchgang eine weit bessere Präsidentin zu werden. In der Ucraine wurde vorzeitig ein neues Parlament gewählt. Es siegten die Parteien, die mit dem Westen und Europa sympathisieren. Auf den ersten Platz kam die Partei des Präsidenten Petro Poroschenko, auf den zweiten die nationale Front, die Ministerpräsident Arseniy Jazenjuk anführt. In der Ostukraine und auf der Krim konnte überhaupt nicht gewählt werden. In Tunesien war vier Jahre, nachdem der "Arabische Frühling" begonnen hatte, ein neues Parlament zu wählen. Viele glauben, dass die Entscheidung zwischen den Anhängern des Islam (Ennahda) und den säkularen Parteien gefällt werde. Der Wahlausgang steht noch nicht fest. Die Präsidentschaftswahlen in Uruguay haben keine Klarheit gebracht, so dass am 30. Nov. eine Stichwahl stattfinden muss.
2014.11.24 Lu.d. Magnus Carlsen, ille Norvegianus scacilusor viginti trium annorum, Indicum provocatorem Viswanathan Annand Sotzii 6,5:4,5 vincens campionatum mundanum praematurus defendit. In lusu undecimo albis laterculis ludens adversarium, ut laterculos abiceret, coegit neque tamen eum de sui dignatione deiecit, cum hoc anno certamen sibi multo acrius fuisse et Annan multo melius quam superiore anno lusisse confiteretur. Pristinus campio mundanus Garri Kasparov, qui Carlsen antiquitus exercuerat, eum in longum vix vinci posse dixit. Atque amplius omnibus rubori esse dixit, quod tam parvus spectatorum numerus Sotzii certaminibus adfuisset. 2014.11.24Der bekannte 23-jährige norwegischee Schachspieler Magnus Carlsen besiegte in Sotschi seinen indischen Herausforderer Viswanathan Annand mit 6,5:4,5 und verteidigte dadurch vorzeitig seine Weltmeisterschaft. In der 11. Partie spielte er mit den weißen Steinen und zwang seinen Gegner zur Aufgabe. Doch demütigte er ihn nicht, indem er zugab, der Wettbewerb habe ihm in diesem Jahr viel mehr abverlangt und Annan habe viel besser gespielt als im Vorjahr. Der frühere Weltmeister Garri Kasparow, der Carlsen früher trainiert hatte, sagte, er werde auf absehbare Zeit nicht zu besiegen sein. Weiterhin sagte er, es sei für alle eine Schande, dass so wenige Zuschauer bei den Kämpfen dagewesen seien.
2014.12.14 So.d. Shiitae Kerbalae, in urbe Iraquiae meridionalis, Imam Hussein, filium Ali et nepotem prophetae, martyrem venerantur. Is enim anno sescentesimo octogesimo, cum ad Kerbalam contra Sunnitas pugnaret, mortem occubuerat atque in hac urbe sepultus est. Quadragesimo die luctus Shiitae huc convenire consueverunt, neque hoc quoque anno periculo praerupto, ne impetibus circumveniantur, deterrentur. Multo magis periclitantur Shiitici viatores Samarram, in alteram sacram urbem, migraturi, in regiones septentrionales, ubi Sunniticus Islamicus Status praepollet. 2014.12.14Die Schiiten verehren in Kerbala, einer Stadt im Süden des Irak Imam Hussein, den Sohn von Ali et Enkel des Propheten als Märtyrer. Dieser war nämlich im Jahr 680, als er bei Kerbala gegen die Sunniten kämpfte, ums Leben gekommen und in dieser Stadt beigesetzt worden. Die Schiiten kommen gewöhnlich am 40. Tag ihrer Trauer hier zusammen und lassen sich auch dieses Jahr durch die beträchtliche Gefahr, Anschlägen zum Opfer zu fallen, nicht abschrecken. Noch viel gefährdeter sind schiitische Pilger, die nach Samarra, der zweiten heilgen Stadt kommen willen, die in nördlichen Regionen liegt, wo der sunnitische Islamische Staat (IS) die Vormacht ausübt.
[29,3] Sed utique praesumis nugo et corruptor et inamabilis te solum generosum, nec me iam per aetatem posse concipere. velim ergo scias multo te meliorem filium alium genituram, immo ut contumeliam magis sentias, aliquem de meis adoptaturam vernulis eique donaturam istas pinnas et flammas et arcum et ipsas sagittas et omnem meam supellectilem, quam tibi non ad hos usus dederam. nec enim de patris tui bonis ad instructionem istam quicquam concessum est. (Apul.met.5,29,3) Apul.met.5,29,3[29,3] Jedenfalls wähnst du Maulheld, Verführer und Widerling, du seist der einzige edle Sohn, und ich zu alt, um schwanger zu werden. Ich kann noch einen weit besseren Sohn haben, als du sauberes Früchtchen es bist! Nein, um dich desto empfindlicher zu treffen: lieber will ich einen von meinen Haussklaven an Kindesstatt annehmen. Er soll diese Flügel, die Fackel, den Bogen und die Pfeile – die ganze Rüstung – haben. Die ich dir nicht zu solchem Gebrauch verliehen hatte. Denn dein Vater hat ja aus seinm Besitz nichts zu dieser Ausstattung beigesteuert.
[Cic.off.1,14,3] quam similitudinem natura ratioque ab oculis ad animum transferens multo etiam magis pulchritudinem, constantiam, ordinem in consiliis factisque conservandam putat cavetque ne quid indecore effeminateve faciat, tum in omnibus et opinionibus et factis ne quid libidinose aut faciat aut cogitet. Cic.off.1,14,3Auf ähnliche Art, wie beim Gesichtssinn, wirkt die Vernunft kraft ihrer Natur auch bei Gegenständen des inneren Sinnes, und noch viel mehr will sie Schönheit, Gleichförmigkeit, Ordnung bei Entschlüssen und Taten beobachtet wissen; sie fordert uns auf, uns vor jeder unanständigen und unmännlichen Handlung, vor jeder unstatthaften Willkür beim Denken und Tun zu hüten.
[Cic.off.1,17,1] Reliquis autem tribus virtutibus necessitates propositae sunt ad eas res parandas tuendasque, quibus actio vitae continetur, ut et societas hominum coniunctioque servetur et animi excellentia magnitudoque cum in augendis opibus utilitatibusque et sibi et suis comparandis, tum multo magis in his ipsis despiciendis eluceat. Cic.off.1,17,1Die Aufgabe der drei übrigen Tugenden aber ist, gewisse Bedürfnisse zu befriedigen und zu sichern, die das praktische Leben bestimmen. Die eine soll die Gesellschaft und Verbindung der Menschen untereinander erhalten; aber der Adel und die Größe des Geistes soll nicht nur leuchten, um unseren Wohlstand zu mehren und um Vorteile für uns selbst und die unsrigen zu erzielen, sondern noch viel mehr in der Geringchätzung eben dieser Dinge.
Atque hoc multo magis efficit ipsa naturae ratio, quae est lex divina et humana; cui parere qui velit (omnes autem parebunt, qui secundum naturam volent vivere), numquam committet, ut alienum appetat, et id, quod alteri detraxerit, sibi adsumat. Cic.off.3,23,3Doch noch viel entschiedener führt die Ordnung der Natur selbst, sie, die göttliches und menschliches Gesetz zugleich ist, hierauf; und wer ihr folgen will (alle aber werden ihr folgen, die gemäß der Natur leben wollen), wird nie zulassen, dass er fremdes Gut begehrt, und sich aneignet, was er einem anderen wegnimmt.
