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Beleg gesucht für: könnte
Belege des Suchbegriffs aus ausgewählten Texten (vollständig: Caes.Gall., Cic.Arch., Cic.S.Rosc., Cic.Lael.)
Anzahl der Treffer: 100
id hoc facilius iis persuasit, quod undique loci natura Helvetii continentur: una ex parte flumine Rheno latissimo atque altissimo, qui agrum Helvetium a Germanis dividit, altera ex parte monte Iura altissimo, qui est inter Sequanos et Helvetios, tertia lacu Lemanno et flumine Rhodano, qui provinciam nostram ab Helvetiis dividit. Caes.Gall.1,2,3Dazu konnte er sie um so leichter überreden, da die Helvetier durch die natürliche Beschaffenheit ihres Landes auf allen Seiten beengt sind: auf der einen Seite durch den Rheinstrom, der sehr breit und tief ist, und das helvetische Gebiet von Germanien trennt; auf der anderen Seite durch das sehr hohe Juragebirge, das sich zwischen den Sequanern und Helvetiern hinzieht; auf der dritten Seite durch den Genfer See und die Rhône, die die Grenze zwischen der Römischen Provinz und Helvetien bildet.
eos impeditos et inopinantes adgressus magnam partem eorum concidit; reliqui sese fugae mandarunt atque in proximas silvas abdiderunt. Caes.Gall.1,12,3Er griff sie, als sie noch ungeordnet und auf keinen Feindseligkeit gefasst waren, an und machte sie großenteils nieder; was sich retten konnte, ergriff die Flucht und verbarg sich in den nächsten Wäldern.
qui si alicuius iniuriae sibi conscius fuisset, non fuisse difficile cavere; sed eo deceptum, quod neque commissum a se intellegeret, quare timeret, neque sine causa timendum putaret. Caes.Gall.1,14,2Denn wäre es sich irgend eines Unrechts bewusst gewesen, so hätte es sich leicht vorsehen können; aber eben dadurch habe es sich täuschen lassen, dass es sich keiner Schuld bewusst war, die zur Furcht Anlass geben konnte, eine grundlose Furcht aber unpassend schien.
eo autem frumento, quod flumine Arari navibus subvexerat, propterea minus uti poterat, quod iter ab Arari Helvetii averterant, a quibus discedere nolebat. Caes.Gall.1,16,3Auch konnte Cäsar nicht auf das Getreide, das er sich selbst auf der Saône nachführen ließ, zurückgreifen, weil die Helvetier ihre Richtung seitwärts von diesem Fluss genommen hatten und Cäsar sich nicht von ihnen trennen wollte.
Gallis magno ad pugnam erat impedimento, quod pluribus eorum scutis uno ictu pilorum transfixis et conligatis, cum ferrum se inflexisset, neque evellere neque sinistra impedita satis commode pugnare poterant, Caes.Gall.1,25,3Die Helvetier waren bei dem Kampf sehr im Nachteil, weil die schweren Wurfgeschosse der Römer meist mehrere Schilde auf einmal durchbohrten und aneinander hefteten. Hatte sich nun einmal das Eisen gebogen, so konnte man weder die Waffe herausziehen noch bequem kämpfen, weil der linke Arm, der den Schild trug, gehindert war.
Ita ancipiti proelio diu atque acriter pugnatum est. diutius cum sustinere nostrorum impetus non possent, alteri se, ut coeperant, in montem receperunt, alteri ad impedimenta et carros suos se contulerunt. Caes.Gall.1,26,1Lange und heftig war diese Doppelschlacht. Als aber der Feind den Angriff der Römer nicht länger aushalten konnte, zogen sich die einen, wie vorher, auf die Anhöhe, die anderen (Boier und Tulinger) wendeten sich zum Gepäck und zu den Wagen;
nam hoc toto proelio, cum ab hora septima ad vesperum pugnatum sit, aversum hostem videre nemo potuit. Caes.Gall.1,26,2denn niemand konnte den Feind eigentlich fliehen sehen, obwohl die ganze Schlacht von ein Uhr nachmittags bis zum Abend gedauert hatte.
cum ab his saepius quaereret neque ullam omnino vocem exprimere posset, idem Diviciacus Haeduus respondit: Caes.Gall.1,32,3Als er sie wiederholt fragte, aber überhaupt kein Wort aus ihnen herausbringen konnte, antwortete wieder der Häduer Diviciacus:
ipse autem Ariovistus tantos sibi spiritus, tantam arrogantiam sumpserat, ut ferendus non videretur. Caes.Gall.1,33,5Ariovist selbst hatte sich aber einen solchen Stolz und solche Anmaßung zugelegt, dass man es offenbar nicht hinnehmen konnte.
cui rationi contra homines barbaros atque imperitos locus fuisset, hac ne ipsum quidem sperare nostros exercitus capi posse. Caes.Gall.1,40,9Er könne nicht einmal selbst hoffen, mit dem Kriegsplan, den er gegen rohe und unerfahrene Leute anwenden konnte, unser Heer zu täuschen.
Caesar una aestate duobus maximis bellis confectis maturius paulo, quam tempus anni postulabat, in hiberna in Sequanos exercitum deduxit. Caes.Gall.1,54,2So hatte Cäsar in einem Sommer zwei sehr bedeutende Kriege zu Ende gebracht und konnte seine Truppen etwas früher als es die Jahreszeit erforderte, zu den Sequanern in das Winterlager führen.
quae castra, ut fumo atque ignibus significabatur, amplius milibus passuum octo in latitudinem patebant. Caes.Gall.2,7,4Dieses Lager hatte aber eine Ausdehnung von mehr als acht Meilen in der Breite, wie man dem Rauch und den Feuern entnehmen konnte.
ubi nostros non esse inferiores intellexit, loco pro castris ad aciem instruendam natura opportuno atque idoneo, quod is collis, ubi castra posita erant, paululum ex planitie editus tantum adversus in latitudinem patebat, quantum loci acies instructa tenere poterat, atque ex utraque parte lateris deiectus habebat et in fronte leniter fastigatus paulatim ad planitiem redibat, ab utroque latere eius collis transversam fossam obduxit circiter passuum quadringentorum Caes.Gall.2,8,3Hierbei nahm er wahr, dass man dem Feind gewachsen sei. Zugleich war auch der Platz vor Cäsars Lage von Natur bequem und geeignet, um dort eine Schlachtlinie aufzustellen; denn der Hügel, auf dem das Lager stand, stieg allmählich von der Ebene empor und hatte an der vorderen, dem Feinde zugekehrten Seite nur so viel Raum in der Breite, als ein in Schlachtordnung gestelltes Heer einnehmen konnte. Auch hatte der Hügel zu beiden Seiten abschüssige Nebenwände, während er sich vorn sanft abdachte und in die Ebene verlor. Cäsar zog von beiden Seiten dieses Hügels quer verlaufende Gräben, etwa 400 Fuß lang;
id ex itinere oppugnare conatus, quod vacuum ab defensoribus esse audiebat, propter latitudinem fossae murique altitudinem paucis defendentibus expugnare non potuit, Caes.Gall.2,12,2Diese suchte er noch in Marschordnung zu erstürmen, weil er hörte, es gebe in ihr keine Verteidiger: doch konnte er sie nicht nehmen, obwohl sie nur wenige verteidigten; denn sie hatte einen breiten Graben und eine hohe Mauer.
