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| Belege des Suchbegriffs aus ausgewählten Texten (vollständig: Caes.Gall., Cic.Arch., Cic.S.Rosc., Cic.Lael.) |
| His rebus adducti et auctoritate Orgetorigis permoti constituerunt ea, quae ad proficiscendum pertinerent, comparare, iumentorum et carrorum quam maximum numerum coemere, sementes quam maximas facere, ut in itinere copia frumenti suppeteret, cum proximis civitatibus pacem et amicitiam confirmare. Caes.Gall.1,3,1 | In Erwägung dieser Umstände ließen sie sich durch das Ansehen des Orgetorix bestimmen und fassten den Beschluss, alle Bedürfnisse für den Zug zusammenzubringen, Lasttiere und Wagen in größter Menge aufzutreiben, so viel Feld als möglich zu bestellen, um auf dem Zug hinlänglich Vorrat an Getreide zu haben, und mit ihren Nachbarn das Band des Friedens und der Freundschaft fest zu knüpfen. |
| Erant omnino itinera duo, quibus itineribus domo exire possent: unum per Sequanos, angustum et difficile, inter montem Iuram et flumen Rhodanum, vix qua singuli carri ducerentur, mons autem altissimus impendebat, ut facile perpauci prohibere possent; Caes.Gall.1,6,1 | Es gab im ganzen zwei Wege, auf denen die Helvetier von zu Hause wegziehen konnten. Der eine ging durch das Land der Sequaner, zwischen dem Juragebirge und der Rhône, ein enger und beschwerlicher Pass, auf dem kaum einzelne Wagen fahren konnten, während das sehr hohe Gebirge darüber schwebte und ganz wenig Leute imstand waren, den Durchgang zu verwehren. |
| Helvetii cum omnibus suis carris secuti impedimenta in unum locum contulerunt; Caes.Gall.1,24,4 | Die Helvetier, die mit all ihren Wagen folgten, brachten ihr Gepäck an einem Ort zusammen, warfen in dichtester Schlachtstellung die römische Reiterei zurück, |
| Ita ancipiti proelio diu atque acriter pugnatum est. diutius cum sustinere nostrorum impetus non possent, alteri se, ut coeperant, in montem receperunt, alteri ad impedimenta et carros suos se contulerunt. Caes.Gall.1,26,1 | Lange und heftig war diese Doppelschlacht. Als aber der Feind den Angriff der Römer nicht länger aushalten konnte, zogen sich die einen, wie vorher, auf die Anhöhe, die anderen (Boier und Tulinger) wendeten sich zum Gepäck und zu den Wagen; |
| ad multam noctem etiam ad impedimenta pugnatum est, propterea quod pro vallo carros obiecerant et e loco superiore in nostros venientes tela coniciebant et nonnulli inter carros rotasque mataras ac tragulas subiciebant nostrosque vulnerabant. Caes.Gall.1,26,3 | Bis tief in die Nach hielt auch der Kampf bei dem Gepäck an, weil die Feinde ihre Wagen als einen Wall gegen die anrückenden Römer vorgeschoben hatten und von der Anhöhe herab Geschosse auf sie schleuderten. Manche schossen auch mit ihren leichten Wurfspießen zwischen den Wagen und Rädern durch und verwundeten Cäsars Leute. |
| tum demum necessario Germani suas copias castris eduxerunt generatimque constituerunt paribus intervallis - Harudes, Marcomanos, Tribocos, Vangiones, Nemetes, Sedusios, Suebos - , omnemque aciem suam raedis et carris circumdederunt, ne qua spes in fuga relinqueretur. Caes.Gall.1,51,2 | Nun endlich waren die Germanen genötigt, mit ihren Streitkräften aus dem Lager auszurücken; sie stellten sich nach einzelnen Völkerschaften in gleichen Abständen zueinander in Schlachtordnung auf: die Haruden, Markomannen, Triboken, Vangionen, Nemeter, Sedusier und Sueben. Zugleich umschlossen sie ihre gesamte Schlachreihe mit Wagen und Fuhrwerken, um jede Hoffnung auf Flucht abzuschneiden. |
