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| Belege des Suchbegriffs aus ausgewählten Texten (vollständig: Caes.Gall., Cic.Arch., Cic.S.Rosc., Cic.Lael.) |
| Eo cum esset ventum, exploratores hostium, ut omni fluminis parte erant dispositi, inopinantes, quod magna subito erat coorta tempestas, a nostris opprimuntur; Caes.Gall.7,61,1 | Als man dort angekommen war, überraschten unsere Leute die Späher der Feinde, die überall am Ufer aufgestellt waren, wegen eines plötzlichen Unwetters und machten sie nieder. |
| exercitus equitatusque equitibus Romanis administrantibus, quos ei negotio praefecerat, celeriter transmittitur. Caes.Gall.7,61,2 | Unter der Leitung der römischen Reiter, der diese Aufgabe übertragen war, wurden dann in aller Eile Fußvolk und Reiterei (auf die rechte Seite) übergesetzt. |
| uno fere tempore sub lucem hostibus nuntiatur in castris Romanorum praeter consuetudinem tumultuari et magnum ire agmen adverso flumine sonitumque remorum in eadem parte exaudiri et paulo infra milites navibus transportari. Caes.Gall.7,61,3 | Gegen Morgen erhielten die Feinde fast zur gleichen Zeit die Nachricht, es herrsche im römischen Lager ein ungewöhnlich lauter Lärm, ein großer Zug rücke am Fluss hinauf und in der selben Gegend vernehme man Ruderschlag; etwas weiter unten endlich würden die Soldaten auf Schiffen übergesetzt. |
| quibus rebus auditis, quod existimabant tribus locis transire legiones atque omnes perturbatos defectione Haeduorum fugam parare, suas quoque copias in tres partes distribuerunt. Caes.Gall.7,61,4 | Die Gallier glaubten deshalb, die Truppen des Labienus zögen an drei Punkten über den Fluss und seien aus Bestürzung über den Abfall der Häduer auf der Flucht. Sie teilten also auch ihre Truppen in drei Abteilungen: |
| nam praesidio e regione castrorum relicto et parva manu Metiosedum versus missa, quae tantum progrederetur, quantum naves processissent, reliquas copias contra Labienum duxerunt. Caes.Gall.7,61,5 | eine Abteilung blieb vor dem römischen Lager stehen; eine unbedeutende Mannschaft schickten sie gegen Metiosedum, um den römischen Schiffen nachzugehen; alle übrigen Streitkräfte führten sie gegen Labienus. |
| Sed confecto proelio, tum vero cerneres, quanta audacia quantaque animi vis fuisset in exercitu Catilinae. Sall.Cat.61,1 | Nach dem Ende der Schlacht aber - da erst konnte man sehen, wie großer Mut und wie große Energie im Heer des Catilina gelebt hatte. |
| nam fere quem quisque vivos pugnando locum ceperat, eum amissa anima corpore tegebat. Sall.Cat.61,2 | Denn fast jeder bedeckte die Stelle, die er lebend im Kampf eingenommen hatte, nach seinem Tod mit seinem Leichnam. |
| pauci autem, quos medios cohors praetoria disiecerat, paulo divorsius, sed omnes tamen advorsis volneribus conciderant. Sall.Cat.61,3 | In der Mitte, die die Leibkohorte durchbrochen hatte, lagen wenige etwas weiter zerstreut, doch alle mit Wunden auf der Brust. |
| Catilina vero longe a suis inter hostium cadavera repertus est, paululum etiam spirans ferociamque animi, quam habuerat vivos, in voltu retinens. Sall.Cat.61,4 | Catilina wurde fern von seinen Leuten unter feindlichen Leichen aufgefunden; er atmete noch schwach und bewahrte in seinen Gesichtszügen die Leidenschaftlichkeit, die er im Leben gehabt hatte. |
| postremo ex omni copia neque in proelio neque in fuga quisquam civis ingenuos captus est: Sall.Cat.61,5 | Überhaupt aber war aus der ganzen Masse weder im Treffen noch auf der Flucht auch nur ein freigeborener Bürger gefangen genommen worden. |
| ita cuncti suae hostiumque vitae iuxta pepercerant. Sall.Cat.61,6 | So wenig hatten sie das eigene Leben und das der Feinde geschont. |
| neque tamen exercitus populi Romani laetam aut incruentam victoriam adeptus erat. nam strenuissumus quisque aut occiderat in proelio aut graviter volneratus discesserat. Sall.Cat.61,7 | Doch hatte auch das Heer des römischen Volkes keinen freudigen oder unblutigen Sieg errungen. Denn gerade die Tapfersten waren entweder im Kampf gefallen oder schwer verwundet ausgeschieden. |
| multi autem, qui e castris visundi aut spoliandi gratia processerant, volventes hostilia cadavera amicum alii, pars hospitem aut cognatum reperiebant; fuere item, qui inimicos suos cognoscerent. Sall.Cat.61,8 | Viele aber, die aus dem Lager aus Neugier oder Lust am Plündern das Schlachtfeld besuchten, fanden, als sie die Leichen der Feinde umwendeten, teils einen Freund, teils einen Gastfreund oder Verwandten. Einige erkannten aber auch ihre persönlichen Feinde. |
| ita varie per omnem exercitum laetitia, maeror, luctus atque gaudia agitabantur. Sall.Cat.61,9 | So herrschten denn durch das ganze Heer in buntem Wechsel Freude und Schmerz, Klage und Jubel. |
| Atque haud scio an minus vobis hoc sim probaturus; equidem non dubitabo, quod sentio, dicere: physica ista ipsa et mathematica et quae paulo ante ceterarum artium propria posuisti, scientiae sunt eorum, qui illa profitentur, inlustrari autem oratione si quis istas ipsas artis velit, ad oratoris ei confugiendum est facultatem. Cic.de_orat.1,61. | Und vielleicht dürfte ich euch hiervon nicht ganz überzeugen; doch ich will keinen Anstand nehmen, meine Ansicht mitzuteilen. Die Physik und Mathematik selbst, sowie das, was du kurz zuvor als das Eigentum anderer Wissenschaften aufstelltest, gehört der Kenntnis derer an, die sie zu ihrem Berufsgeschäft machen; will aber jemand eben diese Wissenschaften durch den Vortrag beleuchten, so muss er zu der Geschicklichkeit des Redners seine Zuflucht nehmen. |
| 'Id me hercule' inquit 'ipsum attendo: tantus enim cursus verborum fuit et sic evolavit oratio, ut eius vim et incitationem aspexerim, vestigia ingressumque vix viderim, et tamquam in aliquam locupletem ac refertam domum venerim, non explicata veste neque proposito argento neque tabulis et signis propalam conlocatis, sed his omnibus multis magnificisque rebus constructis ac reconditis; sic modo in oratione Crassi divitias atque ornamenta eius ingeni per quaedam involucra atque integumenta perspexi, sed ea contemplari cum cuperem, vix aspiciendi potestas fuit; itaque nec hoc possum dicere, me omnino ignorare, quid possideat, neque plane nosse atque vidisse.' Cic.de_orat.1,161. | "Ja, in der Tat", erwiderte dieser, "eben daran denke ich. Denn seine Worte strömten so rasch dahin, und sein Vortrag entflog so schnell, dass ich ihre Gewalt und ihren Schwung zwar wahrnehmen, aber ihre Spuren und ihren Weg kaum sehen konnte, und als ob ich in ein reich begütertes Haus eingetreten wäre, in dem herrliche Decken nicht ausgebreitet, das Silbergeschirr nicht aufgesetzt, Gemälde und Bildsäulen nicht frei aufgestellt, sondern alle diese vielen und prachtvollen Schätze aufgeschichtet und verpackt wären, so habe ich in dem Vortrag des Crassus die Reichtümer und Kostbarkeiten seines Geistes gleichsam durch Hüllen und Decken erblickt; aber als ich sie näher zu betrachten wünschte, war es mir kaum vergönnt, einen Blick auf sie zu werfen. Und so kann ich zwar nicht sagen, dass ich gar nicht wisse, was er besitze, aber auch nicht, dass ich sie genau erkannt und gesehen habe." |
