Ist Platons Staatsmodell realisierbar?
πῇ δυνατὴ γίγνεσθαι αὕτη ἡ πολιτεία;


Das Verhätnis von Idee (Theorie) und Wirklichkeit (Praxis)

Platon, Politeia 472b - 477a
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474b - 477a

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(474b) Πειρατέον, ἦν δ' ἐγώ, ἐπειδὴ καὶ σὺ οὕτω μεγάλην συμμαχίαν παρέχῃ. ἀναγκαῖον οὖν μοι δοκεῖ, εἰ μέλλομέν πῃ ἐκφεύξεσθαι, οὓς λέγεις, διορίσασθαι πρὸς αὐτοὺς τοὺς φιλοσόφους, τίνας λέγοντες τολμῶμεν φάναι δεῖν ἄρχειν, ἵνα διαδήλων γενομένων δύνηταί τις ἀμύνεσθαι, ἐνδεικνύμενος, ὅτι τοῖς μὲν προσήκει φύσει ἅπτεσθαί τε (c) φιλοσοφίας ἡγεμονεύειν τ' ἐν πόλει, τοῖς δ' ἄλλοις μήτε ἅπτεσθαι ἀκολουθεῖν τε τῷ ἡγουμένῳ.
Ich muss es versuchen, sagte ich, da du ja auch ein so kräftiges Bündnis anbietest. Wir müssen nun, scheint mir, wenn wir denen, die du nennst, entrinnen wollen, ihnen gegenüber klar definieren, mit welchem Begriff des Philosophen wir die Behauptung wagen, sie müssten herrschen, damit man sich, wenn dies deutlich geworden ist, durch den Nachweis verteidigen kann, dass es den einen von Natur aus zukommt, zu philosophieren und in der Stadt zu regieren, den andern aber, nicht zu philosophieren und der Regierung zu folgen.
Ὥρα ἂν εἴη, ἔφη, ὁρίζεσθαι. [...]
Es dürfte an der Zeit sein, eine Definition zu geben. [...]
(475b) Οὐκοῦν καὶ τὸν φιλόσοφον σοφίας φήσομεν ἐπιθυμητὴν εἶναι, οὐ τῆς μέν, τῆς δ' οὔ, ἀλλὰ πάσης;
Nicht wahr, auch den Philosophen werden wir einen Liebhaber der Weisheit nennen; nicht der einen, der anderen nicht, sondern der gesamten.
Ἀληθῆ.
Richtig.
(c) Τὸν ἄρα περὶ τὰ μαθήματα δυσχεραίνοντα, ἄλλως τε καὶ νέον ὄντα καὶ μήπω λόγον ἔχοντα, τί τε χρηστὸν καὶ μή, οὐ φήσομεν φιλομαθῆ οὐδὲ φιλόσοφον εἶναι, ὥσπερ τὸν περὶ τὰ σιτία δυσχερῆ οὔτε πεινῆν φαμεν οὔτ' ἐπιθυμεῖν σιτίων, οὐδὲ φιλόσιτον ἀλλὰ κακόσιτον εἶναι.
Also werden wir von dem, der sich mit den Wissenschaften schwer tut, besonders wenn er noch jung ist und nicht weiß was wertvoll ist, nicht sagen, er sei lernwillig und ein Philosoph, wie wir auch von dem, der sich mit dem Essen schwer tut, nicht sagen, er sei hungrig und verlange nach Essen, sondern er sei essunlustig.
Καὶ ὀρθῶς γε φήσομεν.
Τὸν δὲ δὴ εὐχερῶς ἐθέλοντα παντὸς μαθήματος γεύεσθαι καὶ ἁσμένως ἐπὶ τὸ μανθάνειν ἰόντα καὶ ἀπλήστως ἔχοντα, τοῦτον δ' ἐν δίκῃ φήσομεν φιλόσοφον· ἦ γάρ;
Und das werden wir jedenfalls zu Recht sagen.
Den aber, der bereitwillig von jeder Wissenschaft kosten will, gern ans Lernen herangeht und unersättlich ist, den werden wir zu Recht Philosoph nennen. Nicht wahr?
