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HISTORIA APOLLONII REGIS TYRI

Cap.1-51

 
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HISTORIA APOLLONII REGIS TYRI
41
DIE GESCHICHTE DES KÖNIGS APOLLONIUS VON TYRUS
41

Tarsia

41 His carminibus coepit modulata voce canere:

"Per sordes gradior, sed sordis conscia non sum,
Sicut rosa in spinis nescit compungi mucrone.
Piratae me rapuerunt gladio ferientes iniquo
Lenoni nunc vendita numquam violavi pudorem.
Ni fletus et lucti et lacrimae de amissis inessent,
Nulla me melior, pater si nosset, ubi essem.
Regio sum genere et stirpe propagata piorum,
Sed contemptum habeo et iubeor adeoque laetari!
Fige modum lacrimis, curas resolve dolorum,
Redde oculos caelo et animum ad sidera tolle!
Aderit ille deus creator omnium et auctor;
Non sinit hos fletus casso dolore relinqui!"

Ad haec verba levavit caput Apollonius et vidit puellam, et ingemuit et ait: "O me miserum! Quamdiu contra pietatem luctor?" Erigens se ergo adsedit et ait ad eam: "Ago prudentiae et nobilitati tuae maximas gratias; consolationi tuae hanc vicem rependo, ut merito, quandoque si laetari mihi licuerit, te regni mei viribus relevem; et sic forsitan, ut dicis te regiis natalibus ortam, tuis te parentibus repraesento. Nunc ergo accipe aureos ducentos et ac si in lucem produxeris me, gaude. Vade; et rogo, ulterius non me appelles: recentem enim mihi renovasti dolorem."

Et acceptis ducentis aureis abscessit de illo loco. Et ait ad eam Athenagora: "Quo vadis, Tarsia? Sine effectu laborasti? Num potuimus facere misericordiam et subvenire homini interficienti se?" Et ait ad eum Tarsia: "Omnia, quaecumque potui, feci, sed datis mihi CC aureis rogavit, ut abscederem, asserens renovato luctus dolore cruciari."

Et ait ad eam Athenagora: "Ego tibi modo CCCC aureos dabo, tantum descende ad eum; refunde ei hos CC, quos tibi dedit; provoca eum ad lumen exire dicens ei: "Ego non pecuniam, salutem tuam quaero."

Et descendens Tarsia ad eum ait: "Iam si in hoc squalore permanere definisti, pro eo quod pecunia ingenti me honorasti, permitte me tecum in his tenebris miscere sermonem. Si enim parabolarum mearum nodos absolveris, vadem; sin aliter, refundam tibi pecuniam, quam mihi dedisti, et abscedam."

At ille ne videretur pecuniam recipere, simul et cupiens a prudenti puella audire sermonem ait: "Licet in malis meis nulla mihi cura suppetit nisi flendi et lugendi, tamen, ut hortamento laetitiae caream, dic quod interrogatura es et abscede. Deprecor, ut fletibus meis spatium tribuas."

41. Und solches liegt begann sie mit sanggeübter Stimme vorzutragen:

"Muss ich in Schmutz auch wandeln, so wahre ich doch meine Reinheit,
So wie die Rose in Dornen vom spitzigen Dorn nicht berührt wird.
Räuber entrissen dem Schwert mich, dass wider mein Leben gezückt war;
Bin nun verkuppelt dem arg lohnlüsternen (Leoninus).
Doch ich vergabb mir noch nichts: es müsste denn Jammer und Trauer
Und das Geträne um meine verlorenen Eltern zu herb sein.
Könnte mein Vater mich finden: ich stünde erhaben wie keine:
Bin von Königsgeschlecht, aus züchtigem Stamme entsprossen,
aber erniedrigt jetzt, und ich soll noch andere trösten.
Gib deine Tränen dahin und löse die kümmernden Sorgen,
richte die Augen zum Himmel und heb das Gemüt zu den Sternen.
Beistehn wird dir der Gott, der alles erschuf und hervorrief
Nicht in vergeblichem Schmerz wird fürder er weinen dich lassen."