| His igitur finibus utendum arbitror, ut, cum emendati mores amicorum sint, tum sit inter eos omnium rerum, consiliorum, voluntatum sine ulla exceptione communitas, ut, etiamsi qua fortuna acciderit, ut minus iustae amicorum voluntates adiuvandae sint, in quibus eorum aut caput agatur aut fama, declinandum de via sit, modo ne summa turpitudo sequatur; Cic.Lael.61.a | Meiner Ansicht nach hat man sich daher in der Freundschaft an folgende Bestimmungen zu halten: Unter Freunden muss, die Reinheit ihres Charakters vorausgesetzt, eine unbedingte Gemeinschaft aller Dinge, aller Absichten und aller Meinungen stattfinden. Ja man darf sogar, wenn der Fall eintreten sollte, dass widerrechtliche Wünsche des Freundes zu unterstützen sind, zum Beispiel bei Vorfällen, wo das Leben oder der gute Name des Freundes auf dem Spiel steht, von der geraden Bahn des Rechtes etwas abgehen. Nur muss man dabei eine grobe Verletzung der Ehre vermeiden. |
| est enim, quatenus amicitiae dari venia possit. Cic.Lael.61.b | Bis auf einen gewissen Punkt kann man der Freundschaft einiges zugute halten. |
| Nec vero neglegenda est fama nec mediocre telum ad res gerendas existimare oportet benevolentiam civium; quam blanditiis et assentando colligere turpe est; Cic.Lael.61.c | Aber gegen unseren guten Namen dürfen wir nicht gleichgültig sein, und man hat das Wohlwollen seiner Mitbürger als ein bedeutendes Schutz- und Hilfsmittel für die öffentliche Tätigkeit zu betrachten; dasselbe jedoch durch Schmeichelei und Augendienerei zu erbitten, ist entehrend. |
| virtus, quam sequitur caritas, minime repudianda est. Cic.Lael.61.d | Die Tugend, die herzliche Liebe anderer zur Folge hat, darf man durchaus nicht hintansetzen. |
| quae quoniam te fefellerunt, Eruci, quoniamque vides versa esse omnia, causam pro Sex. Roscio, si non commode, at libere dici, quem dedi putabas, defendi intellegis, quos tradituros sperabas, vides iudicare, restitue nobis aliquando veterem tuam illam calliditatem atque prudentiam, confitere huc ea spe venisse, quod putares hic latrocinium, non iudicium futurum. Cic.S.Rosc.61.a | Weil Du dies nicht geahnt hast, Erucius, weil du siehst, dass alles ganz anders geht, dass Roscius vielleicht nicht geschickt, doch freimütig verteidigt wird, weil du nun wahrnimmst, dass der, von dem du wähntest, man werde ihn dir preisgeben, nun doch Schutz findet, weil du siehst, dass diejenigen, die, wie du hofftest, dir ihn ausliefern sollten, als Richter handeln, nun so lass uns wieder einmal deine alte Geschicklichkeit und Schlauheit sehen! Gestehe, dass du hierher in der Hoffnung kamst, hier ein Räubernest und kein Gericht zu finden. |
| de parricidio causa dicitur; ratio ab accusatore reddita non est, quam ob causam patrem filius occiderit. Cic.S.Rosc.61.b | Ein Vatermord ist es, was man hier verhandelt. Der Ankläger gibt aber keinen Grund an, warum der Sohn den Vater gemordet habe. |
| [Cic.div.2,6,1] Ac mihi quidem explicandae philosophiae causam attulit casus gravis civitatis, cum in armis civilibus nec tueri meo more rem publicam nec nihil agere poteram, nec quid potius, quod quidem me dignum esset, agerem reperiebam. Cic.div.2,6,1 | Und zur Entwicklung der Philosophie hat mir das schwere Unglück des Staates Anlass gegeben, da ich während des Bürgerkrieges weder nach meiner Weise den Staat verteidigen noch auch untätig sein konnte und auch nichts, was meiner mehr würdig gewesen wäre, zu tun fand. |
| [Cic.fin.1,6,1] Quid? si nos non interpretum fungimur munere, sed tuemur ea, quae dicta sunt ab iis, quos probamus, eisque nostrum iudicium et nostrum scribendi ordinem adiungimus, quid habent, cur Graeca anteponant iis, quae et splendide dicta sint neque sint conversa de Graecis? Cic.Fin.1,6,1 | Wenn wir nun nicht bloß übersetzen, sondern Aussagen von Schriftstellern, die wir schätzen, verteidigen und sie durch unser eigenes Urteil und unsere eigene Darstellungsweise anreichern, warum sollte man dann griechische Schriften denen vorziehen, die einerseits deutlich dargestellt, andererseits keine Übersetzung aus dem Griechischen sind? |
| In quo enim maxime consuevit iactare vestra se oratio, tua praesertim, qui studiose antiqua persequeris, claris et fortibus viris commemorandis eorumque factis non emolumento aliquo, sed ipsius honestatis decore laudandis, id totum evertitur eo delectu rerum, quem modo dixi, constituto, ut aut voluptates omittantur maiorum voluptatum adipiscendarum causa aut dolores suscipiantur maiorum dolorum effugiendorum gratia. Cic.fin.1,36,1 | Denn worin sich vorzüglich eure Rede brüstet, zumal die deinige, der du dich so eifrig mit dem Altertum beschäftigst, dass ihr berühmte und tapfere Männer erwähnt und ihre Taten als solche rühmt, die ohne Rücksicht auf äußere Vorteile lediglich um der sittlichen Würde selbst willen vollbracht seien: dies wird ganz umgestoßen durch Feststellung der eben erwähnten Wahl der Dinge, nach der man entweder Vergnügungen opfert, um größere zu erringen, oder sich Schmerzen unterzieht, um größere Schmerzen zu vermeiden. |
| Quodsi vitam omnem perturbari videmus errore et inscientia, sapientiamque esse solam, quae nos a libidinum impetu et a formidinum terrore vindicet et ipsius fortunae modice ferre doceat iniurias et omnis monstret vias, quae ad quietem et ad tranquillitatem ferant, quid est cur dubitemus dicere et sapientiam propter voluptates expetendam et insipientiam propter molestias esse fugiendam? Cic.fin.1,46,1 | Sehen wir nun, dass unser ganzes Leben durch Irrtum und Unwissenheit in Verwirrung gerät und dass es die Weisheit allein ist, die uns vom Ungestüm der Leidenschaften und vom Schrecken peinigender Angstgefühle befreit und selbst des Schicksals Unbilden mit Mäßigung tragen lehrt und alle Wege zeigt, die zur Ruhe und zum inneren Frieden führen: warum sollten wir Anstand nehmen zu behaupten, die Weisheit sei um der Lust willen zu erstreben, sowie die Torheit der Beschwerden wegen zu fliehen? |
| Iam illud quidem perspicuum est, maximam animi aut voluptatem aut molestiam plus aut ad beatam aut ad miseram vitam afferre momenti quam eorum utrumvis, si aeque diu sit in corpore. Cic.fin.1,56,1 | Das ist also jetzt einleuchtend, dass die größte Lust oder Beschwerde der Seele mehr Einfluss auf das glückselige oder unglückselige Leben hat als beides, wenn es gleich lang im Körper stattfindet. |
| ecce autem alii minuti et angusti aut omnia semper desperantes aut malivoli, invidi, difficiles, lucifugi, maledici, morosi, alii autem etiam amatoriis levitatibus dediti, alii petulantes, alii audaces, protervi, idem intemperantes et ignavi, numquam in sententia permanentes, quas ob causas in eorum vita nulla est intercapedo molestiae. Cic.fin.1,61,1 | Siehe da wieder andere, kleinmütige und engherzige Menschen, die an allem stets verzweifeln oder übelwollend, neidisch, grämlich, lichtscheu, schmähsüchtig, mürrisch sind, andere hingegen, die sich sogar auf leichtfertige Liebeshändel einlassen, andere, die mutwillig, andere, die verwegen, frech, zu gleicher Zeit unmäßig und träge sind, nie bei einem Entschluss verharren. Aus diesen Gründen findet sich in ihrem Leben keiner Unterbrechung der Beschwerden. |