| Palus erat non magna inter nostrum atque hostium exercitum. hanc si nostri transirent, hostes exspectabant; nostri autem, si ab illis initium transeundi fieret, ut impeditos adgrederentur, parati in armis erant. Caes.Gall.2,9,1 | Zwischen beiden Heeren lag ein nicht ganz großer Sumpf, und die Feinde warteten, ob die Römer ihn überquerten; die Römer hingegen standen schlagfertig unter den Waffen, um den Feind anzugreifen, sofern er den Übergang zuerst wagen sollte und dadurch behindert wäre. |
| hostes, ubi et de expugnando oppido et de flumine transeundo spem se fefellisse intellexerunt neque nostros in locum iniquiorem progredi pugnandi causa viderunt atque ipsos res frumentaria deficere coepit, concilio convocato constituerunt optimum esse domum suam quemque reverti et, quorum in fines primum Romani exercitum introduxissent, ad eos defendendos undique convenirent, ut potius in suis quam in alienis finibus decertarent et domesticis copiis rei frumentariae uterentur. Caes.Gall.2,10,4 | Da sich die Feinde in der Hoffnung, die Festung zu erobern und über den Fluss zu setzen, betrogen sahen und bemerkten, wie sich die Römer nicht verleiten ließen, an einem ungünstigen Ort ein Treffen zu liefern, während ihnen selbst der Getreidevorrat ausging, beriefen ihrer Häuptlinge eine Versammlung, in der man den Beschluss fasste, jeder solle in seine Heimat zurückkehren, um demjenigen Staat, in dessen Gebiet die Römer zuerst einfallen würden, von allen Seiten zu Hilfe zu kommen, indem sie lieber im eigenen Land als auf fremdem Boden eine Schlacht wagen und sich des heimischen Vorrates an Lebensmitteln bedienen wollten. |
| qua pulsa impedimentisque direptis futurum, ut reliquae contra consistere non auderent. Caes.Gall.2,17,3 | Sei einmal jene Legion geschlagen und ihres Gepäcks beraubt, so würden die übrigen keinen Widerstand wagen. |
| non se existimare Romanos sine ope divina bellum gerere, qui tantae altitudinis machinationes tanta celeritate promovere et ex propinquitate pugnare possent, Caes.Gall.2,31,2 | Sie erklärten, sie seien überzeugt, dass die Römer mit göttlichem Beistand Krieg führten, weil sie im Stande wären, so hohem Maschinen mit solcher Schnelligkeit vorwärtszubewegen und in der Nähe den Angriff zu wagen; |
| id ea de causa faciebat, quod cum tanta multitudine hostium, praesertim eo absente, qui summam imperii teneret, nisi aequo loco aut opportunitate aliqua data legato dimicandum non existimabat. Caes.Gall.3,17,7 | Allein Sabinus handelte nur darum so, weil er glaubte, besonders in Anwesenheit des Oberfeldherrn dürfe ein Unterbefehlshaber mit einer so überlegenen Masse Feinde nur dann einen Kampf wagen, wenn das Schlachtfeld für ihn vorteilhaft oder die Umstände besonders günstig wären. |
| quod ubi Crassus animadvertit suas copias propter exiguitatem non facile diduci, hostem et vagari et vias obsidere et castris satis praesidii relinquere, ob eam causam minus commode frumentum commeatumque sibi supportari, in dies hostium numerum augeri, non cunctandum existimavit quin pugna decertaret. Caes.Gall.3,23,7 | Crassus aber sah wohl, dass sich seine Truppen wegen ihrer geringen Anzahl nicht wohl auseinanderlegen ließen, während die Feinde Streifzüge vornehmen, den Weg besetzen und dennoch zum Schutz ihres Lagers hinlänglich Mannschaft zurücklassen konnten. Da deshalb die Zufuhr des Getreides und sonstiger Lebensmittel für ihn ungemein schwierig, die Zahl der Feinde aber von Tag zu Tag größer wurde, glaubte er, ohne weiteres Zögern ein entscheidendes Treffen wagen zu müssen. |
