| nam volitare in foro, haerere in iure ac praetorum tribunalibus, iudicia privata magnarum rerum obire, in quibus saepe non de facto, sed de aequitate ac iure certetur, iactare se in causis centumviralibus, in quibus usucapionum, tutelarum, gentilitatum, agnationum, adluvionum, circumluvionum, nexorum, mancipiorum, parietum, luminum, stillicidiorum, testamentorum ruptorum aut ratorum, ceterarumque rerum innumerabilium iura versentur, cum omnino, quid suum, quid alienum, qua re denique civis aut peregrinus, servus aut liber quispiam sit, ignoret, insignis est impudentiae. Cic.de_orat.1,173. | Denn sich auf dem Forum umherzutreiben, Tag für Tag in den Gerichten und auf den Tribünen der Prätoren zu sitzen, sich gerichtlichen Untersuchungen über wichtige Privatangelegenheiten zu unterziehen, in denen oft nicht über eine Tatsache, sondern über Recht und Billigkeit gestritten wird, sich in den Rechtssachen der Centumvirn breitzumachen, in denen die Rechte in betreff der Verjährungen, Vormundschaften Geschlechts- und Blutsverwandtschaften, der Anspülungen und Umspülungen, der Schuldverpflichtungen und Eigentumserwerbungen, der Wände und Fenster, des Tropfenfalles, der Testamente und unzähliger anderer Dinge verhandelt werden, wenn man überhaupt nicht weiß, was Eigentum, was fremdes Gut, was das sei, wodurch einer Bürger oder Fremder, Sklave oder Freier ist – das zeugt von einer außerordentlichen Unverschämtheit. |
| Quid? quod item in centumvirali iudicio certatum esse accepimus, cum Romam in exsilium venisset, cui Romae exsulare ius esset, si se ad aliquem quasi patronum applicavisset, intestatoque esset mortuus, nonne in ea causa ius applicationis obscurum sane et ignotum patefactum in iudicio atque inlustratum est a patrono? Cic.de_orat.1,177. | Wie ferner folgender Fall, der, wie ich vernehme, gleichfalls vor dem Gericht der Centumvirn behandelt wurde? Ein aus seinem Vaterland Verbannter war nach Rom gekommen, wo er das Recht, als Verbannter zu leben, erhielt, wenn er sich einen römischen Bürger zum Schutzherrn gewählt hatte; darauf war er ohne Testament gestorben. Wurde nicht in dieser Verhandlung das recht dunkle und unbekannte Schutzherrnrecht von dem Anwalt vor Gericht erläutert und beleuchtet? |
| Omitto iam plura exempla causarum amplissimarum, quae sunt innumerabilia: capitis nostri saepe potest accidere ut causae versentur in iure. Etenim si C. Mancinum, nobilissimum atque optimum virum atque consularem, cum eum propter invidiam Numantini foederis pater patratus ex s. c. Numantinis dedidisset eumque illi non recepissent posteaque Mancinus domum revenisset neque in senatum introire dubitasset, P. Rutilius, M. filius, tribunus plebis, iussit educi, quod eum civem negaret esse, quia memoria sic esset proditum, quem pater suus aut populus vendidisset aut pater patratus dedidisset, ei nullum esse postliminium, Cic.de_orat.1,181. | Mehr Beispiele von höchst wichtigen Rechtsverhandlungen will ich jetzt nicht anführen, denn es gibt deren unzählige; doch erwähnen muss ich noch, dass oft Fälle vorkommen, in denen unser Leben und unsere ganze bürgerliche Wohlfahrt auf dem Recht beruht. Zum Beispiel Gaius Mancinus, ein vornehmer, sehr rechtschaffener Mann und Konsular, den der Bundespriester wegen des verhassten numantinischen Bündnisses nach einem Senatsbeschluss den Numantinern ausgeliefert hatte, war hierauf, da ihn diese nicht angenommen hatten, wieder nach Hause zurückgekommen und hatte kein Bedenken getragen, sich in die Senatsversammlung zu begeben. Der Volkstribun Publius Rutilius, des Marcus Sohn, aber ließ ihn wieder hinausführen, indem er behauptete, er sei kein Bürger; denn es sei ein auf alter Überlieferung beruhendes Herkommen, dass dem, den sein Vater oder das Volk verkauft oder der Bundespriester ausgeliefert habe, der Wiedereintritt in seine frühere Gerechtsame nicht gestattet sei. |
| Quid? de libertate, quo iudicium gravius esse nullum potest, nonne ex iure civili potest esse contentio, cum quaeritur, is, qui domini voluntate census sit, continuone, an, ubi lustrum sit conditum, liber sit? Quid? quod usu memoria patrum venit, ut paterfamilias, qui ex Hispania Romam venisset, cum uxorem praegnantem in provincia reliquisset, Romae alteram duxisset neque nuntium priori remisisset, mortuusque esset intestato et ex utraque filius natus esset, mediocrisne res in contentionem adducta est, cum quaereretur de duobus civium capitibus et de puero, qui ex posteriore natus erat, et de eius matre, quae, si iudicaretur certis quibusdam verbis, non novis nuptiis fieri cum superiore divortium, in concubinae locum duceretur? Cic.de_orat.1,183. | Wie? Wenn es die Freiheit eines Menschen gilt – und ein wichtigerer Gegenstand kann schwerlich vor die richterliche Entscheidung kommen –, muss nicht da der Streit nach dem bürgerlichen Recht geführt werden, wenn es sich fragt, ob der, welcher mit Erlaubnis seines Herrn seinen Namen bei dem Censor in die öffentliche Schätzungsliste einschreiben ließ, von Stund an seine Freiheit erlangt habe oder erst nach beendigtem Sühnopfer? Was soll ich ferner von dem Fall sagen, der sich zur Zeit unserer Väter ereignet hat? Ein Familienvater, der aus Spanien nach Rom gekommen war, hatte seine Frau in der Provinz schwanger zurückgelassen und in Rom eine andere geheiratet, ohne der ersteren einen Scheidebrief zuzuschicken; darauf war er ohne Testament verstorben, nachdem ihm jede der beiden Frauen einen Sohn geboren hatte. War es hier ein geringfügiger Gegenstand, der zum Streit Veranlassung gab, da es sich um die bürgerliche Wohlfahrt zweier Bürger handelte, des von der letzten Frau geborenen Sohnes und dessen Mutter, die, wenn das Urteil dahin ausfiel, dass die Ehescheidung von der früheren Frau durch eine gewisse Formel und nicht durch eine neue Heirat erfolge, als Beischläferin betrachtet werden musste? |
| Adhibita est igitur ars quaedam extrinsecus ex alio genere quodam, quod sibi totum philosophi adsumunt, quae rem dissolutam divulsamque conglutinaret et ratione quadam constringeret. Sit ergo in iure civili finis hic: legitimae atque usitatae in rebus causisque civium aequabilitatis conservatio.