| igitur neque stultorum quisquam beatus neque sapientium non beatus. Cic.fin.1,61,2 | Daher ist weder irgendein Tor glückselig noch irgendein Weiser nicht glückselig. |
| Multoque hoc melius nos veriusque quam Stoici. Cic.fin.1,61,3 | Und dies lehren wir weit besser und richtiger als die Stoiker. |
| illi enim negant esse bonum quicquam nisi nescio quam illam umbram, quod appellant honestum non tam solido quam splendido nomine, virtutem autem nixam hoc honesto nullam requirere voluptatem atque ad beate vivendum se ipsa esse contentam. Cic.fin.1,61,4 | Denn diese behaupten, nichts sei gut, als Gott weiß was für ein Schattenbild, das sie das Sittlich-Gute nennen mit einem nicht sowohl gehaltvollen als prunkenden Namen; die Tugend aber, gestützt auf dieses Sittlich-Gute, bedürfe keiner Lust, sondern genüge sich selbst zur Glückseligkeit. |
| Tribus igitur modis video esse a nostris de amicitia disputatum. Cic.fin.1,66,1 | In dreifacher Weise, sehe ich, haben unsere Leute über die Freundschaft gesprochen. |
| At bona pars hominum decepta cupidine falso Hor.sat.1,1,61. | - Doch gar mancher der Menschen, verlockt durch falsche Begierde, |
| Officit, evitare? bonam deperdere famam, Hor.sat.1,2,61. | Was durchweg dir schadet? Des Leumunds Ehre verlieren, |
| Invidia atque vigent ubi crimina: pro bene sano Hor.sat.1,3,61. | Missgunst blüht empor und Beschuldigung: statt gar vernünftig |
| Belli ferratos postis portasque refregit', Hor.sat.1,4,61. | Aufgesprenget des Kriegs schwereiserne Pforten und Tore", - |
| Saetosam laevi frontem turpaverat oris. Hor.sat.1,5,61. | Eine gar garstige Narbe zu links am borstigen Vorkopf. |
| Pauca; abeo, et revocas nono post mense iubesque Hor.sat.1,6,61. | Wenig; ich geh', du berufst neun Monde darauf mich, und heißest |
| Fuscus Aristius occurrit, mihi carus, et illum Hor.sat.1,9,61. | Als er so redet, erscheint mein lieber Aristius Fuscus, |
| Ante cibum versus, totidem coenatus: Etrusci Hor.sat.1,10,61. | Verselchen, eh' er gespeist, und so viel nach Tisch: wie, dem Sturzbach |
| Vitalis metuo et maiorum nequis amicus Hor.sat.2,1,61. | Magst du lebendig verbleiben, auch keiner der mächtigen Freunde |
| 2014.06.10 Joachimus Gauck, Foederalis Germaniae praesidens, manifestationi Coloniae eo loco habitae, quo decem annis ante bomba clavis impleta displosa esset, ipse intererat. Istas insidias a grege, qui NSU (occulti nationalistae sociales) dicitur, paratas fuisse a vero minime abhorreat. Ibi praesidens aliquot decem milia hominum ad civilem audaciam adhortatus est: Coloniam odium paucorum misericordia et solidaritate multorum refutare. Omnes esse varios atque inter se differre, sed in unum consociatos separari non posse. Sententia triduariorum memoralium erat "Birlikte - Concordia". 2014.06.10 | Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck nahm persönlich an einer Kundgebung Teil, die in Köln an der Stelle abgehalten wurde, an der zehn Jahre zuvor eine Nagelbombe explodiert war. Es ist höchst wahrscheinlich, dass dieser Anschlag von dem sogenannten NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) ausgeführt wurde. Dort ermunterte der Päsident zehntausende Menschen zur Zivilcourage. Köln beantworte den Hass der Wenigen mit dem Mitgefühl und der Solidarität der Vielen. Alle seien zwar verschieden und unterschieden sich, aber in Einheit untrennbar verbunden. Das Motto der dreitägigen Gedenkfeiern lautete "Birlikte - Einigkeit". |
| 2014.06.11 Operae ac labores in servando specuum quodam investigatore Stutgardiensi consumpti, exemplum internationalis cooperationis produnt. Qui investigator, cuius identitas ad personam eius protegendam non revelatur, in speluncam, quae in Alpibus Berchtesgadensibus sita "res immanis" nominatur, descendens saxis alte cadentibus graviter vulneratus ex altitudine milium circiter metrorum sua sponte evadere non iam valet. Medici aliique vindices periculi, paucissimi, quibus illic auxiliandi peritiam affectare liceat, ut eius salutem expedirent, ex Germania, Austria, Helvetia succurrerunt. 2014.06.11 | Die intensiven Bemühungen um die Rettung eines Stuttgarter Höhlenforschers geben ein Beispiel für internationale Kooperation. Dieser Forscher, dessen Identität aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht preisgegeben wird, wurde beim Abstieg in die Höhle in den Berchtesgadener Alpen, die "das Riesending" genannt wird, durch herabstürzende Felsbrocken schwer verwundet und kann aus einer Tiefe von ungefähr 1000 Metern aus eigener Kraft nicht mehr heraussteigen. Um seine Rettung zu bewerkstelligen, sind Ärzte und andere Hilfskräfte, die nur in sehr geringer Zahl Erfahrung bei derartigen Rettungsaktionen beanspruchen können, aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu Hilfe geeilt. |
| 2014.06.12 Hodie (12.06.2014) initium campionatus mundani pedifollici in Brasilia fiet. Post spectaculum initiale decima hora postmeridiana manus nationales Brasiliae et Croatiae primam pilam impellent. Ex duodecim urbibus, in quibus luditur, vix una praeparationes ad tempus terminavit, sed animi Brasilianorum adhuc ira politiae exardescentes nunc ad solitum pedifollicum enthusiasmum parati esse videntur. 2014.06.12 | Heute (12.06.2014) beginnt in Brasilien die Fußball-Weltmeisterschaft. Nach der Eröffnungsfeier werden um 22 Uhr die Nationalmannschaften von Brasilien und Kroatien den Ball anstoßen. Von den 12 Städten, in denen Spiele ausgetragen werden, hat kaum eine die Vorbereitungen rechtzeitig abgeschlossen. Aber die Brasilianer, die bisher über die Politik wütend waren, schein jetzt zum gewohnten Enthusiasmus für Fußball bereit zu sein. |
| 2014.06.12 Militantes seditiosi eius catervae, quae ISIS (Islamicus Status in Iraqia et Syria) nominatur, in occidentali et septentrionali Iraqia rectis copiis vix renitentibus in dies plures regionum suo imperio subiciunt. Exercitus iustus Americanorum impulsu ex Shiitis, Sunnitis, Carduchis conflatus est, Nouri al Maliki autem administer primarius, ipse shiita, shiitis tantummodo inservivisse, Sunnitas autem Carduchosque perinique neglexisse dicitur. Quare magna pars militum minime studiosi neque bellant et salutem fuga petunt. Seditiosi autem, furibundi Sunniti, qui rem publicam islamici iuris a mari interno usqua ad Euphraten et Tigridem instituere nituntur, Falludscha, Mosul, Tikrit occupatis ipsum Bagdatum appetere videntur. 2014.06.12 | Auständische Kämpfer der ISIS - Gruppe (Islamischer Staat im Irak und Syrien), bringen von Tag zu Tag mehr Gebiete im westlichen und nördlichen Irak unter ihr Kommando. Das reguläre Heer ist auf Veranlassung der Amerikaner aus Schiiten, Sunniten und Kurden zusammengewürfelt, der Premierminister Nouri al Maliki aber , selbst ein Schiit, soll nur den Schiiten zugetan gewesen sein und die Sunniten und Kurden sträflich vernachlässigt haben. Daher ist ihm ein großer Teil der Soldaten keineswegs ergeben, kämpfen nicht und ergreifen die Flucht. Die Aufständischen aber, fanatische Sunniten, die einen islamischen Staat vom Mittelmeer bis zu Euphrat und Tigris anstreben, scheinen, nachdem sie Falludscha, Mosul und Tikrit erobert haben, auch Bagdad angreifen zu wollen. |