| qui omnibus rebus subito perterriti et celeritate adventus nostri et discessu suorum neque consilii habendi neque arma capiendi spatio dato perturbantur, copiasne adversus hostem ducere an castra defendere an fuga salutem petere praestaret. Caes.Gall.4,14,2 | Die Feinde wurden sowohl durch die schnelle Ankunft der Römer als wegen der Abwesenheit ihrer Leute plötzlich in großen Schrecken versetzt und wussten ohne die Möglichkeit, einen Plan zu beratschlagen oder auch nur zu den Waffen zu greifen, vor Bestürzung nicht, ob sie gegen die Römer ein Treffen wagen oder das Lager verteidigen oder ihr Heil in der Flucht suchen sollten. |
| Volusenus perspectis regionibus omnibus, quantum ei facultatis dari potuit, qui navi egredi ac se barbaris committere non auderet, quinto die ad Caesarem revertitur, quaeque ibi perspexisset, renuntiat. Caes.Gall.4,21,9 | Nachdem Volusenus die Gegenden Britanniens so gut kennen gelernt hatte, als es ihm möglich war, ohne es zu wagen, aus dem Schiff zu steigen und sich den Bewohnern anzuvertrauen, kehrte er am fünften Tag zu Cäsar zurück und teilte ihm seine Wahrnehmungen mit. |
| Genus hoc est ex essedis pugnae: primo per omnes partes perequitant et tela coniciunt atque ipso terrore equorum et strepitu rotarum ordines plerumque perturbant, et cum se inter equitum turmas insinuaverunt, ex essedis desiliunt et pedibus proeliantur. Caes.Gall.4,33,1 | Der Kampf von diesen Streitwagen der Britannier ist von folgende Art: Am Anfang stürmen sie nach allen Seiten hin herum, schießen auf dem Feind und bringen ihn in der Regel schon durch den bloßen Schreck der Rosse und das Gerassel der Wagen die feindlichen Reihen in Verwirrung. Sobald sie sich dann zwischen die Reiterhaufen gedrängt haben, springen sie in von den Wagen herab und kämpfen zu Fuß. |
| aurigae interim paulum ex proelio excedunt atque ita currus conlocant, ut, si illi a multitudine hostium premantur, expeditum ad suos receptum habeant. Caes.Gall.4,33,2 | Die Wagenlenker verlassen unterdessen allmählich das Treffen und stellen die Wagen so auf, dass die Kämpfe einen ganz leichten Rückzug zu ihren Leuten haben, wenn sie von der Masse der Feinde bedrängt werden. |
| itaque ad quemvis numerum ephippiatorum equitum quamvis pauci adire audent. Caes.Gall.4,2,5 | Wenn Sie deshalb noch so wenige sind, wagen sie es doch, den größten Haufen Sattelreiter anzugreifen. |
| Toto hoc in genere pugnae cum sub oculis omnium ac pro castris dimicaretur, intellectum est nostros propter gravitatem armorum, quod neque insequi cedentes possent neque ab signis discedere auderent, minus aptos esse ad huius generis hostem, Caes.Gall.5,16,1 | Da dieses Gefecht im Angesicht des ganzen Heeres und vor dem Lager vorfiel, sah man an dieser ganzen Art des Kampfes, dass das römische Fußvolk wegen seiner schweren Rüstung gegen Feinde dieser Art nicht gut zu gebrauchen war, weil es den Weichenden nicht nachsetzen konnte, und auch der Soldat auch nicht wagen durfte, die Feldzeichen zu verlassen. |
| neque tamen ulli civitati Germanorum persuaderi potuit, ut Rhenum transiret, cum se bis expertos dicerent, Ariovisti bello et Tencterorum transitu, non esse amplius fortunam temptaturos. Caes.Gall.5,55,2 | Es ließ sich aber dennoch kein germanischer Stamm bereden, über den Rhein zu ziehen; sie sagten, schon zweimal hätten sie es versucht, nämlich in Ariovists Krieg und bei dem Übergang der Tenkterer: sie würden es nicht noch einmal zu wagen. |
