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Beleg gesucht für: möglich
Belege des Suchbegriffs aus ausgewählten Texten (vollständig: Caes.Gall., Cic.Arch., Cic.S.Rosc., Cic.Lael.)
Anzahl der Treffer: 80
His rebus adducti et auctoritate Orgetorigis permoti constituerunt ea, quae ad proficiscendum pertinerent, comparare, iumentorum et carrorum quam maximum numerum coemere, sementes quam maximas facere, ut in itinere copia frumenti suppeteret, cum proximis civitatibus pacem et amicitiam confirmare. Caes.Gall.1,3,1In Erwägung dieser Umstände ließen sie sich durch das Ansehen des Orgetorix bestimmen und fassten den Beschluss, alle Bedürfnisse für den Zug zusammenzubringen, Lasttiere und Wagen in größter Menge aufzutreiben, so viel Feld als möglich zu bestellen, um auf dem Zug hinlänglich Vorrat an Getreide zu haben, und mit ihren Nachbarn das Band des Friedens und der Freundschaft fest zu knüpfen.
quin etiam, quod necessariam rem coactus Caesari enuntiarit, intellegere sese, quanto id cum periculo fecerit, et ob eam causam, quamdiu potuerit, tacuisse. Caes.Gall.1,17,6ja er sehe ein, welcher Gefahr er sich dadurch aussetze, dass er die Sache notgedrungen enthülle. Nur deshalb habe er so lange wie möglich geschwiegen.
id fieri posse, si suas copias Haedui in fines Bellovacorum introduxerint et eorum agros populari coeperint. his datis mandatis eum ab se dimittit. Caes.Gall.2,5,3Dies sei möglich, wenn die Häduer mit ihren Scharen in das Gebiet der Bellovaker rückten und deren Ländereien verwüsteten. Mit diesem Auftrag entließ er ihn.
ita sine ullo periculo tantam eorum multitudinem nostri interfecerunt, quantum fuit diei spatium, sub occasumque solis destiterunt seque in castra, ut erat imperatum, receperunt. Caes.Gall.2,11,6Auf diese Weise mordeten Cäsars Leute ohne alle Gefahr so viel Feinde, als ihnen die Dauer des Tages möglich machte; beim Untergang der Sonne gaben sie die Verfolgung auf und zogen sich, wie ihnen befohlen war, in ihr Lager zurück.
D. Brutum adulescentem classi Gallicisque navibus, quas ex Pictonibus et Santonis reliquisque pacatis regionibus convenire iusserat, praeficit et, cum primum posset, in Venetos proficisci iubet. ipse eo pedestribus copiis contendit. Caes.Gall.3,11,5Dem jungen Decimus Brutus gab er den Befehl über die Flotte und die gallischen Schiffe, die er aus dem Land der Pictonen und Santonen und aus anderen ihm unterworfenen Gegenden Galliens hatte zusammenkommen lassen, um mit ihnen so bald als möglich gegen die Veneter auszulaufen. Er selbst brach gegen diese mit seinem Landheer auf.
Erant eiusmodi fere situs oppidorum, ut posita in extremis lingulis promunturiisque neque pedibus aditum haberent, cum ex alto se aestus incitavisset, quod bis accidit semper horarum duodenarum spatio, neque navibus, quod rursus minuente aestu naves in vadis adflictarentur. Caes.Gall.3,12,1Die festen Plätzen der Veneter lagen fast alle an den Spitzen von Landzungen und Vorgebirgen. Man konnte sie also auf der Landseite nicht angreifen, sobald von des hohen See aus die Flut eingetreten war, was alle zwölf Stunden der Fall ist. Weil ferner beim Eintritt der Ebbe die Schiffe auf den Untiefen Beschädigungen erlitten, war auch der Angriff auf der Seeseite nicht leicht möglich.
simul, ut dicebatur, sui purgandi causa, quod contra atque esset dictum et ipsi petissent, proelium pridie commisissent, simul ut, si quid possent, de indutiis fallendo impetrarent. Caes.Gall.4,13,5teils, wie sie vorgaben, um sich zu entschuldigen, dass sie am vorigen Tag, gegen die Verabredung und ihr eigenes Ersuchen ein Treffen geliefert hätten; teils, um, wo möglich, durch List und Trug einen Waffenstillstand zu erhalten.
Volusenus perspectis regionibus omnibus, quantum ei facultatis dari potuit, qui navi egredi ac se barbaris committere non auderet, quinto die ad Caesarem revertitur, quaeque ibi perspexisset, renuntiat. Caes.Gall.4,21,9Nachdem Volusenus die Gegenden Britanniens so gut kennen gelernt hatte, als es ihm möglich war, ohne es zu wagen, aus dem Schiff zu steigen und sich den Bewohnern anzuvertrauen, kehrte er am fünften Tag zu Cäsar zurück und teilte ihm seine Wahrnehmungen mit.
relinquebatur, ut neque longius ab agmine legionum discedi Caesar pateretur et tantum agris vastandis incendiisque faciendis hostibus noceretur, quantum in labore atque itinere legionarii milites efficere poterant. Caes.Gall.5,19,3Nun blieb nichts übrig, als dass Cäsars weiterhin kein zu großes Vom Zug der Legionen duldete und sich darauf beschränkte, durch Verheerung der Felder und durch Brandstiftung den Feinden so viel zu schaden, als seinen Leuten beim Mühe und Marsch möglich war.
Itaque confestim dimissis nuntiis ad Ceutrones, Grudios, Levacos, Pleumoxios, Geidumnos, qui omnes sub eorum imperio sunt, quam maximas possunt manus cogunt et de improviso ad Ciceronis hiberna advolant, nondum ad eum fama de Titurii morte perlata. Caes.Gall.5,39,1Sie schicken eilends zu den Ceutronen, Grudiern, Levakern, Pleumoxiern und Geidumnen, die alle unter ihrer Hoheit standen, treiben so viele Truppen zusammen als möglich und stürmen unvermutet, noch bevor das Gerücht über Titurius' Tod und Niederlage zu ihm kam, auf Ciceros Lager los.
praeconibusque circummissis pronuntiari iubent, seu quis Gallus seu Romanus velit ante horam tertiam ad se transire, sine periculo licere; post id tempus non fore potestatem. Caes.Gall.5,51,2Zugleich schickten sie ringsum ihre Herold mit der Ankündigung, wer Lust habe, zu ihnen überzugehen, gleichviel ob Gallier oder Römer, dem stehe es bis neun Uhr ohne Gefahr frei; später sei es nicht mehr möglich.
Huius Hercyniae silvae, quae supra demonstrata est, latitudo novem dierum iter expedito patet: non enim aliter finiri potest neque mensuras itinerum noverunt. Caes.Gall.6,25,1Der Wald Hercynia, von dem ich soeben sprach, erstreckt sich der Breite nach für einen guten Fußgänger neun Tagesreisen weit; eine andere Bestimmung ist nicht möglich, da man dort eigentliche Wegmessungen nicht kennt.
sed hoc factum est, quod aedificio circumdato silva - ut sunt fere domicilia Gallorum, qui vitandi aestus causa plerumque silvarum ac fluminum petunt propinquitates - comites familiaresque eius angusto in loco paulisper equitum nostrorum vim sustinuerunt. Caes.Gall.6,30,3Dies wurde dadurch möglich, dass sein Haus ganz von Wald umgeben war und seine Begleiter und Vertrauten auf diesem engen Raum den Sturm der römischen Reiter eine kurze Weile aufhielten. So liegen in der Regel die Wohnungen der Gallier, die sie zum Schutz gegen die brennende Hitze meistens in der Nähe von Wäldern und Flüssen machen.
