Ex percontatione nostrorum
vocibusque Gallorum ac mercatorum, qui ingenti magnitudine corporum
Germanos, incredibili virtute atque exercitatione in armis esse
praedicabant - saepenumero se cum his congressos ne vultum quidem
atque aciem oculorum dicebant ferre potuisse - , tantus subito
timor omnem exercitum occupavit, ut non mediocriter omnium mentes
animosque perturbaret. Hic primum ortus est a tribunis militum,
praefectisque reliquisque, qui ex urbe amicitiae causa Caesarem
secuti non magnum in re militari usum habebant: Quorum alius alia
causa illata, quam sibi ad profiscendum necessariam esse diceret,
petebat, ut eius voluntate discedere liceret; nonnulli pudore
adducti, ut timoris suspicionem vitarent, remanebant. Hi neque
vultum fingere neque interdum lacrimas tenere poterant: abditi
in tabernaculis aut suum fatum querebantur aut cum familiaribus
suis commune periculum miserebantur. Vulgo totis castris testamenta
obsignabantur. Horum vocibus ac timore paulatim etiam ii, qui
magnum in castris usum habebant, milites centurionesque quique
equitatui praeerant, perturbantur. Qui se ex his minus timidos
existimari volebant, non se hostem vereri, sed angustias itineris
et magnitudinem silvarum, quae intercederent inter ipsos atque
Germanos, aut rem frumentariam, ut satis commode supportari posset,
timere dicebant. Nonnulli etiam Caesari nuntiabant, cum castra
moveri ac signa ferri iussisset, non fore dicto audientes milites
neque propter timorem signa laturos. |
Aufgrund der Erkundung
unserer Leute und des Geredes der Gallier und der Kaufleute, die
rühmend erwähnten, dass die Germanen von ungeheurer
Körpergröße, unglaublicher Tapferkeit und Geübtheit
in den Waffen seien - sie sagten, dass sie oft mit diesen zusammengetroffen
seien und (dann) nicht einmal ihre Miene und die Schärfe
ihrer Augen hätten ertragen können - , befiel plötzlich
eine so große Furcht das ganze Heer, dass sie aller Gedanken
und Herzen nicht unerheblich (o.: ganz gewaltig) beunruhigte.
Diese (Furcht) ging zuerst von den Militärtribunen, den Präfekten
und den übrigen aus, die aus Rom der Freundschaft wegen Caesar
gefolgt waren und (deshalb) keine große Kriegserfahrung
hatten: Von diesen brachte jeder einen anderen Grund vor, von
dem er sagte, dass er ihn zum Aufbruch zwinge (b.: der, wie er
sagte, ihn zum Aufbruch zwinge), und bat, dass es mit seiner mit
dessen Zustimmung erlaubt sei, abzureisen (w.: wegzugehen). Einige,
durch Scham (Ehrgefühl) veranlasst, blieben da, um den Verdacht
der Furcht zu vermeiden. Diese konnten sich weder verstellen noch
bisweilen ihre Tränen zurückhalten: verborgen in ihren
Zelten jammerten sie entweder über ihr Schicksal oder beklagten
mit ihren Freunden die gemeinsame Gefahr. Überall im ganzen
Lager wurden Testamente versiegelt. Durch deren Gerede und Angst
wurden nach und nach auch diejenigen, die große Lagererfahrung
hatten, (nämlich) die Soldaten, Zenturionen und die, die
der Reiterei vorstanden, beunruhigt. Diejenigen von diesen, die
für weniger ängstlich gehalten werden wollten, sagten
(immer wieder), dass sie nicht den Feind fürchteten, sondern
die Enge des Weges und die Größe der Wälder, die
zwischen ihnen und den Germanen lägen, oder (dass sie) fürchteten,
dass die Versorgung mit Getreide nicht in ausreichendem Maße
gewährleistet werden könne. Einige meldeten Caesar auch,
dass die Soldaten, obwohl er befohlen hätte, aufzubrechen
und gegen den Feind vorzurücken, dem Befehl nicht Folge leisten
und wegen der Angst (aus Angst) nicht gegen den Feind vorrücken
würden. |
| percontatio, onis f.:
"Erkundigung - voces, um f.Pl.: "Gerede" - praedicare: "rühmend
erwähnen" - congredi, congredior, congressus sum: "zusammentreffen,
zusammenstoßen" - oriri (orior, ortus sum) ab aliquo:
"bei jdm. entstehen, von jdm. ausgehen" - tribunus (i, m.) militum:
"Militärtribun" - praefectus, i m.: "Präfekt" - sequi
(sequor, secutus sum) aliquem: "jdm. folgen, sich jdm. anschließen"
- usus in re militari: "Kriegserfahrung" - alius alia
causa illata ... : "jeder brachte einen anderen Grund vor ... und"
- alicui ... necessariam esse: "jdn. zwingen" - vultum fingere:
"die Miene verstellen, sich verstellen" - tabernaculum, i n.: "Zelt"
- miserari: "sich beklagen" - testamentum obsignare: "das Testament
versiegeln" - vereri, vereor, veritus sum: "fürchten" - intercedere:
"dazwischentreten, dazwischenliegen" - timere, ut: "fürchten
dass nicht" - rem frumentariam: in den ut - Satz als Subjekt ziehen!
- satis commode: "in ausreichendem Maß" - signa ferre: "gegen
den Feind vorrücken" - dicto audientem esse: "dem Befehl Folge
leisten". |