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Korinna

Die Quellen zur Dichterin fließen spärlich, der Umfang der erhaltenen Verse ist dürftig. Neben der allgemeinen Datierung ihrer Akme auf das Jahr 500 v.Chr. hat man auch an einen späteren Ansatz um 200 v.Chr. gedacht. Sie stammt aus Tanagra in Boiotien, boiotisch ist auch ihre Sprache, ihre Metrik (ionische und choriambische Dimeter) einfach und schlicht. Als Name ihres Vaters wird Acheloodoros überliefert, als der ihrer Mutter Prokratia. Ihre Themen sind lokale Mythen, so der Wettstreit zwischen Kithairon und Helikon und die Töchter des Asopos. Andere Themen sind der Zug der Sieben gegen Theben, der Teumessische Fuchs, Herakles und Iolaos.
Antipatros von Thessalonike reiht (AP.9,26) Korinna in den alexandrinischen Kanon der neun bedeutendsten Lyrikerinnen ein und Ovid verwendet ihren Namen in seinen Liebeselegien.   
Übersicht zur griechischen Lyrik | Zugänge zur Interpretation von Lyrik

Auswahl

1 | 2.19 | 4 | 5 | 15.16
 

1

FΕΡΟΙΩΝ E 
1 Ἦ διανεκῶς εὕδεις, οὐ μὰν πάρος ἦσθα, Κορίννα. Schläfst Du denn fort und fort? Sonst warst Du nicht so, Korinna! 
(Übersetzung: E.Gottwein)
 

2.19

FΕΡΟΙΩΝ Α 
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ἐπί με Τερψιχόρα [καλῖ
καλὰ Ϝεροῖ' ἀισομ[έναν
Ταναγρίδεσσι λε[υκοπέπλυς·
μέγα δ' ἐμῆς γέγ[αθε πόλις
λιγουροκω[τί]λυ[ς ἐνοπῆς.
[...]
λόγια δ' ἐπ πατέρω[ν
κοσμείσασα Ϝιδιο[
παρθ[έ]νυσι κατά[ρχομη
πο]λλὰ μὲν Καφ[ισὸν ἱών-

γ' ἀρχ]αγὸν κόσμ[εισα λόγυ]ς,
πολλὰ δ' Ὠρί[ωνα] μέγαν
κὴ πεντεί[κοντ'] οὑψιβίας
πῆδα[ς οὓς νού]μφησι μιγ[ί]ς 
[...]
Wieder ruft mich Terpsichore,
Dass ich den Frauen von Tanagra
Hohe Lieder von Helden singe;
Und von Herzen freut sich die Stadt
Über mein helles, heiteres Lied.
[...]
Sagen, stammend aus Väterzeit,
Auszuschmücken mit eigner Kunst
Hebe ich nun für die Mädchen an.
Oft schon sang ich dem Kephisos
Lied um Lied [...]
Oft auch dem großen Orion und
Seinen fünfzig Söhnen zum Preis,
Die er besaß, nachdem er sich
Mit den Nymphen vereint...
[...]
Üb.: Z.Franyó. Hinweise zur Interpretation: Lesky, S. 204: Aus dem Gedicht spricht stolzes Selbstbewusstsein auf die Inspiration durch die Muse Terpsichore und die Anerkennung, die sie in ihrer Heimatstadt Tanagra findet. Lit.: Diane Rayor
 

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Wettstreit zwischen Kithairon und Helikon
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[ ]ευ·[····· ]Κώρει-
τες ἔκρου]ψαν δάθιο[ν θι]ᾶς 
βρέφο]ς ἄντροι, λαθρά[δα]ν ἀγ-
κο]υλομείταο Κρόνω, τα-
     νίκά νιν κλέψε μάκηρα Ῥεία.

μεγ]άλαν τ' [ἀ]θανάτων ἔσ-
σ] ἕλε τιμάν· τάδ' ἔμελψεμ·
μάκαρας δ' αὐτίκα Μώση
φ]ερέμεν ψᾶφον ἔ[τ]αττον
κρ]ουφίαν κάλπιδας ἐν χρου-
     σοφαῖς· τὺ δ' ἅμα πάντε[ς] ὦρθεν·

πλίονας δ' εἷλε Κιθηρών·
τάχα δ' Ἑρμᾶς ἀνέφαν[έν
νι]ν ἀούσας ἐρατὰν ὡς
ἕ]λε νίκαν στεφ[ά]νυσιν
···]·[·]ατώ·ανεκόσμιον
     μάκα]ρες· τῶ δὲ νόος γεγάθι·

ὁ δὲ λο]ύπησι κά[θ]εκτος
χαλεπ]ῆσιν Ϝελι[κ]ὼν ἐ-
σέρυε] λιττάδα [π]έτραν
ἐνέδω]κεν δ' ὄ[ρο]ς· ὐκτρῶς
δὲ βο]ῶν οὑψ[ό]θεν εἴρι-
     σέ νιν ἐ]μ μου[ρι]άδεσσι λάυς·
"Die Kureten, sie verbargen
Den erhabnen Spross der Göttin
In der dunklen Felsenhöhle
Vor dem Arggesinnten Kronos,
     Bis die Göttin Rhea ihn entwandte.

Da gewann Zeus bei den Göttern
Hohe Ehre." Solches sang er.
Es befahlen nun den Göttern
Gleich die Musen, ihren Stimmstein
In der Urne Gold zu legen.
     Schon erhoben sich die Götter eilig.

Und Kithairon wurde Sieger.
Rasch verkündet Hermes allen,
Wer den stolzen Sieg errungen.
Und der die Götter legten lächelnd
Einen Kranz ihm um die Stirne;
     Das erfüllte ihm das Herz mit Freude.

