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Platon, Apologie

Inhalt, Gedankengang und Aufbau

 

nach L.Georgii u.a.

 

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Platons Apologie besteht aus drei Einzelreden:

  1. Die erste Rede enthält die eigentliche Verteidigungsrede, die dem Urteilsspruch der Richter vorangeht (17a - 35e; cap.1-24);
  2. die zweite folgt auf den Schuldspruch und enthält den Strafantrag, den der Beklagte nach attischem Recht gegenüber dem seiner Ankläger stellen durfte. Sie geht der Straffestsetzung durch den Gerichtshof voraus (35e - 38c; cap.25-28);
  3. der dritte Teil ist nach der Verkündigung des Urteils das Schlusswort des Verurteilten an die Richter (38c - 42a; cap.29-33).

ERSTE REDE; REDE VOR DEM SCHULDSPRUCH (17a-35d; cap.1-24)

  1. EINLEITUNG
    1. Sokrates bittet um Nachsicht für die kunstlose Art seiner Rede, da er noch nie vor Gericht gestanden habe. Erster Hinweis auf seine Haltung: statt rhetorisch herausgeputzer Lügen steht er für die einfache Wahrheit in schlichter Gestaltung und für die Gerechtigkeit (17a-18a; cap.1).
  2. HAUPTTEIL
    1. Gliederung (Disposition) des Themas (18a-e; cap.2) und Vorbemerkung (19a; cap.2 Ende):
      1. Disposition (18a-e; cap.2): Die Disposition der Rede ergibt sich aus der überraschenden Unterscheidung zweier Gruppen von Anklägern:
        1. die frühere, d.h. die in der öffentlichen Meinung seit langem verbreitete Anklage, die besonders durch die Komödie in Umlauf kam, stellt ihn als unpraktischen und nutzlosen Spekulanten über Himmel und Erde dar, der auch andere dazu verleite. Die Verteidigung gegen diese erste Anklage ist wegen der Vielzahl und Anonymität der Ankläger die gefährlichere.
        2. die spätere gerichtliche Anklage
          Dabei ergibt sich ein weiterer Hinweis auf die Haltung des Sokrates: Sein Bemühen, zu den hinter den Erscheinungen liegenden wahren Hintergründen vorzudringen.
      2. Vorbemerkung (19a; cap.2 Ende): Die Schwierigkeit der Verteidigung. Dabei ergibt sich ein Hinweis auf die Frömmigkeit des Sokrates: Er ergibt sich in den Willen des Gottes.
    2. Die Anklage der öffentlichen Meinung (19b-24b; cap.3-10):
      1. Formulierung der drei Anklagepunkte (19b; cap.3); Sokrates als
        1. Naturphilosoph ("ζητῶν τά τε ὑπὸ γῆς καὶ οὐράνια")
        2. Sophist ("τὸν ἥττω λόγον κρείττω ποιῶν")
        3. Lehrer von deren Anschauungen ("ἄλλους ταὐτὰ ταῦτα διδάσκων") (19Af.)
      2. Widerlegung (19c-20c; cap.3-4)
        1. Sich-Absetzen von den Naturphilosophen (endend mit einer summarischen Zurückweisung der Anklagepunkte). Dabei beruft sich Sokrates auf alle, die ihn haben reden hören und bezeugen können, dass er von solchen Dingen weder etwas versteht, noch je darüber gesprochen hat (19c-d; cap.3).
        2. Sich-Absetzen von den Sophisten und ihrem Lehrbetrieb, indem er versichert, nie als Lehrer aufgetreten zu sein. Mit dem "Wissen" von der menschlichen und der politischen ἀρετή gibt er zugleich einen vorbereitender Hinweis auf das sokratische πρᾶγμα (19d-20c; cap.4).
