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Dion Chrysostomos

ΠΕΡΙ ΛΟΓΟΥ ΑΣΚΗΣΕΩΣ - Über die Übung in der Rede

or.18,1-21 

 

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Περὶ λόγου ἀσκήσεως
or.18,1-11 (Übersetzung: H. Stich, bearbeitet von E.Gottwein)

 

 
   

(1) Πολλάκις ἐπαινέσας τὸν σὸν τρόπον ὡς ἀνδρὸς ἀγαθοῦ καὶ ἀξίου πρωτεύειν ἐν τοῖς ἀρίστοις, οὐδέποτε πρότερον ἐθαύμασα ὡς νῦν. τὸ γὰρ ἡλικίας τε ἐν τῷ ἀκμαιοτάτῳ ὄντα καὶ δυνάμει οὐδενὸς λειπόμενον καὶ ἄφθονα κεκτημένον, καὶ πάσης ἐξουσίας οὔσης δι' ἡμέρας καὶ νυκτὸς τρυφᾶν, ὅμως ἔτι παιδείας ὀρέγεσθαι καὶ φιλοκαλεῖν περὶ τὴν τῶν λόγων ἐμπειρίαν καὶ μὴ ὀκνεῖν, μηδὲ εἰ πονεῖν δέοι, σφόδρα μοι ἔδοξε γενναίας ψυχῆς καὶ οὐ φιλοτίμου μόνον, ἀλλὰ τῷ ὄντι φιλοσόφου ἔργον εἶναι. καὶ γὰρ τῶν παλαιῶν οἱ ἄριστοι οὐ μόνον ἀκμάζειν μανθάνοντες, ἀλλὰ καὶ γηράσκειν ἔφασκον.

Oftmals schon lobte ich Deine1 ) Art als die eines guten Mannes, würdig unter den Besten der Erste zu sein, so wie jetzt aber bewunderte ich Dich niemals früher. Denn im reifsten Mannesalter stehend, an Macht hinter niemandem zurückbleibend, im Besitze der reichsten Güter und der vollen Freiheit, sich Tag und Nacht dem Wohlleben hinzugeben, unter solchen Verhältnissen noch immer nach Bildung streben und einen edlen Eifer für die Erfahrung im Reden zeigen und dabei auch, falls nötig, Mühe nicht scheuen, das schien mir eine wahrhaft große Seele zu verraten und nicht nur eine Tat des Ehrgeizes, sondern der wahren Lebensweisheit zu sein. Erklärten doch auch die besten Männer des Altertums, dass sie nicht nur Männer geworden seien unter stetem Lernen, sondern auch Greise2 )
(2) πάνυ δὲ σύ μοι δοκεῖς φρονεῖν, ἡγούμενος πολιτικῷ ἀνδρὶ δεῖν λόγων ἐμπειρίας τε καὶ δυνάμεως. καὶ γὰρ πρὸς τὸ ἀγαπᾶσθαι καὶ πρὸς τὸ ἰσχύειν καὶ πρὸς τὸ τιμᾶσθαι καὶ πρὸς τὸ μὴ καταφρονεῖσθαι πλείστη ἀπὸ τούτου ὠφέλεια. τίνι μὲν γὰρ μᾶλλον ἄνθρωποι δείσαντες θαρροῦσιν ἢ λόγῳ; τίνι δὲ ἐξυβρίζοντες καὶ ἐπαιρόμενοι καθαιροῦνται καὶ κολάζονται; τίνι δὲ ἐπιθυμιῶν ἀπέχονται; τίνα δὲ νουθετοῦντα πρᾳότερον φέρουσιν ἢ οὗ λόγῳ εὐφραίνονται; Und Deine Ansicht scheint mir sehr richtig zu sein, dass Du glaubst, ein Staatsmann bedürfe Erfahrung und Stärke im Reden. Erwächst doch daraus der größte Vorteil in Bezug auf das Erwerben von Liebe, Einfluss, Ehre und Achtung. Denn wodurch gewinnen Menschen, die etwas befürchten, leichter Zuversicht als durch die Rede? Womit  werden Übermütige und Aufgeblasene besser klein gemacht und in ihre Schranken gewiesen? Wodurch gelangt man eher zur Befreiung von Begierden? Und wessen Ermahnungen erträgt man ruhiger als die eines guten Redners? 

