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Thuk.5,84-116,4 Melierdialog

2.) Grundsatzfrage: Mit welcher Zielrichtung sollen die Gespräche geführt werden? (5,87-89)

δίκαια μὲν ἐν τῷ ἀνθρωπείῳ λόγῳ ἀπὸ τῆς ἴσης ἀνάγκης κρίνεται, δυνατὰ δὲ οἱ προύχοντες πράσσουσι καὶ οἱ ἀσθενεῖς ξυγχωροῦσιν.

 

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Athenienses omissis suspicionibus de salute Meliorum consulere, si ipsi velint, se paratos esse aiunt.

ATH.: Si igitur rerum futurarum suspiciones aut aliquid aliud enumeraturi convenistis potius, quam pro statu rerum praesentium et quae cernitis, de civitatis salute consultaturi, finem dicendi faciemus; sin ad hoc venistis, loquemur. (5,87,1) ΑΘ. Εἰ μὲν τοίνυν ὑπονοίας τῶν μελλόντων λογιούμενοι ἢ ἄλλο τι ξυνήκετε ἢ ἐκ τῶν παρόντων καὶ ὧν ὁρᾶτε περὶ σωτηρίας βουλεύσοντες τῇ πόλει, παυοίμεθ' ἄν· εἰ δ' ἐπὶ τοῦτο, λέγοιμεν ἄν.  ATH.: Wenn ihr denn mit uns zusammengekommen seid, um Vermutungen wegen des Bevorstehenden vorzuzählen, anstatt nach Lage der Dinge und nach dem, was ihr seht, über die Rettung eurer Stadt zu Rate zu gehen, so wollen wir aufhören; ist dagegen dies eure Absicht, so wollen wir fortfahren.

Id sibi placere dicunt Melii.

MEL.: Rationi quidem consentaneum veniaque dignum est homines, quin huiusmodi rerum statu sunt constituti, in varias partes se dicendo et opinando convertere; hic tamen conventus et de salute institutus est et colloquium eo modo, quo postulats, si placet, fiat. (5,88,1) ΜΗΛ. Εἰκὸς μὲν καὶ ξυγγνώμη ἐν τῷ τοιῷδε καθεστῶτας ἐπὶ πολλὰ καὶ λέγοντας καὶ δοκοῦντας τρέπεσθαι· ἡ μέντοι ξύνοδος καὶ περὶ σωτηρίας ἥδε πάρεστι, καὶ ὁ λόγος, ᾧ προκαλεῖσθε τρόπῳ, εἰ δοκεῖ, γιγνέσθω. MEL.: Es ist natürlich und verzeihlich, dass wir in einer solchen Lage mit Worten und Gedanken uns hierhin und und dorthin wenden. Der Zweck dieser Zusammenkunft jedoch ist allerdings unsere Rettung, und so möge, wenn es euch angenehm ist, die Unterredung in der Weise, wie ihr uns dazu auffordert, ihren Fortgang haben. 
88 εἰκὸς μὲν καὶ ξυγγνώμη <ἐστίν> – es ist (objektiv) einleuchtend und (subjektiv) verzeihlich | ἐν τῷ τοιῷδε καθεστάναι  – sich in einer derartigen Lage befinden | λέγοντας καὶ δοκοῦντας – im Reden und Meinen | μέντοι – freilich, gewiss (lenkt ein) | καὶ περὶ ... καὶ ὁ λόγος... – die Melier geben in beiden Punkten, Verhandlungsgegenstand (87) und Verhandlungsführung (85), klein bei | ὁ λόγος, ᾧ προκαλεῖσθε τρόπῳ, γιγνέσθω = ὁ λόγος τούτῳ τῴ τρόπῳ, ὃν προκαλεῖσθε, γιγνέσθω | προκαλεῖσθαι – vorschlagen

Non opus esse, ut causae odii sui expendantur, sed debiliorem, si sapiat, cedere potentiori