| multum cum in omnibus rebus, tum in re militari potest Fortuna. nam magno accidit casu, ut in ipsum incautum etiam atque imparatum incideret, priusque eius adventus ab omnibus videretur, quam fama ac nuntius adferretur, sic magnae fuit fortunae omni militari instrumento, quod circum se habebat, erepto raedis equisque comprehensis ipsum effugere mortem. Caes.Gall.6,30,2 | Überall entscheidet sehr viel der Zufall, am meisten aber im Krieg. Denn wie es ein ganz besonderer Zufall war, dass Basilus, dessen Ankunft man erst erfuhr, als er schon erschien, den Ambiorix unversehens und unvorbereitet überfiel, so war es für den Ambiorix ein großes Glück, dass er bei dem Verlust allen militärischen Geräts, das er bei sich hatte, bei der Wegnahme seiner Wagen und Pferde dennoch dem Tod entging. |
| qui cum ad flumen Ligerim venissent, quod Bituriges ab Haeduis dividit, paucos dies ibi morati neque flumen transire ausi domum revertuntur Caes.Gall.7,5,4 | Als diese an die Loire (den Liger) gekommen waren, den Grenzfluss zwischen den Häduern und Biturigen, hielten sie einige Tage still, kehrten, ohne den Übergang zu wagen. wieder heim. |
| illi celeriter per exploratores adventu Caesaris cognito carros impedimentaque sua in artiores silvas abdiderunt, copias omnes in loco edito atque aperto instruxerunt. Caes.Gall.7,18,3 | Kaum hatten jedoch die Gallier durch Kundschafter das Anrücken Cäsars erfahren, brachten sie ihre Wagen samt dem Gepäck in dichtere Waldungen, die ganze Truppenmasse dagegen stellten sie auf einer freien Anhöhe in Schlachtordnung auf. |
| quos cum sic animo paratos videat, ut nullum pro sua laude periculum recusent, summae se iniquitatis condemnari debere, nisi eorum vitam sua salute habeat cariorem. Caes.Gall.7,19,5 | Gerade weil er sie so mutig und entschlossen finde, für seinen Ruhm alles zu wagen, müsse er sich der schlimmsten Fehlentscheidung schuldig machen, wenn ihm nicht ihr Leben mehr als seine eigene Person am Herzen liege. |
| his paucos addit equites, qui latius ostentationis causa vagentur. longo circuitu easdem omnes iubet petere regiones. Caes.Gall.7,45,3 | Auch einige Reiter gab er ihnen mit, die sich weiter wagen mussten, um Aufsehen zu erregen. Alle aber hatten den Befehl, auf großen Umwegen in ein und dieselbe Richtung zu ziehen. |
| Quibus rebus cognitis Caesar maturandum sibi censuit, si esset in perficiendis pontibus periclitandum, ut prius, quam essent maiores eo coactae copiae, dimicaret. Caes.Gall.7,56,1 | Bei der Nachricht davon glaubte Cäsar eilen zu müssen, um, wenn er allenfalls beim Bau einer Brücke ein Treffen wagen müsse, diesen Kampf zu bestehen, ehe sich in jener Gegend der Feind verstärke. |
| Caesar cum animadverteret hostem complures dies castris palude et loci natura munitis se tenere neque oppugnari castra eorum sine dimicatione perniciosa nec locum munitionibus claudi nisi a maiore exercitu posse, litteras ad Trebonium mittit, ut quam celerrime posset legionem XIII., quae cum T. Sextio legato in Biturigibus hiemabat, arcesseret atque ita cum tribus legionibus magnis itineribus ad se veniret. Caes.Gall.8,11,1 | Der Feind stand schon mehrere Tage in seinem Lager, das durch den Sumpf und die Örtlichkeit überhaupt fest war. Cäsar sah, dass man einen Sturm darauf nur unter verderblichem Kampf wagen würde, und dass nur ein bedeutendes Heer im Stande wäre, den Ort mit Umschanzungen förmlich einzuschließen. Er schrieb deshalb dem Trebonius, schleunigst die 13. Legion, die unter dem Befehl des Legaten Titus Sextius bei den Biturigen stand, an sich zu ziehen und dann mit den drei Legionen in den größten Eilmärschen zu ihm zu stoßen. |