adiuvabat etiam eorum consilium, qui rem deferebant, quod Nervii antiquitus, cum equitatu nihil possent - neque enim ad hoc tempus ei rei student, sed quicquid possunt, pedestribus valent copiis -, quo facilius finitimorum equitatum, si praedandi causa ad eos venissent, impedirent, teneris arboribus incisis atque inflexis crebrisque in latitudinem ramis enatis et rubis sentibusque interiectis effecerant, ut instar muri hae saepes munimentum praeberent, quo non modo non intrari, sed ne perspici quidem posset. Caes.Gall.2,17,4Ihr Rat fand auch aus folgendem Grund Gefallen: Die Nervier waren nicht bloß früher schwach an Reiterei, sondern widmen ihr auch jetz noch keine Aufmerksamkeit; sie suchen ihre ganze Stärke im Fußvolk. Um daher gegen räuberische Einfälle der Reiterei ihrer Nachbarn geschützt zu sein, hatten sie seit alten Zeiten zarte Bäume angehauen und umgebogen und die zahlreichen herausgeschossenen Äste zusammen mit Dornbüschen und anderem Gestrüpp dazwischengeflochten und so bewirkt, dass dieses Gehege gleich einer Mauer Schutz gewährte, indem man nicht durchdringen, ja nicht einmal durchblicken konnte.
intra eas silvas hostes in occulto sese continebant. in aperto loco secundum flumen paucae stationes equitum videbantur. fluminis erat altitudo pedum circiter trium. Caes.Gall.2,18,3In diesen Wäldern hielten sich die Feinde verborgen; in der offenen Gegend konnte man längs des Flusses einige Reiterposten sehen. Der Fluss selbst war etwa drei Fuß tief.
Instructo exercitu, magis ut loci natura deiectusque collis et necessitas temporis, quam ut rei militaris ratio atque ordo postulabat, cum diversis legionibus aliae alia in parte hostibus resisterent saepibusque densissimis, ut ante demonstravimus, interiectis prospectus impediretur, neque certa subsidia conlocari neque, quid in quaque parte opus esset, provideri neque ab uno omnia imperia administrari poterant. Caes.Gall.2,22,1Die Aufstellung des Heeres war mehr so, wie es die Beschaffenheit des Ortes, die Abdachung des Hügels und die Not des Augenblicks verlangte, als nach den Regeln und der Ordnung der Kriegskunst. Die Legionen leisteten getrennt, die eine hier, die anderen dort dem Feind Widerstand. Auch wurde der Blick in die Ferne durch das äußerst dichte Gehege dazwischen, wovon wir oben sprachen, fast unmöglich. Deshalb konnte man keine Hilfskräfte bereithalten, noch vorhersehen, was an jedem Ort nötig sein mochte; auch konnten unmöglich von einem alle Befehle ausgehen.
Caesar ab decimae legionis cohortatione ad dextrum cornu profectus, ubi suos urgeri signisque in unum locum conlatis duodecimae legionis confertos milites sibi ipsos ad pugnam esse impedimento vidit, quartae cohortis omnibus centurionibus occisis signiferoque interfecto signo amisso, reliquarum cohortium omnibus fere centurionibus aut vulneratis aut occisis, in his primipilo P. Sextio Baculo fortissimo viro multis gravibusque vulneribus confecto, ut iam se sustinere non posset, reliquos esse tardiores et nunnullos ab novissimis desertos proelio excedere ac tela vitare, hostes neque a fronte ex inferiore loco subeuntes intermittere et ab utroque latere instare et rem esse in angusto vidit neque ullum esse subsidium, quod submitti posset: Caes.Gall.2,25,1Kaum hatte Cäsar die zehnte Legion zur Tapferkeit aufgefordert, als er sich auf den rechten Flügel begab. Hier sah er, dass es seinen Leuten schlimm ging und dass sich die Soldaten der zwölften Legion durch die Zusammenballung der einzelnen Abteilungen selbst im Gefecht behinderten. Bereits alle Hauptleute der vierten Kohorte waren mitsamt dem Fahnenträger gefallen, das Feldzeichen verloren und auch fast sämtliche Hauptleute der übrigen Kohorten verwundet oder umgekommen; unter ihnen hatte der erste Hauptmann Publius Sextius Baculus, ein sehr tapferer Mann, viele schwere Wunden erhalten und war so entkräftet, dass er sich bereits nicht mehr aufrecht halten konnte. So verloren auch die übrigen den Mut; manche in den hintersten Reihen verließen geradezu den Kampfplatz und suchten den Geschossen zu entgehen, während die Feinde nicht abließen, gegen die vordere Seite des römischen Lagers den Hügel herauf vorzudringen und auf beiden Seiten anzugreifen. Kurz, Cäsar sah, dass die Lage seiner Leute höchst gefährlich und dabei keine Unterstützung verfügbar war.
scuto ab novissimis uni militi detracto, quod ipse eo sine scuto venerat, in primam aciem processit centurionibusque nominatim appellatis reliquos cohortatus milites signa inferre et manipulos laxare iussit, quo facilius gladiis uti possent. Caes.Gall.2,25,2Dann nahm er einem Soldaten aus dem hinteren Glied den Schild, weil er selbst ohne Schild gekommen war, trat in die vorderste Linie, redete die Hauptleute namentlich an, forderte die übrigen Soldaten zur Tapferkeit auf und ließ zum Angriff vorrücken und die Manipel sich lockern, damit man leichter das Schwert brauchen konnte.
quo in consilio, cum tantum repentini periculi praeter opinionem accidisset ac iam omnia fere superiora loca multitudine armatorum completa conspicerentur neque subsidio veniri neque commeatus supportari interclusis itineribus possent, Caes.Gall.3,3,2Da unvermutet eine so gewaltige und drohende Gefahr eingetreten war und, wie man sah, bereits fast alle Anhöhen mit einer Masse Bewaffneter bedeckt waren, da man also bei völlig gesperrten Wegen wieder Hilfe noch Nahrungsmittel erhalten konnte,
Brevi spatio interiecto, vix ut rebus, quas constituissent, conlocandis atque administrandis tempus daretur, hostes ex omnibus partibus signo dato decurrere, lapides gaesaque in vallum conicere. Caes.Gall.3,4,1Es verstrich kaum so viel Zeit, dass man die Beschlüsse umsetzen konnte; da stürmten die Feinde auf ein Zeichen hin von allen Seiten herab und schleuderten Steine und Speere gegen den Wall.
quarum rerum a nostris propter paucitatem fieri nihil poterat, ac non modo defesso ex pugna excedendi, sed ne saucio quidem eius loci, ubi constiterat, relinquendi ac sui recipiendi facultas dabatur. Caes.Gall.3,4,4während dies alles den Römern bei ihrer geringen Zahl unmöglich war. Denn bei ihnen konnte nicht bloß kein Ermüdeter aus dem Treffen treten, sondern nicht einmal ein Verwundeter hatte die Möglichkeit, sich zurückzuziehen und seinen Platz zu verlassen.