Cic.de_orat.1,188. | Man nehme nun von außen her aus einem anderen wissenschaftlichen Gebiet, das sich die Philosophen ganz aneignen, eine gewisse Kunst zu Hilfe, um den zerstreuten und zerstückelten Stoff zusammenzufügen und planmäßig zu verbinden. Man setze also als Endzweck im bürgerlichen Recht die Erhaltung der Gleichmäßigkeit des Rechtes in den Angelegenheiten und Verhandlungen der Bürger, wie sie durch die Gesetze und die Gewohnheit bestimmt ist. |
| est enim sine dubio domus iuris consulti totius oraculum civitatis; testis est huiusce Q. Muci ianua et vestibulum, quod in eius infirmissima valetudine adfectaque iam aetate maxima cotidie frequentia civium ac summorum hominum splendore celebratur. Cic.de_orat.1,200. | Denn das Haus eines Rechtsgelehrten ist ohne Zweifel ein Orakel der ganzen Bürgerschaft; wovon unseres Quintus Mucius Tür und Vorhalle zeugt, die ungeachtet seiner sehr schwachen Gesundheit und seines schon angegriffenen Alters täglich von einer großen Menge der Bürger und der angesehensten Männer besucht wird. |
| Non enim causidicum nescio quem neque clamatorem aut rabulam hoc sermone nostro conquirimus, sed eum virum, qui primum sit eius artis antistes, cuius cum ipsa natura magnam homini facultatem daret, auctor tamen esse deus putatur, ut id ipsum, quod erat hominis proprium, non partum per nos, sed divinitus ad nos delatum videretur; deinde, qui possit non tam caduceo quam nomine oratoris ornatus incolumis vel inter hostium tela versari; tum, qui scelus fraudemque nocentis possit dicendo subicere odio civium supplicioque constringere; idemque ingeni praesidio innocentiam iudiciorum poena liberare; idemque languentem labentemque populum aut ad decus excitare aut ab errore deducere aut inflammare in improbos aut incitatum in bonos mitigare; qui denique, quemcumque in animis hominum motum res et causa postulet, eum dicendo vel excitare possit vel sedare. Cic.de_orat.1,202. | Denn nicht ist es ein alltäglicher Sachwalter und Schreier oder Rechtsschwätzer, den wir in unserem Gespräch aufsuchen, sondern ein Mann, der zuerst in der Kunst ein Meister ist, deren Erfindung, wenn auch die Natur dem Menschen dazu große Fähigkeiten verlieh, doch einem Gott zugeschrieben wird, so dass selbst das, was Eigentum des Menschen war, nicht durch uns gewonnen, sondern durch göttliche Eingebung zu uns gebracht erschien; ein Mann, der zweitens nicht so sehr durch den Heroldstab als vielmehr durch den Namen des Redners, mit dem er geschmückt ist, selbst unter den Schwertern der Feinde sich unverletzt bewegen kann; ein Mann, der ferner Tücke und Ränke des Missetäters durch die Rede dem Hass der Bürger bloßstellen und durch Strafen zügeln sowie auch durch den Schutz seines Geistes die Unschuld von der Strafe der Gerichte befreien und auch ein erschlaffendes und strauchelndes Volk entweder zum Ehrgefühl erwecken oder vom Irrtum abführen oder gegen Übeltäter entflammen oder die gereizte Stimmung desselben gegen Gute besänftigen kann; ein Mann, der endlich jede Gemütsstimmung, wie sie Zeit und Umstände erfordern, in den Menschen durch die Rede entweder hervorrufen oder stillen kann. |
| Contio, quae ex imperitissimis constat, tamen iudicare solet, quid intersit inter popularem, id est assentatorem et levem civem, et inter constantem et severum et gravem. Cic.Lael.95.b | Eine Volksversammlung, die aus den unerfahrensten Leuten besteht, weiß doch gewöhnlich wohl zu unterscheiden zwischen einem nach Volksgunst buhlenden Schmeichler und Wicht und einem festen, ernsten und ehrwürdigen Bürger. |
| spero, si quid mea spes habet auctoritatis, tibi et integritatem tuam et amorem in te civitatis et aliquid etiam misericordiam nostri praesidii laturam; sin eris ab isto periculo vacuus, ages scilicet, si quid agi posse de nobis putabis. Cic.ad Q.fr.1,3,5,2 | Hat meine Hoffnung irgend ein Gewicht, so darf ich wohl erwarten, dass deine Unbescholtenheit und die Liebe der Bürger zu dir, einigermaßen auch das Mitleid mit mir, dich dabei unterstützen werden. Bist du einmal diese Gefahr los, wirst du dich, denke ich, für mich einsetzen, wenn du meinst, dass man sich für mich einsetzen könne. |
| Sex. Roscius, pater huiusce, municeps Amerinus fuit, cum genere et nobilitate et pecunia non modo sui municipi verum etiam eius vicinitatis facile primus, tum gratia atque hospitiis florens hominum nobilissimorum. Cic.S.Rosc.15.a | Sextus Roscius, der Vater dieses Mannes hier, Bürger der Freistadt Ameria, war durch Abkunft, Ansehen, Vermögen nicht nur in seiner freien Vaterstadt, sondern auch in der dortigen Nachbarschaft wohl gewiss der erste Mann; er war aber auch durch die Gunst und Gastfreundschaft der angesehensten Männer ausgezeichnet. |
| ego haec omnia Chrysogonum fecisse dico, ut ementiretur, ut malum civem Sex.Roscium fuisse fingeret, ut eum apud adversarios occisum esse diceret, ut his de rebus a legatis Amerinorum doceri L. Sullam passus non sit. Cic.S.Rosc.127.b | Ich behaupte, dass Chrysogonus das alles so eingefädelt hat, um ein Lügengebäude zu errichten, um den Roscius fälschlich als schlechten Bürger darzustellen, um vorzugeben, er sei bei den Feinden getötet worden, um die Gesandten aus Ameria zu hindern, Sulla von dem Vorfall zu unterrichten. |
| quo in certamine perditi civis erat non se ad eos iungere, quibus incolumibus et domi dignitas et foris auctoritas retineretur. Cic.S.Rosc.136.c | In diesem Kampf wäre der ein schlechter Bürger gewesen, der sich nicht an diejenigen angeschlossen hätte, durch deren Erhaltung die Würde im Innern und das Ansehen nach außen behauptet werden konnte. |
| nimirum, iudices, pro hac nobilitate pars maxima civitatis in armis fuit; haec acta res est, ut ei nobiles restituerentur in civitatem, qui hoc facerent, quod facere Messalam videtis, qui caput innocentis defenderent, qui iniuriae resisterent, qui, quantum possent, in salute alterius quam in exitio mallent ostendere; Cic.S.Rosc.149.d | Denn für diesen Adel, ihr Richter, war der größte Teil der Bürger unter den Waffen; Darum ging es, dass diejenigen Edlen ihre bürgerlichen Rechte wieder erhielten, die das tun, wie ihr jetzt den Messala tun seht: die das Leben eines Unschuldigen verteidigen, die sich dem Unrecht widersetzen, die ihre Macht lieber durch die Rettung als durch den Untergang eines anderen zeigen wollen. |
| vestrum nemo est, quin intellegat populum Romanum, qui quondam in hostis lenissimus existimabatur, hoc tempore domestica crudelitate laborare. Cic.S.Rosc.154.b | Niemand ist unter euch, der nicht einsieht, dass das römische Volk, das ehemals den Ruhm der größten Milde gegen seine Feinde hatte, jetzt durch Grausamkeit gegen die Bürger leide. |
| hanc tollite ex civitate, iudices, hanc pati nolite diutius in hac re publica versari; quae non modo id habet in se mali, quod tot civis atrocissime sustulit, verum etiam hominibus lenissimis ademit misericordiam consuetudine incommodorum. Cic.S.Rosc.154.c | Verbannt diese Grausamkeit aus dem Staat, ihr Richter, lasst sie nicht länger in dieser Republik ihr Unwesen treiben; denn an ihr haftet nicht nur das Schlimme, dass sie so viele Bürger aufs grauenhafte hingemordet hat, sondern auch die sanftesten Menschen durch die Gewöhnung an Leiden dem Mitleid entfremdet hat. |