      3. Beginn der Darlegung von Sokrates' Wirken und Sein (τὸ Σωκράτους πρᾶγμα): Sokrates verkörpert und vertritt im Gehorsam gegenüber dem Gott die "menschliche Weisheit"; (20c-24b; cap.5-10):
        1. Das Orakel hat Sokrates für den weisesten Menschen erklärt. Weil er sich aber bewusst ist, nichts zu wissen, geht er umher und prüft, um den Sinn des Orakels zu ergründen und zu erfahren, worin seine Weisheit bestehe, die Menschen, Dichter, Handwerker und Staatsmänner. Diese Prüfung ergab durchweg, dass die Befragten sich zwar weise dünkten, es aber nicht waren, er also um das Wissen seines Nichtwissens weiser war als alle anderen. Damit aber zog er sich die Feindschaft dieser Leute zu.(cap.5-9)
        2. Hass und Feindschaft handelte er sich auch dadurch ein, dass ihm viele Jünglinge nachfolgten und es ihm nachtaten. Die drei Ankläger vertreten entsprechend die drei durch die Weisheitsprüfung betroffenen Berufsstände:
          1. Meletos - die Dichter,
          2. Anytos - die Handwerker
          3. Lykon - die Redner oder Politiker.
            Sokrates erscheint hier als Beispiel eines Menschen, der die "ἀνθρωπίνη σοφία" besitzt, also die Nichtigkeit menschlichen Wissens erkannt hat und im göttlichen Auftrag mit seiner Menschenprüfung andere zu dieser Erkenntnis führen will. Dieses Tun bedeutet Sokrates Gottesdienst.
    1. Die gerichtliche Anklage (24b-34b; cap.11-22)
      1. Formulierung der beiden Anklagepunkte (Σωκράτη φησὶν ἀδικεῖν τούς τε νέους διαφθείροντα καὶ θεούς, οὓς ἡ πόλις νομίζει, οὐ νομίζοντα, ἕτερα δὲ δαιμόνια καινά.)
        1. Sokrates verdirbt die Jugend
        2. Sokrates glaubt nicht an die Existenz der herkömmlichen Götter, sondern an neue göttliche Wesen (24b-c; cap.11)
      2. Widerlegung (24c-28a)
        1. 24c-26a; cap.11-13: Widerlegung des Vorwurfes, Sokrates verderbe die Jugend; er zeigt im Verhör des Meletos (Meletos-Elenxis), dass dieser ganz damit überfordert ist zu beurteilen, wer gut und schlecht auf die Jugend einwirkt (24d-26a; cap.12-13). Zugleich ergibt sich in Umkehrung der Anklage: Sokrates ist der einzige, der die Jugend besser macht.
        2. 26a-28a; cap.14-16: Widerlegung des Asebievorwurfs: Sokrates führt Meletos im Verhör zu der in sich widersinnigen Behauptung, Sokrates glaube an überhaupt keine Götter und lehre sie die anderen.
          • Die naturphilosophische Meinung, dass Sonne, Mond und Erde, keine Götter, sondern bloße Materie seien, wird Sokrates zu Unrecht von den Anklägern unterstellt (26b-27a; cap.14).
          • Meletos widerspricht sich, wenn er Sokrates unterstelle, er glaube nicht an Göttern, ihm aber andererseits sein Daimonion zum Vorwurf mache (26b-28a; cap.14-15).
          • Daraus ergibt sich, dass die Anklage des Meletos grundlos und nur ein Vorwand ist, um Sokrates dem Neid und Hass der Öffentlichkeit zu opfern (28a-d; cap.16).

