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| Belege des Suchbegriffs aus ausgewählten Texten (vollständig: Caes.Gall., Cic.Arch., Cic.S.Rosc., Cic.Lael.) |
| Erant omnino itinera duo, quibus itineribus domo exire possent: unum per Sequanos, angustum et difficile, inter montem Iuram et flumen Rhodanum, vix qua singuli carri ducerentur, mons autem altissimus impendebat, ut facile perpauci prohibere possent; Caes.Gall.1,6,1 | Es gab im ganzen zwei Wege, auf denen die Helvetier von zu Hause wegziehen konnten. Der eine ging durch das Land der Sequaner, zwischen dem Juragebirge und der Rhône, ein enger und beschwerlicher Pass, auf dem kaum einzelne Wagen fahren konnten, während das sehr hohe Gebirge darüber schwebte und ganz wenig Leute imstand waren, den Durchgang zu verwehren. |
| alterum per provinciam nostram, multo facilius atque expeditius, propterea quod inter fines Helvetiorum et Allobrogum, qui nuper pacati erant, Rhodanus fluit isque nonnullis locis vado transitur. Caes.Gall.1,6,2 | Der andere Weg ging durch die Römische Provinz in Gallien und war viel leichter und bequemer, weil zwischen dem Gebiet der Helvetier und der Allobroger, die sich kurz zuvor der römischen Oberherrschaft gefügt hatten, die Rhône fließt, über die man an einigen Stellen zu Fuß geht. |
| hic primum ortus est a tribunis militum, praefectis reliquisque, qui ex urbe amicitiae causa Caesarem secuti non magnum in re militari usum habebant. Caes.Gall.1,39,2 | Diese Furcht ging zuerst von den Kriegstribunen, von sonstigen Offizieren und von anderen aus, die aus Verehrung für Cäsar mit ihm ins Feld gezogen waren und nun als unerfahrene Neulinge im Kriegswesen laut über die große Gefahr jammerten. |
| hibernis Labienum praeposuit, ipse in citeriorem Galliam ad conventus agendos profectus est. Caes.Gall.1,54,3 | Den Oberbefehl über das Winterlager gab er Labienus; er selbst ging nach dem diesseitigen Gallien, um Gerichtssitzungen abzuhalten. |
| in eo flumine pons erat. ibi praesidium ponit et in altera parte fluminis Q. Titurium Sabinum legatum cum sex cohortibus relinquit; castra in altitudinem pedum XII vallo fossaque duodeviginti pedum muniri iubet. Caes.Gall.2,5,6 | Über jenen Fluss ging eine Brücke; vor diese legte er eine Besatzung; auf der anderen Seite des Flusses ließ er den Legaten Quintus Titurius Sabinus mit sechs Kohorten zurück. Um das Lager selbst wurde ein zwölf Fuß hoher Wall und ein achtzehn Fuß tiefer Graben gezogen. |
| cotidie tamen equestribus proeliis, quid hostis virtute posset et quid nostri auderent, periclitabatur. Caes.Gall.2,8,2 | doch suchte er dadurch, dass er den Feind in täglichen Reitertreffen beunruhigte, sich zu überzeugen, was die Tapferkeit der Feinde vermöchte und wie weit der Mut seiner Leute ging. |
| Certior factus ab Titurio omnem equitatum et levis armaturae Numidas, funditores sagittariosque pontem traducit atque ad eos contendit. acriter in eo loco pugnatum est. Caes.Gall.2,10,1 | Cäsar wurde von Titurius benachrichtigt, führte die ganze Reiterei und die leichtbewaffneten Numider mit den Schleuderern und Bogenschützen über die Brücke und ging auf den Feind los. Hier kam es zu einem hitzigen Gefecht: |
| Caesar ab decimae legionis cohortatione ad dextrum cornu profectus, ubi suos urgeri signisque in unum locum conlatis duodecimae legionis confertos milites sibi ipsos ad pugnam esse impedimento vidit, quartae cohortis omnibus centurionibus occisis signiferoque interfecto signo amisso, reliquarum cohortium omnibus fere centurionibus aut vulneratis aut occisis, in his primipilo P. Sextio Baculo fortissimo viro multis gravibusque vulneribus confecto, ut iam se sustinere non posset, reliquos esse tardiores et nunnullos ab novissimis desertos proelio excedere ac tela vitare, hostes neque a fronte ex inferiore loco subeuntes intermittere et ab utroque latere instare et rem esse in angusto vidit neque ullum esse subsidium, quod submitti posset: Caes.Gall.2,25,1 | Kaum hatte Cäsar die zehnte Legion zur Tapferkeit aufgefordert, als er sich auf den rechten Flügel begab. Hier sah er, dass es seinen Leuten schlimm ging und dass sich die Soldaten der zwölften Legion durch die Zusammenballung der einzelnen Abteilungen selbst im Gefecht behinderten. Bereits alle Hauptleute der vierten Kohorte waren mitsamt dem Fahnenträger gefallen, das Feldzeichen verloren und auch fast sämtliche Hauptleute der übrigen Kohorten verwundet oder umgekommen; unter ihnen hatte der erste Hauptmann Publius Sextius Baculus, ein sehr tapferer Mann, viele schwere Wunden erhalten und war so entkräftet, dass er sich bereits nicht mehr aufrecht halten konnte. So verloren auch die übrigen den Mut; manche in den hintersten Reihen verließen geradezu den Kampfplatz und suchten den Geschossen zu entgehen, während die Feinde nicht abließen, gegen die vordere Seite des römischen Lagers den Hügel herauf vorzudringen und auf beiden Seiten anzugreifen. Kurz, Cäsar sah, dass die Lage seiner Leute höchst gefährlich und dabei keine Unterstützung verfügbar war. |
| Cum in Italiam proficisceretur Caesar, Ser. Galbam cum legione XII. et parte equitatus in Nantuatis, Veragros Sedunosque misit, qui a finibus Allobrogum et lacu Lemanno et flumine Rhodano ad summas Alpes pertinent. Caes.Gall.3,1,1 | Als Cäsar nach Italien ging, schickte er Servius Galba mit der zwölften Legion und einem Teil der Reiterei in das Gebiet der Nantuaten, Veragrer und Sedunen, das sich von der Landschaft der Allobroger, dem Genfer See und der Rhône bis zu den Höhen der Alpen erstreckt. |
| huic mandat, Remos reliquosque Belgas adeat atque in officio contineat Germanosque, qui auxilio a Gallis arcessiti dicebantur, si per vim navibus flumen transire conentur, prohibeat. Caes.Gall.3,11,2 | und gab ihm den Auftrag, sich mit den Remern und den übrigen Belgern in Verbindung zu setzen, um sie so bei Gehorsam zu halten. Wenn die Germanen, die, wie das Gerücht ging, von den Belgern zu Hilfe gerufen worden waren, mit Gewalt über den Strom setzen wollten, so solle er ihnen entgegentreten. |
| Exigua parte aestatis reliqua Caesar, etsi in his locis, quod omnis Gallia ad septentriones vergit, maturae sunt hiemes, tamen in Britanniam proficisci contendit, quod omnibus fere Gallicis bellis hostibus nostris inde subministrata auxilia intellegebat Caes.Gall.4,20,1 | Obwohl der Sommer zu Ende ging und in ganz Gallien, das nördlich liegt, der Winter früh anfängt, schickte sich Cäsar dennoch zu einem Zug nach Britannien an, weil er wusste, dass die Gallier in allen Kriegen mit den Römern in der Regel von dieser Insel Unterstützung erhalten hatten. |
