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Marcus Tullius Cicero
De re publica

Referatsthemen

 
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Der äußere Gesprächsrahmen von De republica 
(Ort, Zeit, Personen,...) 

Ursula Henning (LK 12/2000-01) 

 

Zeitpunkt

  • Cicero lässt das Gespräch über den besten Staat im Jahr 129 v.Chr. stattfinden.
    • Dies ist kurz vor dem Tod seiner Hauptfigur, des Scipio Africanus minor. dessen Äußerungen dadurch die Qualität einer Lebenssumme gewinnen.
    • Ähnlich ist Cicero mit dem vorausgehenden Werk "de oratore" verfahren: Das Gespräch wurde 91 v.Chr. geführt, auch hier im Jahr vor dem Tod der Hauptfigur Crassus, auch hier ein Vermächtnis. Das dritte Werk dieser ersten Phase, "De legibus", spielt allerdings in der Gegenwart. 
  • Die "feriae Latinae" bieten drei Tage Ruhe (otium) vom Alltagsgeschäft der Politik (negotium). Scipio verbringt sie in seinem Landhaus. Freunde haben ihren Besuch angekündigt.

Personen:

Der Scipionenkreis: 

  1. Scipio

    • Publius Cornelius Scipio Aemilianus Africanus Numantinus minor
      Sohn des L. Aemilius Paullus (168 v.Chr. Sieger bei Pydna); 146 v.Chr. Zerstörer von Karthago; 133 v.Chr. Zerstörer von Numantia.
    • Er spielt für Cicero eine Schlüsselrolle in im geschichtlichen und kulturellen Entwicklung Roms. In seiner Person verbinden sich philosophische Einsicht und politische Macht: "es ist dieselbe lex naturae, die der Philosoph erkennt, der Staatsmann verwirklicht." ( Büchner (10), S.18)
      • Er verkörpert beispielhaft den "besten Staatsmann", dessen Merkmale das Werk zu bestimmen sucht. Er steht in den Krisenjahren des Staates (Gracchen) in der Bewährung. 
      • Er verkörpert das Selbstverständis des neuen, an griechischer Kultur gebildeten Römers, der mehr als nur Bauer und Soldat, am griechischen Geistesleben teilnimmt, mit Leuten wie Panaitios und Polybios verkehrt, zu philologischen Fragen wie der nach dem historischen Sokrates Stellung bezieht, und trotzdem im Denken und besonders im Handeln ein echter Römer geblieben ist. 
        • Ein wesentliches Element dieser Bildung ist eine aufgeklärte Gelehrsamkeit, die
          • durch physikalische Erklärung den Aberglauben überwindet;
          • den eigenen Standpunkt relativiert und in einen größeren Zusammenhang einordnen kann:
            • Mikrokosmos: res publica statt Individuelles Glück
            • Mesokosmos: ein "vir vere humanus" statt der "vir vere Romanus"
            • Makrokosmos: der Kosmos statt des "imperium Romanum" 
        • Wenn Scipio Vorbehalte gegen das maßlose Spekulieren des Griechen äußert (1,15), beweist er sich. indem er zwischen philosophischer Spekulation und römischem Pragmatismus vermittelt, als die rechte Synthese von beidem. 
    • Scipio ist die Hauptfigur von "de re publica" aber steht als Staatsmann auch im Zentrum der politischen Erneuerung Roms, wie sie Cicero in seiner politischen Theorie als einzige Möglichkeit aufzeigt. Auf seine Person spitzt sich alles zu. Er wird, wenn er überlebt, den Staat als Dictator erneuern. Dass er nicht überlebt, trägt von vornherein eine tragische Grundstimmung in das Werk. Sie breitet sich über die Person Scipios, den römische Staat und die politischen Visionen Ciceros.
  2. Tubero

    • Quintus Aelius Tubero ist Scipios Neffe, der Sohn seiner Schwester. Er erscheint als erster. Er trifft Scipio noch in seinem Schlafzimmer an. Sein Thema ist die Doppelsonne. Man hat sie zweifelsfrei gesehen, was hat sie zu bedeuten? 
     
  3. Panaitios

    • Panaitios ist nur "virtuell" anwesend: Scipio bedauert ausdrücklich, dass er nicht persönlich da ist, weil er sicher etwas zu der Doppelsonne zu sagen gehabt hätte. 
    • Der Stoiker Panaitios bildet für Cicero eine Hauptquelle. Allerdings mehr dadurch, dass er nicht zwanghaft an der strengen Doktrin der Stoa festhielt, sondern auch andere Lehrmeinungen (die besonders auf Platon zurückgriffen) zuließ (Stark, 333):
      Cic.fin.4,79 quam illorum (Stoicorum) tristitiam atque asperitatem fugiens Panaetius nec acerbitatem sententiarum nec disserendi spinas probavit fuitque in altero genere mitior, in altero illustrior semperque habuit in ore Platonem, Aristotelem, Xenocratem, Theophrastum, Dicaearchum, ut ipsius scripta declarant.
    • Ciceros theoretischen Äußerungen über den Staat beruhen wohl weitgehend auf Panaitios. So darf man jedenfalls Cic.rep.1,34 verstehen, wo Laelius seine Bitte an Scipio, er soll das Thema der besten Verfassung abhandeln, mit seiner Erinnerung daran begründet, dass er oft mit Panaitios und Polybios darüber diskutiert habe. 
    • Auf Panaitios geht nach der Überzeugung von Pohlenz (Stoa I 205) die Staatsdefinition (rep.1,39) zurück. Sie beruhe auf stoischer Tradition (SVF  3,327 und 3,329). Der Zusatz der "utilitatis communio" verdanke er Panaitios. Allerdings wird auch der aristotelische Ursprung der Staatsdefinition vertreten und jedes stoische Element in Abrede gestellt ( Stark, 343).
  4. P. Rutilius Rufus

    • Er ist für Cicero der "auctor" des Gespräches. 
      • Als jungeres Mitglied des Scipionenkreises war er bei dem Gespräch im Hause Scipios persönlich anwesend. 
      • Cicero hat ihn mit seinem Bruder in Smyrna, dem Ort seiner Verbannung, besucht. Angeblich hat ihm P. Rutilius Rufus bei dieser Gelegenheit über das Gespräch in Scipios Haus berichtet. 

Gesprächston

  • familiär, zwanglos, urban, gebildet
Sententiae excerptae:
174
Talis est quaeque res publica, qualis eius aut natura aut voluntas, qui illam regit.
So ist jeder Staat, wie entweder der Charakter oder der Wille desjenigen, der ihn regiert.
Cic.rep.1,47


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