Nos personalia non concoquimus. Nostri consocii (Google, Affilinet) suas vias sequuntur: Google, ut intentionaliter te proprium compellet, modo ac ratione conquirit, quae sint tibi cordi. Uterque consocius crustulis memorialibus utitur. Concedis, si legere pergis.
 
 
 

top

 
vorherige Seite

REDESCHMUCK: REDEFIGUREN

nächste Seite
  1. REDEFIGUREN (Figur: Veränderung der Äußerung auf Satzebene):
    1. Figuren der Worthäufung (Synathroismos, congeries):
      Rhetorisches Ziel: Abgrenzung eines einheitlichen Sachbereichs. Angebot von Wahlmöglichkeiten. Steigerung von Umfang und Wichtigkeit.
      Hörerlenkung:
      Vorspiegelung von Einheitlichkeit bei disparaten Gegenständen. Suggestive Aufwertung von Unbedeutendem durch Verbindung mit Bedeutendem oder durch Hinzufügung von Blendwerk (praestigiae, Psephopäxie). Suggestion von Fülle (an Argumeten, Beweisen,...) und differenzierter Komplexität und Tiefendimension (Universalität) bei simplen Sachverhalten.
      1. Worthäufung: Parataktische Reihung von Wörtern, die einen einheitlichen Sachverhalt bezeichnen: "Götter, Gräber und Gelehrte" (Akkumulation)
        Synonymie: wenn die gehäuften Wörter bedeutungsgleich oder -ähnlich sind.
      2. Pleonasmus: Unterordnende Häufung bedeutungsähnlicher Ausdrücke: "ich wiederhole noch einmal"
      3. Hendiadyoin (s. Figuren der Wortbeziehung)
      4. Epitheton: Hinzufügung eines im Satzzusammenhang nicht unbedingt erforderlichen Attributs (beschreibend, ausmalend).
        Rhetorisches Ziel: Suggestive Aufwertung durch mehr oder weniger äußerliche Attribute. Aufbrechen eines verfestigten Werturteils
      5. Klimax (gradatio): Häufung mit Steigerungseffekt
        Rhetorisches Ziel: Spannungsaufbau durch steigernde Hinführung;
      6. Dihärese (distributio): Häufung, bei der das Ganze in seine einzelnen Teile zerlegt wird (Das Ganze kann genannt werden [Summationschema] oder ungenannt bleiben): "Amsel, Drossel, Fink und Star und die ganze Vogelschar". [als Gedankenfigur]
        Polare Ausdrucksweise: Durch Verbindung gegensätzlicher Begriffe, die im einzelnen nicht wörtlich zu nehmen sind, wird ein Universalbegriff ausgedrückt: "Himmel und Hölle" statt "alles".
      7. conciliatio: Nachsichtiges Verwischen eines Bedeutungsunterschiedes (parcus statt avarus)
      8. distinctio: Verschärfende Unterscheidung zur Aufdeckung einer conciliatio: (avarus statt parcus)
      9. dubitatio: Dem Hörer wird die Auswahl zwischen zwei Ausdrücken überlassen (parcus sive avarus) (vgl. dubitatio als Gedankenfigur)
    2. Figuren der Wortwiederholung (Palillogie, Iteration):