| 2014.06.13 Quoniam Sunnitici terroristae, qui organizationis ISIS sunt, nunc rapide Bagdato appropinquant et regimen Bagdatense in diem magis cura et tutela securitatis caret, Barack Obama regimini auxilium promisit. Quamquam se nullam optionem exempturum esse dicit, tamen eum nullas copias pedestres submissurum certum est. Sed an aeroplana automatica adhibeantur, incertum est. Obama Islamistas neque in Syria neque in Iraqia firmiter adhaerescere patiendum esse dicit. Sergius Lavrov, Russicus administer ab rebus externis, rerum progressu expeditionem Americanam inde ab anno 2003° inceptam ex toto ad scopulos allisam esse demonstrari contendit. 2014.06.13 | Da sich nun die sunnitischen Terroristen, die der Organisation ISIS angehören, Bagdad in rasantem Tempo nähern, und die Regierung in Bagdat täglich mehr die Kontrolle über die Sicherheit verliert, hat Barack Obama der Regierung Hilfe zugesichert. Obwohl er angeblich keine Option ausschließe, ist sicher, dass er keine Bodentruppen schicken wird. Vielleicht werden Drohnen eingesetzt. Obama versichert, es sei nicht hinzunehmen, dass sich die Islamisten entweder in Syrien oder im Irak dauerhaft festsetzen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow sieht die Entwicklung der Verhältnisse als Beweis, dass das amerikanische Eingreifen seit 2003 vollig gescheitert sei. |
| 2014.06.14 Hollandiae pedilusores, postquam quattuor annis ante proximo praeterito campionatu mundano peracto in finali certamine ab Hispanis cladem importunam acceperunt, heri in Brasilia exercitatore Ludovico van Gaal occasione cladis sibi illatae reddendae sunt usi. Quinque ad unum ictibus vincentes praesenti campioni mundano horribilem cladem vel potius alapam gravem dederunt. Chabi Alonso vicesimo septimo minuto ictu poenali unam metam praeceperat, sed breviter ante finem primae ludi partis Robin van Persie admirabili ictu capite misso exaequavit. In altera parte Arjen Robben, famosus ille Bavarorum lusor, bis exitum felicem habuit, neque van Persie altero successu caruit. 2014.06.14 | Nachdem vier Jahre zuvor die holländischen Fußballspieler bei der letzten Weltmeisterschaft im Finale gegen Spanien eine unbequeme Niederlage hatten einstecken müssen, nutzten sie gestern in Brasilien unter ihrem Trainer Louis van Gaal die Gelegenheit sich zu revanchieren. Mit ihrem 5:1 Sieg haben sie dem amtierenden Weltmeister eine schreckliche Schlappe, eher wohl eine schallende Ohrfeige verpasst. Chabi Alonso hatte in der 27. Minute durch einen Strafstoß einen Vorsprung von einem Tor erzielt, aber kurz vor dem Ende der 1. Hälfte konnte Robin van Persie mit einem phänomenalen Kopfstoß ausgleichen. In der zweiten Hälfte war der Bayernstar Arjen Robben zweimal erfolgreich, und auch van Persie musste nicht auf ein zweites Tor verzichten. |
| 2014.06.15 Hassan Rouhani, Iraniae praesidens, suam terram ad regimen Bagdatense etiam militari auxilio sublevandum paratam esse dixit; sed Iraniam copias iam submisisse negat. Utrique, et Iraniani et, qui Bagdati regunt, shiiticam fidem persequentes a militantibus, qui Bagdatum petere et praepotentem sunniticam civitatem instituere temptant, infideles notantur. 2014.06.15 | Der iranische Präsident Hassan Rouhani sagte, sein Land sei bereit, der Regierung in Bagdad auch militärisch zu helfen. Er dementiert aber, dass der Iran bereits Truppen geschickt habe. Beide, sowohl die Iraner, als auch die, die der Regierung in Bagdad unterstehen, sind schiitischen Glaubens und werden deswegen von den Militanten, die Bagdad anzugreifen und einen sunnitischen Großstaat zu errichten versuchen, als ungläubig gebrandmarkt. |
| 2014.06.15 Antonius Blair criminationem invasionem Iraquianam a se atque a G.W.Bush anno 2003° iussam rerum huius temporis progressus subministrasse, repellebat. Hanc cognitionem peculiarem et absurdam esse. Veram causam harum rerum in eo esse, quod societas internationalis in Syria bello civili dilacerata nihil egisset. Expugnationem Mosul urbis non ruinis praesidentis Saddam Hussein confectam esse, sed consiliis pone Syriacos limites captis. 2014.06.15 | Tony Blair wies den Vorwurf zurück, dass die 2003 von ihm und G.W. Bush angeordnete Invasion in den Irak zu der jetzigen Entwicklung im Irak geführt häbe, Diese Vorstellung sei bizarr und abwegig. Die eigentliche Ursache für diese Ereignisse liege in der Untätigkeit der internationalen Gemeinschaft in dem vom Bürgerkrieg zerfleischten Syrien. Die Eroberung der Stadt Mossul sei nicht durch den Sturz des Präsidenten Saddam Hussein erfolgt, sondern durch Pläne, die hinter den syrischen Grenzen geschmiedet worden seien. |
| 2014.06.16 Disputatio, de convenienti pretio gasi ab Russis in Ucrainam suggesti constituendo in cassum recidit. Itaque facile fieri potest, ut societas multinationalis Gazprom hodie gasum in Ucrainam mittere desinat atque praebitiones in Europam quoque occidentalem afficiantur. Colloquiis Cioviae habitis et Ucrainicus moderator politicus Arseniy Yatsenyuk et Alexei Miller, praefectus societatis Gazprom, et mediator Guntherus Oettinger, commissarius Europaeus ab energia, interfuerant. 2014.06.16 | Die Verhandlung über die Festsetzung eines angemessenen Preises für Gas, das aus Russland in die Ukraine geliefert wird, ist gescheitert. So ist es leicht möglich, dass der multinationale Konzern Gazprom heute seine Gaslieferungen in die Ukraine stoppt und dadurch auch die Lieferungen nach Westeuropa in Mitleidenschaft geraten. An den Verhandlungen in Kiew hatten der ukrainische Staatschef Arseni Jazenjuk, der Chef der Gazprom Alexej Miller und als Vermittler der europäische Kommissar für Energie, Günther Öttinger, teilgenommen. |
| 2014.06.16 Pedipilarii Gallici in suo primo campionatus mundani ludo nationalem Hondurae gregem tribus ad nullum ictibus devicerunt. "Matritensis ille regalis" Karim Benzema, qui omnes tres metas assecutus sit, fecit momentum. In altera ludi parte Hondura, cum Wilson Palacios chartam rubram vidisset, decem tantummodo lusores in campo habuit. 2014.06.16 | Die französischen Fußballspieler haben in ihrem ersten Spiel der Weltmeisterschaft die Nationalmannschaft von Honduras mit 3 : 0 niedergerungen. Der Matchwinner war jener bekannte "königliche Madrilene" Karim Benzema, der alle drei Tore erzielte. In der zweiten Halbzeit hatte Honduras, weil Wilson Palacios die rote Karte gesehen hatte, nur noch zehn Spieler auf dem Platz. |
