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Beleg gesucht für: vielleicht
Belege des Suchbegriffs aus ausgewählten Texten (vollständig: Caes.Gall., Cic.Arch., Cic.S.Rosc., Cic.Lael.)
Anzahl der Treffer: 81
idque adeo haud scio mirandumne sit, cum compluribus aliis de causis, tum maxime, quod, qui virtute belli omnibus gentibus praeferebantur, tantum se eius opinionis deperdidisse, ut a populo Romano imperia perferrent, gravissime dolebant. Caes.Gall.5,54,5Übrigens darf man sich vielleicht über diese Empörungen nicht so sehr wundern, da es, abgesehen von vielen anderen Ursachen, einem Volk, das an Tapferkeit im Krieg sonst allen anderen vorgezogen wurde, schmerzlich fallen musste, so viel von diesem Ruf verloren zu haben, dass man sich Roms Befehle gefallen lassen musste.
his cognitis rebus rem frumentariam providet, castris idoneum locum deligit; Ubiis imperat, ut pecora deducant suaque omnia ex agris in oppida conferant, sperans barbaros atque imperitos homines inopia cibariorum adductos ad iniquam pugnandi condicionem posse deduci; Caes.Gall.6,10,2Auf diese Nachricht in sorgte Cäsar für Lebensmittel, wählte sich einen vorteilhaften Platz zum Lager und gebot den Ubiern ihre Herden in Sicherheit und all ihrer Habe vom Land zu den festen Plätzen zu bringen; er hoffte, diese rohen und unwissenden Feinde könnten sich vielleicht aus Mangel an Lebensmitteln zu einem für sie nachteiligen Gefecht verleiten lassen.
ipse, cum maturescere frumenta inciperent, ad bellum Ambiorigis profectus per Arduennam silvam, quae est totius Galliae maxima atque ab ripis Rheni finibusque Treverorum ad Nervios pertinet milibusque amplius quingentis in longitudinem patet, L. Minucium Basilum cum omni equitatu praemittit, si quid celeritate itineris atque opportunitate temporis proficere possit; Caes.Gall.6,29,4Er selbst zog, da das Getreide bereits zu reifen begann, gegen Ambiorix. Seinen Weg nahm er durch die Ardennen, den größten gallischen Wald, der sich vom Rheinufer und dem Land der Treverer bis zu den Nerviern erstreckt, in einer Länge von mehr als 500 Meilen. Voraus zog an der Spitze der gesamten Reiterei Lucius Minucius Basilus, um vielleicht durch einen schnellen Marsch oder begünstigt durch einen glücklichen Augenblick Vorteile zu gewinnen.
Caesar etsi discessum hostium animadvertere non poterat incendiis oppositis, tamen id consilium cum fugae causa initum suspicaretur, legiones promovet, turmas mittit ad insequendum; ipse veritus insidias, ne forte in eodem loco subsistere hostis atque elicere nostros in locum conaretur iniquum, tardius procedit. Caes.Gall.8,16,1Obgleich schon Cäsar ihren Abzug nicht sehen konnte, weil die Flamme im Weg stand, vermutete er doch, dass das Ganze nur geschehe, um ihre Flucht zu fördern. Die Legionen mussten deshalb vorrücken und die Reiterei den Feind verfolgen. Doch ging er mit dem Fußvolk nur langsam vorwärts, aus Furcht, es möchte der Feind vielleicht doch stehen bleiben und die Römer nur an einen ungünstigen Punkt locken wollen.
imperium legitumum, nomen imperi regium habebant. delecti, quibus corpus annis infirmum, ingenium sapientia validum erat, rei publicae consultabant: hi vel aetate vel curae similitudine patres appellabantur. Sall.Cat.6,6Sie hatten eine gesetzlich geordnete Staatsgewalt, für die Staatsgewalt den Königstitel. Auserwählte, deren Körper durch die Last der Jahre geschwächt, deren Geist aber durch gewonnene Einsicht gekräftigt war, berieten das Gemeinwesen. Sie wurden - vielleicht wegen des Alters, vielleicht wegen der Ähnlichkeit der Fürsorge - Väter genannt.
tum M. Tullius consul, sive praesentiam eius timens sive ira conmotus, orationem habuit luculentam atque utilem rei publicae, quam postea scriptam edidit. Sall.Cat.31,6Da hielt der Konsul Marcus Tullius vielleicht aus Besorgnis über seine Anwesenheit, vielleicht aus Zorn eine kraftvolle und staatsdienliche Rede, die er später schriftlich herausgab.
sed ubi consulem ad tantum facinus inpellere nequeunt, ipsi singillatim circumeundo atque ementiundo, quae se ex Volturcio aut Allobrogibus audisse dicerent, magnam illi invidiam conflaverant, usque eo ut nonnulli equites Romani, qui praesidi causa cum telis erant circum aedem Concordiae, seu periculi magnitudine seu animi mobilitate inpulsi, quo studium suom in rem publicam clarius esset, egredienti ex senatu Caesari gladio minitarentur. Sall.Cat.49,4Als sie nun den Konsul zu einer so abscheulichen Handlung nicht bewegen konnten, liefen sie mit aus der Luft gegriffenen Beschuldigungen, die sie von Volturcius oder den Allobrogern gehört zu haben behaupteten, bei den Leuten umher. Dadurch hatten sie eine heftige Missstimmung gegen ihn entfacht, so weit, dass mehrere Ritter, die der Sicherheit wegen bewaffnet um den Tempel der Concordia standen, Caesar, als er aus der Sitzung kam, mit dem Schwert drohten, um dadurch ihren Eifer für das Staatswohl eindeutig zu beweisen; vielleicht weil sie wirklich von seiner Gefährlichkeit überzeugt waren, vielleicht nur aus innerer Erregung.
an quia lex Porcia vetat? at aliae leges item condemnatis civibus non animam eripi, sed exilium permitti iubent. Sall.Cat.51,22Vielleicht weil das Porcische Gesetz es verbietet? Aber andere Gesetze gebieten ja ebenso, verurteilten Bürgern nicht das Leben zu nehmen, sondern Verbannung zu gestatten.
an quia gravius est verberari quam necari? quid autem acerbum aut nimis grave est in homines tanti facinoris convictos? Sall.Cat.51,23Vielleicht weil Geißelung schmerzlicher ist als Tötung? Kann denn gegen Leute, die eines so schweren Verbrechens überführt sind, von Schmerzhaftem oder gar zu Hartem die Rede sein?
Nunc si ex tanto latrocinio iste unus tolletur, videbimur fortasse ad breve quoddam tempus cura et metu esse relevati, periculum autem residebit et erit inclusum penitus in venis atque in visceribus rei publicae. Cic.Catil.1,31Wird von der großen Räuberbande dieser allein aus dem Weg geräumt, so werden wir vielleicht glauben, eine kleine Weile die Sorgen und die Furcht loszusein; aber die Gefahr wird zurückbleiben und in den Adern und Eingeweiden der Republik tief eingeschlossen haften.
quaeret quispiam: 'quid? illi ipsi summi viri, quorum virtutes litteris proditae sunt, istane doctrina, quam tu effers laudibus, eruditi fuerunt?' Cic.Arch.15.aEs wird vielleicht jemand fragen: "Wie? Waren denn eben jene großen Männer, deren Verdienste in Schriftwerken auf die Nachwelt gekommen sind, in jener Wissenschaft, die du lobpreisend erhebst, unterrichtet?"
itaque, credo, si civis Romanus Archias legibus non esset, ut ab aliquo imperatore civitate donaretur, perficere non potuit. Cic.Arch.25.aHätte also vielleicht Archias, wenn er nicht gesetzlich ein römischer Bürger wäre, es nicht dahin bringen können, dass ihn irgendein Feldherr mit dem Bürgerrecht beschenkt hätte?
Sulla cum Hispanos et Gallos donaret, credo, hunc petentem repudiasset; quem nos vidimus, cum ei libellum malus poeta de populo subiecisset, quod epigramma in eum fecisset tantum modo alternis versibus longiusculis, statim ex eis rebus, quas tum vendebat, iubere ei praemium tribui, sed ea condicione, ne quid postea scriberet. Cic.Arch.25.bHätte vielleicht Sulla, der Spanier und Gallier damit beschenkte, diesen auf seine Bitte zurückgewiesen? Er, den ich noch vor mir sehen kann, wie er in der Versammlung, als ihm ein schlechter Dichter aus dem Volk ein Schriftstück überreichte, weil er ein Epigramm, das nur aus abwechselnden längeren und kürzeren Versen bestand, auf ihn gemacht habe, wie Sulla auf der Stelle befahl, ihm von den Sachen, die er eben verkaufte, den ganzen Erlös auszuzahlen, aber unter der Bedingung, dass er in der Folge nichts mehr schreiben solle?
atque ut id libentius faciatis, iam me vobis, iudices, indicabo et de meo quodam amore gloriae nimis acri fortasse, verum tamen honesto vobis confitebor. Cic.Arch.28.aUnd damit ihr dies umso lieber tut, ihr Richter, will ich mich vor euch selbst bekennen und euch über meine vielleicht allzu heftige, doch ehrenwerte Liebe zum Ruhm ein Geständnis ablegen.
