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| Belege des Suchbegriffs aus ausgewählten Texten (vollständig: Caes.Gall., Cic.Arch., Cic.S.Rosc., Cic.Lael.) |
| quippe secundae res sapientium animos fatigant: ne illi conruptis moribus victoriae temperarent. Sall.Cat.11,8 | Glück macht ja sogar die Herzen der Weisen schwach. Wie hätten sich jene, die sittlich verdorben waren, im Sieg mäßigen können? |
| sed pleni omnes sunt libri, plenae sapientium voces, plena exemplorum vetustas; quae iacerent in tenebris omnia, nisi litterarum lumen accederet. Cic.Arch.14.b | Aber voll davon sind alle Bücher, voll die Aussprüche der Weisen, voll die Beispiele des Altertums, die alle im Dunkeln lägen, wenn nicht das Licht der Wissenschaften sie beleuchtete. |
| Quid enim est aut tam admirabile, quam ex infinita multitudine hominum exsistere unum, qui id, quod omnibus natura sit datum, vel solus vel cum perpaucis facere possit? aut tam iucundum cognitu atque auditu, quam sapientibus sententiis gravibusque verbis ornata oratio et polita? aut tam potens tamque magnificum, quam populi motus, iudcum religiones, senatus gravitatem unius oratione converti? Cic.de_orat.1,31. | Denn was ist so bewunderungswürdig, als wenn aus einer unendlich großen Menge von Menschen einer auftritt, der das, was allen die Natur verliehen hat, entweder allein oder nur mit wenigen ausüben kann? Oder was ist für Geist und Ohr so anziehend wie eine mit weisen Gedanken: und gewichtigen Worten geschmückte und fein ausgebildete Rede? Aber was macht einen so mächtigen und erhabenen Eindruck, als wenn die Bewegungen des Volkes, die Bedenklichkeiten der Richter, die Würde des Senates durch eines Mannes Rede gelenkt wird? |
| Ac ne plura, quae sunt paene innumerabilia, consecter, comprehendam brevi: sic enim statuo, perfecti oratoris moderatione et sapientia non solum ipsius dignitatem, sed et privatorum plurimorum et universae rei publicae salutem maxime contineri. Quam ob rem pergite, ut facitis, adulescentes, atque in id studium, in quo estis, incumbite, ut et vobis honori et amicis utilitati et rei publicae emolumento esse possitis.' Cic.de_orat.1,34. | Und um nicht noch mehr Vorteile, deren es fast unzählige gibt, aufzusuchen, will ich es kurz zusammenfassen. Ich urteile nämlich so: Auf der weisen Mäßigung des vollkommenen Redners beruht vorzüglich nicht allein seine eigene Würde, sondern auch die Wohlfahrt der meisten einzelnen und des ganzen Staates. Darum, junge Freunde, fahrt so fort, wie ihr tut, und legt euch mit allem Eifer auf die Wissenschaft, der ihr euch widmet, damit ihr euch Ruhm, den Freunden Nutzen und dem Staat Vorteil gewähren könnt." |
| Quis enim tibi hoc concesserit aut initio genus hominum in montibus ac silvis dissipatum non prudentium consiliis compulsum potius quam disertorum oratione delenitum se oppidis moenibusque saepsisse? aut vero reliquas utilitates aut in constituendis aut in conservandis civitatibus non a sapientibus et fortibus viris, sed a disertis ornateque dicentibus esse constitutas? Cic.de_orat.1,36. | Denn wer möchte dir das einräumen, dass anfänglich das auf Bergen und Wäldern zerstreute Menschengeschlecht sich nicht durch kluger Männer Ratschläge eher als durch bezaubernde Vorträge beredter Männer habe bewegen lassen, sich in Städten und Mauern einzuschließen? Oder aber, dass die übrigen nützlichen Einrichtungen bei der Gründung und Erhaltung der Staaten nicht von weisen und tapferen, sondern von beredten und schön redenden Männern getroffen seien? |
| Hanc vim si quis existimat aut ab eis, qui de dicendi ratione scripserunt, expositam esse aut a me posse exponi tam brevi, vehementer errat neque solum inscientiam meam sed ne rerum quidem magnitudinem perspicit: equidem vobis, quoniam ita voluistis, fontis, unde hauriretis, atque itinera ipsa ita putavi esse demonstranda, non ut ipse dux essem, quod et infinitum est et non necessarium, sed ut commonstrarem tantum viam et, ut fieri solet, digitum ad fontis intenderem.' Cic.de_orat.1,203. | Wer nun meint, diese Kunst sei von denen, welche über die Redekunst geschrieben haben, entwickelt worden oder könne von mir in so kurzer Zeit entwickelt werden, der irrt sich sehr und begreift nicht meine Unkenntnis, ja kaum die Größe der Sachen. Ich glaubte, weil ihr es ja so wünschtet, euch die Quellen, aus denen ihr schöpfen könnt, und die Pfade selbst bezeichnen zu müssen, aber nicht so, um selbst euer Führer auf denselben zu sein, was unendlich schwierig und nicht notwendig ist, sondern nur, um euch den Weg nach den Quellen zu weisen und, wie man zu tun pflegt, einen Fingerzeig zu geben." |