| accepta oratione eorum Caesar obsides imperat eosque ad certam diem adduci iubet; nisi ita fecerint, sese bello civitatem persecuturum demonstrat. iis ad diem adductis, ut imperaverat, arbitros inter civitates dat, qui litem aestiment poenamque constituant. Caes.Gall.5,1,8 | Cäsar ging auf ihren Antrag ein und verlangte Geiseln von ihnen, die sie an einem bestimmten Tag stellen sollten; im Fall, dass sie dies verabsäumten, werde er die Feindseligkeiten gegen sie beginnen. Man führte ihm diese Geiseln auf den Tag, wie er befohlen hatte, zu; nun stellte er, um den Schaden zu schätzen und die Wiedergutmachung zu bestimmen,. Schiedsrichter unter den Städten Illyriens auf. |
| ac sic accidit, uti ex tanto navium numero tot navigationibus neque hoc neque superiore anno ulla omnino navis, quae milites portaret, desideraretur, Caes.Gall.5,23,3 | Dies gelang ihm so gut, dass von so vielen Schiffen, ungeachtet so vieler Fahrten, weder in diesem noch im vorigen Jahr auch nur eines verloren ging, auf dem sich Soldaten befanden, |
| has ille iaculo inligatas effert et Gallus inter Gallos sine ulla suspicione versatus ad Caesarem pervenit. ab eo de periculis Ciceronis legionisque cognoscitur. Caes.Gall.5,45,4 | Der Sklave band den Brief in einen Speer, machte sich auf, ging als Gallier ohne Verdacht mitten durch die Belagerer und kam glücklich zu Cäsar, der durch ihn von der Gefahr erfuhr, in der Cicero mit der Legionen schwebte. |
| Cognito eius adventu Acco, qui princeps eius consilii fuerat, iubet in oppida multitudinem convenire. conantibus, priusquam id effici posset, adesse Romanos nuntiatur. Caes.Gall.6,4,1 | Bei der Nachricht von seiner Ankunft befahl das Haupt der ganzen Empörung, Acco, die Bevölkerung solle sich in die festen Plätze begeben; doch während man dies zu bewerkstelligen suchte, ging, noch ehe man fertig werden konnte, die Nachricht vom Eintreffen der Römer ein. |
| tum conlaudatis Carnutibus, dato iure iurando ab omnibus qui aderant, tempore eius rei constituto a concilio disceditur. Caes.Gall.7,2,3 | Allgemein wurden jetzt die Carnuten gepriesen, ihnen dieser Eid von allen geleistet und der Zeitpunkt des Aufstandes bestimmt; dann ging man auseinander. |
| Uno die intermisso Galli atque hoc spatio magno cratium scalarum harpagonum numero effecto media nocte silentio ex castris egressi ad campestres munitiones accedunt. Caes.Gall.7,81,1 | Am übernächsten Tag ging das gallische Entsatzheer, das sich indessen eine Menge Faschinen, Leitern und Mauerhaken gemacht hatte, um Mitternacht still aus seinem Lager und näherte sich Cäsars Linie in der Ebene. |
| quos utinam qui legent scire possint, quam invitus susceperim scribendos, quo facilius caream stultitiae atque arrogantiae crimine, qui me mediis interposuerim Caesaris scriptis. Hirt. ad Balbum 3 | Möchten doch auch meine Leser eine Vorstellung davon haben, wie ungern ich an diese Arbeit ging; ich würde dann desto leichter gesichert sein gegen die Beschuldigung der Torheit und der Anmaßung, als ob ich mich mitten zwischen Cäsars eigene Schriften eingedrängt hätte. |
| quae res etsi mediocre detrimentum iumentorum ac servorum nostris adferebat, tamen stultas cogitationes incitabat barbarorum, atque eo magis quod Commius, quem profectum ad auxilia Germanorum arcessenda docui, cum equitibus venerat. qui tametsi numero non amplius erant quingenti, tamen Germanorum adventu barbari inflabantur. Caes.Gall.8,10,4 | So unbedeutend der damit verbundene Verlust an Tieren und Soldaten für die Römer war, ebenso sehr nahm der törichte Stolz des Feindes zu; besonders da Commius, der bekanntlich (vgl. 8,7) ging, um germanische Hilfsscharen anzuwerben, bereits mit einer Truppe Reiter zurückgekommen war. Es belief sich ihre Zahl und zwar nicht über 500; dennoch wurden bei ihrem Erscheinen die Gallier zuversichtlicher. |
| Caesar etsi discessum hostium animadvertere non poterat incendiis oppositis, tamen id consilium cum fugae causa initum suspicaretur, legiones promovet, turmas mittit ad insequendum; ipse veritus insidias, ne forte in eodem loco subsistere hostis atque elicere nostros in locum conaretur iniquum, tardius procedit. Caes.Gall.8,16,1 | Obgleich schon Cäsar ihren Abzug nicht sehen konnte, weil die Flamme im Weg stand, vermutete er doch, dass das Ganze nur geschehe, um ihre Flucht zu fördern. Die Legionen mussten deshalb vorrücken und die Reiterei den Feind verfolgen. Doch ging er mit dem Fußvolk nur langsam vorwärts, aus Furcht, es möchte der Feind vielleicht doch stehen bleiben und die Römer nur an einen ungünstigen Punkt locken wollen. |
| flumen infimam vallem dividebat, quae totum paene montem cingebat, in quo positum erat praeruptum undique oppidum Uxellodunum. Caes.Gall.8,40,2 | Durch ein Tal, das fast um den ganzen Berg lief, auf dem steil die Festung Uxellodunum lag, ging tief unten ein Fluss. |
| oppressi Carnutes hiemis difficultate, terrore periculi, cum tectis expulsi nullo loco diutius consistere auderent nec silvarum praesidio tempestatibus durissimis tegi possent, dispersi magna parte amissa suorum dissipantur in finitimas civitates. Caes.Gall.8,5,4 | Der harte Winter, der Schrecken vor der Gefahr überwältigte die Carnuten, die, aus ihren Wohnsitzen vertrieben, nirgends längere Zeit zu verweilen wagten und bei dem heftigen Unwetter auch in ihren Wäldern keinen Schutz finden konnten. So ging der größte Teil von ihnen zu Grunde und der Rest zerstreute sich dahin und dorthin zu den Nachbarn. |
| cum liberis omnis multitudo obviam procedebat, hostiae omnibus locis immolabantur, tricliniis stratis fora templaque occupabantur, ut vel spectatissimi triumphi laetitia praecipi posset. tanta erat magnificentia apud opulentiores, cupiditas apud humiliores. Caes.Gall.8,51,3 | Die ganze Bevölkerung, Jung und Alt, ging ihm überall entgegen, allenthalben opferte man, die öffentlichen Plätze und Tempel waren mit prächtigen Polsterlagern besetzt; er konnte einen Vorgeschmack von der Wonne selbst des gefeiertesten Triumphes haben. So bedeutend war der Prachtaufwand der Vermögenden und die Begeisterung des Volkes. |
| His copiis coactis ad Bellovacos proficiscitur castrisque in eorum finibus positis equitum turmas dimittit in omnes partes ad aliquos excipiendos, ex quibus hostium consilia cognosceret. Caes.Gall.8,7,1 | Mit diesen vereinigten Streitkräften ging es nun gegen die Bellovaker, bei denen Cäsar ein festes Lage bezog, während seine Reitergeschwader nach allen Seiten hin streifen und Gefangene machen mussten, durch die man die Pläne des Feindes zu erfahren hoffte. |