Atque haud scio an minus vobis hoc sim probaturus; equidem non dubitabo, quod sentio, dicere: physica ista ipsa et mathematica et quae paulo ante ceterarum artium propria posuisti, scientiae sunt eorum, qui illa profitentur, inlustrari autem oratione si quis istas ipsas artis velit, ad oratoris ei confugiendum est facultatem. Cic.de_orat.1,61.Und vielleicht dürfte ich euch hiervon nicht ganz überzeugen; doch ich will keinen Anstand nehmen, meine Ansicht mitzuteilen. Die Physik und Mathematik selbst, sowie das, was du kurz zuvor als das Eigentum anderer Wissenschaften aufstelltest, gehört der Kenntnis derer an, die sie zu ihrem Berufsgeschäft machen; will aber jemand eben diese Wissenschaften durch den Vortrag beleuchten, so muss er zu der Geschicklichkeit des Redners seine Zuflucht nehmen.
Sin quae res inciderit, in qua de natura, de vitiis hominum, de cupiditatibus, de modo, de continentia, de dolore, de morte dicendum sit, forsitan, si ei sit visum, - etsi haec quidem nosse debet orator - , cum Sex. Pompeio, erudito homine in philosophia, communicarit; hoc profecto efficiet ut, quamcumque rem a quoquo cognoverit, de ea multo dicat ornatius quam ille ipse, unde cognorit. Cic.de_orat.1,67.Und kommt ein Fall vor, wo er über die Natur, über die Laster der Menschen, über die Begierden, über Mäßigung und Enthaltsamkeit, über Schmerz, und Tod sprechen soll, so dürfte er sich vielleicht, wenn es ihn gut dünkte – wiewohl dieses wenigstens der Redner kennen muss –, mit dem Sextus Pompeius besprechen, einem in der Philosophie unterrichteten Mann, und in der Tat, es wird ihm gelingen, über jeden Gegenstand, den er von irgend jemand erlernt hat, weit geschmückter zu reden als selbst jener, der ihn belehrt hat.
'Atqui' inquit Sulpicius 'hoc ex te, de quo modo Antonius exposuit, quid sentias, quaerimus, existimesne artem aliquam esse dicendi?' 'Quid? mihi vos nunc' inquit Crassus 'tamquam alicui Graeculo otioso et loquaci et fortasse docto atque erudito quaestiunculam, de qua meo arbitratu loquar, ponitis? Quando enim me ista curasse aut cogitasse arbitramini et non semper inrisisse potius eorum hominum impudentiam, qui cum in schola adsedissent, ex magna hominum frequentia dicere iuberent, si quis quid quaereret? Cic.de_orat.1,102."Nun gut", sagte Sulpicius, "so fragen wir denn zuerst nach deiner Ansicht in betreff des Gegenstandes, über den sich eben Antonius ausgesprochen hat, ob du nämlich der Meinung seiest, dass es eine Wissenschaft der Beredsamkeit gebe." "Wie?" erwiderte Crassus, "ihr wollt mir jetzt, wie einem müßigen und geschwätzigen, vielleicht auch gelehrten und unterrichteten Griechen eine so nichtige Frage vorlegen, über die ich nach meinem Ermessen reden soll? Wann, glaubt ihr, habe ich mich um dergleichen Dinge bekümmert und darüber nachgedacht? Wisst ihr denn nicht, dass ich vielmehr zu jeder Zeit die Unverschämtheit der Menschen verspottet habe, welche, wenn sie sich in ihrem Hörsaal bei einer zahlreichen Versammlung von Zuhörern niedergelassen haben, die Anwesenden auffordern, ihnen irgendeine Frage zur Beantwortung vorzulegen.
Neque haec in eam sententiam disputo, ut homines adulescentis, si quid naturale forte non habeant, omnino a dicendi studio deterream: quis enim non videt C. Coelio, aequali meo, magno honori fuisse, homini novo, illam ipsam, quamcumque adsequi potuerat, in dicendo mediocritatem? Quis vestrum aequalem, Q. Varium, vastum hominem atque foedum, non intellegit illa ipsa facultate, quamcumque habuit, magnam esse in civitate gratiam consecutum? Cic.de_orat.1,117.Dies jedoch sage ich nicht in der Absicht, um junge Männer, denen es vielleicht an einer Naturgabe gebricht, gänzlich von der Beschäftigung mit der Beredsamkeit abzuschrecken. Denn wer weiß nicht, dass dem Gaius Caelius145, meinem Altersgenossen, einem Emporkömmling, selbst die Mittelmäßigkeit im Reden, soweit er sie erreichen konnte, zu Erlangung hoher Ehren förderlich gewesen ist? Wer sieht nicht ein, dass euer Altersgenosse Quintus Varius146, ein ungestalter und hässlicher Mensch, selbst durch die geringe Redegewandtheit, die er besitzt, zu großem Einfluss im Staat gelangt ist?
Satis est enim in ceteris artificiis percipiendis tantum modo similem esse hominis et id, quod tradatur vel etiam inculcetur, si qui forte sit tardior, posse percipere animo et memoria custodire; non quaeritur mobilitas linguae, non celeritas verborum, non denique ea, quae nobis non possumus fingere, facies, vultus, sonus: Cic.de_orat.1,127.Denn bei der Erlernung anderer Fächer genügt es, nur einem Menschen ähnlich zu sein und das, was gelehrt oder auch, wenn einer vielleicht langsameren Geistes ist, eingebläut wird, mit dem Geist auffassen und mit dem Gedächtnis aufbewahren zu können. Nicht verlangt man Beweglichkeit der Zunge, nicht Geläufigkeit der Worte, nicht endlich das, was wir uns nicht anbilden können, Gesichtsbildung, Mienen, Stimme.
'Num tu igitur' inquit Sulpicius 'me aut hunc Cottam ius civile aut rem militarem iubes discere? Nam quis ad ista summa atque in omni genere perfecta potest pervenire?' Tum ille 'ego vero,' inquit 'quod in vobis egregiam quandam ac praeclaram indolem ad dicendum esse cognovi, idcirco haec exposui omnia; nec magis ad eos deterrendos, qui non possent, quam ad vos, qui possetis, exacuendos accommodavi orationem meam; et quamquam in utroque vestrum summum esse ingenium studiumque perspexi, tamen haec, quae sunt in specie posita, de quibus plura fortasse dixi, quam solent Graeci dicere, in te, Sulpici, divina sunt; Cic.de_orat.1,131."Nun", sagte Sulpicius, "so gibst du wohl mir oder dem Cotta hier den Rat, das bürgerliche Recht oder den Kriegsdienst zu erlernen? Denn wer möchte imstande sein, jene Höhe allseitiger Vollendung zu erreichen?" Hierauf erwiderte jener: "Ja, wahrlich gerade deshalb habe ich dieses alles auseinandergesetzt, weil ich in euch ausgezeichnete und herrliche Anlagen zur Beredsamkeit erkannte, und ich hatte in meinem Vortrag die Absicht, nicht so sehr diejenigen abzuschrecken, welche keine natürlichen Anlagen besitzen, als vielmehr euch, die ihr sie besitzt, anzuspornen, und wiewohl ich in jedem von euch die schönsten Geistesgaben und den größten Eifer finde, so sind doch die Vorzüge, welche im Äußeren liegen, worüber ich vielleicht mehr gesagt habe, als die Griechen zu sagen pflegen, in dir, Sulpicius, ganz unvergleichlich.
perdiscendum ius civile, cognoscendae leges, percipienda omnis antiquitas, senatoria consuetudo, disciplina rei publicae, iura sociorum, foedera, pactiones, causa imperi cognoscenda est; libandus est etiam ex omni genere urbanitatis facetiarum quidam lepos, quo tamquam sale perspergatur omnis oratio. Effudi vobis omnia quae sentiebam, quae fortasse, quemcumque patremfamilias adripuissetis ex aliquo circulo, eadem vobis percontantibus respondisset.' Cic.de_orat.1,159.Gründlich muss man das bürgerliche Recht erlernen, sich mit den Gesetzen bekannt machen, das ganze Altertum erforschen, vom Gewohnheitsrecht des Senats, von der Verfassung des Staates, von den Rechten der Bundesgenossen, von den Bündnissen und Verträgen und von allem, worauf die Wohlfahrt des Staates beruht, sich Kunde verschaffen und aus dem ganzen Umfang der feinen Bildung gefällige, anmutige und sinnreiche Witzworte sammeln, mit denen, wie mit Salz, der ganze Vortrag durchwürzt werde. So habe ich denn nun alle meine Ansichten vor euch ausgeschüttet, Ansichten, die euch vielleicht jeder schlichte Hausvater, den ihr in irgendeiner Gesellschaft aufgreifen mochtet, auf eure Fragen in gleicher Weise mitgeteilt haben würde."
