| 2014.11.09 So.d. Michail Gorbatshov, pristinus Russorum praeses, qui unus ex parentibus et auctoribus Germanicae unitatis iure habetur et attributione praemii pacis Nobeliani honoratus est, sollemnibus in memoriam muri Berolinensis rescissi et divisionis Germaniae postmodum superatae intererat neque tamen aquam in merum festivitatis infundere veritus est, si quidem mundum in limine novi frigidi belli esse monuit. Fiduciam intereuropaeam amplificationibus Natonis, rebus in Iugoslavia, imprimis in Kosovia gestis, consiliis, ut sytema missilium arcendorum institueretur, rebus, quae in Iraquia, Libya, Syria gestae essent, afflictam mensibus proxime praeteritis omnem corruisse. Quam culpam Gorbatshov cum in omnes occidentes civitates tum in Unitas Americae Civitates contulit: quas post infractionem Unionis Sovieticae imbecillitate Russiae abutentes triumphalismo succubuisse. Etiam Ioannes-Theodericus Genscher, pristinus Germaniae administer a rebus externis, occasiones, quas annus MCMLXXXIX praebuisset, sua opinione minime ad effectum esse adductas dixit: domum communem, quam Gorbatshov tum in hominum notitiam protulisset, nunc nova energia impleri debere. 2014.11.09 | Michael Gorbatschow, der frühere russische Präsident, der zu Recht als einer der Gründungsväter der deutschen Einheit gilt und den Friedensnobelpreis bekommen hat, nahm an den Gedenkfeiern zum Fall der Berliner Mauer und der späteren Überwindung der deutschen Teilung teil. Dabei scheute er sich nicht, Wasser in den Festwein zu gießen, indem er jedenfalls mahnend darauf hinwies, dass die Welt an der Schwelle einen neuen Kalten Krieges stehe. Das Vertrauen innerhalb Europas sei durch die Erweiterungen der Nato, durch die Ereignisse in Jugoslawien, besonders im Kosovo, durch die Pläne, ein Raketenabwehrsystem zu installieren, durch die Vorgänge im Irak, Libyen und Syrien beschädigt und in den letzten Monaten gänzlich zusammengebrochen. Die Schuld daran gab er allen westlichen Staaten, besonders aber den Vereinigten Staaten von Amerika: sie hätten nach dem Zusammnbruch der Sowjetunion die Schwäche Russlands ausgenutzt und seien dem Triumphalismus verfallen. Auch der frühere deutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher, sagte, seiner Meinung nach seien die Chancen, die das Jahr 1989 geboten habe, keineswegs umgesetzt worden. Das gemeinsame Haus, das Gorbatschow damals propagiert habe, müsse jetzt mit neuer Energie erfüllt werden. |
| Nox per diversa inquies, cum barbari festis epulis, laeto cantu aut truci sonore subiecta vallium ac resultantis saltus complerent, apud Romanos invalidi ignes, interruptae voces, atque ipsi passim adiacerent vallo, oberrarent tentoriis, insomnes magis quam pervigiles. Tac.ann.1,65,1. | Die Nacht war aus verschiedenen Gründen unruhig, indem die Barbaren bei festlichen Gelagen mit frohem Gesang und wildem Getöse die Täler unten und den widerhallenden Bergwald füllten; bei den Römern schwache Feuer, hier und da ein Anruf; sie selbst zerstreut am Wall gelagert, um die Zelte herirrend, mehr schlaflos als wach. |
| non quidem sibi ignarum posse argui, quod tam recenti dolore subierit oculos senatus: vix propinquorum adloquia tolerari, vix diem aspici a plerisque lugentium. neque illos imbecillitatis damnandos: se tamen fortiora solacia e complexu rei publicae petivisse. miseratusque Augustae extremam senectam, rudem adhuc nepotum et vergentem aetatem suam, ut Germanici liberi, unica praesentium malorum levamenta, inducerentur, petivit. Tac.ann.4,8,3. | Er wisse wohl, man könne es tadeln, dass er in so frischem Schmerz vor den Augen des Senats erscheine; die meisten Trauernden könnten kaum die Ansprache der Verwandten, kaum den Anblick des Tages ertragen und man dürfe sie deswegen nicht einmal der Schwäche beschuldigen. Er aber habe kräftigeren Trost im Schoße des Staates gesucht. Er beklagte das dem Ende nahe Greisenalter der Augusta, das (teilweise) noch unreife Alter seiner Enkel und sein zunehmendes Alter und verlangte, die Kinder des Germanicus herbeizuführen, seine einzige Erleichterung im gegenwärtigen Leid. |
| Gnarum hoc principi, eoque dubitavit de tradenda re publica, primum inter nepotes, quorum Druso genitus sanguine et caritate propior, sed nondum pubertatem ingressus, Germanici filio robur iuventae, vulgi studia, eaque apud avum odii causa. etiam de Claudio agitanti, quod is composita aetate bonarum artium cupiens erat, imminuta mens eius obstitit. Tac.ann.6,46,1. | Das wusste der Fürst und war darum in der Frage der Nachfolge unentschieden, fürs erste zwischen beiden Enkeln. Von diesen stand ihm der Sohn des Drusus durch Blutsbande und Liebe näher; aber er hatte das Mannesalter noch nicht erreicht. Germanicus' Sohn (Caligula) stand in der Kraft der Jugend und in der Gunst des Volkes, war aber eben darum dem Großvater verhasst. Auch an Claudius dachte er, weil sich dieser in gesetztem Alter leidenschaftlich mit wissenschaftlichen Dingen beschäftigte; aber seine geistige Schwäche stand im Weg. |