| 2014.06.17 Cum Sunnitici Gihadistae in Iraquia effrenate procedentes a multis, etiam antea inimicitias inter se gerentibus, hostes videntur, fieri potest, ut ex inimicis socii fiant: Ita etiam Foederatae Civitates Americae et Irania considerant, quomodo furores ISIS-militantium componi possint. John Kerry, quidquid constructivum est, excludere non vult. Quod deverticulum et anfractus Americanae politiae esse videtur. Ex Teherano et occulta assensio et aperta reluctatio advertuntur. 2014.06.17 | Weil die sunnitischen Dschihadisten, die im Irak unaufhaltsam vorrücken, von vielen, auch von solchen, die früher verfeindet waren, als Feinde angesehen werden, werden möglicherweise aus Feinden Verbündete. So überlegen sogar die Vereinigten Staaten von Amerika und der Iran, wie sie das tolle Treiben der Isis-Kämpfer stoppen können. John Kerry möchte nichts ausschließen, was konstruktiv ist. Dies sieht nach einer Kursänderung der amerikanischen Politik aus. Aus Richtung Teheran vernimmt man sowohl verhohlene Zustimmung als auch offene Ablehnung. |
| 2014.06.17 Etiam Germanorum pedilusorum grex nationalis primum campionatus mundani ludum proficienter commisit: Devicerunt Lusitanos quattuor ictibus ad nullum. Tres metas Thomas Muller ad suum lucrum revocavit, qui iam quattuor annis ante in Africa Australi plerasque metas lucrificaverat. Secundum ictum Mats Hummel capite super defensorum capita in contignationem metalem impulit. Lusitano defensori Pepe propter intemperantiam charta rubra multato tricesimo septimo minuto campus relinquendus erat. Sucessus Germanis et lusoribus et fautoribus magnas spes excitat. 2014.06.17 | Auch die deutsche Fußballnationalmannschaft hat ihr erstes Weltmeisterschaftsspiel erfolgreich bestritten. Sie besiegten die Portugiesen mit vier zu null. Drei Goals konnte Thomas Müller sich gutschreiben, der schon vier Jahre zuvor in Südafrika die meisten Tore geschossen hatte. Das zweite Tor köpfte Mats Hummel über die Köpfe der Verteidiger hinweg ins Torgehäuse. Der portugiesische Verteidiger Pepe musste wegen einer Unbeherrschtheit in der 37. Minute nach einer Roten Karte vom Platz. Der Erfolg weckt bei den Deutschen, Spielern und Fans, große Hoffnung. |
| 2014.06.18 Summa curia Germaniae Foederatae Hesychopolitana (BGH) birotarium, qui sine casside culpa carens calamitatem viariam patitur et caput collidens vulneratur, neque sic temere affinem culpae esse, et plenam cautionem a societate damnorum sarciendorum esse praebendam diiudicavit. Primum, quod legibus non sancitum est, ut birotarii cassides induant, deinde, quod cassidem gestare nondum in communi birotariorum more est. 2014.06.18 | Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe (BGH) hat entschieden, dass ein Radfahrer, der ohne Helm schuldlos einen Verkehrsunfall erleidet und sich am Kopf verletzt, nicht ohne weiteres mitschuldig ist und von der Versicherungsgesellschaft voll entschädigt werden muss. Erstens weil es gesetzlich nicht geboten ist, dass Radfahrer einen Helm anziehen, zweitens weil es nicht allgemein üblich ist, dass Radfahrer einen Helm tragen. |
| 2014.06.19 Barack Obama Mercurii die officialiter a regimine Bagdatensi arcessitus Americanos ictus aerios sunniticis Gihadistis daturos esse animo praecipit. Democraticos republicanosque congressus participes Vashingtoniae conveniens de optionibus militaribus consultavit. Sunt in congressu, qui, ut Nouri al Maliki munere recedat, postulant, quod eo praesidente reconciliatio cum Sunniticis cogitatione comprehendi non possit. Num Obama assensu congressus debeat, disceptatur. Adhuc navis aeroplanigera aliique naves in sinum Persicum invectae sunt. Ducenti septuaginta quinque milites speciales ad summa Americanorum tuenda Bagdatum tralati sunt. 2014.06.19 | Barack Obama, der am Mittwoch offiziell von der Regierung in Bagdas zu Hilfe gerufen wurde, kann sich Luftschläge gegen die sunnitischen Dschihadisten vorstellen. Er hat sich in Washington mit demokratischen und republikanischen Kongressabgeordneten getroffen und sich über die militärischen Optionen beraten. Einige im Kongress fordern, dass Nouri al Maliki von seinem Amt zurücktritt, weil unter ihm als Präsident eine Aussöhnung mit den Sunniten nicht vorstellbar sei. Ob Obama die Zustimmung des Kongresses benötigt, ist umstritten. Bisher sind ein Flugzeugträger und andere Schiffe in den Persischen Golg eingelaufen. 275 Spezialkräfte wurden zum Schutz der wichtigsten amerikanischen Interessen nach Bagdad verlegt. |
| 2014.06.19 Hispania eodem ictu temporis duobus de causis omnium animos ad se convertit: prima: media nocte regnum Hispaniae exigua manu concelebratorum praesenti a Ioanne Carolo I. Patre in Philippum filium translatum est. Altera: Ingenti spectatorum frequentia manus pedilusorum Hispanicorum, adhuc campiones mundi, a Chilensibus nullo ad duos ictu devicta certamina campionatus iam post prolusionem praemature relinquere debet. 2014.06.19 | Spanien zieht im selben Augenblick aus zwei Gründen die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich: der erste: um Mitternacht ging die spanische Krone in Gegenwart nur weniger Gäste vom Vater Juan Carlos I. Auf den Sohn Felipe über. Der zweite: Vor zahlreicher Zuschauermenge wurde die spanische Fußballmannschaft, der bisherige Weltmeister von den Chilenen mit null zu zwei Toren besiegt und muss schon nach der Vorrunde frühzeitig aus den Meisterschftskämpfen ausscheiden. |
| [Cic.nat.1,6,1] Multum autem fluxisse video de libris nostris, quos compluris brevi tempore edidimus, variumque sermonem partim admirantium, unde hoc philosophandi nobis subito studium extitisset, partim, quid quaque de re certi haberemus, scire cupientium. Cic.nat.1,6,1 | Ich finde nämlich, dass sich viel Gerede über meine Bücher erhoben hat, von denen ich seit kurzer Zeit mehrere herausgegeben habe, und dass sich die Leute verschiedentlich darüber äußerten, teils verwundert, wie ich auf einmal eine solche Neigung für das Philosophieren gefasst, teils neugierig zu erfahren, was ich über jeden Punkt für eine Ansicht hätte. |
| [Cic.off.1,16,1] Ut enim quisque maxime perspicit, quid in re quaque verissimum sit quique acutissime et celerrime potest et videre et explicare rationem, is prudentissimus et sapientissimus rite haberi solet. Cic.off.1,16,1 | Denn mit Recht schreiben wir Weisheit und Klugheit denen in höchstem Grade zu, die mit Leichtigkeit das eigentlich Wahre an jeder Sache zu erkennen und deren Verhältnisse mit Scharfsinn und Schnelligkeit zu entdecken und zu entwickeln im Stande sind. |
| [Cic.off.1,26,1] Maxime autem adducuntur plerique, ut eos iustitiae capiat oblivio, cum in imperiorum, honorum, gloriae cupiditatem inciderunt. Cic.off.1,26,1 | Hauptsächlich dann aber fühlen sich die meisten versucht, auf keine Gerechtigkeit mehr zu achtenen, wenn sich die Begierde nach Befehlshaberstellen, Ämtern, und Ruhm sich ihrer bemächtigt hat. |
| [Cic.off.1,36,1] Ac belli quidem aequitas sanctissime fetiali populi Romani iure perscripta est. Cic.off.1,36,1 | Auch ist, was Gerechtigkeit im Krieg verlangt, aufs gewissenhafteste im Fetialrecht des römischen Volkes bestimmt. |
