|
| Belege des Suchbegriffs aus ausgewählten Texten (vollständig: Caes.Gall., Cic.Arch., Cic.S.Rosc., Cic.Lael.) |
| 2014.09.24 Auch in dieser Nacht führten die Amerikaner in Syrien Luftschläge gegen den Islamischen Staat aus. John Kerry sagte, dass inzwischen mehr als fünfzig Staaten an der antiislamistischen Koalition teilnehmen. Barack Obama dankte den arabischen Staaten, dass sie die amerikanischen Aktionen unterstützt hätten. Ein amerikanischer Armeesprecher sagte, die Möglichkeiten der Dschihadisten seien geschwächt worden, aber die militärischen Bemühungen könnten möglicherweise noch Jahre dauern.">Hac quoque nocte Americani in Syria aerios ictus contra Islamicum Statum pertenderunt. John Kerry interim plus quam quinquaginta civitates coalitionem antiislamisticam participare dixit. Barack Obama Arabicis participantibus, quod Americanorum actiones adiuvissent, gratias egit. Militaris quidam Americanus relator capacitates Gihadistarum deminutas esse, sed fieri posse ut militares contentiones aliquot annos procederent, dixit. 2014.09.24 | Auch in dieser Nacht führten die Amerikaner in Syrien Luftschläge gegen den Islamischen Staat aus. John Kerry sagte, dass inzwischen mehr als fünfzig Staaten an der antiislamistischen Koalition teilnehmen. Barack Obama dankte den arabischen Staaten, dass sie die amerikanischen Aktionen unterstützt hätten. Ein amerikanischer Armeesprecher sagte, die Möglichkeiten der Dschihadisten seien geschwächt worden, aber die militärischen Bemühungen könnten möglicherweise noch Jahre dauern.">Hac quoque nocte Americani in Syria aerios ictus contra Islamicum Statum pertenderunt. John Kerry interim plus quam quinquaginta civitates coalitionem antiislamisticam participare dixit. Barack Obama Arabicis participantibus, quod Americanorum actiones adiuvissent, gratias egit. Militaris quidam Americanus relator capacitates Gihadistarum deminutas esse, sed fieri posse ut militares contentiones aliquot annos procederent, dixit. |
| his rebus fiebat, ut et minus late vagarentur et minus facile finitimis bellum inferre possent; qua ex parte homines bellandi cupidi magno dolore adficiebantur. Caes.Gall.1,2,4 | Deshalb konnten die Helvetier keine weiten Streifzüge unternehmen, auch ihre Nachbarn nicht leicht bekriegen; ein Umstand, der diesen kampflustigen Leuten viel Missvergnügen verursachte. Sie glaubten nämlich, |
| Erant omnino itinera duo, quibus itineribus domo exire possent: unum per Sequanos, angustum et difficile, inter montem Iuram et flumen Rhodanum, vix qua singuli carri ducerentur, mons autem altissimus impendebat, ut facile perpauci prohibere possent; Caes.Gall.1,6,1 | Es gab im ganzen zwei Wege, auf denen die Helvetier von zu Hause wegziehen konnten. Der eine ging durch das Land der Sequaner, zwischen dem Juragebirge und der Rhône, ein enger und beschwerlicher Pass, auf dem kaum einzelne Wagen fahren konnten, während das sehr hohe Gebirge darüber schwebte und ganz wenig Leute imstand waren, den Durchgang zu verwehren. |
| extremum oppidum Allobrogum est proximumque Helvetiorum finibus Genava. ex eo oppido pons ad Helvetios pertinet. Allobrogibus sese vel persuasuros, quod nondum bono animo in populum Romanum viderentur, existimabant vel vi coacturos, ut per suos fines eos ire paterentur. Caes.Gall.1,6,3 | Die äußerste Stadt der Allobroger, ganz an der Grenze der Helvetier, ist Genf. Von dieser Stadt führt eine Brücke nach Helvetien. Weil nun diese Allobroger noch nicht gut gegen das römische Volk gesinnt zu sein schienen, glaubten die Helvetier, sie könnten sie bereden oder mit Gewalt zwingen, ihnen den Durchgang durch ihr Gebiet zu gestatten. |
| Relinquebatur una per Sequanos via, qua Sequanis invitis propter angustias ire non poterant. Caes.Gall.1,9,1 | Nun blieb ihnen nur noch der Weg durch das Land der Sequaner übrig; doch konnten sie auf ihm, weil er zu eng war, nur ziehen, wenn die Sequaner einwilligten. |
| Haedui, cum se suaque ab iis defendere non possent, legatos ad Caesarem mittunt rogatum auxilium: Caes.Gall.1,11,2 | Als die Häduer sich und ihre Habe nicht mehr vor ihnen schützen konnten, schickten sie Gesandte an Cäsar und baten um Hilfe: |
| Tum demum Liscus oratione Caesaris adductus, quod antea tacuerat, proponit: esse nonnullos, quorum auctoritas apud plebem plurimum valeat, qui privatim plus possint quam ipsi magistratus. Caes.Gall.1,17,1 | Diese Rede Cäsars bewog nun endlich Liscus, sein bisheriges Schweigen zu brechen und zu erklären, gewisse Leute hätten bei der Masse seiner Landsleute ungemein großen Einfluss und könnten als Privatleute mehr ausrichten als selbst die Regierung. |
| praestare, si iam principatum Galliae obtinere non possent, Gallorum quamRomanorum imperia perferre; Caes.Gall.1,17,3 | es wäre besser, die anderen Kelten über sich herrschen zu lassen als den Römern untertan zu sein, wenn nun einmal die Häduer selbst das Übergewicht im Keltenland nicht mehr behaupten könnten: |
| hi neque vultum fingere neque interdum lacrimas tenere poterant; abditi in tabernaculis aut suum fatum querebantur aut cum familiaribus suis commune periculum miserabantur. Caes.Gall.1,39,4 | Diese konnten aber weder ihr Gesicht verstellen noch bisweilen ihre Tränen unterdrücken. Sie versteckten sich in ihren Zelten und beklagten entweder ihr eigenes trauriges Geschick oder jammerten vereint mit ihren Kameraden über die gemeinsame Gefahr. |
| si quos adversum proelium et fuga Gallorum commoveret, hos, si quaererent, reperire posse diuturnitate belli defatigatis Gallis Ariovistum, cum multos menses castris se ac paludibus tenuisset neque sui potestatem fecisset, desperantes iam de pugna et dispersos subito adortum magis ratione et consilio quam virtute vicisse. Caes.Gall.1,40,8 | Wenn aber die Niederlage und Flucht der Gallier (bei Magetobriga) einige beunruhige, so könnten sie, wenn sie nachforschten, herausfinden, dass Ariovist jene mehr durch schlaue Berechnung und listige Klugheit als durch Tapferkeit besiegt habe. Die Gallier seien durch die lange Dauer des Krieges erschöpft gewesen, bereits an einer Gelegenheit zu einer Schlacht verzweifelt und seien bereits in Auflösung begriffen gewesen, als Ariovist, der viele Monate in seinem Lager und zwischen Sümpfen ruhig gestanden habe und einer Schlacht stets ausgewichen sei, plötzlich über sie hergefallen sei. |
| haec sibi esse curae; frumentum Sequanos, Leucos, Lingones subministrare iamque esse in agris frumenta matura; de itinere ipsos brevi tempore iudicaturos. Caes.Gall.1,40,11 | Dafür sorge er: Das Getreide würden die Sequaner, Leucen und Lingonen herbeischaffen; auch sei das Getreide auf den Feldern schon reif; über den Weg könnten sie bald selbst urteilen. |
| plurimum inter eos Bellovacos et virtute et auctoritate et hominum numero valere: hos posse conficere armata milia centum, pollicitos ex eo numero electa milia sexaginta totiusque belli imperium sibi postulare. Caes.Gall.2,4,5 | Nach Tapferkeit, Ansehen und Bevölkerungszahl seien die Bellovaker die stärksten; diese könnten 100.000 Bewaffnete stellen, hätten aber aus dieser Masse 60.000 Elitekräfte versprochen und verlangten für sich den Oberbefehl des ganzen Krieges. |