(d) Καὶ ὁ Γλαύκων ἔφη· Πολλοὶ ἄρα καὶ ἄτοποι ἔσονταί σοι τοιοῦτοι. οἵ τε γὰρ φιλοθεάμονες πάντες ἔμοιγε δοκοῦσι τῷ καταμανθάνειν χαίροντες τοιοῦτοι εἶναι, οἵ τε φιλήκοοι ἀτοπώτατοί τινές εἰσιν, ὥς γ' ἐν φιλοσόφοις τιθέναι, οἳ πρὸς μὲν λόγους καὶ τοιαύτην διατριβὴν ἑκόντες οὐκ ἂν ἐθέλοιεν ἐλθεῖν, ὥσπερ δὲ ἀπομεμισθωκότες τὰ ὦτα ἐπακοῦσαι πάντων χορῶν περιθέουσι τοῖς Διονυσίοις οὔτε τῶν κατὰ πόλεις οὔτε τῶν κατὰ κώμας ἀπολειπόμενοι. τούτους οὖν πάντας καὶ ἄλλους τοιούτων τινῶν (e) μαθητικοὺς καὶ τοὺς τῶν τεχνυδρίων φιλοσόφους φήσομεν;
Οὐδαμῶς, εἶπον, ἀλλ' ὁμοίους μὲν φιλοσόφοις.
XX. Τοὺς δὲ ἀληθινούς, ἔφη, τίνας λέγεις;
Τοὺς τῆς ἀληθείας, ἦν δ' ἐγώ, φιλοθεάμονας.
Καὶ τοῦτο μέν γ', ἔφη, ὀρθῶς· ἀλλὰ πῶς αὐτὸ λέγεις;
Darauf Glaukon: Da werden sich viele sonderbare Leute dieser Art einstellen; denn alle Schaulustigen scheinen mir, da sie gern wahrnehmen, von dieser Art zu sein; und die Hörlustigen sind die allersonderbarsten, so dass man sie unter die Philosophen rechnen könnte: Erörterungen und derartigen Beschäftigungen dürften sie sich freiwillig nicht zuwenden, aber als hätten sie ihre Ohren vermietet, laufen sie, um sich alle Chöre anzuhören, an den Dionysien herum, ohne die in der Stadt noch die auf dem Land auszulassen. Werden wir nun alle diese und andere, die derartige Künsteleien lernen wollen, Philosophen nennen?
Keineswegs, sagte ich, aber den Philosophen ähnlich.
XX. Aber wen bezeichnest du als wahre Philosophen, fragte er.
Die, die die Wahrheit schauen wollen, sagte ich.
Damit hast du jedenfalls Recht, sagte er, aber was verstehst du darunter?
Im Zusammenhang mit dem Philosophen-Königs-Satz steht die Definition des Philosophen an: Wer sind diese Leute, die im Staat die Macht haben sollen? Stellen Sie die einzelnen gedanklichen Schritte zusammen, die auf dem Weg dieser Definition bisher zurückgelegt wurden!
  1. Am Anfang steht eine Nominaldefinition: Der φιλόσοφος ist der φίλος σοφίας, mit den Worten des Textes der ἐπιθυμητὴς σοφίας.
    In heutigen Lehrbüchern der Philosophie findet man kaum einen anderen Einstieg in eine Wesensbestimmung der Philosophie. Dabei liegt eine besondere Betonung
    1. auf dem Begriff φιλία oder ἐπιθυμία, um auszudrücken, dass das Ziel der σοφία prinzipiell nicht erreichbar ist, Philosophie sich also in dem Weg auf dieses Ziel hin erfüllt. Damit wird Philosophie schon vom Begriff her im Sinne des aporetischen Philosophierens eines Sokrates zu ungunsten des Weisheitsanspruchs des σοφιστής gedeutet.