          Zugleich zeigt sich in diesem Abschnitt, dass Sokrates eine höhere Religiosität vertritt.

      3. Weitere Darlegung von Sokrates' Wirken und Sein (Fortsetzung): der mehr positive Inhalt der "menschlichen" und "politischen Weisheit"; dass Sokrates beides im Gehorsam gegenüber dem Gott verkörpert und repräsentiert, ergibt sich aus seiner Stellungnahme zu der Frage, warum er denn eine Tätigkeit, die ihn in so große Gefahr bringe, ausübe und nicht sein lasse (28a-34b; cap.16-22)
        1. Sokrates vertritt den Standpunkt, dass man von einer als recht erkannten Handlungsweise selbst bei Todesgefahr nicht ablassen dürfe, wie allein schon das Beispiel des Achilleus lehre. Seine Tätigkeit, Weisheit zu suchen, sich und andere zu prüfen und dadurch zur Tugend und Wahrheit zu leiten, sei ihm von den Göttern angewiesen. Sie aus Todesfurcht aufzugeben wäre auch nur der Beweis eines Scheinwissens, da niemand wisse, ob der Tod wirklich ein Übel und nicht vielmehr ein Gut sei. (28a-29b; cap.16-17 (1.Hälfte)).
        2. Der mehr positive Inhalt der "menschlichen Weisheit": sich für die ἀρετή zu entscheiden, oder: für die Sorge um die Seele, dass sie möglichst gut werde. Sokrates will im göttlichen Auftrag durch seine Menschenprüfung zu diesem Ziel führen (29b-30c; cap.17 (2.Hälfte)).
        3. Die "politische Weisheit" tritt ergänzend zur "menschlichen Weisheit". Ihr Inhalt ist die Gerechtigkeit als höchstes Gut. Sokrates ist der Gerechte und somit der beste Staatsbürger (30c-33a; cap.18-20).
          • Die Athener würden sich durch seine Hinrichtung selbst am meisten schaden, denn so leicht würden sie keinen zweiten so selbstlosen Mahner zur öffentlichen Sittlichkeit finden. Dass seine Sendung ein von Gott kommendes Gut für die Stadt sei, beweise die Art, wie er in freiwilliger Armut dieser Sendung alle persönlichen Interessen opfere (30c-31c; cap.18).
          • Dass er aber dieser Aufgabe nicht lieber in einem öffentlichen Amt nachkam, liege daran, dass ihn sein Daimonion daran hinderte, weil er mit seinen Grundsätzen der Gerechtigkeit bei der jetzigen Demokratie nicht hätte bestehen können, sondern längst untergegangen wäre, wie schon die wenigen Beispiele seines öffentlichen Auftretens vermuten lassen (31c-32e; cap.19-20).
        4. Diese Strenge in der Bewahrung der Gerechtigkeit habe er immer gegen alle, die man seine Schüler nenne, bewährt, obgleich er in der Tat eigentlich nie Schüler gehabt habe, sondern jeder, der wollte, ihn angehen und hören konnte, wie es dem Auftrag des Gottes entsprach. Dass er diese aber nicht verdorben habe, beweise die Tatsache, dass keiner dieser jungen Leute oder ihrer Verwandten hier gegen ihn auftrete, sondern im Gegenteil eine große Zahl bereit sei, zu seinen Gunsten einzutreten. Damit tritt dem Anklagepunkt, Sokrates verderbe die Jugend, seine bessernde Breitenwirkung besonders auf die Jugend gegenüber (33a-34b; cap.21-22):
  3. SCHLUSS
    1. Unwürdige Prozessmittel anzuwenden ist weder gut noch gerecht und fromm. Also bewährt sich Sokrates als der Gute, Gerechte und Fromme (34b-35d; cap.23-24)
      1. Wenn er es unterlasse, vor Gericht für sich und seine Familie zu bitten, so geschehe dies nicht aus Hochmut, sondern weil ein solches Benehmen schimpflich sei (34b-35b; cap.23)
      2. Es wäre ungerecht und käme einem Eingeständnis der Schuld gleich, die Richter gegen ihren Eid durch Tränen und Bitten rühren zu wollen (35c-d; cap.24)

ZWEITE REDE: REDE NACH DEM SCHULDSPRUCH (35e-38b; cap.25-28)

  1. Sokrates ist über seine Verurteilung keineswegs ungehalten; vielmehr drückt er seine Verwunderung aus, dass eine nur so knappe Mehrheit gegen ihn gestimmt hat.
    In dieser Rede hat er dem Strafantrag der Ankläger, der auf Tod lautet, einen Gegenantrag entgegenzusetzen: Im Hinblick auf seine Verdienste um seine Mitbürger hält er (Lohn statt Strafe) eine kostenlose Versorgung im Prytaneion für angemessen (36b-e; cap.26)
    Diesen Antrag stelle er nicht aus Trotz, sondern er würde wohl, wenn sich die Verhandlung nicht auf die kurze Zeit eines Tages beschränkte, die Athener noch selbst überzeugen. Ein Änderungsantrag auf eine Strafe wäre ein Unrecht, das er sich selbst antäte, und könne nur durch Todesfurcht bewirkt werden, die er nicht habe.
    1. Gefängnis oder Geldstrafe, was für ihn, da er kein Geld hat, das gleiche wäre, würde ihn nur zum Sklaven des Gefangenenwärters machen;
    2. Verweisung aber würde nichts nützen, weil er anderswo geradeso leben müsste wie in Athen, ihm also auch nur das Gleiche widerfahren würde wie hier (37a-e; cap.27)
    3. Am ehesten würde er noch eine Geldstrafe vorschlagen, einen Betrag, den er bezahlen könne, etwa eine Mine, oder auch, weil Platon und einige Freunde sich verbürgen wollen, 30 Minen (37e-38c; cap.28)
Schluss der Selbstdarstellung. Zusammenfassung und letzte Steigerung. Sokrates ist aufgrund seiner gottgewollten Lebensführung und Weisheit der Wohltäter des Staates. Seine Art zu leben ist das größte Gut für den Menschen.