| [Cic.off.1,66,1] Omnino fortis animus et magnus duabus rebus maxime cernitur, quarum una in rerum externarum despicientia ponitur, cum persuasum est nihil hominem, nisi quod honestum decorumque sit, aut admirari aut optare aut expetere oportere, nullique neque homini neque perturbationi animi nec fortunae succumbere. Cic.off.1,66,1 | Überhaupt erkennt man die starke und große Seele hauptsächlich an zwei Merkmalen: das eine ist Geringschätzung der äußeren Dinge, die auf der Überzeugung beruht, dass man nur das Sittlich-Gute und Ehrenvolle bewundern, wünschen und erstreben dürfe, und sich weder einem Menschen, noch einer Leidenschaft, noch einem Zufall unterwerfen dürfe. |
| [Cic.off.1,76,1] Licet eadem de Pausania Lysandroque dicere, quorum rebus gestis quamquam imperium Lacedaemoniis partum putatur, tamen ne minima quidem ex parte Lycurgi legibus et disciplinae conferendi sunt; quin etiam ob has ipsas causas et parentiores habuerunt exercitus et fortiores. Cic.off.1,76,1 | Dasselbe gilt von Pausanias und Lysander. Sie erweiterten zwar durch ihre Taten die Herrschaft Spartas, lassen sich aber mit Lykurg und dessen Gesetzen und Staatseinrichtung auch nicht von weitem vergleichen. Gerade diesen ist es zuzuschreiben, dass ihre Heere so geordnet und tapfer waren. |
| Hinc apud Athenienses magnae discordiae, in nostra re publica non solum seditiones, sed etiam pestifera bella civilia; Cic.off.1,86,1 | Deshalb jene bedeutenden Auseinandersetzungen bei den Athenern; in unserem Staat nicht nur Aufstände, sondern sogar verderbliche Bürgerkriege. |
| Est autem eius discriptio duplex; nam et generale quoddam decorum intellegimus, quod in omni honestate versatur, et aliud huic subiectum, quod pertinet ad singulas partes honestatis. Cic.off.1,96,1 | Das Anständige zerfällt aber in zwei Teile. Denn es gibt ein allgemein Anständiges, das sich in jedem Sittlich-Guten findet, und ein diesem untergeordnetes, das sich auf die einzelnen Zweige des Sittlich-Guten bezieht. |
| [Cic.off.2,6,1] Nam sive oblectatio quaeritur animi requiesque curarum, quae conferri cum eorum studiis potest, qui semper aliquid anquirunt, quod spectet et valeat ad bene beateque vivendum? Cic.off.2,6,1 | Denn mag man entweder Genuss für den Geist und Erholung von seinen Sorgen suchen: – wo gleicht etwas der Beschäftigung derjenigen, die immer mit einem Gegenstand zu tun haben, der ein angenehmes und glückliches Leben bezweckt und dazu bei trägt? |
| Itaque iis omnes, in quibus est virtutis indoles, commoventur. Cic.off.3,16,1 | Deshalb fühlen sich alle, die Anlage zur Tugend haben, durch sie angesprochen. |
| Deinde qui alterum violat, ut ipse aliquid commodi consequatur, aut nihil existimat se facere contra naturam aut magis fugienda censet mortem, paupertatem, dolorem, amissionem etiam liberorum, propinquorum, amicorum, quam facere cuiquam iniuriam. Cic.off.3,26,1 | Ferner, wer andere misshandelt, um für sich selbst einen Vorteil zu erlangen, glaubt entweder, nichts der Naturwidriges zu tun, oder er denkt, Tod, Armut, Schmerz, Verlust der Kinder, der Verwandten, der Freunde seien mehr zu meiden, als einem anderen Unrecht zu tun. |
| Quare error hominum non proborum, cum aliquid, quod utile visum est, arripuit, id continuo secernit ab honesto. Cic.off.3,36,1 | Daher trennt der Irrtum schlechter Menschen, wenn er sich eines scheinbaren Nutzens bemächtigt hat, dieses sogleich vom Sittlichen. |
| [Cic.rep.10061] nam vel exilium Camilli vel offensio commemoratur Ahalae vel invidia Nasicae vel expulsio Laenatis vel Opimi damnatio vel fuga Metelli vel acerbissima C. Mari clades vel post eius reditum tot principum caedes, vel eorum multorum pestes quae paulo post secutae sunt. Cic.rep.1,6 | Da führte man die Verbannung des Camillus an, die Kränkung des Ahala, den Hass gegen Nasica, die Vertreibung des Laenas, die Verurteilung des Opimius, die Flucht des Metellus, das tief kränkende Unglück des Gaius Marius, nach seiner Rückkehr die Ermordung so vieler führender Männer des Staates und den Untergang der vielen, der bald darauf folgte. |
| Igitur cupido Caesarem invadit solvendi suprema militibus ducique, permoto ad miserationem omni, qui aderat, exercitu ob propinquos, amicos, denique ob casus bellorum et sortem hominum. praemisso Caecina, ut occulta saltuum scrutaretur pontesque et aggeres umido paludum et fallacibus campis inponeret, incedunt maestos locos visuque ac memoria deformis. Tac.ann.1,61,1. | Deshalb kam den Caesar das Verlangen an, dem Heer und seinem Führer die letzte Pflicht zu erweisen. Wehmutsvolles Mitleiden erfüllte das ganze anwesende Heer wegen Verwandter, Freunde, der Unwägbarkeit des Kriegs und des menschlichen Loses. Caecina wurde vorausgeschickt, um die Verstecke der Wälder zu durchspähen und Brücken und Dämme über sumpfige Strecken und trügerische Moorgründe zu bauen. Dann betraten sie die Stätte der Trauer, schauerlich dem Auge und der Erinnerung. |
| prima Vari castra lato ambitu et dimensis principiis trium legionum manus ostentabant; dein semiruto vallo, humili fossa accisae iam reliquiae consedisse intellegebantur: medio campi albentia ossa, ut fugerant, ut restiterant, disiecta vel aggerata. Tac.ann.1,61,2. | Hier das erste Lager des Varus; der weite Umfang und die Raumverhältnisse des Feldherrnplatzes deuteten auf den tatkräftigen Einsatz dreier Legionen. In einiger Entfernung davon ein nur halb aufgeworfener Wall mit niederem Graben, sichtlich der Lagerplatz eines schon angeschlagenen Restes. Auf der Fläche zwischen beiden bleichende Gebeine, zerstreut liegend oder aufgehäuft, je nachdem sie flohen oder Widerstand leisteten. |
| adiacebant fragmina telorum equorumque artus, simul truncis arborum antefixa ora. Lucis propinquis barbarae arae, apud quas tribunos ac primorum ordinum centuriones mactaverant. Tac.ann.1,61,3. | Daneben Bruchstücke von Waffen, Gliedmaßen von Pferden, vorn an Baumstämme genagelte Köpfe. In den nahegelegenen Hainen Barbarenaltäre, an denen sie die Tribunen und Centurionen ersten Ranges geschlachtet hatten. |
| et cladis eius superstites, pugnam aut vincula elapsi, referebant hic cecidisse legatos, illic raptas aquilas; primum ubi vulnus Varo adactum, ubi infelici dextera et suo ictu mortem invenerit; quo tribunali contionatus Arminius, quot patibula captivis, quae scrobes, utque signis et aquilis per superbiam inluserit. Tac.ann.1,61,4. | Hierzu berichteten solche, die dem Schwert und den Banden entgangen und von der Niederlage noch übrig waren, hier seien die Legaten gefallen, dort die Adler entrissen worden; zeigten, wo Varus die erste Wunde empfing, wo er von unseliger Hand durch das eigene Schwert den Tod fand, wo von der Bühne herab Arminius zur Versammlung redete, wie viele Galgen für die Gefangenen, wie die Gruben gewesen seien und wie er Feldzeichen und Adler übermütig verhöhnt habe. |