(3) πολλάκις οὖν ἔστιν ἰδεῖν ἐν ταῖς πόλεσιν ἀναλίσκοντας μὲν ἑτέρους καὶ χαριζομένους καὶ ἀναθήμασι κοσμοῦντας, ἐπαινουμένους δὲ τοὺς λέγοντας, ὡς καὶ αὐτῶν ἐκείνων αἰτίους. διὸ καὶ τῶν ποιητῶν οἱ ἀρχαιότατοι καὶ παρὰ θεῶν τὴν ποίησιν λαβόντες οὔτε τοὺς ἰσχυροὺς οὔτε τοὺς καλοὺς ὡς θεοὺς ἔφασαν ὁρᾶσθαι, ἀλλὰ τοὺς λέγοντας. ὅτι μὲν δὴ ταῦτα καὶ συνεώρακας καὶ ἐπιχειρεῖς πράττειν, ἐπαινῶ σε καὶ θαυμάζω.

Daher kann man oft beobachten, wie in den Städten andere die Aufwendungen machen, indem sie sich gefällig erweisen oder Tempel mit Weihgeschenken schmücken, während die Redner als die Urheber hiervon gelobt werden. Deshalb sagten auch die ältesten Dichter, die von den Göttern die Dichtkunst bekamen, weder von den starken noch von den schönen Helden, sie seien wie Götter zu schauen, sondern von den Rednern3 ). Dass Du nun dies alles eingesehen hast und auch ins Werk zu setzen unternimmst, darum lobe und bewundere ich Dich. 
(4) χάριν δὲ οὐ τὴν τυχοῦσαν οἶδα ὑπὲρ ἐμαυτοῦ, ὅτι με πρὸς τὴν διάνοιαν ταύτην καὶ τὸ ἐγχείρημα χρήσιμον σαυτῷ νενόμικας. μέχρι νῦν μὲν γάρ, ὥσπερ τις ἔφη τῶν παλαιῶν αὑτῷ ἱκανὸς εἶναι μάντις, κἀγὼ ἐξαρκεῖν ᾤμην ἐμαυτῷ περὶ τοὺς λόγους, μόγις καὶ τοῦτο. σὺ δέ με ἐπαίρεις καὶ θαρρεῖν ἀναπείθεις, εἰ ἀνδρὶ καὶ παιδείας ἐπὶ πλεῖστον ἥκοντι καὶ τηλικούτῳ δύναμαι χρήσιμος εἶναι. δυναίμην δ' ἂν τυχόν, ὥσπερ ὁδὸν ἰόντι μάλα ἰσχυρῷ καὶ ἀκμάζοντι παῖς ἤ τις πρεσβύτης ἐνίοτε νομεὺς ἐπίτομον δείξας ἢ καὶ λεωφόρον, ἣν οὐκ ἔτυχεν εἰδώς. Noch besonderen Dank aber weiß ich Dir für meine Person, dass Du mich für geeignet hieltest, Dich in solchem Denken und Tun zu fördern. Denn wie einer der Alten4 ) sagte, er genüge sich selber als Seher, so glaubte auch ich, bis jetzt mir selbst in Bezug auf das Reden zu genügen, und auch das kaum. Du aber liebst mich in meinem Selbstvertrauen und heißt mich zuversichtlich sein, wenn ich einem Manne, der in der Bildung auf solcher Höhe steht und schon bei Jahren ist, nützlich sein kann. Und ich vermag es vielleicht, wie wohl auch ein Knabe oder ein schwacher, alter Hirte einem starken und im besten Mannesalter stehenden Wanderer manchmal eine kürzere Straße oder einen vom Volke betretenen Fußpfad zeigt, den jener nicht weiß. 