Erant eiusmodi fere situs oppidorum, ut posita in extremis lingulis promunturiisque neque pedibus aditum haberent, cum ex alto se aestus incitavisset, quod bis accidit semper horarum duodenarum spatio, neque navibus, quod rursus minuente aestu naves in vadis adflictarentur. Caes.Gall.3,12,1Die festen Plätzen der Veneter lagen fast alle an den Spitzen von Landzungen und Vorgebirgen. Man konnte sie also auf der Landseite nicht angreifen, sobald von des hohen See aus die Flut eingetreten war, was alle zwölf Stunden der Fall ist. Weil ferner beim Eintritt der Ebbe die Schiffe auf den Untiefen Beschädigungen erlitten, war auch der Angriff auf der Seeseite nicht leicht möglich.
neque enim his nostrae rostro nocere poterant - tanta in iis erat firmitudo -, neque propter altitudinem facile telum adigebatur, et eadem de causa minus commode copulis continebantur. Caes.Gall.3,13,8Die römischen Schiffe konnten nämlich den gallischen ihrer ungemeinen Festigkeit wegen mit den Schnäbeln nicht schaden, und weil sie so hoch gebaut waren, konnte man nicht leicht weder von Geschossen noch von Enterhaken Gebrauch gegen sie machen.
rostro enim noceri non posse cognoverant; turribus autem excitatis tamen has altitudo puppium ex barbaris navibus superabat, ut neque ex inferiore loco satis commode tela adigi possent et missa a Gallis gravius acciderent. Caes.Gall.3,14,4Dass sie mit den Schnäbeln ihrer Schiffe dem Feind nicht schaden könnten, das wussten sie; und wenn man auf diesen römischen Schiffen selbst Türme errichtete, so ragte dennoch die Höhe der Hinterteile der feindlichen Schiffe über diese empor, so dass man von dem tieferen Standpunkt aus nicht leicht die Geschosse brauchen konnte, während die Schüsse der Gallier desto schwerer trafen.
reliquum erat certamen positum in virtute, qua nostri milites facile superabant, atque eo magis quod in conspectu Caesaris atque omnis exercitus res gerebatur, ut nullum paulo fortius factum latere posset. Caes.Gall.3,14,8Den übrigen Kampf hatte dann bloß die persönliche Tapferkeit zu entscheiden, wobei die Römer um so entschiedener die Oberhand behielten, als das Treffen vor den Augen Cäsars und des ganzen Landheeres stattfand, so dass keine nur etwas hervorragende Waffentat unbemerkt bleiben konnte;
Reliquis deinceps diebus Caesar silvas caedere instituit, et ne quis inermibus imprudentibusque militibus ab latere impetus fieri posset, omnem eam materiam quae erat caesa conversam ad hostem conlocabat et pro vallo ad utrumque latus exstruebat. Caes.Gall.3,29,1Die nächsten Tage ließ Cäsar die Wälder niederhauen und alles so gefällte Holz gegen den Feind aufschichten und wie einen Wall auf beiden Seiten auftürmen, damit man nicht die römischen Soldaten unbewaffnet und unvorbereitet überfallen konnte.
neque verum esse, qui suos fines tueri non potuerint, alienos occupare, neque ullos in Gallia vacare agros, qui dari tantae praesertim multitudini sine iniuria possint; Caes.Gall.4,8,2Wer sein eigenes Gebiet nicht behaupten konnte, der habe keinen Anspruch, fremdes Land in Besitz zu nehmen. In Gallien gebe es auch durchaus keine so herrenlose Felder, um ohne Rechtsverletzung eine solche Menschenmasse darauf anweisen zu können.
hic cum fratri intercluso ab hostibus auxilium ferret, illum ex periculo eripuit, ipse equo vulnerato deiectus, quoad potuit, fortissime restitit; Caes.Gall.4,12,5Als dieser Mann seinem Bruder, den die Feinde umringten, zu Hilfe kam, befreite er zwar jenen aus der Gefahr, er selbst aber stürzte von seinem verwundeten Pferd herab und leistete, solange er konnte, den tapfersten Widerstand,
quo loco qui celeriter arma capere potuerunt, paulisper nostris restiterunt atque inter carros impedimentaque proelium commiserunt. Caes.Gall.4,14,4Wer von den Germanen schnell zu den Waffen greifen konnte, der leistete eine Weile Widerstand und focht zwischen den Wagenburgen hervor.
itaque evocatis ad se undique mercatoribus, neque quanta esset insulae magnitudo neque quae aut quantae nationes incolerent neque quem usum belli haberent aut quibus institutis uterentur neque qui essent ad maiorum navium multitudinem idonei portus, reperire poterat. Caes.Gall.4,20,4Obgleich deshalb Cäsars überallher aus Gallien Handelsleute zu sich gerufen hatte, konnte er doch nicht erfahren, wie groß die Insel sei, welche einzelne und wie bedeutende Volksstämme dort wohnten, welche Tüchtigkeit im Krieg und was für eine Verfassung sie hätten oder welche Häfen im Stande wären, eine bedeutende Zahl Schiffe zu fassen.
hoc sibi Caesar satis opportune accidisse arbitratus, quod neque post tergum hostem relinquere volebat neque belli gerendi propter anni tempus facultatem habebat neque has tantularum rerum occupationes Britanniae anteponendas iudicabat, magnum iis numerum obsidum imperat. quibus adductis eos in fidem recipit. Caes.Gall.4,22,2Dies kam dem Feldherrn zu gelegener Zeit, weil er nicht gern einen Feind im Rücken ließ und wegen der vorgerückten Jahreszeit auch nicht leicht einen Krieg durchführen konnte, am wenigsten aber so geringfügigen Unternehmungen seine Absichten wegen Britannien unterordnen wollte. Er ließ sich also von ihnen eine bedeutende Zahl Geiseln stellen und nahm das Volk selbst unter den Schutz der römischen Hoheit.
cuius loci haec erat natura atque ita montibus angustis mare continebatur, uti ex locis superioribus in litus telum adigi posset. Caes.Gall.4,23,3Die Örtlichkeit jener Gegend war aber so beschaffen: eng anliegende Berge schlossen das Meer so sehr ein, dass man von ihren Höhen mit den Wurfwaffen den Rand der Küste erreichen konnte.
nostri simul in arido constiterunt, suis omnibus consecutis in hostes impetum fecerunt atque eos in fugam dederunt, neque longius prosequi potuerunt, quod equites cursum tenere atque insulam capere non potuerant. hoc unum ad pristinam fortunam Caesari defuit. Caes.Gall.4,26,5Sobald dann die Römer auf dem Trockenen standen und alle beieinander waren, geschah ein erster Angriff: Mann schlug den Feind in die Flucht, konnte ihn jedoch nicht weiter verfolgen, da es Cäsars Reiterei unmöglich gewesen war, die Richtung ihrer Fahrt zu behaupten und die Insel zu erreichen. Dies allein fehlte ihm zum früheren Kriegsglück.
quae cum adpropinquarent Britanniae et ex castris viderentur, tanta tempestas subito coorta est ut nulla earum cursum tenere posset, sed aliae eodem unde erant profectae referrentur, aliae ad inferiorem partem insulae, quae est propius solis occasum, magno suo cum periculo deicerentur. Caes.Gall.4,28,2Als sie schon nahe bei der britannischen Küste waren und vom römischen Lager aus bemerkt wurden, erhob sich plötzlich ein so heftiger Sturm, dass keines von ihnen die Richtung behaupten konnte; sie wurden teils an den Ort ihrer Abfahrt zurückgetrieben, teils unter großer Gefahr an die nordwestliche Küste der Insel verschlagen.
itaque, cum summo studio a militibus administraretur, XII navibus amissis, reliquis ut navigari commode posset, effecit. Caes.Gall.4,31,3Seine Soldaten bewiesen dabei den größten Eifer. Auf diese Weise verlor er nur 12 Schiffe und konnte mit den übrigen bequem abfahren.
ipse cum quinque legionibus et pari numero equitum, quem in continenti relinquebat, ad solis occasum naves solvit et leni Africo provectus, media circiter nocte vento intermisso, cursum non tenuit et longius delatus aestu orta luce sub sinistra Britanniam relictam conspexit. Caes.Gall.5,8,2Er selbst lichtete an der Spitze von fünf Legionen und einer gleichen Zahl Reiter, als er auf dem Festland zurückließ, gegen Sonnenuntergang die Anker. Der segelte mit gelindem Südwest ab und konnte, als auch dieser sich um Mitternacht legte, seine Richtung nicht beibehalten, sondern erblickte, von der strömenden Flut zu weit getrieben, bei Tagesanbruch Britannien links in der Ferne.