    2. auf dem Zusatz σοφίας... οὐ τῆς μέν, τῆς δ' οὔ, ἀλλὰ πάσης. Damit wird Philosophie als Fundamentaldisziplin von den Einzelwissenschaften unterschieden. In diesem Sinne ist πάσης zu verstehen. Es ist nicht gemeint, dass der Philosoph als wandelndes Lexikon 100 Prozent des verfügbaren Weltwissens auf sich vereinen müsse; er ist nicht der "Wagner"-Typ, der "zwar vieles weiß doch alles wissen möchte", sondern "Faust" ist der Philosoph, der wissen möchte, "was die Welt im Innersten zusammenhält". Mathematik, Geometrie,.. kurzum die Einzel- oder Fachwissenschaften sind axiomatische Systeme, die alle von "Voraussetzungen" (ὑποθέσεις) ausgehen, während Philosophie, wie wir im Liniengleichnis erfahren, zu der ἀρχὴ ἀνυπόθετος weiterschreitet und so die σοφία an der Wurzel packt.
  2. Das unmittelbare Verständnis der Dialogpartner führt allerdings zunächst in das Missverständnis, σοφία ziele auf die allgemeinen μαθήματα, der Philosoph sei also der εὐχερῶς ἐθέλων παντὸς μαθήματος γεύεσθαι καὶ ἁσμένως ἐπὶ τὸ μανθάνειν ἰὼν καὶ ἀπλήστως ἔχων.
    1. Die Folge wäre, dass sich ein bunt gemischtes Völkchen von neugierigen Menschen unter dem Begriff des Philosophen versammelte; alle φιλοθεάμονες und alle φιλήκοοι, dazu noch alle τῶν τεχνυδρίων μαθητικοί.
    2. Das Missverständnis ist offenkundig. So ist der Begriff der σοφία zu weit. Wo liegt die spezifische Differenz zum Philosophen. Die Definition des Philosophen wird enger gefasst; er ist der τῆς ἀληθείας φιλοθεάμων (oder ἐπιθυμητής).
    3. Damit verlagert sich die Frage von der Weisheit auf die Wahrheit. Was ist aber "Wahrheit"? ἀλλὰ πῶς αὐτὸ λέγεις;
Οὐδαμῶς, ἦν δ' ἐγώ, ῥᾳδίως πρός γε ἄλλον· σὲ δὲ οἶμαι ὁμολογήσειν μοι τὸ τοιόνδε.
Τὸ ποῖον;
(476a) Ἐπειδή ἐστιν ἐναντίον καλὸν αἰσχρῷ, δύο αὐτὼ εἶναι.
Πῶς δ' οὔ;
Οὐκοῦν ἐπειδὴ δύο, καὶ ἓν ἑκάτερον;
Καὶ τοῦτο.
Καὶ περὶ δὴ δικαίου καὶ ἀδίκου καὶ ἀγαθοῦ καὶ κακοῦ καὶ πάντων τῶν εἰδῶν πέρι ὁ αὐτὸς λόγος, αὐτὸ μὲν ἓν ἕκαστον εἶναι, τῇ δὲ τῶν πράξεων καὶ σωμάτων καὶ ἀλλήλων κοινωνίᾳ πανταχοῦ φανταζόμενα πολλὰ φαίνεσθαι ἕκαστον.
Ὀρθῶς, ἔφη, λέγεις.
Bei einem anderen wäre das bestimmt nicht leicht, sagte ich, doch du wirst mir, glaube ich, in folgendem zustimmen.
Worin?
Dass Schön und Hässlich, weil sie ja einander entgegengesetzt sind, auch zwei sind.
Wieso nicht?
Nicht wahr, da sie zwei sind, ist auch jedes eines?
Auch dies.
Und von dem Gerechten und Ungerechten, dem Guten und Schlechten und von allem Allgemeinen gilt dasselbe, dass jedes für sich eins ist, aber durch die Verbindung mit Handlungen, Körpern und untereinander jedes überall sich zeigt und als Vielfältiges erscheint?
Du hast recht, sagte er.
Ταύτῃ τοίνυν, ἦν δ' ἐγώ, διαιρῶ, χωρὶς μὲν, οὓς νυνδὴ ἔλεγες φιλοθεάμονάς τε καὶ φιλοτέχνους καὶ πρακτικούς, καὶ χωρὶς αὖ, (b) περὶ ὧν ὁ λόγος, οὓς μόνους ἄν τις ὀρθῶς προσείποι φιλοσόφους.