(5) ἀλλ' ἵνα μὴ πολλὰ πρὸ τοῦ πράγματος, ἤδη οἷς προσέταξας ἐγχειρητέον. μειρακίῳ μὲν οὖν ἢ νέῳ ἀνδρὶ τοῦ τε πράττειν ἀποχωρῆσαι βουλομένῳ καὶ πρὸς ἀσκήσει γενέσθαι καὶ δύναμιν περιποιήσασθαι ἐναγώνιον ἑτέρων ἔργων τε καὶ πράξεων δεῖ. σὺ δὲ οὔτε ἄπειρος τοῦ ἔργου οὔτε ἀπολιπεῖν τὸ πράττειν δύνασαι οὔτε χρῄζεις δικανικῆς δυνάμεώς τε καὶ δεινότητος, ἀλλὰ τῆς πολιτικῷ ἀνδρὶ πρεπούσης τε ἅμα καὶ ἀρκούσης.

Doch ich will nicht viele Worte als Einleitung vorausschicken und mich sofort an die Ausführung Deines Auftrags machen. Ein Jüngling nun oder jüngerer Mann, der vom tätigen Leben absehen will und sich auf die Schulübung verlegt und sich Redegewandtheit erwerben will, bedarf anderer Aufgaben und Veranstaltungen. Du aber bist weder unerfahren in der Sache noch kannst Du die öffentliche Wirksamkeit aufgeben noch trägst Du Verlangen nach Gewandtheit in der gerichtlichen Beredsamkeit, sondern nach solcher, wie sie einem Staatsmann ansteht und zugleich genügt. 
(6) τοῦτο μὲν δὴ πρῶτον ἴσθι, ὅτι οὐ δεῖ σοι πόνου καὶ ταλαιπωρίασ - τῷ μὲν γὰρ ἐπὶ πολὺ ἀσκήσαντι ταῦτα ἐπὶ πλεῖστον προάγει, τῷ δὲ ἐπ' ὀλίγον χρησαμένῳ συλλήψει τὴν ψυχὴν καὶ ὀκνηρὰν ποιεῖ προσφέρεσθαι, καθάπερ τοὺς ἀσυνήθεις περὶ σώματος ἄσκησιν εἴ τις κοπώσειε βαρυτέροις γυμνασίοις, ἀσθενεστέρους ἐποίησεν - ἀλλὰ ὥσπερ τοῖς ἀήθεσι τοῦ πονεῖν σώμασιν ἀλείψεως δεῖ μᾶλλον καὶ κινήσεως συμμέτρου ἢ γυμνασίας, οὕτω σοὶ περὶ τοὺς λόγους ἐπιμελείας ἐστὶ χρεία μᾶλλον ἡδονῇ μεμιγμένης ἢ ἀσκήσεως καὶ πόνου. τῶν μὲν δὴ ποιητῶν συμβουλεύσαιμ' ἄν σοι Μενάνδρῳ τε τῶν κωμικῶν μὴ παρέργως ἐντυγχάνειν καὶ Εὐριπίδῃ τῶν τραγικῶν, καὶ τούτοις μὴ οὕτως, αὐτὸν ἀναγιγνώσκοντα, ἀλλὰ δι' ἑτέρων ἐπισταμένων μάλιστα μὲν καὶ ἡδέως, εἰ δ' οὖν, ἀλύπως ὑποκρίνασθαι· πλείων γὰρ ἡ αἴσθησις ἀπαλλαγέντι τῆς περὶ τὸ ἀναγιγνώσκειν ἀσχολίας. So wisse denn zunächst, dass es für Dich keiner großen Mühe noch Plage bedarf. Denn wer sich berufsmäßig in der Redekunst übt, den führt freilich Mühe am weitesten, wer aber nur rasch sich die Sache aneignen will, dem wird die viele Arbeit das Gemüt beschweren und ihn zaghaft in der Mitteilung machen, wie man die im Turnen Ungeübten schwächt, wenn man sie durch einen schwierigen Lehrgang ganz ermüden würde. Wie dagegen die an Anstrengung nicht gewöhnten Körper mehr der Salbung und einer geregelten Bewegung bedürfen als der anstrengenden Übung, so bedarfst auch Du mehr einer mit Vergnügen verbundenen Aufmerksamkeit in der Redekunst als der ermüdenden Schulübung. Was nun zunächst die Dichter anlangt, so rate ich Dir von den Komikern eine genaue Bekanntschaft mit Menande r, von den Tragikern aber mit Euripides, und zwar nicht durch eigenes bloßes Lesen, da doch andere es trefflich verstehen, gefällig, jedenfalls aber ohne Beschwerde für Dich die Stücke vorzutragen. Der Eindruck ist ein vollerer, wenn die Mühe des eigenen Lesens wegfällt. 