Labienum Treboniumque hortatur, si rei publicae commodo facere possint, ad eam diem revertantur, ut rursus communicato consilio exploratisque hostium rationibus aliud belli initium capere possint. Caes.Gall.6,33,5Auch Labienus und Trebonius sollten am selben Tag zurückkehren, wenn es ohne Nachteil des Ganzen möglich wäre; um dann aufs neue gemeinsam zu beraten, Nachrichten über die Absichten der Feinde einzuholen und einen neuen Kriegsplan entwerfen zu können.
his quam longissime possent progredi iussis, cum iam ex diei tempore coniecturam caperet in castra perventum, isdem sublicis, quarum pars inferior integra remanebat, pontem reficere coepit. Caes.Gall.7,35,4Als er aus der Tageszeit mutmaßte, seine Truppen, denen er den Befehl gegeben hatte, so weit als möglich vorzurücken, hätten nun bereits ein Lager bezogen, ließ er auf den Pfählen, deren untere Reihe ganz stehen geblieben war, die Brücke wieder herstellen.
M. Petronius, eiusdem legionis centurio, cum portas excidere conatus esset, a multitudine oppressus ac sibi desperans multis iam vulneribus acceptis, manipularibus suis, qui illum erant secuti: 'quoniam', inquit, 'me una vobiscum servare non possum, vestrae quidem certe vitae prospiciam, quos cupiditate gloriae adductus in periculum deduxi. vos data facultate vobis consulite.' Caes.Gall.7,50,4Marcus Petronius, ein anderer Hauptmann in derselben Legion, wollte ein Tor einhauen, wurde aber von einer Masse Feinde so bedrängt, dass er sich nicht mehr zu retten wusste. Bereits schwer verwundet sprach er zu seinen Leuten, die ihm gefolgt waren: "Weil es unmöglich ist, euch und mich zugleich zu retten, will ich wenigstens für euer Leben sorgen; denn meine Ruhmbegier hat euch in diese Gefahr gebracht. Denkt also an euch, solange es möglich ist!"
frumenti quod subito potuerunt navibus avexerunt, reliquum flumine atque incendio corruperunt. Caes.Gall.7,55,8Von Lebensmitteln schifften sie augenblicklich so viel wie möglich auf dem Liger fort; den Rest verdarben sie durch Wasser und Feuer.
huc ea, quae paraverant, conferunt. multitudine telorum ex turribus propugnantes deturbant, aggere et cratibus fossas explent, falcibus vallum ac loricam rescindunt. Caes.Gall.7,86,5Dorthin schafften sie ihre Zurüstung und vertrieben mit der Menge ihrer Geschosse die Verteidiger von den Türmen. Dann füllten sie die Gräben mit Erde und Faschinen aus, machten sich so den Zugang möglich und rissen bereits mit Sicheln den Wall und die Brustwehren nieder.
ipse cum legionibus, quam potest maxime, adpropinquat. Caes.Gall.8,17,3und rückte dann selbst so schnell wie möglich mit den Legionen nach.
magnum tamen, ut in tanta calamitate, Bellovacos eo proelio commodum esse consecutos, quod Correus, auctor belli, concitator multitudinis, esset interfectus; numquam enim senatum tantum in civitate illo vivo quantum imperitam plebem potuisse. Caes.Gall.8,21,4und dennoch hätten die Bellovaker, soweit es bei solchem Unglück noch möglich sei, dabei den größten Vorteil gehabt, dass der Anstifter dieses Krieges, Correus, der Aufwiegler des Volkes, den Tod gefunden habe. Denn solange dieser gelebt habe, habe in ihrem Staat die Regierung nie so viel vermocht wie der unerfahrene Pöbel.
tali condicione proposita Bituriges cum sibi viderent clementia Caesaris reditum patere in eius amicitiam finitimasque civitates sine ulla poena dedisse obsides atque in fidem receptas esse, idem fecerunt. Caes.Gall.8,3,5Die Biturigen, die auf diese Weise sahen, dass Ihnen durch Cäsars gnädige Gesinnung die Rückkehr zu dessen Freundschaft möglich sei, indem ihre Nachbarn, ohne eine weitere Strafe, bloß nach Stellung von Geiseln wieder unter römischer Oberhoheit gekommen waren, folgten diesem Beispiel.
eodem tempore cuniculos tectos ad venas agunt et caput fontis, quod genus operis sine ullo periculo et sine suspicione hostium facere licebat. Caes.Gall.8,41,4Zu gleicher Zeit führten sie von der Stelle an, wo die Sturmdächer errichtet waren, nach dem Ursprung der Quelle versteckte Minen, was ohne alle Gefahr und ohne Argwohn des Feindes möglich war.
de qua quam verissume potero dicam. L. Tullo et M'. Lepido consulibus P. Autronius et P. Sulla designati consules legibus ambitus interrogati poenas dederant. Sall.Cat.18,2Davon will ich so wahrheitsgetreu wie möglich berichten. Im Konsulatsjahr des Lucius Tullus und Manius Lepidus waren die designierten Konsuln Publius Autronius und Publius Sulla wegen Wahlumtrieben angeklagt und zur gesetzlichen Strafe verurteilt worden.
igitur P. Umbreno quoidam negotium dat, uti legatos Allobrogum requirat eosque, si possit, inpellat ad societatem belli, existumans publice privatimque aere alieno oppressos, praeterea quod natura gens Gallica bellicosa esset, facile eos ad tale consilium adduci posse. Sall.Cat.40,1So beauftragte er denn einem gewissen Umbrenus, in Rom anwesende Gesandte der Allobroger aufzusuchen und sie, wo möglich, für die Teilnahme ihrer Landsleute am Krieg zu gewinnen; er war überzeugt, man könne sie leicht für ein solches Unternehmen gewinnen, weil sie drückende Privat- und Staatsschulden hätten und außerdem der gallische Volksstamm von Natur aus kriegslustig sei.
potest alio tempore, alio consule, quoi item exercitus in manu sit, falsum aliquid pro vero credi. ubi hoc exemplo per senatus decretum consul gladium eduxerit, quis illi finem statuet aut quis moderabitur? Sall.Cat.51,36Möglich, dass zu anderer Zeit, unter einem anderen Konsul, dem ebenfalls ein Heer zu Gebote steht, eine Lüge Glauben findet. Sobald nach dem Muster des gegenwärtigen Verfahrens der Konsul auf einen Senatsbeschluss gestützt dann das Schwert zieht, wer will ihm ein Ziel setzen oder wer ihn mäßigen?
sed Catilina postquam videt montibus atque copiis hostium sese clausum, in urbe res advorsas, neque fugae neque praesidi ullam spem, optumum factu ratus in tali re fortunam belli temptare, statuit cum Antonio quam primum confligere. Sall.Cat.57,5Sobald nun Catilina sah, dass er durch die Gebirge und die feindlichen Truppen eingeschlossen war, dass sich in der Hauptstadt alles gegen ihn gewendet hatte und keine Aussicht auf ein Entkommen oder Hilfe bestand, hielt er es für das Beste, unter solchen Bedingungen das Kriegsglück zu versuchen, und beschloss, Antonius so bald als möglich ein Treffen zu liefern.
Tantum profeci, cum te a consulatu reppuli, ut exsul potius temptare quam consul vexare rem publicam posses, atque ut id, quod esset a te scelerate susceptum, latrocinium potius quam bellum nominaretur. Cic.Catil.1,27Den Vorteil habe ich damals errungen, als ich dich vom Konsulat abschlug, dass es dir nun zwar möglich ist, den Staat als Verbannter zu beunruhigen, aber nicht, ihn als Konsul zu Schaden zu bringen, und dass deine frevelhafte Unternehmung eher ein Räuberangriff als ein Krieg genannt wird.