| itaque paulisper apud oppidum morati agrosque Remorum depopulati omnibus vicis aedificiisque, quo adire potuerant, incensis ad castra Caesaris omnibus copiis contenderunt et a milibus passuum minus duobus castra posuerunt; Caes.Gall.2,7,3 | Sie blieben also nur noch kurze Zeit von der Stadt, verwüsteten die Felder der Remer, verbrannten alle Ortschaften und Gebäude, die sie erreichen konnten, zogen mit ihrer gesamten Macht auf Cäsars Lager los und schlugen das eigene Lager nicht ganz zwei Meilen weit davon entfernt auf. |
| hostes impeditos nostri in flumine adgressi magnum eorum numerum occiderunt; Caes.Gall.2,10,2 | die Römer griffen nämlich die Feinde an, die sich im Fluss nicht richtig verteidigen konnten, und hieb einen großen Teil von ihnen nieder. |
| Postridie eius diei Caesar, priusquam se hostes ex terrore ac fuga reciperent, in fines Suessionum, qui proximi Remis erant, exercitum duxit et magno itinere confecto ad oppidum Noviodunum contendit. Caes.Gall.2,12,1 | Am folgenden Tag führte Cäsar sein Heer, bevor sich die Feinde vom Schrecken und der Flucht erholen konnten, in das Gebiet der Suessionen, die zunächst den Remern wohnten, und eilte in einem Gewaltmarsch zur Stadt Noviodunum. |
| Instructo exercitu, magis ut loci natura deiectusque collis et necessitas temporis, quam ut rei militaris ratio atque ordo postulabat, cum diversis legionibus aliae alia in parte hostibus resisterent saepibusque densissimis, ut ante demonstravimus, interiectis prospectus impediretur, neque certa subsidia conlocari neque, quid in quaque parte opus esset, provideri neque ab uno omnia imperia administrari poterant. Caes.Gall.2,22,1 | Die Aufstellung des Heeres war mehr so, wie es die Beschaffenheit des Ortes, die Abdachung des Hügels und die Not des Augenblicks verlangte, als nach den Regeln und der Ordnung der Kriegskunst. Die Legionen leisteten getrennt, die eine hier, die anderen dort dem Feind Widerstand. Auch wurde der Blick in die Ferne durch das äußerst dichte Gehege dazwischen, wovon wir oben sprachen, fast unmöglich. Deshalb konnte man keine Hilfskräfte bereithalten, noch vorhersehen, was an jedem Ort nötig sein mochte; auch konnten unmöglich von einem alle Befehle ausgehen. |
| ipsi transire flumen non dubitaverunt et in locum iniquum progressi rursus resistentes hostes redintegrato proelio in fugam dederunt. Caes.Gall.2,23,2 | Ohne Bedenken setzten sie selbst über den Fluss, gerieten aber auf eine für sie ungünstige Stelle; doch konnten sie die Feinde, die kehrt machten und noch einmal Widerstand leisteten, in einem neuen Kampf in die Flucht schlagen. |
| ipsi erant ex Cimbris Teutonisque prognati, qui cum iter in provinciam nostram atque Italiam facerent, iis impedimentis, quae secum agere ac portare non poterant, citra flumen Rhenum depositis custodiam ex suis ac praesidium, sex milia hominum, una reliquerunt. Caes.Gall.2,29,4 | Sie selbst stammten von den Kimbern und Teutonen. Als nämlich diesen den Zug in das römische Gallien und nach Italien machten, ließen sie den Teil ihres Gepäcks, den sie nicht mit sich nehmen konnten, auf dem linken Rheinufer zurück, und dabei 6000 von ihren Leuten als Bedeckung. |
| sibi omnes fere finitimos esse inimicos ac suae virtuti invidere, a quibus se defendere traditis armis non possent. Caes.Gall.2,31,5 | fast alle Nachbarn seien ihnen feind und auf ihre Tapferkeit eifersüchtig. Müssten sie also ihre Waffen ausliefern, so könnten sie sich gegen diese nicht verteidigen. |
| tum etiam, quod propter iniquitatem loci, cum ipsi ex montibus in vallem decurrerent et tela conicerent, ne primum quidem posse impetum suum sustineri existimabant. Caes.Gall.3,2,4 | Zweitens glaubten sie, die Römer könnten ihrer ungünstigen Stellung wegen nicht einmal den ersten Angriff aushalten, sobald sie selbst von den Bergen ins Tal herabstürmten und ihre Geschosse schleuderten. |
| sed hoc superari, quod diuturnitate pugnae hostes defessi proelio excedebant, alii integris viribus succedebant; Caes.Gall.3,4,3 | Darin aber waren sie im Nachteil, dass die Feinde das Treffen verlassen konnten, sobald sie durch allzu langen Kampf erschöpft waren, worauf andere mit ungeschwächten Kräften an ihre Stelle traten, |
| haec eo facilius magnam partem aestatis faciebant, quod nostrae naves tempestatibus detinebantur summaque erat vasto atque aperto mari, magnis aestibus, raris ac prope nullis portibus difficultas navigandi. Caes.Gall.3,12,5 | Diese Maßregeln konnten sie den größten Teil des Sommers hindurch um so leichter fortsetzen, weil die Schiffe der Römer durch Stürme von der Küste zurückgehalten wurden und die Schiffahrt auf dem ungeheuren und offenen Weltmeer bei der großen Höhe der Fluten und bei wenigen, ja fast gar keinen Seehäfen höchst schwierig war. |
| neque enim his nostrae rostro nocere poterant - tanta in iis erat firmitudo -, neque propter altitudinem facile telum adigebatur, et eadem de causa minus commode copulis continebantur. Caes.Gall.3,13,8 | Die römischen Schiffe konnten nämlich den gallischen ihrer ungemeinen Festigkeit wegen mit den Schnäbeln nicht schaden, und weil sie so hoch gebaut waren, konnte man nicht leicht weder von Geschossen noch von Enterhaken Gebrauch gegen sie machen. |
| rostro enim noceri non posse cognoverant; turribus autem excitatis tamen has altitudo puppium ex barbaris navibus superabat, ut neque ex inferiore loco satis commode tela adigi possent et missa a Gallis gravius acciderent. Caes.Gall.3,14,4 | Dass sie mit den Schnäbeln ihrer Schiffe dem Feind nicht schaden könnten, das wussten sie; und wenn man auf diesen römischen Schiffen selbst Türme errichtete, so ragte dennoch die Höhe der Hinterteile der feindlichen Schiffe über diese empor, so dass man von dem tieferen Standpunkt aus nicht leicht die Geschosse brauchen konnte, während die Schüsse der Gallier desto schwerer trafen. |
| ac iam conversis in eam partem navibus quo ventus ferebat, tanta subito malacia ac tranquillitas exstitit, ut se ex loco movere non possent. Caes.Gall.3,15,3 | Schon hatten sie ihren Schiffen die Richtung des Windes gegeben, als urplötzlich die größte Stille und Ruhe des Meeres eintrat und sie nicht von der Stelle kommt konnten. |
| quibus amissis reliqui neque quo se reciperent neque quemadmodum oppida defenderent habebant. itaque se suaque omnia Caesari dediderunt. Caes.Gall.3,16,3 | Nach dem Verlust all dieser Kräfte wussten die Übriggebliebenen, weder wohin sie sich retten, noch wie sie die festen Plätzen behaupten könnten. Sie ergaben sich also mit Hab und Gut Cäsar, |
| quod ubi Crassus animadvertit suas copias propter exiguitatem non facile diduci, hostem et vagari et vias obsidere et castris satis praesidii relinquere, ob eam causam minus commode frumentum commeatumque sibi supportari, in dies hostium numerum augeri, non cunctandum existimavit quin pugna decertaret. Caes.Gall.3,23,7 | Crassus aber sah wohl, dass sich seine Truppen wegen ihrer geringen Anzahl nicht wohl auseinanderlegen ließen, während die Feinde Streifzüge vornehmen, den Weg besetzen und dennoch zum Schutz ihres Lagers hinlänglich Mannschaft zurücklassen konnten. Da deshalb die Zufuhr des Getreides und sonstiger Lebensmittel für ihn ungemein schwierig, die Zahl der Feinde aber von Tag zu Tag größer wurde, glaubte er, ohne weiteres Zögern ein entscheidendes Treffen wagen zu müssen. |