Πῶς, ἔφη, λέγεις;
Οἱ μέν που, ἦν δ' ἐγώ, φιλήκοοι καὶ φιλοθεάμονες τάς τε καλὰς φωνὰς ἀσπάζονται καὶ χρόας καὶ σχήματα καὶ πάντα τὰ ἐκ τῶν τοιούτων δημιουργούμενα, αὐτοῦ δὲ τοῦ καλοῦ ἀδύνατος αὐτῶν ἡ διάνοια τὴν φύσιν ἰδεῖν τε καὶ ἀσπάσασθαι.
Ἔχει γὰρ οὖν δή, ἔφη, οὕτως.
Οἱ δὲ δὴ ἐπ' αὐτὸ τὸ καλὸν δυνατοὶ ἰέναι τε καὶ ὁρᾶν καθ' αὑτὸ ἆρα οὐ σπάνιοι ἂν (c) εἶεν;
Καὶ μάλα.
So, sagte ich unterscheide ich also, sagte ich, einerseits die, die du eben Schaulustige, Kunstliebhaber und Praktiker genannt hast, und andererseits die, über die wir reden, die man wohl allein zu Recht als Philosophen bezeichnen darf.
Wie meinst du das? fragte er.
Die Hör- und Schaulustigen, sagte ich, lieben doch wohl die schönen Stimmen, Farben, Gestalten und alles, was daraus gefertigt wird; aber die Natur des Schönen selbst kann ihr Verstand weder sehen noch lieben.
Ja, sagte er, so ist es
Die aber, die zu dem Schönen selbst gehen und es an sich sehen können, dürften das nicht wenige sein?
Doch, sehr wenige.
Chorismos
  1. Zum ersten Mal fälllt in Platons Staat der Begriff εἶδος. Was ist damit gemeint?
    Gleich bei seiner ersten Erwähnung gibt er alle seine Bedeutungsrichtungen zu erkennen: Er meint das Gestalthafte, Allgemeine, Begriffliche, Wesenhafte, Gattungsmäßige.
  2. Versuchen Sie aus dem Textzusammenhang den philosophischen Terminus des "An und für sich" zu erklären!
    Der philosophische Fachbegriff des "An und für sich" (αὑτό), entzieht sich unserem Verständnis leicht infolge seiner Abstraktheit, hier wird er aus der Antithese zu κοινωνίᾳ leicht verständlich: An und für sich ist, was nicht in Verbindung mit Handlungen oder Gegenständen in vielfältiger Gestalt erscheint, sondern allein für sich selbst ist.
  3. Arbeiten Sie (auch mit Hilfe der Abbildung) die (weiteren) Antithesen heraus, die sich durch die Trennung (χωρισμός) in zwei Seins- und Erkenntnisbereiche ergeben!
Ὁ οὖν καλὰ μὲν πράγματα νομίζων, αὐτὸ δὲ κάλλος μήτε νομίζων μήτε, ἄν τις ἡγῆται ἐπὶ τὴν γνῶσιν αὐτοῦ, δυνάμενος ἕπεσθαι, ὄναρ ἢ ὕπαρ δοκεῖ σοι ζῆν; [...]
Ἐγὼ γοῦν ἄν, ἦ δ' ὅς, φαίην ὀνειρώττειν τὸν τοιοῦτον.
Τί δέ; ὁ τἀναντία τούτων ἡγούμενός τέ τι αὐτὸ καλὸν καὶ δυνάμενος (d) καθορᾶν καὶ αὐτὸ καὶ τὰ ἐκείνου μετέχοντα, καὶ οὔτε τὰ μετέχοντα αὐτὸ οὔτε αὐτὸ τὰ μετέχοντα ἡγούμενος, ὕπαρ ἢ ὄναρ αὖ καὶ οὗτος δοκεῖ σοι ζῆν;
Καὶ μάλα, ἔφη, ὕπαρ.