| Dum haec Romae geruntur, C. Manlius ex suo numero legatos ad Marcium Regem mittit cum mandatis huiusce modi: Sall.Cat.32,3 | Während dies zu Rom vor sich ging, schickte Gaius Manlius aus der Zahl seiner Leute Gesandte mit Mitteilungen folgender Art zu Quintus Marcius: |
| at Catoni studium modestiae, decoris, sed maxume severitatis erat; Sall.Cat.54,5 | Dagegen ging Catos Bemühen auf Einfachheit und Ehrbarkeit, aber vor allem auf Tugendstrenge. |
| Quam ob rem cum illo quidem, ut supra dixi, actum optime est, mecum incommodius, quem fuerat aequius, ut prius introieram, sic prius exire de vita. Cic.Lael.15.a | Deshalb ist es ihm, wie gesagt, ganz wohl ergangen; mir ging es nicht so gut, und es wäre billiger gewesen, dass ich, der ich früher ins Leben trat, dieses auch früher verlassen hätte. |
| Ea res acta est, cum hora sexta vix Pompeius perorasset, usque ad horam VIII., cum omnia maledicta, versus denique obscoenissimi in Clodium et Clodiam dicerentur. Cic.ad Q.fr.2,3,2,4 | So ging es, da Pompeius kaum um die sechste Stunde fertig geworden war, fort bis um die achte Stunde, wobei alle möglichen Verwünschungen, ja die zotenhaftesten Verse über Clodius und die Clodia ihm zugerufen wurden. |
| Ac nos quoque tum fugimus, ne quid in turba. Senatus vocatus in curiam; Pompeius domum. Cic.ad Q.fr.2,3,2,7 | Da ging auch ich davon, damit mir nicht im Getümmel etwas geschehe. Der Senat wurde in die Kurie berufen. Pompeius ging nach Hause. |
| postea quam victoria constituta est ab armisque recessimus, cum proscriberentur homines atque ex omni regione caperentur ei, qui adversarii fuisse putabantur, erat ille Romae frequens atque in foro et in ore omnium cotidie versabatur, magis ut exsultare victoria nobilitatis videretur, quam timere, ne quid ex ea calamitatis sibi accideret. Cic.S.Rosc.16.c | Nachdem der Sieg entschieden war und wir die Waffen niedergelegt hatten, als Leute geächtet und in allen Gegenden diejenigen, die für feindlich gesinnt galten, festgenommen wurden, hielt jener sich oft in Rom auf und ging täglich auf dem Forum vor aller Augen umher, so dass er eher über den Sieg des Adels zu frohlocken schien, als zu fürchten, dass dieser für ihn nachteilige Folgen haben könnte. |
| Dum praesidia ulla fuerunt, in Sullae praesidiis fuit; postea quam ab armis omnes recesserunt, in summo otio rediens a cena Romae occisus est. Cic.S.Rosc.126.b | Solange es irgendwelche Heere gab, war er in Sullas Heer. Nachdem später alle die Waffen niedergelegt hatten, wurde er, als er im tiefsten Frieden von der Mahlzeit nach Hause ging, ermordet. |
| sin autem id actum est et idcirco arma sumpta sunt, ut homines postremi pecuniis alienis locupletarentur et in fortunas unius cuiusque impetum facerent, et id non modo re prohibere non licet, sed ne verbis quidem vituperare, tum vero in isto bello non recreatus neque restitutus sed subactus oppressusque populus Romanus est. Cic.S.Rosc.137.d | Wenn es aber darum ging und man dafür zu den Waffen griff, dass die allerniedrigsten Leute sich mit fremdem Geld bereichern und über das Vermögen eines beliebig anderen herfallen konnten; wenn es nicht nur nicht erlaubt sein sollte, jene durch die Tat daran zu hindern, sondern nicht einmal, sie mit Worten zu tadeln, dann fürwahr hat das römische Volk durch jenen Krieg seinen Zustand nicht verbessert: es ist nicht wieder hergestellt, sondern unterjocht und unterdrückt worden. |
| nimirum, iudices, pro hac nobilitate pars maxima civitatis in armis fuit; haec acta res est, ut ei nobiles restituerentur in civitatem, qui hoc facerent, quod facere Messalam videtis, qui caput innocentis defenderent, qui iniuriae resisterent, qui, quantum possent, in salute alterius quam in exitio mallent ostendere; Cic.S.Rosc.149.d | Denn für diesen Adel, ihr Richter, war der größte Teil der Bürger unter den Waffen; Darum ging es, dass diejenigen Edlen ihre bürgerlichen Rechte wieder erhielten, die das tun, wie ihr jetzt den Messala tun seht: die das Leben eines Unschuldigen verteidigen, die sich dem Unrecht widersetzen, die ihre Macht lieber durch die Rettung als durch den Untergang eines anderen zeigen wollen. |
| Postera lux oritur multo gratissima; namque Hor.sat.1,5,39. | Morgens darauf ging uns bei weitem der herrlichste Tag auf, |
| Lusum it Maecenas, dormitum ego Vergiliusque; Hor.sat.1,5,48. | Spielen nun ging Maecen, ich selbst und Virgilius schlafen; |
| Tendimus hinc recta Beneventum, ubi sedulus hospes Hor.sat.1,5,71. | Nach Benevent ging grade die Fahrt, wo der eifrige Wirt fast |
| Cederet, introrsum turpis: num Laelius aut qui Hor.sat.2,1,65. | Jeglicher ging, inwendig ein Schalk. Hat Laelius, hat sich, |
| 2014.01.26 Genavae duae Syriacae partes infestatae heri primum in uno et eodem oeco altera in alterius conspectu exadversum sedebant. Sed non inter se colloquebantur, sed per Lakhdar Brahimi mediatorem. Actum est, num et quomodo popularibus in Syria remanentibus et egentibus humanitarium subsidium praestari posset. 2014.01.26 | In Genf saßen sich gestern die beiden verfeindeten syrischen Parteien zum ersten Mal in ein und demselben Raum gegenüber. Aber sie sprachen nicht miteinander, sondern über Lakhdar Brahimi als Mittelsmann. Es ging darum, ob und wie man der in Syrien verbliebenen notleidenden Bevölkerung humanitäre Hilfe leisten könne. |
| 2014.06.19 Hispania eodem ictu temporis duobus de causis omnium animos ad se convertit: prima: media nocte regnum Hispaniae exigua manu concelebratorum praesenti a Ioanne Carolo I. Patre in Philippum filium translatum est. Altera: Ingenti spectatorum frequentia manus pedilusorum Hispanicorum, adhuc campiones mundi, a Chilensibus nullo ad duos ictu devicta certamina campionatus iam post prolusionem praemature relinquere debet. 2014.06.19 | Spanien zieht im selben Augenblick aus zwei Gründen die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich: der erste: um Mitternacht ging die spanische Krone in Gegenwart nur weniger Gäste vom Vater Juan Carlos I. Auf den Sohn Felipe über. Der zweite: Vor zahlreicher Zuschauermenge wurde die spanische Fußballmannschaft, der bisherige Weltmeister von den Chilenen mit null zu zwei Toren besiegt und muss schon nach der Vorrunde frühzeitig aus den Meisterschftskämpfen ausscheiden. |