Etenim multo magis est secundum naturam excelsitas animi et magnitudo itemque comitas, iustitia, liberalitas quam voluptas, quam vita, quam divitiae; quae quidem contemnere et pro nihilo ducere comparantem cum utilitate communi magni animi et excelsi est. Cic.off.3,24,1Sind ja doch Erhabenheit und Größe des Geistes, so wie Menschenfreundlichkeit, Gerechtigkeit, Freigebigkeit unserer Natur gemäßer als Vergnügen, Leben, Reichtum; und gerade darin offenbart sich der erhabene und große Geist, dass er diese Güter im Vergleich zum allgemeinen Nutzen, verschmäht und für nichts achtet.
Sin fugiendum id quidem censet, sed multo illa peiora, mortem, paupertatem, dolorem, errat in eo, quod ullum aut corporis aut fortunae vitium vitiis animi gravius existimat. Cic.off.3,26,3Meinte er aber, es sei zwar ein Übel, aber Tod, Armut, Schmerz seien doch noch viel schrecklicher, so irrt er darin, dass er einen Körper- oder Vermögensschaden stärker gewichtet als einen an seiner Seele.
(8) Enimvero quam commune, quam ex aequo, quod felices nos, felicem illum praedicamus? alternisque votis, “Haec faciat, haec audiat” quasi non dicturi, nisi fecerit, comprecamur? Ad quas ille voces lacrymis etiam ac multo pudore suffunditur. Agnoscit enim sentitque, sibi, non principi, dici. (Plin.paneg.2,8) Plin.paneg.2,8Denn welche Gemeinschaft, welche Gleichheit, dass wir uns glücklich, ihn glücklich preisen und dass wir abwechslungsweise die Gottheit anrufen, er möge dies tun, dies vornehmen, und zwar so, dass wir nicht so flehen würden, wenn er nicht so handelte. Bei diesen Worten errötet er bescheiden und Tränen treten ihm in die Augen, denn er erkennt und fühlt, dass dies ihm selbst, nicht dem Fürsten gilt.
[Cic.rep.10113] quare qui convenit polliceri operam suam rei publicae tum denique si necessitate cogantur, cum, quod est multo proclivius, nulla necessitate premente rem publicam regere nesciant.  Cic.rep.1,11Wie reimt sich nun dies aber mit ihrer Äußerung, sie wollten dem Staat erst dann doch mit Rat und Tat beistehen, wenn die Notwendigkeit eingetreten sei, da sie doch in dem viel leichteren Fall, nämlich wenn gar keine Not vorhanden ist, den Staat nicht zu lenken verstehen?
postquam provecta iam senectus aegro et corpore fatigabatur, aderatque finis et spes novae, pauci bona libertatis in cassum disserere, plures bellum pavescere, alii cupere. pars multo maxima inminentis dominos variis rumoribus differebant: Tac.ann.1,4,2.Als aber neben vorgerücktem Alter auch die Last eines kränkelnden Körpers ihn zu beugen begann und jetzt sein Ende nahte und neue Aussichten sich auftaten, da wurde hie und da noch - es blieb aber beim Wort - eine Stimme laut über die Segnungen der Freiheit . Zahlreicher waren die, denen es vor dem Krieg graute, den andere wünschten. Bei weitem die meisten aber trugen sich mit buntem Gerede hin und her über den künftig möglichen Herrn:
quod Maximum uxori Marciae aperuisse, illam Liviae. gnarum id Caesari; neque multo post extincto Maximo, dubium an quaesita morte, auditos in funere eius Marciae gemitus semet incusantis, quod causa exitii marito fuisset. Tac.ann.1,5,2.Dies habe Maximus seiner Gattin Marcia, diese der Livia entdeckt. Caesar habe es erfahren, und nicht lange danach, als Maximus - vielleicht von eigener Hand - den Tod fand, habe man bei seiner Bestattung Marcia unter Seufzen sich selbst anklagen hören, dass sie an des Gemahls Tod schuld sei.
nec multo post digredientem cum Caesare ac provisu periculi hiberna castra repetentem circumsistunt rogitantes, quo pergeret, ad imperatorem an ad patres, ut illic quoque commodis legionum adversaretur; simul ingruunt, saxa iaciunt. iamque lapidis ictu cruentus et exitii certus adcursu multitudinis, quae cum Druso advenerat, protectus est. Tac.ann.1,27,2.Als er sich bald darauf von dem Caesar verabschiedete und in Voraussicht der drohenden Gefahr in das Winterquartier zurückbegeben wollte, umringten sie ihn und fragten, wohin er wolle, ob zum Imperator oder zu den Vätern, um auch dort dem Besten der Legionen entgegenzuwirken? Zugleich dringen sie auf ihn ein, werfen Steine nach ihm, und schon blutete er von einem Steinwurf und glaubte sich verloren, als er durch das Herbeieilen der mit Drusus kekommenen Schar gerettet wurde.
diu cunctatus aspernantem uxorem, cum se divo Augusto ortam neque degenerem ad pericula testaretur, postremo uterum eius et communem filium multo cum fletu complexus, ut abiret, perpulit. Tac.ann.1,40,3.Er zögerte lange, und auch sie weigerte sich: das Blut des zu den Göttern gegangenen Augustus fließe in ihren Adern, sagte sie, die Stunde der Gefahr solle sie nicht entartet finden. Erst als er ihr unter vielen Tränen auch den gemeinsamen Sohn und, was sie unter dem Herzen trage, vorstellte, brachte er sie zu dem Entschluss abzureisen.
secuti exemplum veterani haud multo post in Raetiam mittuntur, specie defendendae provinciae ob imminentis Suebos, ceterum ut avellerentur castris trucibus adhuc non minus asperitate remedii quam sceleris memoria. Tac.ann.1,44,4.Die Veteranen folgten diesem Vorgang und wurden bald darauf nach Rätien geschickt, scheinbar zum Schutz der Provinz angesichts der Bedrohung durch die Sueben; eigentlich aber, um sie aus einem Lager zu reißen, in dem infolge der Grausamkeit der Bestrafung nicht minder als infolge der Erinnerung an das Vergehen immer noch das Grauen hauste.
Neque multo post legati a Segeste venerunt auxilium orantes adversus vim popularium, a quis circumsedebatur, validiore apud eos Arminio, quoniam bellum suadebat: nam barbaris, quanto quis audacia promptus, tanto magis fidus rebusque motis potior habetur. Tac.ann.1,57,1.Nicht lange nachher kamen Gesandte von Segestes mit der Bitte um Hilfe gegen seine Landsleute, die ihn mit Waffengewalt umlagert hielten, weil Arminius als der zum Krieg Ratende mehr bei ihnen galt. Denn bei Barbaren heißt es: je kühner einer, desto vertrauenswürdiger, und kommen stürmische Zeiten, so hält man sich am liebsten an ihn.
