Aeneis I 1 - 331. Prooemium vel propositio (1- 8)"Propositione et invocatione praemissis, narratio incipit a septimo Aeneae expeditionis anno..." (Ruaeus) |
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Arma virumque cano, Troiae qui
primus ab oris Italiam, fato profugus, Laviniaque venit litora, multum ille et terris iactatus et alto vi superum saevae memorem Iunonis ob iram; |
arma: die "Ilias"-Hälfte
(Buch 7-12) virum: die "Odyssee"-Hälfte (Buch 1-6) |
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multa quoque et bello passus, dum
conderet urbem,
inferretque deos Latio, genus unde Latinum, Albanique patres, atque altae moenia Romae. |
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Aufgabenvorschläge:
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Das Schicksal des Aeneas steht in einem zielgerichteten (teleologischen) vom Fatum bestimmten Zusammenhang. Der Bogen des Geschehens spannt sich geographisch von Troia nach Rom (Überwindung im 3. Buch, dem Buch der Irrfahrten), zeitlich von der Zerstörung Troias bis in die durch Kaiser Augustus bestimmte Gegenwart des Dichters. Das persönliche Schicksal des Aeneas (Lavinium) wird damit weit übertroffen. Es hat im Gesamtzusammenhang nur funktionalen Charakter. Das Schicksal des Aeneas läuft zwar zielgerichtet, aber nicht geradlinig. Der Zorn der Iuno ist dem Ziel des Fatum entgegengesetzt. Ihre Zornhandlung steht retardierend unter der Prämisse "si qua fata sinant" (18). [Ähnlich verhält es sich mit dem Zorn des Achilleus in der Ilias (Retardiertes Ende: Zerstörung Troias) und dem Zorn des Poseidon in der Odyssee (Heimkehr des Odysseus)]. Aeneas ist [anders als Odysseus] Träger einer Sendung. Dass er trotz unendlicher Leiden (multum ille et terris iactatus et alto, 3; multa quoque et bello passus, 5; tot adire labores, 10) treu zu ihr steht, zeichnet ihn als "insignem pietate virum" (10) aus. Das Ziel lohnt des Einsatz. 2. invocatio (8 - 11)
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Musa, mihi causas memora, quo numine laeso quidve dolens regina deum tot volvere casus |
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insignem pietate virum, tot adire
labores impulerit. tantaene animis caelestibus irae? |
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Aufgabenvorschläge:
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Der Dichter kann sich eine Lösung dieses Widerspruchs nur mit dem für das Epos konstitutiven Motiv des Götterzorns vorstellen: Das "numen" der "regina deum" muss verletzt worden sein, ihr muss ein "dolor" zugefügt worden sein. So war es ja auch bei Odysseus und Poseidon (wegen Polyphems Blendung), bei den Gefährten des Odysseus und Helios (wegen der Schlachtung der Rinder) und bei Aigisthos und Zeus (Tötung Agamemnons). Die Muse weiß es besser: Iunos Zorn hat in der Hauptsache keinen personalen, sondern einen historisch-nationalen Bezug; er begründet sich nicht aus der Vergangenheit, sondern aus der Zukunft. Das ist das entscheidend Neue an Vergils Aeneis: zukunftsgerichtete Furcht mit weltpolitischer Dimension. Es legt sich aber nur wie eine neue Schale um das, was epischer Tradition entspricht; denn es fehlt in Iunos "Vita" auch nicht an der in die Vergangenheit zurückgewendeten persönlichen Kränkung (23ff). Doch es wirkt im Vergleich zu dem Entscheidenden geradezu kleinlich und zunehmend peinlich:
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"Das Gedicht setzt nach dem Prooemium als Motiv des
Hasses der Juno ihren Gegenplan auseinander, der die Weltherrschaft Karthagos
zum Ziele hat. Gleich in den Worten, mit denen die geschichtliche Nebenbuhlerin
Roms eingeführt wird, kündigt sich der Gegensatz zwischen den
beiden Weltmächten an: Carthago Italiam contra (I 13). Das
"contra" ist nicht nur lokal, sondern vor allem symbolisch gemeint.
[...] |
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3. narratio (12 - 33)
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