| 2014.06.28 Hodie ante centum annos, d. 28° m. Iun. a. 1914°, impetus mortiferus in Franciscum Ferdinandum, successorem regni Austriacum, Seraii in gradibus curiae (Vijecnica) a Gabriele Princip factus primum bellum mundanum excivit. Uno mense praeterito Austrohungaria Serbis bellum indixit. Confoederationibus tunc temporis cogentibus etiam Germani, Francogalli, Britanni, Russi ad arma proficiscebantur. Quinto anno post, cum Germania et Austria cladem accepissent, bellum d. 11° m. Nov. a. 1918° finem habuit. Adhuc Gabrielem Princip alii terroristam condemnant, alii propugnatorem libertatis venerantur. 2014.06.28 | Heute vor hundert Jahren, am 28. Juni 1914, verübte Gavrilo Princip auf den Stufen der Vijecnica in Sarajevo das tödliche Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand, das zum Ersten Weltkrieg führte. Nach einem Monat erklärte Österreich-Ungarn Serbien den Krieg. Unter dem Zwang der damaligen Bündnisse traten auch Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Russland in den Krieg ein. Erst nachdem Deutschland und Österreich geschlagen waren, ging vier Jahre später am 11. November 1918 der Krieg zu Ende. Bis heute verurteilen die einen Gavrilo Princip als Terroristen, während andere ihn als Freiheitskämpfer verehren. |
| 2014.08.02 Ignistitium septuaginta duarum horarum in Veneris diem inter Israelitas et Palaestinenses compositum non diutius paucis horis conservatum est. Cum Israelitae cuniculum tectum deleturi essent, militantes Palestinensium impetu suicidali facto militem quendam Israeliticum, Hadar Goldin nomine, abripuerunt. Qua ex re mutua telorum iaculatio restituta est. Oraganizatio Hamas se non iam rationem habere cum militantibus neque se scire, ubi miles abreptus esset neque se eum iam interemptum esse recusare posse, in medium protulit. 2014.08.02 | Die zweiundsiebigstündige Feuerpause, die für Freitag zwischen Israelis und Palästinensern vereinbart war, hat nur wenige Stunden gehalten. Als die Israelis ein Tunnel zerstören wollten, entführten palästinensiche Kampfer nach einem Selbstmordanschlag einen israelischen Soldaten namens Hadar Goldin. Unmittelbar danach ging der gegenseitige Beschuss weiter. Die Hamas ließ verlautbaren, sie habe keinen Kontakt mehr mit ihren Kämpfern, wisse auch nicht, wo der entführte Soldat sei und könne nicht ausschließen, dass et bereits tot sei. |
| 2014.12.15 Lu.d. Mundanus conventus climaticus, qui per duas hebdomadas Limae, in capite Peruviae, locum habuit, duobus fere diebus prolongatus minimo, quod cogitari potuit, compromisso finem habuit. Controverisae inter terras industriales et terras oeconomice nondum adultas compositae non sunt. Centum nonaginta quinque civitates legationes ad conventum miserant. Quae inter omnes optanda esse convenit, in triginta septem paginis conscripta anno proximo exeunte Parisiis deliberabuntur. Ibi decernenda erunt, quae ex anno MCMXX (1920) valebunt et litteris Kyotone decretis subibunt. 2014.12.15 | Die Welt-Klimakonferenz, die zwei Wochen lang in der peruanischen Hauptstadt Lima stattfand, ging nach einer Verlängerung von fast zwei Tagen mit dem denkbar kleinsten Kompromiss zu Ende. Die Streitigkeiten zwischen den Industire- und Entwicklungsstaaten konnten nicht beigelegt werden. 195 Staaten hatten Verteter zur Konferenz geschickt. Das Wünschenswerte, auf das sich alle einigen konnten, wurde auf 37 Seiten zusammengefasst und wird Ende nächsten Jahres in Paris beraten. Dort muss entschieden werden, was ab 1920 gilt und das Kyoto-Protokoll ablöst. |
| [4,33,3] Rex olim beatus affatu sanctae vaticinationis accepto pigens tristisque retro domum pergit suaeque coniugi praecepta sortis enodat infaustae. maeretur, fletur, lamentatur diebus plusculis. sed dirae sortis iam urget taeter effectus. (Apul.met.4,33,3) Apul.met.4,33,3 | [4,33,3] Der einst glückliche König vernahm die Weissagung und ging voll Verdruss und Trauer nach Hause zurück. Er erklärt seiner Gattin die Weisungen der Unglücksweisagung: Man trauert, wein und jammert mehrere Tage. Aber schon drängt die widerwärtige Erfüllung des grausamen Spruches. |
| [5,4,3] Haec diutino tempore sic agebantur. atque ut est natura redditum, novitas per assiduam consuetudinem delectationem ei commendarat et sonus vocis incertae solitudinis erat solacium. (Apul.met.5,4,3) Apul.met.5,4,3 | [5,4,3] Dies ging lange Zeit so. Und wie es ganz natürlich ist: Das Neue wird durch anhaltende Gewöhnung zur Freude und der Klang der vagen Stimme zum Trost in der Einsamkeit. |
| [5,5,4] Se nunc maxime prorsus perisse iterans, quae beati carceris custodia septa et humanae conversationis colloquio viduata nec sororibus quidem suis de se maerentibus opem salutarem ferre ac ne videre eas quidem omnino posset. nec lavacro nec cibo nec ulla denique refectione recreata flens ubertim decessit ad somnum. (Apul.met.5,5,4) Apul.met.5,5,4 | [5,5,4] Jetzt erst sei sie vollständig tot, widerholt sie ständig; in ihrem Glückskerker eingesperrt und menschlicher Unterhaltung beraubt, könne sie weder ihre Schwestern, die um sie trauerten, in ihrem Leid trösten, noch überhaupt sie sehen. Ohne sich durch ein Bad, oder Speise oder sonst wie zu erfrischen ging sie unter einem Strom von Tränen zu Bett. |
| [Cic.off.1,36,5] Sed cum amore pugnandi in exercitu remansisset, Cato ad Popilium scripsit, ut, si eum patitur in exercitu remanere, secundo eum obliget militiae sacramento, quia priore amisso iure cum hostibus pugnare non poterat.]] Adeo summa erat observatio in bello movendo. Cic.off.1,36,5 | Als er aus Lust weiterzukämpfen, beim Heer zurückblieb, schrieb Cato an Popilius: er solle seinen Sohn, wenn er ihm zu bleiben gestatte, durch einen zweiten Fahneneid in Pflicht nehmen; da er aus seinem früheren Eid entlassen wäre, sei er nicht mehr befugt, mit dem Feind zu kämpfen. So genau beachtete man alles, wenn es darum ging, einen Krieg zu beginnen. |
| [Cic.off.1,38,3] Ut enim cum cive aliter contendimus, si est inimicus, aliter si competitor (cum altero certamen honoris et dignitatis est, cum altero capitis et famae) sic cum Celtiberis, cum Cimbris bellum ut cum inimicis gerebatur, uter esset, non uter imperaret, cum Latinis, Sabinis, Samnitibus, Poenis, Pyrrho de imperio dimicabatur. Cic.off.1,38,3 | Denn wie wir uns mit einem Mitbürger anders auseinandersetzen, wenn er Feind, anders wenn er Mitbewerber ist (mit dem einen gilt es den Kampf um Ehrenstellen und Würden, mit dem anderen um Leben und guten Namen), so wurde in den Kriegen mit dem Keltiberen und Kimbern ein erbitterter Feind bekämpft, wobei es ums Überleben, nicht um die Herrschaft einer der beiden Parteien ging; mit den Latinern dagegen, den Sabinern, den Samniten, den Karthagern und Pyrrhus kämpfte man um die Oberherrschaft. |