Scheint dir nun der, der zwar an schöne Dinge, aber nicht an die Schönheit selbst glaubt und auch nicht folgen kann, wenn einer ihn zu ihrer Erkenntnis führen will, in seinem Leben zu träumen oder wach zu sein? [...]
Ich würde sagen, antwortete er, dass ein derartiger träumt.
Wie nun die andere Seite? Wer im Gegensatz dazu an etwas für sich Schönes glaubt und sowohl es selbst als auch das, was daran Anteil hat, erblicken kann und weder das Teilhabende für es selbst noch es selbst für das Teilhabende hält, scheint der dir in seinem Leben zu wachen oder zu träumen?
Natürlich zu wachen, sagte er.
Οὐκοῦν τούτου μὲν τὴν διάνοιαν ὡς γιγνώσκοντος γνώμην ἂν ὀρθῶς φαῖμεν εἶναι, τοῦ δὲ δόξαν ὡς δοξάζοντος;
Πάνυ μὲν οὖν.
Τί οὖν, ἐὰν ἡμῖν χαλεπαίνῃ οὗτος, ὅν φαμεν δοξάζειν ἀλλ' οὐ γιγνώσκειν, καὶ ἀμφισβητῇ, ὡς οὐκ ἀληθῆ λέγομεν; ἕξομέν τι παραμυθεῖσθαι (e) αὐτὸν καὶ πείθειν ἠρέμα, ἐπικρυπτόμενοι, ὅτι οὐχ ὑγιαίνει;
Δεῖ γέ τοι δή, ἔφη.
Könnten wir nun dessen Verstehen, weil er erkennt, nicht zu Recht Erkenntnis nennen, das des anderen aber, weil er mutmaßt, Mutmaßung?
Auf jeden Fall.
Wie nun, wenn uns der, von dem wir sagen, dass er mutmaßt, aber nicht erkennt, böse ist und bestreitet, dass wir die Wahrheit sagen, womit können wir ihn dezent beruhigen und ihn übererzeugen, ohne hervorzukehren, dass er nicht bei Verstand ist?
Wir müssen es jedenfalls, sagte er.
Ἴθι δή, σκόπει τί ἐροῦμεν πρὸς αὐτόν. ἢ βούλει ὧδε πυνθανώμεθα παρ' αὐτοῦ, λέγοντες, ὡς, εἴ τι οἶδεν, οὐδεὶς αὐτῷ φθόνος, ἀλλ' ἅσμενοι ἂν ἴδοιμεν εἰδότα τι. ἀλλ' ἡμῖν εἰπὲ τόδε· ὁ γιγνώσκων γιγνώσκει τὶ ἢ οὐδέν; σὺ οὖν μοι ὑπὲρ ἐκείνου ἀποκρίνου.
Ἀποκρινοῦμαι, ἔφη, ὅτι γιγνώσκει τί.
Πότερον ὂν ἢ οὐκ ὄν;
Ὄν· πῶς γὰρ (477a) ἂν μὴ ὄν γέ τι γνωσθείη;
Ἱκανῶς οὖν τοῦτο ἔχομεν, κἂν εἰ πλεοναχῇ σκοποῖμεν, ὅτι τὸ μὲν παντελῶς ὂν παντελῶς γνωστόν, μὴ ὂν δὲ μηδαμῇ πάντῃ ἄγνωστον;
Ἱκανώτατα.
Nun denn, was werden wir zu ihm sagen? Oder sollen wir ihn so fragen, dass wir sagen: wenn er etwas wisse, so missgönnten wir es ihm keinesfalls, sondern sähen es gern, dass er etwas weiß. Doch sage uns: Wer erkennt, erkennt der etwas oder nichts? - Antworte du mir nun für ihn!
Ich antworte, sagte er, dass er etwas erkennt.
Seiendes oder Nichtseiendes?
Seiendes; denn wie könnte etwas Nichtseiendes erkannt werden?
Sind wir uns dessen nun hinreichend sicher: Auch wenn wir es mehrfach sehen, ist das vollkommen Seiende, vollständig erkennbar; das Nichtseiende aber ganz und gar unerkennbar?
Ganz sicher.
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