'Ego vero' inquit Cotta 'a te peto, Scaevola: - me enim et hunc Sulpicium impedit pudor ab homine omnium gravissimo, qui genus huius modi disputationis semper contempserit, haec, quae isti forsitan puerorum elementa videantur, exquirere: - sed tu hanc nobis veniam, Scaevola, da, et perfice, ut Crassus haec, quae coartavit et peranguste refersit in oratione sua, dilatet nobis atque explicet.' Cic.de_orat.1,163."Nein", erwiderte Cotta, "dich will ich vielmehr bitten, Scaevola; denn mich und den Sulpicius hier hält die Schüchternheit ab, den ehrwürdigsten Mann, der solche Vorträge immer verachtete, um das zu befragen, was ihm vielleicht als die Anfangsgründe der Schulbildung erscheinen dürfte; du also, Scaevola, erweise uns die Liebe und setze es ins Werk, dass Crassus das, was er in seinem Vortrag zusammengedrängt und sehr eng aufeinandergehäuft hat, vor uns ausbreite und entfalte."
Te autem alio quodam modo non solum natura et moribus, verum etiam studio et doctrina esse sapientem, nec sicut vulgus, sed ut eruditi solent appellare sapientem, qualem in reliqua Graecia neminem (nam qui septem appellantur, eos, qui ista subtilius quaerunt, in numero sapientium non habent), Athenis unum accepimus, et eum quidem etiam Apollinis oraculo sapientissimum iudicatum; Cic.Lael.7.aDich aber nennt man aus anderen Rücksichten so. Du verdankt es nicht bloß deiner praktisch ausgebildeten Gemütsart und Sittlichkeit, sondern auch deiner Vorliebe für die Wissenschaft und deiner Gelehrsamkeit, dass man dich nicht nach dem Begriff der Menge und des Gelehrten den Weisen nennt, wie uns vielleicht ganz Griechenland keinen aufstellt. Denn derjenige, der die Sache genauer nimmt, rechnet die so genannten Sieben nicht unter die Zahl der Weisen. Einen von Athen nennt die Geschichte, und zwar einen Mann, den selbst Apollons Spruch für den weisesten erklärte.
Sed hoc primum sentio, nisi in bonis amicitiam esse non posse; neque id ad vivum reseco, ut illi, qui haec subtilius disserunt, fortasse vere, sed ad communem utilitatem parum; Cic.Lael.18.aFürs erste aber bin ich der Meinung, dass Freundschaft nur unter tugendhaften Menschen möglich ist; doch ich lege dies nicht auf die Goldwaage, wie diejenigen (die Stoiker), die dergleichen allzu fein und scharf entwickeln, vielleicht wohl richtig, aber mit zu geringer Ausbeute für das Gemeinwohl.
Quid enim? Africanus indigens mei? Minime hercule! ac ne ego quidem illius; sed ego admiratione quadam virtutis eius, ille vicissim opinione fortasse non nulla, quam de meis moribus habebat, me dilexit; auxit benevolentiam consuetudo. Cic.Lael.30.bWie nämlich? Bedurfte Africanus meiner? Wahrlich nicht im geringsten; so wenig, als ich seiner. Vielmehr war die Hochachtung, die ich seiner Tugend zollte, und seinerseits die vielleicht nicht ungünstige Meinung, die er von meinem Charakter hatte, der Grund unserer gegenseitigen (auf Wahl beruhenden) Liebe; und das Wohlwollen erhöhte den Umgang.
Atque haud sciam an ne opus sit quidem nihil umquam omnino deesse amicis. Cic.Lael.51.dund vielleicht wäre es nicht einmal zweckmäßig, dass Freunde nie Bedürfnisse hätten.
credo vos, iudices, mirari, quid sit, quod, cum tot summi oratores hominesque nobilissimi sedeant, ego potissimum surrexerim, is qui neque aetate neque ingenio neque auctoritate sim cum his, qui sedeant, comparandus. Cic.S.Rosc.1.aIhr wundert euch vielleicht, Richter, wie es kommt, dass, da so viele treffliche Redner und Männer aus den edelsten Geschlechtern hier sitzen, gerade ich mich erhebe, da ich mich doch weder an Alter, noch an Talent noch Ansehen mit denen, die hier sitzen, messen kann.
quid ergo? audacissimus ego ex omnibus? minime! an tanto officiosior quam ceteri? ne istius quidem laudis ita sum cupidus ut aliis eam praereptam velim. Cic.S.Rosc.2.aWie nun? Wäre ich etwa der Mutigste von allen? Keineswegs! Aber übertreffe ich vielleicht die anderen umso mehr an menschenfreundlichem Eifer? Auch nach diesem Lob bin ich nicht so gierig, dass ich es vor anderen zu erhaschen wünschte.
accedit illa quoque causa, quod a ceteris forsitan ita petitum sit, ut dicerent, ut utrumvis salvo officio se facere posse arbitrarentur; a me autem ei contenderunt, qui apud me et amicitia et beneficiis et dignitate plurimum possunt, quorum ego nec benevolentiam erga me ignorare nec auctoritatem aspernari nec voluntatem neglegere debebam. Cic.S.Rosc.4.aDazu kommt noch der Grund, dass vielleicht an die anderen die Bitte um ihren regnerischen Beistand so gestellt wurde, dass sie ihren Pflichten unbeschadet freie Wahl (der Bejahung oder Verweigerung) zu haben glaubten: während ich von solchen angesprochen wurde, deren Freundschaft, Wohltaten und Würde bei mir von größtem Gewicht sind, so dass ich weder ihr Wohlwollen gegen mich vergessen, noch ihr Ansehen unbeachtet, noch ihren Wunsch unberücksichtigt lassen darf.
forsitan quaeratis, qui iste terror sit et quae tanta formido, quae tot ac talis viros impediat, quo minus pro capite et fortunis alterius, quem ad modum consuerunt, causam velint dicere. Cic.S.Rosc.5.bIhr fragt vielleicht, was das für Schreckbilder und Besorgnisse seien, die so viele und so tüchtige Männer abhalten, Leben und Gut eines andern nach ihrer Gewohnheit verteidigen zu wollen.
postea homines cursare ultro et citro non destiterunt, credo, qui Chrysogono nuntiarent esse aliquem in civitate, qui contra voluntatem eius dicere auderet; aliter causam agi atque ille existimaret, aperiri bonorum emptionem, vexari pessime societatem, gratiam potentiamque eius neglegi, iudices diligenter attendere, populo rem indignam videri. Cic.S.Rosc.60.dNun liefen Leute ständig hin und her. Vielleicht wollten sie dem Chrysogonus melden, dass doch jemand in der Stadt sei, der es wage, gegen seinen Willen zu sprechen, dass der Gang des Prozesses ein anderer sei, als er glaube: der Güterkauf komme an den Tag, der Verein werde aufs heftigste angegriffen, man kümmere sich nicht um seine Gönnerschaft und Macht, die Richter seien sehr aufmerksam, das Volk vernehme den Hergang der Sache mit Abscheu.
quae quoniam te fefellerunt, Eruci, quoniamque vides versa esse omnia, causam pro Sex. Roscio, si non commode, at libere dici, quem dedi putabas, defendi intellegis, quos tradituros sperabas, vides iudicare, restitue nobis aliquando veterem tuam illam calliditatem atque prudentiam, confitere huc ea spe venisse, quod putares hic latrocinium, non iudicium futurum. Cic.S.Rosc.61.aWeil Du dies nicht geahnt hast, Erucius, weil du siehst, dass alles ganz anders geht, dass Roscius vielleicht nicht geschickt, doch freimütig verteidigt wird, weil du nun wahrnimmst, dass der, von dem du wähntest, man werde ihn dir preisgeben, nun doch Schutz findet, weil du siehst, dass diejenigen, die, wie du hofftest, dir ihn ausliefern sollten, als Richter handeln, nun so lass uns wieder einmal deine alte Geschicklichkeit und Schlauheit sehen! Gestehe, dass du hierher in der Hoffnung kamst, hier ein Räubernest und kein Gericht zu finden.