| Q. Mucius augur multa narrare de C. Laelio socero suo memoriter et iucunde solebat nec dubitare illum in omni sermone appellare sapientem; Cic.Lael.1.a | Der Augur Quintus Mucius (Scaevola) pflegte manche unterhaltende Anekdote über seinen Schwiegervater (Laelius) aus dem Schatz seines Gedächtnisses mitzuteilen, und trug, sooft die Rede auf ihn kam, kein Bedenken, ihn den Weisen zu nennen. |
| Sed existimare debes omnium oculos in te esse coniectos unum; te sapientem et appellant et existimant. Cic.Lael.6.b | Allein du solltest bedenken, dass jetzt aller Blicke auf dich allein gerichtet sind. Dich allein nennt man den Weisen; und du giltst auch dafür. |
| Te autem alio quodam modo non solum natura et moribus, verum etiam studio et doctrina esse sapientem, nec sicut vulgus, sed ut eruditi solent appellare sapientem, qualem in reliqua Graecia neminem (nam qui septem appellantur, eos, qui ista subtilius quaerunt, in numero sapientium non habent), Athenis unum accepimus, et eum quidem etiam Apollinis oraculo sapientissimum iudicatum; Cic.Lael.7.a | Dich aber nennt man aus anderen Rücksichten so. Du verdankt es nicht bloß deiner praktisch ausgebildeten Gemütsart und Sittlichkeit, sondern auch deiner Vorliebe für die Wissenschaft und deiner Gelehrsamkeit, dass man dich nicht nach dem Begriff der Menge und des Gelehrten den Weisen nennt, wie uns vielleicht ganz Griechenland keinen aufstellt. Denn derjenige, der die Sache genauer nimmt, rechnet die so genannten Sieben nicht unter die Zahl der Weisen. Einen von Athen nennt die Geschichte, und zwar einen Mann, den selbst Apollons Spruch für den weisesten erklärte. |
| sed, ut mihi videris, non recte iudicas de Catone; aut enim nemo, quod quidem magis credo, aut si quisquam, ille sapiens fuit. Cic.Lael.9.b | Übrigens ist nach meiner Ansicht dein Urteil von Cato nicht richtig. Entweder gab es noch nie einen Weisen, was ich lieber glauben will, oder, wenn es je einen gab, so war es dieser Mann. |
| Ne id quidem facient, negabunt id nisi sapienti posse concedi. Cic.Lael.18.g | Freilich selbst das werden sie nicht zugeben; sie werden behaupten, dieser Vorzug können nur dem Weisen zugestanden werden. |
| Quam ob rem si cadit in sapientem animi dolor, qui profecto cadit, nisi ex eius animo exstirpatam humanitatem arbitramur, quae causa est, cur amicitiam funditus tollamus e vita, ne aliquas propter eam suscipiamus molestias? Cic.Lael.48.a | Wofern also den Weisen auch Seelenschmerz trifft, was gewiss der Fall ist, wenn wir anders nicht alles menschliche Gefühl aus seinem Gemüt ausgerottet wissen wollen, warum sollen wir denn die Freundschaft deswegen ganz aus dem Leben verbannen, um aller Beschwerlichkeiten von Ihrer Seite enthoben zu sein? |
| nec vero se adduci posse, ut hoc, quem ad modum putaretur, a Biante esse dictum crederet, qui sapiens habitus esset unus e septem; impuri cuiusdam aut ambitiosi aut omnia ad suam potentiam revocantis esse sententiam. Cic.Lael.59.f | Auch konnte Scipio seiner eigenen Äußerung zufolge nie zu der allgemein verbreiteten Überzeugung gebracht werden, dass dieser Ausspruch von Bias, einem der Sieben Weisen herrühre; vielmehr schrieb er ihn einem schmutzigen, oder ehr- und herrschsüchtigen Menschen zu. |
| Est enim boni viri, quem eundem sapientem licet dicere, haec duo tenere in amicitia: Cic.Lael.65.f | Denn der Tugendhafte, den wir auch den Weisen nennen dürfen, beobachtet in der Freundschaft folgende zwei Grundsätze: |
| iam enim a sapientium familiaritatibus ad vulgares amicitias oratio nostra delabitur. Cic.Lael.76.c | Unser Vortrag kommt jetzt nämlich von den freundschaftlichen Verbindungen des Weisen zu den alltäglichen Freundschaften. |
| Sin autem aut morum aut studiorum commutatio quaedam, ut fieri solet, facta erit aut in rei publicae partibus dissensio intercesserit (loquor enim iam, ut paulo ante dixi, non de sapientium sed de communibus amicitiis), cavendum erit, ne non solum amicitiae depositae, sed etiam inimicitiae susceptae videantur. Cic.Lael.77.a | Haben sich hingegen, was nicht ungewöhnlich ist, Charakter und Neigungen geändert oder hat politische Parteisucht zu Misshelligkeiten geführt – ich rede jetzt nämlich, wie ich kurz zuvor bemerkt habe, nicht von den Freundschaften der Weisen, sondern von den alltäglichen – so hat man sich vor dem Anschein zu hüten, nicht bloß die Freundschaft sei aufgehoben, sondern auch Feindschaft sei aufgenommen worden. |