DRITTE REDE: REDE NACH DER VERURTEILUNG (38c)

  1. Deutung: Das sokratische Streben führt zur Eudaimonie.
    1. Verurteilung der Verurteilenden, als eine Art Deutung vom Negativen her, in einem Wort an die, die sich gegen Sokrates entschieden haben (38c-39d).
      1. Bei der Kürze der Zeit, die er wohl noch zu leben gehabt hätte, sei es kaum der Mühe wert gewesen, dass sie sich für alle Zeiten dem Vorwurf seiner Hinrichtung aussetzten (38c; cap.29).
      2. Er sei nur des Todes schuldig gesprochen worden, weil er auf unanständige Verteidigungsmittel verzichtet habe, sie aber hätten sich der Schlechtigkeit schuldig gemacht (38d-39b; cap.29)
      3. (als Steigerung:) Ihre Schlechtigkeit nütze ihnen aber nichts; denn die Untersuchung ihres Lebens würden nun zahlreiche jüngere Leute in lästigerer Weise weiterführen. Man kann der Rechenschaft über sein Leben nicht entgehen. Der beste und leichteste Ausweg aus der Schlechtigkeit ist, so zu leben, wie Sokrates es will (39c-d; cap.30).
    2. Positive Deutung in einem Wort an diejenigen, die sich für Sokrates entschieden haben (39e-42a; 29-33).
      1. Im besonderen: Sokrates Leben und Tod (und der Tod überhaupt) sind etwas Gutes (39e-41c; cap.31-32). Sokrates führt aus:
        • durch seine Verurteilung könne ihm nur etwas Gutes widerfahren sein; dies schließe er schon daraus, dass ihm sein Daimonion bei allem, was er während des Prozesses getan habe, nie widersprochen habe (39e-40c; cap.31);
        • der Tod sei ja auch wirklich nur entweder die Ruhe des Nichtseins oder der Übergang in eine bessere Welt, also jedenfalls etwas Gutes (40c-41c; cap.32).
      2. Im allgemeinen: Da es für einen guten Menschen, der immer in der Obhut der Götter stehe, kein κακόν gebe, sollten sie selbst guten Mutes sein. (41c-d; cap.33 (Anfang)).
    3. Seinen Feinden zürne er nicht, sondern bitte sie vielmehr, sich an seinen Söhnen so zu rächen, dass sie sie mit den selben lästigen Zurechtweisungen zur Tugend drängten, mit denen er sie geplagt habe (41e; cap.33 (Mitte)).
    4. Schlusssatz: Jeder gehe nun an das Seine; wem der bessere Teil widerfahre, ihnen oder ihm, das wisse nur der Gott (42a; cap.33 (Ende)).

Die zentralen Themen der Apologie:

  1. Die Methode des Sokrates. Prüfung und Mahnung
    1. Sokrates bedient sich der Prüfung (ἐλέγχειν) und der Mahnung (παρακελεύεσθαι). Öffentlichkeit und Gespräch. Beispiel für die elenktische Methode: Kallias-Gespräch (20Af.) und Meletos-Elenxis (24cff.). Anfangs scheinbar einfache Fragen mit fast erzwungenen Antworten, deren zunehmende Differenzierung den Gesprächspartner zum Eingeständnis seines Nichtwissens (ἀπορία) nötigt. Positive Zielsetzung: Problembewusstsein statt Scheinwissen. Beschäftigung mit ethischen Fragen (Seele, Tugend, Staat,...). Aufrütteln aus der Lethargie der Selbstzufriedenheit (Bild der Bremse) Mittel der Ironie. Zwang, Rechenschaft abzulegen (λόγον διδόναι). Trotz skeptischer Grundhaltung gegenüber jedem menschlichen Wissen: Ausrichten des Handelns an den rational überprüften Wertvorstellungen. Elenktik ist für Sokrates Lebensaufgabe und göttlicher Auftrag.
  2. Die Weisheit des Sokrates
    1. Die "menschliche Weisheit"
      1. Die Nichtigkeit menschlichen Wissens;
        Nur der Gott ist weise; die menschliche Weisheit ist nichts wert. Wer dies eingesehen hat ist der weiseste Mensch. Den meisten Menschen fehlt diese Einsicht. Problembewusstsein, Bewusstsein der eigenen Begrenztheit und offene Fragen sind der Anfang der Weisheit.
      2. Der positive Inhalt der menschlichen Weisheit
        Die positive Aufgabe: Sorge für die Seele, dass sie möglichst gut wird, ἀρετή verwirklicht. Demgegenüber sind die allgemein hochgeschätzten materiellen Werte (Geld, Ruhm, Ehre, Macht) zweitrangig. Nur der Schaden an der Seele ist ein echter Schaden: der Schlechte kann dem Guten keinen Schaden zufügen! Tugend und Glück werden damit in das Innere verlagert.
    2. Die "politische Weisheit"
      Sie ist Teil der menschlichen Weisheit. Ihr Leitwort (ἀρετή) ist die Gerechtigkeit. Nur dadurch ist sie im Staat zu realisieren, dass man den einzelnen Bürger zur ἀρετή führt. Sokrates ist in diesem Sinne kein Staatszersetzer, sondern der beste Staatsbürger, denn
      1. er verkörpert selbst ἀρετή, er ist gerecht: lieber in Ehren sterben als in Schande leben (Achilleus)
      2. er will einen gerechten Prozess, er ist radikaler Verfechter der Wahrheit, sucht keinen Freispruch um jeden Preis und
      3. ermahnt die Bürger zur Sorge um Seele und ἀρετή.
  3. Die Frömmigkeit des Sokrates: das Daimonion
    Sokrates vertraut unerschütterlich auf die Gottheit. Er versteht sein ganzes Leben als Dienst am Gott. Ihm muss er mehr gehorchen als den Menschen. Somit ist das sokratische Nichtwissen auf den Gott hin ausgerichtet und davor geschützt, in Resignation, Indifferentismus oder Nihilismus abzugleiten. Auch hier ist Sokrates kein Atheist, sondern der eigentlich Fromme. In seinem Daimonion wird er sich der göttlichen Obhut unmittelbar bewusst.
  4. Die Gestalt des Sokrates
    Radikale Einheit von Leben und philosophischer Überzeugung ("Tatwissen"). Seine Art zu leben gibt Antwort auf die philosophischen Grundfragen "Was ist der Mensch?", "Welche Aufgaben stellen sich dem Menschen für sich und im Staat?", "In welchem Bezug steht der Mensch zur Gottheit?". Sie führt ihn zur Autarkie, die das Bewusstsein der ἀρετή verleiht, der εὐδαιμονία.
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Sententiae excerptae:
w34
Literatur:

11 Funde
3327  Breitbach, M.
Der Prozess des Sokrates - Verteidigung der oder Anschlag auf die athenische Demokratie? Ein Beitrag aus rechtswissenschaftlicher Perspektive
in: Gymn.112/2005, S.321-343
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3443  Erbse, Hartmut
Die Nachrichten von Anklage und Verteidigung des Sokrates
in: Herm. 132/2004, 129
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2636  Gigon, O.
Sokrates. Sein Bild in Dichtung und Geschichte
Bern (Francke) 1947
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2635  Platon
Platons Apologie Kriton und die Rahmenpartie des Phaidon : mit einer philosophisch-propaedeutischen Einführung in die Platonlektüre und in die vorsokratische Philosophie
Frankfurt am Main (Hirschgraben) 1952
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2634  Platon / Guardini, Romano
Der Tod des Sokrates : eine Interpretation der platonischen Schriften Euthyphron, Apologie, Kriton und Phaidon
Godesberg 1947; Mainz,... ( Matthias-Grünewald-Verl. ) 1987
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2649  Platon / Heitsch
Platon, Apologie des Sokrates. Übers. und Kommentar von Ernst Heitsch
Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2002
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2652  Platon / Kiefer
Platons Apologie, Kriton, ins Deutsche übertagen v. Otto Kiefer
Jena: Diederichs 1925
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2633  Platon / Müller, A.
Apologie und Kriton, nebst Abschnitten aus Phaidon / Platon. Eingel. und komment. von Armin Müller Teil: : Text
Münster (Aschendorff, ISBN: 3-402-02224-9)
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2651  Platon / Rösiger
Apologie und Kriton. Platons Apologie und Kriton,nebst Abschnitten aus dem Phaidon und Symposion, hrsg. von Ferdinand Rösiger
Leipzig, u.a.: Teubner
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2650  Platon / Rufener
Die Werke des Aufstiegs. Apologie, Kriton, Gorgias, Menon. Neu übertr. von Rudolf Rufener
Zürich: Artemis-Verl. 1948
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2648  Platon / Weber
Apologia Sokratus. mit einer Einführung textkrit. Apparat u. Komm. hrsg. von Franz Josef Weber
Paderborn(Schöningh ) 1971 (UTB)
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