| igitur accusata in senatu, quamquam genua patrum advolveretur luctumque communem et magis imbecillum tali super casu feminarum animum aliaque in eundem dolorem maesta et miseranda diu ferret, urbe tamen in decem annos prohibita est, donec minor filius lubricum iuventae exiret. Tac.ann.6,49,2. | Als sie deshalb vor dem Senat angeklagt wurde, warf sie sich vor den Vätern auf die Knie, machte viele Worte über die gemeinschaftliche Trauer des Hauses, und wie ein solches Unglück das schwache Herz eines Weibes besonders treffen müsse, dazu viele andere denselben Jammer enthaltende klägliche und Mitleid erregende Dinge, wurde aber dennoch auf zehn Jahre aus der Stadt verbannt, bis der jüngere Sohn die schlüpfrige Zeit der Jugend hinter sich habe. |
| inde cuncta conloquiis inter praesentis, nuntiis apud legatos et exercitus festinabantur. septimum decimum kal. Aprilis interclusa anima creditus est mortalitatem explevisse; et multo gratantum concursu ad capienda imperii primordia C. Caesar egrediebatur, cum repente adfertur redire Tiberio vocem ac visus vocarique, qui recreandae defectioni cibum adferrent. Tac.ann.6,50,4. | Jetzt wurde bei den Anwesenden mündlich, mit Boten aber bei den Legaten und den Heeren alles Nötige in größter Eile eingeleitet. Es war am 16. März, als der Atem stockte und man glaubte, er habe das Gesetz der Sterblichkeit erfüllt. Da trat der Cäsar Gaius - unter großem Zudrang von Glückwünschenden - hervor, die Zügel der Herrschaft zu ergreifen, als auf einmal gemeldet wird, Tiberius spreche und sehe wieder und verlange, man solle zur Abhilfe gegen seine Schwäche etwas zu essen herbeischaffen. |
| tum cognito Natalis indicio Scaevinus quoque pari imbecillitate, an cuncta iam patefacta credens nec ullum silentii emolumentum, edidit ceteros. Tac.ann.15,56,3. | Als Scaevinus erfuhr, dass Natalis Angaben gemacht hatte, gab er seinerseits aus gleicher Schwäche, oder weil er der Meinung war, alles sei schon entdeckt und das Verschweigen helfe nichts mehr, die übrigen an. |
| testamentum foedis adversus Neronem adulationibus amori uxoris dedit, quam degenerem et sola corporis forma commendatam amici matrimonio abstulerat. nomen mulieri Satria Galla, priori marito Domitius Silus: hic patientia, illa impudicitia Pisonis infamiam propagavere. Tac.ann.15,59,5. | Er hinterließ ein Testament voll niedriger Schmeicheleien gegen Nero: aus Rücksicht auf seine Frau, eine unsittliche, sich nur durch Schönheit empfehlende Person, die er einem Freund aus der Ehe weggenommen hatte. Sie hieß Satria Galla, ihr früherer Gemahl Domitius Silus; er machte durch seine duldsame Schwäche, sie durch ihre Untreue die Schande Pisos in weiteren Kreisen kund. |
| paucis iudicium aut rei publicae amor; multi stulta spe, prout quis amicus vel cliens; hunc vel illum ambitiosis rumoribus destinabant, etiam in Titi Vinii odium, qui in dies quanto potentior, eodem actu invisior erat. quippe hiantis in magna fortuna amicorum cupiditates ipsa Galbae facilitas intendebat, cum apud infirmum et credulum minore metu et maiore praemio peccaretur. Tac.hist.1,12,3. | Wenige zeigten dabei Urteil oder Patriotismus; viele bestimmten in törichter Hoffnung, je nachdem einer ihr Freund oder Günstling war, diesen oder jenen in Partei ergreifenden Gerüchten dazu, zum Teil auch aus Hass gegen Titus Vinius, der, je mächtiger von Tag zu Tag, im selben Maß verhasster wurde. Musste ja das Verlangen der nach hoher Stellung gieenden Freunde durch Galbas Schwäche noch gesteigert werden, da man sich bei Schwachen und Leichtgläubigen mit geringerer Gefahr und höheren Gewinnchancen vergeht. |
| Neque enim, qui rerum naturam, qui vitae varietatem, qui inbecillitatem generis humani cogitat, maeret, cum haec cogitat, sed tum vel maxime sapientiae fungitur munere; Cic.Tusc.3,34,3 | Denn wer den Gang der Natur, wer den Wechsel im Leben, wer die Schwäche des Menschengeschlechts bedenkt, ist nicht traurig, wenn er dies bedenkt; sondern setzt damit ganz vorzüglich seine Weisheit ein. |
| Etenim ipsae se impellunt, ubi semel a ratione discessum est, ipsaque sibi imbecillitas indulget in altumque provehitur imprudens nec reperit locum consistendi. Cic.Tusc.4,42,2 | Denn sie selbst reizen sich auf, sobald sie von der Vernunft abgefallen sind; die Schwäche ist mit sich selbst nachsichtig und fährt unvermerkt hinaus in die Höhe und findet keinen Ort, um Fuß zu fassen. |
| Quid, si idem, quod plerumque fit paupertatem ignominiam infamiam timet, si debilitatem caecitatem, si denique, quod non modo singulis homininibus, sed potentibus populis saepe contigit, servitutem? potest ea timens esse quisquam beatus? Cic.Tusc.5,15,5 | Und wenn nun derselbe, wie sehr oft, auch Armut, Beschimpfung, üblen Ruf, körperliche Schwäche, Blindheit fürchtet; wenn schließlich, was nicht nur einzelnen Menschen, sondern mächtigen Völkern oft begegnet, Sklaverei: kann einer mit solcher Furcht glücklich sein? |
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