Toto hoc in genere pugnae cum sub oculis omnium ac pro castris dimicaretur, intellectum est nostros propter gravitatem armorum, quod neque insequi cedentes possent neque ab signis discedere auderent, minus aptos esse ad huius generis hostem, Caes.Gall.5,16,1Da dieses Gefecht im Angesicht des ganzen Heeres und vor dem Lager vorfiel, sah man an dieser ganzen Art des Kampfes, dass das römische Fußvolk wegen seiner schweren Rüstung gegen Feinde dieser Art nicht gut zu gebrauchen war, weil es den Weichenden nicht nachsetzen konnte, und auch der Soldat auch nicht wagen durfte, die Feldzeichen zu verlassen.
equites autem magno cum periculo proelio dimicare, propterea quod illi etiam consulto plerumque cederent et, cum paulum ab legionibus nostros removissent, ex essedis desilirent et pedibus dispari proelio contenderent. Caes.Gall.5,16,2Auch die Reiterei konnte nur mit großer Gefahr den Kampf bestehen, weil die Britannier nicht selten ganz absichtlich wichen und, sobald sie die Römer etwas von dem Standpunkt der Legionen hinweggelockt hatten, von ihren Streitwagen herabsprangen, um als Fußgänger die römische Reiterei in einen ungleichartigen Kampf zu ziehen,
Hac in utramque partem disputatione habita, cum a Cotta primisque ordinibus acriter resisteretur, 'vincite,' inquit, 'si ita vultis' Sabinus et id clariore voce, ut magna pars militum exaudiret; Caes.Gall.5,30,1Nach dieser Verhandlung für und wider und bei der heftigen Hartnäckigkeit Cottas und der ersten Hauptleute rief endlich Titurius, so dass es ein großer Teil der Soldaten hören konnte: "Behaltet denn Recht, wenn ihr darauf besteht;
praeterea accidit - quod fieri necesse erat - ut vulgo milites ab signis discederent, quaeque quisque eorum carissima haberet, ab impedimentis petere atque arripere properaret, clamore et fletu omnia complerentur. Caes.Gall.5,33,6Überdies konnte es nicht ausbleiben, dass die Soldaten dabei ganz allgemein aus Reih und Glied traten und eilten, aus dem Gepäck das zu holen und wegzuraffen, was sie am liebsten hatten; daher überall nichts als Geschrei und Jammern.
praeterea accidit - quod fieri necesse erat - ut vulgo milites ab signis discederent, quaeque quisque eorum carissima haberet, ab impedimentis petere atque arripere properaret, clamore et fletu omnia complerentur. Caes.Gall.5,33,6Überdies konnte es nicht ausbleiben, dass die Soldaten dabei ganz allgemein aus Reih und Glied traten und eilten, aus dem Gepäck das zu holen und wegzuraffen, was sie am liebsten hatten; daher überall nichts als Geschrei und Jammern.
qua quidem ex re hominum multitudo cognosci potuit; nam minus horis tribus milium pedum XV in circuitu munitionem perfecerunt. Caes.Gall.5,42,4Daraus konnte man auf ihre Menge schließen; denn sie brachten in weniger als drei Stunden eine Verschanzung von 15'000 Fuß im Umfang zustande.
avertit hic casus vaginam et gladium educere conanti dextram moratur manum impeditumque hostes circumsistunt. Caes.Gall.5,44,8Dieser Zufall verrückte ihm die Scheide und hemmte seine rechte Hand, als er das Schwert ziehen wollte; ohne dass er sich wehren konnte, umringten ihn die Feinde.
erat magni periculi res tantulis copiis iniquo loco dimicare; tum, quoniam obsidione liberatum Ciceronem sciebat, aequo animo remittendum de celeritate existimabat; Caes.Gall.5,49,6An einem so nachteiligen Ort mit so großen Streitkräften der Feind zu kämpfen was sehr gefährlich. Weil er aber wusste, dass Cicero nicht mehr belagert wurde, konnte er in seiner Eile nachlassen.
consedit et, quam aequissimo potest loco castra communit atque haec, etsi erant exigua per se, vix hominum milium septem, praesertim nullis cum impedimentis, tamen angustiis viarum quam maxime potest contrahit, eo consilio, ut in summam contemptionem hostibus veniat. Caes.Gall.5,49,7Er machte Halt und errichtete ein Lager am günstigsten Ort, den er finden konnte. Obgleich dieses schon an und für sich klein war, da er kaum 7000 Mann und kein Gepäck bei sich hatte, zog er es dennoch durch Verengung der Straßen nach Möglichkeit noch mehr zusammen, um so den Feinden recht schwach zu erscheinen.
Ubi intellexit ultro ad se veniri, altera ex parte Senones Carnutesque conscientia facinoris instigari, altera Nervios Atuatucosque bellum Romanis parare, neque sibi voluntariorum copias defore, si ex finibus suis progredi coepisset, armatum concilium indicit. hoc more Gallorum est initium belli. Caes.Gall.5,56,1Er sah daraus, dass man ihn suche, und wusste, dass auf der einen Seite die Senonen und Carnuten ein schlechtes Gewissen hatten, auf der anderen die Nervier und Atuatuker sich zum Krieg gegen die Römer rüsteten, während es ihm selbst, sobald er über die Grenze trete, an Freiwilligen nicht fehlen konnte. Er berief also eine bewaffnete Landesversammlung. Eine solche Versammlung ist nach gallischer Art immer der Anfang eines Krieges.
Cum maiore in dies contemptione Indutiomarus ad castra accederet, nocte una intromissis equitibus omnium finitimarum civitatum, quos accersendos curaverat, tanta diligentia omnes suos custodiis intra castra continuit, ut nulla ratione ea res enuntiari aut ad Treveros perferri posset. Caes.Gall.5,58,1Obgleich Indutiomarus mit täglich wachsender Geringschätzung sich immer näher an das Lager wagte, kam doch die Reiterei, die Labienus von allen benachbarten Stämmen gefordert hatte, in einer einzigen Nacht hinein. Labienus hielt alle seine Leute so sorgfältig durch die Wachen im Lager zusammen, dass die Sache auf keine Weise ruchbar oder den Treverern hinterbracht werden konnte.
Cognito eius adventu Acco, qui princeps eius consilii fuerat, iubet in oppida multitudinem convenire. conantibus, priusquam id effici posset, adesse Romanos nuntiatur. Caes.Gall.6,4,1Bei der Nachricht von seiner Ankunft befahl das Haupt der ganzen Empörung, Acco, die Bevölkerung solle sich in die festen Plätze begeben; doch während man dies zu bewerkstelligen suchte, ging, noch ehe man fertig werden konnte, die Nachricht vom Eintreffen der Römer ein.
haec prius illi detrahenda auxilia existimabat, quam ipsum bello lacesseret, ne desperata salute aut se in Menapios abderet, aut cum Transrhenanis congredi cogeretur. Caes.Gall.6,5,5Diese Hilfe wollte ihm deshalb Cäsar abschneiden, bevor er ihn selbst bekriegte; sonst konnte er im äußersten Fall immer noch bei den Menapiern einen Schlupfwinkel finden oder notgedrungen gar mit den überrheinischen Germanen gemeinsame Sache machen.
erat inter Labienum atque hostem difficili transitu flumen ripisque praeruptis. hoc neque ipse transire habebat in animo neque hostes transituros existimabat. augebatur auxiliorum cotidie spes. Caes.Gall.6,7,5Zwischen Labienus und dem Feind war ein Fluss mit steilen Ufern, über den man nur schwer setzen konnte; er selbst wollte diesen nicht überquereren, und er glaubte auch die Feinde nicht, deren Hoffnung auf die Ankunft ihrer germanischen Bundesgenossen von Tag zu Tag wuchs.