| Est enim varius et multiplex usus amicitiae, multaeque causae suspicionum offensionumque dantur, quas tum evitare, tum elevare, tum ferre sapientis est; Cic.Lael.88.e | Denn vielfach und mannigfaltig sind die Erfahrungen, die man in der Freundschaft macht; und zahlreich sind die Anlässe zu Argwohn und Kränkung. Diese teils zu vermeiden, teils zu mildern, teils zu ertragen ist Pflicht des Weisen. |
| Sed nescio quo pacto ab amicitiis perfectorum hominum, id est sapientium (de hac dico sapientia, quae videtur in hominem cadere posse), ad leves amicitias defluxit oratio. Cic.Lael.100.b | Doch ich bin in meinem Vortrag irgendwie von den Freundschaften der Vollkommenen, d.h. der Weisen (ich rede hier von der Weisheit, die dem Menschen offenkundig erreichbar ist) zu den oberflächlichen Freundschaften abgeschweift. |
| homines sapientes et ista auctoritate et potestate praeditos, qua vos estis, ex quibus rebus maxime res publica laborat, eis maxime mederi convenit. Cic.S.Rosc.154.a | Weisen Männern, die mit der amtlichen Befugnis und Gewalt, wie ihr, ausgerüstet sind, kommt es vornehmlich zu, die Übel zu heilen, an denen der Staat am meisten leidet. |
| stulti autem malorum memoria torquentur, sapientes bona praeterita grata recordatione renovata delectant. Cic.fin.1,57,2 | Der Törichte aber wird durch das Erinnerung an die Übel gefoltert; den Weisen ergötzen die vergangenen Güter, die er in dankbarer Rückerinnerung erneut. |
| sic enim ab Epicuro sapiens semper beatus inducitur: finitas habet cupiditates, neglegit mortem, de diis inmortalibus sine ullo metu vera sentit, non dubitat, si ita melius sit, migrare de vita. Cic.fin.1,62,2 | Denn so führt Epikur seinen stets glückseligen Weisen auf: Er hat seinen Begierden Grenzen gesetzt; er ist gleichgültig gegen den Tod; er hat von den unsterblichen Göttern, ohne sie irgendwie zu fürchten, richtige Vorstellungen; er zögert nicht, wenn es so besser ist, aus dem Leben zu scheiden. |
| Optime vero Epicurus, quod exiguam dixit fortunam intervenire sapienti maximasque ab eo et gravissimas res consilio ipsius et ratione administrari neque maiorem voluptatem ex infinito tempore aetatis percipi posse, quam ex hoc percipiatur, quod videamus esse finitum. Cic.fin.1,63,1 | Vortrefflich in der Tat ist der Ausspruch des Epikur, wenn er behauptet, das Schicksal trete nur wenig dem Weisen in den Weg und die größten und wichtigsten Dinge würden von ihm nach seiner Klugheit und seinem Verstand verrichtet und man könne aus einer unbegrenzten Lebenszeit keinen größeren Genuss schöpfen, als man aus der schöpfe, die wir begrenzt sehen. |
| Sunt autem, qui dicant foedus esse quoddam sapientium, ut ne minus amicos quam se ipsos diligant. Cic.fin.1,70,1 | Endlich gibt es auch einige, die behaupten, es bestehe eine Art Übereinkunft unter den Weisen, dass Sie Ihre Freunde nicht weniger als sich selbst lieben. |
| [Cic.fin.5,11,3] Vitae autem degendae ratio maxime quidem illis placuit quieta. In contemplatione et cognitione posita rerum, quae quia deorum erat vitae simillima, sapiente visa est dignissima. Atque his de rebus et splendida est eorum et illustris oratio. Cic.Fin.5,11,3 | In der Ethik gefiel ihnen allerdings am meisten eine ruhige, der Betrachtung und Erforschung der Dinge gewidmete Lebensweise; denn eine solche erschien ihnen als die des Weisen würdigste, weil sie mit dem Leben der Götter die größte Ähnlichkeit hatte. Über diese Gegenstände war ihr Vortrag glänzend und lichtvoll. |
| inesse quin etiam sanctum aliquid et providum putant, nec aut consilia earum aspernantur aut responsa neglegunt. Tac.Germ.8,2 | Ja sie legen ihnen sogar eine gewisse Heiligkeit und einen Blick in die Zukunft bei und weisen weder ihre Ratschläge zurück noch missachten sie ihre Aussprüche. |
| si displicuit sententia, fremitu aspernantur; sin placuit, frameas concutiunt: honoratissimum adsensus genus est armis laudare. Tac.Germ.11,6 | Missfällt der Vorschlag, weisen sie ihn durch lautes Murren zurück; gefällt er ihnen aber, schlagen sie die Framen zusammen. Die ehrenvollste Art der Zustimmung ist es, mit den Waffen den Beifall zu äußern. |