| [Cic.off.1,40,2] Cum enim permissu Hannibalis exisset e castris, rediit paulo post, quod se oblitum nescio quid diceret; deinde egressus e castris iure iurando se solutum putabat, et erat verbis, re non erat. Cic.off.1,40,2 | Als sich dieser nämlich mit Hannibals Erlaubnis aus dem Lager entfernt hatte, kehrte er gleich darauf dorthin zurück, weil er, ich weiß nicht was, vergessen hätte. Dann ging er abermals aus dem Lager und glaubte, so seinen Eid los zu sein. Er war es auch dem Wort, aber nicht der Sache nach. |
| Urbem Romam a principio reges habuere; libertatem et consulatum L. Brutus instituit. dictaturae ad tempus sumebantur; neque decemviralis potestas ultra biennium, neque tribunorum militum consulare ius diu valuit. non Cinnae, non Sullae longa dominatio; et Pompei Crassique potentia cito in Caesarem, Lepidi atque Antonii arma in Augustum cessere, qui cuncta discordiis civilibus fessa nomine principis sub imperium accepit. Tac.ann.1,1,1. | Die Stadt Rom stand am Anfang unter der Herrschaft von Königen. Die Freiheit und das Konsulat begründete Lucius Brutus. Zur Diktatur griff man nur vorübergehend. Die Zehnmännerherrschaft hielt sich nicht über zwei Jahre, auch die konsularische Macht der Kriegstribunen war nicht lange in Kraft. Weder Cinnas noch Sullas Herrschaft war von Dauer, und schnell ging des Pompeius und Crassus Macht an Caesar, des Lepidus und Antonius Waffengewalt an Augustus über, der jetzt alles zusammen - müde, wie es war von den Bürgerzwisten - mit dem Namen Princeps unter seine Herrschaft bekam. |
| dabat et famae, ut vocatus electusque potius a re publica videretur quam per uxorium ambitum et senili adoptione inrepsisse. postea cognitum est ad introspiciendas etiam procerum voluntates inductam dubitationem: nam verba vultus in crimen detorquens recondebat. Tac.ann.1,7,7. | Auch ging es ihm um seinen Ruf: Man sollte lieber sagen, er sein vom Staat berufen und auserwählt, als er habe sich durch Weiberränke und eines alten Mannes Adoption eingeschlichen. Später überzeugte man sich, dass er sich auch deswegen so unentschlossen gab, um Einblick in die geheimen Absichten der Vornehmen zu nehmen; still bei sich bewahrte er Worte und Mienen, und durch seine Deutung wurden Verbrechen daraus. |
| Versae inde ad Tiberium preces. et ille varie diserebat de magnitudine imperii sua modestia. solam divi Augusti mentem tantae molis capacem: se in partem curarum ab illo vocatum experiendo didicisse quam arduum, quam subiectum fortunae regendi cuncta onus. proinde in civitate tot inlustribus viris subnixa non ad unum omnia deferrent: plures facilius munia rei publicae sociatis laboribus exsecuturos. plus in oratione tali dignitatis quam fidei erat; Tac.ann.1,11,1. | Hierauf ging es mit Bitten an Tiberius, der sofort mancherlei über die Größe des Reiches und seine bescheidenen Ansprüche sprach: Nur der Geist des vergöttlichten Augustus sei einer solchen Aufgabe gewachsen gewesen. Er habe, von ihm zur Teilnahme an der Regierung berufen, aus Erfahrung gelernt, wie schwer die Last sei, wie sehr dem Glück unterworfen, alles allein zu leiten. Sie sollten daher in einem Gemeinwesen, das sich auf so viele erlauchte Männer stütze, nicht alles einem übertragen! Eine größere Zahl würde mit vereinten Kräften leichter mit den öffentlichen Aufgaben fertig werden. In solcher Rede lag mehr Würde als Glaubwürdigkeit. |
| etiam Q. Haterius et Mamercus Scaurus suspicacem animum perstrinxere, Haterius cum dixis set 'quo usque patieris, Caesar, non adesse caput rei publicae?' Scaurus quia dixerat spem esse ex eo non inritas fore senatus preces quod relationi consulum iure tribuniciae potestatis non intercessisset. in Haterium statim invectus est; Scaurum, cui inplacabilius irascebatur, silentio tramisit. Tac.ann.1,13,4. | Auch Quintus Haterius und Mamercus Scaurus streiften verletzend das argwöhnische Gemüt, Haterius durch das Wort: "Wie lange noch, Caesar, wirst du den Staat ohne Haupt lassen?" Scaurus mit der Äußerung, es sei zu hoffen, dass sie Bitten des Senats nicht vergeblich blieben, weil er gegen den Vortrag der Konsuln mit seiner tribunizischen Amtsgewalt keinen Einspruch erhoben habe. Gegen Haterius ging er sogleich vor; den Scaurus, dem er unversöhnlicher grollte, überging er mit Stillschweigen. |
| sed quibus Silius moderabatur, mente ambigua fortunam seditionis alienae speculabantur: inferioris exercitus miles in rabiem prolapsus est, orto ab unetvicesimanis quintanisque initio et tractis prima quoque ac vicesima legionibus: nam isdem aestivis in finibus Ubiorum habebantur per otium aut levia munia. Tac.ann.1,31,3. | Die Truppen unter Silius lauerten noch unentschlossen auf den Erfolg fremder Meuterei; bei den Soldaten des unteren Heeres ging es unaufhaltsam zur Raserei. Den Anfang machten die einundzwanzigste und die fünfte Legion. Diese zogen die erste und die zwanzigste nach sich. Sie standen nämlich alle in einem Sommerlager an den Grenzen der Ubier, teils ganz müßig, teils leicht beschäftigt. |
| tunc a veneratione Augusti orsus flexit ad victorias triumphosque Tiberii, praecipuis laudibus celebrans, quae apud Germanias illis cum legionibus pulcherrima fecisset. Italiae inde consensum, Galliarum fidem extollit; nil usquam turbidum aut discors. silentio haec vel murmure modico audita sunt. Tac.ann.1,34,4. | Jetzt begann er mit dem Preis des Augustus, ging darauf über zu den Siegen und Triumphen des Tiberius, mit besonderem Lob dafür, was dieser gerade mit diesen Legionen in Germanien Herrliches getan habe. Dann rühmte er Italiens Eintracht, Galliens Treue; nirgends sei Störung der Ordnung oder Misshelligkeit. Soweit hörten sie ihn schweigend oder mit gedämpftem Murren an. |
| sequitur ardorem militum Caesar iunctoque ponte tramittit duodecim milia e legionibus, sex et viginti socias cohortis, octo equitum alas, quarum ea seditione intemerata modestia fuit. Tac.ann.1,49,4. | Germanicus ging auf den Feuereifer der Soldaten ein, ließ eine Brücke schlagen und führte 12.000 Mann von den Legionen, 26 Kohorten Bundesgenossen und acht Geschwader Reiterei, die sich in diesem Aufruhr untadelhaft zurückgehalten hatten, über den Rhein. |