| [Cic.fin.1,12,1] An, partus ancillae sitne in fructu habendus, disseretur inter principes civitatis, P. Scaevolam Maniusque Manilium, ab iisque M. Brutus dissentiet -- quod et acutum genus est et ad usus civium non inutile, nosque ea scripta reliquaque eiusdem generis et legimus libenter et legemus --, haec, quae vitam omnem continent, neglegentur? Cic.Fin.1,12,1 | Die Streitfrage, ob man über das Kind einer Sklavin verfügen dürfen, darf zwischen den Ersten des Staates, einem Publius Scaevola und Manius Manilius, Gegenstand gründlicher Erörterung sein und Marcus Brutus ihrer Ansicht widersprechen – allerdings eine Streitfrage, die den Scharfsinn in Anspruch nimmt und die für den Vorteil der Bürger sehr nützlich ist; und ich lese solche und ähnliche Schriften gern und werde sie auch künftig gern lesen –; diese Schriften hingegen, die die ganze Wohlfahrt des Lebens umfassen, sollten vernachlässigt werden? |
| sin, ut dolore suo sanciret militaris imperii disciplinam exercitumque in gravissimo bello animadversionis metu contineret, saluti prospexit civium, qua intellegebat contineri suam. Cic.fin.1,35,5 | Hatte er aber die Absicht, durch seinen Schmerz die strenge Beachtung des Feldherrnbefehls zu heiligen und das Heer in dem höchst gefahrvollen Krieg durch Furcht vor Strafe im Zaum zu halten, so sorgte er für das Wohl der Bürger, in dem er auch sein eigenes begriffen sah. |
| Sic, qui promittit civis, urbem sibi curae, Hor.sat.1,6,34. | So, wenn ein Mann aussagt, dass Bürger und Stadt ihm in Obhut |
| Deicere de saxo civis aut tradere Cadmo?' Hor.sat.1,6,39. | Bürger zu stürzen vom Fels und dem Beil des Cadmus zu liefern? |
| 2014.01.19 Plebiscito in Aegypto de lineamentis novae constitutionis habito maxima pars eorum, qui votum tulerunt (98,1%) assensa est. Atqui parva pars populi (38,6%) plebiscitum participaverat. Fratres Muslimorum ad devitationem boycotianam exciverant. Attamen regimen plebiscitum successum interpretatur, quod anno 2012° Morsi praesidente minor numerus civium (32,9%) scito populi de constitutione ab islamica factione excusa adfuerat. 2014.01.19 | Bei dem Volksentscheid über den neuen Verfassungsentwurf in Ägypten hat ein sehr großer Teil (98,1%) von denen, die ihre Stimme abgegeben haben, zugestimmt. Allerdings hatte nur ein kleiner Teil der Bevölkerung (38,6%) an dem Volksentscheid teilgenommen. Die Muslimbruderschaft hatte zum Boykott aufgerufen. Dennoch wertet die Regierung den Volksentscheid als Erfolg, weil 2012 unter Präsident Mursi eine geringere Zahl Bürger (32,9%) die Volksabstimmung über die von der islamischen Partei erarbeitete Verfassung wahrgenommen hatten. |
| 2014.01.25 Praesidens Viktor Yanukovych, cum protestatoribus spem immutationum et concessionum politicarum fecisset, oppositionem rebellem dividens non omnibus persuasit. Cives tumultuari pergunt. 2014.01.25 | Dadurch dass Präsident Viktor Yanukovych den Protestierern politische Veränderungen und Konzessionen in Aussicht gestellt hatte, konnte er die aufständische Opposition zwar spalten, aber nicht alle überzeugen. Die Bürger sind weiterhin in Aufruhr. |
| 2014.02.08 Repraesentantes Unitarum Nationum indutias triduanas inter regimen Syriacum et rebellem oppositionem patraverunt, ut cives egentissimi, liberi, mulieres, senes, quorum tria milia circiter in urbe Homs intersaepti esse putantur, dimoveri possent. 2014.02.08 | Vertreter der Vereinten Nationen haben zwischen der syrischen Regierung und der aufständischen Opposition einen dreitägigen Waffenstillstand ausgehandelt, um die notleidendsten Bürger, Kinder, Frauen und Alte, von denen ungefähr 3000 in der Stadt Homs eingeschlossen sein sollen, evakuiert werden können. |
| 2014.03.05 Heri Russicus praesidens Vladimirus Putin conventum ad diurnarios edocendos exhibens primum, postquam res in summo discrimine versantur, silentium rumpens dixit se neque in Ucrainam invasisse neque bellum contra Ucrainos commovere velle, attamen ius se sibi vindicare, ut arcessitus salutem civium Russicorum tueretur. Regimen quidem Cioviae insperata et violenta rerum conversione instauratum esse, sed Victorem Yanukovych partem politicam non iam suscepturum esse dixit. Hodie mane Robertus Serry, vicarius et politicus "siphonarius" secretarii generalis Unitarum Nationum, in Crimaeam advenit, sed truculenter receptus est. Etiamnunc hodie observatores ab Organisatione Securitati Cooperationique in Europa favendis (OSZE) missi in Ucraina exspectantur. Hodie inter alios ab exteris administros etiam John Kerry et Sergei Lavrov Parisiis congredientur. Sed incertum est, an ars politica quicquam plus securitatis assequi possit. lc20140305 | Gestern hat Präsident Putin auf einer Pressekonferenz zum ersten Mal seit der Zuspitzung der Situation sein Schweigen gebrochen. Er sei nicht in die Ukraine einmarschiert und wolle keinen Krieg gegen die Ukrainer führen, behalte sich aber das Recht vor, wenn er zu Hilfe gerufen werde, das Leben russischer Bürger zu schützen. Die Regierung in Kiew sei zwar durch einen gewaltsamen Staatsstreich an die Macht gekommen, aber Viktor Yanukovych werde keine Rolle mehr in der Politik spielen. Heute Morgen ist Robert Serry, der Stellvertreter und politische "Feuerwehrmann" des Generalsekretärs der Vereinten Nationen, auf der Krim eingetroffen, aber unfreundlich empfangen worden. Noch heute werden Beobachter der Organisation für Sicherheit und Kooperation in Europa (OSZE) in der Ukraine erwartet. Heute treffen sich unter anderen Außenministern auch John Kerry und Sergej Lavrov in Paris. Vielleicht kann ja die Diplomatie ein Mehr an Sicherheit erreichen. |
| 2014.04.21 Impetu nocte inter Saturni et Solis dies in stationem viariam prope urbem Sloviansk a civibus partes Russicas sequentibus dispositam facto tres custodes telorum iaculatione occisi erant. Quo casu simultates inter Cioviam et Moscoviam augentur et effectus pacti Genaviensis in incertum revocatur. Cui bono? In televisione Russica ista oppressio variis indiciis editis extremarum partium dextrarum sectatoribus, Pravy Sektor nominatis, crimini vertitur. Qui crimen repudiant. Vjatscheslav Ponomarev, burgimagister urbis Sloviansk, interim aperte a Russis, ut, nisi copias, arma mittant petit et se suis manibus Arsen Avakov, administrum rerum internarum Ucrainicum, si suam urbem visitabit, exballistaturum esse minitatur. Inquisitio ad aggressionis machinatores occultos investigandos a regimine Cioviensi instituta est. 2014.04.21 | Bei einem Überfall, der in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf einen Kontrollpunkt prorussischer Bürger in der Nähe von Sloviansk verübt wurde, waren drei Kontrollpersonen in einer Schießerei getötet worden. Durch diesen Zwischenfall werden die Spannungen zwischen Kiew und Moskau verstärkt und der Erfolg des Genfer Abkommens in Frage gestellt. Wer hatte den Vorteil? Im russischen Fernsehen wird die Schuld an diesem Überfall mit dem Hinweis auf verschiedene Beweismittel den Anhängern der rechtseextremen Bewegung namens Prawy Sektor gegeben. Diese weisen die Schuld von sich. Wjatscheslaw Ponomarew, der Bürgermeister von Sloviansk, fordert inzwischen offen von den Russen Truppen oder zumindest Waffen und droht, er werde den ukrainischen Innenminister Arsen Awakow eigenhändig über den Haufen schießen, wenn er seine Stadt besuche. Von der Regierung in Kiew wurde, um die Hintermänner des Anschlages zu ermitteln, eine Untersuchung eingeleitet. |