| illi ut erat imperatum eductis iis cohortibus quae praesidio castris relictae intritae ab labore erant, et longiore itinere circumductis, ne ex hostium castris conspici possent, omnium oculis mentibusque ad pugnam intentis celeriter ad eas quas diximus munitiones pervenerunt atque his prorutis prius in hostium castris constiterunt, quam plane ab his videri aut quid rei gereretur cognosci posset. tum vero clamore ab ea parte audito nostri redintegratis viribus, quod plerumque in spe victoriae accidere consuevit, acrius impugnare coeperunt. Caes.Gall.3,26,2 | Diese führten also, seinen Befehlen gemäß, die Kohorten, bin ihm römischen Lager als Wache zurückgeblieben und noch bei frischen Kräften waren, heraus, machten einen ziemlichen Umweg, um nicht vom feindlichen Lager bemerkt zu werden, und gelangten, da aller Augen und Gedanken auf den Kampf an der Vorderseite des Lagers gerichtet waren, an die erwähnten Verschanzungen, die sie ohne Mühe durchbrachen. Sie standen also im Lager der Feinde, bevor diese sie sahen oder überhaupt etwas vom ganzen Vorgang nur wahrnehmen konnten. Als die Römer unter Crassus das Geschrei auf jener Seite des Lagers vernahmen, drangen sie mit erneuten Kräften mutiger auf den Feind ein, wie dies bei der Aussicht auf Sieg gewöhnlich der Fall ist. |
| incredibili celeritate magno spatio paucis diebus confecto, cum iam pecus atque extrema impedimenta a nostris tenerentur, ipsi densiores silvas peterent, eiusmodi tempestates sunt consecutae, uti opus necessario intermitteretur et continuatione imbrium diutius sub pellibus milites contineri non possent. Caes.Gall.3,29,2 | In wenigen Tagen war man unglaublich schnell mit einer großen Strecke fertig, und die Römer bekamen bereits die ersten und den äußersten Teil des Gepäcks der Feinde in ihre Hände, während die Gallier selbst sich in dichtere Wälder zurückgezogen. Allein plötzlich trat so schlechte Witterung ein, dass man notwendig von der Arbeit abstehen musste, und die Soldaten bei dem Andauern der Regengüsse es nicht länger unter den Zelten aushalten konnten. |
| illi omnia experti cum neque vi contendere propter inopiam navium neque clam transire propter custodias Menapiorum possent, reverti se in suas sedes regionesque simulaverunt Caes.Gall.4,4,4 | Als diese nach allen Versuchen aus Mangel an Schiffen den Übergang nicht erzwingen und wegen der Wachsamkeit der Menapier auch nicht heimlich über den Fluss kommen konnten, stellten sie sich, als kehrten sie in ihre eigenen Wohnsitze und Gegenden zurück, |
| his interfectis navibusque eorum occupatis, priusquam ea pars Menapiorum quae citra Rhenum erat certior fieret, flumen transierunt atque omnibus eorum aedificiis occupatis reliquam partem hiemis se eorum copiis aluerunt. Caes.Gall.4,4,7 | Sie wurden niedergemacht und mit Hilfe ihrer Schiffe erschienen die Germanen, noch bevor die übrigen Menapier auf den linken Ufer in ihrer Ruhe von dem Vorfall Nachricht erhalten konnten, am jenseitige Ufer, nahmen alle Wohnungen in Beschlag und ließen es sich den ganzen Winter über von den Vorräten der Überfallenen wohlsein. |
| haec tamen dicere: venisse invitos, eiectos domo; si suam gratiam Romani velint, posse iis utiles esse amicos; vel sibi agros attribuant, vel patiantur eos tenere quos armis possederint; (5) sese unis Suebis concedere, quibus ne di quidem immortales pares esse possint; reliquum quidem in terris esse neminem quem non superare possint. Caes.Gall.4,7,4 | Indessen müssten sie ihm erklären, dass sie aus ihrer Heimat vertrieben und ganz gegen ihren Willen hier seien. Wollten die Römer ihre Freundschaft, so könnten sie ihnen nützliche Freunde werden; man möge ihnen Ländereien anweisen oder gestatten, die Felder zu behalten, in deren Besitz sie sich durch Waffengewalt gesetzt hätten. |
| Acie triplici instituta et celeriter octo milium itinere confecto prius ad hostium castra pervenit, quam quid ageretur Germani sentire possent. Caes.Gall.4,14,1 | Schnell machte er in einer dreifachen Schlachtlinie einen Weg von acht Meilen und kam eher vor dem feindlichen Lager an, als die Germanen etwas von der ganzen Bewegung wissen konnten. |
| tantum esse nomen apud eos atque opinionem exercitus Romani Ariovisto pulso et hoc novissimo proelio facto etiam ad ultimas Germanorum nationes, uti opinione et amicitia populi Romani tuti esse possint. Caes.Gall.4,16,7 | denn der Name und Ruhm des römischen Heeres sei durch den Sieg über Ariovist und besonders nach dem jüngsten Treffen sogar bei den entferntesten Stämmen der Germanen so groß, dass sie, die Ubier, schon durch diese hohe Meinung von der römischen Macht und durch ihre Freundschaft mit dem römischen Volk unangefochten leben könnten. |
| huc accedebant XVIII onerariae naves, quae ex eo loco a milibus passuum octo vento tenebantur, quominus in eundem portum venire possent; has equitibus tribuit. Caes.Gall.4,22,4 | 18 weitere Lastschiffe, die in einer Entfernung von 8 Meilen durch ungünstigen Wind zurückgehalten wurden und nicht in den selben Hafen einlaufen konnten, wurden der Reiterei zugeteilt. |
| erat ob has causas summa difficultas, quod naves propter magnitudinem nisi in alto constitui non poterant, militibus autem ignotis locis, impeditis manibus, magno et gravi onere armorum pressis simul et de navibus desiliendum et in fluctibus consistendum et cum hostibus erat pugnandum, Caes.Gall.4,24,2 | Cäsar befand sich in einer sehr misslichen Lage, weil seine Schiffe ihrer Größe wegen nur in der hohen See haltmachen konnten, und seine Soldaten, unbekannt mit der Gegend, am freien Gebrauch der Hände gehindert und mit den vielen schweren Waffen belastet, zugleich von den Schiffen herabspringen, mitten in den Fluten festen Fuß fassen und mit den Feinden kämpfen mussten. |
| Pugnatum est ab utrisque acriter. nostri tamen, quod neque ordines servare neque firmiter insistere neque signa subsequi poterant atque alius alia ex navi quibuscumque signis occurrerat se adgregabat, magnopere perturbabantur. Caes.Gall.4,26,1 | Von beiden Seiten wurde heftig gekämpft: die Römer gerieten aber in große Verwirrung, da sie weder Reihe und Glied halten, noch festen Fuß fassen, noch ihren Fahnen folgen konnten, sondern der eine aus dem, der andere aus jenem Schiff sich an das erste beste Feldzeichen, auf das er stieß, anschloss. |
| secutae sunt complures dies continuae tempestates, quae et nostros in castris continerent et hostem a pugna prohiberent. Caes.Gall.4,34,4 | Doch konnten weder die Römer ihr Lager verlassen, noch die Feinde eine Schlacht beginnen, weil er mehrere Tage ohne Unterlass Unwetter tobten. |
| commisso proelio diutius nostrorum militum impetum hostes ferre non potuerunt ac terga verterunt. Caes.Gall.4,35,2 | Kaum hatte das Treffen begonnen, als die Feinde den stürmischen Angriff der Römer nicht länger aushalten konnten, sondern die Flucht ergriffen. |
| sed ex iis onerariae duae eosdem portus quos reliquae capere non potuerunt et paulo infra delatae sunt. Caes.Gall.4,36,4 | Doch wurden zwei Frachtschiffe, die nicht mit den übrigen den selben Hafen erreichen konnten, etwas weiter nach Norden verschlagen. |
| qui cum propter siccitates paludum, quo se reciperent, non haberent, quo perfugio superiore anno erant usi, omnes fere in potestatem Labieni venerunt. Caes.Gall.4,38,2 | Da diese Leute von dem Zufluchtsorte, dessen sie sich im vorigen Jahr bedient hatten, nun deshalb keinen Gebrauch machen konnten, weil ihre Sümpfe völlig ausgetrocknet waren, fielen sie fast alle in die Hände des Labienus. |