Nec multo post Granium Marcellum, praetorem Bithyniae, quaestor ipsius, Caepio Crispinus, maiestatis postulavit, subscribente Romano Hispone: qui formam vitae iniit, quam postea celebrem miseriae temporum et audaciae hominum fecerunt. Tac.ann.1,74,1.Nicht lange danach forderte den Prätor von Bithynien, Granius Marcellus, sein eigener Quaestor, Caepio Crispinus, als Majestätsverbrecher vor Gericht, wobei Romanus Hispo Mitkläger war. Dieser Caepio betrat hiermit einen Lebenspfad, den die Heillosigkeit der Zeit und die Frechheit der Menschen zu einer belebten Straße machte.
neque multo post extinguitur, ingenti luctu provinciae et circumiacentium populorum. indoluere exterae nationes regesque: tanta illi comitas in socios, mansuetudo in hostis; visuque et auditu iuxta venerabilis, cum magnitudinem et gravitatem summae fortunae retineret, invidiam et adrogantiam effugerat. Tac.ann.2,72,2.Bald darauf verschied er zu ungemeinem Leid der Provinz und der umliegenden Völkerschaften. Auswärtige Völker und Könige trauerten um ihn; so groß war seine Freundlichkeit gegen Bundesgenossen, seine Milde gegen den Feind. Wer ihn sah, wer ihn reden hörte, musste ihn in gleicher Weise verehren; denn obgleich er die Hoheit und Würde seiner erhabenen Stellung behauptete, traf ihn nie der Vorwurf der Gehässigkeit und Anmaßung.
at apud idonea provinciarum sociae triremes alaeque et auxilia cohortium, neque multo secus in iis virium: sed persequi incertum fuit, cum ex usu temporis huc illuc mearent, gliscerent numero et aliquando minuerentur. Tac.ann.4,5,4.An passenden Orten in den Provinzen befanden sich auch noch bundesgenössische Dreirudrer, Reitergeschwader und Hilfskohorten, und die Streitkräfte waren nicht viel geringer; aber sie aufzuzählen wäre unsicher, da sie nach der Erfordernis der Umstände dahin oder dorthin zogen, bisweilen vermehrt, bisweilen auch wieder vermindert wurden.
neque enim multo post supremi Tiberio consules, Cn. Acerronius C. Pontius, magistratum occepere, nimia iam potentia Macronis, qui gratiam C. Caesaris numquam sibi neglectam acrius in dies fovebat impuleratque post mortem Claudiae, quam nuptam ei rettuli, uxorem suam Enniam imitando amorem iuvenem inlicere pactoque matrimonii vincire, nihil abnuentem, dum dominationis apisceretur; nam, etsi commotus ingenio, simulationum tamen falsa in sinu avi perdidicerat. Tac.ann.6,45,3.Denn nicht lange danach traten die Konsuln, die letzten für Tiberius, Gneius Acerronius und Gaius Pontius, ihr Amt an, als Macro schon übermächtig geworden war. Er hatte die Gunst des Caesar Gaius nie vernachlässigt, suchte sie mit jedem Tag eifriger. Macro hatte nach dem Tod der Claudia, die ich oben als des Caesars (frühere) Gemahlin genannt habe, seine Gattin Ennia verleitet, den jungen Mann, indem sie ihm Liebe vorspiele, in ihr Netz zu ziehen, und durch ein Eheversprechen zu binden, da er ja nichts verweigerte, wenn es ihm nur zur Herrschaft verhalf. Denn wie leidenschaftlich auch sein Naturell war, so hatte er doch in der Schule des Großvaters alle Falschheit und Verstellung zur Genüge gelernt.
inde cuncta conloquiis inter praesentis, nuntiis apud legatos et exercitus festinabantur. septimum decimum kal. Aprilis interclusa anima creditus est mortalitatem explevisse; et multo gratantum concursu ad capienda imperii primordia C. Caesar egrediebatur, cum repente adfertur redire Tiberio vocem ac visus vocarique, qui recreandae defectioni cibum adferrent. Tac.ann.6,50,4.Jetzt wurde bei den Anwesenden mündlich, mit Boten aber bei den Legaten und den Heeren alles Nötige in größter Eile eingeleitet. Es war am 16. März, als der Atem stockte und man glaubte, er habe das Gesetz der Sterblichkeit erfüllt. Da trat der Cäsar Gaius - unter großem Zudrang von Glückwünschenden - hervor, die Zügel der Herrschaft zu ergreifen, als auf einmal gemeldet wird, Tiberius spreche und sehe wieder und verlange, man solle zur Abhilfe gegen seine Schwäche etwas zu essen herbeischaffen.
nec multo post clades rei navalis accipitur, non bello (quippe haud alias tam immota pax), sed certum ad diem in Campaniam redire classem Nero iusserat, non exceptis maris casibus. ergo gubernatores, quamvis saeviente pelago, a Formiis movere; et gravi Africo, dum promunturium Miseni superare contendunt, Cumanis litoribus impacti triremium plerasque et minora navigia passim amiserunt. Tac.ann.15,46,2.Bald darauf erlitt man ein Unglück zur See, nicht durch Krieg – denn nie sonst war der Friede so ungestört – sondern Nero hatte der Flotte Befehl erteilt, auf einen bestimmten Tag nach Campanien zurückzukehren, ohne Einschränkung für den Fall, dass eine Seefahrt zu gefährlich sei. Demgemäß fuhren die Steuerleute trotz des tobenden Meeres von Formiae ab und wurden, als sie sich anstrengten, am Vorgebirge Misenum vorbeizufahren, durch die Gewalt des Südwindes an die Küste von Cumae geworfen, wobei sie sehr viele Kriegsschiffe und zahlreiche kleinere Fahrzeuge verloren.
erat nauarchus in ea classe Volusius Proculus, occidendae matris Neroni inter ministros, non ex magnitudine sceleris provectus, ut rebatur. is mulieri olim cognitus, seu recens orta amicitia, dum merita erga Neronem sua, et quam in inritum cecidissent, aperit adicitque questus et destinationem vindictae, si facultas oreretur, spem dedit posse impelli et pluris conciliare: nec leve auxilium in classe, crebras occasiones, quia Nero multo apud Puteolos et Misenum maris usu laetabatur. Tac.ann.15,51,2.Bei der dortigen Flotte befand sich als Schiffskommandant Volusius Proculus, einer von Neros Handlangern beim Muttermord, der, wie er glaubte, nicht entsprechend der Größe seiner Untat befördert worden war. Dieser war mit besagter Dame schon länger bekannt oder erst kürzlich ihr Freund geworden; er enthüllte ihr seine Verdienste um Nero und wie wenig sie im gelohnt worden seien; daran knüpfte er Klagen und seinen Entschlossenheit zur Rache, wenn sich eine Gelegenheit biete; er ließ durchblicken, er lasse sich dazu bestimmen und man könne noch mehr gewinnen; auch biete die Flotte keine geringe Unterstützung und mancherlei Gelegenheit, weil Nero oft bei Puteoli und Misenum sich auf der See ergötze.
Sed mirum quam inter diversi generis, ordinis, aetatis, sexus ditis, pauperes taciturnitate omnia cohibita sint, donec proditio coepit e domo Scaevini; qui pridie insidiarum multo sermone cum Antonio Natale, dein regressus domum testamentum obsignavit, promptum vagina pugionem, de quo supra rettuli, vetustate obtusum increpans asperari saxo et in mucronem ardescere iussit eamque curam liberto Milicho mandavit. Tac.ann.15,54,1.Zu verwundern ist, wie Leute, so verschiedenartig nach Geburt, Stand, Alter und Geschlecht, reich und arm, alles so schweigsam bewahrt haben, bis der Verrat von dem Haus des Scaevinus ausging. Dieser hatte am Tag vor der Ausführung eine lange Unterredung mit Antonius Natalis; dann kehrte er nach Hause zurück, besiegelte sein Testament, zog den oben erwähnten Dolch aus der Scheide und schimpfte, dass er vor Alter stumpf sei, und gab Befehl, ihn am Stein zu wetzen und scharf zuzuspitzen; damit beauftragte er den Freigelassenen Milichus.