ATH.: Nos igitur neque ipsi speciosis nominibus utentes longam et parum plausibilem orationem afferemus, ut probemus vel imperium iure a nobis obtineri, quod Medum debellarimus, vel quod iniuriis affecti eas nunc ulciscamur, neque censemus propterea quod Lacedaemoniorum coloni quum sitis, tamen non et ipsi bellum adversus non gesseritis, neque iniuriam ullam nobis feceritis existimandum vobis esse fore, ut nobis persuadeatis, sed potius ea vobis agenda esse, quae possunt fieri pro iis, quae utrique revera in animo habemus, qua in re et nos scimus et vos intellegere debetis, iusta quidem quae sint, in humana ratione per parem necessitatem aestimari, ea vero, quae firi possint, potentiores facere et infirmiores concedere. (5,89,1) ΑΘ. Ἡμεῖς τοίνυν οὔτε αὐτοὶ μετ' ὀνομάτων καλῶν, ὡς ἢ δικαίως τὸν Μῆδον καταλύσαντες ἄρχομεν ἢ ἀδικούμενοι νῦν ἐπεξερχόμεθα, λόγων μῆκος ἄπιστον παρέξομεν, οὔθ' ὑμᾶς ἀξιοῦμεν, ἢ ὅτι Λακεδαιμονίων ἄποικοι ὄντες οὐ ξυνεστρατεύσατε ἢ ὡς ἡμᾶς οὐδὲν ἠδικήκατε λέγοντας οἴεσθαι πείσειν, τὰ δυνατὰ δ' ἐξ ὧν ἑκάτεροι ἀληθῶς φρονοῦμεν διαπράσσεσθαι, ἐπισταμένους πρὸς εἰδότας, ὅτι δίκαια μὲν ἐν τῷ ἀνθρωπείῳ λόγῳ ἀπὸ τῆς ἴσης ἀνάγκης κρίνεται, δυνατὰ δὲ οἱ προύχοντες πράσσουσι καὶ οἱ ἀσθενεῖς ξυγχωροῦσιν. ATH.: Wir nun wollen selbst nicht unter schönen Wendungen, dass uns die Herrschaft mit Recht gebühre, weil wir den Meder besiegt haben, oder dass wir uns jetzt an euch wegen erlittenen Unrechts rächen wollen, mit einer langen und unglaubhaften Rede kommen; wir erwarten aber andererseits auch von euch, dass ihr uns nicht mit solchen Redensarten zu bestimmen hofft, ihr hättet als Kolonie von Lakedaimon es ablehnen müssen, mit uns am Krieg Teil zu nehmen, oder ihr hättet euch in nichts gegen uns vergangen. Sucht vielmehr entsprechend unserer beiderseitigen wahrhaften Überzeugung das Mögliche zu erreichen. Denn ihr wisst so gut wie wir, dass von Gerechtigkeit im Menschenmund nur dann die Rede ist, wenn man durch eine gleiche Gewalt im Zaum gehalten wird, und dass diejenigen, die die Macht haben, auflegen, so viel sie können, und die Schwachen ihnen gehorchen müssen. 
89 τοίνυν – also (als weitere Folge aus dem bisherigen Einverständnis über die Gesprächsführung) | ὀνόματα καλά – „schon klingende Worte, Floskeln“: mögliche Beschönigungen der Aggression von Seiten der Athener: 1. ὡς δικαίως ἄρχομεν, 2.  ὡς ἀδικούμενοι νῦν ἐπεξερχόμεθα. Von Seiten der Melier: 1. Λακεδαιμονίων ἄποικοι ὄντες οὐ ξυνεστρατεύσαμεν, 2. οὐδὲν ἠδικήκαμεν | ἄποικοι ὄντες – kausal zu οὐ ξυνεστρατεύσαμεν <ἡμῖν>; Die Scholien erklären: Λακεδαιμονίοις οὐ ξυνεστρατεύσαμεν – dann ist ἄποικοι ὄντες konzessiv aufzufassen | ἐπεξέρχεσθαι – seinem Recht nachgehen; gegen jdn. vorgehen | λόγων μῆκος παρέχειν – viele Worte verlieren | Verbinde: οὔτε αὐτοὶ... παρέξομεν, οὔθ' ἀξιοῦμεν ὑμᾶς... οἴεσθαι, <ἀξιοῦμεν> δὲ τὰ δυνατὰ... διαπράσσεσθαι (beachten Sie die Bedeutungsverschiebung, die ἀξιοῦμεν dabei erfährt) | διαπράσσεσθαι – umsetzen, durchsetzen | ἐπισταμένους πρὸς εἰδότας – dass sich die Partizipien nicht eindeutig zuordnen lassen, betont die unterschiedlose Gültigkeit für beide Seiten | τῷ ἀνθρωπείῳ λόγῳ = ἀνθρωπίνῳ λόγiσμῷ (Schol.) damit ist keine philosophische Theorie gemeint, sondern das rationale Kalkül der politischen Praxis | ἀπὸ τῆς ἴσης ἀνάγκης – der Ausdruck beinhaltet zwei Thesen: 1. qualitativer Aspekt: Recht lässt man nur gezwungenermaßen gelten. 2. quantitativer Aspekt: Einigung auf der Basis des Rechts (Rechtsfriede) ist nur dankbar, wenn die Zwangslage für beide Partner gleich groß ist  | δίκαια... κρίνεται – Gerechtigkeit kommt zur Geltung | τὰ δυνατά - das Mögliche: was (qualitativ und quantitativ) für beide Seiten aufgrund des Machtgefälles durchsetzbar ist. | οἱ προύχοντες (προέχοντες) – die Überlegenen, bei denen das Gesetz des Handelns (πράσσουσι) liegt, im Gegensatz zu den ἀσθενεῖς, die kuschen müssen (ξυγχωρεῖν).
Quellen und Materialien
Sententiae excerptae:
w43
Literatur:

1 Funde
2469  Deininger, Georg
Der Melier-Dialog ; (Thuk. V 85-113)
Erlangen-Bruck: Krahl, 1939
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