Neque enim te fugit omnium laudatarum artium procreatricem quandam et quasi parentem eam, quam φιλoσoφίαv Graeci vocant, ab hominibus doctissimis iudicari; in qua difficile est enumerare quot viri quanta scientia quantaque in suis studiis varietate et copia fuerint, qui non una aliqua in re separatim elaborarint, sed omnia, quaecumque possent, vel scientiae pervestigatione vel disserendi ratione comprehenderint. Cic.de_orat.1,9.Es ist dir ja nicht unbekannt, dass die Wissenschaft, welche die Griechen Philosophie nennen, von den gelehrtesten Männern als die Erzeugerin und Mutter aller anderen gepriesenen Wissenschaften betrachtet wird; und doch ist es schwer, alle die Männer aufzuzählen, die sich in derselben durch den größten Umfang ihres Wissens und die größte Vielseitigkeit und Fülle ihrer Bestrebungen auszeichneten, die sich nicht etwa mit einem einzelnen abgesonderten Gegenstand beschäftigen, sondern soviel als möglich alles mit ihrer wissenschaftlichen Erforschung und Erörterung umfassten.
Nam postea quam imperio omnium gentium constituto diuturnitas pacis otium confirmavit, nemo fere laudis cupidus adulescens non sibi ad dicendum studio omni enitendum putavit; ac primo quidem totius rationis ignari, qui neque exercitationis ullam vim neque aliquod praeceptum artis esse arbitrarentur, tantum, quantum ingenio et cogitatione poterant, consequebantur; post autem auditis oratoribus Graecis cognitisque eorum litteris adhibitisque doctoribus incredibili quodam nostri homines dicendi studio flagraverunt. Cic.de_orat.1,14.Denn nachdem unsere Herrschaft über alle Völker begründet war und die Dauer des Friedens das ruhige Leben befestigt hatte, fand sich nicht leicht ein ruhmbegieriger Jüngling, der nicht der Ansicht gewesen wäre, mit allem Eifer nach Beredsamkeit streben zu müssen. Anfänglich zwar bei dem gänzlichen Mangel an wissenschaftlicher Bildung, da man weder von einem geregelten Verfahren der Übung noch von einer Kunstregel eine Ahnung hatte, brachte man es nur so weit, als es durch Naturanlage und Nachdenken möglich war. Später aber, als man die griechischen Redner hörte, ihre Schriften kennen lernte und Lehrmeister anwandte, entbrannten unsere Landsleute von einem unglaublichen Eifer für die Beredsamkeit.
Ipsa vero praecepta sic inludere solebat, ut ostenderet non modo eos expertis esse illius prudentiae, quam sibi asciscerent, sed ne hanc quidem ipsam dicendi rationem ac viam nosse: caput enim esse arbitrabatur oratoris, ut et ipse eis, apud quos ageret, talis, qualem se esse optaret, videretur; id fieri vitae dignitate, de qua nihil rhetorici isti doctores in praeceptis suis reliquissent; et uti ei qui audirent sic adficerentur animis, ut eos adfici vellet orator; quod item fieri nullo modo posse, nisi cognosset is, qui diceret, quot modis hominum mentes et quibus et quo genere orationis in quamque partem moverentur; haec autem esse penitus in media philosophia retrusa atque abdita, quae isti rhetores ne primoribus quidem labris attigissent. Cic.de_orat.1,87.Ihre Regeln selbst pflegte er dadurch zu verspotten, dass er zeigte, dass sich nicht nur in jener Staatsklugheit, die sie sich anmaßten, unerfahren seien, sondern auch von der Beredsamkeit selbst keine schulgerechte Kenntnis hätten. Die Hauptsache für den Redner nämlich, meinte er, bestehe darin, dass er denjenigen, vor denen er auftrete, so erscheine, wie er es selbst wünsche; dies werde durch die Würde des Lebens bewirkt, von der jene Lehrer der Beredsamkeit in ihren Vorschriften nichts hinterlassen hätten; und dass seine Zuhörer in ihrem Inneren so gestimmt würden, wie sie der Redner gestimmt wissen wolle; auch dies sei auf keine Weise möglich, wenn nicht der Redner gelernt habe, auf welche und auf wie vielerlei Weise, und durch welche Art des Vortrages die Gemüter der Menschen nach allen Richtungen gelenkt würden; das seien aber Geheimnisse, die ganz in der Tiefe der Philosophie versteckt und verborgen lägen, wovon jene Redekünstler sich nicht einmal eine oberflächliche Kenntnis angeeignet hätten.
'Equidem probo ista,' Crassus inquit 'quae vos facere soletis, ut, causa aliqua posita consimili causarum earum, quae in forum deferuntur, dicatis quam maxime ad veritatem accommodate; sed plerique in hoc vocem modo, neque eam scienter, et viris exercent suas et linguae celeritatem incitant verborumque frequentia delectantur; in quo fallit eos, quod audierunt, dicendo homines, ut dicant, efficere solere; Cic.de_orat.1,149."Fürwahr, ich billige das", sagte Crassus, "was ihr zu tun pflegt, dass ihr über irgendeinen angenommenen Fall, der den Verhandlungen ganz ähnlich ist, die in den Gerichten vorkommen, soviel als möglich in derselben Weise, als wenn ein wirklicher Fall verhandelt würde, redet; aber gar viele üben hierbei nur ihre Stimme, und auch diese nicht verständig, und ihre Lunge und regen die Schnelligkeit der Zunge an und freuen sich an einer großen Menge von Worten. Sie lassen sich hierin durch die oft gehörte Äußerung täuschen, durch Reden lerne man reden.
vere enim etiam illud dicitur, perverse dicere homines perverse dicendo facillime consequi. Quam ob rem in istis ipsis exercitationibus, etsi utile est etiam subito saepe dicere, tamen illud utilius, sumpto spatio ad cogitandum paratius atque accuratius dicere. Caput autem est, quod, ut vere dicam, minime facimus (est enim magni laboris, quem plerique fugimus), quam plurimum scribere. Stilus optimus et praestantissimus dicendi effector ac magister; neque iniuria; nam si subitam et fortuitam orationem commentatio et cogitatio facile vincit, hanc ipsam profecto adsidua ac diligens scriptura superabit. Cic.de_orat.1,150.Denn ebenso richtig verhält sich auch die Behauptung, verkehrt rede lerne man am leichtesten durch verkehrt Reden. Obschon es also bei eben diesen Übungen nützlich ist, auch aus dem Stegreif oft Vorträge zu halten, so ist es doch nützlicher, sich Zeit zum Nachdenken zu nehmen und mit gehöriger Vorbereitung und Sorgfalt zu reden. Die Hauptsache aber ist, was – ich will die Wahrheit sagen – wir am wenigsten tun – denn es erfordert große Anstrengung, die wir gewöhnlich scheuen -: soviel als möglich zu schreiben. Der Griffel ist der beste und vorzüglichste Bildner und Lehrmeister der Rede und nicht mit Unrecht. Denn wenn vor einer aus dem Stegreif gehaltenen und durch Zufall veranlassten Rede eine mit Überlegung und Nachdenken ausgearbeitete Rede leicht den Vorzug hat, so wird in der Tat selbst vor dieser eine mit Sorgfalt schriftlich abgefasste Rede den Vorrang haben.