Litteras, credo, misit alicui sicario, qui Romae noverat neminem. arcessivit aliquem. quem aut quando? nuntium misit. quem aut ad quem? pretio, gratia,spe, promissis induxit aliquem. nihil horum ne confingi quidem potest; et tamen causa de parricidio dicitur. Cic.S.Rosc.76.dHat er vielleicht einem Banditen geschrieben, er, der in Rom keine Bekannten hatte! Hat er jemanden kommen lassen? Aber wann? Er hat einen Boten geschickt: welchen und an wen? Hat er jemanden durch Geld, Gunst, Hoffnung, Versprechungen verführt? Nichts von all dem kann auch nur erfunden werden. Und doch wird er wegen Vatermord angeklagt.
verum ego forsitan propter multitudinem patronorum in grege adnumerer, te pugna Cannensis accusatorem sat bonum fecit. Cic.S.Rosc.89.dÜbrigens mag ich vielleicht bei der Menge von Sachwaltern zum großen Haufen derselben gerechnet werden; Dich hat jene Niederlage bei Cannae zu einem ziemlich guten Ankläger erhoben.
[Cic.Tusc.5,10,2] Cuius de disciplina aliud tempus fuerit fortasse dicendi. sed ab antiqua philosophia usque ad Socratem, qui Archelaum, Anaxagorae discipulum, audierat, numeri motusque tractabantur, et unde omnia orerentur quove reciderent, studioseque ab is siderum magnitudines intervalla cursus anquirebantur et cuncta caelestia.  Cic.Tusc.5,10,2Doch über seine Lehre lässt sich vielleicht ein andermal sprechen. Von der alten Philosophie bis auf Sokrates, der den Archelaos, den Schüler des Anaxagoras, gehört hatte, wurden Zahlen und Bewegungen abgehandelt, und woher alles entsprungen sei und wohin es zurückfalle; und häufig wurden von ihnen die Größe der Gestirne, Zwischenräume, Bahnen untersucht, und überhaupt das Himmlische.
[Cic.Tusc.5,4,1] Sed in hoc me ipse castigo, quod ex aliorum et ex nostra fortasse mollitia, non ex ipsa virtute de virtutis robore existumo. Cic.Tusc.5,4,1Aber darin kritisiere ich mich selbst, dass ich vielleicht nach anderer und unserer eigenen Weichheit, nicht nach der Tugend selbst, über die Macht der Tugend urteile.
[Cic.fin.1,11,1] Qui autem alia malunt scribi a nobis, aequi esse debent, quod et scripta multa sunt, sic ut plura nemini e nostris, et scribentur fortasse plura, si vita suppetet; et tamen, qui diligenter haec, quae de philosophia litteris mandamus, legere assueverit, iudicabit nulla ad legendum his esse potiora. Cic.Fin.1,11,1Die aber, die lieber anderes von uns geschrieben zu sehen wünschen, sollten doch gerecht sein, denn wir haben schon vieles geschrieben, und zwar mehr als irgendein anderer unserer Landsleute, und vielleicht werde ich noch mehr schreiben, wenn mir ein längeres Leben geschenkt wird. Und doch wird jeder, der sich gewöhnt, unsere Schriften über Philosophie mit Sorgfalt zu lesen, urteilen, dass nichts sonst so lesenswert ist wie diese.
Reticulum panis venalis inter onusto Hor.sat.1,1,47.Wenn als Sklave vielleicht das mit Broten gefüllte Tragnetz
Ignoscas vitiis teneor. Fortassis et Hor.sat.1,4,131.Und die leicht du verzeihst, bin ich reich. Vielleicht auch von diesen
Iure mihi invideat quivis, ita te quoque amicum, Hor.sat.1,6,50.Mir nach Rechte vielleicht, nicht also in dir mir den Freund auch,
Si praeco parvas aut, ut fuit ipse, coactor Hor.sat.1,6,86.Als Ausrufer vielleicht, wohl auch Einnehmer, wie er war,
Iudicio volgi, sanus fortasse tuo, quod Hor.sat.1,6,98.Zwar in den Augen des Volks, doch vielleicht in den deinen verständig,
Atque quibusdam aliis, melius quod scribere possem, Hor.sat.1,10,47.Und noch einige mehr, das war's, was ich besser vielleicht schrieb,
2014.01.24 Hassan Rohani, Iranicus praesidens, in Helvetia congressum Fori Oeconomici Universalis Tavai habitum participat. Iraniam paratam esse declaravit ad relationes politicas cum Occidente et imprimis cum Civitatibus Foederatis Americae corrigendas: Iraniae nucleare programma nullos scopos nisi civiles intendere et ex inimicitiis amicitias fieri posse. Israeliticus moderator Benjamin Netanyahu, qui idem Foro interest, monuit, ne Rohani mundum deciperet: Iraniam nihil intendere, nisi ut armatura atomica ad breve tempus fortasse intermissa, sed vix debilitata sanctiones tollerentur. 2014.01.24Der iranische Präsiden Hassan Rohani nimmt in der Schweiz am Weltwirtshaftsforum in Davos teil. Er erklärte, Iran sei bereit, seine politischen Beziehungen mit dem Westen und insbesondere mit den Vereinigten Staaten von Amerika zu normalisieren: das iranische Atomprogramm verfolge nur friedliche Zwecke und aus Feindschaften könnten Freundschaften werden. Der israelische Staatsmann Benjamin Netanyahu, der ebenfalls an dem Forum teilnimmt, warnte davor, dass Rohani die Welt täuschen wolle. Iran verfolge einzig das Ziel, dass die Sanktionen aufgehoben würden, Seine atomare Rüstung würde es dadurch vielleicht kurz unterbrechen aber kaum beeinträchtigen.
2014.03.05 Heri Russicus praesidens Vladimirus Putin conventum ad diurnarios edocendos exhibens primum, postquam res in summo discrimine versantur, silentium rumpens dixit se neque in Ucrainam invasisse neque bellum contra Ucrainos commovere velle, attamen ius se sibi vindicare, ut arcessitus salutem civium Russicorum tueretur. Regimen quidem Cioviae insperata et violenta rerum conversione instauratum esse, sed Victorem Yanukovych partem politicam non iam suscepturum esse dixit. Hodie mane Robertus Serry, vicarius et politicus "siphonarius" secretarii generalis Unitarum Nationum, in Crimaeam advenit, sed truculenter receptus est. Etiamnunc hodie observatores ab Organisatione Securitati Cooperationique in Europa favendis (OSZE) missi in Ucraina exspectantur. Hodie inter alios ab exteris administros etiam John Kerry et Sergei Lavrov Parisiis congredientur. Sed incertum est, an ars politica quicquam plus securitatis assequi possit. lc20140305Gestern hat Präsident Putin auf einer Pressekonferenz zum ersten Mal seit der Zuspitzung der Situation sein Schweigen gebrochen. Er sei nicht in die Ukraine einmarschiert und wolle keinen Krieg gegen die Ukrainer führen, behalte sich aber das Recht vor, wenn er zu Hilfe gerufen werde, das Leben russischer Bürger zu schützen. Die Regierung in Kiew sei zwar durch einen gewaltsamen Staatsstreich an die Macht gekommen, aber Viktor Yanukovych werde keine Rolle mehr in der Politik spielen. Heute Morgen ist Robert Serry, der Stellvertreter und politische "Feuerwehrmann" des Generalsekretärs der Vereinten Nationen, auf der Krim eingetroffen, aber unfreundlich empfangen worden. Noch heute werden Beobachter der Organisation für Sicherheit und Kooperation in Europa (OSZE) in der Ukraine erwartet. Heute treffen sich unter anderen Außenministern auch John Kerry und Sergej Lavrov in Paris. Vielleicht kann ja die Diplomatie ein Mehr an Sicherheit erreichen.