| 2014.03.22 Sergius Schoigu, Russicus administer ab defensione, collegam Americanum, Chuck Hagel, telephonice certiorem fecit copias in Ucrainam Orientalem mitti moderatoribus Russicis non esse in animis. Sed Susan Rice, quae in Aedibus Albis consilium de securitate habet, quod prope fines copiae moventur, de fide istius dicti addubitandum esse putat: Multum interesse inter dicta et facta Russorum. lc20140322 | Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat seinen amerikanischen Kollegen Chuck Hagel am Telefon wissen lassen, die Russen Planten nicht, Truppen in die Ost-Ukraine zu schicken. Aber Susan Rice, die Sicherheitsberaterin im Weißen Haus, glaubt, weil im Grenzgebiet Truppenbewegungen stattfinden, müsse man den Wahrheitsgehalt dieser Aussage in Zweifel ziehen. Es klaffe eine große Lücke zwischen den Worten und Taten der Russen. |
| 2014.04.21 Impetu nocte inter Saturni et Solis dies in stationem viariam prope urbem Sloviansk a civibus partes Russicas sequentibus dispositam facto tres custodes telorum iaculatione occisi erant. Quo casu simultates inter Cioviam et Moscoviam augentur et effectus pacti Genaviensis in incertum revocatur. Cui bono? In televisione Russica ista oppressio variis indiciis editis extremarum partium dextrarum sectatoribus, Pravy Sektor nominatis, crimini vertitur. Qui crimen repudiant. Vjatscheslav Ponomarev, burgimagister urbis Sloviansk, interim aperte a Russis, ut, nisi copias, arma mittant petit et se suis manibus Arsen Avakov, administrum rerum internarum Ucrainicum, si suam urbem visitabit, exballistaturum esse minitatur. Inquisitio ad aggressionis machinatores occultos investigandos a regimine Cioviensi instituta est. 2014.04.21 | Bei einem Überfall, der in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf einen Kontrollpunkt prorussischer Bürger in der Nähe von Sloviansk verübt wurde, waren drei Kontrollpersonen in einer Schießerei getötet worden. Durch diesen Zwischenfall werden die Spannungen zwischen Kiew und Moskau verstärkt und der Erfolg des Genfer Abkommens in Frage gestellt. Wer hatte den Vorteil? Im russischen Fernsehen wird die Schuld an diesem Überfall mit dem Hinweis auf verschiedene Beweismittel den Anhängern der rechtseextremen Bewegung namens Prawy Sektor gegeben. Diese weisen die Schuld von sich. Wjatscheslaw Ponomarew, der Bürgermeister von Sloviansk, fordert inzwischen offen von den Russen Truppen oder zumindest Waffen und droht, er werde den ukrainischen Innenminister Arsen Awakow eigenhändig über den Haufen schießen, wenn er seine Stadt besuche. Von der Regierung in Kiew wurde, um die Hintermänner des Anschlages zu ermitteln, eine Untersuchung eingeleitet. |
| 2014.05.14 In fodina carbonis Somae in Turcia Occidentali sita diplosione brevi circuitu electrico effecta plus ducenti fossores animas amiserunt. - Separatistae prorussici, qui regionibus Donetsk, Luhansk aliisque autonomiam petunt, ad tabulam rotundam, quae hoc die Cioviae expediri dicitur, invitati non sunt. Mihi incertum est, an mensa, ad quam actores primarum partium non resident, ut "mensa rotunda" nominetur, non digna sit. - Russis cooperationem cum Americanis ad internationalem stationem cosmicam ISS pertinentem renuntiare in animis est. Eos hac promulgatione sanctionibus propter Ucrainam impositis respondere nullo modo est abnuendum. 2014.05.14 | In einer Kohlenmine in Soma in der Westtürkeikamen bei einer durch elektrischen Kurzschluss verursachten Explosion mehr als zweihundert Bergarbeiter ums Leben. - Die prorussischen Separatisten, die für die Gebiete Donetz, Luhansk und andere Autonomie anstreben, wurden zu dem Runden Tisch, der heute in Kiew eingerichtet werden soll, nicht eingeladen. Schwerlich verdient es ein Tisch, an dem die Hauptakteure nicht sitzen, "Runder Tisch" genannt zu werden. - Die Russen beabsichtigen die Zusammenarebeit mit den Amerikanern bezüglich der Raumstation ISS aufzukündigen. Dass sie mit dieser Ankündigung auf die ihnen wegen der Ukraine auferlegten Sanktionen antworten, ist keinesfalls von der Hand zu weisen. |
| 2014.06.30 Davidius Cameron diem Veneris, quo Ioannes-Claudius Juncker praeses commissionis Europaeae Unionis nominatus est, "diem atrum" appellavit: se istum candidatum ad Unionem reformandam ineptum esse putare. Atqui opinio popularis et in Britannia et alibi administro primario Britannico perpaulum laudis attribuit. Periculum, ne Britannia omnium noxiae ex Unione exeat ("Brexit"), non iam detrectandum videtur. Interim Cameron et Juncker telephonice collocuti se modum cooperandi invenisse dicunt. 2014.06.30 | David Cameron hat den Freitag, an dem Jean-Claude Juncker zum Kommissionspräsidenten der Europäischen Union nominiert wurde, einen "Unglückstag" genannt: er halte diesen Kandidaten für ungeeignet, die Gemeinschaft zu reformieren. Allerdings hat die öffentliche Meinung sowohl in Britannien als auch anderswo dem britischen Premier sehr wenig Anerkennung zuteil werden lassen. Die Gefahr, dass Britannien zum Schaden aller aus der Union austritt ("Brexit"), scheint nicht mehr von der Hand zu weisen. Inzwischen haben Cameron und Juncker miteinander telefoniert und sagen, sie hätten eine Grundlage für ihre Zusammenarneit gefunden. |