| sed posteaquam nonnulli principes ex ea civitate, et auctoritate Cingetorigis adducti et adventu nostri exercitus perterriti, ad Caesarem venerunt et de suis privatim rebus ab eo petere coeperunt, quoniam civitati consulere non possent, Indutiomarus veritus, ne ab omnibus desereretur, legatos ad Caesarem mittit: Caes.Gall.5,3,5 | Als jedoch einige Häuptlinge dieses Staates, teils aus Freundschaft mit Cingetorix, teils aus Furcht wegen der Ankunft des römischen Heeres zu Cäsar kamen und ihn um Schutz ihres Privateigentums baten, weil sie denn doch ihr Gemeinwesen nicht retten könnten, so wandelte den Indutiomarus die Furcht an, es könnten ihn alle verlassen. Er schickte deshalb Gesandte an Cäsar mit der Erklärung, |
| his aliquantum itineris progressis cum iam extremi essent in prospectu, equites a Q. Atrio ad Caesarem venerunt, qui nuntiarent superiore nocte maxima coorta tempestate prope omnes naves adflictas atque in litus eiectas esse, quod neque ancorae funesque subsisterent neque nautae gubernatoresque vim tempestatis pati possent; Caes.Gall.5,10,2 | Als diese nach einem ziemlich weiten Weg bereits deren Nachtrab sichteten, erhielt Cäsar durch Reiter von Quintus Atrius die Kunde, dass in der letzten Nacht in Folge eines heftigen Sturms fast alle Schiffe beschädigt worden seien und am Strand lägen, weil weder die Anker und Taue gehalten hätten, noch die Schiffsleute und Steuermänner die Gewalt des Sturms aushalten konnten; |
| ipsorum esse consilium, velintne prius, quam finitimi sentiant, eductos ex hibernis milites aut ad Ciceronem aut ad Labienum deducere, quorum alter milia passuum circiter quinquaginta, alter paulo amplius ab iis absit. Caes.Gall.5,27,9 | Es komme also bloß auf ihren Entschluss an, ob sie, ehe es die Nachbarn wahrnehmen könnten, ihre Truppen aus dem Winterlager ziehen und zu Cicero oder Labienus führen wollten, da der eine etwa 50 Meilen, der andere nicht viel weiter entfernt sei. |
| Arpinius et Iunius, quae audierant, ad legatos deferunt. illi repentina re perturbati, etsi ab hoste ea dicebantur, tamen non neglegenda existimabant maximeque hac re permovebantur, quod civitatem ignobilem atque humilem Eburonum sua sponte populo Romano bellum facere ausam vix erat credendum. Caes.Gall.5,28,1 | Arpineius und Iunius teilten diese Erklärung den Legaten mit; diese glaubten trotz ihrer Bestürzung über die unvermutete Entwicklung, darauf achten zu müssen, obgleich die Mitteilung vom Feind kam. Am meisten beeindruckte sie, dass sie kaum glauben konnten, ein so unbedeutendes und schwaches Volk wie das der Eburonen habe von sich aus den Krieg gegen die Römer gewagt. |
| qui, si per te liceat, perendino die cum proximis hibernis coniuncti communem cum reliquis belli casum sustineant, non reiecti et relegati longe a ceteris aut ferro aut fame intereant.' Caes.Gall.5,30,3 | denn ohne deine Hartnäckigkeit, Cotta, könnten sie schon übermorgen bei dem nächsten Standlager eintreffen und dann gemeinschaftlich mit den übrigen dem Kampf entgegengehen, während sie so, von allen anderen getrennt und weit entfernt durch Schwert oder Hunger umkommen müssen." |
| cum propter longitudinem agminis minus facile per se omnia obire et, quid quoque loco faciendum esset, providere possent, iusserunt pronuntiari, ut impedimenta relinquerent atque in orbem consisterent. Caes.Gall.5,33,3 | Weil beide aber wegen der Länge des Zuges durchaus nicht alles selbst tun noch bemerken konnten, was an jeder Stelle nötig war, gaben sie den Befehl, das Gepäck wegzulegen und einen Kreis zu bilden. |
| levitate armorum et cotidiana exercitatione nihil his noceri posse; rursus se ad signa recipientes insequantur. Caes.Gall.5,34,4 | da die schwerbewaffneten Römer ihnen bei ihrer leichten Bewaffnung und steten Übung keinen Schaden zufügen könnten. Sobald sich aber die Römer wieder zu ihren Fahnen zurückzögen, solle man ihnen nachsetzen. |
| sin autem locum tenere vellent, nec virtuti locus relinquebatur neque a tanta multitudine coniecta tela conferti vitare poterant. Caes.Gall.5,35,4 | Wollten die Römer hingegen standhalten, so konnten sie weder ihre Tapferkeit zeigen, noch bei ihrer dichten Geschlossenenheit den Pfeilen der zahlreichen Feinde ausweichen. |
| si ab armis discedere velint, se adiutore utantur legatosque ad Caesarem mittant; sperare pro eius iustitia, quae petierint, impetraturos. Caes.Gall.5,41,8 | Wollten sie aber zuerst die Waffen niederlegen, so könnten sie an ihm einen Vermittler finden und sich durch Gesandte an Cäsar wenden, von dessen Gerechtigkeit sie, wie er hoffe, Erfüllung ihrer Wünsche erhalten dürften. |
| et, priusquam illi aut convenire aut profugere possent, magno pecoris atque hominum numero capto atque ea praeda militibus concessa vastatisque agris in deditionem venire atque obsides sibi dare coegit. Caes.Gall.6,3,2 | während er selbst, noch ehe sie fliehen oder sich zum Widerstand vereinigen konnten, eine große Menge Vieh und Menschen auffing, diese den Soldaten als Beute überließ und das Land verheerte, nahm er ihre Kapitulation an und zwang sie, ihm Geiseln zu stellen. |
| celeriter nostri clamore sublato pila in hostes immittunt. illi, ubi praeter spem, quos modo fugere credebant, infestis signis ad se ire viderunt, impetum ferre non potuerunt ac primo concursu in fugam coniecti proximas silvas petierunt. Caes.Gall.6,8,6 | Schnell erheben die Römer ein Geschrei und werfen ihre Speere auf den Feind. Als jetzt die Gallier wider alle Vermutung diejenigen in angreifender Haltung anrücken sahen, die sie eben noch für Flüchtige hielten, konnten sie ihren Ansturm nicht aushalten; sie wurden beim ersten Angriff in die Flucht geschlagen und zogen sie sich in die nächsten Wälder zurück. |
| his cognitis rebus rem frumentariam providet, castris idoneum locum deligit; Ubiis imperat, ut pecora deducant suaque omnia ex agris in oppida conferant, sperans barbaros atque imperitos homines inopia cibariorum adductos ad iniquam pugnandi condicionem posse deduci; Caes.Gall.6,10,2 | Auf diese Nachricht in sorgte Cäsar für Lebensmittel, wählte sich einen vorteilhaften Platz zum Lager und gebot den Ubiern ihre Herden in Sicherheit und all ihrer Habe vom Land zu den festen Plätzen zu bringen; er hoffte, diese rohen und unwissenden Feinde könnten sich vielleicht aus Mangel an Lebensmitteln zu einem für sie nachteiligen Gefecht verleiten lassen. |
| eo cum pervenisset, ad reliquas legiones mittit priusque omnes in unum locum cogit quam de eius adventu Arvernis nuntiari posset. Caes.Gall.7,9,5 | Als er dorthin gekommen war, schickte er sogleich zu den übrigen Legionen und versammelte sie alle noch eher um sich, als die Arverner von seiner Ankunft Nachricht erhalten konnten. |
| Magnam haec res Caesari difficultatem ad consilium capiendum adferebat: si reliquam partem hiemis uno loco legiones contineret, ne stipendiariis Haeduorum expugnatis cuncta Gallia deficeret, quod nullum amicis in eo praesidium positum videret; si maturius ex hibernis educeret, ne ab re frumentaria duris subvectionibus laboraret. Caes.Gall.7,10,1 | Diese Wendung der Dinge brachte Cäsar bei seiner Entschließung in große Verlegenheit, weil, falls man mit den Legionen den Rest des Winters an einem Ort stehen blieb, zu befürchten war, ganz Gallien werde, wenn die Schutzbefohlenen der Häduer die Beute des Feindes würden, von ihm abfallen, weil sich seine Freunde niemals sicher Hilfe von ihm versprechen könnten. Rückte er dagegen vor der Zeit aus dem Winterlager so sah er in der schweren Zufuhr eine Gefahr für das Proviantwesen. |
