| erat temporibus illis iucundus Q. Metello illi Numidico et eius Pio filio, audiebatur a M. Aemilio, vivebat cum Q. Catulo et patre et filio, a L. Crasso colebatur, Lucullos vero et Drusum et Octavios et Catonem et totam Hortensiorum domum devinctam consuetudine cum teneret, adficiebatur summo honore, quod eum non solum colebant, qui aliquid percipere atque audire studebant, verum etiam si qui forte simulabant. Cic.Arch.6.a | Er war um jene Zeit beliebt bei jenem Quintus Metellus, dem Besieger Numidiens, und seinem Sohn Pius; es hörte ihn Marcus Aemilius; er lebte in Gesellschaft des Quintus Catulus, des Vaters und des Sohnes; ihn ehrte Lucius Crassus; da er aber mit den Lucullern, mit Drusus, mit denen Octaviern und mit Cato und dem ganzen Haus der Hortensier durch die engsten Verhältnisse eines vertrauten Umgangs verbunden blieb, so genoss er die größte Achtung, weil ihn nicht allein solche, die etwas zu lernen und zu hören wünschten, sondern auch wohl solche, die sich nur den Schein davon gaben, auszuzeichnen pflegten. |
| nam, cum Appi tabulae neglegentius adservatae dicerentur, Gabini, quam diu incolumis fuit, levitas, post damnationem calamitas omnem tabularum fidem resignasset, Metellus, homo sanctissimus modestissimusque omnium, tanta diligentia fuit, ut ad L. Lentulum praetorem et ad iudices venerit et unius nominis litura se commotum esse dixerit. his igitur in tabulis nullam lituram in nomine A. Licini videtis. Cic.Arch.9.c | Denn während es von den Verzeichnissen des Appius hieß, sie seien ziemlich nachlässig aufbewahrt worden und der Leichtsinn des Gabinius, solange er unangegriffen blieb, und nach seiner Verurteilung sein Unglück seinen Verzeichnissen alle urkundliche Glaubwürdigkeit entzogen hatte, so bewies Metellus, der aller unbescholtenste und geordnetste Mann, so große Pünktlichkeit, dass er sich an den Prätor Lucius Lentulus und an die Richter wandte, mit der Erklärung, ein Durchstrich bei einem einzigen Namen sei ihm aufgefallen. In diesen Verzeichnissen also seht ihr keinen Durchstrich bei dem Namen des Aulus Licinius. |
| Absterrent vitiis. Ex hoc ego sanus ab illis Hor.sat.1,4,129. | Oft von der Sünde zurück. Daher blieb frei ich von jenem, |
| Multa Cicirrus ad haec: donasset iamne catenam Hor.sat.1,5,65. | Nichts blieb Messius schuldig, er frug, ob bereits er die Kette |
| 2014.02.15 Galileus Galilei die 15° mensis Februarii anno 1564° Pisis e familia patricia quidem, sed ad paupertatulam redacta, ortus hodie quadringentesimum quinquagesium diem natalem celebrat. Universitatis Pisanae alumnus viginti duorum annorum motionem pepdendiculi investigabat, annos viginti quinque natus professor rerum mathematicarum fit eiusdem universitatis. Ibi quoque experimenta ad leges libere cadendi pertinentia exhibebat (anno 1590°). Postea Patavii et Florentiae docebat. Thermometrum et telescopium melioratum construxit. Anno 1633° post scripturam, quae inscribitur "Dialogus de Duobus Systematis Maximis Mundanis" editam Urbano VIII°. pontifice Romae convictioni suae obtrectans systemati Copernicano abiuravit. Usque ad finem vitae d. 8° mens. Ian. anno 1642° in libera custodia permansit. 2014.02.15 | Galileo Galilei, der am 15. Febr. 1564 in Pisa als Sohn einer verrmten Patrizierfamilie geboren wurde, feiert heute seinen 450. Geburtstag. Als Student erforschte er mit zweiundzwanzig Jahren in Pisa die Pendelbewegung. Mit 25 Jahren wird er an eben dieser Universität Professor für Mathematik. Dort stellte er auch Experiemnte zu den Gesetzen des Freien Falls an (1590). Später lehrte er in Padua und Florenz. Er konstruierte ein Thermometer und ein verbessertes Fernrohr. Nach der Veröffentlichung seiner Schrift mit dem Titel "Dialog über die beiden wichtigsten Weltsysteme" musste er in Rom unter Papst Urban VIII. Gegen seine Überzeugung dem Kopernikanischen System abschwören. Bis zu seinem Lebensende am 8. Jan. 1642 blieb er unter Hausarrest. |