| 2014.09.10 Praeses Baracus Obama, ante quam hodiero die Mercurii sermonem ad nationem habebit, die Martis Vasingtoniae in Aedibus Albis duces congressus certiores fecit, quomodo obstinatius in tromocraticum Islamicum Statum in Iraquia et Syria advertere animum induxerit. Obama ictus aerios, quos a primo Augusto in Iraquia repraesentat, etiam in Syria exsequi cogitat. Quam ad rem largam et internationalem "coalitionem volentium" cogere conatur. Itaque etiam secretarius statalis Ioannes Kerry denuo in Iordaniam et Arabiam Saudianam iter faciet. 2014.09.10 | Präsident Barack Obama hat am Dienstag, bevor er am heutigen Mittwoch zur Nation sprechen wird, im Weißen Haus in Washington die Führer des Kongresses darüber unterrichtet, wie er entschiedener gegen den terroristischen Islamischen Staat im Irak und Syrien vorgehen will. Obama denkt daran, die Luftschläge, die er seit Anfang August im Irak ausführt, auch in Syrien durchzuführen. Dazu bemüht er sich eine breite intenationale "Koalition der Willigen" zustande zu bringen. Deshalb wird auch der Außenminister John Kerry erneut nach Jordanien und Saudi-Arabien reisen. |
| 2014.10.31 Nato circa fines aerospatii Europaei notabiles et crebras activitates copiarum aeriarum Russorum observat et custodit. His praeteritis diebus viginti sex aeroplana pugnacia et bombifera (quattuor agmina) intercepta et producta sunt. Quod hi volatus neque denuntiantur, neque aeroplanigae cum turribus speculatoriis communicant, periculum commeatus civilis non aspernandum est. Moderatores Natonis Russos et suas vires in impetum valentes ostentare et vigilantiam Natonis extentare in animis habere suspicantur. Cancellaria Merkel se sollicitam esse negat. 2014.10.31 | Die Nato beobachtet und überwacht an den Grenzen des europäischen Luftraums auffällige und zahlreiche Aktivitäten der russischen Luftwaffe. In den letzten Tagen hat sie 26 Kampfflugzeuge und Bomber abgefangen und begleitet. Weil weder die Flüge angemeldet sind, noch die Piloten mit den Kontrolltürmen Kontakt aufnehmen, ist eine Gefährdung des zivilen Luftverkehrs nicht von der Hand zu weisen. Die Vertreter der Nato mutmaßen, dass die Russen ihre Schlagkraft demonstrieren und die Wachsamkeit der Nato testen wollen. Kanzlerin Merkel sagt, sie sei nicht besorgt. |
| 2014.11.23 So.d. Ricardus Jackson, Americanus coloratus quinquaginta septem annorum, undetriginta annos innocuus incarceratus nunc in libertatem vindicatus est. Idem anno MCMLXXV iuvenis duodeviginti annorum primum capitis damnatus erat, cum puer tum duodecim annorum se eum certe agnoscere, qui in tabernam irrumpens virum quendam coloris albi interfecisset et mulierem graviter vulneravisset, dixisset. Postea eius poena capitalis in vincula perpetua mutata erat. Falsus testis, hodie quinquaginta duorum annorum, sibi a custodibus publicis, quos iuvare voluisset, falsas opiniones installatas esse dixit. Cum conscientia morderetur, se cum sacerdote collocutum rem confessum esse. Captivus se testi et ignoscere neque irasci dixit, cum viri pulchre cordati esset talia perpurgare. 2014.11.23 | Ricky Jackson, ein 57-jähriger farbiger Amerikaner wat 29 Jahre unschuldig im Gefängnis und wurde jetzt freigelassen. Er war 1975 als 18-jähriger zunächst zum Tod verurteilt worden, weil ein damals 12-jähriger Junge gesagt hatte, er habe in ihm genau den erkannt, der in ein Geschäft eingebrochen war, einen weißen Mann getötet und eine Frau schwer verletzt hatte. Später war seine Todesstrafe in lebenslängliche Haft umgewandelt worden. Der heute 52 Jahre alte falsche Zeuge, sagte, ier sei von der Poliei, der er habe helfen wollen, manipuliert worden. Als er Gewissensbisse bekam, habe er mit einem Priester gesprocen und die Sache gestanden. Der Gefangene sagte er verzeihe dem Zeugen und sei nicht zornig auf ihn, weil eine gehörige Portion Mut dazugehöre, so etwas ins Reine zu bringen. |