| ludos Augustalis tunc primum coeptos turbavit discordia ex certamine histrionum. indulserat ei ludicro Augustus, dum Maecenati obtemperat effuso in amorem Bathylli; neque ipse abhorrebat talibus studiis et civile rebatur misceri voluptatibus vulgi. alia Tiberio morum via: sed populum per tot annos molliter habitum nondum audebat ad duriora vertere. Tac.ann.1,54,2. | Die damals das erste Mal gefeierten augustalischen Spiele störte ein durch Eifersucht der Schauspieler entstandener Streit. Augustus hatte diese Art von Lustbarkeit begünstigt, um dem Maecenas zu Willen zu sein, der in Bathyllus ganz verliebt war, und er fand auch selbst Geschmack an solchen Kunstbestrebungen, indem er Bürgersinn darzulegen glaubte, wenn er an den Vergnügungen des Volkes teilnahm. In andere Richtung ging der Sinn des Tiberius; aber er wagte noch nicht, ein so viele Jahre hindurch mild behandeltes Volk auf rauere Wege zu führen. |
| Bructeros sua urentis expedita cum manu L. Stertinius missu Germanici fudit; interque caedem et praedam repperit undevicesimae legionis aquilam cum Varo amissam. ductum inde agmen ad ultimos Bructerorum, quantumque Amisiam et Lupiam amnis inter, vastatum, haud procul Teutoburgiensi saltu, in quo reliquiae Vari legionumque insepultae dicebantur. Tac.ann.1,60,3. | Im Auftrag des Germanicus zerstreute Lucius Stertinius mit leichter Truppe die Brukterer, die ihre Wohngebiete abfackelten. Unter Morden und Beutemachen fand er den Adler der neunzehnten Legion, der mit Varus verloren gegangen war. In einem Zug ging das Heer von da bis zu der entlegensten Grenze der Brukterer; alles Land zwischen Ems und Lippe wurde verwüstet, nicht fern vom Teutoburger Wald, in dem, wie man sagte, die Überreste des Varus und der Legionen unbestattet lagen. |
| mox reducto ad Amisiam exercitu legiones classe, ut advexerat, reportat; pars equitum litore Oceani petere Rhenum iussa; Caecina, qui suum militem ducebat, monitus, quamquam notis itineribus regrederetur, pontes longos quam maturrime superare. Tac.ann.1,63,3. | Sofort führte er das (gesamte) Heer an die Ems und von da seine (vier) Legionen zu Schiff, wie er sie hergebracht hatte, zurück. Einen Teil der Reiterei ließ er am Meeresstrand hin zum Rhein ziehen; Caecina, der sein eigenes Heer führte, erhielt die Anweisung, obwohl sein Rückmarsch über bekannte Gegenden ging, er solle sobald als möglich über die langen Brücken zu kommen suchen. |
| Nocte coepta egressus augurali per occulta et vigilibus ignara, comite uno, contectus umeros ferina pelle, adit castrorum vias, adsistit tabernaculis fruiturque fama sui, cum hic nobilitatem ducis, decorem alius, plurimi patientiam, comitatem, per seria per iocos eundem animum laudibus ferrent reddendamque gratiam in acie faterentur, simul perfidos et ruptores pacis ultioni et gloriae mactandos. Tac.ann.2,13,1. | Nach Anbruch der Nacht trat er aus dem Feldherrnzelt ins Freie und ging auf geheimen, den Wachen unbekannten Pfaden mit nur einem Begleiter, ein Tierfell um die Schultern geschlungen, in die Lagergassen, stellte sich an die Zelte und freute sich an seinem Lob, hörte, wie der eine den Adel des Feldherrn, seine ansprechende Erscheinung ein anderer, die meisten aber seine Geduld, seine Umgänglichkeit, seine in Scherz und Ernst gleiche Wesensart rühmten, wobei sie bekannten, vor dem Feind müsse man es ihm danken, müsse zugleich die Abtrünnigen, die Friedensbrecher der Rache und dem Ruhm opfern. |
| Nec minor Germanis animus, sed genere pugnae et armorum superabantur, cum ingens multitudo artis locis praelongas hastas non protenderet, non colligeret, neque adsultibus et velocitate corporum uteretur, coacta stabile ad proelium; contra miles, cui scutum pectori adpressum et insidens capulo manus, latos barbarorum artus, nuda ora foderet viamque strage hostium aperiret, inprompto iam Arminio ob continua pericula, sive illum recens acceptum vulnus tardaverat. quin et Inguiomerum, tota volitantem acie, fortuna magis quam virtus deserebat. Tac.ann.2,21,1. | Die Germanen hatten nicht weniger Mut. Allein die Art des Kampfes und der Bewaffnung machte sie unterlegen, weil die große Menge in den beengenden Räumen ihre übermäßig langen Spieße weder vor-, noch zurückbewegen, auch keinen Anlauf nehmen konnte, um ihre Beweglichkeit zur Geltung zu bringen; so waren sie ganz zum stehenden Kampf gezwungen. Der Römer dagegen presste den Schild an die Brust und legte seine Hand auf den Schwertgriff, hieb auf die breiten Gliedmaßen der Barbaren, auf ihre ungeschützten Köpfe los und brach sich Bahn, indem er Feind auf Feind vor sich niederstreckte. Arminius erschien diesmal weniger im Vordergrund, weil es bei ihm atemlos von Gefahr zu Gefahr ging oder weil die kürzlich erhaltene Wunde ihn hinderte. Auch den Inguiomerus, der die ganze Schlachtlinie hin- und herflog, verließ mehr das Glück als die Tapferkeit. |
| quibus paulum aegreque vitatis, postquam mutabat aestus eodemque, quo ventus, ferebat, non adhaerere ancoris, non exhaurire inrumpentis undas poterant: equi, iumenta, sarcinae, etiam arma praecipitantur, quo levarentur alvei manantes per latera et fluctu superurgente. Tac.ann.2,23,4. | Wenn Sie diesen mit Mühe und Not ausgewichen waren und allmählich die Brandung umschlug und in die gleiche Richtung wie der Wind ging, so wollte kein Anker halten, und das eindringende Wasser konnten sie nicht mehr ausschöpfen. Pferde, Zugtiere, Gepäck, auch Waffen wurden über Bord geworfen, um die Schiffe, in die durch die Seiten Wasser einströmte, und von oben die Wellen hereinschlugen, zu erleichtern. |
| Proximo senatus die multa in luxum civitatis dicta a Q. Haterio consulari, Octavio Frontone praetura functo; decretumque, ne vasa auro solida ministrandis cibis fierent, ne vestis serica viros foedaret. excessit Fronto ac postulavit modum argento, supellectili, familiae: erat quippe adhuc frequens senatoribus, si quid e re publica crederent, loco sententiae promere. Tac.ann.2,33,1. | In der folgenden Senatssitzung wurde von dem Konsular Quintus Haterius und dem früheren Prätor Octavius Fronto vieles gegen den Luxus unter der Bürgerschaft vorgebracht und darauf beschlossen, es solle kein Speisegeschirr von gediegenen Gold verfertigt werden und die Männer sollten sich nicht durch Kleider aus chinesischer Seide entehren. Über den Antrag hinaus ging Fronto mit der Forderung, sich auch im Silbergeschirr, im Hausgerät, in der Dienerschaft zu beschränken. Es war nämlich damals bei den Senatoren noch häufig geübter Brauch, bei ihrer Abstimmung vorzubringen, wovon sie glaubten, es diene dem Gemeinwesen. |