| [5,3,3] Post opimas dapes quidam introcessit et cantavit invisus, et alius citharam pulsavit, quae videbatur nec ipsa. tunc modulatae multitudinis conferta vox aures eius affertur, ut, quamvis hominum nemo pareret, chorus tamen esse pateret. (Apul.met.5,3,3) Apul.met.5,3,3 | [5,3,3] Nach dem reichen Mahl kam einer unsichtbar herein und sang ein Lied, ein anderer schlug die Zither, die ebenfalls unsichtbar blieb. Dann dringt der volle Ton einer harmonischen Gruppe an ihr Ohr, offenbar eines Chores, auch wenn keiner der Sänger sich zeigte. |
| [5,21,2] At Psyche relicta sola, nisi quod infestis Furiis agitata sola non est, aestu pelagi simile maerendo fluctuat et, quamvis statuto consilio et obstinato animo, iam tamen facinori manus admovens adhuc incerta consilii titubat multisque calamitatis suae distrahitur affectibus.
(Apul.met.5,21,2) Apul.met.5,21,2 | [5,21,2] Aber Psyche blieb allein zurück, allein, wenn nicht die feindlichen Furien sie getrieben hätten. Gleich der Meeresflut wogt sie vor Trauer. Obgleich ihr Entschluss feststeht und sie innerlich gefasst ist, stockt sie, als es daran geht, Hand anzulegen, immer noch unsicher und wird in ihrer Not von vielfältigen Empfindungen zerrissen. |
| [Cic.off.1,33,5] Id cum utrique fecissent, aliquantum agri in medio relictum est. Itaque illorum finis sic, ut ipsi dixerant, terminavit; in medio relictum quod erat, populo Romano adiudicavit. Cic.off.1,33,5 | Beide taten dies, und so blieb ein beträchtliches Stück Land in der Mitte übrig. Nun steckte er die Grenzen so, wie beide es erklärt hatten; und was in der Mitte noch übrig war, sprach er dem römischen Volk zu. |
| [Cic.off.1,77,3] Neque enim periculum in re publica fuit gravius umquam nec maius otium. Cic.off.1,77,3 | Nie drohte dem Staat in seinem Innern eine größere Gefahr, und nie blieb seine Ruhe so ungestört. |
| postquam provecta iam senectus aegro et corpore fatigabatur, aderatque finis et spes novae, pauci bona libertatis in cassum disserere, plures bellum pavescere, alii cupere. pars multo maxima inminentis dominos variis rumoribus differebant: Tac.ann.1,4,2. | Als aber neben vorgerücktem Alter auch die Last eines kränkelnden Körpers ihn zu beugen begann und jetzt sein Ende nahte und neue Aussichten sich auftaten, da wurde hie und da noch - es blieb aber beim Wort - eine Stimme laut über die Segnungen der Freiheit . Zahlreicher waren die, denen es vor dem Krieg graute, den andere wünschten. Bei weitem die meisten aber trugen sich mit buntem Gerede hin und her über den künftig möglichen Herrn: |
| Tum primum e campo comitia ad patres translata sunt: nam ad eam diem, etsi potissima arbitrio principis, quaedam tamen studiis tribuum fiebant. neque populus ademptum ius questus est nisi inani rumore, et senatus largitionibus ac precibus sordidis exsolutus libens tenuit, moderante Tiberio ne plures quam quattuor candidatos commendaret sine repulsa et ambitu designandos. Tac.ann.1,15,1. | Jetzt wurden zum ersten Mal auch die Wahlen vom Marsfeld weg auf die Väter übertragen; denn bis dahin war zwar das Wichtigste nach dem Gutdünken des Herrschers, doch mitunter auch etwas nach den Wünschen der Tribus geschehen. Das Volk beklagte sich höchstens durch ein eitles Murren, dass ihm sein Recht entrissen wurde. Der Senat aber, der nun des Spendens und des erniedrigenden Bittens enthoben war, blieb gern dabei, zumal Tiberius die nähere Bestimmung hinzufügte, er gedenke nie mehr als vier Bewerber zu empfehlen, die dann ohne Bewerbung und ohne die Möglichkeit einer Abweisung designiert werden müssten. |