(7) καὶ μηδεὶς τῶν σοφωτέρων αἰτιάσηταί με ὡς προκρίναντα τῆς ἀρχαίας κωμῳδίας τὴν Μενάνδρου ἢ τῶν ἀρχαίων τραγῳδῶν Εὐριπίδην· οὐδὲ γὰρ οἱ ἰατροὶ τὰς πολυτελεστάτας τροφὰς συντάττουσι τοῖς θεραπείας δεομένοις, ἀλλὰ τὰς ὠφελίμους. πολὺ δ' ἂν ἔργον εἴη τὸ λέγειν ὅσα ἀπὸ τούτων χρήσιμα· ἥ τε γὰρ τοῦ Μενάνδρου μίμησις ἅπαντος ἤθους καὶ χάριτος πᾶσαν ὑπερβέβληκε τὴν δεινότητα τῶν παλαιῶν κωμικῶν, ἥ τε Εὐριπίδου προσήνεια καὶ πιθανότης τοῦ μὲν τραγικοῦ ἀναστήματος καὶ ἀξιώματος τυχὸν οὐκ ἂν τελέως ἐφικνοῖτο, πολιτικῷ δὲ ἀνδρὶ πάνυ ὠφέλιμος, ἔτι δὲ ἤθη καὶ πάθη δεινὸς πληρῶσαι, καὶ γνώμας πρὸς ἅπαντα ὠφελίμους καταμίγνυσι τοῖς ποιήμασιν, ἅτε φιλοσοφίας οὐκ ἄπειρος ὤν.

Und es mache mir keiner der Kundigeren einen Vorwurf, dass ich die Komödie des Menander der alten Komödie5 ) vorziehe und den Euripides den alten Tragödiendichtern6 )! Auch die Ärzte verordnen ja ihren Kranken nicht die wertvollsten Speisen, sondern die zweckdienlichen. Es wäre aber viel zu sagen, was alles aus diesen beiden Dichtern an Nutzen erwächst. Denn einmal übertrifft des Menander Kunst in der Darstellung eines jeden Charakters und seine Anmut die Gewalt der älteren Komiker, sodann mag des Euripides gewinnende und hinreißende Art die hohe Kühnheit und Würde der alten Tragödie vielleicht nicht vollständig erreichen, aber für einen Staatsmann ist er sehr nützlich, auch ist er geschickt, Charaktere und Gemütsbewegungen voll auszudrücken, und da er in der Philosophie kein Fremdling ist, so bringt er in seinen Dichterwerken Sinnsprüche an, die. für alle Lagen des Lebens passen.
(8) Ὅμηρος δὲ καὶ πρῶτος καὶ μέσος καὶ ὕστατος παντὶ παιδὶ καὶ ἀνδρὶ καὶ γέροντι, τοσοῦτον ἀφ' αὑτοῦ διδοὺς, ὅσον ἕκαστος δύναται λαβεῖν. μέλη δὲ καὶ ἐλεγεῖα καὶ ἴαμβοι καὶ διθύραμβοι τῷ μὲν σχολὴν ἄγοντι πολλοῦ ἄξια· τῷ δὲ πράττειν τε καὶ ἅμα τὰς πράξεις καὶ τοὺς λόγους αὔξειν διανοουμένῳ οὐκ ἂν εἴη πρὸς αὐτὰ σχολή.