| 2014.11.24 Lu.d. Magnus Carlsen, ille Norvegianus scacilusor viginti trium annorum, Indicum provocatorem Viswanathan Annand Sotzii 6,5:4,5 vincens campionatum mundanum praematurus defendit. In lusu undecimo albis laterculis ludens adversarium, ut laterculos abiceret, coegit neque tamen eum de sui dignatione deiecit, cum hoc anno certamen sibi multo acrius fuisse et Annan multo melius quam superiore anno lusisse confiteretur. Pristinus campio mundanus Garri Kasparov, qui Carlsen antiquitus exercuerat, eum in longum vix vinci posse dixit. Atque amplius omnibus rubori esse dixit, quod tam parvus spectatorum numerus Sotzii certaminibus adfuisset. 2014.11.24 | Der bekannte 23-jährige norwegischee Schachspieler Magnus Carlsen besiegte in Sotschi seinen indischen Herausforderer Viswanathan Annand mit 6,5:4,5 und verteidigte dadurch vorzeitig seine Weltmeisterschaft. In der 11. Partie spielte er mit den weißen Steinen und zwang seinen Gegner zur Aufgabe. Doch demütigte er ihn nicht, indem er zugab, der Wettbewerb habe ihm in diesem Jahr viel mehr abverlangt und Annan habe viel besser gespielt als im Vorjahr. Der frühere Weltmeister Garri Kasparow, der Carlsen früher trainiert hatte, sagte, er werde auf absehbare Zeit nicht zu besiegen sein. Weiterhin sagte er, es sei für alle eine Schande, dass so wenige Zuschauer bei den Kämpfen dagewesen seien. |
| [Cic.off.1,67,4] Nam et ea, quae eximia plerisque et praeclara videntur, parva ducere eaque ratione stabili firmaque contemnere fortis animi magnique ducendum est, et ea, quae videntur acerba, quae multa et varia in hominum vita fortunaque versantur, ita ferre, ut nihil a statu naturae discedas, nihil a dignitate sapientis, robusti animi est magnaeque constantiae. Cic.off.1,67,4 | Denn wie es als männlich und großherzig gelten muss, was den meisten außerordentlich wertvoll erscheint, geringschätzen und infolge fester, unerschütterlicher Grundsätze verachten zu können, zeugt es ebenso von Stärke des Geistes und großer Festigkeit, die so zahlreichen und verschiedenen Widerwärtigkeiten des menschlichen Lebens und Schicksals so zu ertragen, dass man nichts von seiner natürlichen Fassung, nichts von der Würde des Weisen vergibt. |
| [Cic.off.3,1,2] Magnifica vero vox et magno viro ac sapiente digna; quae declarat illum et in otio de negotiis cogitare et in solitudine secum loqui solitum, ut neque cessaret umquam et interdum conloquio alterius non egeret. Cic.off.3,1,2 | Fürwahr ein herrliches, eines großen und weisen Mannes würdiges Wort! Es beweist, dass er gewohnt war, in Zeiten der Muße über Geschäfte nachzudenken und in der Einsamkeit sich mit sich selbst zu unterhalten; er war also niemals untätig und versagte sich gerne zuweilen die Unterhaltung mit anderen. |
| Atque illud quidem honestum, quod proprie vereque dicitur, id in sapientibus est solis neque a virtute divelli umquam potest. Cic.off.3,13,3 | Jenes Sittlich-Gute nun kommt im eigentlichen und wahrhaften Wortsinn nur dem Weisen zu und ist ohne die Tugend undenkbar. |
| Illud autem officium, quod rectum idem appellant, perfectum atque absolutum est et, ut idem dicunt, omnes numeros habet nec praeter sapientem cadere in quemquam potest. Cic.off.3,14,2 | Jene Pflicht aber, die sie die richtige nennen, ist vollkommen und vollendet; sie lässt, wie sie sagen, nichts mehr zu wünschen übrig, und kann bei niemand, außer dem Weisen, vorkommen. |
| Haec igitur officia, de quibus his libris disserimus, quasi secunda quaedam honesta esse dicunt, non sapientium modo propria, sed cum omni hominum genere communia. Cic.off.3,15,4 | Die Pflichten also, über die wir hier handeln, heißen sittliche Handlungen zweiten Ranges; sie sind nicht bloß dem Weisen eigen, sondern gelten für alle Menschen, ohne Unterschied. |
| Nec vero, cum duo Decii aut duo Scipiones fortes viri commemorantur, aut cum Fabricius, aut Aristides iustus nominatur, aut ab illis fortitudinis aut ab his iustitiae tamquam a sapiente petitur exemplum; Cic.off.3,16,2 | Und wenn man die beiden Decier oder Scipionen als tapfere Männer erinnert oder den Fabricius oder Aristides gerecht nennt, so sucht man in ihnen nicht das Muster der Tapferkeit und Gerechtigkeit als eines Weisen; |
| nemo enim horum sic sapiens, ut sapientem volumus intellegi, nec ii, qui sapientes habiti et nominati, M. Cato et C. Laelius, sapientes fuerunt, ne illi quidem septem, sed ex mediorum officiorum frequentia similitudinem quandam gerebant speciemque sapientium. Cic.off.3,16,3 | denn im Verständnis des Weisen war keiner von ihnen weise. Auch Marcus Cato und Gaius Laelius, die als weise galten und so genannt wurden, waren keine Weisen; nicht einmal jene Sieben; sondern nur der häufigen Übung der mittleren Pflichten verdanken sie eine gewisse Ähnlichkeit und den Schein der Weisheit. |