| 2014.05.17 Naredra Modi, dux Bharatiya Janata partis (BJP), partis hinduicae et nationalis, epochalem suffragiorum victoriam reportans novus administer primarius Manmohan Singh succedet. Pars congressionis, quae inde ab independentia civitatis fortunas dirigens uberiora corruptionis probra quam politicae efficacitatis laudes nacta est, suffragiorum ruinas confessa est. Praefecta Sonia Gandhi et eius filius Rahul Gandhi, responsabilitatem calamitatis in se receperunt. Cives, secundum quae Naredra Modi primus minister in sua provincia Gujarat effecerat, eum imprimis oeconomiam provecturum esse sperant. Sed sunt quoque, qui timeant, ne cives alterius confessionis, sicut Muslimos et Christianos, neglegat. 2014.05.17 | Naredra Modi, der Führer der nationalen Hindupartei Bharatiya Janata (BJP) hat einen epochalen Wahlsieg errungen und wird als neuer Ministerpräsident Manmohan Singh im Amt folgen. Die Kongresspartei, die seit der Unabhängigkeit die Geschicke des Landes leitete, hat sich mehr Korruptionsvorwürfe als Anerkennung für politische Erfolge eingehandelt und die vernichtende Wahlniederlage eingestanden. Die Vorsitzende Sonia Gandhi und ihr Sohn Rahul Gandhi übernahmen die Verantwortung für die Niederlage. Die Bürger versprechen sich entsprechend dem, was Naredra Modi als Premierminister in seinem Land Gujarat erreicht hatte, insbesondere eine Belebung der Wirtschaft. Einige befürchten aber auch, dass er Andersgläubige wie Muslime und die Christen an den Rand drängen könne. |
| 2014.05.23 In Thailandia post crisin rei publicae per menses suspensam exercitus die Martis (20.05.2014) leges bellicas ratas esse iusserat neque tamen, quoad militares ipsi dicebant, rem publicam funditus everterat. Quod politicis inimicitias inter se gerentibus colloquiis habitis res convenire non poterant, Iovis die (22.05.2014) conversio a Prayuth Chan-ocha, duce exercitus summo, perfecta est. Niwatthamrong, altera vix demum septimana regimini praefectus, tempore aufugerat. Dux rebellium oppositorum in vincula est datus. Consilium ad pacem ordinemque servandum institutum est. Per totam terram viae civibus per noctes praeclusae sunt. Instituta et leges maximam partem valere desierunt. Emissiones radiophonicae et televisoriae censentur. Ab exteris rerum progressus diiudicatur et sanctiones cogitantur. 2014.05.23 | Nach der monatelangen Staats krise hat in Thailand das Militär am Dienstag (20.05.2014) das Kriegsrecht in Kraft gesetzt, aber nach eigener Aussage nicht gegen den Staat geputscht. Weil sich die zerstrittenen Politikern in Gesprächen nicht einigen konnten, hat Armeechef Prayuth Chan-ocha am Donnerstag (22.05.2014) den Putsch vollzogen. Niwatthamrong, der erst seit zwei Wochen Regierungschef war, hatte sich rechtzeitig abgesetzt. Der Führer der aufständischen Opposition wurde verhaftet. Ein Rat zur Sicherung des Friedens und der Ordnung wurde etabliert. Im ganzen Land wurde für die Bürger eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Die Verfassung wurde weitgehend außer Kraft gesetzt. Rundfunk und Fernsehen werden zensiert. Im Ausland übt man Kritik an der Entwicklung und denkt an Sanktionen. |
| 2014.06.03 Ioannes Carolus I., rex Hispaniae, (d. 5° m. Ian. a. 1938° natus), postquam quadraginta fere annos regnavit, se munere regali abdicaturum et regnum filio Philippo, principi heredi, (d. 30° m. Ian. a. 1968° nato) traditurum esse d. 2° m. Jun. a. 2014° oratione radiophonice et televisifice ad populum habita annuntiavit. Honorem et laudem ab Hispanis imprimis d. 23° m. Febr. a. 1981° consecutus erat, cum contra milites rem publicam evertere temptantes causam popularem defenderet. Sed proximis praeteritis annis existimatio regum infamis esse coepit. Ut multis civibus stabili ratione adversantibus et monarchiae repugnantibus Philippum patri succedere liceat, a regimine leges prius mutandae sunt. 2014.06.03 | Der spanische König Juan Carlos I. (geb. am 5. Jan. 1938) hat, nachdem er annähernd 40 Jahre König war, in einer Rundfunk- und Fersehansprache am 2. Juni 2014 seinem Volk bekannt gemacht, dass er von seinem Amt zurücktreten und die Macht an seinen Sohn, den Kronprinzen Felipe weitergeben werde. Lob und Anerkennung der Spanier hatte er sich besonders am 23. Febr. 1981 verdient, als er sich gegen das putschierende Militär für die Demokratie einsetzte. Aber in den letzten Jahren war der Ruf des Königshauses in Verruf gekommen. Damit Felipe gegen die grundsätzliche Ablehnung und den Widerstand vieler Bürger gegen die Monarchie seinem Vater nachfolgen kann, muss die Regierung zuvor die Gesetze ändern. |
| 2014.06.04 Hodie (d. 4° m. Jun. a. 2014°) vicesimus quintus est anniversarius eius internecionis, quae fiebat, cum Pechini milites instructa acie in plateam Tianmen procederent et (nemo scit, quot) cives in plus libertatis proclamantes trucidarent. Eae res gestae, quamvis plerique iuvenum in Sinis ipsis versantium eas aut hodie iam ignorent, aut sua interesse non credant, aut in oblivionem venire malint, ad speciem hodiernarum Sinarum effingendam (ad impetum oeconomicum provehendum, ad patriam educationem promovendam) maximi momenti fuerunt. 2014.06.04 | Heute (4. Juni 2014) ist der 25. Jahrestag des Massakers, das passierte, als in Peking das Militär auf dem Tianmen-Platz aufmarschierte und (und keiner weiß wie viele) Bürger, die zu mehr Freiheit aufriefen, niedermachte. Obwohl die meisten Jugendlichen, soweit sie in China selbst leben, diese Ereignisse heute nicht mehr kennen oder für sich als bedeutungslos ansehen oder sogar wünschen, dass sie vergessen werden, waren sie für die Ausgestaltung des heutigen China (für die Förderung des wirtschaftlichen Aufschwungs, das Vorantreiben einer vaterländischen Bildung) von größter Bedeutung. |
| 2014.06.20 Dies 20° m. Iunii a concilio Unitarum Nationum dies memorialis fugitivorum mundanus descriptus est. Quo die omnibus in terris animi civium in calamitatem et miserias plurium quinquaginta milionum fugitivorum convertantur. Haec est huius anni sententia: "Sua uniuscuiusque fugitivi est historia." Plerique fugitivorum veniunt e terris, in quibus bella civilia furiunt, e Syria, Afgania, Iraquia, Somalia, Africa Septentrionali. 2014.06.20 | Der 20. Juni ist von der Volksversammlung der Vereinten Nationen zum Weltflüchtlingstag erklärt worden. An diesem Tag soll in allen Ländern die Aufmerksamkeit der Bürger auf Not und Elend der mehr als 50 Millionen Flüchtlinge gelenkt werden. Das Motto dieses Jahres lautet: "Jeder Flüchtling hat seine Geschichte." Die meisten Flüchtlinge kommen aus Ländern, in denen Bürgerkriege toben, aus Syrien, Afganistan, Somalia und Nordafrika. |
| 2014.08.26 Petro Poroshenko parlamentum Ucrainicum (Summam Radam) dissolvit, ut d. 26. m. Oct. nova suffragia exhiberi possent. In parlamento, quale adhuc erat, nonnullos asseclas pristini praesidis Viktoris Yanukovych fuisse dixit, qui parlamenti consulta sufflaminassent. Suffragia praematura partem esse sui pacis faciendae consilii: Delectus chartulas efficacissima esse arma in civium manibus, qui patriam defenderent. Interea Poroshenko Mincium in Belarussiam advenit, ubi conventum Eurasiaticae Unionis a portoriis participaret interque alios etiam Russicum praesidem conveniret. 2014.08.26 | Petro Poroschenko hat das ukrainische Parlament (die höchste Rada) aufgelöst, um am 26. Okt. Neuwahlen abhalten zu können. Im bisherigen Parlament, sagte er, seien Anhänger des früheren Präsidenten Viktor Janukowitsch gewesen, die politische Entscheidungen ausgebremst hätten. Vorgezogene Wahlen seien Teil seines Friedensplanes. Stimmzettel seien die wirksamste Waffe in der Hand der Bürger, um die Freiheit zu verteidigen. Inzwischen ist Poroschenko in Mins in Weißrussland eingetroffen, um dort an einer Sitzung der Eurasischen Zollunion teilzunehmen und unter anderen auch den russischen Präsidenten zu treffen. |
2014.09.04. Vladimirus Putin fieri posse arbitratur, ut intra unam hebdomadem pax in Ucraina Orientali in has septem condiciones (hic brevius astrictas) conveniat:
I. Ut in regionibus circa urbes Donetsk et Luhansk omnes vires armatae et rebelles impetus facere desistant.
II Ut copiae Ucrainici regiminis extra telorum coniectum a regionibus habitationibus destinatis se recipiant.
III. Ut custodia internationalis iusti ponderis et externa et adventicia instituatur.
IV. Ne copiae aeriae in homines civiles neque contra urbes in zona conflictata sitas adhibeantur.
V. Ut captivi per vim retenti secundum rationem "omnes pro omnibus" nullis condicionibus in antecessum positis permutentur.
VI. Ut pro fugitivis et ad auxiliaria commeatusque in regionem Donbass atque urbium Donetsk et Luhansk advehendos humanitarius transitus aperiatur.
VII. Ut alae operariorum cogantur, qui substructionem proiectam restituant et civibus ab hieme imminente praecaveant. 2014.09.04 | Wladimir Putin glaubt, dass in der Ostukraine innerhalb einer Woche Frieden hergestellt werden kann, wenn sieben Vorbedingungen (hier kürzer zusammengefasst) erfüllt werden:
I. In der Gegend um Donezk und Luhansk stelle alle bewaffneten Kräfte, auch die Aufständischen, ihre Angriffe ein.
II.Die Regierungstruppen ziehen sich außer Schussweite von Wohngebieten zurück.
III.Eine vollgewichtige und objektive internationale Kontrolle wird eingerichtet.
IV. Die Luftwaffe wird nicht gegen die Zivilbevölkerung und Städte in der Konfliktzone eingesetzt.
V. Die gewaltsam festgehaltenen Gefangenen werden nach dem Grundsatz "alle gegen alle" ohne Vorbedingungen ausgetauscht.
VI. Für Flüchtlinge und Hilvskonvois in die Gegenden des Donbass und der Städte Donetz und Luhansk wird ein humanitäter Korridor geöffnet.
VII. Arbeiterbrigaden, die die niederliegende Infrastruktur wieder aufbauen und Bürger vor dem bevorstehdnen Winter schützen, werden aufgestellt. |
| 2014.09.19 Regimen civitatis Sierrae Leoninae homines civiles per tres dies domicilia relinquere vetuit. Per hanc triduanam praeclusionem viarum viginti milia operatorum sanitariorum ostiatim domos adeuntes inhabitantes de febri instruent et infectos requirent. 2014.09.19 | Die Regierung von Sierra Leone hat seine Bürger aufgefordert, drei Tage lang ihre Wohnungen nicht zu verlassen. Während dieser dreitägigen Ausgangssperre werden 20.000 Gesundheitsarbeiter von Haus zu Haus gehen, die Bewohner über das Fieber unterrichten und nach Kranken suchen. |
| 2014.09.23 Gihadistae Islamici Status (IS) asseclas evocaverunt, ut cives earum civitatum, quae internationali coalitioni contra suam organizationem conflatae interessent, interficerent, imprimis impios Americanos et Europaeos, inter quos apprime malignos et sordidos Francogallos, sed etiam Australianos et Canadenses. Ut caedes aut occidendo aut transfigendo aut obterendo aut detrudendo fiant, expresse commendatur. Americani hodierna nocte civitatibus Arabicis conspirantibus primum in Syria aerios ictus in locos tromocraticorum initiaverunt. 2014.09.23 | Die Dschihadisten des Islamischen Staates (IS) haben ihre Anhänger aufgerufen, Bürger der Staaten, die sich an der internationalen Koalition gegen ihre Organisation beteiligen, zu ermorden, insbesondere die ungläubigen Amerikaner und Europäer, unter denen besonders die bösartigen und dreckigen Franzosen, aber auch Australier und Kanadier. Es wird ausdrücklich empfohlen, dass die Mordanschläge durch Erschlagen, Erstechen, Herabstoßen oder Überfahren ausgeführt werden. Die Amerikaner haben heute Nacht zum ersten Mal im Einverständnis mit den arabischen Staaten in Syrien Luftschläge gegen Stellungen der Terroristen durchgeführt. |
| 2014.10.10 A. d.VII. Id. Octobres anni MCMLXXXIX (9.10.1989) aliquot decem milia hominum libertatem et democratiam postulantes vias Lipsiae perlustraverant. Etiam aliis in urbibus postmodo manifestationes factae sunt, quibus cursus dirigebatur ad ruinas muri, quae uno mense post factae sunt. Nunc, viginti quinque annis post, Joachimus Gauck, foederalis Germaniae praeses, memorale in odeo Lipsiensi participans orationemque sollemnem habens democratiam non modo ab extremistis, fanaticis, ideologis defendendam esse, sed etiam neglectione civium periclitari, nisi eam vivaci spiritu impleant, monuit. 2014.10.10 | Am 9. Aug. 1989 zogen einige zehntausend Menschen durch die Straßen von Leipzig und forderten Freiheit und Demokratie. Auch in anderen Städten fanden im Anschluss Demonstrationen statt, die die Weichen für den Fall der Mauer stellten, der einen Monat später folgte. Jetzt, 25 Jahre danach erinnerte der Bundespräsident Joachim Gauck in seiner Festrede auf der Gedenkfeier im Leipziger Gewandhaus daran, dass Demokratie nicht nur gegen Extremisten, Fanatiker und Ideologen verteidigt werden muss, sondern auch durch die Gleichgültigkeit der Bürger in Gefahr geraten kann, wenn sie sie nicht mit lebendigem Geist erfüllen. |
| 2014.10.31 In civitate Burkina Faso, quae in Africa occidentali sita litterate translata "terra honestorum" est, Blasius Compaoré, praeses ex anno XCXLIIIVII, minus honeste constitutionem statalem denuo ita rescribere intendit, ut sibi quintam vicem praesidentatus perficeret. Quod "cives honesti" nolentes non modo publice reclamitabant, sed etiam aedificia administrativa incedebant et stationem emissoriam televisificam occupabant. Triginta homines occisi, centum vulnerati. Quibus de causis "militia Burcinensis honesta" rerum potita parlamentum dissolvit. Tunc denique etiam Blasius Compaoré se praesidem honestum praestitit et se a munere recedere palam fecit. 2014.10.31 | In Burkina Faso, einem Staat in Westafrika, dessen Name wörtlich übersetzt "Land der Ehrenwerten" bedeutet wollte Blaise Compaoré, seit 1987 Präsident, weniger ehrenwert die Verfassung erneut so umschreiben, dass er sich einen fünften Durchgang als Präsident ermöglicht hätte. Dies wollten "die ehrenwerten Bürger" nicht und demonstrierten nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern zündeten auch Verwaltungsgebäude an und besetzten die Fernsehstation. 30 Leute kamen zu Tode, 100 wurden verletzt. Deshalb brachte das "ehrenwerte Militär" von Burkina die Macht an sich und löste das Parlament auf. Jetzt endlich zeigte sich auch Blaise Compaoré als ehrenwerter Präsident und gab seinen Rücktritt bekannt. |