Homer aber stehe am Anfang, in der Mitte und am Ende für jeden Knaben, Mann und Greis: er spendet aus sich so viel, als ein jeder nur zu fassen vermag. Die Lyrik (Lieder, Elegien, jambische Dichtungen und Dithyramben) ist für einen, der Zeit hat, schätzenswert; wer aber tätig ins Leben eingreifen will und für das Handeln und Reden gleichmäßig sich fördern will, der hat dafür keine freie Zeit. 

(9) τοῖς δ' ἱστορικοῖς διὰ πολλὰ ἀνάγκη τὸν πολιτικὸν ἄνδρα μετὰ σπουδῆς ἐντυγχάνειν, ὅτι καὶ ἄνευ τῶν λόγων τὸ ἔμπειρον εἶναι πράξεων καὶ εὐτυχιῶν καὶ δυστυχιῶν οὐ κατὰ λόγον μόνον, ἀλλὰ ἐνίοτε καὶ παρὰ λόγον ἀνδράσι τε καὶ πόλεσι συμβαινουσῶν σφόδρα ἀναγκαῖον πολιτικῷ ἀνδρὶ καὶ τὰ κοινὰ πράττειν προαιρουμένῳ. ὁ γὰρ πλεῖστα ἑτέροις συμβάντα ἐπιστάμενος ἄριστα, οἷς αὐτὸς ἐγχειρεῖ, διαπράξεται καὶ ἐκ τῶν ἐνόντων ἀσφαλῶς διάξει καὶ οὔτε εὖ πράττων παρὰ μέτρον ἐπαρθήσεται, δυσπραγίαν τε πᾶσαν οἴσει γενναίως διὰ τὸ μηδ' ἐν οἷς εὖ ἔπραττεν ἀνεννόητος εἶναι τῆς ἐπὶ τὸ ἐναντίον μεταβολῆς.

Eine eifrige Lektüre der Historiker dagegen ist für den Staatsmann aus vielen Gründen geboten. Auch abgesehen von der Redekunst ist es für einen Staatsmann und den, der sich mit dem öffentlichen Leben befassen will, unbedingt nötig, die Geschichte zu kennen, und wie Glück und Unglück den Menschen und Staaten nicht nur nach bestimm ten Voraussetzungen, sondern auch wider Erwarten manchmal begegnet. Denn wer die Erlebnisse recht vieler anderer kennt, wird das, womit er sich selbst befasst, am besten ausführen und, soweit möglich, ohne Gefahr; er wird weder im Unglück über die Massen sich erheben noch irgend ein Missgeschick ohne Fassung tragen, da er ja auch in besseren Zeiten eines Umschlages wohl gewärtig war. - 

(10) Ἡροδότῳ μὲν οὖν, εἴ ποτε εὐφροσύνης σοι δεῖ, μετὰ πολλῆς ἡσυχίας ἐντεύξῃ. τὸ γὰρ ἀνειμένον καὶ τὸ γλυκὺ τῆς ἀπαγγελίας ὑπόνοιαν παρέξει μυθῶδες μᾶλλον ἢ ἱστορικὸν τὸ σύγγραμμα εἶναι. τῶν δὲ ἄκρων Θουκυδίδης ἐμοὶ δοκεῖ καὶ τῶν δευτέρων Θεόπομπος. καὶ γὰρ ῥητορικόν τι περὶ τὴν ἀπαγγελίαν τῶν λόγων ἔχει, καὶ οὐκ ἀδύνατος οὐδὲ ὀλίγωρος περὶ τὴν ἑρμηνείαν, καὶ τὸ ῥᾴθυμον περὶ τὰς λέξεις οὐχ οὕτω φαῦλον ὥστε σε λυπῆσαι. Ἔφορος δὲ πολλὴν μὲν ἱστορίαν παραδίδωσι, τὸ δὲ ὕπτιον καὶ ἀνειμένον τῆς ἀπαγγελίας σοι οὐκ ἐπιτήδειον.