| quin ipsae inter se legiones octava et quinta decuma ferrum parabant, dum centurionem cognomento Sirpicum illa morti deposcit, quintadecumani tuentur, ni miles nonanus preces et adversum aspernantis minas interiecisset. Tac.ann.1,23,5. | Ja die Legionen selbst, die achte und die fünfzehnte, machten Miene, das Schwert gegeneinander zu ziehen, indem jene verlangte, einen Centurio namens Sirpicus zum Tod auszuliefern, die fünfzehnte aber sich seiner annahm; es blieb ungeschehen, weil die neunte mit Bitten und, da dies nichts half, mit Drohungen dazwischentrat. |
| mox vagi per vias obvios habuere legatos audita consternatione ad Germanicum tendentis. ingerunt contumelias, caedem parant, Planco maxime, quem dignitas fuga impediverat; neque aliud periclitanti subsidium quam castra primae legionis. illic signa et aquilam amplexus religione sese tutabatur, ac ni aquilifer Calpurnius vim extremam arcuisset, rarum etiam inter hostis, legatus populi Romani Romanis in castris sanguine suo altaria deum commaculavisset.
Tac.ann.1,39,4. | Sofort streifen sie durch die Gassen, stoßen auf die Gesandten, die, als sie den Auflauf vernahmen, zu Germanicus eilen; sie tun ihnen Schimpf und Schmach an und machen Miene, sie zu ermorden; den Plancus vornehmlich, dem seine Würde nicht erlaubt hatte zu fliehen. In dieser Gefahr blieb ihm keine andere Zuflucht als das Lager der ersten Legion. Dort umfasste er die Feldzeichen und den Adler, um Schutz in der Heiligkeit des Ortes zu finden; und hätte nicht der Adlerträger Calpurnius die äußerste Gewalt abgewehrt, so hätte - ein auch zwischen Feinden seltener Fall - ein Gesandter des römischen Volkes im römischen Lager mit seinem Blut die Altäre der Götter besudelt. |
| Nihil ex his Caesari incognitum: consilia, locos, prompta, occulta noverat astusque hostium in perniciem ipsis vertebat. Seio Tuberoni legato tradit equitem campumque; peditum aciem ita instruxit, ut pars aequo in silvam aditu incederet, pars obiectum aggerem eniteretur; quod arduum sibi, cetera legatis permisit. Tac.ann.2,20,1. | Nichts davon blieb dem Caesar unbekannt. Pläne und Örtlichkeiten, Öffentliches und Geheimes, hatte er erfahren und kehrte die List des Feindes zu seinem Verderben. Dem Legaten Seius Tubero überträgt er die Reiterei und die Ebene; die Linien des Fußvolkes ordnete er so, dass ein Teil auf dem ebenen Zugang in den Wald vorrücke; ein anderer Teil solle versuchen, den Damm vor ihnen zu gewinnen. Was schwer war, übernahm er, das andere überließ er den Legaten. |
| et Germanicus quo magis adgnosceretur, detraxerat tegimen capiti orabatque, insisterent caedibus: nil opus captivis, solam internicionem gentis finem bello fore. iamque sero diei subducit ex acie legionem faciendis castris: ceterae ad noctem cruore hostium satiatae sunt. equites ambigue certavere. Tac.ann.2,21,2. | Germanicus hatte, um desto besser erkannt zu werden, die Kopfbedeckung abgenommen und bat, sie sollten nur weitermachen mit dem Morden, man brauche keine Gefangenen; nur die Ausrottung des Volkes bedeute für den Krieg das Ende. Erst am späten Abend zog er eine Legionen aus dem Treffen, um das Lager aufzuschlagen; die übrigen sättigten sich bis in die Nacht am Blut der Feinde. Die Reiterei blieb kämpfte unentschieden. |