Nach solcher Wortweise erhob Apollonius sein Haupt und sah das Mädchen. Er erseufzte und sprach: "O ich unglücklicher! Wie lange suche ich gegen die Freundlichkeit anzukämpfen?" Er richtete sich also auf, setzte sich zu ihr hin und sprach: " Ich erstatte deiner Kunst und deiner edlen Art den größten Dank; und für deine Tröstung vergelte ich dir so, wofern ich noch jemals froh werden soll, dass ich dier dann in meiner Herrschermacht erquicklichere Tage schaffe, deren du wert bist; und vielleicht stelle ich dich dann, weil du sagst, du seist von königlichem Stamm, noch deinen Eltern dar. Nimm nun hier zweihundert Goldgulden und sei frohen Herzens, wie wenn du mich zum Licht geleitet hättest. Gehe jetzt und lass dich bitten, dass du mir nicht weiter zuredest; denn neuen Schmerz hast du in mir angefacht." Sie nahm die zweihundert Goldgulden und verließ den Ort. Und Athenagora sprach zu ihr: "Wohin, Tarsia? Deine Mühe war also umsonst? Und wir konnten kein Gehör finden und dem Mann nicht helfen, der den Tod will?" Tarsia erwiderte: "Ich habe alles getan, was ich vermochte; aber er gab mir zweihundert Goldgulden und bat mich (fortzugehen), da er, wie er sagte, von erneutem schmerzlichen Leid zerquält wurde." Athenagora aber sagte zu ihr: "Ich gebe dir auf der Stelle 400 Goldgulden: nur gehe wieder zu ihm hinab; gib ihm die zweihundert zurück, die er dir geschenkt hat, bestimme ihn, ans Licht zu kommen und sage ihm: 'Nicht dein Geld will ich, sondern deiner Rettung.'"
Tarsia ging wieder zu ihm hinunter und sprach: "Wenn du nun doch in Trauer und körperlicher Unpflege zu verbleiben gedenkst, so erlaube mir wenigstens, dass ich für das viele Geld, womit du mich beschenkt hast, hier im Dunkeln Worte mit dir tausche. Wenn du meiner Rätselfragen lösen wirst, werde ich gehen; andernfalls werde ich dir das Geld zurückerstatten, das du mir gegeben hast, und mich entfernen." Um nun nicht das Geld wieder nehmen zu müssen und zudem gerne geneigt, von dem verständigen Mädchen unterhaltende Worte zu hören, sprach er: "Wiewohl mir in meinem Leid an nichts gelegen sein sollte als an Weinen und Trauern, so magst du, dass ich des Zuspruchs der Freunde fernerhin ledig werde, was du vorhast, fragen und dann fortgehen. Um das eine aber bitte ich dich, dass du meinen Tränen nicht wehrst."

Text nach der Ausgabe von Gareth Schmeling, Übersetzung nach R.Peters. Bearbeitet v. E.Gottwein
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Aufgabenvorschläge:
 
Sententiae excerptae:
w34
Literatur:

4 Funde
3561  Bömer, F.
Tityrus und sein Gott
in: WJb N.F.4,1949/50, 61-70
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4108  Peters, Richard
Die Geschichte des Königs Apollonius von Tyrus, der Lieblingsroman des Mittelalters. Eingeleitet und nach der ältesten lateinischen Textform zum erstenmal übersetzt von Richard Peters
Berlin, Leipzig (J.Hegner) o.J. (ca. 1904)
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4109  Schmeling, Gareth
Historia Apollonii regis Tyri, edidit G.Schmeling
Leipzig (Teubner) 1988
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4110  Weymann, G.
Nodus Virginitatis
in: Rh.Mus.64,1909, S. 156-157
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