| et quod oppidum Cenabum pons fluminis Ligeris contingebat, veritus ne noctu ex oppido profugerent, duas legiones in armis excubare iubet. Caes.Gall.7,11,6 | Zudem blieben zwei Legionen während der Nacht unter Waffen, weil Cäsar fürchtete, die Belagerten könnten entfliehen, da sich eine Brücke über den Lieger unmittelbar an Cenabum anschloss. |
| quem simulatque oppidani conspexerunt atque in spem auxilii venerunt, clamore sublato arma capere, portas claudere, murum complere coeperunt. Caes.Gall.7,12,5 | Sobald die Bewohner der Stadt bei diesem Anblick auf Entsatz hoffen konnten, griffen sie mit lautem Geschrei zu den Waffen, schlossen die Tore und besetzten dicht die Mauer. |
| hos omnes cotidie ab equitibus deleri posse. praeterea salutis causa rei familiaris commoda neglegenda; vicos atque aedificia incendi oportere hoc spatio a Boia quoque versus, quo pabulandi causa adire posse videantur. Caes.Gall.7,14,5 | die gallische Reiterei werde sie dann täglich aufreiben können. Überdies müsse man der allgemeinen Wohlfahrt die eigene opfern und Ortschaften samt Gehöften, wohin die Römer des Futters wegen kommen könnten, in der ganzen Umgebung von Boia nach allen Richtungen hin anzünden. |
| neque interesse ipsosne interficiant impedimentisne exuant, quibus amissis bellum geri non possit. Caes.Gall.7,14,8 | im Grunde aber sei es einerlei, ob man sie ihres Lebens oder ihres Gepäcks beraube, nach dessen Verlust sie den Krieg nicht fortsetzen könnten. |
| summam imperii se consulto nulli discedentem tradidisse, ne is multitudinis studio ad dimicandum impelleretur, cui rei propter animi mollitiem studere omnes videret, quod diutius laborem ferre non possent. Caes.Gall.7,20,5 | Den Oberbefehl habe er bei seinem Aufbruch absichtlich niemandem übergeben, damit sich derjenige nicht durch die Kampflust der Menge zu einer Schlacht verleiten ließ; denn alle verlangten, wie er sehe, nur aus Weichlichkeit eine Schlacht, weil sie nicht länger die Anstrengungen des Krieges ertragen könnten. |
| Cum in omnibus locis consumpta iam reliqua parte noctis pugnaretur semperque hostibus spes victoriae redintegraretur, eo magis quod deustos pluteos turrium videbant nec facile adire apertos ad auxiliandum animadvertebant, semperque ipsi recentes defessis succederent omnemque Galliae salutem in illo vestigio temporis positam arbitrarentur, accidit inspectantibus nobis, quod dignum memoria visum praetereundum non existimavimus. Caes.Gall.7,25,1 | Schon war der übrige Teil der Nacht vorüber und der Kampf dauerte an allen Orten fort, indem sich den Feinden stets die Hoffnung auf Sieg erneuerte, besonders weil sie die Brustwehren der Türme abgebrannt sahen und wohl merkten, dass die Römer ungedeckt nicht leicht neue Hilfe schaffen konnten. Überdies wurden auf ihrer Seite die Ermüdeten stets von frischen Leuten abgelöst, indem sie überzeugt waren, dass von diesem Augenblick Galliens allgemeine Befreiung abhänge. Bei dieser Gelegenheit trug sich vor unseren Augen ein Fall zu, den wir als eine denkwürdige Erscheinung nicht mit Stillschweigen übergehen wollten. |
| sibi numquam placuisse Avaricum defendi, cuius rei testes ipsos haberet, sed factum imprudentia Biturigum et nimia obsequentia reliquorum, uti hoc incommodum acciperetur. Caes.Gall.7,29,4 | Sie selbst könnten bezeugen, dass er nie für die Verteidigung von Avaricum gewesen sei; dagegen sei der Unverstand der Biturigen und die allzu große Willfährigkeit der übrigen an dem erlittenen Schaden schuld. |
| tamen silentio noctis Caesar ex castris egressus, priusquam subsidio ex oppido veniri posset, deiecto praesidio potitus loco duas ibi legiones conlocavit fossamque duplicem duodenum pedum a maioribus castris ad minora perduxit, ut tuto ab repentino hostium incursu singuli commeare possent. Caes.Gall.7,36,7 | Dennoch zog Cäsar nachts in aller Stille aus seinem Lager, warf jene Besatzung hinunter, bevor man ihr aus der Festung zu Hilfe kommen konnte, bemächtigte sich des Platzes und ließ zwei Legionen dort. Dann verband er sein größeres Lager mit diesem kleineren durch einen doppelten, zwölf Fuß tiefen Graben, damit auch einzelne Personen sicher vor einem plötzlichen Überfall des Feindes hin- und hergehen konnten. |
| sed elati spe celeris victoriae et hostium fuga et superiorum temporum secundis proeliis nihil adeo arduum sibi existimabant, quod non virtute consequi possent, neque finem prius sequendi fecerunt, quam muro oppidi portisque adpropinquarunt. Caes.Gall.7,47,3 | Allein ihre Leute ließen sich durch die Hoffnung eines schnellen Sieges, durch die Flucht der Feinde und durch das Glück in den früheren Schlachten so hinreißen, dass sie nichts für so schwer hielten, dass sie es nicht durch ihre Tapferkeit erlangen könnten. Sie verfolgten daher den Feind bis vor die Mauern und Tore von Gergovia. |
| erat Romanis nec loco nec numero aequa contentio; simul et cursu et spatio pugnae defatigati non facile recentes atque integros sustinebant. Caes.Gall.7,48,4 | Die Römer hatten jetzt einen ungünstigen Kampf, was Zahl und Stellung betraf: durch ihren ersten Sturm und die lange Dauer des Kampfes erschöpft konnten sie sich unmöglich gegen die kräftigen und ungeschwächten Truppen des Feindes halten. |
| eandem fortunam tulit Camulogenus. at ii, qui praesidio contra castra Labieni erant relicti, cum proelium commissum audissent, subsidio suis ierunt collemque ceperunt; neque nostrorum militum victorum impetum sustinere potuerunt. Caes.Gall.7,62,8 | Dieses Schicksal teilte auch Camulogenus mit ihnen. Diejenigen, die als Gegenwehr vor dem Lager des Labienus standen, wollten bei der ersten Nachricht von der Schlacht ihren Leuten zu Hilfe kommen und besetzten eine Anhöhe, konnten aber schon den ersten Sturm der siegreichen Römer nicht aushalten. |
| aequo modo animo sua ipsi frumenta corrumpant aedificiaque incendant, qua rei familiaris iactura perpetuum imperium libertatemque se consequi videant. Caes.Gall.7,64,3 | Sie sollten nur getrost ihre eigenen Vorräte an Getreide verderben und ihre Häuser in Brand stecken; durch diesen Verlust ihrer Habe würden sie, wie sie sehen könnten, für immer Freiheit und Unabhängigkeit erlangen. |
| si pedites suis auxilium ferant atque in eo morentur, iter confici non posse; si ‑ id quod magis futurum confidat ‑ relictis impedimentis suae saluti consulant, et usu rerum necessariarum et dignitate spoliatum iri. Caes.Gall.7,66,5 | Wenn dann ihr Fußvolk dem Tross zu Hilfe käme und dabei Zeit verlöre, könnten sie ihren Marsch nicht abschließen. Sollten aber die Römer, was er für wahrscheinlicher halte, das Gepäck preisgeben und für ihre Rettung sorgen, so müssten sie das Nötigste entbehren und ihr bisheriges Ansehen verlieren. |
| nam de equitibus hostium, quin nemo eorum progredi modo extra agmen audeat, ne ipsos quidem debere dubitare. id quo maiore faciant animo, copias se omnes pro castris habiturum et terrori hostibus futurum. Caes.Gall.7,66,6 | Denn daran könnten sie wohl selbst nicht zweifeln, dass sich von der feindlichen Reiterei kein Mann auch nur aus dem Zug herauswagen werde; damit aber der Angriff von Seiten der gallischen Reiterei um so mutiger erfolge, wolle er, um dem Feind Schrecken einzujagen, mit dem gesamten Fußvolk vor das Lager ziehen. |