2014.05.08 Incertum est, an emissio praesidentis foederalis Helvetici Burkhalter, ne controversiae in Ucraina ad bellum civile adoleverint, in ipso discrimine temporis prohibuerit. Vladimirus Putin sane eius voluntati morem gerere videtur, siquidem electiones d. 25° m. Mai. exhibendas (antea absurdas notatas) nunc gradum in rectam directionem esse dicit et prorussicos separatistas in Orientali et Australi Ucraina, ut plebiscitum autonomiae petendae causa intentum differant, exhortatur. 2014.05.08Vielleicht hat die Mission des Schweizer Bundespräsidenten Burkhalter in letzter Minute verhindert, dass sich die Auseinandersetzungen in der Ukraine zu einem Bürgerkrieg auswachsen. Immerhin scheint ihm Wladimir Putin nachzugeben, wenn er jetzt sagt, dass die Wahlen am 25. Mai (die er vorher als absurd bezeichnete) ein Schritt in die richtige Richtung seien und die prorussischen Separatisten in der Ost und Südukraine auffordert, eine zur Erlangung der Autonomie beabsichtigte Volksabstimmung zu verschieben.
2014.06.07 Dum in Ucraina Orientali antiterroristicae actiones, quae dicuntur, continuantur, in Gallia Septentrionali , loco, qui magnam vim ad historicas commutationes habet, moderatores politici occasione de rationibus belli pacisque breviter colloquendi utebantur. Ita Vladimirus Putin cum quibusdam Europaeis moderatoribus (Francisco Hollande, Davidio Cameron, Angela Merkel), cum Americano praeside Barack Obama et, quod caput est, cum Petro Poroshenko, modo electo Ucrainae praeside verba fecit. Quae Putin cum Poroshenko communicavit, siquidem dictis facta respondebunt, meliora sperare forsitan sinunt. 2014.06.07Während in der Ostukraine die sogenannten Antiterrormaßnahmen weitergehen, haben die Staatsmänner in Nordfrankreich, an einem für geschichtlichen Wandel bedeutsamen Ort, die Gelegenheit zu kurzen Gesprächen über die Chancen für Krieg und Frieden genutzt. So sprach Wladimir Putin mit einigen europäischen Politikern (François Hollande, David Cameron, Angela Merkel), mit dem americanischen Präsidenten Barack Obama und, was das Wichtigste ist, mit dem neugewählten ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko. Was Putin und Poroschenko austauschten, lässt, wenn jedenfalls den Worten Taten folgen, vielleicht auf Besserung der Verhältnisse hoffen.
2014.06.13 Quoniam Sunnitici terroristae, qui organizationis ISIS sunt, nunc rapide Bagdato appropinquant et regimen Bagdatense in diem magis cura et tutela securitatis caret, Barack Obama regimini auxilium promisit. Quamquam se nullam optionem exempturum esse dicit, tamen eum nullas copias pedestres submissurum certum est. Sed an aeroplana automatica adhibeantur, incertum est. Obama Islamistas neque in Syria neque in Iraqia firmiter adhaerescere patiendum esse dicit. Sergius Lavrov, Russicus administer ab rebus externis, rerum progressu expeditionem Americanam inde ab anno 2003° inceptam ex toto ad scopulos allisam esse demonstrari contendit. 2014.06.13Da sich nun die sunnitischen Terroristen, die der Organisation ISIS angehören, Bagdad in rasantem Tempo nähern, und die Regierung in Bagdat täglich mehr die Kontrolle über die Sicherheit verliert, hat Barack Obama der Regierung Hilfe zugesichert. Obwohl er angeblich keine Option ausschließe, ist sicher, dass er keine Bodentruppen schicken wird. Vielleicht werden Drohnen eingesetzt. Obama versichert, es sei nicht hinzunehmen, dass sich die Islamisten entweder in Syrien oder im Irak dauerhaft festsetzen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow sieht die Entwicklung der Verhältnisse als Beweis, dass das amerikanische Eingreifen seit 2003 vollig gescheitert sei.
2014.09.11 Dies, quo Baracus Obama sermonem de tromocratico Islamico Statu (IS) impugnando heri optimo tempore emissorio ad nationem habuit non temere electus videtur. Incidit enim in tertium decimum anniversarium geminarum turrium Neo-Eboraci ab Al-Quaeda eversarum. Americanos IS debilitaturos esse et denique conquassaturos praeses dixit; ictus aerios etiam e Syria futuros esse; quadringentos septuaginta quinque milites additicios non pugnandi, sed instruendi et consiliorum dandorum causa in Iraquiam missum iri. Haidar al-Abadi, novus Iraquiae praeses, internationalem communitatem, ut suam terram contra IS, qui omnes huius regionis terras infestaret, pugnantem celeriter adiuvaret, monuit. Obama praeses hac oratione animos Americanorum belli interea perosorum, quibus decollatio duorum Americanorum diurnariorum recentes tromocraticorum facinorum timores iniecerat, erigere et confirmare conabatur. Incertum est, an patentes portas effregerit. 2014.09.11Der Tag, an dem Barack Obama seine Rede über den Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) gestern zur besten Sendezeit an die Nation richtete, war nicht zufällig gewählt. Er fällt nämlich mit dem dreizehnten Jahrestag der Zerstörung der Zwillingstürme in New York durch Al-Kaida zusammen. Der Präsident sagte, die Amerikaner würden den IS schwächen und schließlich zerschlagen; Luftschläge würden auch von Syrien aus ausgeführt werden; zusätzlich würden 475 Soldaten in den Irak geschickt werden, nicht um zu kämpfen, sondern um auszubilden und zu beraten. Der neue irakische Präsident Haidar al-Abadi forderte die internationale Gemeinschaft auf, sein Land im Kampf gegen den IS, der eine Bedrohung für alle Länder dieser Region sei, schnell zu unterstützen. Präsident Obama wollte mit dieser Rede die inzwischen kriegsmüden Amerikaner ermutigen, denen die Enthauptung zweier Journalisten neue Ängste vor terroristischen Übergriffen eingejagt hatte. Vielleicht het er offene Türen eingerannt.
2014.10.18 Tromocraticus grex Philippinus, qui Abu Sayyaf nominatus in austrinis insulis Philippinarum pro proprio Islamico Statu pugnat, heri duos Germanicos obsides ex obsidio emisit, quos mense Aprili ex celoce vi abduxerat. Agitur de medico quodam septuaginta duorum annorum eiusque consocia quinquaginta quinque annorum. Magistratus ab exteris Berolinensis missionem confectam esse attestatus est et regimini Philippinarum pro cooperatione plena fiduciae gratias egit. Terroristae quadragies centena milia Euronum pro redemptione postulaverant. Incertum est, an pretium quoddam solutum sit. 2014.10.18Die philippinische Terrorgruppe Abu Sayyaf, die auf den südlichen Inseln der Philippinen für einen eigenen islamischen Staat kämpft, hat gestern zwei deutsche Geiseln, die sie im April von einer Yacht entführt hatten, aus der Geiselhaft entlassen. Es handelt sich um einen 72-jährigen Arzt und seine 55-jährige Lebensgefährtin. Das auswärtige Amt in Berlin bestätigte die Freilassung und dankte der Regierung der Philippinen für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Die Terroristen hatten ein Lösegeld von vier Millionen Euro gefordert. Vielleicht ist Lösegeld geflossen.
2014.10.20 Ante litus Stockholmiae inter insulas scopulosas Russicum navigium subaquaneum fortasse in angustias navales adductum est. Militia Suetica se Iovis die accersitorem nuntium aerium Russica lingua utentem atque ad Russicam stationem Kaliningradensem directam intercepisse renuntiat. Alter nuntius secretioribus notis utens Saturni die ad eandem stationem emittebatur. Russi pro sua parte talem necessitatem infitiantur. Suetici moderatores non nihil modestius quam ephemerides dicunt se non navigium subaquaneum quaerere, sed alienigenam operationem maritimam revelare conari. 2014.10.20Vor der Küste von Stockholm ist zwischen den Schären vielleicht ein russisches U-Boot in Seenot geraten. Das schwedische Militär gibt bekannt, es habe am Donnerstag einen Funknotruf in russischer Sprache an eine russische Station in Kaliningrad abgefangen. Ein zweiter Funkspruch wurde am Samstag verschlüsselt an dieselbe Station abgesetzt. Die Russen ihrerseits bestreiten einen derartigen Notfall. Die maßgebenden schwedischen Männer sagen etwas zurückhaltender als die Zeitungen, sie suchten kein U-Boot, sondern wollten eine ausländische Seeoperation aufklären.