      Rhetorisches Ziel: Stärkere Einprägung zentraler Begriffe;
      Hörerlenkung:
      Formale Festigung einer inhaltlich angreifbarer Begrifflichkeit (Vermeidung von Kritik)
      1. Anapher: Wiederholung eines Wortes (einer Wortgruppe) jeweils am Anfang aufeinanderfolgender Sätze (Kola, Verse) (x.../x...).
      2. Epipher: Entsprechende Wiederholung jeweils am Ende (...x/...x).
      3. Symploke: Verbindung von Anapher und Epipher (x...y/x...y).
      4. Epanalepse: Wiederholung eines Wortes (einer Wortgruppe), meist am Satzanfang (xx...).
      5. Anadiplose: Wiederholung des letzten Wortes eines Satzes (oder Verses) am Anfang des folgenden (...x/x...).
      6. Epiploke: Eine fortgesetzte Anadiplose (...x/x...y/y...(z/z...))
      7. Kyklos: Wiederholung des ersten Wortes eines Satzes (oder Verses) am Ende desselben (x...x).
      8. Variatio: Vermeidung einer naheliegenden Wortwiederholung, oft mittels eines Tropus: "Horaz wurde....", "die Heimat des Dichters... "
      9. Wortwiederholung in der Emphase
    3. Figuren der Worteinsparung:
      1. Brachylogie (brevitas): Gesuchte Kürze im Ausdruck. Mittel:
        1. Ellipse: Auslassung eines in der normalen Konstruktion notwendigen Wortes: "Wie du mir <tust>, so <tue> ich dir".
        2. Zeugma: Beziehung eines Satzteils (meist Verb) auf mehrere syntaktisch gleichgeordnete Satzteile (meist Substantive), obwohl ersterer nur zu einem davon passt: "Wir sind belauscht mit Ohr und Blick".
        3. apo koinoy (ἀπὸ κοινοῦ): Ein Satzglied, das von zwei anderen Satzgliedern gemeinsam abhängig ist, wird zwischen beide übergeordnete Glieder oder nur zum zweiten gestellt: "urbem oppressam a tyranno <a tyranno> liberare"; "corpus quasi vas est <animi> aut aliquod animi receptaculum"
    4. Klangfiguren:
      Modifizierte oder partielle Wortwiederholungen und bloße Klangwiederholungen. Diese dienen oft dazu, Parallelismen und andere Figuren hervorzuheben. Diese Technik wurde von Gorgias in besonders auffälliger Weise gebraucht. Man spricht deshalb von "Gorgianischen Figuren" (Gorgieia Schemata), womit besonders Isokolon (mit Antithese), Paronomasie, Homoioteleuton, Homoioptoton, Paromoiose gemeint sind.
      1. Gleichklang des Wortkörpers:
        1. Paronomasie (Assonanz; annominatio): Verwendung ähnlich klingender Wörter
          1. Spiel mit ähnlich klingenden (aber nach Herkunft und Sinn verschiedenen) Wörtern: "ex aratore orator fit"; "Eile mit Weile" (Parechese)
          2. Spiel mit stamm- und sinnverwandten Wörtern: "homo sum, humani nihil a me alienum puto" (Paronomasie in anaphorischer Stellung).