| reliquas omnes munitiones ab ea fossa pedibus CCCC reduxit. id hoc consilio, quoniam tantum spatium necessario esset complexus nec facile totum opus corona militum cingeretur, ne de improviso aut noctu ad munitiones multitudo hostium advolaret aut interdiu tela in nostros operi destinatos conicere posset. Caes.Gall.7,72,2 | Alle übrigen Schanzen ließ er von diesem Graben vierhundert Fuß weit aufwerfen. Weil er nämlich einerseits diesem Graben notwendig einen so großen Umfang hatte geben müssen und andererseits doch auch das ganze Werk nicht leicht mit bewaffneter Mannschaft ringsherum besetzt werden konnte, suchte er durch diese Entfernung zu verhindern, dass die ganze Masse der Feinde unversehens entweder bei Nacht gegen die Schanzen stürmen oder bei Tag auf die römischen Soldaten schießen konnten, die an der Einschließung arbeiteten. |
| ex his Bellovaci suum numerum non contulerunt, quod se suo nomine atque arbitrio cum Romanis bellum gesturos dicebant neque cuiusquam imperio obtemperaturos; rogati tamen a Commio pro eius hospitio duo milia una miserunt. Caes.Gall.7,75,5 | Unter allen bisher genannten Völkerschaften stellten allein die Bellovacer ihre Anzahl nicht, sondern erklärten, sie könnten für sich allein und selbständig mit den Römern Krieg führen, gedächten also nicht, sich einem fremden Oberbefehl zu fügen. Auf die Bitten des Commius, der mit ihnen gastfreundlich verbunden war, schickten sie aber doch zweitausend Mann. |
| Romanorum manus tantis munitionibus distinetur nec facile pluribus locis occurrit. Caes.Gall.7,84,3 | Denn die große Ausdehnung der Linien zog die römischen Streitkräfte auseinander, so dass sie nur mit Mühe an mehreren Punkten Widerstand leisten konnten. |
| Labienus, postquam neque aggeres neque fossae vim hostium sustinere poterant, coactis undecim cohortibus, quas ex proximis praesidiis deductas fors obtulit, Caesarem per nuntios facit certiorem, quid faciendum existimet. accelerat Caesar, ut proelio intersit. Caes.Gall.7,87,3 | Als endlich weder Wälle noch Gräben den Sturm der Feinde weiter aufhalten konnten, vereinigte Labienus vierzig Kohorten, wie sie ihm gerade der Zufall aus den nächsten Posten darbot, und meldete Cäsar, was er zu tun vorhabe. Dieser eilte daher, um selbst bei dem Treffen dabei zu sein. |
| non esse autem alicui civitati sortem incommodi recusandam, si tali mora reliquae possent se vindicare in libertatem. Caes.Gall.8,1,3 | Jedes Volk, glaubten überdies diese Gallier, müsse das ihm zufallende Ungemach gerne tragen, wenn durch einen solchen Zeitgewinn die übrigen ihre Freiheit retten könnten. |
| quorum perturbatum et confusum dum explicant agmen - magna enim multitudo carrorum etiam expeditos sequi Gallos consuevit - oppressi luce copias armatorum pro suis instruunt castris, ne prius Romani persequi se inciperent quam longius agmen impedimentorum suorum processisset. Caes.Gall.8,14,2 | Während sie jedoch diesen Zug voll Unordnung und Verwirrung entwickelten (denn selbst den leichter ziehenden Galliern folgt immer eine große Menge Karen), wurden sie vom Tag überrascht und stellte nun vor ihrem Lager eine Schlachtlinie auf, damit die Römer nicht eher verfolgen könnten, als bis die Wegziehenden schon etwas weiter fort wären. |
| Bellovaci cum Romanos ad insequendum paratos viderent neque pernoctare aut diutius permanere sine periculo eodem loco possent, tale consilium sui recipiendi ceperunt. Caes.Gall.8,15,4 | Die Bellovaker sahen nun die Römer zum Verfolgen bereit und konnten doch selbst ohne Gefahr weder die Nacht hier zubringen noch überhaupt länger in dem Ort ohne Mundvorrat verbleiben. Sie fassten also folgenden Rückzugsplan. |
| equites cum intrare fumum et flammam densissimam timerent ac si qui cupidius intraverant, vix suorum ipsi priores partes animadverterent equorum, insidias veriti liberam facultatem sui recipiendi Bellovacis dederunt. Caes.Gall.8,16,2 | Ebenso fürchteten die Reiter, in den Rauch und die gewaltige Flammen einzudringen; denn wenn auch einige hitzig hineinjagten, so konnten sie kaum noch den Vorderteil ihrer eigenen Pferde erkennen. Aus Furcht vor einem Hinterhalt gestattete man also den Bellovakern die beste Gelegenheit, sich zurückzuziehen. |
| itaque cum copiis ad eundem pontem contendit equitatumque tantum praecedere ante agmen imperat legionum, quantum, cum processisset, sine defatigatione equorum in eadem se reciperet castra. Caes.Gall.8,27,4 | Er brach also gegen die selbe Brücke auf und ließ seine Reiter dem Fußvolk vorauseilen, jedoch nur so weit, dass sie sich ohne Ermüdung der Pferde zu ihm zurückziehen könnten. |
| Repentino adventu Caesaris accidit, quod imparatis disiectisque accidere fuit necesse, ut sine timore ullo rura colentes prius ab equitatu opprimerentur quam confugere in oppida possent. Caes.Gall.8,3,1 | Bei dem plötzlichen Erscheinen Cäsars wurden die ruhigen Bewohner des offenen Landes, was bei unvorbereiteten und verstreut Wohnenden notwendig geschehen musste, von der römischen Reiterei überfallen, bevor sie sich in die festen Plätze flüchten konnten. |
| non enim dubitabat, quin recenti calamitate submissiores essent futurae, dato vero spatio ac tempore eodem instigante Dumnaco possent concitari. Caes.Gall.8,31,2 | Denn er war überzeugt, sie würden wegen der frischen Niederlage jetzt unterwürfiger sein; gäbe man ihnen dagegen Zeit, so könnten sie sich durch eben diesen Dumnacus noch einmal Empörungen lassen. |
| Quo cum confestim C. Caninius venisset animadverteretque omnes oppidi partes praeruptissimis saxis esse munitas, quo defendente nullo tamen armatis ascendere esset difficile, magna autem impedimenta oppidanorum videret, quae si clandestina fuga subtrahere conarentur, effugere non modo equitatum, sed ne legiones quidem possent, Caes.Gall.8,33,1 | Caninius, der eiligst erschien, bemerkte, dass alle Seiten des Platzes durch die steilsten Felsen geschützt waren, so dass Bewaffnete auch ohne alle Abwehr von Seiten der Belagerten nur schwer hinaufkommen konnten. Zugleich nahm er aber auch eine Menge Habseligkeiten wahr, die den Einwohnern gehörten, und überzeugte sich, dass man in einer heimlichen Flucht mit diesem Gepäck nicht einmal seinem Fußvolk, viel weniger der Reiterei zu entwischen im Stande wäre. |
| hi paucos dies morati ex finibus Cadurcorum, qui partim re frumentaria sublevare eos cupiebant, partim prohibere quominus sumerent non poterant, magnum numerum frumenti comparant, nonnumquam autem expeditionibus nocturnis castella nostrorum adoriuntur. Caes.Gall.8,34,3 | In einigen Tagen betrachten Sie aus dem Land der Cadurken, die sie zum Teil gern unterstützten, zum Teil die Wegnahme nicht verhindern konnten, eine ganze Menge Getreide zusammen. Bisweilen machten sie auch auf nächtlichen Zügen Angriffe gegen die römischen Vorwerke. |
| ex ea cum tela tormentis iacerentur ad fontis aditum nec sine periculo possent aquari oppidani, non tantum pecora atque iumenta, sed etiam magna hominum multitudo siti consumebatur. Caes.Gall.8,41,6 | Von diesem Turm aus gegen den Zugang zur Quell spielte das grobe Geschütz, und die Belagerten konnten nun nur mit Gefahr zum Wasser kommen. Allzu verschmachten vor Durst nicht nur alle Herden- und Lasttiere, sondern auch eine große Masse Menschen. |
| oppressi Carnutes hiemis difficultate, terrore periculi, cum tectis expulsi nullo loco diutius consistere auderent nec silvarum praesidio tempestatibus durissimis tegi possent, dispersi magna parte amissa suorum dissipantur in finitimas civitates. Caes.Gall.8,5,4 | Der harte Winter, der Schrecken vor der Gefahr überwältigte die Carnuten, die, aus ihren Wohnsitzen vertrieben, nirgends längere Zeit zu verweilen wagten und bei dem heftigen Unwetter auch in ihren Wäldern keinen Schutz finden konnten. So ging der größte Teil von ihnen zu Grunde und der Rest zerstreute sich dahin und dorthin zu den Nachbarn. |