| hinc ventum Athenas, foederique sociae et vetustae urbis datum, ut uno lictore uteretur. excepere Graeci quaesitissimis honoribus vetera suorum facta dictaque praeferentes, quo plus dignationis adulatio haberet. Tac.ann.2,53,3. | Von hier ging die Reise nach Athen, wo er sich aus Rücksicht auf das Bündnis mit der alten und befreundeten Stadt nur eines Liktors bediente. Die Griechen empfingen ihn mit den ausgesuchtesten Ehrungen, wobei sie ihm Wort und Werk ihrer Vorfahren zu Gehör brachten, um dadurch ihren Huldigungen noch größere Würde zu verleihen. |
| Petita inde Euboea tramisit Lesbum, ubi Agrippina novissimo partu Iuliam edidit. tum extrema Asiae Perinthumque ac Byzantium, Thraecias urbes, mox Propontidis angustias et os Ponticum intrat, cupidine veteres locos et fama celebratos noscendi; pariterque provincias internis certaminibus aut magistratuum iniuriis fessas refovebat. Tac.ann.2,54,1. | Von da reiste er über Euböa hinüber nach Lesbos, wo Agrippina ihr letztes Kind, die Julia, gebar. Dann ging die Fahrt zu den äußersten Grenzen Asiens: er sah die thrakischen Perinthus und Byzantium, fuhr durch die Meerenge Propontis und die Mündung des Pontus. Es beseelte ihn der Wunsch, die alten vielberühmten Orte kennenzulernen; zugleich wollte er auch die durch innere Streitigkeiten oder durch das Fehlverhalten der Verwaltung heruntergekommenen Provinzen wieder auf die Beine stellen. |
| nec Plancina se intra decora feminis tenebat, sed exercitio equitum, decursibus cohortium interesse, in Agrippinam, in Germanicum contumelias iacere, quibusdam etiam bonorum militum ad mala obsequia promptis, quod haud invito imperatore ea fieri occultus rumor incedebat. nota haec Germanico, sed praeverti ad Armenios instantior cura fuit. Tac.ann.2,55,6. | Auch Plancina hielt sich nicht in den Schranken weiblichen Anstandes: sie wohnte den Übungen der Reiterei, den Manövern der Kohorten bei, ließ gegen Agrippina und Germanicus Schmähreden los, und schon zeigte sich selbst mancher der Besseren im Heer bereit, schlimme Befehle auszuführen, weil insgeheim die Sage ging, es geschehe nicht gegen den Willen des Imperators. Germanicus wusste dies, aber für ihn war es jetzt dringender, vor Piso nach Armenien zu kommen. |
| M. Silano L. Norbano consulibus Germanicus Aegyptum proficiscitur cognoscendae antiquitatis. sed cura provinciae praetendebatur, levavitque apertis horreis pretia frugum multaque in vulgus grata usurpavit: sine milite incedere, pedibus intectis et pari cum Graecis amictu, P. Scipionis aemulatione, quem eadem factitavisse apud Siciliam, quamvis flagrante adhuc Poenorum bello, accepimus. Tac.ann.2,59,1. | Unter den Konsuln Marcus Silanus und Lucius Norbanus (19 n. Chr.) reiste Germanicus nach Ägypten, um dessen Altertümer kennen zu lernen. Vorgeschützt aber wurden Geschäfte in der Provinz; er öffnete auch wirklich die Speicher und ließ die Getreidepreise fallen; er richtete sich überhaupt in vielen Dingen nach den Wünschen der Bevölkerung: so ging er ohne Wachen aus, in Sandalen und angezogen wie die Griechen (mit pallium). Sein Vorbild war dabei Publius Scipio, der, wie man erzählt, in Sizilien dasselbe tat, obgleich der Krieg mit den Puniern noch in vollem Gange war. |
| sane corpus ob longinquitatem itinerum externis terris quoquo modo crematum; sed tanto plura decora mox tribui par fuisse, quanto prima fors negavisset. non fratrem nisi unius diei via, non patruum saltem porta tenus obvium. ubi illa veterum instituta, propositam toro effigiem, meditata ad memoriam virtutis carmina et laudationes et lacrimas vel doloris imitamenta? Tac.ann.3,5,2. | Gewiss habe man der weiten Reise wegen den Leichnam, so gut es ging, im Ausland verbrannt; aber da ihm das Schicksal die ersten Ehren versagt habe, hätte man ihm dann desto mehr Ehren erweisen müssen; der Bruder sei ihm nicht weiter als eine Tagesreise, der Oheim nicht einmal bis ans Tor entgegengegangen. Wo da jene bekannten Anordnungen der Alten seien, das Bild auf dem Prunkbett, die Lieder zum Gedächtnis der Tugenden, die Lobreden und die Tränen, um wenigstens den Trauernden zu spielen? |
| illic eum adpropinquare supremis tali modo compertum. erat medicus arte insignis, nomine Charicles, non quidem regere valetudines principis solitus, consilii tamen copiam praebere. is velut propria ad negotia digrediens et per speciem officii manum complexus pulsum venarum attigit. Tac.ann.6,50,2. | Dass er seinem Ende entgegen ging, erfuhr man dort folgendermaßen: Es gab da einen äußerst geschickter Arzt namens Charikles, der zwar nicht sein Leibarzt war, ihm aber doch eine Fülle von Ratschlägen erteilte. Dieser ergriff, als wolle er in eigener Angelegenheit verreisen und sich von ihm verabschieden, seine Hand und fühlte ihm dabei den Puls. |
| Domuum et insularum et templorum, quae amissa sunt, numerum inire haud promptum fuerit: sed vetustissima religione, quod Servius Tullius Lunae, et magna ara fanumque, quae praesenti Herculi Arcas Euander sacraverat, aedesque Statoris Iovis vota Romulo Numaeque regia et delubrum Vestae cum penatibus populi Romani exusta; iam opes tot victoriis quaesitae et Graecarum artium decora, exin monumenta ingeniorum antiqua et incorrupta, ut quamvis in tanta resurgentis urbis pulchritudine multa seniores meminerint, quae reparari nequibant. Tac.ann.15,41,1. | Es dürfte nicht leicht sein, die Zahl der Paläste, Mietshäuser und Tempel anzugeben, die zugrunde gingen. Aber das uralte Heiligtum, das Servius Tullius der Luna, und der große Altar und der Tempel, die der Arkader Euander zur Feier der Anwesenheit des Herkules errichtet hatte, der von Romulus gelobte Tempel des Jupiter Stator, die Königsburg des Numa und der Vespatempel samt den Hausgöttern des römischen Volkes brannten ab. Ferner in so vielen Siegen errungene Kostbarkeiten, Schätze griechischer Kunst, sodann alte und unverfälschte Denkmäler genialer Köpfe, vieles ging unersetzlich verloren, so dass sich ältere Leute trotz der Pracht der wiedererstehenden Stadt daran erinnern mögen. |