          Sonderfälle:

        2. Onomatopoiie (Lautmalerei): "quamvis sint sub aqua, sub aqua maledicere temptant"; "at tuba terribili sonitu tatatantara dixit"
        3. Figura etymologica: Verb mit stammverwandtem inneren Objekt: "iter ire", "λόγους λέγειν", ähnlich: "voce vocare".
        4. Polyptoton: Wiederholung eines Wortes mit Änderung des Kasus: "lupus est homo homini".
      2. Gleichklang einzelner Laute:
        1. Homoioteleuton: Gleichklang des Wortschlusses (daraus entstand in der Spätantike der Reim)
        2. Homoioptoton: Homoioteleuton infolge Gleichheit des Kasus
        3. Alliteration: Wiederholung eines Lautes; meist nur für konsonantischen Anlaut: "sensim sine sensu aetas senescit"; "Musa mihi causas memora!"
        4. Paromoiose: Kombination mehrerer Gleichklänge
    5. Figuren der Wortverbindung:
      1. Asyndeton: Auslassung der Verbindungspartikel zwische koordinierten Satzteilen (kopulativ, adversativ, explikativ, konditional).
      2. Polysyndeton: Jedesmalige Setzung der Verbindungspartikel zwischen koordinierten Satzteilen (et... et... et...)
    6. Figuren der Wortbeziehung:
      1. Hendiadyoin: Parataxe von logisch einander untergeordneten Begriffen: "pateris libamus et auro" st. "pateris libamus aureis".
      2. Enallage: Änderung einer Wortbeziehung, besonders die Zuordnung eines Adjektivs zu einem übergeordneten Substantiv statt zu einem untergeordneten: "des Knaben lockige Unschuld".
    7. Figuren der Wortstellung und Satzkonstruktion
      Rhetorisches Ziel
      : Erzeugung von Spannungs- und Überraschungseffekten
      Hörerlenkung: Psychagogische Effekte (s. im einzelnen)
      1. Parallelismus: Wiederholung eines syntaktischen Ablaufs
        Rhetorisches Ziel: Klare antizipierbare Struktur.
        Hörerlenkung: Die Parallelität lässt den Hörer die These als seine eigene antizipieren. Ihre Glaubwürdigkeit wird suggestiv erhöht, weil (umgekehrt als sonst) der Redner den Hörer bestätigt; dadurch identifiziert sich der Hörer mit dem Redner und wird zum potentiellen Mitstreiter.
      2. Isokolon (Parison): Parallelismus mit gleicher Länge der Kola (gleiche Wortzahl oder sogar Silbenzahl): "Schmiert die Guillotine / mit der Pfaffen Fett / Schmeißt die Konkubine / aus des Fürsten Bett!"
        Trikolon: Dreifaches Isokolon
        Rhetorisches Ziel: Formale Stringenz
        Hörerlenkung:
        Die formale Stringenz überträgt sich suggestiv auf den Wahrheitsanspruch der Aussage: Sie scheint kategorisch gültig zu sein. Suggestive Erhöhung der Glaubwürdigkeit zur Vermeidung von Kritik.
      3. Chiasmus: Überkreuzstellung entsprechender Satzteile: "video meliora, deteriora sequor"
      4. Antimetabole (commutatio): Syntaktischer Parallelismus verbunden mit lexikalischem Chiasmus: "Wir leben nicht, um zu essen, sondern wir essen, um zu leben"
        Rhetorisches Ziel: Die von Einzelbegriffen ausgehenden Spannungen werden alle innerhalb von Chiasmus und Antimetabole geschlossen,  so dass keine Erwartung über die Figur hinausgreift. Dies verleiht der Aussage eine apodiktische Geschlossenheit (Endgültigkeit).
        Hörerlenkung: Erhöhung der Glaubwürdigkeit zur Vermeidung von Kritik.
      5. Hyperbaton (traiectio, transgressio): Sperrung. Trennung zweier syntaktisch eng zusammengehöriger Wörter durch ein anderes: "aequam memento rebus in arduis servare mentem" (Hor.c.2,3,1f)
        Rhetorisches Ziel: Erzeugung eines Spannungsbogens: Weckung gesteigerter Aufmerksamkeit. Möglichkeit der syntaktisch-semantischen Antizipation des retardierten Begriffs.
        Hörerlenkung: Stärkere Aktivierung des (eher passiven) Hörers. Einbeziehung in die Gestaltung des Redefortgangs. Identifizierungseffekte.
      6. Inkonzinnität: Durchbrechung von Parallelismen durch syntaktische Variation: "ut erat comis bonis, ita adversus malos iniucundus" statt "malis".
      7. Inversion: Umkehrung der üblichen Wortfolge
        Rhetorisches Ziel: Überraschungseffekt: Hervorhebung der Sache, Erregung von Affekten (Aufmerksamkeit)
      8. Anakoluth: Abbruch einer angefangenen syntaktischen Struktur
Sententiae excerptae:

Fatal error: Uncaught Error: Undefined constant "dicta" in /homepages/44/d30717458/htdocs/Stilistik/Stil04.php:381 Stack trace: #0 {main} thrown in /homepages/44/d30717458/htdocs/Stilistik/Stil04.php on line 381