Quid vero ille M. Cato? Nonne et eloquentia tanta fuit, quantam illa tempora atque illa aetas in hac civitate ferre maximam potuit, et iuris civilis omnium peritissimus? Verecundius hac de re iam dudum loquor, quod adest vir in dicendo summus, quem ego unum oratorem maxime admiror; sed tamen idem hoc semper ius civile contempsit. Cic.de_orat.1,171.Wie aber urteilt jener Marcus Cato? Besaß er nicht ausgezeichnete Beredsamkeit, wie es nur immer nach den damaligen Zeitverhältnissen in unserem Staat möglich war, und die genaueste Kenntnis des bürgerlichen Rechtes? Mit einiger Zurückhaltung habe ich bis jetzt über diesen Gegenstand gesprochen, weil ein in der Beredsamkeit so ausgezeichneter Mann gegenwärtig ist, den ich als. Redner vor allen anderen bewundere, und doch hat dieser das bürgerliche Recht immer verachtet.
Quod quidem certis de causis a plerisque aliter existimatur: primum, quia veteres illi, qui huic scientiae praefuerunt, obtinendae atque augendae potentiae suae causa pervulgari artem suam noluerunt; deinde, postea quam est editum, expositis a Cn. Flavio primum actionibus, nulli fuerunt, qui illa artificiose digesta generatim componerent; nihil est enim, quod ad artem redigi possit, nisi ille prius, qui illa tenet, quorum artem instituere vult, habet illam scientiam, ut ex eis rebus, quarum ars nondum sit, artem efficere possit. Cic.de_orat.1,186.Gar viele freilich haben hierüber aus gewissen Gründen eine andere Ansicht. Erstlich nämlich hielten in früheren Zeiten die Männer, die im Besitz dieser Wissenschaft waren, zur Behauptung und Vermehrung ihrer Macht es nicht für gut, dass ihre Wissenschaft veröffentlicht würde; denn nachdem Gnaeus Flavius zuerst die Rechtsformeln öffentlich ausgestellt hatte und dadurch das Rechtsverfahren zur allgemeinen Kenntnis gekommen war, fehlte es doch an Männern, die jenen Stoff kunstgerecht nach Klassen verteilt und angeordnet hätten. Denn von keinem Gegenstand lässt sich ein wissenschaftliches Lehrgebäude aufstellen, wenn nicht der, der die Dinge, die er wissenschaftlich anordnen will, kennt, zuvor jene Wissenschaft sich angeeignet hat, durch die er einen noch nicht kunstgerecht geordneten Stoff in eine kunstgerechte Form bringen kann. Ich sehe, während ich mich kurz fassen wollte, habe ich mich etwas zu dunkel ausgedrückt; doch ich will den Versuch machen und mich, wo möglich, deutlicher erklären.
Sed hoc primum sentio, nisi in bonis amicitiam esse non posse; neque id ad vivum reseco, ut illi, qui haec subtilius disserunt, fortasse vere, sed ad communem utilitatem parum; Cic.Lael.18.aFürs erste aber bin ich der Meinung, dass Freundschaft nur unter tugendhaften Menschen möglich ist; doch ich lege dies nicht auf die Goldwaage, wie diejenigen (die Stoiker), die dergleichen allzu fein und scharf entwickeln, vielleicht wohl richtig, aber mit zu geringer Ausbeute für das Gemeinwohl.
Qui ita se gerunt, ita vivunt, ut eorum probetur fides, integritas, aequitas, liberalitas, nec sit in eis ulla cupiditas, libido, audacia, sintque magna constantia, ut ii fuerunt, modo quos nominavi, hos viros bonos, ut habiti sunt, sic etiam appellandos putemus, quia sequantur, quantum homines possunt, naturam optimam bene vivendi ducem. Cic.Lael.19.bWer sich so verhält, so lebt, dass seine Verlässlichkeit, Lauterkeit, Gerechtigkeit, seine edle Denkweise anerkannt wird, dass sich keine Begehrlichkeit, Lüsternheit, keine freche Anmaßung an ihm zeigt, dass er die große Charakterstärke besitzt, die den soeben genannten Männern eigen war, – solche Männer sollten wir, glaube ich, tugendhaft nennen, wofür sie von jeher galten, weil sie, soweit es für einen Menschen möglich ist, der Natur als bester Führerin zu einem guten Leben, folgen.
satis superque esse sibi suarum cuique rerum, alienis nimis implicari molestum esse; commodissimum esse quam laxissimas habenas habere amicitiae, quas vel adducas, cum velis, vel remittas; Cic.Lael.45.cjeder habe mit sich selbst schon mehr als genug zu tun; sich zu sehr in fremde Angelegenheiten zu mischen, sei lästig; das Bequemste sei, den Zügel der Freundschaft so schlaff als möglich zu halten, um ihn nach Belieben anziehen oder nachlassen zu können;
Quonam enim modo quisquam amicus esse poterit ei, cui se putabit inimicum esse posse? quin etiam necesse erit cupere et optare, ut quam saepissime peccet amicus, quo plures det sibi tamquam ansas ad reprehendendum; Cic.Lael.59.gWie kann man denn ein Freund dessen sein, dessen Feind zu werden man für möglich hält? Im Gegenteil, man wird in diesem Fall sogar begierig wünschen müssen, dass der Freund recht oft fehle, um mehr Veranlassung zu finden, ihn zu tadeln.
Tales igitur amicitiae sunt remissione usus eluendae et, ut Catonem dicere audivi, dissuendae magis quam discindendae, nisi quaedam admodum intolerabilis iniuria exarserit, ut neque rectum neque honestum sit nec fieri possit, ut non statim alienatio disiunctioque faciunda sit. Cic.Lael.76.dSolche Freundschaften muss man durch Abschwächung im Umgang allmählich erlöschen lassen und ein solches Band, wie ich Cato sagen hörte, eher auftrennen als zerschneiden; es läge denn ein so unerträgliches Unrecht gegen uns vor, dass es weder recht noch schicklich noch überhaupt möglich bliebe, die innere Lossagung und äußeren Trennung auch nur einen Augenblick aufzuschieben.
Atque hoc maxime iudicaretur, si quid tale posset contingere, ut aliquis nos deus ex hac hominum frequentia tolleret et in solitudine uspiam collocaret atque ibi suppeditans omnium rerum, quas natura desiderat, abundantiam et copiam hominis omnino aspiciendi potestatem eriperet. Cic.Lael.87.cDies würde dann wohl am besten als wahr erkannt, wenn der Fall möglich wäre, dass uns eine Gottheit aus diesem Gewühl der menschlichen Gesellschaft entrückte, in irgendeine Einöde versetzte und uns hier zwar unsere Naturbedürfnisse in reichem Maße befriedigte, uns aber jede Gelegenheit entzöge, eines Menschen ansichtig zu werden.
Nam cum amicitiae vis sit in eo, ut unus quasi animus fiat ex pluribus, qui id fieri poterit, si ne in uno quidem quoque unus animus erit idemque semper, sed varius, commutabilis, multiplex? Cic.Lael.92.bDas Wesen der Freundschaft besteht ja gerade darin, dass aus mehreren Seelen gleichsam eine wird; wie ist dies aber möglich, wenn nicht einmal in jedem einzelnen die Seele sich immer gleich bleibt, sondern wechselhaft, veränderlich und vielgestaltig ist?
Haec habui, de amicitia quae dicerem. Vos autem hortor, ut ita virtutem locetis, sine qua amicitia esse non potest, ut ea excepta nihil amicitia praestabilius putetis. Cic.Lael.104.eDies sind meine Gedanken über die Freundschaft, die ich euch vortragen wollte. Euch aber ermahne ich der Freundschaft, denn sie ist ohne die Tugend nicht möglich, nach der Tugend den höchsten Rang beizulegen.