| Coniuratis tamen metu proditionis permotis placitum maturare caedem apud Baias in villa Pisonis, cuius amoenitate captus Caesar crebro ventitabat balneasque et epulas inibat omissis excubiis et fortunae suae mole. sed abnuit Piso invidiam praetendens, si sacra mensae diique hospitales caede qualiscumque principis cruentarentur: melius apud urbem in illa invisa et spoliis civium extructa domo vel in publico patraturos, quod pro re publica suscepissent. Tac.ann.15,52,1. | Allein die Verschworenen wurden durch die Furcht vor Verrat zu dem Entschluss gedrängt, den Mord eiligst in Baiae in dem Landhaus des Piso auszuführen; wegen dessen anmutiger Lage kam der Kaiser öfter dorthin, ging ins Bad und schmauste, ohne Wache und die Anhängsel der Fürstenmacht. Aber Piso war dagegen, angeblich weil es gehässig wäre, wenn der geheiligte Tisch und die das Gastrecht schützenden Götter durch das Blut auch des schlimmsten Fürsten besudelt würden. Besser würden sie in der Hauptstadt, in jenem verhassten und von dem Raub seiner Mitbürger erbauten Palast oder öffentlich ausführen, was sie zum öffentlichen Wohl beschlossen hätten. |
| Fama fuit Subrium Flavum cum centurionibus occulto consilio neque tamen ignorante Seneca destinavisse, ut post occisum opera Pisonis Neronem Piso quoque interficeretur tradereturque imperium Senecae, quasi insonti claritudine virtutum ad summum fastigium delecto. quin et verba Flavi vulgabantur, non referre dedecori, si citharoedus demoveretur et tragoedus succederet, quia ut Nero cithara, ita Piso tragico ornatu canebat. Tac.ann.15,65,1. | Es ging das Gerücht, Subrius Flavus habe in geheimer Beratung mit den Centurionen, jedoch nicht ohne Mitwissen Senecas, verabredet, wenn mit Hilfe des Piso Nero ermordet wäre, so sollte auch Piso getötet und die Regierung dem Seneca übertragen werden, gleichsam als einem unbescholtenen, wegen des Glanzes seiner Tugenden zur höchsten Stellung auserkorenen Mann. Ja sogar Worte des Flavus waren in Umlauf: die Schande bliebe dieselbe, wenn ein Zitherspieler entfernt werde und ein Tragödienspieler nachfolge. Wie nämlich Nero auf der Zither spielte, so Piso im Kostüm der Tragödie. |
| Invalidum senem Titus Vinius et Cornelius Laco, alter deterrimus mortalium, alter ignavissimus, odio flagitiorum oneratum contemptu inertiae destruebant. tardum Galbae iter et cruentum, interfectis Cingonio Varrone consule designato et Petronio Turpiliano consulari: ille ut Nymphidii socius, hic ut dux Neronis, inauditi atque indefensi tamquam innocentes perierant. Tac.hist.1,6,1. | Den kraftlosen Greis richteten Titus Vinius und Cornelius Laco, der eine der verworfenste, der andere der schlaffste Mensch, indem sie auf ihn den Hass ihrer Schandtaten luden, durch das Verächtliche ihrer Untätigkeit vollends zu Grunde. Die Reise Galbas ging langsam und unter Blutvergießen vor sich; Cingonius Varro, designierter, und Petronius Turpilianus, gewesener Konsul, wurden hingerichtet; jener als Genosse des Nymphidius, dieser als Feldherr Neros; beide waren ohne Verhör und Verteidigung scheinbar unschuldig gefallen. |
| Flagrantibus iam militum animis velut faces addiderat Maevius Pudens, e proximis Tigellini. is mobilissimum quemque ingenio aut pecuniae indigum et in novas cupiditates praecipitem adliciendo eo paulatim progressus est, ut per speciem convivii, quotiens Galba apud Othonem epularetur, cohorti excubias agenti viritim centenos nummos divideret. Tac.hist.1,24,1. | Die schon entbrannte Stimmung der Soldaten hatte Maevius Pudens, einer der Vertrauten des Tigellinus, vollends in Flammen gesetzt. Dieser lockte alle an sich, die charakterlich wankelmütig oder aus Geldnot auf Umsturz versessen waren, und ging allmählich so weit, dass er, sooft Galba bei Otho speiste, der wachhabenden Kohorte unter dem Schein eines Gastgeschenks Mann für Mann hundert Sesterze austeilte. |
| Otho, causam digressus requirentibus, cum emi sibi praedia vetustate suspecta eoque prius exploranda finxisset, innixus liberto per Tiberianam domum in Velabrum, inde ad miliarium aureum sub aedem Saturni pergit. ibi tres et viginti speculatores consalutatum imperatorem ac paucitate salutantium trepidum et sellae festinanter impositum strictis mucronibus rapiunt; totidem ferme milites in itinere adgregantur, alii conscientia, plerique miraculo, pars clamore et gaudiis, pars silentio, animum ex eventu sumpturi. Tac.hist.1,27,2. | Otho gab auf die Frage, warum er weggehe, vor, er wolle ein Landhaus kaufen, das ihm wegen seines Alters verdächtig vorkomme und das er zuvor besichtigen müsse; von seinem Freigelassenen gestützt ging er durch den tiberischen Palast auf das Velabrum, von da zur goldenen Meilensäule gegen den Saturnustempel hin. Dort wurde er von dreiundzwanzig Leibwächtern als Imperator begrüßt. Über ihre geringe Zahl war er zwar betroffenen, wurde aber eilig auf einen Sessel gesetzt und mit gezückten Schwertern fortgebracht. Fast ebensoviele Soldaten gesellten sich unterwegs dazu, einige, weil sie Bescheid wussten, sehr viele aus Verwunderung; ein Teil mit lautem Freudengeschrei, ein Teil stillschweigend, um sich erst nach dem Ausgang zu entscheiden. |
| Noctu ambulabat in publico Themistocles, quod somnum capere non posset, quaerentibusque respondebat Miltiadis tropaeis se e somno suscitari. Cic.Tusc.4,44,2 | Nachts ging Themistokles in der Stadt spazieren, weil er keinen Schlaf finden konnte; er antwortete denen, die ihn fragten, das Siegesmal des Miltiades wecke in aus dem Schlaf. |
| [Cic.Tusc.1,32] Quid? illud num dubitas, quin specimen naturae capi deceat ex optima quaque natura? quae est melior igitur in hominum genere natura quam eorum, qui se natos ad homines iuvandos, tutandos, conservandos, arbitrantur? abiit ad deos Hercules: numquam abisset, nisi, cum inter homines esset, eam sibi viam munivisset. vetera iam ista et religione omnium consecrata: XV. quid in hac re publica tot tantosque viros ob rem publicam interfectos cogitasse arbitramur? iisdemne ut finibus nomen suum quibus vita terminaretur? nemo umquam sine magna spe inmortalitatis se pro patria offerret ad mortem. Cic.Tusc.1,32 | Noch mehr: Glaubst du nicht, dass das Muster eines Wesens hergenommen werden muss von den vollkommensten Gegenständen jeder Gattung? Wo findet sich nun bei Menschengeschlecht das menschliche Wesen besser als bei denjenigen, die sich zur Hilfe, zum Schutz, zur Rettung der Menschheit geboren glauben? Hin zu den Göttern ging Herakles. Nie wäre er dahin gekommen, hätte er sich nicht, solange er noch unter den Menschen war, dahin den Weg gebahnt. Doch das sind alte Beispiele und durch die Religion geheiligt. XV. Was dachten wohl in diesem unserem Staat so viele und so große Männer, die um des Staates willen sich töten ließen? Das durch dieselben Schranken ihr Name, wie ihr Leben begrenzt werde? Nie würde sich jemand ohne große Hoffnung der Unsterblichkeit fürs Vaterland dem Tod weihen. |