| quo cum adventaret atque ex captivis certius cognosceret multis hominum milibus a Dumnaco, duce Andium, Duratium clausum Lemoni oppugnari neque infirmas legiones hostibus committere auderet, castra posuit loco munito. Caes.Gall.8,26,2 | Bei seiner Ankunft sagten ihm Gefangene, Duratius werde von Dumnacus, dem Führer der Anden, der ein Heer von vielen Tausenden habe, zu Libo hart eingeschlossen. Da aber Caninius mit seinen schwachen Legionen kein Treffen wagen wollte, bezog er an einem festen Punkt das Lager. |
| constituisse autem Bellovacos omnium principum consensu, summa plebis cupiditate, si, ut diceretur, Caesar cum tribus legionibus veniret, sese offerre ad dimicandum, ne miseriore ac duriore postea condicione cum toto exercitu decertare cogerentur; Caes.Gall.8,7,6 | Für den Fall, dass Cäsar, wie es heiße, nur mit drei Legionen anrücke, seien die Bellovaker unter Einwilligung aller Häuptlinge und leidenschaftlichem Verlangen des Volkes entschlossen, ein entscheidendes Treffen zu wagen, um sich nicht später zu einem ungünstigeren und härteren Kampf mit dem gesamten römischen Heer gezwungen zu sehen. |
| sed quia multis et magnis tempestatibus vos cognovi fortis fidosque mihi, eo animus ausus est maxumum atque pulcherrumum facinus incipere, simul quia vobis eadem quae mihi bona malaque esse intellexi; Sall.Cat.20,3 | Daraus aber, dass ich euch in vielen heftigen Stürmen standhaft und treu gefunden habe, daraus schöpfe ich den Mut, die größte und herrlichste Tat zu wagen; zugleich daraus, dass ich erkannt habe, wie ihr mit mir über Glück und Unglück die gleiche Ansicht teilt. |
| decem horis nocturnis sex et quinquaginta milia passuum cisiis pervolavit, non modo ut exoptatum inimico nuntium primus adferret, sed etiam cruorem inimici quam recentissimum telumque paulo ante e corpore extractum ostenderet. Cic.S.Rosc.19.c | In zehn Stunden der Nacht durchflog er auf einem zweirädrigen Wagen 56 Meilen (28 km), nicht allein um zuerst die dem Feind erwünschte Nachricht zu überbringen, sondern auch das noch ganz frische Blut des Feindes und den kurz zuvor aus seinem Leichnam gezogenen Dolch zu zeigen. |
| non versatur ante oculos vobis in caede Glaucia? non adest iste T. Roscius? non suis manibus in curru conlocat Automedontem illum, sui sceleris acerbissimi nefariaeque victoriae nuntium? Cic.S.Rosc.98.d | Seht ihr nicht bei dem Mord den Glaucia vor euch stehen, ist nicht Titus Roscius zugegen? Hebt er nicht mit eigenen Händen jenen Automedon, den Boten seines abscheulichen Frevels und verbrecherischen Sieges, auf den Wagen? |
| Africanus, qui suo cognomine declarat tertiam partem orbis terrarum se subegisse, tamen, si sua res ageretur, testimonium non diceret; nam illud in talem virum non audeo dicere: si diceret, non crederetur. Cic.S.Rosc.103.a | Ein Africanus, dessen Beiname anzeigt, dass er ein Drittel des Erdkreises bezwungen hat, würde doch, wenn seine eigene Sache verhandelt würde, kein Zeugnis ablegen. Ich möchte nicht einmal wagen, von einem solchen Mann so etwas auszusprechen; und wenn er es auch ablegte, so würde man ihm nicht glauben. |
| publice aluntur isdem nemoribus ac lucis, candidi et nullo mortali opere contacti; quos pressos sacro curru sacerdos ac rex vel princeps civitatis comitantur hinnitusque ac fremitus observant. Tac.Germ.10,4 | Sie werden auf öffentliche Kosten in den Waldtriften und Hainen gehalten, sind glänzend weiß und von keiner irdischen Arbeit berührt. Diese werden vor den heiligen Wagen gespannt, und der Priester und der König - oder das Haupt der Gemeinde - begleiten ihn und geben auch ihr Wiehern und Schnauben Acht. |