| Drusus Tarracinam progressus est cum Claudio fratre liberisque Germanici, qui in urbe fuerant. consules M. Valerius et M. Aurelius (iam enim magistratum occeperant) et senatus ac magna pars populi viam complevere disiecti et, ut cuique libitum, flentes; aberat quippe adulatio gnaris omnibus laetam Tiberio Germanici mortem male dissimulari. Tac.ann.3,2,3. | Drusus kam ihnen bis Terracina mit dem Bruder Claudius und den Kindern des Germanicus, die in der Stadt gewesen waren, entgegen. Die Konsuln Marcus Valerius und Gaius Aurelius – sie hatten ihr Amt bereits angetreten - der Senat und ein großer Teil des Volkes füllten den Weg; ganz ungeordnet und weinend, wie einem jedem danach war. Schmeichelei blieb nämlich fern. Wusste doch jedermann, dass Tiberius kaum verbergen konnte, wie willkommen ihm der Tod des Germanicus war. |
| Gnarum id Tiberio fuit; utque premeret vulgi sermones, monuit edicto multos inlustrium Romanorum ob rem publicam obisse, neminem tam flagranti desiderio celebratum. idque et sibi et cunctis egregium, si modus adiceretur. non enim eadem decora principibus viris et imperatori populo, quae modicis domibus aut civitatibus. Tac.ann.3,6,1. | Dem Tiberius blieb dies nicht unbekannt; um das Gerede im Volk niederzuschlagen, erließ er ein Edikt: Viele erlauchte Römer seien schon im Dienst des Staates umgekommen: noch keiner sei durch so feurige Sehnsucht gefeiert worden. Dies ehre ihn und alle. Nur sei Maß zu halten, denn nicht alles gezieme einem Fürstenhaus und einem Herrschervolk, was sich für gewöhnliche Häuser oder Gemeinwesen schicke. |
| postquam caedibus saevitum et magnitudo famae exitio erat, ceteri ad sapientiora convertere. simul novi homines e municipiis et coloniis atque etiam provinciis in senatum crebro adsumpti domesticam parsimoniam intulerunt, et quamquam fortuna vel industria plerique pecuniosam ad senectam pervenirent, mansit tamen prior animus. Tac.ann.3,55,3. | Seit aber die Mordwut tobte und ein großer Name zum Verderben führen konnte, wurden die übrigen vernünftiger. Zugleich wurden Neubürger aus Landstädten und Kolonien, ja selbst aus den Provinzen, einer nach dem andern in den Senat aufgenommen, führten die Sparsamkeit ihrer Heimat ein, und obwohl es viele durch Glück und Fleiß zu einem mit Reichtum gesegneten Alter brachten, blieb ihnen doch der frühere Sinn. |
| Quae cuncta non quidem comi via sed horridus ac plerumque formidatus retinebat tamen, donec morte Drusi verterentur: nam dum superfuit, mansere, quia Seianus incipiente adhuc potentia bonis consiliis notescere volebat, et ultor metuebatur non occultus odii set crebro querens incolumi filio adiutorem imperii alium vocari. Tac.ann.4,7,1. | Dem blieb er insgesamt treu, wenn auch nicht in umgänglicher Weise - er erschien dabei vielmehr abstoßend und in vielen Fällen wahrhaft furchterregend - bis es mit Drusus Tod anders wurde. Solange nämlich dieser lebte, änderte sich nichts, weil Seianus, dessen Macht erst am Anfang stand, sich durch gute Ratschläge bekannt machen wollte und weil er stets noch einen Rächer zu fürchten hatte, der seinen Hass nicht verborgen hielt und sich häufig beschwerte, dass ein anderer, während der Sohn am Leben sei, Reichsadjutant genannt werde; |
| sed aestimando cuiusque detrimento quattuor progeneri Caesaris, Cn. Domitius, Cassius Longinus, M. Vinicius, Rubellius Blandus delecti additusque nominatione consulum P. Petronius. et pro ingenio cuiusque quaesiti decretique in principem honores; quos omiserit receperitve, in incerto fuit ob propinquum vitae finem. Tac.ann.6,45,2. | Um den Verlust der Einzelnen zu schätzen, wurden die vier Gatten der Enkelinnen des Caesars, Gneius Domitius, Cassius Longinus, Marcus Vinicius, Rubellius Blandus, ausersehen, und ihnen Publius Petronius durch Ernennung der Konsuln beigegeben. Zudem wurden Ehren für den Fürsten beschlossen, zu deren Auffindung jeder seinen Kopf angestrengt hatte. Welche er abgelehnt, welche er angenommen hat, blieb wegen seines baldigen Lebenendes ungewiss. |