| sed Cethego atque Lentulo ceterisque, quorum cognoverat promptam audaciam, mandat, quibus rebus possent, opes factionis confirment, insidias consuli maturent, caedem incendia aliaque belli facinora parent: sese propediem cum magno exercitu ad urbem adcessurum. Sall.Cat.32,2 | Aber Cethegus, Lentulus und den anderen, deren stets bereite Verwegenheit er kannte, gibt er den Auftrag, womit sie nur könnten ihren Anhang zu kräftigen, den Untergang des Konsuls möglichst rasch herbeizuführen und sich zu Mord, Brand und anderen Schandtaten bereit zu halten: er werde nächster Tage mit einem starken Heer gegen die Stadt anrücken. |
| Sed Allobroges ex praecepto Ciceronis per Gabinium ceteros conveniunt. ab Lentulo, Cethego, Statilio, item Cassio postulant ius iurandum, quod signatum ad civis perferant: aliter haud facile eos ad tantum negotium inpelli posse. Sall.Cat.44,1 | Die Allobroger treffen nach Ciceros Weisung durch die Vermittlung des Gabinius mit den übrigen zusammen. Sie fordern von Lentulus, Cethegus, Statilius und auch von Cassius eine eidesstattliche Erklärung, die sie versiegelt ihren Mitbürgern überbringen könnten. Anders könnten sie diese nur schwerlich zu einem so bedeutenden Unternehmen bewegen. |
| Sed isdem temporibus Q. Catulus et C. Piso neque precibus neque pretio neque gratia Ciceronem inpellere potuere, uti per Allobroges aut alium indicem C. Caesar falso nominaretur. Sall.Cat.49,1 | Aber unter ganz gleichen Umständen konnten Quintus Catulus und Gaius Piso Cicero weder durch Bitten noch durch Geld noch durch persönlichen Einfluss dazu bringen, durch die Allobroger oder sonst einen Anzeiger Gaius Caesar fälschlich nennen zu lassen. |
| sed ubi consulem ad tantum facinus inpellere nequeunt, ipsi singillatim circumeundo atque ementiundo, quae se ex Volturcio aut Allobrogibus audisse dicerent, magnam illi invidiam conflaverant, usque eo ut nonnulli equites Romani, qui praesidi causa cum telis erant circum aedem Concordiae, seu periculi magnitudine seu animi mobilitate inpulsi, quo studium suom in rem publicam clarius esset, egredienti ex senatu Caesari gladio minitarentur. Sall.Cat.49,4 | Als sie nun den Konsul zu einer so abscheulichen Handlung nicht bewegen konnten, liefen sie mit aus der Luft gegriffenen Beschuldigungen, die sie von Volturcius oder den Allobrogern gehört zu haben behaupteten, bei den Leuten umher. Dadurch hatten sie eine heftige Missstimmung gegen ihn entfacht, so weit, dass mehrere Ritter, die der Sicherheit wegen bewaffnet um den Tempel der Concordia standen, Caesar, als er aus der Sitzung kam, mit dem Schwert drohten, um dadurch ihren Eifer für das Staatswohl eindeutig zu beweisen; vielleicht weil sie wirklich von seiner Gefährlichkeit überzeugt waren, vielleicht nur aus innerer Erregung. |
| itaque censuit pecunias eorum publicandas, ipsos per municipia in custodiis habendos, videlicet timens, ne, si Romae sint, aut a popularibus coniurationis aut a multitudine conducta per vim eripiantur; Sall.Cat.52,14 | Und so hat er beantragt, ihr Vermögen zu konfiszieren und sie in Municipien verteilt gefangen zu halten; natürlich aus Furcht, sie könnten, wenn sie in Rom blieben, von ihren Mitverschwörern oder von einer gemieteten Rotte gewaltsam befreit werden. |
| postquam eo ventum est, unde a ferentariis proelium conmitti posset, maxumo clamore cum infestis signis concurrunt; pila omittunt, gladiis res geritur. Sall.Cat.60,2 | Nachdem man sich so nahe gekommen war, dass die Plänkler den Kampf eröffnen konnten, stürmen sie unter lautem Kampfruf in frontalem Angriff aufeinander los. Sie lassen ihre Wurfspieße beiseite und kämpfen mit dem Schwert. |
| an tu existimas aut suppetere nobis posse, quod cotidie dicamus in tanta varietate rerum, nisi animos nostros doctrina excolamus, aut ferre animos tantam posse contentionem, nisi eos doctrina eadem relaxemus? Cic.Arch.12.b | Oder glaubst du, wir könnten bei der großen Mannigfaltigkeit der Themen zu unseren täglichen Vorträgen genug Stoff finden, wenn wir nicht unseren Geist durch Wissenschaft ausbildeten; oder der Geist könne eine solche Anstrengung ertragen, wenn er nicht in eben dieser Wissenschaft Entspannung fänden? |
| Cogitanti mihi saepe numero et memoria vetera repetenti perbeati fuisse, Quinte frater, illi videri solent, qui in optima re publica, cum et honoribus et rerum gestarum gloria florerent, eum vitae cursum tenere potuerunt, ut vel in negotio sine periculo vel in otio cum dignitate esse possent; ac fuit cum | Wenn ich, mein lieber Bruder Quintus, wie ich oftmals tue, die alten Zeiten überdenke und mir vergegenwärtige, so pflegen mir die Männer sehr glücklich zu erscheinen, welchen bei der besten Verfassung des Staates im Genuss hoher Ehrenämter und eines großen Tatenruhmes einen solchen Lebenslauf zu behaupten erlaubt war, dass sie entweder ihren Ämtern ohne Gefahr obliegen oder in ihrer Zurückgezogenheit von den Staatsgeschäften mit Würde leben konnten. Auch ich hatte gehofft, es würde mir einst mit Fug und Recht und nach dem Urteil fast aller eine Zeit, in der ich wieder Ruhe finden und mich in den Schoß der herrlichen Wissenschaften, die wir beide lieben, zurückziehen könnte, gegönnt werden, wenn die unendliche Arbeit der gerichtlichen Verhandlungen und die Bewerbung um Staatsämter mit dem Ablauf der Ehrenstellen zugleich auch mit der Neige des Alters das Ziel erreicht hätte. |
| Disputabant contra diserti homines Athenienses et in re publica causisque versati, in quis erat etiam is, qui nuper Romae fuit, Menedemus, hospes meus; qui cum diceret esse quandam prudentiam, quae versaretur in perspiciendis rationibus constituendarum et regendarum rerum publicarum, excitabatur homo promptus atque omni abundans doctrina et quadam incredibili varietate rerum atque copia: omnis enim partis illius ipsius prudentiae petendas esse a philosophia docebat neque ea, quae statuerentur in re publica de dis immortalibus, de disciplina iuventutis, de iustitia, de patientia, de temperantia, de modo rerum omnium, ceteraque, sine quibus civitates aut esse aut bene moratae esse non possent, usquam in eorum inveniri libellis; Cic.de_orat.1,85. | Dagegen sprachen beredte und in Staatsgeschäften und Rechtshandlungen bewanderte Männer, unter denen sich auch der befand, der neulich zu Rom war, Menedemos, mein Gastfreund. Da dieser behauptete, es gebe eine Wissenschaft, die sich mit Erforschung von Kunstregeln über die Einrichtung und Verwaltung der Staaten beschäftige, da erhob sich der immer schlagfertige Mann, der eine reiche Gelehrsamkeit und eine unglaubliche Mannigfaltigkeit und Fülle von Kenntnissen besaß, und zeigte, dass alle Teile eben dieser Staatswissenschaft von der Philosophie entlehnt werden müssten und dass über Verordnungen des Staates in betreff der unsterblichen Götter, der Jugenderziehung, der Gerechtigkeit, der Geduld, der Besonnenheit, des Maßes in allem und über alle anderen Dinge, ohne welche die Staaten entweder gar nicht bestehen oder nicht wohl gesittet sein könnten, sich nirgends in ihren Bücher eine Vorschrift finden lasse. |