| 2014.11.02 So.d. Miscilla: Cives Burcinenses milites sibi administrationem rei publicae transitoriam arrogavisse eandemque non populo mandatam esse indignantur. *** Interstatale Consortium a Caeli Commutatione (IPCC) hac septimana vergente Hafniae suam conceptionem de causis calefactionis globalis eiusque remotione documentavit. *** Bolivianus praeses, Evo Morales, formam sculptilem novi palatii praesidialis, quod "magna domus populi" nominetur, repraesentavit. *** Germanicus praeses Ioachimus Gauck, cum in ambiguo reliquerit, num partes Sinistrorum iam satis longe a politicis rationibus Rei publicae democraticae Germanicae distent, ab his partibus reprehenditur: politiam factiosam non praesidis esse. *** Veneris die cum aeronavis cosmica a privato conductore Ricardo Branson exprompta calamitose de caelo in desertam decidisset, alter aeronauta occisus, alter graviter vulneratus est. Causae calamitatis nondum notae. 2014.11.02 | Allerlei: Die Bürger von Burkina Faso sind empört, dass das Militär die Übergangsregierung an sich gerissen hat und sie nicht dem Volk übertragen wurde. *** Der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaveränderung (IPCC) hat an diesem Wochenende in Kopenhagen seine Zusammenfassung zu Gründen und Lösungsmöglichkeiten der globalen Erderwärmung vorgestellt. *** Der bolivianische Präsident Evo Morales hat ein Modell des neuen Präsidentenpalastes, der "Großes Haus des Volkes" heißen soll, vorgeführt. *** Der deutsche Präsident Joachim Gauck, wird, weil er in Zweifel gezogen hat, ob "die Linke" schon weit genug vom politischen Denken der DDR entfernt sei, von dieser Partei getadelt. Parteipolitik gehöre nicht zu den Aufgaben des Präsidenten. *** Als am Freitag das von dem privaten Unternehmer Richard Branson entwickelte Raumschiff in die Wüste crashte, kam ein Pilot ums Leben, der andere wurde schwer verletzt. Die Ursachen des Unglücks sind noch nicht bekannt. |
| 2014.11.04 Ma.d. Eis, qui traminibus vehi solent, postquam colloquia secreta inter societatem ferriviariam et collegium opificum habita in cassum reciderunt, denuo timendum est, ne machinarum gubernatores opera intermittant. Altera pars causam in alteram transfert: Collegium, quod, ut pro omnibus opificibus, etiam pro traminum comitibus, agat, postulat, ergolabos sordidas condiciones in antecessum posuisse dicit, neque curatores umquam iuribus collegiariis et fundamentalibus destituros. Locutores societatis curatores collegii colloquia brevi ante, quam inter utrasque partes convenerit, suae potestatis causa repente ex inopinato diremisse dicunt. Etiam politici quidam atque cives asperitatem curatorum reprehendunt eosque ipsos ramum, quo insident, praecidere coniectant. PS.: Modo nutiatur operistitium ab hora secunda Iovis diei antemeridiana ad quartam Lunae diei antemeridianam productum iri. 2014.11.04 | Die Bahnfahrer müssen, nachdem die geheimen Verhandlungen zwischen der Bahn und der Gewerkschaft gescheitert sind, erneut fürchten, dass die Lokführer ihre Arbeit niederlegen. Jede Seite schiebt der anderen die Schuld zu: Die Gewerkschaft, die fordert für alle Arbeiter, auch für die Zugbegleiter zu verhandeln, behauptet, die Arbeitgeber hätten unanständige Vorbedingungen gestellt; die Gewerkschaftsführung würde nie auf gewerkschaftliche Grundrechte verzichten. Die Sprecher des Konzerns behaupten, die Gewrkschafter hätten kurz vor einer Einigung aus persönlichen Machtgründen völlig überraschend die Verhandlungen scheitern lassen. Auch einige Politiker und die Bürger tadeln die Sturheit der Gewerkschaftsführung und vermuten, dass sie selbst den Ast, auf dem sie sitzt, absägt. PS.: Eben wird gemeldet, dass der Streik von Do früh 2:00 bis Montag früh 4:00 dauern wird. |
| 2014.11.17 Lu.d. In Romania Claudius Iohannis, vir quinquaginta quinque annorum, in praesidentiali suffragio supremo Victorem Ponta, administrum principem, praeter plerorumque exspectationem vicit. Suffragiis nondum dinumeratis Victor Ponta populum semper recte agere dicens cladem electoriam confessus est ac competitori, qui adhuc non sine successu praefectus urbis Sibiu fuerat, telefonice de victoria gratulatus est. Iohannis se corruptionem repugnaturum et independentiam iudiciorum patraturum esse promiserat. Nunc, num fiduciam, quam cives, imprimis ii, qui peregre viventes victoriam ei paraverunt, ei praestiterint, mereatur, demonstrare debet. 2014.11.17 | In Rumänien hat Klaus Iohannis im Alter von 55 Jahren in der Stichwahl um die Präsidentschaft entgegen der vorherrschenden Erwartung über den Ministerpräsidenten Victor Ponta, den Sieg errungen. Als die Stimmen noch nicht ausgezählt waren, gestand Victor Ponta mit den Worten, das Volk habe immer Recht, seine Wahlniederlage ein und gratulierte telefonisch seinem Mitbewerber, der bisher nicht ohne Erfolg Bürgermeister der Stadt Sibiu gewesen war, zum Sieg. Iohannis hatte versprochen, gegen die Korruprion vorzugehen und die Unabhängigkeit der Gerichte durchzusetzen. Jetzt muss er beweisen, ob er das Vertrauen verdient, das ihm die Bürger entgegengebracht haben, besonders die, die im Auslnd leben und ihm den Sieg beschert haben. |
| 2014.12.04 Io.d. Magnus numerus hominum et familiarium et alienissimorum heri Waechtersbachium convenerat, ut Tugce Albayrak, virgini ex Turcicis parentibus in Germania ortae, iusta facerent. Tugce a.d. XVII Kal. Dec. magnam audaciam civilem praestiterat, cum duabus puellis, ab iuvene quodam ante tabernam frixoriam oppressis sucurreret. Ipsa autem colapho prostrata in valetudinarium delata comate non iam soluta est. Postquam medici cerebristitium dignoverunt, eius die natali vicesima tertia machinae vitales sufflaminatae sunt. Multitudo civium Tugce foederali meritorum cruce extolli cupiunt. 2014.12.04 | Eine große Zahl befreundeter und wildfremder Menschen war gestern in Wächtersbach zusammengekommen, um Tugce Albayrak, einer jungen Frau, die türkische Eltern hatte, aber in Deutschland geboren war, die letzte Ehre zu erweisen. Tugce hatte am 15. Nov. große Zivilcourage bewiesen, als sie zwei jungen Frauen, die vor einer Imbissstube von einem jungen Mann bedrängt wurden, zu Hilfe kommen wollte. Sie wurde aber selbst durch einen Fausthieb niedergestreckt und in ein Krankenhaus verbracht, wachte aber nicht mehr aus dem Koma auf. Nachdem die Ärzte den Hirntod diagnostiziert hatten, wurden an ihrem 23. Geburtstag die lebenserhaltenden Maschinen abgestellt. Eine Vielzahl Bürger wünscht, dass Tugce mit dem Bundesverdienstkreuu ausgezeichnet wird. |