| tamque id honestum, quod in nostram intellegentiam cadit, tuendum conservandumque nobis est quam illud, quod proprie dicitur vereque est honestum, sapientibus; Cic.off.3,17,2 | Ebenso müssen wir das Sittlich-Gute, das unserem Verstand einleuchtet, schützen und bewahren, wie die Weisen jenes in eigentlichem und wahrhaftigem Wortsinn Sittlich-Gute. |
| [Cic.rep.10112] isti enim palam dicere atque in eo multum etiam gloriari solent, se de rationibus rerum publicarum aut constituendarum aut tuendarum nihil nec didicisse umquam nec docere, earumque rerum scientiam non doctis hominibus ac sapientibus, sed in illo genere exercitatis concedendam putant. Cic.rep.1,11 | Denn ganz offen pflegen sie zu sagen, ja sich dessen noch sehr zu rühmen, sie hätten von den Regeln, wie man Staaten einrichten oder in ordentlichem Zustand erhalten müsse, nie etwas gelernt und verstünden es auch nicht zu lehren, und glauben, nicht den Gelehrten und Weisen müsse man hierin Kenntnis zugestehen, sondern denen, die in diesem Geschäft geübt und bewandert sind. |
| [Cic.Tusc.3,5,3] Qui vero probari potest, ut sibi mederi animus non possit, cum ipsam medicinam corporis animus invenerit, cumque ad corporurn sanationem multum ipsa corpora et natura valeat nec omnes, qui curari se passi sint, continuo etiam convalescant, animi autem, qui se sanari voluerint praeceptisque sapientium paruerint, sine ulla dubitatione sanentur? Cic.Tusc.3,5,3 | Wie ließe sich aber nachweisen, dass die Seele sich selbst nicht heilen könne, da sie es ist, die auch die Heilkunst des Körpers erfand? Überdies trägt zur Genesung des Körpers viel der Körper selbst und die Natur bei und doch gesunden nicht sofort auch alle, die sich heilen lassen wollen; die Seelen dagegen, die sich geheiligt wissen wollen und den Vorschriften der Weisen gehorchen, werden ohne allen Zweifel gesund. |
| Omne enim malum, etiam mediocre, malum est; nos autem id agimus, ut id in sapiente nullum sit omnino. Cic.Tusc.3,22,4 | Denn jegliches Übel, auch wenn es gemäßigt ist, ist ein Übel; uns aber geht es darum, den Weisen überhaupt davon zu befreien. |
| a quibus cum cecinit receptui, inpellit rursum et incitat ad conspiciendas totaque mente contrectandas varias voluptates, quibus ille et praeteritarum memoria et spe consequentium sapientis vitam refertam putat. Cic.Tusc.3,33,4 | hat sie den Rückzug davon angetreten, erregt und ermuntert sie das Gemüt wieder die vielfältigen Vergnügungen zu betrachten und mit voller Inbrunst zu ergreifen, von denen Epikur das Leben des Weisen erfüllt glaubt, teils in Erinnerung an vergangene, teils in Hoffnung auf künftige. – |
| Cum ita positum esset, videri fore in aegritudine sapientem patria capta, quae Carneades contra dixerit, scripta sunt. Cic.Tusc.3,54,2 | Dort steht, was Karneades gegen die These gesagt habe, dass den Weisen offenbar Kummer befalle, wenn sein Vaterland erobert worden sei. |
| eaque omnia aut nimis tristia aut nimis laeta errore fieri, qui si error stultis extenuetur die, ut, cum res eadem maneat, aliter ferant inveterata aliter recentia, sapientis ne attingat quidem omnino? Cic.Tusc.4,39,2 | Und dass all jenes allzu Traurige oder zu Fröhliche durch Irrtum zustande kommt? ein Irrtum, der sich bei den Toren mit der Zeit abschwächt, so dass sie, während die Sache dieselbe bleibt, das Alte anders ertragen als das Neue, während er den Weisen nicht einmal berührt. |
| Qui autem poterit esse celsus et erectus et ea, quae homini accidere possunt, omnia parva ducens, qualem sapientem esse volumus, nisi omnia sibi in se posita censebit? Cic.Tusc.5,42,2 | Und wie kann einer hoch und erhaben sein, und alle möglichen menschlichen Zufälle geringachten, wie wir uns den Weisen wünschen, wenn er nicht all das Seine in sich selbst begründet finden wird? |
| Quo tandem igitur gaudio adfici necesse est sapientis animum cum his habitantem pernoctantemque curis! ut, cum totius mundi motus conversionesque perspexerit sideraque viderit innumerabilia caelo inhaerentia cum eius ipsius motu congruere certis infixa sedibus, septem alia suos quaeque tenere cursus multum inter se aut altitudine aut humilitate distantia, quorum vagi motus rata tamen et certa sui cursus spatia definiant — horum nimirum aspectus impulit illos veteres et admonuit, ut plura quaererent; Cic.Tusc.5,69,1 | Von welcher Freude nun muss des Weisen Seele erfüllt werden, wenn sie Tag und Nacht mit solchen Gedanken umgeht! Wenn er daher die Bewegung und Umdrehungen der ganzen Welt durchschaut; wenn er die unzähligen Sterne am Himmel, die an bestimmte Orte geheftet sind, mit eben dessen Bewegung übereinstimmen sieht, und dass sieben andere ihren Lauf beibehalten, die nach Höhe und Tiefe erheblich voneinander abstehen, deren schweifende Bewegungen dennoch bestimmte und feste Räume durchlaufen — Ihre Anschauung ist es, die jene Alten antrieb und ermunterte weiterzuforschen. |