An ego possum aut non cogitare aliquando de te aut umquam sine lacrimis cogitare? cum enim te desidero, fratrem solum desidero? ego vero suavitate prope aequalem, obsequio filium, consilio parentem; quid mihi sine te umquam aut tibi sine me iucundum fuit? Cic.ad Q.fr.1,3,3,2Ist es mir möglich, auch nur einen Augenblick nicht an dich zu denken, oder je deiner ohne Tränen zu gedenken? Meine Sehnsucht nach dir – ist sie bloß Sehnsucht nach dem Bruder? Nein, du warst mir zum Umgang so erwünscht, wie ein mir fast gleicher Altersgenossen. Du richtetest dich nach meinen Wünschen, wie ein Sohn, warst an besonnenem Rat einem Vater gleich. Gab es für mich je etwas Erfreuliches ohne dich, oder für dich ohne mich?
ita loqui homines: quod iudicia tam diu facta non essent, condemnari eum oportere, qui primus in iudicium adductus esset; huic autempatronos propter Chrysogoni gratiam defuturos; de bonorum venditione et de ista societate verbum esse facturum neminem; ipso nomine parricidi et atrocitate criminis fore, ut hic nullo negotio tolleretur, cum ab nullo defensus esset. Cic.S.Rosc.28.bEs sagten daher diese Leute, weil so lange kein Gericht gehalten worden sei, müsse man den, der zuerst vor Gericht gestellt werde, verurteilen. Diesem aber werde es wegen der Gunst des Chrysogonus an Beschützern fehlen; den Güterverkauf und jene Genossenschaft werde wohl niemand erwähnen; schon das Wort Vatermord und das Empörende des vorgeworfenen Verbrechens werde es möglich machen, diesen, da er von niemandem verteidigt werde, ohne Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen.
ego crimen oportet diluam, vos et audaciae resistere et hominum eius modi perniciosam atque intolerandam potentiam primo quoque tempore exstinguere atque opprimere debetis. Cic.S.Rosc.36.bIch muss die Beschuldigung entkräften, eure Sache ist es, der Dreistigkeit zu widerstehen und die verderbliche und unerträgliche Macht solcher Menschen so bald wie möglich auszulöschen und zu unterdrücken.
quid? hoc patres familiae, qui liberos habent, praesertim homines illius ordinis ex municipiis rusticanis, nonne optatissimum sibi putant esse filios suos rei familiari maxime servire et in praediis colendis operae plurimum studique consumere? Cic.S.Rosc.43.bWie? Achten Hausväter, die Kinder haben, besonders Leute von jenem Stand, aus ackerbautreibenden Freistädten, es nicht für das größte Glück, wenn sich ihre Kinder hauptsächlich der Hauswirtschaft widmen und so viel als möglich Fleiß und Mühe auf den Landbau verwenden?
ita vivunt, dum possunt, ut ducere animam de caelo non queant, ita moriuntur, ut eorum ossa terra non tangat, ita iactantur fluctibus, ut numquam adluantur, ita postremo eiciuntur, ut ne ad saxa quidem mortui conquiescant. Cic.S.Rosc.72.bAlso leben sie, solange es noch möglich ist, so, dass sie die Himmelsluft nicht einatmen können, sie sterben so, dass die Erde ihre Gebeine nicht berührt; sie werden von den Wogen so dahingetrieben, dass sie nie von ihnen abgewaschen werden, sie stranden endlich so, dass sie im Tod nicht einmal an Felsen Ruhe finden.
[Cic.fin.1,3,1] Sive enim ad sapientiam perveniri potest, non paranda nobis solum ea, sed fruenda etiam est; sive hoc difficile est, tamen nec modus est ullus investigandi veri, nisi inveneris, et quaerendi defatigatio turpis est, cum id, quod quaeritur, sit pulcherrimum. Cic.Fin.1,3,1Denn entweder ist es möglich, zur Weisheit zu gelangen; dann müssen wir sie nicht allein uns aneignen, sondern auch genießen. Oder es ist schwierig, sie zu erreichen; auch dann gibt es einerseits für die Erforschung der Wahrheit kein anderes Maß als für ihre Auffindung; andererseits ist es schimpflich, bei der Suche zu ermüden, da der Gegenstand, der gesucht wird, so herrlich ist.
Omne animal, simul atque natum sit, voluptatem appetere eaque gaudere ut summo bono, dolorem aspernari ut summum malum et, quantum possit, a se repellere, idque facere nondum depravatum ipsa natura incorrupte atque integre iudicante. Cic.fin.1,30,1Jedes lebende Wesen strebt sogleich nach seiner Geburt nach Lust und freut sich über sie als höchstes Gut; den Schmerz hingegen verabscheut es als das größte Übel und weist ihn soweit als möglich von sich; und dies tut es in einem noch nicht verdorbenem Zustand, wo das Urteil der Natur selbst unverfälscht und vorurteilsfrei ist.
Ad ea cum accedit, ut neque divinum numen horreat nec praeteritas voluptates effluere patiatur earumque assidua recordatione laetetur, quid est, quod huc possit, quod melius sit, accedere? Cic.fin.1,41,1Kommt hierzu noch, dass er weder vor der Macht der Gottheit zittert noch vergangene Genüsse aus dem Gedächtnis schwinden lässt, sondern sich in der unablässigen Erinnerung an sie freut, wäre da wohl noch ein Zuwachs an Glück möglich?
nullus in ipsis error est finibus bonorum et malorum, id est in voluptate aut in dolore, sed in his rebus peccant, cum, e quibus haec efficiantur, ignorant. Cic.fin.1,55,2Kein Irrtum ist hinsichtlich des höchsten Gutes und größten Übels selbst, d.h. der Lust und des Schmerzes, möglich; wohl aber fehlt man darin, dass man die Quelle, aus der dies hervorgeht, verkennt.
quicquid porro animo cernimus, id omne oritur a sensibus; qui si omnes veri erunt, ut Epicuri ratio docet, tum denique poterit aliquid cognosci et percipi. Cic.fin.1,64,2Was wir ferner mit dem Geist sehen, das entspringt alles aus den sinnlichen Wahrnehmungen; und wenn diese sämtlich wahrhaftig sind, wie Epikurs Lehre zeigt, dann erst wird eine Erkenntnis und Wahrnehmung möglich sein.
etenim si loca, si fana, si urbes, si gymnasia, si campum, si canes, si equos, si ludicra exercendi aut venandi consuetudine adamare solemus, quanto id in hominum consuetudine facilius fieri poterit et iustius? Cic.fin.1,69,4Denn wenn wir Orte, Tempel, Städte, Gymnasien, wenn dir das Marsfeld, wenn wir Hunde, Pferde, kurzweilige Übungen und Jagden durch die Gewohnheit liebzugewinnen pflegen, wie ungleich leichter und mit wie größerem Recht dürfte dies im Umgang mit Menschen möglich sein!
Quibus ex omnibus iudicari potest non modo non impediri rationem amicitiae, si summum bonum in voluptate ponatur, sed sine hoc institutionem omnino amicitiae non posse reperiri. Cic.fin.1,70,3Aus all dem lässt sich beurteilen, dass das Wesen der Freundschaft nicht gestört wird, wenn man das höchste Gut in der Lust sieht, sondern vielmehr, dass ohne dies die Begründung der Freundschaft überhaupt nicht möglich ist.
[Cic.fin.5,9,1] Sic est igitur locutus: Quantus ornatus in Peripateticorum disciplina sit, satis est a me, ut brevissime potuit, paulo ante dictum. Sed est forma eius disciplinae, sicut fere ceterarum, triplex: una pars est naturae, disserendi altera, vivendi tertia. Cic.Fin.5,9,1Piso sprach also folgendermaßen: Welch ein schönes wissenschaftliches Rüstzeug in dem Lehrgebäude der Peripatetiker enthalten ist, habe ich kurz zuvor hinlänglich mit so wenig Worten als möglich gesagt. Der Grundriss dieses Lehrgebäudes, so wie fast aller anderen, hat drei Teile, von denen der eine die Physik, der zweite die Dialektik, der dritte die Ethik enthält.