| [4,28,1] (2) Multi denique civium et advenae copiosi, quos eximii spectaculi rumor studiosa celebritate congregabat, inaccessae formonsitatis admiratione stupidi et admoventes oribus suis dexteram primore digito in erectum pollicem residente ut ipsam prorsus deam Venerem venerabantur religiosis adorationibus. Apul.met.4,28,2 | [4,28,1] (2) Viele Bürger und zahlreiche Besucher, die der Ruf des überragenden Schauspiels in erwartungsvoller Festversammlung vereinte, führten schließlich in staunender Bewunderung ihre Rechte zum Mund, warfen ihr Handküsse zu und verehrten sie ganz wie die Venus selbst in andächtiger Anbetung. |
| [Cic.off.1,37,5] Indicant duodecim tabulae: aut status dies cum hoste, itemque adversus hostem aeterna auctoritas. Cic.off.1,37,5 | Beweise dafür liefern die Zwölf Tafeln, in denen zum Beispiel die Stelle vorkommt: "der festgesetzte Gerichtstag in Sachen mit einem hostis" (d.h. mit einem Fremden); und wiederum die Stelle: "Gegenüber dem hostis (dem Fremden) behält der Bürger (trotz aller Verjährung) seinen Rechtsanspruch." |
| Qui autem parti civium consulunt, partem neglegunt, rem perniciosissimam in civitatem inducunt, seditionem atque discordiam; ex quo evenit, ut alii populares, alii studiosi optimi cuiusque videantur, pauci universorum. Cic.off.1,85,3 | Wer aber für einen Teil der Bürger sorgt und den anderen vernachlässigt, lässt das größte Verderben in den Staat Einzug halten: Empörung und Zwietracht; da geschieht es, dass die einen als Popularen auftreten, andere als Anhänger der Optimaten, nur wenige als die der Gesamtheit. |
| quae gravis et fortis civis et in re publica dignus principatu fugiet atque oderit tradetque se totum rei publicae neque opes aut potentiam consectabitur totamque eam sic tuebitur, ut omnibus consulat. Cic.off.1,86,2 | Solche Fehler wird der gesetzte und mutige Bürger, wert, an der Spitze des Staates zu stehen, meiden und verabscheuen; er wird sich, ohne nach Anhang und Macht zu streben, ganz dem Staat hingeben und als Ganzes so verwalten, dass er für alle sorgt. |
| II. (1) Equidem non consuli modo, sed omnibus civibus enitendum reor, ne quid de principe nostro ita dicant, ut idem illud de alio dici potuisse videatur. (Plin.paneg.2,1) Plin.paneg.2,1 | Ich glaube aber, dass nicht nur der Konsul, sondern jeder Bürger, sich eifrig bestreben muss, nichts von unserem Fürsten in der Art zu sagen, wie es auch von einem anderen hätte gesagt werden können. |
| (5) Intellegamus ergo bona nostra, dignosque nos illis usu probemus, atque identidem cogitemus, quam sit indignum, si maius principibus praestemus obsequium, qui servitute civium, quam qui libertate laetantur. (Plin.paneg.2,5) Plin.paneg.2,5 | Erkennen wir also unser Glück und zeigen wir durch den Gebrauch uns seiner würdig und bedenken wir auch aufs Neue, wie unwürdig es wäre, solchen Fürsten ergebener zu sein, die sich der Sklaverei, als solchen, die sich der Freiheit der Bürger erfreuen. |
| [Cic.rep.10053] nec vero levitatis Atheniensium crudelitatisque in amplissimos civis exempla deficiunt. Cic.rep.1,5 | doch es fehlt ja nicht an Beispielen von Wankelmut und Grausamkeit der Athener gegen ihre geachtetsten Bürger; |
| [Cic.rep.10074] is enim fueram, cui cum liceret aut maiores ex otio fructus capere quam ceteris propter variam suavitatem studiorum in quibus a pueritia vixeram, aut si quid accideret acerbius universis, non praecipuam sed parem cum ceteris fortunae condicionem subire, non dubitaverim me gravissimis tempestatibus ac paene fulminibus ipsis obvium ferre conservandorum civium causa, meisque propriis periculis parere commune reliquis otium. Cic.rep.1,7 | Ich hätte nämlich entweder in genussreicherer Muße als andere leben können, weil mir die von Jugend auf mit Lust betriebenen mannigfachen Studien die angenehmste Beschäftigung gewährten; oder ich hätte, falls ein allgemeines Unglück hereingebrochen wäre, kein besonders schlimmes Los, sondern ein dem der übrigen gleiches zu erwarten gehabt. Trotzdem trug ich keine Bedenken, den furchtbarsten Stürmen, ja fast den Blitzen sogar, zur Rettung meiner Mitbürger entgegengetreten, und erstrebte durch meine persönliche Gefahr die gemeinsame Ruhe der anderen Bürger. |
| legata non ultra civilem modum, nisi quod opulo et plebi quadringentiens triciens quinquiens, praetoriarum cohortium militibus singula nummum milia, [urbanis quingenos], legionariis aut cohortibus civium Romanorum trecenos nummos viritim dedit. Tac.ann.1,8,2. | Die Vermächtnisse gingen nicht über das übliche Maß hinaus; nur dass er noch für den Staat und die Bürgerschaft 43'500'000, jedem Prätorianer 1000 Sesterze, den Soldaten der städtischen Cohorten je 500, den Legionssoldaten und den Kohorten der römischen Bürger jedem 300 Sesterze bestimmte. |
| opes publicae continebantur, quantum civium sociorumque in armis, quot classes, regna, provinciae, tributa aut vectigalia, et necessitates ac largitiones. quae cuncta sua manu perscripserat Augustus addideratque consilium coercendi intra terminos imperii, incertum metu an per invidiam. Tac.ann.1,11,4. | Es enthielt die Kräfte und Hilfsquellen des Staates, die Zahl der Bürger und Bundesgenossen unter Waffen, wie viele Flotten Königreiche, Provinzen, ferner direkte und indirekte Steuern, notwendige und freiwillige Ausgaben. Dies alles hatte Augustus eigenhändig aufgezeichnet und den Rat beigefügt, - ob aus Besorgnis oder aus Neid bleibe dahingestellt - das Reich in den gegebenen Grenzen zu halten. |
| quid enim per hos dies inausum intemeratumve vobis? quod nomen huic coetui dabo? militesne appellem, qui filium imperatoris vestri vallo et armis circumsedistis? an civis, quibus tam proiecta senatus auctoritas? hostium quoque ius et sacra legationis et fas gentium rupistis. Tac.ann.1,42,2. | Denn was habt ihr in diesen Tagen ungewagt und unbefleckt gelassen? Welchen Namen soll ich dieser Versammlung geben? Soldaten euch nennen, die ihr den Sohn eures Imperators mit Wall und Waffen umschlossen haltet? Bürger euch nennen, die ihr das Ansehen des Senats in den Staub tretet? Was selbst gegenüber dem Feind heilig ist, die Unverletzlichkeit der Gesandtschaft und das Völkerrecht, habt ihr gebrochen. |