| Quodsi gaudere talibus bonis animi, id est virtutibus, beatum est omnesque sapientes is gaudiis perfruuntur, omnis eos beatos esse confiteri necesse est. Cic.Tusc.5,72,7 | Ist es nun Glückseligkeit, sich solcher geistigen Güter zu erfreuen, d.h. der Tugenden, und genießen alle Weisen diese Freuden, so muss man notwendig zugeben, dass sie alle glückselig sind. |
| An Epicuro, qui tantum modo induit personam philosophi et sibi ipse hoc nomen inscripsit, dicere licebit, quod quidem, ut habet se res, me tamen plaudente dicit, nullum sapienti esse tempus, etiamsi uratur torqueatur secetur, quin possit esclamare: "Quam pro nihilo puto!" Cic.Tusc.5,73,3 | Oder soll Epikur, der nur den Mantel des Philosophen umhängt und sich selbst diesen Namen zuschreibt, sagen dürfen, – was übrigens in der Sache meinen Beifall findet: – es gebe für den Weisen keinen Zeitpunkt, und wenn er auch gebrannt, gefoltert, geschnitten werde, wo er nicht ausrufen könnte: "Wie acht’ ich dies für nichts!" |
| Huic igitur succumbet virtus, huic beata sapientis et constantis viri vita cedet? Cic.Tusc.5,77,1 | ihm also wird die Tugend unterliegen; ihm wird das glückselige Leben des weisen und standhaften Mannes weichen. |
| Sapientis est enim proprium nihil, quod paenitere possit, facere, nihil invitum, splendide constanter graviter honeste omnia, nihil ita exspectare, quasi certo futurum, nihil, cum acciderit, admirari, ut inopinatum ac novum accidisse videatur, omnia ad suum arbitrium referre, suis stare iudiciis. Cic.Tusc.5,81,2 | Denn es ist dem Weisen eigentümlich, nichts, was ihn reuen könnte, nichts gegen seinen Willen zu tun; sondern alles mit Würde, standhaft, ernst und ehrenvoll; nichts so zu erwarten, als müsse es mit Gewissheit erfolgen; kein Ereignis so anzustaunen, als schiene ihm etwas Unerwartetes und Neues begegnet zu sein; alles auf seinen freien Willen zu beziehen und in seinem Urteil beständig zu sein. |
| Stoicorum quidem facilis conclusio est; qui cum finem bonorum esse senserint congruere naturae cumque ea convenienter vivere, cum id sit in sapientis situm non officio solum, verum etiam potestate, sequatur necesse est, ut, cuius in potestate summum bonum, in eiusdem vita beata sit. Cic.Tusc.5,82,1 | Leicht nun ergibt sich der Schluss der Stoiker. Da nach ihrer Ansicht das Gute in der Übereinstimmung mit der Natur und in einem naturgemäßen Leben besteht, und da dieses nicht nur in der Pflicht, sondern auch in der Macht des Weisen liegt, so folgt notwendig, dass das glückselige Leben in der Macht dessen steht, in dessen Macht auch das höchste Gut steht. |
| Ita fit semper vita beata sapientis. Cic.Tusc.5,82,2 | Also wird das Leben des Weisen immer glückselig sein. |
| Num igitur ignobilitas aut humilitas aut etiam popularis offensio sapientem beatum esse prohibebit? Cic.Tusc.5,103,1 | Wird nun Mangel an Ehre oder Adel oder auch Anfeindung des Volkes den Weisen hindern, glückselig zu sein? |
| "At enim sine ignominia". | "Allein ohne Schande ...!" Kann Schande den Weisen je treffen? |
| de sapiente enim haec omnis oratio est, cui iure id accidere non possit; nam iure exulantem consolari non oportet. Cic.Tusc.5,107,6 | denn vom Weisen handelt diese ganze Rede, dem dies nicht mit Recht begegnen könnte. Denn wer zu Recht in der Verbannung ist, braucht keinen Trost. |
| Quanti vero ista civitas aestimanda est, ex qua boni sapientesque pelluntur? Cic.Tusc.5,109,3 | Und wie hoch ist denn jener Staat zu schätzen, aus denen die Guten und Weisen ausgestoßen werden? |
| Sapientis autem cogitatio non ferme ad investigandum adhibet oculos advocatos. Cic.Tusc.5,111,7 | Das Denken des Weisen aber bedarf zur Forschung nicht gerade des der Augen als Beistand. |
| Itaque augurem Tiresiam, quem sapientem fingunt poetae, numquam inducunt deplorantem caecitatem suam; at vero Polyphemum Homerus cum inmanem ferumque finxisset, cum ariete etiam conloquentem facit eiusque laudare fortunas, quod, qua vellet, ingredi posset et, quae vellet, attingere. Cic.Tusc.5,115,2 | Und so lassen die Dichter den Seher Teiresias, den sie als einen Weisen darstellen, nie seine Blindheit bejammern. Dagegen lässt Homer den Polyphemus, nachdem er ihn unmenschlich und wild geschildert hat, mit seinem Widder reden, und dessen Glück loben, dass er hingehen könne, wohin er wolle und, was er wolle, berühren. |