Octavo decimo kalendas Februarias sacrificanti pro aede Apollinis Galbae haruspex Umbricius tristia exta et instantis insidias ac domesticum hostem praedicit, audiente Othone (nam proximus adstiterat) idque ut laetum e contrario et suis cogitationibus prosperum interpretante. nec multo post libertus Onomastus nuntiat expectari eum ab architecto et redemptoribus, quae significatio coeuntium iam militum et paratae coniurationis convenerat. Tac.hist.1,27,1.Am 15. Januar, als Galba vor dem Apollontempel opferte, kündigte der Priester Umbricius aus den Eingeweiden Unglück, nämlich einen drohenden Anschlag und einen Feind im Innern an. Als Otho, es hörte, denn er stand stand ganz in der Nähe, legte er es im Gegenteil als frohes, seinem Vorhaben günstiges Zeichen aus. Nicht lange darauf meldet der Freigelassene Onomastus, der Baumeister und die Bauunternehmer warteten auf ihn, – das verabredete Zeichen, dass die Soldaten sich jetzt sammelten und die Vorbereitung zur Verschwörung abgeschlossen sei.
[Cic.Tusc.1,6] in quo eo magis nobis est elaborandum, quod multi iam esse libri Latini dicuntur scripti inconsiderate ab optimis illis quidem viris, sed non satis eruditis. fieri autem potest, ut recte quis sentiat et id quod sentit polite eloqui non possit; sed mandare quemquam litteris cogitationes suas, qui eas nec disponere nec inlustrare possit nec delectatione aliqua allicere lectorem, hominis est intemperanter abutentis et otio et litteris. itaque suos libros ipsi legunt cum suis, nec quisquam attingit praeter eos, qui eandem licentiam scribendi sibi permitti volunt. quare si aliquid oratoriae laudis nostra attulimus industria, multo studiosius philosophiae fontis aperiemus, e quibus etiam illa manabant. Cic.Tusc.1,6Hierbei muss ich um sie so mehr Sorgfalt anwenden, weil ich höre, dass schon manche lateinische Schriften vorhanden sind, die mit Unbedacht verfasst wurden, von zwar wohlmeinenden, aber nicht genug gebildeten Männern Kann ja doch der Fall sein, dass einer richtig denkt, ohne deswegen im Stande zu sein, was er denkt, geschmackvoll auszudrücken. Übrigens, seine Gedanken in Büchern niederzulegen, ohne die Gabe eines geordneten, deutlichen und durch Reiz den Leser anziehenden Vortrages, heißt Zeit und Schreibkunst ohne Maß missbrauchen. Drum lesen solche Menschen ihre Bücher auch nur selbst mit ihren Anhängern, und niemand nimmt sie zur Hand außer denjenigen, die dieselbe Freiheit zu schreiben sich gestattet wissen wollen. Daher will ich, wenn ich etwas zum Rednerruhm durch meine Tätigkeit beigetragen habe, nun noch viel sorgfältiger die Quellen der Philosophie öffnen, woraus auch jenes geflossen ist.
[Cic.Tusc.1,19] Empedocles animum esse censet cordi suffusum sanguinem; aliis pars quaedam cerebri visa est animi principatum tenere; aliis nec cor ipsum placet nec cerebri quandam partem esse animum, sed alii in corde, alii in cerebro dixerunt animi esse sedem et locum; animum autem alii animam, ut fere nostri declarat nomen: nam et agere animam et efflare dicimus et animosos et bene animatos et ex animi sententia; ipse autem animus ab anima dictus est; Zenoni Stoico animus ignis videtur. X. sed haec quidem quae dixi, cor, cerebrum, animam, ignem volgo, reliqua fere singuli. ut multo ante veteres, proxime autem Aristoxenus, musicus idemque philosophus, ipsius corporis intentionem quandam, velut in cantu et fidibus quae harmonia dicitur: sic ex corporis totius natura et figura varios motus cieri tamquam in cantu sonos. Cic.Tusc.1,19Empedokles hielt die Seele für das unter dem Herzen strömende Blut; anderen schien ein Teil des Gehirns das Wesentliche der Seele auszumachen. Wieder andere wollen weder vom Herzen, noch von einem Teil des Gehirns als Seele wissen, sondern im Herzen oder im Gehirn suchen sie Sitzt und Ort der Seele. Andere glauben, die Seele sei an den Hauch oder Atem gebunden, was in lateinischer Sprache schon durch die verwandten Wörter animus und anima bezeichnet wird; weswegen auch den “Atem aushauchen” und “den Geist aufgeben” dasselbe ausdrückt. Der Stoiker Zeno hielt die Seele für Feuer. X. Doch, was ich soeben von Herz, Blut, Gehirn, Hauch, Feuer sprach, sind allgemeine Ansichten; individuelle dagegen folgende. So haben manche Alte schon zuvor, und ihnen zunächst dann Aristoxenoss, ein Musiker und Philosoph zugleich, von einer gewissen Stimmung des Körpers selbst gesprochen; und wie bei Gesang und Saitenspiel (was dort Harmonie genannt wird) so werden aus dem Wesen und dem Bau des ganzen Körpers verschiedene Schwingungen hervorgebracht, gleich wie beim Gesang die Töne.
[Cic.Tusc.1,20] hic ab artificio suo non recessit et tamen dixit aliquid, quod ipsum quale esset erat multo ante et dictum et explanatum a Platone. Xenocrates animi figuram et quasi corpus negavit esse ullum, numerum dixit esse, cuius vis, ut iam ante Pythagorae visum erat, in natura maxuma esset. eius doctor Plato triplicem finxit animum, cuius principatum, id est rationem, in capite sicut in arce posuit, et duas partes parere voluit, iram et cupiditatem, quas locis disclusit: iram in pectore, cupiditatem supter praecordia locavit. Cic.Tusc.1,20Dieser Mann entfernte sich nicht von seiner Kunst und doch sagte er etwas, über dessen Beschaffenheit schon zuvor und deutlicher Platon geredet hatte. Xenokrates leugnete, dass die Seele eine Gestalt und Körperlichkeit habe, er nannte sie eine Zahl; denn die Kraft der Zahl hatte er, wie schon zuvor Pythagoras, in der ganzen Natur als höchst bedeutend erkannt. Sein Lehrer Platon dachte sich eine dreifache Seele: ihrem ersten Teil, d.h. der Vernunft, wies er den Sitz im Haupte, wie in einer Burg an; die beiden anderen Teile, Affekt und Begierde betrachtete er als unterworfen, trennte den Sitz beider und ließ den Affekt in der Brust, die Begierde unter dem Zwerchfell wohnen.
[Cic.Tusc.1,57,5] quem locum multo etiam accuratius explicat in eo sermone, quem habuit eo ipso die, quo excessit e vita; Cic.Tusc.1,57,5Diesen Punkt entwickelt er noch viel genauer in jener Unterredung, die er an seinem Todestag selbst gehalten hat.
[Cic.Tusc.2,11,3] "Fortes" enim non modo "fortuna adiuvat", ut est in vetere proverbio, sed multo magis ratio, quae quibusdam quasi praeceptis confirmat vim fortitudinis. Cic.Tusc.2,11,3Denn dem Mutigen hilft nicht bloß das Glück, wie das alte Sprichwort sagt, sondern noch weit mehr die Vernunft, die durch gewisse Grundsätze die Kraft des Gutes befestigt.
Sic perpessio ceterorum facit, ut ea, quae acciderint, multo minora, quam quanta sint existimata, videantur. Cic.Tusc.3,58,2So bewirkt das geduldige Erleiden anderer, dass die Vorfälle viel geringer, als gedacht, erscheinen.