| Diversa omnium, quae umquam accidere, civilium armorum facies. non proelio, non adversis e castris, sed isdem e cubilibus, quos simul vescentis dies, simul quietos nox habuerat, discedunt in partis, ingerunt tela. Clamor, vulnera, sanguis palam, causa in occulto; cetera fors regit. et quidam bonorum caesi, postquam intellect, in quos saeviretur, pessimi quoque arma rapuerant. Tac.ann.1,49,1. | Wann immer Bürger gegen Bürger das Schwert gebraucht haben, ähnliches hatte man nie gesehen. Nicht im Treffen, nicht aus gegnerischem Lager, sondern von denselben Lagerstätten her, wo der Tag sie an einem Tisch hatte essen, die Nacht sie friedlich nebeneinander hatte ruhen sehen, trennen sie sich zu Feind und Feind, fallen sich mit der Waffe an. Geschrei, Wunden, Blut vor aller Augen: die Ursache in Dunkel gehüllt. Das Weitere lenkt der Zufall. Auch Gutgesinnte ließen hie und da ihr Leben. Denn als die Schlimmen zu merken anfingen, wem das Wüten galt, griffen auch sie hastig zu den Waffen; |
| quae ubi Tiberio notuere, scripsit consulibus non ideo decretum patri suo caelum, ut in perniciem civium is honor verteretur. Cassium histrionem solitum inter alios eiusdem artis interesse ludis, quos mater sua in memoriam Augusti sacrasset; nec contra religiones fieri, quod effigies eius, ut alia numinum simulacra, venditionibus hortorum et domuum accedant. Tac.ann.1,73,3. | Als dies Tiberius bekannt wurde, schrieb er den Konsuln, nicht deswegen sei seinem Vater der Himmel zuerkannt worden, dass diese Ehre zum Verderben der Bürger ausschlage. Cassius habe als Schauspieler unter weiteren Vertretern desselben Genres bei den Spielen mitgewirkt, die seine Mutter dem Andenken des Augustus gewidmet habe, und es sei kein religiöses Vergehen, dass sein Bild gleich anderen Götterbildern beim Verkauf von Gärten und Häusern mitverkauft werde. |
| contra Gallus Asinius disseruit: auctu imperii adolevisse etiam privatas opes, idque non novum, sed e vetustissimis moribus: aliam apud Fabricios, aliam apud Scipiones pecuniam; et cuncta ad rem publicam referri, qua tenui angustas civium domos, postquam eo magnificentiae venerit, gliscere singulos. Tac.ann.2,33,2. | Dagegen sprach Gallus Asinius: durch die Vergrößerung des Reiches sei auch der private Reichtum gewachsen und das sei nichts Neues, sondern entspreche den ältesten Erfahrungen. Das Geldvermögen sei zur Zeit des Fabricius ein anderes gewesen als zur Zeit der Scipionen, und alles hänge vom Staat ab: solange dieser arm sei, gehe es auch in den Häusern der Bürger knapp zu; nachdem er aber zu so majestätischer Größe gediehen sei, würden auch die Einzelnen reicher. |
| augebat intuentium visus eximia ipsius species currusque quinque liberis onustus. sed suberat occulta formido, reputantibus haud prosperum in Druso patre eius favorem vulgi, avunculum eiusdem Marcellum flagrantibus plebis studiis intra iuventam ereptum, brevis et infaustos populi Romani amores. Tac.ann.2,41,3. | Die Augenweide der Zuschauer steigerte die erhabene Gestalt des Gefeierten selbst und der mit seinen fünf Kindern beladene Wagen. Aber im Grunde der Herzen regte sich dem klamme Furcht, der bedachte, dass die Gunst der Menge seinem Vater Drusus kein Glück brachte, dass auch sein Onkel Marcellus der glühenden Verehrung der Bürger schon als junger Mann entrissen wurde, dass die Zuneigung des römischen Volkes kurzlebig und unheilschwanger ist. |
| cur ergo olim parsimonia pollebat? quia sibi quisque moderabatur, quia unius urbis cives eramus; ne inritamenta quidem eadem intra Italiam dominantibus. externis victoriis aliena, civilibus etiam nostra consumere didicimus. Tac.ann.3,54,3. | Warum also herrschte ehemals Sparsamkeit? Weil der einzelne sich selbst einschränkte, weil wir Bürger einer Stadt waren und sich immer noch weniger Verlockungen fanden, solange wir nur in Italien herrschten. Erst durch auswärtige Siege haben wir fremdes Gut, durch Siege über Mitbürger auch unser Gut verprassen gelernt. |
| At Tiberius nihil intermissa rerum cura, negotia pro solaciis accipiens, ius civium, preces sociorum tractabat; factaque auctore eo senatus consulta ut civitati Cibyraticae apud Asiam, Aegiensi apud Achaiam, motu terrae labefactis, subveniretur remissione tributi in triennium. Tac.ann.4,13,1. | Aber Tiberius widmete sich ununterbrochen der Regierungstätigkeit; er fand im Geschäft seinen Trost und behandelte die Rechtssachen der Bürger und die Gesuche der Bundesgenossen. Auf seinen Antrag wurde vom Senat beschlossen, den Städten Kibyra in Asien und Aegium in Achaia, die unter einem Erdbeben gelitten hatten, durch einen Erlass ihrer Abgaben auf drei Jahre zu helfen. |
| Quid eo possit esse praestantius, cum [contineri] prudentia utilitatem civium cernat, iustitia nihil in suam domum inde derivet, reliquis utatur tot tam variisque virtutibus? Cic.Tusc.5,72,4 | Was ließe sich da wohl Vortrefflicheres denken als er, da er in seiner Klugheit den Nutzen der Bürger erkennt, aus Gerechtigkeit nichts davon in sein Haus ableitet und auch über die übrigen so zahlreichen und mannigfaltigen Tugenden verfügt? |
| [Cic.Tusc.1,34] loquor de principibus; quid? poetae nonne post mortem nobilitari volunt? unde ergo illud: 'Aspicite, o cives, senis Enni imaginis formam: Hic vestrum panxit maxima facta patrum'? mercedem gloriae flagitat ab iis quorum patres adfecerat gloria, idemque: 'Nemo me lacrimis decoret nec funera fletu Faxit. Cur? volito vivos per ora virum.' sed quid poetas? opifices post mortem nobilitari volunt. quid enim Phidias sui similem speciem inclusit in clupeo Minervae, cum inscribere (nomen) non liceret? quid? nostri philosophi nonne in is libris ipsis, quos scribunt de contemnenda gloria, sua nomina inscribunt? Cic.Tusc.1,34 | Ich spreche von angesehenen Staatsmännern. Aber wie? Die Dichter, wollen nicht auch sie nach dem Tod geadelt sein? Woher nur dies? “Schaut, o Bürger, des Greisen, des Ennius Bild und Gestalt hier: | Welcher des Altertums herrliche Taten besang.” Den Lohn des Ruhmes fordert die von denjenigen, deren Vätern er Ruhm erteilt hatte; und so spricht er auch: “Niemand schmücke mit Tränen mein Grab! Noch folg’ er der Leiche | Klagend! Denn lebend annoch flieg ich von Munde zu Mund.” Doch was spreche ich von Dichtern? Künstler wollen nicht weniger nach dem Tode verherrlicht sein. Warum denn schloss Phidias ein ihm ähnliches Bild in den Schild der Minerva ein, als er seinen Namen nicht daraufschreiben durfte? |
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