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STRATEGIEN DER REDE

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Redestrategien
(geringfügig geändert, nach H.-D. Zimmermann, aus: V. Böhm, A. Christ, P. Sedlacek: Cicero - Reden, Wien (Hölder-Pichler-Tempsky) 1989, S.21
  1. Strategisches Ziel der Rede ist das Überreden bzw. Überzeugen (persuadere, persuasio). Dazu dienen als strategische Mittel:
    1. probare (docere)
    Der Redner versucht, seine Zuhörer (Richter, stimmberechtigte Bürger, Senatoren) mit Sachargumenten von der Wahrheit seines Standpunktes zu überzeugen und sie zu veranlassen, ihm zuzustimmen.
    1. conciliare
    Der Redner versucht, die Sympathien seiner Zuhörer (Richter, stimmberechtigter Bürger, Senatoren) zu gewinnen und sie so zu veranlassen, ihm zuzustimmen.
    1. movere
    Der Redner versucht, die Die Emotionen (Furcht und Mitleid) seiner Zuhörer (Richter, stimmberechtigter Bürger, Senatoren) zu erregen und sie so zu veranlassen, ihm zuzustimmen.
Strategisch-taktische Mittel
Aufwertung des eigenen Standpunktes Abwertung der Gegenseite
  1. Günstige Seite hervorheben, ungünstige abschwächen oder verschweigen
    Mittel der Abschwächung:
    • Verständnis für Fehlverhalten bekunden
    • auf Gemeinschaft hinweisen: "Wir sind alle eine Familie"
    • sich zum Sachwalter anderer machen; vermitteln; fremde Interessen achten
    • auf "unabwendbare Schicksal" hinweisen
    • Gemeinplätze: "Irren ist menschlich"
    • Tabuisierung bestimmter Themen und Probleme, so dass deren Erörterung unmöglich wird
  2. positive Attribute für "Wir-Gruppe"
  3. Koppelung mit positiven Werten: Freiheit, Gerechtigkeit, Demokratie
  4. auf Grund von zwei oder drei Beispielen positive Verallgemeinerung
  5. eigennützige Ziele als uneigennützige ausgeben
  6. Übersteigerung eigener Verdienste: "einziger Garant für den Frieden"
  7. Eigene Fehler anderen zuschieben: einer anderen Gruppe oder den Umständen (anderen Sündenbock suchen)
  8. eigene Argumente außer Streit stellen: möglichen Einwänden zuvorkommen
  9. Zuhörer mit der "Wir-Gruppe" identifizieren
  10. Die Glaubwürdigkeit der eigenen Zeugen herausstellen
  1. Ungünstige Seite hervorheben, günstige abschwächen oder verschweigen
    Mittel der Abschwächung:
    • Unverständnis für Fehlverhalten bekunden
    • auf Sch√§digung der Gemeinschaft hinweisen
    • sich nicht gemein machen; sich abgrenzen; fremde Interessen als unberechtigt und sch√§dlich herausstellen
    • auf Vermeidbarkeit hinweisen
    • Gemeinplätze: "o tempora, o mores!"
    • Enttabuisierung bestimmter Themen und Probleme, so dass deren Erörterung möglich wird
  2. Häufung negativer Attribute: "Unmensch, Staatsfeind"
  3. Koppelung mit negativen Werten: Unterdrückung, Unrecht, Tyrannis
  4. auf Grund von zwei oder drei Beispielen negative Verallgemeinerung
  5. uneigennützige Ziele als eigennützige ausgeben
  6. Fehler des Gegners ins maßlose vergrößern: "Untergang des Abendlandes"
  7. Fehler dritter Gruppen dem Gegner zuschieben. Erfolge dem Gegner absprechen (als Sündenbock abstempeln)
  8. gegnerische Argumente verzerren oder ins Absurde übersteigern
  9. "Parzellierung" des Gegners: einen Teil ins eigene Lager ziehen, den anderen mit dem Feind koppeln
  10. Die Zeugen der Gegenseite als unglaubwürdig darstellen
Sententiae excerptae:
Literatur:
2868  Bannier, W.
Wiederholungen bei älteren griechischen und lateinischen Autoren
in: RhMus.69/1914, 491-514
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2934  Bl√ľmner, Hugo
Über Geichnis und Metapher in der attischen Komödie
Leipzig (Teubner) 1891
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3264  Deichgr√§ber, K.