Et ut bestiis aliud alii praecipui a natura datum est, quod suum quaeque retinet nec discedit ab eo, sic homini multo quiddam praestantius; Cic.Tusc.5,38,4Wie nun die Natur jedem Tier einen anderen Vorzug verlieh, an dem es festhält, ohne sich von ihm zu trennen, so wurde dem Menschen etwas weit Größeres zuteil.
An Lacedaemonii Philippo minitante per litteras se omnia, quae conarentur, prohibiturum quaesiverunt, num se esset etiam mori prohibiturus: vir is, quem quaerimus, non multo facilius tali animo reperietur quam civitas universa? Cic.Tusc.5,42,3Konnten die Spartaner auf die schriftliche Drohung Philipps, er werde alle ihre Unternehmungen verhindern, antworten, ob er sie auch zu sterben hindern werde; und der Mann, den wir suchen, sollte nicht viel eher so gesinnt erfunden werden, als ein ganzer Staat?
Timotheum, clarum hominem Athenis et principem civitatis, ferunt, cum cenavisset apud Platotiem eoque convivio admodum delectatus esset vidissetque eum postridie, dixisse: "Vestrae quidem cenae non solum in praesentia, sed etiam postero die iucundae sunt." Quid quod ne mente quidem recte uti possumus multo cibo et potione completi? Cic.Tusc.5,100,2Von Timotheus, einem berühmten Athener und einem der Ersten im Staat erzählt man, als er bei Platon zu Abend gegessen und ihm dieses Mahl sehr geschmeckt hatte, sagte er zu jenem, als er ihn am anderen Tag wieder sah: "Eure Mahlzeiten sind nicht bloß für den Moment, sondern auch am nächsten Tag angenehm." – Bedenke aber auch, dass wir nicht einmal unseren Geist recht brauchen können, wenn wir zu viel gegessen und getrunken haben.
Est praeclara epistula Platonis ad Dionis propinquos, in qua scriptum est his fere verbis: "Quo cum venissem, vita illa beata, quae ferebatur, plena Italicarum Syracusiarumque mensarum, nullo modo mihi placuit, bis in die saturum fieri nec umquam pernoctare solum ceteraque, quae comitantur huic vitae, in qua sapiens nemo efficietur umquam, moderatus vero multo minus. Cic.Tusc.5,100,3Man hat einen trefflichen Brief Platons an die Verwandten des Dion, worin es ungefähr so heißt: "Als ich dahin kam, gefiel mir jenes sogenannte glückselige Leben, voll von italischen und syrakusischen Tafeln durchaus nicht: zweimal am Tag sich satt zu essen und nie allein zu übernachten; und das Übrige, was ein solches Leben begleitet: in dem einer nie vernünftig und noch viel weniger maßvoll werden wird.
An tibicines ique, qui fidibus utuntur, suo, non multitudinis arbitrio cantus numerosque moderantur, vir sapiens multo arte maiore praeditus non quid verissimum sit, sed quid velit vulgus, exquiret? Cic.Tusc.5,104,4Flöten- und Saitenspieler bestimmen nach ihrem, und nicht nach der Menge Urteil, das Maß der Töne und der Melodie; und der Weise, dessen Kunst viel höhere steht, sollte nicht nach der größten Wahrheit, sondern nach dem Verlangen des Pöbels forschen?
Is vero, quod credibile vix esset, cum in philosophia multo etiam magis adsidue quam antea versaretur et cum fidibus Pythagoreorum more uteretur cumque ei libri noctes et dies legerentur, quibus in studiis oculis non egebat, tum, quod sine oculis fieri posse vix videtur, geometriae munus tuebatur verbis praecipiens discentibus, unde quo quamque lineam scriberent. Cic.Tusc.5,113,2Dieser Mann beschäftigte sich – kaum glaublich! – mit der Philosophie noch weit emsiger sogar als zuvor; er betrieb nach Art der Pythagoreer die Musik; er ließ sich Tag und Nacht Bücher vorlesen; Beschäftigungen – wobei er der Augen nicht bedurfte; aber noch mehr – was ohne Augen kaum möglich scheint, der Geometrie widmete er sich fortdauernd, indem er durch seine Worte die Lernenden anleitete, von wo, wohin und welche Linie sie zeichnen sollten.
Ne stridorem quidem serrae, tum cum acuitur, aut grunditum, cum iugulatur, suis nec, cum quiescere volunt, fremitum murmurantis maris; et si cantus eos forte delectant, primum cogitare debent, ante quam hi sint inventi, multos beate vixisse sapientis, deinde multo maiorem percipi posse legendis iis quam audiendis voluptatem. Cic.Tusc.5,116,5Aber auch nicht das Zischen einer Säge, wenn sie geschärft wird; oder das Grunzen eines Schweines, wenn es geschlachtet wird, noch, wenn man ruhen will, das Gebrause des dumpf rauschenden Meeres. Und wenn Gesänge sie vielleicht ergötzen, so muss man fürs erste bedenken, dass, ehe diese erfunden wurden, viele Weise glückselig gelebt haben; und dann, dass man ein weit größeres Vergnügen vom Lesen, als vom Hören genießen kann.
[Cic.Tusc.1,41] si vero aut numerus quidam sit animus, quod subtiliter magis quam dilucide dicitur, aut quinta illa non nominata magis quam non intellecta natura, multo etiam integriora ac puriora sunt, ut a terra longissime se ecferant. Horum igitur aliquid animus, ne tam vegeta mens aut in corde cerebrove aut in Empedocleo sanguine demersa iaceat. XVIII. Dicaearchum vero cum Aristoxeno aequali et condiscipulo suo, doctos sane homines, omittamus; quorum alter ne condoluisse quidem umquam videtur, qui animum se habere non sentiat, alter ita delectatur suis cantibus, ut eos etiam ad haec transferre conetur. harmonian autem ex intervallis sonorum nosse possumus, quorum varia compositio etiam harmonias efficit plures; membrorum vero situs et figura corporis vacans animo quam possit harmoniam efficere, non video. sed hic quidem, quamvis eruditus sit, sicut est, haec magistro concedat Aristoteli, canere ipse doceat; bene enim illo Graecorum proverbio praecipitur: 'quam quisque norit artem, in hac se exerceat.' Cic.Tusc.1,41
[Cic.Tusc.1,44] Cumque corporis facibus inflammari soleamus ad omnis fere cupiditates eoque magis incendi, quod iis aemulemur, qui ea habeant quae nos habere cupiamus, profecto beati erimus, cum corporibus relictis et cupiditatum et aemulationum erimus expertes; quodque nunc facimus, cum laxati curis sumus, ut spectare aliquid velimus et visere, id multo tum faciemus liberius totosque nos in contemplandis rebus perspiciendisque ponemus, propterea quod et natura inest in mentibus nostris insatiabilis quaedam cupiditas veri videndi et orae ipsae locorum illorum, quo pervenerimus, quo faciliorem nobis cognitionem rerum caelestium, eo maiorem cognoscendi cupiditatem dabant. Cic.Tusc.1,44
[Cic.Tusc.1,46] nos enim ne nunc quidem oculis cernimus ea quae videmus; neque est enim ullus sensus in corpore, sed, ut non physici solum docent verum etiam medici, qui ista aperta et patefacta viderunt, viae quasi quaedam sunt ad oculos, ad auris, ad naris a sede animi perforatae. itaque saepe aut cogitatione aut aliqua vi morbi impediti apertis atque integris et oculis et auribus nec videmus, nec audimus, ut facile intellegi possit animum et videre et audire, non eas partis quae quasi fenestrae sint animi, quibus tamen sentire nihil queat mens, nisi id agat et adsit. quid, quod eadem mente res dissimillimas comprendimus, ut colorem, saporem, calorem, odorem, sonum? quae numquam quinque nuntiis animus cognosceret, nisi ad eum omnia referrentur et is omnium iudex solus esset. atque ea profecto tum multo puriora et dilucidiora cernentur, cum, quo natura fert, liber animus pervenerit. Cic.Tusc.1,46