[5,5,2] Sorores iam tuae mortis opinione turbatae tuumque vestigium requirentes scopulum istum protinus aderunt, quarum si quas forte lamentationes acceperis, neque respondeas, immo nec prospicias omnino; ceterum mihi quidem gravissimum dolorem, tibi vero summum creabis exitium." (Apul.met.5,5,2) Apul.met.5,5,2[5,5,2] Deine Schwestern sind irritiert durch die Annahme deines Todes deiner Spur gefolgt und gleich an dem Felsen. Falls du vielleicht ihre Klagen hörst, antworte nicht, ja sieh nicht einmal hin! Sonst wirst du mir größten Schmerz, dir aber schlimmstes Verderben bereiten."
[5,9,4] Quodsi maritum etiam tam formonsum tenet, ut affirmat, nulla nunc in orbe toto felicior vivit. fortassis tamen procedente consuetudine et adfectione roborata deam quoque illam deus maritus efficiet. (Apul.met.5,9,4) Apul.met.5,9,4[5,9,4] Hat sie wirklich einen so schönen Gatten, wie sie behauptet, gibt es keine glücklichere Frau auf Erden. Vielleicht macht sie ihr Göttergatte mit fortschreitender Vertrautheit, wenn das Verlangen wächst, noch zu Göttin.
[Cic.off.1,34,2] Est enim ulciscendi et puniendi modus; atque haud scio an satis sit eum, qui lacessierit iniuriae suae paenitere, ut et ipse ne quid tale posthac et ceteri sint ad iniuriam tardiores. Cic.off.1,34,2Denn die Ahndung und Bestrafung des Unrechts hat ihre Grenze, und vielleicht ist es genug, wenn der Beleidiger seine Tat bereut; so wird er selbst künftig nichts Ähnliches mehr tun, und auch andere werden sich vor ungerechtem Tun hüten.
[Cic.off.1,72,2] Capessentibus autem rem publicam nihilominus quam philosophis, haud scio an magis etiam, et magnificentia et despicientia adhibenda est rerum humanarum, quam saepe dico, et tranquillitas animi atque securitas, si quidem nec anxii futuri sunt et cum gravitate constantiaque victuri. Cic.off.1,72,2Und nicht weniger als die Philosophen, ja vielleicht noch mehr, dürften die, die die Geschäfte des Staates besorgen, jener Hoheit der Gesinnung und jener Geringschätzung der äußeren Dingen, jener öfter genannten Ruhe und Sicherheit des Gemüts bedürfen; oder sie lebten stets in Angst und ohne Würde und Festigkeit.
Quam ob rem de iudicio Panaetii dubitari non potest; rectene autem hanc tertiam partem ad exquirendum officium adiunxerit an secus, de eo fortasse disputari potest. Cic.off.3,11,1Die Ansicht des Panaitios also unterliegt keinem Zweifel; darüber aber lässt sich vielleicht diskutieren, ob er diesen dritten Punkt zum Auffinden der Pflicht zu Recht oder zu Unrecht anfügte.
Forsitan quispiam dixerit: Nonne igitur sapiens, si fame ipse conficiatur, abstulerit cibum alteri homini ad nullam rem utili? Cic.off.3,29,1Vielleicht wendet jemand ein: Sollte denn nicht der Weise, wenn er selbst vom Hungertod bedroht wird, einem andern, der durchaus zu nichts nutzt, seine Nahrung wegnehmen dürfen?
quod Maximum uxori Marciae aperuisse, illam Liviae. gnarum id Caesari; neque multo post extincto Maximo, dubium an quaesita morte, auditos in funere eius Marciae gemitus semet incusantis, quod causa exitii marito fuisset. Tac.ann.1,5,2.Dies habe Maximus seiner Gattin Marcia, diese der Livia entdeckt. Caesar habe es erfahren, und nicht lange danach, als Maximus - vielleicht von eigener Hand - den Tod fand, habe man bei seiner Bestattung Marcia unter Seufzen sich selbst anklagen hören, dass sie an des Gemahls Tod schuld sei.
Laudatis pro contione victoribus Caesar congeriem armorum struxit, superbo cum titulo: debellatis inter Rhenum Albimque nationibus exercitum Tiberii Caesaris ea monimenta Marti et Iovi et Augusto sacravisse. de se nihil addidit, metu invidiae an ratus conscientiam facti satis esse. Tac.ann.2,22,1.Der Cäsar lobte die Sieger in öffentlicher Versammlung und ließ als Trophäe Waffen aufschichten mit der stolzen Inschrift: nach Bezwingung der Völker zwischen dem Rhein und der Elbe habe das Heer des Kaisers Tiberius dieses Denkmal dem Mars, Jupiter und Augustus geweiht. Von sich setzte er nichts bei: er fürchtete, Neid zu erregen, oder dachte vielleicht, seine Leistung finde Lohn genug im Bewusstsein.
ut versa Caesarum subole imperium adeptus est, elicit Archelaum matris litteris, quae non dissimulatis filii offensionibus clementiam offerebat, si ad precandum veniret. ille ignarus doli vel, si intellegere crederetur, vim metuens in urbem properat; exceptusque immiti a principe et mox accusatus in senatu, non ob crimina, quae fingebantur, sed angore, simul fessus senio et quia regibus aequa, nedum infima insolita sunt, finem vitae sponte an fato implevit. Tac.ann.2,42,3.Als dieser nach dem Aussterben der Caesarenfamlie zur Herrschaft gelangt war, lockte er den Archelaus herbei, durch ein Schreiben seiner Mutter, das ihm, ohne die Kränkung ihres Sohnes zu verhehlen, Gnade anbot, wenn er käme, um darum zu bitten. Er eilte, ohne die Hinterlist zu ahnen, oder weil er Gewalt fürchtete, wenn er sie zu merken schiene, nach Rom, wo er einen ungnädigen Fürsten fand. Sofort wurde er im Senat angeklagt: Nicht wegen der Verbrechen, die man ihm anzudichten suchte, sondern aus Beklemmung, zugleich seiner alten Tage müde, und weil sich Könige weder mit Gleichstellung, geschweige denn mit Unterordnung abfinden können, beschloss er durch freiwilligen, vielleicht auch natürlichen Tod sein Leben.
Tiberius atque Augusta publico abstinuere, inferius maiestate sua rati, si palam lamentarentur, an ne omnium oculis vultum eorum scrutantibus falsi intellegerentur. Tac.ann.3,3,1.Tiberius und Augusta erschienen nicht öffentlich; sie hielten es für unter ihrer Würde, sich öffentlich als Wehklagende zu zeigen; oder geschah es vielleicht, damit sie nicht als heuchlerisch erkannt würden, wenn aller Augen forschend ihr Gesicht durchmusterten?
'Ceteris forsitan in rebus, patres conscripti, magis expediat me coram interrogari et dicere, quid e re publica censeam: in hac relatione subtrahi oculos meos melius fuit, ne denotantibus vobis ora ac metum singulorum, qui pudendi luxus arguerentur, ipse etiam viderem eos ac velut deprenderem. Tac.ann.3,53,1."In allen sonstigen Fällen ist es vielleicht angebrachter, dass ich persönlich befragt werde und sage, was ich dem Gemeinwesen dienlich erachte. Bei dieser Verhandlung wäre es besser gewesen, sie meinen Augen fernzuhalten: denn diejenigen, die der Vorwurf eines schimpflichen Luxus trifft, hättet ihr einzeln - mit ihrer Furcht im Gesicht - durch eure Blicke näher bezeichnet, und ich hätte sie sehen, sie sozusagen ertappen müssen.
quod si mecum ante viri strenui, aediles, consilium habuissent, nescio an suasurus fuerim omittere potius praevalida et adulta vitia, quam hoc adsequi, ut palam fieret, quibus flagitiis impares essemus. Tac.ann.3,53,2.Hätten sich die ehrenwerten Herren Aedile zuvor mit mir beraten, hätte ich ihnen vielleicht empfohlen, übermächtige Laster, die schon überhand genommen haben, lieber auf sich beruhen zu lassen, als bloß so viel zu erreichen, dass an den Tag kommt, welche entehrenden Zustände uns über den Kopf gewachsen sind.
nisi forte rebus cunctis inest quidam velut orbis, ut, quem ad modum temporum vices, ita morum vertantur; nec omnia apud priores meliora, sed nostra quoque aetas multa laudis et artium imitanda posteris tulit. verum haec nobis in maiores certamina ex honesto maneant. Tac.ann.3,55,5.Vielleicht bewegt sich aber auch in allem die Welt in einem gewissen Kreislauf, so dass wie bei den Jahreszeiten so auch in den Sitten ein wiederkehrender Wechsel stattfindet? Auch ist wirklich nicht alles bei den Alten besser gewesen, sondern auch unsere Zeit hat nach Verdienst und Leistung manches hervorgebracht, was für die Nachwelt ein Muster der Nachahmung ist. Aber in diesem Punkt möge uns Wettstreit mit den Vorfahren Aufgabe sittlichen Strebens bleiben.