| Iam Tiberium corpus, iam vires, nondum dissimulatio deserebat: idem animi rigor; sermone ac vultu intentus quaesita interdum comitate quamvis manifestam defectionem tegebat. mutatisque saepius locis tandem apud promunturium Miseni consedit in villa, cui L. Lucullus quondam dominus. Tac.ann.6,50,1. | Allmählich versagte Tiberius die Leibes- und Lebenskraft, noch nicht aber die Verstellung. Unverändert blieb sein eisiges Herz. Mit der äußersten Anstrengung in Rede und Gebärde suchte er - mitunter durch gesuchte Freundlichkeit - sein trotzdem augenfälliges Hinschwinden zu verbergen. Nachdem er öfter den Aufenthalt gewechselt hatte, ließ er sich schließlich auf dem misenischen Vorgebirge nieder, in dem Landhaus, das früher dem Lucius Lucullus gehört hatte. |
| neque fefellit: nam Tiberius – incertum an offensus tantoque magis iram premens - instaurari epulas iubet discumbitque ultra solitum, quasi honori abeuntis amici tribueret. Charicles tamen labi spiritum nec ultra biduum duraturum Macroni firmavit. Tac.ann.6,50,3. | Doch merkte es Tiberius. Er ließ frisch auftragen - vielleicht suchte er, dadurch beleidigt, nur umso mehr seinen Zorn zu unterdrücken - und blieb über die gewohnte Zeit bei Tisch, als wolle er dem Freund vor seiner Reise eine Ehre erweisen. Charikles jedoch versicherte Macro, seine Lebenskraft nehme ab, und werde nicht länger als zwei Tage durchhalten. |
| Ceterum militaris quoque conspiratio non ultra fefellit, accensis indicibus ad prodendum Faenium Rufum, quem eundem conscium et inquisitorem non tolerabant. ergo instanti minitantique renidens Scaevinus neminem ait plura scire quam ipsum, hortaturque ultro redderet tam bono principi vicem. Tac.ann.15,66,1. | Jedoch auch der Militärverschwörung blieb nicht länger geheim, da die Angeber die Lust trieb, den Faenius Rufus zu verraten, der ihnen als Mitverschwörer und Untersuchungsrichter zugleich unausstehlich war. Zu ihm, wie er drängte und drohte, sagte daher Scaevinus lächelnd, niemand wisse mehr als er selbst, und forderte ihn seinerseits auf, dem so guten Fürsten sich dankbar zu erweisen. |
| et Nymphidius quidem in ipso conatu oppressus, set quamvis capite defectionis ablato manebat plerisque militum conscientia, nec deerant sermones senium atque avaritiam Galbae increpantium. laudata olim et militari fama celebrata severitas eius angebat aspernantis veterem disciplinam atque ita quattuordecim annis a Nerone adsuefactos, ut haud minus vitia principum amarent, quam olim virtutes verebantur. accessit Galbae vox pro re publica honesta, ipsi anceps, legi a se militem, non emi; nec enim ad hanc formam cetera erant. Tac.hist.1,5,2. | Nymphidius selbst fiel zwar sogleich als Opfer seines Vorhabens; allein auch nachdem das Haupt der Meuterei gefallen war, blieb den meisten Soldaten noch das Bewusstsein der Mitschuld und es fehlte nicht an Scheltreden auf den altersschwachen und geizigen Galba. Seine vormals gepriesene und im Mund der Soldaten gefeierte Strenge ängstigte sie jetzt bei ihrem Widerwillen gegen die alte Manneszucht, nachdem sie in vierzehn Jahren von Nero so verwöhnt worden waren, dass sie ebenso sehr die Laster an dem Fürsten liebgewonnen hatten, als sie zuvor dessen Tugenden achteten. Dazu kam noch eine Äußerung des Galba, die zwar die Ehre des Stadtoberhauptes wahrte, aber für seine Person gefährlich war: dass die Soldaten von ihm ausgehoben, nicht gekauft werden. Zu solchem Grundsatz passte eben das Übrige nicht. |
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