| Ceterum Germanicus aliis quoque miraculis intendit animum, quorum praecipua fuere Memnonis saxea effigies, ubi radiis solis icta est, vocalem sonum reddens, disiectasque inter et vix pervias arenas instar montium eductae pyramides certamine et opibus regum, lacusque effossa humo, superfluentis Nili receptacula; atque alibi angustiae et profunda altitudo, nullis inquirentium spatiis penetrabilis. Tac.ann.2,61,1. | Auch noch auf andere Wunder zogen Germanicus in ihren Bann. Die wichtigsten von ihnen waren das steinerne Bild des Memnon, das, sobald die Sonnenstrahlen darauftreffen, einen singenden Ton von sich gibt; mitten in der kaum zugänglichen Flugsandwüste Pyramiden, die durch wetteifernde Königsmacht zu Bergeshöhen aufgetürmt sind; der ausgegrabenen Seen, Auffangbecken für austretendes Nilwasser, und anderswo die Flussenge mit ihren für kein Senkblei ergründlichen Tiefen. |
| exim ventum Elephantinen ac Syenen, claustra olim Romani imperii, quod nunc rubrum ad mare patescit. Tac.ann.2,61,2. | Von dort kam er nach Elephantine und Syene, den ehemaligen Grenzorten des römischen Reiches, das sich jetzt bis zum Roten Meer erstreckt. |
| Seneca missum ad se Natalem conquestumque nomine Pisonis, quod a visendo eo prohiberetur, seque rationem valetudinis et amorem quietis excusavisse respondit. cur salutem privati hominis incolumitati suae anteferret, causam non habuisse; nec sibi promptum in adulationes ingenium. idque nulli magis gnarum quam Neroni, qui saepius libertatem Senecae quam servitium expertus esset. Tac.ann.15,61,1. | Seneca gab zur Antwort, Natalis sei zu ihm geschickt worden und sich im Namen Pisos darüber beklagt, dass dieser an einem Besuch gehindert werde, und er habe sich mit der Rücksicht auf seine Gesundheitsumstände und seiner Vorliebe für Ruhe entschuldigt. Das Leben eines Privatmannes seiner eigenen Unversehrtheit vorzuziehen, habe er keinen Grund gehabt; und Schmeicheleien widerstrebten seinem Charakter. Dies wisse niemand besser als Nero, der öfter Freimut als Knechtessinn an Seneca erfahren habe. |
| ubi haec a tribuno relata sunt Poppaea et Tigellino coram, quod erat saevienti principi intimum consiliorum, interrogat, an Seneca voluntariam mortem pararet. tum tribunus nulla pavoris signa, nihil triste in verbis eius aut vultu deprensum confirmavit. ergo regredi et indicere mortem iubetur. Tac.ann.15,61,2. | Als der Tribun dies zurückmeldete, im Beisein der Poppaea und des Tigellinus, die den geheimsten Rat des mordgierigen Fürsten bildeten, fragte dieser, ob Seneca Vorbereitungen treffe zum freiwilligen Tod. Der Tribun versicherte, kein Zeichen von Furcht, keine Traurigkeit in Worten oder Mienen sei zu bemerken gewesen. Daher musste er zurückgehen und ihm den Tod ansagen. |
| tradit Fabius Rusticus non eo, quo venerat, itinere reditum, sed flexisse ad Faenium praefectum et expositis Caesaris iussis, an obtemperaret, interrogavisse monitumque ab eo, ut exequeretur, fatali omnium ignavia. Tac.ann.15,61,3. | Fabius Rusticus gibt an, er sei nicht auf dem Weg, den er gekommen war, zurückgegangen, sondern habe einen Umweg zu dem Präfekten Faenius gemacht, habe diesem den Befehl des Kaisers mitgeteilt und ihn gefragt, ob er gehorchen solle; worauf dieser im die Weisung erteilt habe, ihn zu vollziehen: alle waren zu verderblicher Feigheit verdammt. |
| nam et Silvanus inter coniuratos erat augebatque scelera, in quorum ultionem consenserat. voci tamen et aspectui pepercit intromisitque ad Senecam unum ex centurionibus, qui necessitatem ultimam denuntiaret. Tac.ann.15,61,4. | Denn auch Silvanus war unter den Verschwörern und verschlimmerte doch die Verbrechen, für die er sich durch seine Beteiligung hatte rächen wollen. Doch wollte er es ihm nicht persönlich ins Gesicht sagen: er schickte einen seiner Centurionen zu Seneca hinein, ihm die Unvermeidbarkeit seines Ablebens anzukündigen. |
| [Cic.Tusc.1,61,1] quid igitur? utrum capacitatem aliquam in animo putamus esse, quo tamquam in aliquod vas ea, quae meminimus, infundantur? Cic.Tusc.1,61,1 | Wie? Wollen wir der Seele einen fassenden Raum beilegen, in den, wie in ein Gefäß die Gegenstände der Erinnerung eingegossen werden? |
| [Cic.Tusc.1,61,2] absurdum id quidem; qui enim fundus aut quae talis animi figura intellegi potest aut quae tanta omnino capacitas? Cic.Tusc.1,61,2 | Abgeschmackt! Denn wo ist ihr Boden oder welche Form einer solchen Seele ist denkbar? Oder überhaupt welches Fassungsvermögen? |
| [Cic.Tusc.1,61,3] an inprimi quasi ceram animum putamus, et esse memoriam signatarum rerum in mente vestigia? Cic.Tusc.1,61,3 | Oder nimmt die Seele vielleicht, wie Wachs, Eindrücke auf, und besteht das Gedächtnis in den Spuren der im Geist aufgezeichneten Dinge? |
| [Cic.Tusc.1,61,4] quae possunt verborum, quae rerum ipsarum esse vestigia, quae porro tam inmensa magnitudo, quae illa tam multa possit effingere? Cic.Tusc.1,61,4 | Welche Spuren können von Worten, welche von den Dingen selbst zurückbleiben? Was setzte das endlich für eine unermessliche Größe voraus, um all das viele abzubilden? |
| "Tune, cum pueros Lacedaemone, adulescentes Olympiae, barbaros in harena videris excipientis gravissimas plagas et ferentis silentio, si te forte dolor aliquis pervellerit, exclamabis ut mulier, non constanter et sedate feres?" - Cic.Tusc.2,46,1 | "Du, wenn du Knaben zu Sparta, Jünglinge zu Olympia, Barbaren auf dem Kampfplatz die heftigsten Schläge empfangen und stillschweigend ertragen siehst, solltest du etwa, wenn nun irgendein Schmerz dich anrührt, wie ein Weib aufschreien, solltest ihn nicht standhaft und gelassen ertragen?" - |
| Nec vero umquam ne ingemescit quidem vir fortis ac sapiens, nisi forte ut se intendat ad firmitatem, ut in stadio cursores exclamant, quam maxime possunt. Cic.Tusc.2,56,1 | Übrigens wird der tapfere und weise Mann auch nie seufzen, es sei denn, um sich dadurch zur Festigkeit anzuspannen, gleich wie in der Rennbahn die Läufer so laut als möglich aufschreien. |
| At non noster Posidonius; quem et ipse saepe vidi et id dicam, quod solebat narrare Pompeius, se, cum Rhodum venisset decedens ex Syria, audire voluisse Posidonium; Cic.Tusc.2,61,1 | Anders unser Poseidonios. Ich habe ihn selbst oft gesehen und will von ihm wiedergeben, was Pompeius zu erzählen pflegte: Er habe, als er von Syrien aus nach Rhodos gekommen sei, Poseidonios hören wollen. |
| sed cum audisset eum graviter esse aegrum, quod vehementer eius artus laborarent, voluisse tamen nobilissimum philosophum visere; Cic.Tusc.2,61,2 | Als er aber hörtee, er liege an heftigen Gliederschmerzen schwer krank, habe er den berühmten Philosophen wenigstens besuchen wollen. |
| quem ut vidisset et salutavisset honorificisque verbis prosecutus esset molesteque se dixisset ferre, quod eum non posset audire, at ille "Tu vero", inquit, "potes, nec committam, ut dolor corporis efficiat, ut frustra tantus vir ad me venerit." Cic.Tusc.2,61,3 | Als er in nun gesehen, begrüßt und mit ehrenvollen Worten angeredet, ihm auch sein Leidwesen ausgedrückt hatte, dass er ihn nicht hören könne, antwortete der: "Doch, du kannst! Ich lasse nicht zu, dass der körperliche Schmerz einen so großer Mann umsonst zu mir kommen lässt." |