[Cic.Tusc.1,51] haec reputent isti qui negant animum sine corpore se intellegere posse: videbunt, quem in ipso corpore intellegant. mihi quidem naturam animi intuenti multo difficilior occurrit cogitatio, multo obscurior, qualis animus in corpore sit tamquam alienae domi, quam qualis, cum exierit et in liberum caelum quasi domum suam venerit. si enim, quod numquam vidimus, id quale sit intellegere non possumus, certe et deum ipsum et divinum animum corpore liberatum cogitatione complecti possumus. Dicaearchus quidem et Aristoxenus, quia difficilis erat animi quid aut qualis esset intellegentia, nullum omnino animum esse dixerunt. Cic.Tusc.1,51
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21.03.2015 Insidiatores suicidales Sanaae, in Iemeniae capite, in duas meschitas invadentes non minus centum ducentos septem homines necaverunt, multosque alios vulneraverunt. Utraque meschita plerumque a Siitis visitatur. Islamicus Status (IS) suos militantes insidias machinatos esse confitetur. Aemulans organizatio Al-Kaida non multo post insidias in suae potestatis regione perpetratas condemnavit. Iemenia civitas ex annis tumultuosa est. Id temporis siiticorum Houthorum rebelles novem ex XXI provinciis obtinent. lc201503
15.06.2015 Colloquia Solis die inter Europaeam Commissionem et delegationem Graecam Bruxellis habita a praeside Juncker post quadraginta quinque minutas interrupta sunt. Non modo nulli progressus fiebant in re, sed Graecorum in solutione ne interesse quidem videbatur. Qua re colloquiis die Iovis administris a rebus nummariis habendis fundamentum colloquendi deest. Germanicus cancellarius vicarius non modo tempus, sed in multis partibus Europae etiam patientiam deficere dixit. Juncker exitum Graecorum ex Eurone calamitose casurum esse locutus est. Sed nescio, an Europae Euronique multo calamitiosius esset, si foedera violarentur et Europaei se extorqueri paterentur. lc201506Die am Sonntag geführten Verhandlungen zwischen der EU-Kommission und der griechischen Delegation wurden von Präsident Juncker nach 45 Minuten abgebrochen. Es gab nicht nur keine Fortschritte in der Sache, sondern die Griechen schienen sogar an einer Lösung nicht interessiert zu sein. Daher gibt es für die Verhandlungen der Finanzminister am Donnerstag keine Gesprächsgrundlage. Der deutsche Vizekanzler sagte, nicht nur die Zeit laufe davon, sondern in vielen Teilen Europas auch die Geduld. Juncker sagte, ein Austritt Griechenlands aus dem Euro sei desaströs. Aber vielleicht wäre es noch viel desaströser für Europa und den Euro wenn Verträge gebrochen würden und die Europäer sich erpressen ließen.
14.07.2015  Graecus primarius hesterno die Lunae post disceptationes Marathonias contractum cum reliquis participibus Eurozonae confecit, qui exitum Graecorum ex Eurone evitet. Condiciones vero multo asperiores sunt quam eae, quae prius Graecis oblatae erant. Itaque sunt, qui Graecos subiectos et dehonestatos esse dicant, minimeque certum esse credant Alexin Tsipras satis magnum numerum sententiarum parlamentariarum Athenis assequi posse. Primum Tsipras sententiis quibusdam politicae oppositionis egebit, deinde quaedam leges usque diem Mercurii perferendae sunt. Panos Kammenos, administer defensionis, se adversaturum esse iam dilucide annuntiavit. Praeterea nonnulla quoque aliorum Europaeorum parlamenta suffragari debent, ut colloquia de tertio fasciculo auxiliari initiari possint. lc201507Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras ist am gestrigen Montag nach Marathonverhandlungen einen Deal mit den übrigen Mitgliedern der Eurozone eingegangen, der den Grexit verhindern soll. Die Bedingungen sind allerdings viel härter als frühere Angebote. Deshlb sagen einige, die Griechen seien unterworfen und erniedrigt worden, und halten es keineswegs für sicher, dass Alexis Tsipras in Athen genug Stimmen im Parlament erreichen kann. Zunächst wird Tsipras einige Stimmen der Opposition benötigen; dann müssen einige Gesetze bis Mittwoch verabschiedet werden. Der Verteidigungsminister Panos Kammenos hat schon deutlich gemacht, dass er sich widersetzen wird. Außerdem müssen noch einige andere europäische Parlamente zustimmen, damit Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket beginnen können.
19.12.2015  Quinto anno Syriaci belli intestini repraesentantes quinque rerum publicarum, quibus in Consilio Securitatis Unitarum Nationum ius vetandi est, die Veneris Neo-Eboracum convenerant, ut consilium pacis in Syria restituendae exararent. A primo mane administri rerum exteriorum septendecim civitatum de lineamentis conventionis disceptabant. Difficile videbatur quicquam inter eos convenire, quod legati terrarum inimicitias inter se exercentium, sicut Iraniae et Arabiae Saudianae, colloquiis intererant, et contrariae rationes Russorum et Americanorum ex longo tempore notae et inveteratae sunt. Tamen contigit, ut scriptum commune componeretur, quod multo vespere Consilio Securitatis ad statuendum deferretur et re vera omnium consensu acceptum est. Maxime, quae iam Viennae constituta erant, ad effectum perducenda esse convenit: De pacis faciendae condicionibus iam mense Ianuario colloquia ineunda atque ex eodem tempore armistitium esse faciendum. In disceptatione versabitur, qui greges nunc contra regimen Syriacum militantes non tromocratici habiti colloquia participaturi sint et quam partem praeses Bashar al-Assad in Syria pacata acturus sit. Islamicum Statum impugnandum esse minime litigosum est. lc201512Im fünften Jahr des Syrischen Bürgerkrieges hatten sich am Freitag die Vertreter der fünf Vetomächte im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York versammelt, um einen Friedensplan für Syrien auszuarbeiten. Seit dem frühen Morgen diskutierten die Außenminister von 17 Staaten die Grundzüge einer Übereinkunft. Es schien schwer, irgendeine Einigung zu erzielen, weil die Abgeordneten verfeindeter Staaten, wie z. B. von Iran und Saudi-Arabien mit am Verhandlungstisch saßen, und die gegensätzlichen Ansichten der Russen und Amerikaner seit langer Zeit bekannt und tief verwurzelt sind. Dennoch gelang es, ein gemeinsames Dokument zu erstellen, das am späten Abend dem Sicherheitsrat zur Beschlussfassung vorgelegt werden sollte und in der Tat einstimmig angenommen wurde. Im wesentlichen einigte man sich darauf, die bereits in Wien beschlossenen Maßnahmen umzusetzen. Über die Bedingungen eines Friedens sollen bereits im Januar Verhandlungen beginnen und gleichzeitig soll ein Waffenstillstand in Kraft treten.Umstritten wird bleiben, welche jetzt regierungsfeindlichen Gruppen, weil sie als nicht-terroristisch gelten, an den Verhandlungen teilnehmen werden, und welche Rolle Präsident Baschar al-Assad in einem befriedeten Syrien spielen wird. Dass der Islamische Staat bekämpft werden muss, ist völlig unumstritten.