Elegantia Caesaris. Zu Caesars Reden und commentarii
in: Rasmussen: Caesar, WBG 1967 (WdF 43)
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2834  Gamberini, Federico
Stylistic theory and practice in the younger Pliny
Southampton, Univ., Diss., 1982; Hildesheim, Olms-Weidmann 1983 (Altertumswissenschaftliche Texte und Studien 11)
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4012  George, P.
Style and Character in the Satyricon
in: Arion 5,1966,336-358
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2823  Hofacker, C.
De clausulis C.Caecili Plini Secundi
Diss. Bonn 1903
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3958  Landfester, Manfred
Einf√ľhrung in die Stilistik der griechischen und lateinischen Literatursprachen. Mit einem Beitrag von Barbara K√ľhn √ľber Formen des Prosarhythmus
Darmstadt, WBG 1,1997
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981  Lausberg, H.
Handbuch der literarischen Rhetorik. EIne Grundlegung der Literaturwissenschaften
M√ľnchen 1960
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4170  Nepos / Gl√ľcklich
Hannibal : Text mit Erl√§uterungen ; Arbeitsauftr√§ge, Begleittexte, Stilistik und √úbungen zu Grammatik und Texterschliessung. Von Hans-Joachim Gl√ľcklich und Stefan Reitzer
Göttingen : Vandenhoeck & Ruprecht, 4/1996
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2591  Nepos, Cornelius
Hannibal : Text mit Erläuterungen, ; Arbeitsaufträge, Begleittexte, Stilistik und Übungen zu Grammatik und Texterschließung
Göttingen : Vandenhoeck & Ruprecht, 4,1996
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2612  Nepos, Cornelius / Mayr, Anton
Stimmt der Cato u. Atticus des Cornelius Nepos in Sprache u. Stil mit den demselben Schriftsteller zugeschriebenen Vitae √ľberein oder nicht?
Cilli : J. Rakusch, 1883
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2609  Nepos, Cornelius / Pretzsch, Bernhard
Zur Stilistik des Cornelius Nepos
Spandau : Hopf'sche Buchdr., 1890
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1498  O'Sullivan, Neil
Alcidamas, Aristophanes and the beginnings of Greek stylistic theory Diss. Cambridge 1986
Stuttgart (Steiner ) 1992 (Hermes : Einzelschriften 60 )
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348  Race, W.H.
The clasical Priamel from Homer to Boethius
in: Mnemos. Suppl. 74, 1982
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3241  Rohde, G.
Ein Darstellungsmittel Caesars
in: Stud.u.Interpret., Berlin 1963,143-8
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3246  Schlicher, J.J.
Caesars Narrative Style
in: Class.Philol.31/1936,212-224
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398  Schmid, U.
Priamel der Werte im Griechischen von Homer bis Paulus
Wiesbaden 1964
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4581  Stolz, Peter
Handbuch zur lateinischen Sprache des Mittelalters. 5 Bde. 1.: Einleitung, Lexikologische Praxis, W√∂rter und Sachen, Lehnwortgut 2.: Bedeutungswandel und Wortbildung 3.: Lautlehre 4.: Formenlehre, Syntax, Stilistik 5.: Biblographie, Quellen√ľbersicht, Register
Beck. M√ľnchen 1996‚Äď2004
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652  Tuomi, R.
Stud.z.Textform der Briefe Ciceros. Verbalellipse..
Turku 1975
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2140  Veit, Georg
Kaiser Claudius : zwischen Macht und Lächerlichkeit ; Texte von Sueton, Tacitus und Seneca mit Erläuterungen ; Arbeitsaufräge, Begleittexte, Lernwortschatz und Stilistik
Göttingen : Vandenhoeck & Ruprecht, 1995
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