Sed tamen admiror, quo pacto iudicium illud Hor.sat.1,4,99.Gleichwohl wundert es mich, wie's möglich ist, dass er entkommen
2014.03.31 Kerry et Lavrov plus quattuor horas Lutetiae Parisiorum de controversiis ad Ucrainam et Crimaeam pertinentibus colloquebantur, sed profligatio controversiarum eis non contigit. Attamen sententiae utriusque partis partefactae sunt. Kerry placuit decisionem de Ucraina alieno arbitrio, Ucraina ipsa non adiuvante, fieri non posse et copias Russorum, quae anxietatem et metum diffunderent, a finibus Ucrainae reducendas esse. Lavrov non fieri posse, ut Ucraina unica civitas superstes esset, duxit, sed eam in tres regiones laxe confoederatas dividendam esse. Praeterea Ucrainae se neutrius partis esse neque sociam NATO organizationis fieri recipiendum esse. lc20140331Kerry und Lavrov verhandelten in Paris länger als vier Stunden über die Streitpunkte bezüglich der Ukraine und der Krim. Doch ein Durchbruch gelang ihnen dabei nicht. Immerhin kamen die Standpunkte beider Seiten zum Ausdruck: Kerry vertrat den Grundsatz, dass es eine Entscheidung über die Ukraine nach fremdem Gutdünken, ohne die Mitwirkung der Ukraine selbst nicht geben könne, und die russischen Truppen, die Angst und Einschüchterung verbreiteten, müssten sich von der ukrainischen Grenze zurückziehen. Lavrov hielt es nicht für möglich, dass die Ukraine als einheitlicher Staat überlebe, sie müsse vielmehr in drei locker konfoederierte Regionen aufgegliedert werden. Außerdem musse sich die Ukraine dazu verpflichten neutral zu bleiben und nicht der NATO beizutreten.
2014.06.16 Disputatio, de convenienti pretio gasi ab Russis in Ucrainam suggesti constituendo in cassum recidit. Itaque facile fieri potest, ut societas multinationalis Gazprom hodie gasum in Ucrainam mittere desinat atque praebitiones in Europam quoque occidentalem afficiantur. Colloquiis Cioviae habitis et Ucrainicus moderator politicus Arseniy Yatsenyuk et Alexei Miller, praefectus societatis Gazprom, et mediator Guntherus Oettinger, commissarius Europaeus ab energia, interfuerant. 2014.06.16Die Verhandlung über die Festsetzung eines angemessenen Preises für Gas, das aus Russland in die Ukraine geliefert wird, ist gescheitert. So ist es leicht möglich, dass der multinationale Konzern Gazprom heute seine Gaslieferungen in die Ukraine stoppt und dadurch auch die Lieferungen nach Westeuropa in Mitleidenschaft geraten. An den Verhandlungen in Kiew hatten der ukrainische Staatschef Arseni Jazenjuk, der Chef der Gazprom Alexej Miller und als Vermittler der europäische Kommissar für Energie, Günther Öttinger, teilgenommen.
2014.09.07 In Ucraina Orientali armistitium Veneris die factum non plene conservatur; quamquam praesides Poroshenko et Putin Saturni die telephonice colloquentes contentos se praebuerant. Ictus igniti et diplosiones animadvertebantur. Crucis Rubrae organizatio subsidium humanitarium fieri non posse dicit. Ad Mariupolin assidua tormentorum iaculatio et complures displosiones audiri et spectari poterant. Statio quaedam viaria ballistarum tormentis petita esse telaque remisisse dicitur. Primi captivi a prorussicis separatistis liberati sunt 2014.09.07In der Ostukraine wird der am Freitag geschlossene Waffenstillstand nicht vollständig eingehalten; indes hatten sich die Präsidenten Poroschenko und Putin in einem Telephongespräch am Samstag zufrieden gezeigt. Man nahm Schießereien und Explosionen wahr. Das Rote Kreuz ließ mitteilen, dass humanitäre Hilfe nicht möglich sei. Bei Mariupol konnte man Artilleriebeschuss und etliche Explosionen hören und sehen. Ein Kontrollposten soll beschossen worden sein und zurückgeschossen haben. Die ersten Gefangenen wurden von den prorussischen Rebellen freigegeben.
2014.09.18 Huius diei quaestiunculae: Utrum Scoti sibi eligent, aut independentiam aut societatem cum Britannis? - Fierine potest, ut copiae pedestres Americanorum in Iraquia in acie navent operam? - Estne timendum, ne in Australia ab Islamisticis militantibus incolae temere et fortuito decollentur? - Recipietne Petro Poroshenko Vashingtoniam proficiscens id subsidium, quod ad Russicam aggressionem (quemadmodum dicit) repellendam flagitat? - Succedentne Americanorum consilia propriorum veciculorum spatialium intra hos tres annos construendorum? - Satin subsidii societas feret mundana, ut Ebola febris in civitatibus Africae Occidentalis reprimatur? Num prudenter agunt Americani, cum moderatos in Syria rebelles armis adversus IS-militantes subornent? 2014.09.18Kurze Fragen zum heutigen Tag: Was werden die Schotten wählen, Unabhängigkeit oder Gemeinschaft mit den Briten? - Ist es möglich, dass amerikanische Bodentruppen im Irak mitkämpfen? - Wird Petro Poroschenko mit seiner Reise nach Washington die Unterstützung erhalten, die er zur Abwehr der russischen Aggression (wie er sagt) dringend wünscht? - Werden die Pläne der Amerikaner innerhalb der nächsten drei Jahre eigene Raumschiffe zu bauen, von Erfolg gekrönt sein? - Wird die Weltgemeinschaft genug Hilfe leisten, um die Ebola in den westafrikanischen Staaten einzudämmen? - Handeln die Amerikaner klug, wenn sie die gemäßigten Rebellen in Syrien gegen die IS-Kämpfer bewaffnen?
2014.09.29 Sergius Lavrov, Russicus administer ab rebus exteris, in emissione televisifica Russos dixit paratos esse ad bellum sanctionibus gestum restinguendum atque ad relationes cum Americanis de integro restituendas, quamvis earum deteriorationem praestare non deberent. At Michail Kasianov, pristinus Russicus administer primarius, qui hodie Vladimiro Putin opponit, Occidentem, ut sanctiones retineret, adhortatus est: Fieri posse, ut oeconomia Russica his sanctionibus demersa corrueret, quod minus populo Russico quam regimini ipsi detrimento fieret. 2014.09.29Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte in einer Fernsehsendung, die Russen seien bereit, den Krieg der Sanktionen zu beenden und die Beziehungen zu den Amerikanern ganz neu wieder aufzubauen, obgleich sie deren Verschlechterung nicht zu verantworten hätten. Aber der frühere russische Ministerpräsident Michail Kasjanow, der jetzt gegen Wladimir Putin opponiert, forderte den Westen auf, die Sanktionen beizubehalten: Es sei möglich, dass die russische Wirtschaft aufgrund dieser Sanktionen zusammenbreche, was weniger der russischen Öffentlichkeit als allein der Regierung schaden würde.