| nec quicquam notabile in singulis, nisi quod in commune Nerthum, id est Terram matrem, colunt eamque intervenire rebus hominum, invehi populis arbitrantur. est in insula Oceani castum nemus, dicatumque in eo vehiculum, veste contectum; attingere uni sacerdoti concessum. Tac.Germ.40,2 | An ihnen ist im einzelnen nichts Bemerkenswert, als dass sie insgesamt die Nerthus, d.h. die Erdmutter, verehren und von ihr glauben, sie greife in die menschlichen Angelegenheiten ein und komme zu den Völkern gefahren. Auf einer Insel des Ozeans ist ein heiliger Hain und darin ein geweihter, mit einem Tuch bedeckter Wagen. Berühren darf ihn allein der Priester. |
| is adesse penetrali deam intellegit vectamque bubus feminis multa cum veneratione prosequitur. laeti tunc dies, festa loca, quaecumque adventu hospitioque dignatur. Tac.Germ.40,3 | Dieser erkennt es, wenn die Göttin im Heiligtum ist und geleitet ihren mit Kühen bespannten Wagen in tiefer Ehrfurcht. Fröhlich sind dann die Tage, Feste an allen Orten, die die Göttin ihres Besuches und Aufenthaltes würdigt. |
| mox vehiculum et vestis et, si credere velis, numen ipsum secreto lacu abluitur. servi ministrant, quos statim idem lacus haurit. arcanus hinc terror sanctaque ignorantia, quid sit illud, quod tantum perituri vident. Tac.Germ.40,5 | Hierauf werden Wagen und Tücher und, wenn man es glauben mag, die Gottheit selbst in einem einsamen See gewaschen. Den Dienst verrichten Sklaven, die auf der Stelle der selbe See verschlingt. Daher waltet geheimes Grauen und eine fromme Unwissenheit darüber, was das sein möge, was nur Todgeweihte zu sehen bekommen. |
| Venethi multum ex moribus traxerunt; nam quidquid inter Peucinos Fennosque silvarum ac montium erigitur, latrociniis pererrant. hi tamen inter Germanos potius referuntur, quia et domos figunt et scuta gestant et pedum usu et pernicitate gaudent: quae omnia diversa Sarmatis sunt in plaustro equoque viventibus. Tac.Germ.46,2 | Von ihren Sitten haben die Veneter viel angenommen; denn was sich zwischen den Peukinern und Fennen an Wäldern und Gebirgen emporhebt, durchstreifen sie in Raubzügen. Doch zählt man sie eher noch unter die Germanen, weil sie feste Wohnungen bauen, Schilde führen, rasche Läufer und gen zu Fuß sind, was bei den Sarmaten alles verschieden ist, die ihr Leben auf dem Wagen und zu Pferd zubringen. |
| Ut, cum carceribus missos rapit ungula currus, Hor.sat.1,1,114. | Wie, wenn der Huf fortreißt aus den Schranken gelassene Wagen, |
| Sed fulgente trahit constrictos gloria curru Hor.sat.1,6,23. | Aber dem schimmernden Wagen der Ruhmsucht folgen gefesselt |
| [4,31,5] Iam passim maria persultantes Tritonum catervae: hic concha sonaci leniter bucinat, ille serico tegmine flagrantiae solis obsistit inimici, alius sub oculis dominae speculum progerit, curru biiuges alii subnatant. talis ad Oceanum pergentem Venerem comitatur exercitus. (Apul.met.4,31,5) Apul.met.4,31,5 | [4,31,5] Jetzt Tritons meerdurchtanzende Schar: der bläst sanft die tönende Muschel, jener schützt sich mit seidenem Schirm vor der bedrohlich sengenden Sonne, ein anderer hält seiner Herrin den Spiegel vor die Augen, andere schwimmen zu zweien unter dem Wagen. Eine solche Truppe geleitet Venus auf ihrer Fahrt zum Okeanos. |
| [5,15,4] Tunc illa simplicitate nimia pristini sermonis oblita novum commentum instruit aitque maritum suum de provincia proxima magnis pecuniis negotiantem iam medium cursum aetatis agere, interspersum rara canitie. nec in sermone isto tantillum morata rursum opiparis muneribus eas onustas ventoso vehiculo reddidit. (Apul.met.5,15,4) Apul.met.5,15,4 | [5,15,4] Da erfindet jene allzu unbefangen, was sie füher gesagt hatte, war ihr entfallen, eine neue Geschichte: ihr Mann sei aus der Nachbarprovinz, ein sehr reicher Kaufmann, schon in mittlerem Alter, stellenweise schon ergraut. Sie verweilte nicht länger dabei, sondern belud sie reichlich mit Geschenken und brachte sie zurück zu ihrem windigen Wagen. |
