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REDESCHMUCK: A.) TROPEN

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  1. TROPEN (Tropus: Veränderung der Äußerung auf Wortebene):
    1. Metapher (translatio): Ersetzung des eigentlichen Wortes (Ausdrucks) durch ein Wort (Ausdruck) aus einem anderen Sachbereich, der zu dem eigentlichen Wort (Ausdruck) in einem Analogieverhältnis steht. [Zur Metapher. s. Aristot.Poet.21,7]. (Metaphern, Vergleiche, Symbole und Allegorien heißen "Bilder"). "flos iuventutis"
      Rhetorisches Ziel: Veranschaulichung eines abstrakten oder komplexen Zusammenhangs durch ein intuitiv erfassbares Bild. Unmittelbares Einleuchten statt rationaler Erklärung. Aktivere Einbeziehung des Hörers, der (noch) unausgesprochene Teilanalogien (antizipatorisch) selbst herstellt.
      Hörerlenkung: Vermeidung abstrakter und angreifbarer Argumentation. Da einige Bezüge zwischen Bild- und Realebene immer unvergleichbar bleiben, ist es möglich,  Analogie da zu suggerieren, wo in Wirklichkeit Inkommensurabilität vorliegt.
    2. Metonymie: Ersetzung des eigentlichen Wortes durch eines aus demselben Sachbereich, das zum eigentlichen Wort in einer realen Beziehung steht:
      1. Person statt Sache: "Homer lesen"
      2. Gottheit statt Funktion: "Ares tobt" (mythologische Metonymie)
      3. Gefäß statt Inhalt: "der Becher war vergiftet"
      4. Ort statt Anwesende: "der Saal tobte"
      5. Organ statt Wirkung: "Herz statt Gefühl"
      6. Zeit statt Leute: "das Mittelalter glaubte"
      7. Ursache statt Folge: "die Sonne" statt "das Licht der Sonne"
      8. Folge statt Ursache: "die blasse Angst"
      9. Material statt Produkt: "Eisen" statt "Schwert"
      10. Abstraktum statt Konkretum: "die Jugend" statt "die jungen Leute"
      11. Konkretum statt Abstraktum: "das Schwert" statt "der Krieg"
    3. Synekdoche: Verwendung eines Wortes, das weniger oder mehr umfasst als das eigentliche:
      1. pars pro toto: "Dach" statt "Haus"
      2. totum pro parte: "Wald" statt "Baum"
      3. genus pro specie: "Tier" statt "Pferd"
      4. individuum pro specie: "Hercules" statt "starker Mann"
    4. Antonomasie: Ersetzung eines Eigennamens durch ein Wort das als Attribut (Apposition) zu ihm stehen könnte.
      Rhetorisches Ziel: Charakterisierung einer Person durch Assoziation zukommender (materialer) Merkmale. Auch umgekehrt Personifikation von materialen Sachverhalten durch charakterisierende Verknüfung mit einer Person. Vermeidung der Namensnennung oder Namenswiederholung.
      Hörerlenkung:
      Weckung aufwertender oder abwertender Assoziationen bei der Bezeichnung einer Person durch Antonomasie.

      Ersetzung des Namens z.B. durch ein:
      1. Patronymicum "der Atride" statt "Agamemnon"
      2. Ethnicum "der Grieche" statt "Agamemnon"
      3. Appellativum "der Philosoph" statt "Aristoteles"
      4. Periphrase "der Sieger von Cannae" statt "Hannibal"
    5. Periphrase: Ersetzung eines Wortes durch einen Ausdruck aus mehreren Wörtern.
      • Häufige Sonderfälle:
        1. Definitionsartige Wendungen "der Vogel Iuppiters" statt "Adler"
        2. Metapher mit Zielbereich "der König der Lüfte" statt "Adler"
        3. Abstraktum mit Genitivattribut "König Rudolphs heilige Macht" statt "der mächtige König Rudolph"
        4. Adynaton: Umschreibung des abstrakten "niemals" durch eine Naturunmöglichkeit: "sobald die Steine vom Grund auftauchen..."  (Hor.epod.16,25ff
    6. Emphase: Verwendung eines allgemeinen Ausdrucks, der aus dem Zusammenhang einen zusätzlichen, oft gefühlsbetonten Gehalt und damit engeren Sinn bekommt (Prägnanz):
      "leben" statt "Leben genießen" (Catull.5,1)
    7. Verschiebung der Wertigkeit der Aussage:
      Rhetorisches Ziel: Ein bestehendes oder unterstelltes Werturteil soll zum Guten oder Schlechten hin aufgebrochen werden.
      Hörerlenkung:
      Dem Hörer wird ohne dezidierte Argumentation eine veränderte Bewertung suggeriert. Sein Urteil wird brüchig und so für Argumente vorbereitet.
      1. Hyperbel: Übertreibung: "Wolkenkratzer" statt "Hochhaus"
      2. Litotes: Untertreibung: besonders das negierte Gegenteil (eigentlich eine Abschwächung, die ironisch auch als Verstärkung dient): "es ist mir nicht unbekannt" [formica... addit acervo... haud ignara ac non incauta futuri, Hor.sat.1.32ff. ]
      3. Ironie: Ausdruck einer Sache durch das gegenteilige Wort: "Ehrenmann" statt "Schurke" (Ironie als Gedankenfigur)
      4. Euphemismus: Beschönigender Ausdruck (Großreden von Kleinem): "pacare" statt "debellare, subicere,..."
      5. Tapeinosis (diminutio): Herabsetzender Ausdruck (Kleinreden von Großem)

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