2014.10.02 Ioannes Stoltenberg, Norvegianus quinquaginta quinque annorum, in munere secretarii Natonis generalis successit Danico Anders Fogh Rasmussen. Sibi munus dixit obvenire difficile in difficli tempore. Se sperare Russos in rebus Ucrainicis non in sua sententia perstaturos. Natonem confrontationem nullam affectare cum Russis, sed cooperationem constructivam neque tamen ei licere manus dare, siquidem de rationibus societatis atque de eis principiis ageretur, a quibus securitas Europae et Americae Septentrionalis dependeret. Foederatos plus pecuniae in armis comparandis collocare iussit. Vires et politicae et militares Natonis esse retinendas. 2014.10.02Der 55-jährige Norweger Jens Stoltenberg folgte dem Dänen Anders Fogh Rasmussen im Amt des Generalsekretrs der Vereinten Nationen. Er sagte, er trete ein schwieriges Amt in schwierigen Zeiten an. Er hoffe, dass die Russen, was die Ukraine angehe, nicht auf ihrem Standpunkt beharren. Die Nato suche keine Konfrontation mit Russland an, sondern konstruktive Zusammenarbeit, aber es sei ihr nicht möglich, da nachzugeben, wo es um die Prinzipien der Allianz und um die der Sicherheit in Europa und Nordamerika gehe. Er forderte die Mitgliedsländer auf, mehr Geld in die Beschaffung von Waffen zu investieren. Die politische und militärische Stärke der Nato müsse aufrecht erhalten werden.
[Cic.nat.1,9,1] Hortata etiam est, ut me ad haec conferrem, animi aegritudo fortunae magna et gravi commota iniuria; cuius si maiorem aliquam levationem reperire potuissem, non ad hanc potissimum confugissem. Cic.nat.1,9,1Überdies trieb mich auch ein tiefer Seelenschmerz, veranlasst durch große und schwere Schläge des Schicksals, mich der Philosophie in die Arme zu werfen: ein Zufluchtsort, den ich nicht aufgesucht hätte, wäre es mir möglich gewesen, eine kräftigere Erleichterung aufzufinden.
[Cic.off.1,34,4] Nam cum sint duo genera decertandi, unum per disceptationem, alterum per vim, cumque illud proprium sit hominis, hoc beluarum, confugiendum est ad posterius, si uti non licet superiore. Cic.off.1,34,4Denn da es zwei Arten gibt, einen Streit zu beenden, entweder durch Erörterung oder durch gewaltsame Mittel, und da jenes dem Menschen, dieses den Tieren eigen ist, darf man zu Letzterem nur dann seine Zuflucht nehmen, wenn das Erstere nicht möglich ist.
Itemque magis est secundum naturam, pro omnibus gentibus, si fieri possit, conservandis aut iuvandis, maximos labores molestiasque suscipere imitantem Herculem illum, quem hominum fama beneficiorum memor in concilio caelestium conlocavit quam vivere in solitudine non modo sine ullis molestiis sed etiam in maximis voluptatibus, abundantem omnibus copiis, ut excellas etiam pulchritudine et viribus. Cic.off.3,25,1Ebenso wäre es der Natur gemäßer, nach dem Beispiel des Herakles, den die Sage im Andenken an seine Verdienste unter die Götter versetzt hat, zur Erhaltung und Unterstützung der Menschheit, wenn es möglich wäre, die größten Strapazen und Mühen auf sich nehmen, als in der Einsamkeit, nicht nur ohne jede Beschwerde, sondern sogar im höchsten Genuss zu leben und dazu noch Reichtum, Schönheit und Kräfte in vollstem Maß zu besitzen.
Atque hoc loco philosophi quidam minime mali illi quidem, sed non satis acuti, fictam et commenticiam fabulam prolatam dicunt a Platone, quasi vero ille aut factum id esse aut fieri potuisse defendat. Cic.off.3,39,1In diesem Zusammenhang bemerken einige ganz gute, aber eben nicht sehr scharfsinnige Philosophen, die Erzählung sei nur von Platon erdichtet und ausgeschmückt; als ob Platon behauptete, sie sei wahr oder auch nur möglich.
Haec est vis huius anuli et huius exempli: si nemo sciturus, nemo ne suspicaturus quidem sit, cum aliquid divitiarum, potentiae, dominationis, libidinis causa feceris, si id diis hominibusque futurum sit semper ignotum, sisne facturus? Negant id fieri posse. Cic.off.3,39,2Der Sinn dieses Ringes und dieser Erzählung ist doch: wenn es keiner erfährt, keiner auch nur vermutet, wenn du des Reichtums, der Macht, der Herrschaft, des Genusses wegen etwas Schlechtes tust, wenn es Göttern und Menschen ewig unbekannt bliebe, wirst du es tun? – Sie behaupten, der Fall sei nicht möglich.
Quamquam potest id quidem, sed quaero, quod negant posse, id si posset, quidnam facerent. Cic.off.3,39,3Doch, er ist möglich; jedoch frage ich nur, was sie denn tun würden, wenn, was sie für unmöglich erklären, möglich wäre.
mox reducto ad Amisiam exercitu legiones classe, ut advexerat, reportat; pars equitum litore Oceani petere Rhenum iussa; Caecina, qui suum militem ducebat, monitus, quamquam notis itineribus regrederetur, pontes longos quam maturrime superare. Tac.ann.1,63,3.Sofort führte er das (gesamte) Heer an die Ems und von da seine (vier) Legionen zu Schiff, wie er sie hergebracht hatte, zurück. Einen Teil der Reiterei ließ er am Meeresstrand hin zum Rhein ziehen; Caecina, der sein eigenes Heer führte, erhielt die Anweisung, obwohl sein Rückmarsch über bekannte Gegenden ging, er solle sobald als möglich über die langen Brücken zu kommen suchen.
genitus Vulsiniis patre Seio Strabone equite Romano, et prima iuventa Gaium Caesarem, divi Augusti nepotem, sectatus, non sine rumore Apicio diviti et prodigo stuprum veno dedisse, mox Tiberium variis artibus devinxit adeo, ut obscurum adversum alios sibi uni incautum intectumque efficeret, non tam sollertia (quippe isdem artibus victus est) quam deum ira in rem Romanam, cuius pari exitio viguit ceciditque. Tac.ann.4,1,2.Geboren zu Vulsinii, Sohn des römischen Ritters Seius Strabo, und in früher Jugend schon im Gefolge des Gaius Caesar, des Enkels des verewigten Augustus befindlich, nicht frei von der Nachrede, dass er sich dem reichen Verschwender Apicius preisgegeben habe, fesselte er später den Tiberius durch mancherlei Künste, so dass der, der für jedermann verschlossen war, gegen ihn allein Vorsicht und Zurückhaltung ablegte; möglich wurde dies nicht sowohl durch den Reichtun seines Geistes an Mitteln und Wegen - er ließ durch die gleichen Künste sich zu Fall bringen - als durch die Ungnade der Götter gegen Rom, für das sein Glück und sein Sturz gleich verderblich wurde.
nam Seianus ubi videt mortem Drusi inultam interfectoribus, sine maerore publico esse, ferox scelerum et, quia prima provenerant, volutare secum, quonam modo Germanici liberos perverteret, quorum non dubia successio. neque spargi venenum in tres poterat, egregia custodum fide et pudicitia Agrippinae impenetrabili. Tac.ann.4,12,2.Denn sobald Seianus sieht, dass des Drusus Tod an den Mördern ungerächt bleibt und das Volk keine Trauer zeigt, fängt er in zügellosem Hang zu Verbrechen, weil die erste Tat gut ausgegangen war, an, bei sich zu überlegen, wie er die Kinder des Germanicus, denen unzweifelhat die Nachfolge zukam, zu Fall bringe. Dreien mit Gift beizukommen war bei der ausgezeichneten Verlässlichkeit ihrer Hüter und bei Agrippinas unbesiegbarer Keuschheit nicht möglich.