| Postremo promptis iam et aliis seditionis ministris, velut contionabundus interrogabat, cur paucis centurionibus, paucioribus tribunis in modum servorum oboedirent. quando ausuros exposcere remedia, nisi novum et nutantem adhuc principem precibus vel armis adirent? Tac.ann.1,17,1. | Da sich zuletzt auch schon andere als Helfer zur Meuterei bereit zeigten, trat er förmlich wie der Redner vor versammeltem Volk auf und fragte, warum sie wenigen Centurionen, noch wenigeren Tribunen wie Sklaven gehorchten; wann sie es wagen würden, Abhilfe zu fordern, wenn sie nicht mit Bitten oder auch das Schwert in der Hand vor den neuen Fürsten träten, ehe er fest stehe. |
| Interea manipuli ante coeptam seditionem Nauportum missi ob itinera et pontes et alios usus, postquam turbatum in castris accepere, vexilla convellunt direptisque proximis vicis ipsoque Nauporto, quod municipii instar erat, retinentis centuriones inrisu et contumeliis, postremo verberibus insectantur, praecipua in Aufidienum Rufum, praefectum castrorum, ira, quem dereptum vehiculo sarcinis gravant aguntque primo in agmine, per ludibrium rogitantes, an tam immensa onera, tam longa itinera libenter ferret. Tac.ann.1,20,1. | Es waren aber noch vor Beginn des Aufruhrs etliche Manipeln nach Nauportus eschickt worden - wegen Straßen- und Brückenbaus und zu anderer Verwendung. Als diese von der Gärung im Lager Kunde bekamen, brachen sie sogleich auf, plünderten die nächsten Ortschaften und Nauportus selbst, das eine Municipialstadt war, verhöhnten und schmähten die Centurionen, die ihnen wehren wollten, und misshandelten sie zuletzt mit Schlägen, wobei ihr Zorn vornehmlich den Lagerpräfekten Aufidienus Rufus traf. Diesen rissen sie vom Wagen, belasteten ihn mit Gepäck und trieben ihn vor dem Zug her, höhnisch fragend, ob so ungemessene Lasten, so weite Märsche ihm behagten. |
| Arminius turbator Germaniae, Segestes parari rebellionem saepe alias et supremo convivio, post quod in arma itum, aperuit suasitque Varo, ut se et Arminium et ceteros proceres vinciret: nihil ausuram plebem principibus amotis; atque ipsi tempus fore, quo crimina et innoxios discerneret. Tac.ann.1,55,2. | Arminius war Germaniens Störenfried; Segestes hatte oft, und noch beim letzten Gastmahl, von dem hinweg man unter die Waffen trat, eröffnet, dass eine Empörung im Werk sei, und dem Varus geraten, er solle ihn, den Arminius, und die übrigen Häupter in Bande legen; seien die Häupter entfernt, so werde das Volk nichts wagen, und er werde Zeit gewinnen, Schuldige und Unschuldige zu sichten. |
| Caesar transgressus Visurgim indicio perfugae cognoscit delectum ab Arminio locum pugnae; convenisse et alias nationes in silvam Herculi sacram ausurosque nocturnam castrorum oppugnationem. habita indici fides et cernebantur ignes, suggressique propius speculatores audiri fremitum equorum inmensique et inconditi agminis murmur attulere. Tac.ann.2,12,1. | Nach dem Übergang über die Weser erfuhr der Cäsar durch einen Überläufer, Arminius habe ein Schlachtfeld ausgewählt. Auch andere Völkerschaften seien bei der Versammlung in dem Hain des Herkules (Donar) vertreten gewesen, und man werde einen nächtlichen Sturm auf das Lager wagen. Man glaubte dem Angeber; auch sah man die Feuer, und Kundschafter, die sich näher hinschlichen, meldeten, man höre das Wiehern von Pferden und dn Lärm eines zahllosen und ungeordneten Heeres. |