in eorum locum Remi successerant; quos quod adaequare apud Caesarem gratia intellegebatur, ii, qui propter veteres inimicitias nullo modo cum Haeduis coniungi poterant, se Remis in clientelam dicabant. Caes.Gall.6,12,7An ihre Stelle traten die Remer. Weil man nämlich sah, dass diese bei Cäsar in gleicher Gunst wie die Häduer standen, begaben sich alle, die wegen alter Zerwürfnisse schlechterdings nicht mit den Häduern gehen konnte, in den Schutz der Remer, die ihnen diesen auch auf das sorgfältigste angedeihen ließen
haec loca vicinitatibus erant nota magnamque res diligentiam requirebat non in summa exercitus tuenda - nullum enim poterat universis a perterritis ac dispersis periculum accidere -, sed in singulis militibus conservandis; quae tamen ex parte res ad salutem exercitus pertinebat. Caes.Gall.6,34,3Solche Punkte kannten diejenigen, die in der Nähe wohnten, genau, und dieser Umstand machte auf Cäsars Seite große Behutsamkeit nötig, und zwar nicht sowohl um sein Gesamtheer zu schützen (denn dieses konnte keine Gefahr laufen, weil die erschreckten Feinde überallhin zerstreut waren), als vielmehr um nicht die einzelnen Soldaten zu verlieren, was immerhin teilweise auch auf die Wohlfahrt des ganzen Bezug hatte.
hic quantum in bello Fortuna possit et quantos adferat casus, cognosci potuit. Caes.Gall.6,35,2Hier konnte man sich wieder überzeugen, wie viel im Krieg der Zufall vermag und welche Wechselfälle er bringt.
invitati praeda longius procedunt. non hos palus - in bello latrociniisque natos -, non silvae morantur. quibus in locis sit Caesar, ex captivis quaerunt; profectum longius reperiunt omnemque exercitum discessisse cognoscunt. Caes.Gall.6,35,7Dann aber verlockte sie diese Beute, noch weiterzugehen; kein Sumpf, kein Wald konnte sie, die unter Waffen und Raubzügen aufgewachsen waren, aufhalten. Auf ihre Frage, wo Cäsar sei, erklären ihnen die Gefangenen, er habe sich weit entfernt und sein ganzes Heer sei abgezogen.
nec prius sunt visi obiectis ab ea parte silvis, quam castris adpropinquarent, usque eo, ut, qui sub vallo tenderent mercatores, recipiendi sui facultatem non haberent. Caes.Gall.6,37,2Mann konnte sie auch wegen der auf dieser Seite befindlichen Waldung nicht eher sehen, als bis sie bereits vor dem Lager waren, so dass die Händler, die vor dem Wall ihre Zelte hatten, nicht Zeit bekamen, sich zurückzuziehen.
hic vero nulla munitio est, quae perterritos recipiat; modo conscripti atque usus militaris imperiti ad tribunum militum centurionesque ora convertunt; quid ab his praecipiatur, exspectant. Caes.Gall.6,39,2Verloren ist für sie allderdings die Verschanzung, die die Bestürzten aufnehmen konnte. Eben erst ausgehoben und ohne alle Kriegserfahrung richten sie ihren Blick auf die Tribunen und Centurionen; bang erwarten sie deren Befehle;
Collis erat leviter ab infimo acclivis. hunc ex omnibus fere partibus palus difficilis atque impedita cingebat non latior pedibus quinquaginta. Caes.Gall.7,19,1Die erwähnte Anhöhe erhob sich von ihrem Fuß sanft aufwärts; diese umgab fast überall ein Sumpf, über den man nur schwer und mühsam kommen konnte, etwa fünfzig Fuß breit.
sic animo parati ut, si eam paludem Romani perrumpere conarentur, haesitantes premerent ex loco superiore, ut, qui propinquitatem loci videret, paratos prope aequo Marte ad dimicandum existimaret, qui iniquitatem condicionis perspiceret, inani simulatione sese ostentare cognosceret. Caes.Gall.7,19,3Sie waren fest entschlossen, sich auf die mühsam durchwatenden Römer von der Anhöhe herabzustürzen, wenn sie es je versuchen sollten, den Sumpf zu durchqueren. Wer daher die Nähe ihres Standpunktes sah, mochte er glauben, sie wären zu einer förmlichen Schlacht unter gleichen Verhältnissen angetreten; wer aber die Ungleichheit der Lage, in der sich beide Heere befanden, einsah, dem konnte es nicht verborgen bleiben, dass sie sich bloß mit eitlem Schein so tapfer stellten.
Cum uterque utrique esset exercitui in conspectu, fereque e regione castris castra poneret, dispositis exploratoribus, necubi effecto ponte Romani copias traducerent, erat in magnis Caesari difficultatibus res, ne maiorem aestatis partem flumine impediretur, quod non fere ante autumnum Elaver vado transiri solet. Caes.Gall.7,35,1Da beide Heere an beiden Ufern ausgezogen waren, suchten beide in wechselseitigem Anblick und fast einander gegenüber feste Stellung einzunehmen. Man hatte aber allenthalben Späher aufgestellt, damit die Römer nirgends eine Brücke schlügen und ihr Heer übersetzten. Cäsar befand sich darum in großer Verlegenheit, da ihm so der Elaver den größten Teil des Sommers im Wege stehen konnte; denn in der Regel kann man erst gegen die Herbstzeit zu Fuß hinüberkommen.
tamen silentio noctis Caesar ex castris egressus, priusquam subsidio ex oppido veniri posset, deiecto praesidio potitus loco duas ibi legiones conlocavit fossamque duplicem duodenum pedum a maioribus castris ad minora perduxit, ut tuto ab repentino hostium incursu singuli commeare possent. Caes.Gall.7,36,7Dennoch zog Cäsar nachts in aller Stille aus seinem Lager, warf jene Besatzung hinunter, bevor man ihr aus der Festung zu Hilfe kommen konnte, bemächtigte sich des Platzes und ließ zwei Legionen dort. Dann verband er sein größeres Lager mit diesem kleineren durch einen doppelten, zwölf Fuß tiefen Graben, damit auch einzelne Personen sicher vor einem plötzlichen Überfall des Feindes hin- und hergehen konnten.
haec ab his cognoscite, qui ex ipsa caede fugerunt; nam ego fratribus atque omnibus meis propinquis interfectis dolore prohibeor quae gesta sunt pronuntiare.' Caes.Gall.7,38,3Diejenigen, die aus diesem Blutbad entronnen sind, mögen es euch genauer erzählen; denn mich, der ich meine Brüder und sämtliche Verwandten durch Mord verloren habe, kränkt der Kummer zu sehr, als dass ich euch den Vorfall auseinandersetzen könnte."
nec fuit spatium tali tempore ad contrahenda castra, quod res posita in celeritate videbatur; C. Fabium legatum cum legionibus duabus castris praesidio relinquit. Caes.Gall.7,40,2Er konnte es jedoch unter solchen Umständen nicht enger zusammenziehen, weil jetzt alles auf die Schnelligkeit ankam. Zum Schutz des Lagers blieb der Legat Quintus Fabius mit zwei Legionen zurück.
haec procul ex oppido videbantur, ut erat a Gergovia despectus in castra, neque tanto spatio certi quid esset explorari poterat. Caes.Gall.7,45,4Da man in Gergovia die Aussicht in das Lager hinab hatte, sah man in der Festung dies alles aus der Ferne, aber der großen Entfernung wegen konnte man nicht genau erkennen, was es eigentlich war.
reliquas omnes munitiones ab ea fossa pedibus CCCC reduxit. id hoc consilio, quoniam tantum spatium necessario esset complexus nec facile totum opus corona militum cingeretur, ne de improviso aut noctu ad munitiones multitudo hostium advolaret aut interdiu tela in nostros operi destinatos conicere posset. Caes.Gall.7,72,2Alle übrigen Schanzen ließ er von diesem Graben vierhundert Fuß weit aufwerfen. Weil er nämlich einerseits diesem Graben notwendig einen so großen Umfang hatte geben müssen und andererseits doch auch das ganze Werk nicht leicht mit bewaffneter Mannschaft ringsherum besetzt werden konnte, suchte er durch diese Entfernung zu verhindern, dass die ganze Masse der Feinde unversehens entweder bei Nacht gegen die Schanzen stürmen oder bei Tag auf die römischen Soldaten schießen konnten, die an der Einschließung arbeiteten.