Aber Helikon von Schmerzen
Übermannt, riss einen Felsen
Aus der Flanke des Gebirges.
Mit gequältem Wutschrei schleudert
Hoch vom Gipfel er ihn talwärts
     Zu des Abgrunds abertausend Trümmern.
Üb.: Z.Franyó. Hinweise zur Interpretation: Lesky, S. 203: Die Berge Kithairon und Helikon tragen einen musikalischen Wettstreit aus. Am Endes seines Liedes trägt Kithairon den Dienst der Kureten am neugeborenen Zeuskind vor. Dann lassen die Musen die Götter ihr Urteil fällen. Der Siegespreis wird Kithairon zugesprochen, was den Helikon zu einem Wutausbruch treibt.
 

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Die Töchter des Asopos


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[···]
τᾶν δὲ πήδω[ν τρῖς μ]ὲν ἔχι
Δεὺς πατεὶ[ρ πάντω]ν βασιλεύς,
τρῖς δὲ πόντ[ω γᾶμε] μέδων
Π[οτιδάων, τ]ᾶν δὲ δουῖν
     Φῦβος λέκτ[ρα] κρατούνι,

τὰν δ' ἴαν Μή[ας] ἀγαθὸς
πῆς Ἑρμᾶς· οὕ[τ]ω γὰρ Ἔρως
κὴ Κούπρις πιθέταν, τιὼς
ἐν δόμως βάντας κρουφάδαν
     κώρας ἐννί' ἑλέσθη·

τή ποκ' εἱρώων γενέθλαν
ἐσγεννάσονθ' εἱμ[ιθί]ων
κἄσσονθη π[ο]λου[σπ]ερίες
τ' ἀγείρω τ' ἐς [μ]α[ντος]ούνω
     τρίποδος ὥστ’ [ἐδιδάχθειν].

τόδε γέρας κ[ατῖσχον ἱὼ]ν
ἐς πεντείκο[ντα] κρατερῶν
ὁμήμων πέρ[οχο]ς προφά-
τας σεμνῶν [ἀδο]ύτων λαχὼν
     ἀψεύδιαν Ἀκ[ρη]φείν·

πράτοι [μὲν] γὰ[ρ Λατ]οίδας
δῶκ' Εὐωνούμοι τριπόδων
ἐσς ἱῶν [χρε]ισμὼς ἐνέπειν,
τὸν δ' ἐς γᾶς βαλὼν Οὑριεὺς
     τιμὰ[ν] δεύτερος ἴσχεν,

πῆς [Ποτ]ιδάωνος· ἔπι-
τ' Ὠα[ρί]ων ἁμὸς γενέτωρ
γῆα[ν Ω]ὰν ἀππασάμενος·
χὠ μὲν ὠραν[ὸ]ν ἀμφέπι
     τιμὰν δ’ [ἔλλαχο]ν οὕταν.
[···]
Drei von deinen Töchtern ergriff
Vater Zeus, der Herrscher im All;
Dreier Gatte wurde des Meeres
Herr, Poseidon; zwei hat Apoll
     Seinem Lager beschieden;

Hermes, Maias wackerer Sohn, 
nahm die neunte. Eros und auch
Aphrodite bedrängten ja
Jene Götter, aus deinem Haus
     Die neun Töchter zu rauben.

Diese bringen zur Welt ein Halb-
Göttern gleiches Heldengeschlecht,
Kinderreich und rühmlich und nie
Alternd. - Solche kündete mir
     Weisheitsworte der Dreifuß.

Dieses Ehrenamt hielt ich nun
Von den fünfzig Brüdern zuerst,
Aufgewachsen im heiligen
Tempel dienend und lügenlos,
     Ich, Akraipheus, der Seher.

Letos Sohn vertraute das Amt
Der Orakel Oionymos an,
Der vom Dreifuß künde das Wort.
Ihn verjagte dann Hyrieus,
     Der als zweiter ins Amt kam,

Des Poseidon Sohn. Dann erhielt,
Als er wieder gewann das Land,
Orion, mein Vater, das Amt.
Der bewohnt nun den Himmel; ich
     Wurde Erbe des Amtes.
Üb.: Z.Franyó. Hinweise zur Interpretation: Lesky, S. 203: Asopos ist um seine Töchter besorgt. Der Seher Akraipheus kann ihn beruhigen. Sie werden Gattinnen großer Götter und Mütter großer Kinder werden. Ab Vs.14 erzählt Akraipheus seine eigene Geschichte im Dienste Apollons.
 

15.16

INCERTI LOCI
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μέμφομη δὲ κὴ λιγουρὰν
Μουρτίδ' ἱώνγ', ὅτι βανὰ φοῦ-
σ' ἔβα Πινδάροι πὸτ ἔριν.
[...]

ἱώνει δ' εἱρώων ἀρετὰς
χεἰρωάδων  
Tadeln muss ich aber die hell-
singende Myrtis,
Weil sie, ein Weib nur,
Mit Pindar gewagt den Wettstreit.
[...]
Der Helden und Heldinnen Ruhm,
Ihn sing' ich euch.
Üb.: Z.Franyó. Hinweise zur Interpretation: Lesky, S. 203: Myrtis ist eine Dichterin aus Anthedon in Boiotien. Sie zieht sich den Tadel Korinnas zu, weil sie in ihrer Nähe zu Pindar das spezifisch Weibliche verfehlt.
 
 
Sententiae excerptae:
w34
Literatur:

1 Funde
1076  Ahrens, H.L.
Conjecturen zu Alcaeus, Sappho, Corinna, Anacreon
in: Rh.Mus 6/1839
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