| augebat intuentium visus eximia ipsius species currusque quinque liberis onustus. sed suberat occulta formido, reputantibus haud prosperum in Druso patre eius favorem vulgi, avunculum eiusdem Marcellum flagrantibus plebis studiis intra iuventam ereptum, brevis et infaustos populi Romani amores. Tac.ann.2,41,3. | Die Augenweide der Zuschauer steigerte die erhabene Gestalt des Gefeierten selbst und der mit seinen fünf Kindern beladene Wagen. Aber im Grunde der Herzen regte sich dem klamme Furcht, der bedachte, dass die Gunst der Menge seinem Vater Drusus kein Glück brachte, dass auch sein Onkel Marcellus der glühenden Verehrung der Bürger schon als junger Mann entrissen wurde, dass die Zuneigung des römischen Volkes kurzlebig und unheilschwanger ist. |
| hortos suos ei spectaculo Nero obtulerat et circense ludicrum edebat, habitu aurigae permixtus plebi vel curriculo insistens. Unde, quamquam adversus sontis et novissima exempla meritos miseratio oriebatur, tamquam non utilitate publica sed in saevitiam unius absumerentur. Tac.ann.15,44,5. | Seine eigenen Garten hatte Nero zu diesem Schaustück hergegeben, und gab ein Zirkusspiel, wobei er sich im Kostüm eines Wagenlenkers unter das Volk mischte oder auf dem Wagen stand. So strafbar daher auch jene Menschen waren und so sehr sie die äußersten Strafen verdient hatten, regte sich doch Mitleid, weil sie nicht dem Nutzen der Allgemeinheit, sondern der Grausamkeit eines einzigen geopfert würden. |
| proinde agendum audendumque, dum Galbae auctoritas fluxa, Pisonis nondum coaluisset. opportunos magnis conatibus transitus rerum, nec cunctatione opus, ubi perniciosior sit quies quam temeritas. mortem omnibus ex natura aequalem oblivione apud posteros vel gloria distingui; ac si nocentem innocentemque idem exitus maneat, acrioris viri esse merito perire. Tac.hist.1,21,2. | Demnach müsse man handeln und wagen, solange Galbas Ansehen noch wanke, das Pisos noch nicht erstarkt sei. Für große Wagnisse seien Regierungswechsel günstig; nicht dürfe man zaudern, wo Ruhe gefährlicher sei als Verwegenheit. Der Tod unterscheide sich, obwohl er allen von Natur aus gleich sei, bei der Nachwelt doch durch Vergessenheit und Ruhm. Und wenn Schuld und Unschuld dasselbe Ende zu erwarten haben, so mache es den Wert des tatkräftigen Mannes aus, verdienstvoll seinen Tod zu erleiden. |
| His tu praesentibus gemere et iactare te non audebis profecto; loquetur enim eorum voce Virtus ipsa tecum: Cic.Tusc.2,45,6 | In ihrer Gegenwart wirst du gewiss nicht wagen, zu jammern und dich umherzuwerfen; denn durch ihren Mund wird die Tugend selbst mit dir sprechen: |
| Ut enim, si cui naviganti praedones insequantur, deus qui dixerit: "Eice te navi; praesto est, qui excipiat, vel delphinus, ut Arionem Methymnaeum, vel equi Pelopis illi Neptunii, qui per undas currus suspensos rapuisse dicuntur, excipient te et, quo velis, perferent", omnem omittat timorem, sic urgentibus asperis et odiosis doloribus, si tanti sint, ut ferendi non sint, quo sit confugiendum, tu vides. Cic.Tusc.2,67,1 | Denn wie ein von Seeräubern verfolgter Schiffer, wenn ihm ein Gott zuriefe: "Wirf dich aus dem Schiff! Einer ist da, der dich auffängt – ein Delphin, wie den Arion von Methymna, oder jene neptunischen Rosse des Pelops, die durch die Fluten den hoch erhabenen Wagen entrafften; sie werden dich auffangen und, wohin du willst, glücklich tragen", - wie der alle Furcht ablegen würde, so weißt auch du, wenn herbe und verhasste Schmerzen dich drücken und sie zu groß sind, sie zu ertragen, wohin du zu entfliehen hast! |