01.08.2016  Res sibi oppositae: Cum follis flammivolus in Texia de causa adhuc ignota displosus ex comparate exigua altitudine in terram decideret, omnes sedecim epibatae perierunt. Cum non multo post ostentator quidam praestigiosus in California ex altitudine MMMMMMMDCXX metrorum sine ulla umbella descensoria desiliret, incolumis reti exceptus est. lc201608
30.08.2016  Manus sex scientistarum in Havaiorum insula ex die 29 mensis Augusti praeteriti anni (MMXV) se in Marte planeta vivere simulantes nudius tertius segregationem tentorii hemisphaerici et rigidam asperitatem regionis pumice obductae reliquerunt et in celebritatem terrenam reverterunt. Quod temptamen ab organizatione aeronautica NASA, quae dicitur, susceptum atque a studiorum universitate Havaiiensi perfectum erat. Quamquam astronavigatio ad Martem duplex vel triplex tempus expeteret, omnes id experimentum participantes tale iter non ita multo post fieri posse iudicaverunt: et technologicas et psychlogicas difficultates posse superari. Una aliqua ex his sex erat scrutatrix geophysica Christiana Heinicke, quae ex Germania oriunda in Suetia et Finlandia operatur. Quae tibi nunc, ne ad Martem volare audeas, dissuadet, nisi et versatilis et faber et caute audax sis. lc201608Ein Team von sechs Wissenschaftlern, die seit dem 29. Aug. des letzten Jahres (2015) auf Hawaii lebten, als wären sie auf dem Planeten Mars, haben vorgestern die Isolation ihres kuppelförmigen Zeltes und die garstige Sprödheit ihrer lavaüberzogenen Landschaft verlassen und sind in die Öffentlichkeit der Erde zurückgekehrt. Dieses Experiment war von der NASA initiiert und von der Universität auf Hawaii ausgeführt worden. Obwohl eine Fahrt zum Mars die doppelte oder dreifache Zeit beanspruchen würde, glauben alle Teilnehmer des Experiments, dass eine solche Reise in absehbarer Zeit möglich sei: sowohl die technologischen als auch psychologischen Probleme seien lösbar. Eine von diesen sechs war die aus Deutschland stammende Geophysikerin Christiane Heinicke, die in Schweden und Finnland arbeitet. Diese rät dir jetzt davon ab, auf den Mars zu fliegen, wenn du nicht anpassungsfähig, handwerklich geschickt und in vorsichtig mutig bist.
03.09.2016  Germanicus foederalis conventus delegatorum haud ita pridem eversionem Armeniorum a Turcis tempore primi belli mundani perfectam, genocidium fuisse decreverat. Heri mane interretialiter nuntiabatur regimen Germaniae ab hoc decreto discessurum esse. Haud multo post Stephanus Seibert, relator et interpres regiminis, deliquans evolvit id decretum de regiminis sententia iure quidem non esse sancitum neque tamen dici posse regimen ab eo discessurum. Num ista argutula distinctio arcessita et attracta est, ut Turcicus praeses piacularetur et Germanis suam veniam impertiret? Sunt, qui dicant cancellariam istam distinctionem suscipientem inter ova disposita saltare, sunt autem quoque, qui eam ovum Columbi invenisse dicant. lc201609Vor nicht langer Zeit hatte der Deutsche Bundestag eine Resolution verabschiedet, dass die von den Türken im ersten Weltkrieg betriebene Vertreibung der Armenier Völkermord gewesen sei. Gestern wurde früh am Morgen im Internet gemeldet, die deutsche Regierung werde sich von diesem Beschluss distanzieren. Nicht viel später stellte der Regierungssprecher Steffen Seibert klar, diese Resolution sei nach Auffassung der Regierung zwar gesetzlich nicht bindend, dennoch könne man nicht sagen, dass sich die Regierung von ihr distanziere. Ist diese spitzfindige Unterscheidung an den Haaren herbeigezogen ist, um den tütkischen Präsidenten gnädig zu stimmen und seine Gunst zu gewinnen? Manche sagen, die Kanzlerin vollführe wenn sie sich diese Differenzierung aneigne, einen Eiertanz, andere sagen, sie habe das Ei des Kolumbus gefunden.
09.10.2016  Chemnitii, in urbe Saxoniae, biocolytae facinus terroristicum antevertisse videntur. A foederali praefectura disciplinae tuendae (BfV) admoniti heri multo mane magnam insulam inquilinis dimotis pervestigabant atque in uno domicilio aliquot centum gramma materiae displosivae tam periculosae, ut asportari non posset et vicinitus sub specialistarum custodia dirueretur. Possessor domicilii, Syrus quidam viginti duorum annorum, Jaber al-Bakr nomine, qui ante unum annum perfugam simulans in Germaniam venerat et insidias in aeriportum quendam praeparasse dicitur, nigra paenula vestitus fugam iam antehac capessiverat. Sed tres alii viri, quibuscum societate coniunctus erat, ut interrogarentur, in custodiam sunt traditi. Custodes publici hominum adiumentum in suspecti investigatione petunt, sed maximopere praecauto opus esse monent. lc201610In der sächsischen Stadt Chemnitz hat die Polizei offenbar einen Terroranschlag vereitelt. Auf einen Hinweis des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) durchsuchte sie gestern in aller Frühe einen großen Wohnblock und fand in einer Wohnung einige hundert Gramm Sprengstoff, der so gefährlich war, dass er nicht abtransportiert werden konnte und in der Nähe von Spezialkräften kontrolliert gesprengt wurde. Der Wohnungsinhaber, ein 22-jähriger Syrer namens Jaber al-Bakr, der ein Jahr zuvor als Flüchtling getarnt nach Deutschland gekommen war und einen Anschlag auf einen Flughafen vorbereitet haben soll, hatte schon zuvor in einem schwarzen Kapuzenpullover die Flucht ergriffen. Aber drei andere Männer, mit denen er in Verbindung stand, wurden in Untersuchungshaft genommen. Die Polizei bittet um die Mithilfe der Bevölkerung bei der Fahndung, weist aber darauf hin, dass äußerste Vorsicht geboten ist.
15.10.2016  Verorum heroum est non semper et ubique pugnare, quod nos, qui pelliculas actionarias interdum spectemus, cogitatione nobis fingimus. Nonnumquam solent interquiescere aut terga vertere. Hanc sententiam veram esse nunc etiam illi tres "heroes Lipsienses" demonstrant, qui Syrum compatriotam et suspectum tromocraten Jaber al-Bakr infregerunt, vinxerunt tradideruntque Saxonicis biocolytis, nisi forte pro "biocolytis" rectius dicam "hoplitis"; nam armis tam degravati erant, ut fugientem ipsi persequi et prehendere non possent. "Heroes" autem nunc ultionem Islamici, qui dicitur, Status metuentes et uxoribus et liberis in Syria degentibus timentes hostem multo capitaliorem non unguibus et rostris infestant, sed suas copias realistice aestimantes clam se subduxerunt, ut nemo sciret, ubinam versarentur. Heros igitur non modo audax, fortis, atrox esse debet, sed etiam astutus, callidus, recoctus. lc201610Echte Helden müssen nicht immer und überall kämpfen, wie wir uns das, weil wir uns mitunter Aktionfilme ansehen, vorstellen. Manchmal pausieren sie auch oder ergreifen sogar die Flucht. Die Wahrheit dieses Satzes beweisen jetzt auch die drei "Leipziger Helden", die ihren syrischen Landsmann und Terrorverdächtigen Jaber al-Bakr überwältigt, gefesselt und den Polizisten übergeben haben. Vielleicht sollte ich statt "Polizisten" lieber "Hopliten" sagen, denn sie waren so schwer bewaffnet, dass sie den Flüchtenden selbst nicht verfolgen und festnehmen konnten. Jetzt aber fürchten die "Helden" die Rache des sogenannten Islamischen Staates und fürchten um ihre Frauen und Kinder, die noch in Syrien weilen. Trotzdem bekämpfen sie den viel gefährlicheren Feind nicht mit Zähnen und Klauen, sondern tauchten in realistischer Einschätzung ihrer Möglichkeiten ab, so dass niemand weiß, wo sie überhaupt sind. Ein Held muss also nicht nur mutig, tapfer, unbeugsam sein, sondern auch schlau, raffiniert und abgekocht.