| Saepe etiam in eam partem ferebatur oratione, ut omnino disputaret nullam artem esse dicendi; idque cum argumentis docuerat, quod ita nati essemus, ut et blandiri eis subtiliter, a quibus esset petendum, et adversarios minaciter terrere possemus et rem gestam exponere et id, quod intenderemus, confirmare et, quod contra diceretur, refellere, ad extremum deprecari aliquid et conqueri, quibus in rebus omnis oratorum versaretur facultas; et quod consuetudo exercitatioque intellegendi prudentiam acueret atque eloquendi celeritatem incitaret; tum etiam exemplorum copia nitebatur. Cic.de_orat.1,90. | Oft ließ er sich auch in seinem Vortrag zu der Behauptung hinreißen, es gebe überhaupt keine Kunst der Rede. Zuerst suchte er dies durch Beweise zu zeigen; wir seien nämlich von Natur so geschaffen, dass wir uns durch einnehmende Worte und flehentliche Bitten bei denen einschmeicheln könnten, die wir um etwas bitten müssten, unsere Gegner durch Drohungen schrecken, eine vorgefallene Begebenheit auseinandersetzen, das, was wir beabsichtigten, durch Gründe beweisen und die dagegen gemachten Einwendungen widerlegen, zuletzt etwas durch Bitten abwenden und beklagen; und in diesen Dingen bestehe die ganze Geschicklichkeit der Redner; zweitens, die Gewohnheit und Übung schärfe das Vermögen der Einsicht und rege die Geläufigkeit des Ausdrucks an. Darauf aber stützte er sich auch auf eine Menge von Beispielen. |
| Hoc loco Sulpicius 'insperanti' inquit 'mihi et Cottae, sed valde optanti utrique nostrum cecidit, ut in istum sermonem, Crasse, delaberemini; nobis enim huc venientibus satis iucundum fore videbatur, si, cum vos de rebus aliis loqueremini, tamen nos aliquid ex sermone vestro memoria dignum excipere possemus; ut vero penitus in eam ipsam totius huius vel studi vel artifici vel facultatis disputationem paene intimam veniretis, vix optandum nobis videbatur. Cic.de_orat.1,96. | Hier ergriff Sulpicius das Wort: "Gegen meine und des Cotta Hoffnung, aber nach unser beider sehnlichstem Wunsch hat es sich gefügt, Crassus, dass ihr auf diese Unterredung verfielt. Denn als wir hierher kamen, erschien es uns schon erfreulich genug, wenn wir bei eurem Gespräch über andere Gegenstände doch etwas der Erinnerung Würdiges aus eurer Unterredung erhaschen könnten; dass ihr euch aber fast bis zum Kern der Untersuchung über diese ganze Wissenschaft – oder soll ich sagen: Kunst, oder Fertigkeit? – vertiefen würdet, das glaubten wir kaum wünschen zu dürfen. |
| et si quis est qui haec putet arte accipi posse, - quod falsum est; praeclare enim res se habeat, si haec accendi aut commoveri arte possint; inseri quidem et donari ab arte non possunt; omnia sunt enim illa dona naturae - quid de illis dicam, quae certe cum ipso homine nascuntur, linguae solutio, vocis sonus, latera, vires, conformatio quaedam et figura totius oris et corporis? Cic.de_orat.1,114. | Und sollte jemand meinen, diese Eigenschaften könnten durch Kunst erlangt werden – das ist aber falsch; denn man könnte schon ganz zufrieden sein, wenn sie durch die Kunst nur angeregt oder geweckt werden könnten; einpflanzen wenigstens und schenken kann die Kunst sie nicht; es sind ja lauter Naturgaben –, was will er dann von den Eigenschaften sagen, die gewiss mit dem Menschen selbst geboren werden? Ich meine eine bewegliche Zunge, eine klangvolle Stimme, eine starke Brust, Leibeskräfte und eine gewisse Bildung und Gestaltung des ganzen Gesichtes und Körpers. |
| Sed quia de oratore quaerimus, fingendus est nobis oratione nostra detractis omnibus vitiis orator atque omni laude cumulatus. Neque enim, si multitudo litium, si varietas causarum, si haec turba et barbaria forensis dat locum vel vitiosissimis oratoribus, idcirco nos hoc, quod quaerimus, omittemus. Itaque in eis artibus, in quibus non utilitas quaeritur necessaria, sed animi libera quaedam oblectatio, quam diligenter et quam prope fastidiose iudicamus! Nullae enim lites neque controversiae sunt, quae cogant homines sicut in foro non bonos oratores, item in theatro actores malos perpeti. Cic.de_orat.1,118. | Aber weil der Redner der Gegenstand unserer Untersuchung ist, so müssen wir in unserem Vortrag das Musterbild eines ganz fehlerfreien und in jeder Beziehung vollendeten Redners entwerfen. Denn wenn auch die Menge von Streitsachen, die Mannigfaltigkeit der Rechtsverhandlungen, der gemischte und ungebildete Volkshaufe auf unserem Forum selbst den fehlerhaftesten Rednern einen Platz einräumt, so dürfen wir darum doch nicht den eigentlichen Gegenstand unserer Untersuchung aus den Augen lassen. Und so verhält es sich auch mit den Künsten, bei denen es nicht auf einen unentbehrlichen Nutzen abgesehen ist, sondern auf eine freie Ergötzung des Gemütes. Wie sorgfältig und, ich möchte sagen, wie mäkelnd ist hier unser Urteil! Denn es sind keine Rechtsverhandlungen und Streitigkeiten, welche die Menschen zwingen könnten, wie auf dem Forum nicht gute Redner, so auch im Theater schlechte Schauspieler zu dulden. |
| Illud vero, quod a te dictum est, esse permulta, quae orator a natura nisi haberet, non multum a magistro adiuvaretur, valde tibi adsentior inque eo vel maxime probavi summum illum doctorem, Alabandensem Apollonium, qui cum mercede doceret, tamen non patiebatur eos, quos iudicabat non posse oratores evadere, operam apud sese perdere, dimittebatque et ad quam quemque artem putabat esse aptum, ad eam impellere atque hortari solebat. Cic.de_orat.1,126. | Was aber deine Behauptung betrifft, der Redner müsse sehr viele Eigenschaften von Natur besitzen, wenn ihm der Lehrmeister förderlich sein solle, so stimme ich dir gerne bei, und in dieser Hinsicht habe ich jenem ausgezeichneten Lehrer Apollonios aus Alabanda meinen vollen Beifall geschenkt, der, obwohl er für Bezahlung Unterricht gab, doch nicht zuließ, dass junge Leute, die sich nach seinem Urteil nicht zu Rednern ausbilden konnten, sich vergeblich bei ihm abmühten, sondern vielmehr sie entließ und zu dem Fach, für das er gerade jeden geeignet hielt, anzutreiben und zu ermuntern pflegte. |
| capras et oves quot quisque haberet, dicere posse, amicos quot haberet, non posse dicere et in illis quidem parandis adhibere curam, in amicis eligendis neglegentis esse nec habere quasi signa quaedam et notas, quibus eos, qui ad amicitias essent idonei, iudicarent. Cic.Lael.62.b | Jeder wisse zwar, wieviel Ziegen und Schafe er habe, aber nicht, wie viele Freunde. Auf die Anschaffung der Tiere verwendeten die Leute Mühe und Fleiß, in der Wahl der Freunde hingegen seien sie nachlässig; es fehle ihnen gleichsam an Kennzeichen und Merkmalen, an denen sie diejenigen erkennen könnten, die der Freundschaft fähig sind. |
| Numquam se ille Philo, numquam Rupilio, numquam Mummio anteposuit, numquam inferioris ordinis amicis, Q. vero Maximum fratrem, egregium virum omnino, sibi nequaquam parem, quod is anteibat aetate, tamquam superiorem colebat suosque omnes per se posse esse ampliores volebat. Cic.Lael.69.c | Nie maßte sich dieser Mann einen Vorzug vor Philus an, nie vor Rupilius, nie vor Mummius, nie vor Freunden niedrigeren Standes. Ja seinem Bruder Quintus Maximus, einem vortrefflichen Mann, der ihm an Rang allerdings weit nachstand, erwies er dennoch, weil er älter war, eine Achtung, wie sie nur einem Höheren gebührt; und es war ihm mehr darum zu tun, dass die Seinigen durch ihn zu höherem Ansehen gelangen konnten. |
| Quod si etiam possis quidvis deferre ad alterum, videndum est tamen, quid ille possit sustinere. Cic.Lael.73.c | Gesetzt aber auch, wir könnten dem andern, was wir auch immer wollten, zuwenden, so haben wir doch darauf zu sehen, was er zu leisten vermag. |