Pleraque eorum, quae rettuli quaeque referam, parva forsitan et levia memoratu videri non nescius sum: sed nemo annalis nostros cum scriptura eorum contenderit, qui veteres populi Romani res composuere. ingentia illi bella, expugnationes urbium, fusos captosque reges, aut, si quando ad interna praeverterent, discordias consulum adversum tribunos, agrarias frumentariasque leges, plebis et optimatium certamina libero egressu memorabant: Tac.ann.4,32,1.Dass man gar manches von dem, was ich berichtet habe und noch berichten werde, vielleicht unbedeutend und nicht recht erwähnenswert findet, ist mir durchaus bewusst. Aber niemand dürfte auch meine Jahrbücher mit dem literarischen Anspruch derjenigen vergleichen, die die alte Geschichte Roms aufgeschrieben haben. Dort waren gewaltige Kriege, die Eroberung von Städten, Niederlagen und Gefangennahme von Königen, oder, wenn der Geschichtsschreiber einmal inneren Angelegenheiten den Vortritt ließ, Streit der Konsuln mit den Tribunen, Acker- und Korngesetze, Auseinandersetzungen des Volkes mit den Optimaten der Stoff, den er ohne jede Einschränkung darstellte.
neque fefellit: nam Tiberius – incertum an offensus tantoque magis iram premens - instaurari epulas iubet discumbitque ultra solitum, quasi honori abeuntis amici tribueret. Charicles tamen labi spiritum nec ultra biduum duraturum Macroni firmavit. Tac.ann.6,50,3.Doch merkte es Tiberius. Er ließ frisch auftragen - vielleicht suchte er, dadurch beleidigt, nur umso mehr seinen Zorn zu unterdrücken - und blieb über die gewohnte Zeit bei Tisch, als wolle er dem Freund vor seiner Reise eine Ehre erweisen. Charikles jedoch versicherte Macro, seine Lebenskraft nehme ab, und werde nicht länger als zwei Tage durchhalten.
consularia insignia Nymphidio, quia nunc primum oblatus est, pauca repetam: nam et ipse pars Romanarum cladium erit. igitur matre libertina ortus, quae corpus decorum inter servos libertosque principum vulgaverat, ex G. Caesare se genitum ferebat, quoniam forte quadam habitu procerus et torvo vultu erat, sive G. Caesar, scortorum quoque cupiens, etiam matri eius inlusit. Tac.ann.15,72,2.Die konsularischen Ehrenzeichen erhielt Nymphidius. Über diesen will ich, da er hier zum ersten Mal vorkommt, weniges nachholen. Denn auch er wird bei dem Unglück Roms eine Rolle spielen. Er war der Sohn einer Freigelassenen, die ihren schönen Leib Sklaven und Freigelassenen der Fürsten preisgegeben hatte, und behauptete nun, er sei der Sohn des Gaius Caesar, weil er zufällig hochgewachsen war und einen wilden Blick hatte; vielleicht ließ sich Gaius Caesar, der an Buhldirnen Gefallen fand, auch wirklich mit ihr ein.
[Cic.Tusc.1,10] Dic quaeso: num te illa terrent, triceps apud inferos Cerberus, Cocyti fremitus, travectio Acherontis, 'mento summam aquam attingens enectus siti' Tantalus? tum illud, quod 'Sisyphus versat saxum sudans nitendo neque proficit hilum?' fortasse etiam inexorabiles iudices, Minos et Rhadamanthus? apud quos nec te L.Crassus defendet nec M.Antonius nec, quoniam apud Graecos iudices res agetur, poteris adhibere Demosthenen; tibi ipsi pro te erit maxima corona causa dicenda. haec fortasse metuis et idcirco mortem censes esse sempiternum malum. VI. Adeone me delirare censes, ut ista esse credam? An tu haec non credis? Minime vero. Male hercule narras. Cur? quaeso. Quia disertus esse possem, si contra ista dicerem. Cic.Tusc.1,10Sage mir doch, erschreckt dich etwa der dreiköpfige Cerberus in der Unterwelt, dass Brausen des Cocytus, die Überfahrt über den Acheron, oder “Der der Wogen Fläche mit dem Kinn berührt, Und von Durst gequält wird, Tantalus?” Vielleicht auch jenes, dass “Sisyphus sich anstemmt mit Kraft, doch vergebens den Stein wälzt?” Oder wohl auch die unerbittlichen Richter, Minos und Rhadarmantys? Bei denen dich weder ein Lucius Crassus verteidigen wird, noch ein Marcus Antonius noch auch, denn die Sache wird ja vor griechischen Richtern verhandelt, wirst du des Demosthenes dich bedienen können. Du selbst wirst vor großer Versammlung deine eigene Sache führen müssen. Das vielleicht fürchtest du, und darum hältst du den Tod für ein immer dauerndes Übel. Für so albern kannst du mich halten, dass ich an jenes glauben sollte? – Nicht doch! – Fürwahr, das ist mir nicht lieb. – Warum denn? – Ich könnte meine Beredsamkeit zeigen, wenn ich dagegen sprechen dürfte. -
[Cic.Tusc.1,12] Iam mallem Cerberum metueres quam ista tam inconsiderate diceres. Quid tandem? Quem esse negas, eundem esse dicis. ubi est acumen tuum? cum enim miserum esse dicis, tum eum qui non sit dicis esse. Non sum ita hebes, ut istud dicam. Quid dicis igitur? Miserum esse verbi causa M.Crassum, qui illas fortunas morte dimiserit, miserum Cn.Pompeium, qui tanta gloria sit orbatus, omnis denique miseros, qui hac luce careant. Revolveris eodem. sint enim oportet, si miseri sunt; tu autem modo negabas eos esse, qui mortui essent. Si igitur non sunt, nihil possunt esse; ita ne miseri quidem sunt. Non dico fortasse etiam, quod sentio; nam istuc ipsum, non esse, cum fueris, miserrimum puto. Cic.Tusc.1,12So wollt’ ich lieber, du fürchtetest den Höhlen und, als so unbedacht dich zu äußern. – Wieso? – Wem du das Sein absprichst, demselben sprichst du das Sein wieder zu. Wo ist dein Scharfsinn? Denn das eine Mal sagst du, der sei unglücklich, von dem du das andere Mal sagst, er sei nicht. – So stumpfsinnig bin ich nicht, dies zu behaupten. – Was behauptest du also? – Unglücklich zum Beispiel sei Marcus Crassus, dass er jene großen Reichtümer durch den Tod verlor; unglücklich Gneius Pompeius, dass er eines solchen Ruhmes beraubt wurde; unglücklich mit einem Wort alle, weil sie dieses Lebenslicht entbehren müssen. – Du kommst auf dasselbe zurück; denn um unglücklich zu sein, müssen sie sein; du aber sprach soeben den Toten das Sein ab. Wenn sie also nicht sind, so können Sie nichts sein also auch nicht unglücklich. – Ich spreche vielleicht meine Ansicht nur nicht richtig aus. Denn eben das, nicht mehr zu sein, wenn man gewesen ist, halte ich für ein großes Unglück. –
[Cic.Tusc.1,24] nam si cor aut sanguis aut cerebrum est animus, certe, quoniam est corpus, interibit cum reliquo corpore; si anima est, fortasse dissipabitur; si ignis, extinguetur; si est Aristoxeni harmonia, dissolvetur. quid de Dicaearcho dicam, qui nihil omnino animum dicat esse? his sententiis omnibus nihil post mortem pertinere ad quemquam potest; pariter enim cum vita sensus amittitur; non sentientis autem nihil est ullam in partem quod intersit. reliquorum sententiae spem adferunt, si te hoc forte delectat, posse animos, cum e corporibus excesserint, in caelum quasi in domicilium suum pervenire. Me vero delectat, idque primum ita esse velim, deinde, etiamsi non sit, mihi persuaderi tamen velim. Quid tibi ergo opera nostra opus est? num eloquentia Platonem superare possumus? evolve diligenter eius eum librum, qui est de animo: amplius quod desideres nihil erit. Feci mehercule, et quidem saepius; sed nescio quo modo, dum lego, adsentior, cum posui librum et mecum ipse de inmortalitate animorum coepi cogitare, adsensio omnis illa elabitur. Cic.Tusc.1,24Ist Herz, Blut oder Gehirn die Seele, so wird sie eben als etwas