His rebus perfectis regiones secutus quam potuit aequissimas pro loci natura XIIII milia passuum complexus pares eiusdem generis munitiones, diversas ab his, contra exteriorem hostem perfecit, ut ne magna quidem multitudine, si ita accidat equitatus discessu, munitionum praesidia circumfundi possent; Caes.Gall.7,74,1Nachdem man damit fertig war, wählte Cäsar das ebenste Terrain, so weit die ganze Örtlichkeit es erlaubte, vierzehn Meilen im Umfang, um dort Verschanzungen, die den bisher beschriebenen in jeder Beziehung gleichkamen, in entgegengesetzter Richtung gegen den äußeren Feind zu errichten. Der Zweck war zu verhindern, dass die Besatzung dieser Werke selbst von einer großen Truppenmenge beim etwaigen Anrücken eines Feindes umringt werden konnte.
erat ex oppido Alesia despectus in campum. concurritur his auxiliis visis; fit gratulatio inter eos atque omnium animi ad laetitiam excitantur. Caes.Gall.7,79,3Da man von Alesia aus auf die Ebene herabsehen konnte, strömte man, als man die Hilfstruppen gewahr wurde, zusammen, man beglückwünschte sich gegenseitig und brach allenthalben in Jubel aus.
erat ex omnibus castris, quae summum undique iugum tenebant, despectus atque omnes milites intentis animis proventum pugnae exspectabant. Caes.Gall.7,80,2Von allen Punkten des Lagers, das den Gipfel der Anhöhe ganz einnahm, konnte man auf die Ebene hinabsehen; das gesamte Fußvolk wartete also in der größten Spannung auf den Ausgang des Reitertreffens.
quod in conspectu omnium res gerebatur neque recte aut turpiter factum celari poterat, utrosque et laudis cupiditas et timor ignominiae ad virtutem excitabat. Caes.Gall.7,80,5Das Gefecht wurde vor aller Augen geführt, und keine rühmliche oder schimpfliche Tat konnte verborgen bleiben. Ruhmgier und Furcht vor Schande trieb also Römer und Gallier zur Tapferkeit.
Eius adventu ex colore vestitus cognito, quo insigni in proeliis uti consuerat, turmisque equitum et cohortibus visis, quas se sequi iusserat, ut de locis superioribus haec declivia et devexa cernebantur, hostes proelium committunt. Caes.Gall.7,88,1Sobald man ihn an der Farbe des Kleides erkannte, das er in den Schlachten zu tragen pflegte, und sobald man die ihm folgenden Reiterhaufen und Kohorten erblickte, wie man denn von jenen höher gelegenen Punkten das in der Senkung und Niederung sehen konnte, begannen die Feinde den Kampf.
Coactus adsiduis tuis vocibus, Balbe, cum cotidiana mea recusatio non difficultatis excusationem, sed inertiae videretur deprecationem habere, difficillimam rem suscepi. Hirt. ad Balbum 1Gezwungen durch deine stets wiederholte Aufforderung, indem es sonst scheinen könnte, meiner täglichen Weigerung liege nicht sowohl Entschuldigung mit der Schwierigkeit der Aufgabe zu Grunde, als vielmehr eine Ablehnung aus Trägheit, habe ich die schwierigste Sache unternommen.
at Caesar neque resistentes adgrediundos tanto collis ascensu iudicabat neque non usque eo legiones admovendas, ut discedere ex eo loco sine periculo barbari militibus instantibus non possent. Caes.Gall.8,14,3Cäsar jedoch wollte bei dem so starken Steigen der Höhe, solange er Feind Widerstand leistete, nicht angreifen und auch die Weichenden nicht reizen. Zugleich wünschte er doch, seine Legionen so nahe zu bringen, dass der Feind, von den Römern verfolgt, nur mit Gefahr den Ort verlassen könnte.
ibi legionibus instructis ad ultimum iugum pervenit aciemque eo loco constituit, unde tormento missa tela in hostium cuneos conici possent. Caes.Gall.8,14,5Hier rückte er mit den fest geordneten Legionen an die äußerste Grenze der Höhe und stellte seine Schlachtlinie dort auf, wo das schwere Geschütz gegen die gedrängten feindlichen Haufen arbeiten konnte.
Caesar etsi discessum hostium animadvertere non poterat incendiis oppositis, tamen id consilium cum fugae causa initum suspicaretur, legiones promovet, turmas mittit ad insequendum; ipse veritus insidias, ne forte in eodem loco subsistere hostis atque elicere nostros in locum conaretur iniquum, tardius procedit. Caes.Gall.8,16,1Obgleich schon Cäsar ihren Abzug nicht sehen konnte, weil die Flamme im Weg stand, vermutete er doch, dass das Ganze nur geschehe, um ihre Flucht zu fördern. Die Legionen mussten deshalb vorrücken und die Reiterei den Feind verfolgen. Doch ging er mit dem Fußvolk nur langsam vorwärts, aus Furcht, es möchte der Feind vielleicht doch stehen bleiben und die Römer nur an einen ungünstigen Punkt locken wollen.
cum in conloquium ventum esset et ut convenerat manum Commii Volusenus adripuisset, centurio vel insueta re permotus vel celeriter a familiaribus prohibitus Commii conficere hominem non potuit; graviter tamen primo ictu gladio caput percussit. Caes.Gall.8,23,5Als man zusammengekommen war, und Volusenus nach der getroffenen Verabredung die Hand des Commius ergriffen hatte, konnte der (damit beauftragte) Centurio, entweder weil die Sache ihm doch ungewohnt war oder von den vertrauten Begleitern des Commius rasch verhindert, den Mann nicht völlig niederhauen; doch versetzte er ihm mit dem ersten Hieb eine schwere Kopfwunde.