| Itaque narrabat eum graviter et copiose de hoc ipso, nihil esse bonum, nisi quod esset honestum, cubantem disputavisse, cumque quasi faces ei doloris admoverentur, saepe dixisse: "Nihil agis, dolor! quamvis sis molestus, numquam te esse confitebor malum". Cic.Tusc.2,61,4 | Und nun sprach er liegend mit Nachdruck und Fülle gerade darüber, nichts sei gut, als was tugendhaft sei; und als ihn der Schmerz wie mit Flammengewalt ergriff, habe er öfter ausgerufen: "Nichts vermagst du, o Schmerz! Wie beschwerlich du auch seist, ich werde niemals zugestehen, du seiest ein Übel!" |
| Sed cum videas eos, qui aut studio aut opinione ducantur, in eo persequendo atque adipiscendo dolore non frangi, debeas existimare aut non esse malum dolorem aut, etiamsi, quicquid asperum alienumque natura sit, id appellari placeat malum, tantulum tamen esse, ut a virtute ita obruatur, ut nusquam appareat. Cic.Tusc.2,66,1 | Wenn du aber siehst, wie Menschen, die sich von einer Vorliebe oder Meinung leiten lassen, diese, ohne am Schmerz zu zerbrechen, verfolgen und erreichen, musst du daraus schließen, der Schmerz sei entweder kein Übel, oder, wenn wir, was herb und widernatürlich ist, ein Übel nennen wollen, es sei so unbedeutend, dass es von der Tugend so überdeckt wird, dass es nirgends mehr erscheint. |
| [Cic.Tusc.3,6,1] Est profecto animi medicina, philosophia; cuius auxilium non, ut in corporis morbis, petendum est foris, omnibusque opibus viribus, ut nosmet ipsi nobis mederi possimus, elaborandum est. Cic.Tusc.3,6,1 | Wahrlich die Arznei der Seele ist die Philosophie; ihre Hilfe darf man aber nicht, wie bei den körperlichen Krankheiten, auswärts suchen; sondern wir müssen mit aller Kraft darauf hinarbeiten, dass wir uns selbst heilen können. |
| Pythagoras mihi si diceret aut Socrates aut Plato: 'Quid iaces aut quid maeres aut cur succumbis cedisque fortunae? quae pervellere te forsitan potuerit et pungere, non potuit certe vires frangere. Cic.Tusc.3,36,1 | Ja, wenn Pythagoras zu mir spräche oder Sokrates oder Platon: "Warum liegst du darnieder oder was jammerst du oder warum unterwirfst du dich und weichst dem Geschick? Es hätte dich vielleicht durchrütteln und stechen, doch nicht dir die Kräfte brechen können. |
| Duplex est igitur ratio veri reperiendi non in is solum, quae mala, sed in is etiam, quae bona videntur. Cic.Tusc.3,56,1 | Es gibt nun einen doppelten Weg, die Wahrheit zu finden, nicht nur bei dem, was als ein Übel, sondern auch bei dem, was als ein Gut gilt. |
| Reliquas quoque partis aegritudinis utilis esse dicunt, misericordiam ad opem ferendam et calamitates hominum indignorum sublevandas; Cic.Tusc.4,46,1 | Auch die übrigen Spielarten des Kummers nennen sie nützlich: das Mitleid zur Hilfeleistung und um das unverdiente Unglück der Menschen zu erleichtern; |
| Quid, qui non modo ea futura timet, verum etiam fert sustinetque praesentia—adde eodem exilia luctus orbitates: qui rebus his fractus aegritudine eliditur, potest tandem esse non miserrimus? Cic.Tusc.5,16,1 | Und wie? Wenn man dies nicht nur für die Zukunft fürchtet, sondern es in der Gegenwart ertragen und dulden muss? Füge Verbannung, Betrübnis, Verlust der Kinder hinzu: wer hierdurch überwältigt von Kummer erdrückt wird, muss der nicht ganz unglücklich sein? |
| An malumus Epicurum imitari? qui multa praeclare saepe dicit; quam enim sibi constanter convenienterque dicat, non laborat. Cic.Tusc.5,26,1 | Oder wollen wir lieber Epikur nachahmen? Er sagt oft viel Treffliches; denn wie konsequent, wie mit sich übereinstimmend, kümmert ihn nicht. |
| Quod ni ita tenebimus, multa erunt, quae nobis bona dicenda sint; Cic.Tusc.5,46,1 | Halten wir dieses nicht so fest, so werden wir manches andere noch ein Gut nennen müssen: |
| Utrum tandem beatior C. Marius tum, cum Cimbricae victoriae gloriam cum collega Catulo communicavit, paene altero Laelio—nam hunc illi duco simillimum -, an cum civili bello victor iratus necessariis Catuli deprecantibus non semel respondit, sed saepe: "moriatur"? Cic.Tusc.5,56,1 | Wann war Gaius Marius glückseliger? Damals, als er den Ruhm des Sieges gegen die Kimbrer mit seinem Kollegen Catulus teilte, beinahe einem zweiten Laelius (denn diesem achte ich jenen am ähnlichsten), oder als er, als Sieger im Bürgerkrieg, zornig den Verwandten des Catulus auf ihre Fürbitte mehr als einmal antwortete: "Er sterbe!" |
| Quamquam hic quidem tyrannus ipse iudicavit, quam esset beatus. Cic.Tusc.5,61,1 | Doch dieser Tyrann zeigte selbst an, wie glücklich er war. |
| Nam cum quidam ex eius adsentatoribus, Damocles, commemoraret in sermone copias eius, opes, maiestatem dominatus, rerum abundantiam, magnificentiam aedium regiarum negaretque umquam beatiorem quemquam fuisse, "Visne igitur" inquit, "o Damocle, quoniam te haec vita delectat, ipse eam degustare et fortunam experiri meam?" Cic.Tusc.5,61,2 | Ein gewisser Damokles, einer von seinen Schmeichlern, zählte im Gespräch seine Truppen, seine Schätze, die Erhabenheit seiner Herrschaft, den Überfluss an allem, die Pracht der königlichen Paläste auf, und behauptete nun, es habe nie einen glückseligeren Menschen gegeben. Hierauf sagte Dionysius: "Willst Du also, Damokles, weil dieses Leben dich erfreut, es selbst auch kosten und mein Glück erproben?" |
| 05.09.2016 Dum cancellaria Angela Merkel in Sinis versans summum conventum G20 - civitatum participat, eius factio Democratarum Christianorum (CDU) in Megapoli et Pomerania Citeriore, ubi heri delegati consilii foederalis eligebantur, in tertium locum praecipitavit (19.0%). Maximum numerum suffragiorum Sociales Democratae (SPD) reportaverunt (30.6%), sed felicissimum exitum habuit Alternativa pro Germania (AfD), quae primo accessu ad 20.8 % properans secundum locum tenet. Quamquam ista factio dextrorsus vergere et xenophobica et antiislamica esse reprehenditur, multorum animos ad suam causam perducere potuit. Sinistri 13.2% adepti locum quartum tenent. Prasini, Dextri (NPD), Liberales (FDP) a meta quinque centesimarum aberrantes parlamento deerunt. 61.6% civium suffragatum ierant. Omnes numeri hic excerpti praecursorii sunt. Cancellaria Merkel hodie, quod insolitum est, quae sibi videantur, e Sinis denuntiabit. lc201609 | Während die Kanzlerin Angela Merkel in China beim G20-Gipfel weilt, stürzte ihre christdemokratische Partei (CDU) in Vorpommern, wo gestern der Landtag gewählt wurde, auf den dritten Platz ab (19%). Die meisten Stimmen (30,6%) gewannen die Sozialdemokraten (SPD). Den größten Erfolg aber hatte die Alternative für Deutschland (AfD), die auf Anhieb 20,8% erzielte und den zweiten Platz einnimmt. Obwohl diese Partei als rechtslastig, fremdenfeindlich und anttislamisch kritisiert wird, konnte sie viele für ihre Sache gewinnen. Die Linke landete mit 13,2% auf dem vierten Platz. Die Grünen, Rechten (NPD) und Liberalen (FDP) verfehlten die 5%-Grenze und kommen nicht in den Landtag. Die Wahlbeteiligung hatte bei 61,6% gelegen. Alle hier angegebenen Zahlen sind vorläufig. Die Kanzlerin Merkel wird heute, was ungewöhnlich ist, aus China eine Stellungnahme abgeben. |