19.12.2016  Administratio Constantiopolitani Lycei ("Istanbul Lisesi") magistros carmina natalicia cum discipulis canere vel pueros themate Natalis Domini imbuere expressim vetuit. Quod interdictum eo mirificius intervenit, quod triginta quinque huius lycei magistri a Germania expediuntur et retribuuntur. Gubernatio foederalis Germaniae asperitate renititur et utilem traditionem interculturalis praenataliciae permutationis intermissam esse perdolescit. Forensis existimatio in Germania multo acerbior cadit: Absurdum esse talem scholam pecuniis publicis sublevare, libertatem religionis proteri, islamisticam praesidis Erdogan dictaturam reprimendam esse. At gubernatio Germanica utrum celebritatem fori magis respiciet an necessariam modestiam praesidis Erdogan? lc201612Die Leitung eines Istanbuler Gymnasiums ("Istanbul Lisesi") hat seinen Lehrern ausdrücklich verboten, Weihnachtslieder zu singen und sogar das Weihnachtsfest zu thematisieren. Dieses Verbot ist um so verwunderlicher, als 35 Lehrer dieses Gymnasiums aus Deutschland bereitgestellt und bezahlt werden. Die deutsche Bundesregierung reagiert mit Unverständnis und nennt es sehr bedauerlich, dass die gute Tradition des vorweihnachtlichen interkulturellen Austauschs ausgesetzt wurde. Die öffentliche Meinung in Deutschland fällt weit bitterer aus: Es sei widersinnig, eine solche Schule mit Steuergeldern zu unterstützen; die Religionsfreiheit werde mit Füßen getreten; die islamistische Diktatur des Präsidenten Erdogan müsse bekämpft werden. Wird nun die deutsche Regierung mehr auf Volkes Stimme achten oder auf das erforderliche Wohlverhalten des Präsidenten Erdogan?
04.03.2017  "Lardo captantur mures, horreorum rosores, Scoti, oblatores doliorum, vischio Scotico" secum fortasse cogitavit Theresa May, cum Glasguae quibusdam Scotis conservativis et repraesentantibus factionis Unisticae emolumenta Brexitus comprobare vellet. Nam improbi et impudentes Europaei pretium vischii, quod Scoti in Indiam exportant, portorio exacto centum quinquaginta centesimis augent, qua re multo minor copia vischii in India veneat, quam veniret, si Scotia Europaeae Unionis expers esset. Theresa May magnam iactationem in conventu habuit, et Nicola Sturgeon nunc angustietur, quid opponere possit. Nos, si nobis suadere liceat, commendamus Italicam pernam Palmensem aut Hispanicam Serranam, scriblitas Belgicas, bacula furnacea e Francia apportata, Germanicum panem rubidum, fuscam Zotter-socolatam Austriacam, sapidum caseum Hollandicum multaque alia, quae omnia perbene una cum vischio Scotico consumi possint, atque etiamnum immunia portorii. Et summoneat Scotos, nos Europaeos quoque a vischio non remotos vischio Scotico portorii immuni frui non perrecturos, nisi Scotia Unionis particeps erit. lc201703"Mit Speck fängt man Mäuse, die Nager der Scheunen, die Schotten, die Anbieter der Fässer, mit Scotch Whisky" dachte sich wohl Theresa May, als sie in Glasgow einigen konservativen Schotten und Mitgliedern der Unionistischen Partei die Vorteile des Brexit schmackhaft machen wollte. Denn die bösen und unverschämten Europäer verteuern den Whisky, den die Schotten nach Indien exportieren, durch Zollerhebung um 150%, weswegen in Indien viel weniger Whisky verkauft wird, als verkauft würde, wenn Schottland außerhalb der EU wäre. Theresa May bekam in der Versammlung großen Beifall. Und Nicola Sturgeon dürfte in Verlegenheit sein, was sie dagegensetzen kann. Wir empfehlen, falls wir dürfen, italienischen Parmaschinken oder spanischen Serrano, Gebäck aus Belgien, aus Frankreich gelieferte Baguettes, deutsches Schwarzbrot, dunkle österreichische Zotter-Schokolade, schmackhaften holländischen Käse und vieles mehr, was sehr gut zusammen mit Scotch Whisky verzehrt werden kann, und zwar jetzt noch zollfrei. Sie soll die Schotten auch daran erinnern, dass auch wir Europäer, dem Whisky nicht abgeneigt, Scotch Whisky nur dann weiterhin zollfrei genießen können, wenn Schottland in der EU bleibt.
06.04.2017  In Syriaca provincia Idlib die Martis septuaginta duo homines vetito usu gasii nervosi vitam amiserunt, inter quos septendecim mulieres et viginti pueri. Multo maior erat numerus eorum, qui vulnerabatur. Quis hoc gasium usurpaverit, non inter omnes constat. Potestates occidentales praesidem Assad, qui negat, in crimen vocant et decretum Nationum Unitarum expetunt, quo Syriacum regimen condemnetur. Quod decretum ne constitueretur, Russi prohibebant, qui copias Syriacas impetum quidem paravisse non negant, easdem autem ergasterium ad rebelles pertinens perperam contigisse dicunt, in quo gasium nervosum fabricabatur aut deponebatur. Americana disceptatrix ad Unitas Nationes, cum Concilium Securitatis acriter concertaret, fieri posse significavit, ut Americani Unitis Nationibus assidue deficentibus suo arbitrio et nomine agerent. lc201704In der syrischen Provinz Idlib sind am Dienstag 72 Menschen durch den verbotenen Einsatz von Giftgas ums Leben gekommen, unter ihnen 17 Frauen und 20 Kinder. Eine weit größere Zahl wurde verwundet. Wer das Giftgas eingesetzt hat, steht allgemein nicht fest. Die Westmächte beschuldigen Präsident Assad, der dies dementiert, und fordern eine Resolution der UN, in der die syrische Regierung verurteilt werden soll. Dass diese zustande kam, verhinderten die Russen, die zwar nicht leugnen, dass die syrische Luftwaffe einen Angriff ausführte, aber behaupten, sie hätte versehentlich eine Fabrik, die den Rebellen gehörte, getroffen, in der Giftgas hergestellt oder gelagert wurde. Die amerikanische Verhandlungsführerin bei den UN deutete während einer hitzige Debatte des Sicherheitsrates an, möglicherweise würden die Amerikaner, wenn die UN permanent versagten, in eigener Entscheidung und Verantwortung handeln.
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