Bellicosissimis gentibus devictis Caesar cum videret nullam iam esse civitatem quae bellum pararet quo sibi resisteret, sed nonnullos ex oppidis demigrare, ex agris diffugere ad praesens imperium evitandum, plures in partes exercitum dimittere constituit. Caes.Gall.8,24,1Cäsar konnte nach der Besiegung der tapfersten Stämme gewiss sein, dass keine Völkerschaft einen neuen Krieg gegen ihn beginnen werde; er bemerkte aber zugleich, dass die Leute, um sich der neuen Herrschaft zu entziehen, aus den Städten wanderten und aus dem Land flüchteten. Er beschloss deshalb, sein Heer nach verschiedenen Seiten zu verteilen.
ipse ad vastandos depopulandosque fines Ambiorigis proficiscitur; quem perterritum ac fugientem cum redigi posse in suam potestatem desperasset, proximum suae dignitatis esse ducebat adeo fines eius vastare incolis aedificiis pecore, ut odio suorum Ambiorix, si quos Fortuna reliquos fecisset, nullum reditum propter tantas calamitates haberet in civitatem. Caes.Gall.8,24,4Cäsar selbst endlich brach auf, um das Land des Ambiorix zu plündern und zu verwüsten. Da er nicht hoffen konnte, ihn, der in Bestürzung stets auf der Flucht war, in seine Hände zu bekommen, glaubte er, die Ehre erfordere zunächst, dass er wenigstens dessen Land von Einwohnern, Häusern und Tieren so entblöße, dass Ambiorix seinen Leuten, wenn solche noch übrig blieben, verhasst werde und wegen des Unglücks, das er über sein Vaterland gebracht habe, nicht mehr zurückkehren dürfe.
hoc flumen avertere loci natura prohibebat; in infimis enim sic radicibus montis ferebatur, ut nullam in partem depressis fossis derivari posset. Caes.Gall.8,40,3Diesen konnte man aber der Örtlichkeit wegen nicht ablenken; denn er floss so tief an dem Fuß des Berges hin, dass er nach keiner Seite durch tiefer gezogene Gräben abgeleitet werden konnte.
erat autem oppidanis difficilis et praeruptus eo descensus, ut prohibentibus nostris sine vulneribus ac periculo vitae neque adire flumen neque arduo se recipere possent ascensu. Caes.Gall.8,40,4Der Gang an diesen Fluss war dagegen für die Belagerten so schwierig und schroff, das, sobald die Römer entgegentraten, niemand ohne Wunden und Lebensgefahr wieder zum Fluss gelangen noch sich wieder auf die steile Höhe zurückziehen konnte.
qua difficultate eorum cognita Caesar sagittariis funditoribusque dispositis, tormentis etiam quibusdam locis contra facillimos descensus conlocatis, aqua fluminis prohibebat oppidanos. Caes.Gall.8,40,5Kaum hatte Cäsar diese Schwierigkeit der Belagerten bemerkt, als er Bogenschützen und Schleuderer ausstellte und an einzelnen Punkten gegen die Stellen, wo man am leichtesten aus der Stadt darunterkommen konnte, auch grobes Geschütz aufpflanzte. So verwehrte er den Belagerten das Wasser des Flusses und die ganze Stadt musste von nun an ihr Wasser an einem einzigen Ort holen.
Caesar cum suam lenitatem cognitam omnibus sciret neque vereretur, ne quid crudelitate naturae videretur asperius fecisse, neque exitum consiliorum suorum animadverteret, si tali ratione diversis in locis plures consilia inissent, exemplo supplicii deterrendos reliquos existimavit. itaque omnibus qui arma tulerant manus praecidit vitamque concessit, quo testatior esset poena improborum. Caes.Gall.8,44,1Cäsar, der seine Milde für allgemein bekannt hielt und sich deshalb nicht vor dem Schein fürchtete, als habe er, von grausamem Sinn geleitet, unempfindlich gehandelt, wollte nun einmal die übrigen durch ein Beispiel strenger Strafen abschrecken; denn er konnte kein Ende seiner Unternehmungen absehen, wenn auf solche Weise immer mehrere Staaten in verschiedenen Gegenden aufständen. Er ließ also allen, die die Waffen getragen hatten, die Hände abhauen; das Leben ließ er ihnen, damit man die Strafe der Frevler lebendig vor Augen habe.
cum liberis omnis multitudo obviam procedebat, hostiae omnibus locis immolabantur, tricliniis stratis fora templaque occupabantur, ut vel spectatissimi triumphi laetitia praecipi posset. tanta erat magnificentia apud opulentiores, cupiditas apud humiliores. Caes.Gall.8,51,3Die ganze Bevölkerung, Jung und Alt, ging ihm überall entgegen, allenthalben opferte man, die öffentlichen Plätze und Tempel waren mit prächtigen Polsterlagern besetzt; er konnte einen Vorgeschmack von der Wonne selbst des gefeiertesten Triumphes haben. So bedeutend war der Prachtaufwand der Vermögenden und die Begeisterung des Volkes.
ipse tantum itinerum faciebat, quantum satis esse ad mutationem locorum propter salubritatem existimabat. ibi quamquam crebro audiebat Labienum ab inimicis suis sollicitari certiorque fiebat id agi paucorum consiliis, ut interposita senatus auctoritate aliqua parte exercitus spoliaretur, tamen neque de Labieno credidit quicquam neque contra senatus auctoritatem ut aliquid faceret adduci potuit. iudicabat enim liberis sententiis patrum conscriptorum causam suam facile obtineri. Caes.Gall.8,52,3er selbst zog mit seinen Legionen der Ortsveränderung halber so viel herum, als er für ihre Gesundheit hinreichend glaubte. Obgleich man damals häufig hörte, seine Feinde versuchten Labienus zu gewinnen, und obgleich er sicher wusste, dass gewisse Leute den Plan hatten, ihm durch einen eigens veranlassten Senatsbeschluss einen Teil des Heeres zu entziehen, glaubte er auf der einen Seite den Gerüchten über Labienus nicht, auf der anderen Seite aber konnte er sich nicht entschließen, gegen den Senat aufzutreten, weil er überzeugt war, seine Sache werde sich bei einer freien Abstimmung der Senatorin leicht durchsetzen lassen.
quibus non frangebantur animi inimicorum Caesaris, sed admonebantur quo maiores pararent necessitates, quibus cogi posset senatus id probare quod ipsi constituissent. Caes.Gall.8,53,2Cäsars Feinde verloren aber doch den Mut nicht, sondern sahen sich nur veranlasst, stärkere Verbindungen zu schaffen, durch die dann der Senat gezwungen werden könnte, ihre Pläne zu seinen Beschlüssen zu erheben.
Caesar tamen, cum de voluntate minime dubium esset adversariorum suorum, Pompeio legionem remisit et suo nomine quintam decimam, quam in Gallia citeriore habuerat, ex senatus consulto iubet tradi; in eius locum tertiam decimam legionem in Italiam mittit, quae praesidia tueretur, ex quibus praesidiis quinta decima deducebatur. ipse exercitui distribuit hiberna: Caes.Gall.8,54,3Und wirklich schickte Cäsar diese Legion dem Gnaeus Pompeius zurück, obgleich niemand mehr an den Absichten seiner Gegner zweifeln konnte. Für sich selbst aber trat er, um dem Beschluss des Senats zu gehorchen, die 15. Legion, die in Oberitalien stand, ab, an deren Stelle dann die 13. nach Italien zog, um diejenigen Plätze einzunehmen, die die 15. verließ.
hoc facto quamquam nulli erat dubium quidnam contra Caesarem pararetur, tamen Caesar omnia patienda esse statuit, quoad sibi spes aliqua relinqueretur iure potius disceptandi quam belligerandi. Caes.Gall.8,55,2Jetzt konnte niemand mehr im Zweifel sein, was man gegen Cäsar im Schilde führe; er aber wollte sich dennoch alles gefallen lassen, solange er noch einigermaßen Hoffnung hatte, die Sache eher auf dem Wege des Rechts als mit den Waffen zu entscheiden.