Körperliches mit dem übrigen Körper untergehen; ist sie Hauch, so wird sie vielleicht sich zerstreuen; wenn Feuer, erlöschen; wenn des Aristoxenos Harmonie, sich auflösen. Was sage ich von Dikaiarch, der geradezu behauptet, die Seele sei nichts? Allen diesen Ansichten zufolge kann nach dem Tod nichts mehr Beziehung auf irgend einen haben; denn zugleich mit dem Leben geht die Empfindung verloren; und ohne Empfindung gibt es nichts für uns, dass uns irgendwie anregte. Die Ansichten der übrigen gewähren Hoffnung, wenn dich dies etwa erfreut, dass die Seelen nach ihrem Austritt aus dem Körper in den Himmel als ihren eigentümlichen Wohnort gelangen können. – Gewiss erfreut mich dies; und ich wünsche an erster Stelle, dass es so sei, und dann,, falls es nicht so wäre, dass ich doch die Überzeugung gewänne. – Nun, was bedarfst du unserer Hilfe? Können wir es an Beredsamkeit dem Platon zuvortun? Schlage mit Sorgfalt sein Buch über die Seele auf und du wirst nichts weiter zu wünschen haben. – Das habe ich wahrlich schon, und mehr als einmal getan. Aber ich weiß nicht wie, während des Lesens stimme ich bei; lege ich das Buch weg und denke ich bei mir selbst über die Unsterblichkeit nach, so entschwindet alle jene Zustimmung. –
[Cic.Tusc.1,30] Ut porro firmissimum hoc adferri videtur cur deos esse credamus, quod nulla gens tam fera, nemo omnium tam sit inmanis, cuius mentem non imbuerit deorum opinio (multi de diis prava sentiunt —id enim vitioso more effici solet — omnes tamen esse vim et naturam divinam arbitrantur, nec vero id conlocutio hominum aut consessus efficit, non institutis opinio est confirmata, non legibus; omni autem in re consensio omnium gentium lex naturae putanda est) —quis est igitur, qui suorum mortem primum non eo lugeat, quod eos orbatos vitae commodis arbitretur? tolle hanc opinionem, luctum sustuleris. nemo enim maeret suo incommodo: dolent fortasse et anguntur, sed illa lugubris lamentatio fletusque maerens ex eo est, quod eum, quem dileximus, vitae commodis privatum arbitramur idque sentire. atque haec ita sentimus, natura duce, nulla ratione nullaque doctrina. Cic.Tusc.1,30Für die Unsterblichkeit lässt sich ferner derselbe, wie es scheint, sehr starke Grund anzuführen, der für den Glauben an das Dasein der Götter geltend gemacht wird: dass es nämlich kein so rohes Volk, überhaupt keinen so wilden Menschen gibt, dessen Geist die Vorstellung von Göttern nicht erfüllte. Viele zwar haben einen unrichtigen Begriff von den Göttern, eine Folge ihrer Verkehrtheit, doch glauben sie alle an göttliche Kraft und göttliches Wesen. Und nimmer bewirkt dies Verabredung der Menschen oder Übereinkunft; nicht durch Einrichtungen ist die Ansicht, nicht durch Gesetze befestigt. Aber in allen Dingen ist die Übereinstimmung aller Völker für ein Naturgesetz zu halten. Nun denn, wer bejammert den Tod der Seinen vor allen Dingen nicht darum, weil er meint, sie seien der Annehmlichkeiten des Lebens beraubt? Nimm ihm diese Meinung, so hebst du den Jammer auf; denn gerührt ist man nicht über das eigene Unglück. Man fühlt vielleicht Schmerzen und Beängstigung; aber jenes jammervolle Wehklagen, jene Tränen der Rührung kommen daher, weil wir glauben, unsere Geliebten seien der Annehmlichkeiten des Lebens beraubt und sie fühlten dies. Und so denken wir, weil es uns so natürlich ist, ohne Schlüsse, ohne Unterricht.
[Cic.Tusc.1,61,3] an inprimi quasi ceram animum putamus, et esse memoriam signatarum rerum in mente vestigia? Cic.Tusc.1,61,3Oder nimmt die Seele vielleicht, wie Wachs, Eindrücke auf, und besteht das Gedächtnis in den Spuren der im Geist aufgezeichneten Dinge?
Quaeres fortasse, quo modo, et recte; talem enim medicinam philosophia profitetur. Cic.Tusc.2,43,5Du fragst vielleicht, wie, und das mit Recht; denn Rat und Hilfe verspricht hier die Philosophie.
Nam neque vetustate minui mala nec fieri praemeditata leviora, stultamque etiam esse meditationem futuri mali aut fortasse ne futuri quidem: satis esse odiosum malum omne, cum venisset; Cic.Tusc.3,32,3Denn weder würden Übel durch ihr Alter vermindert, noch durch Vorüberlegungen leichter; ja, der Gedanke an ein künftiges, vielleicht nicht einmal künftiges Übel sei sogar töricht. Jedes Übel sei widerwärtig genug, wenn es gekommen sei;
Pythagoras mihi si diceret aut Socrates aut Plato: 'Quid iaces aut quid maeres aut cur succumbis cedisque fortunae? quae pervellere te forsitan potuerit et pungere, non potuit certe vires frangere. Cic.Tusc.3,36,1Ja, wenn Pythagoras zu mir spräche oder Sokrates oder Platon: "Warum liegst du darnieder oder was jammerst du oder warum unterwirfst du dich und weichst dem Geschick? Es hätte dich vielleicht durchrütteln und stechen, doch nicht dir die Kräfte brechen können.
Hi poterant omnes eadem illa de Andromacha deplorare: "Haec omnia vidi...". Sed iam decantaverant fortasse. Cic.Tusc.3,53,3Diese hätten alle in jene Klage der Andromache einstimmen können: "Dies alles sahen meine Augen…". Aber vielleicht waren sie mit ihrer Klage schon am Ende.
Neque tamen genus id orationis in consolando non valet, sed id haud sciam an plurimum. Cic.Tusc.3,55,4Aber dennoch übt diese Art von Rede durchaus Einfluss auf die Tröstung aus, vielleicht sogar den allergrößten.
Ergo ista necopinata non habent tantam vim, ut aegritudo ex is omnis oriatur; feriunt enim fortasse gravius, non id efficiunt, ut ea, quae accidant maiora videantur; quia recentia sunt, maiora videntur, non quia repentina. Cic.Tusc.3,55,5Das Unerwartete hat nicht solche Macht, dass daraus aller Kummer erwächst; denn es vertärkt vielleicht die Wucht; aber es bewirkt nicht, dass die Vorfälle größer erscheinen. In ihrer Neuheit, nicht in dem Plötzlichen liegt der Grund, warum sie größer erscheinen. –
Responderet enim alius fortasse se non modo quattuor consulatus uni anteponere, sed unum diem Cinnae multorum et clarorum virorum totis aetatibus. Cic.Tusc.5,55,2Denn es könnte ein anderer vielleicht antworteten, er ziehe nicht nur vier Konsulate einem vor, sondern einen Tag Cinnas dem ganzen Lebensalter vieler berühmter Männer.
Signis, credo, tabulis studes. Si quis est, qui his delectetur, nonne melius tenues homines fruuntur quam illi, qui is abundant? Cic.Tusc.5,102,2Bildsäulen vielleicht, Gemälde braucht einer? Hat man daran seine Lust, ist der Genuss davon für geringe Leute nicht größer als für diejenigen, die daran Überfluss haben?
Ne stridorem quidem serrae, tum cum acuitur, aut grunditum, cum iugulatur, suis nec, cum quiescere volunt, fremitum murmurantis maris; et si cantus eos forte delectant, primum cogitare debent, ante quam hi sint inventi, multos beate vixisse sapientis, deinde multo maiorem percipi posse legendis iis quam audiendis voluptatem. Cic.Tusc.5,116,5Aber auch nicht das Zischen einer Säge, wenn sie geschärft wird; oder das Grunzen eines Schweines, wenn es geschlachtet wird, noch, wenn man ruhen will, das Gebrause des dumpf rauschenden Meeres. Und wenn Gesänge sie vielleicht ergötzen, so muss man fürs erste bedenken, dass, ehe diese erfunden wurden, viele Weise glückselig gelebt haben; und dann, dass man ein weit größeres Vergnügen vom Lesen, als vom Hören genießen kann.
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