sane paucos ad suprema principis dies posse vitari: quem ad modum evasurum imminentis iuventam? an, cum Tiberius post tantam rerum experientiam vi dominationis convulsus et mutatus sit, G. Caesarem vix finita pueritia, ignarum omnium aut pessimis innutritum, meliora capessiturum Macrone duce, qui ut deterior ad opprimendum Seianum delectus plura per scelera rem publicam conflictavisset? prospectare iam se acrius servitium eoque fugere simul acta et instantia. Tac.ann.6,48,2.Wohl wäre es möglich, durch diese letzten paar Tage des Fürsten sich hindurchzuwinden; wie aber der Jugend dessen entrinnen, der vor der Tür stehe? Wenn Tiberius bei seiner reichen Erfahrung durch den überwältigenden Reiz der Willkürherrschaft aus dem Geleise gerissen und ein ganz anderer geworden sei, wie solle ein Gaius Caesar, kaum über das Knabenalter hinaus, unwissend in allem oder in der Schule des Lasters geschult, den besseren Weg betreten - an der Hand eines Macro, der, weil schlimmer als Seianus, zu dessen Sturz erkoren, durch noch mehr Verbrechen das Gemeinwesen zerrüttet habe? Schon sehe er eine noch stärkere Knechtschaft herannahen und wolle darum dem Erlittenen und Bevorstehenden zugleich entfliehen.
[Cic.Tusc.1,16] Iam istuc quidem nihil negotii est, sed ego maiora molior. Quo modo hoc nihil negotii est? aut quae sunt tandem ista maiora? Quia, quoniam post mortem mali nihil est, ne mors quidem est malum, cui proxumum tempus est post mortem, in quo mali nihil esse concedis: ita ne moriendum quidem esse malum est; id est enim perveniendum esse ad id, quod non esse malum confitemur. Uberius ista, quaeso. haec enim spinosiora, prius ut confitear me cogunt quam ut adsentiar. sed quae sunt ea, quae dicis te maiora moliri? Ut doceam, si possim, non modo malum non esse, sed bonum etiam esse mortem. Non postulo id quidem, aveo tamen audire. ut enim non efficias quod vis, tamen, mors ut malum non sit, efficies. sed nihil te interpellabo; continentem orationem audire malo. Cic.Tusc.1,16Nun denn! Das hat keine Schwierigkeiten mehr. Aber ich strebe nach noch Höherem. – Wie, hat dies keine Schwierigkeit? Oder was ist doch jenes Höhere? – Da es nach dem Tod kein Übel gibt, so ist auch der Tod kein Übel; denn unmittelbar an ihn schließt sich ja die Zeit nach dem Tod an, in der es eingestandenermaßen kein Übel gibt; also ist auch das Sterbenmüssen kein Übel; denn d.h., dahin kommen müssen, wo es, wie wir einig sind, kein Übel gibt. – Etwas ausführlicher, wenn ich bitten darf.. Denn diese spitzfindige Kürze zwingt mich eher zum Verständnis als zur Überzeugung. Aber was ist denn das, was du von deinem Streben nach Höherem sprichst? – Ich möchte wo möglich zeigen, dass der Tod nicht nur kein Übel, sondern dass er sogar ein gut ist. – Das verlange ich gerade nicht; doch wünsche es zu gehören. Denn gesetzt du erreichtest deinen Zweck nicht, so beweist du doch, dass der Tod kein Übel ist. Aber ich will dich nicht unterbrechen; ich möchte lieber eine zusammenhängende Rede hören. –
[Cic.Tusc.1,23] Harum sententiarum quae vera sit, deus aliqui viderit; quae veri simillima, magna quaestio est. utrum igitur inter has sententias diiudicare malumus an ad propositum redire? Cuperem equidem utrumque, si posset, sed est difficile confundere. quare si, ut ista non disserantur, liberari mortis metu possumus, id agamus; sin id non potest nisi hac quaestione animorum explicata, nunc, si videtur, hoc, illud alias. Quod malle te intellego, id puto esse commodius; efficiet enim ratio ut, quaecumque vera sit earum sententiarum quas eui, mors aut malum non sit aut sit bonum potius. Cic.Tusc.1,23Welche nun von jenen Ansichten wahr ist, mag ein Gott wissen; welche die wahrscheinlichste ist, ist eine große Frage. Wollen wir also lieber zwischen jenen Ansichten entscheiden oder zu unserem Gegenstand zurückkehren? – Ich wünschte, wo möglich, beides; aber die Verbindung ist schwierig. Können wir daher auch ohne Verhandlungen über jenen Punkt von der Furcht des Todes befreit werden, so lass uns hierbei stehen bleiben; ist aber dies unmöglich ohne vorangegangene Entwicklung der Untersuchung über das Wesen der Seele, so nehmen wir jetzt, wenn die es gefällt, dieses vor jenes ein andermal. – Was du, wie ich sehe, vorziehst, halte ich auch für passender. Denn unsere Schlussreihe wird es dartun, dass, welchen der aufgeführten Ansichten immer die wahre sei, der Tod entweder kein Übel ist oder sogar ein Gut.
Nec vero umquam ne ingemescit quidem vir fortis ac sapiens, nisi forte ut se intendat ad firmitatem, ut in stadio cursores exclamant, quam maxime possunt. Cic.Tusc.2,56,1Übrigens wird der tapfere und weise Mann auch nie seufzen, es sei denn, um sich dadurch zur Festigkeit anzuspannen, gleich wie in der Rennbahn die Läufer so laut als möglich aufschreien.
Sed cetera alias; nunc aegritudinem, si possumus, depellamus. Cic.Tusc.3,25,4Doch das übrige ein andermal; jetzt wollen wir, wenn möglich, den Kummer vertreiben.
Sed est, isdem de rebus quod dici possit subtilius, si prius Epicuri sententiam viderimus. Cic.Tusc.3,32,1Doch über denselben Gegenstand ist ein schärferes Urteil möglich, wenn wir zuvor Epikurs Ansicht betrachtet haben.
Ut enim id non potest, sic animus perturbatus et incitatus nec cohibere se potest nec, quo loco vult, insistere. Cic.Tusc.4,41,2Denn so wenig dies möglich ist, so wenig kann auch die leidenschaftlich verwirrte und erregte Seele an sich halten und, wo sie will, stillstehen;
Haec tamen ita disputant, ut resecanda esse fateantur, evelli penitus dicant nec posse nec opus esse et in omnibus fere rebus mediocritatem esse optumam existiment. Cic.Tusc.4,46,4Dies diskutieren sie jedoch so, dass sie die Notwendigkeit zugeben, die Leidenschaften zu beschneiden, aber leugnen, es sei möglich oder zweckmäßig, sie ganz auszurotten; sie glauben, bei fast allem sei die Mitte das Beste.
Is vero, quod credibile vix esset, cum in philosophia multo etiam magis adsidue quam antea versaretur et cum fidibus Pythagoreorum more uteretur cumque ei libri noctes et dies legerentur, quibus in studiis oculis non egebat, tum, quod sine oculis fieri posse vix videtur, geometriae munus tuebatur verbis praecipiens discentibus, unde quo quamque lineam scriberent. Cic.Tusc.5,113,2Dieser Mann beschäftigte sich – kaum glaublich! – mit der Philosophie noch weit emsiger sogar als zuvor; er betrieb nach Art der Pythagoreer die Musik; er ließ sich Tag und Nacht Bücher vorlesen; Beschäftigungen – wobei er der Augen nicht bedurfte; aber noch mehr – was ohne Augen kaum möglich scheint, der Geometrie widmete er sich fortdauernd, indem er durch seine Worte die Lernenden anleitete, von wo, wohin und welche Linie sie zeichnen sollten.
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