Caesar tempore anni difficillimo, cum satis haberet convenientes manus dissipare, ne quod initium belli nasceretur, quantumque in ratione esset, exploratum haberet sub tempus aestivorum nullum summum bellum posse conflari, C. Trebonium cum duabus legionibus, quas secum habebat, in hibernis Cenabi conlocavit; Caes.Gall.8,6,1Cäsar wollte in dieser schlimmem Jahreszeit bloß die sich etwa zusammenziehenden Mannschaften der Gallier auseinanderhalten, um einen neuen Krieg zu verhindern, indem er, so weit man berechnen konnte, die Überzeugung hegte, ein Hauptkrieg werde auch um die Sommerzeit nicht ausbrechen. Er setzte also den Gaius Trebonius mit zwei bei ihm befindlichen Legionen zu Cenabum ins Winterlager.
memorare possum, quibus in locis maxumas hostium copias populus Romanus parva manu fuderit, quas urbis natura munitas pugnando ceperit, ni ea res longius nos ab incepto traheret. Sall.Cat.7,7Ich könnte berichten, an welchen Stätten das römische Volk in kleiner Zahl zahlreiche Truppen aus dem Feld schlug, welche durch ihre natürliche Lage geschützten Städte es im Sturm einnahm; aber das würde mich zu sehr von meinem Thema ablenken.
namque animus inpurus, dis hominibusque infestus, neque vigiliis neque quietibus sedari poterat: Sall.Cat.15,4Das unreine Herz, mit Göttern und Menschen verfeindet, konnte in der Nacht weder im Wachen noch im Schlafen Ruhe finden.
erat ei cum Fulvia, muliere nobili, stupri vetus consuetudo. quoi cum minus gratus esset, quia inopia minus largiri poterat, repente glorians maria montisque polliceri coepit et minari etiam ferro, ni sibi obnoxia foret, postremo ferocius agitare quam solitus erat. Sall.Cat.23,3Er trieb mit Fulvia, einer Frau aus dem Adel, sei langem Unzucht. Als er aber ihre Zuneigung einbüßte, weil er wegen seiner Mittellosigkeit nicht mehr so viel spendieren konnte, da begann er ihr mit einem Mal großsprecherisch Seen und Berge zu versprechen und ihr sogar mit dem Schwert zu drohen, wenn sie ihm nicht zu Willen wäre, kurz, sich leidenschaftlicher als sonst zu gebärden.
sed ei cariora semper omnia quam decus atque pudicitia fuit; pecuniae an famae minus parceret, haud facile discerneres; lubido sic adcensa, ut saepius peteret viros quam peteretur. Sall.Cat.25,3Doch galt ihr immer alles höher als Ehre und Keuschheit. Ob sie gegenüber ihrem Geld oder ihrem Ruf rücksichtsloser war, konnte man nicht leicht entscheiden; sie war so fieberhaft wollüstig, dass sie öfter den Männern nachlief als diese ihr.
luxuria atque inopia praeceps abierat. verum ingenium eius haud absurdum: posse versus facere, iocum movere, sermone uti vel modesto vel molli vel procaci; prorsus multae facetiae multusque lepos inerat. Sall.Cat.25,5Durch Verschwendung und Mittellosigkeit war sie jählings gesunken. Aber ihre Begabung war ganz annehmbar: sie konnte Verse machen, Witz spielen lassen, bald zurückhaltend, bald gefühlvoll, bald ungeniert reden, kurz: sie besaß viel Anmut und Laune.
Ea cum Ciceroni nuntiarentur, ancipiti malo permotus, quod neque urbem ab insidiis privato consilio longius tueri poterat neque, exercitus Manli quantus aut quo consilio foret, satis conpertum habebat, rem ad senatum refert, iam antea volgi rumoribus exagitatam. Sall.Cat.29,1Als Cicero dies gemeldet wurde, bringt er die Sache in ernster Erwägung der doppelten Gefahr vor den Senat, der schon zuvor durch die umlaufenden Gerüchte in Sorge war: einmal konnte er die Stadt nicht länger durch eigenverantwortliche Maßnahmen vor den Zerstörungsplänen schützen, sodann gab es keine Gewissheit, wie stark das Heer des Manlius war und welche Absichten es hegte.
iniuriis contumeliisque concitatus, quod fructu laboris industriaeque meae privatus statum dignitatis non obtinebam, publicam miserorum causam pro mea consuetudine suscepi, non quin aes alienum meis nominibus ex possessionibus solvere non possem ‑ et alienis nominibus liberalitas Orestillae suis filiaeque copiis persolveret ‑ , sed quod non dignos homines honore honestatos videbam meque falsa suspicione alienatum esse sentiebam. Sall.Cat.35,3Von Kränkungen und Schmähungen gehetzt, weil ich des Erfolgs meiner Anstrengungen und meines Einsatzes beraubt und von der meinem Rang gebührenden Stellung verdrängt wurde, nehme ich nach meiner Gewohnheit die allgemeine Sache meiner Mitbürger auf meine Schultern, nicht etwa weil ich die auf meine Person gestellten Wechsel aus meinen Besitzungen nicht decken könnte, - selbst die auf andere Namen lautenden würde ja Orestilla freigebig aus ihrem und ihrer Tochter Vermögen bezahlen - sondern weil ich unebenbürtige Leute mit der höchsten Ehre bekleidet und mich auf falschen Verdacht hin zurückgesetzt sehe. 
magna mihi copia est memorandi, patres conscripti, quae reges atque populi ira aut misericordia inpulsi male consuluerint. sed ea malo dicere, quae maiores nostri contra lubidinem animi sui recte atque ordine fecere. Sall.Cat.51,4Ich könnte, ihr Senatoren, eine große Menge von üblen Ratschlüssen vorführen, die Könige und Völker aus Erbitterung oder Mitleid fassten; aber ich ziehe es vor, rechte und pflichtgemäße Handlungen zu erwähnen, die unsere Vorfahren gegen den Trieb ihres leidenschaftlichen Herzens vollzogen.
sed ea tametsi vos parvi pendebatis, tamen res publica firma erat, opulentia neglegentiam tolerabat. Sall.Cat.52,9Doch obwohl ihr darauf keinen Wer legtet, war der Staat sicher; seine Macht konnte eure Gleichgültigkeit wettmachen.
postremo Caesar in animum induxerat laborare, vigilare; negotiis amicorum intentus sua neglegere, nihil denegare, quod dono dignum esset; sibi magnum imperium, exercitum, bellum novom exoptabat, ubi virtus enitescere posset. Sall.Cat.54,4Endlich lag es in Caesars Sinn, sich bei Tag und Nacht abzumühen, zu wachen; über Anstrengungen für die Interessen seiner Freunde vergaß er die eigenen, nichts schlug er ab, was ein würdiges Geschenk sein konnte. Er wünschte sich ein Kommando, ein Heer, einen außergewöhnlichen Krieg, in dem seine Stärke erstrahlen konnte.
Scitis equidem, milites, socordia atque ignavia Lentuli quantam ipsi nobisque cladem adtulerit, quoque modo, dum ex urbe praesidia opperior, in Galliam proficisci nequiverim. Sall.Cat.58,4Ihr wisst, Soldaten, welch harten Schlag die Kopflosigkeit und Erbärmlichkeit des Lentulus ihm selbst und uns zugefügt zugefügt hat, und wie ich, während ich aus der Hauptstadt Verstärkung erwartete, nicht an den Marsch nach Gallien denken konnte.
at ex altera parte C. Antonius, pedibus aeger quod proelio adesse nequibat, M. Petreio legato exercitum permittit. Sall.Cat.59,4Auf der Gegenseite übergibt Gaius Antonius, weil er Gicht hatte und nicht mitkämpfen konnte, dem Legaten Marcus Petreius das Kommando über das Heer.
Sed confecto proelio, tum vero cerneres, quanta audacia quantaque animi vis fuisset in exercitu Catilinae. Sall.Cat.61,1Nach dem Ende der Schlacht aber - da erst konnte man sehen, wie großer Mut und wie große Energie im Heer des Catilina gelebt hatte.
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