Bedarfst Du nun einmal der Erheiterung, so wirst Du in aller Gemütsruhe den Herodot lesen. Denn seine Lässlichkeit und sein anmutiges Plaudern erweckt mehr die Vorstellung, dass man es mit einer Sagensammlung, als mit einem geschichtlichen Werk zu tun habe. Von den großen Historikern rate ich zu Thukydides, von den Historikern zweiter Ordnung zu Theopomp. Denn dieser hat in seiner Sprache etwas von einem Redner; er ist nicht unfähig noch nachlässig in der Darstellung und die Gleichgültigkeit in der Wahl der einzelnen Wörter geht nicht so weit, dass man daran Anstoß nehmen könnte. Ephoros gibt zwar viele Tatsachen, aber seine bequeme und lässige Ausdrucksweise kann Dir nicht dienen. 

(11) τῶν γε μὴν ῥητόρων τοὺς ἀρίστους τίς οὐκ ἐπίσταται, Δημοσθένην μὲν δυνάμει τε ἀπαγγελίας καὶ δεινότητι διανοίας καὶ πλήθει λόγων πάντας τοὺς ῥήτορας ὑπερβεβληκότα, Λυσίαν δὲ βραχύτητι καὶ ἁπλότητι καὶ συνεχείᾳ διανοίας καὶ τῷ λεληθέναι τὴν δεινότητα; πλὴν οὐκ ἂν ἐγώ σοι συμβουλεύσαιμι τὰ πολλὰ τούτοις ἐντυγχάνειν, ἀλλ' ῾Υπερείδῃ τε μᾶλλον καὶ Αἰσχίνῃ. τούτων γὰρ ἁπλούστεραί τε αἱ δυνάμεις καὶ εὐληπτότεραι αἱ κατασκευαὶ καὶ τὸ κάλλος τῶν ὀνομάτων οὐδὲν ἐκείνων λειπόμενον. ἀλλὰ καὶ Λυκούργῳ συμβουλεύσαιμ' ἂν ἐντυγχάνειν σοι, ἐλαφροτέρῳ τούτων ὄντι καὶ ἐμφαίνοντί τινα ἐν τοῖς λόγοις ἁπλότητα καὶ γενναιότητα τοῦ τρόπου.

Ich komme zu den Rednern. Wer kennt nicht die Besten dieser Kunst ? Demosthenes übertrifft durch die Gewalt seines Ausdruckes und die Gewandtheit der Gedankenführung, sowie durch die Menge seiner Reden alle Redner; Lysias wirkt durch Kürze, Einfachheit und Zusammenhang der Gedanken, auch durch das Zurücktreten der rhetorischen Gewalt. Trotzdem würde ich Dir nicht dazu raten, die Genannten auf die Dauer zu lesen, sondern eher den Hypereides und Aischines. Denn die Kraftmittel dieser letzteren sind einfacher, ihre Satzfügungen leichter zu fassen und in der Schönheit der Worte stehen sie hinter jenen nicht zurück. Auch Lykurgos zu lesen, möchte ich Dir anraten; er ist minder gewichtig als die Genannten und legt in seinen Reden Einfachheit und edlen Sinn an den Tag. 
 
1) Zur Anmerkung zurück Der Adressat ist unbekannt. Man hat Nero oder Vespasianus vermutet
2) Zur Anmerkung zurück So z.B. Solon (Plut.Solon 31,6: γηράσκω δ’ αἰεὶ πολλὰ διδασκόμενος)
3) Zur Anmerkung zurück Hom.Od.3,246 legt dem "Redner" Nestor das Attirbut der Göttlichkeit zu, aber auch sonst noch vielen anderen Helden.
4) Zur Anmerkung zurück Plat.Phaidr.242c
5) Zur Anmerkung zurück Hauptvertreter der Alten Komödie ist Aristophanes. Menander repräsentiert die Neue Komödie.
6) Zur Anmerkung zurück Aischylos und Sophokles

 

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Sententiae excerptae:
w36
1446 Hac Amor hac Liber, durus uterque deus.
  Hier Amor, dort Bacchus, beides unerbittliche Götter.
  Prop.1,3,14
Literatur:

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