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Was ist Gerechtigkeit? Glaukon als advocatus diaboli (3)

Platon, Politeia 357a - 362c

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[3]
Ὡς δὲ καὶ οἱ ἐπιτηδεύοντες ἀδυναμίᾳ τοῦ ἀδικεῖν ἄκοντες αὐτὸ ἐπιτηδεύουσι, μάλιστ' ἂν αἰσθοίμεθα, εἰ τοιόνδε ποιήσαιμεν τῇ διανοίᾳ· (c) δόντες ἐξουσίαν ἑκατέρῳ ποιεῖν ὅτι ἂν βούληται, τῷ τε δικαίῳ καὶ τῷ ἀδίκῳ, εἶτ' ἐπακολουθήσαιμεν θεώμενοι, ποῖ ἡ ἐπιθυμία ἑκάτερον ἄξει.
[3]
Dass aber auch diejenigen, die sie üben, nur aus Unfähigkeit, Unrecht zu tun, sie gegen ihre Neigung üben, werden wir am ehesten wahrnehmen, wenn wir folgende Gedankenexperiment durchführen: Wir wollen beiden, dem Gerechten und dem Ungerechtem, die Freiheit geben, zu tun, was sie nur wollen, und dann nachgehen und zusehen, wohin jeden von beiden seine Neigung treibt.
ἐπ' αὐτοφώρῳ οὖν λάβοιμεν ἂν τὸν δίκαιον τῷ ἀδίκῳ εἰς ταὐτὸν ἰόντα διὰ τὴν πλεονεξίαν, ὃ πᾶσα φύσις διώκειν πέφυκεν ὡς ἀγαθόν, νόμῳ δὲ βίᾳ παράγεται ἐπὶ τὴν τοῦ ἴσου τιμήν. εἴη δ' ἂν ἡ ἐξουσία, ἣν λέγω, τοιάδε μάλιστα, εἰ αὐτοῖς γένοιτο, οἵαν ποτέ φασιν δύναμιν τῷ [Γύγου] ( d) τοῦ Λυδοῦ προγόνῳ γενέσθαι.
Da werden wir denn den Gerechten ertappen, wie er mit dem Ungerechten zusammengeht aus Eigennutz, was jede Natur an sich als etwas Gutes folgt und erst durch Gesetz und Nötigung zur Achtung der Gleichheit herübergebracht wird. Die Freiheit, die ich meine, wäre ungefähr von der Art, dass ihnen eine Kraft würde, wie sie einst Gyges, sehr Ahnherr des Lyders (Kroisos) besessen haben soll.
εἶναι μὲν γὰρ αὐτὸν ποιμένα θητεύοντα παρὰ τῷ τότε Λυδίας ἄρχοντι, ὄμβρου δὲ πολλοῦ γενομένου καὶ σεισμοῦ ῥαγῆναί τι τῆς γῆς καὶ γενέσθαι χάσμα κατὰ τὸν τόπον, ᾗ ἔνεμεν. ἰδόντα δὲ καὶ θαυμάσαντα καταβῆναι καὶ ἰδεῖν ἄλλα τε δή, ἃ μυθολογοῦσιν θαυμαστά, καὶ ἵππον χαλκοῦν, κοῖλον, θυρίδας ἔχοντα, καθ' ἃς ἐγκύψαντα ἰδεῖν ἐνόντα νεκρόν, ὡς φαίνεσθαι μείζω ἢ κατ' ἄνθρωπον, τοῦτον δὲ ἄλλο μὲν οὐδέν, (e) περὶ δὲ τῇ χειρὶ χρυσοῦν δακτύλιον ὄν<τα> περιελόμενον ἐκβῆναι.
Er sei nämlich ein Hirte im Dienst des damaligen Herrschers von Lydien gewesen und infolge starken Regens und eines Erdbebens sei ein Riss in der Erde entstanden und eine Öffnung an dem Ort, wo er weidete. Als er dies sah, habe er sich gewundert und sei hinabgestiegen und habe da, unter anderem Wunderbarem, von dem die Sage erzählt, auch ein hohles ehernes Pferd erblickt, mit Türen, zu denen er hineinbeugte und innen einen Leichnam, wie es schien, von mehr als menschlicher Größe wahrnahm. Dieser habe sonst nichts gehabt als an der Hand einen goldenen Ring, den er sich an den Finger gesteckt habe und dann herausgestiegen sei.
συλλόγου δὲ γενομένου τοῖς ποιμέσιν εἰωθότος, ἵν' ἐξαγγέλλοιεν κατὰ μῆνα τῷ βασιλεῖ τὰ περὶ τὰ ποίμνια, ἀφικέσθαι καὶ ἐκεῖνον ἔχοντα τὸν δακτύλιον· καθήμενον οὖν μετὰ τῶν ἄλλων τυχεῖν τὴν σφενδόνην τοῦ δακτυλίου περιαγαγόντα πρὸς ἑαυτὸν εἰς τὸ εἴσω τῆς χειρός, τούτου δὲ γενομένου ἀφανῆ αὐτὸν γενέσθαι (360a) τοῖς παρακαθημένοις, καὶ διαλέγεσθαι ὡς περὶ οἰχομένου. καὶ τὸν θαυμάζειν τε καὶ πάλιν ἐπιψηλαφῶντα τὸν δακτύλιον στρέψαι ἔξω τὴν σφενδόνην, καὶ στρέψαντα φανερὸν γενέσθαι.
καὶ τοῦτο ἐννοήσαντα ἀποπειρᾶσθαι τοῦ δακτυλίου, εἰ ταύτην ἔχοι τὴν δύναμιν, καὶ αὐτῷ οὕτω συμβαίνειν, στρέφοντι μὲν εἴσω τὴν σφενδόνην ἀδήλῳ γίγνεσθαι, ἔξω δὲ δήλῳ· αἰσθόμενον δὲ εὐθὺς διαπράξασθαι τῶν ἀγγέλων γενέσθαι τῶν παρὰ τὸν βασιλέα, (b) ἐλθόντα δὲ καὶ τὴν γυναῖκα αὐτοῦ μοιχεύσαντα, μετ' ἐκείνης ἐπιθέμενον τῷ βασιλεῖ ἀποκτεῖναι καὶ τὴν ἀρχὴν οὕτω κατασχεῖν.

Bei der gewöhnlichen Zusammenkunft der Hirten, um dem König den Monatsbericht über die Herden zu erstatten, habe darauf auch er sich eingefunden, mit dem Ring am Finger. Als er so unter den übrigen saß, habe er zufällig den Ringkasten gegen sich dem Inneren der Hand zugedreht; in Folge dessen sei er seinen Nebenleuten und sichtbar geworden (360a), und sie hätten von ihm als einem Abwesenden gesprochen. Er habe sich gewundert, wieder den Ring angefasst und dessen Kasten nach außen gedreht, und darauf sei er sichtbar geworden.
Als er dies bemerkte, habe er mit dem Ring den Versuch gemacht, ob er diese Kraft besitze, und wirklich sei es ihm immer so ergangen, dass er, wenn er den Kasten nach innen drehte, unsichtbar wurde, und sichtbar, wenn nach außen. Nach dieser Entdeckung habe er es sogleich dahin zu bringen gewusst, dass er einer der Abgesandten an den König wurde. Da habe er denn dessen Weib zum Ehebruch verführt, habe in Gemeinschaft mit ihr dem König nachgestellt, ihn ermordet und sich der Herrschaft bemächtigt.
εἰ οὖν δύο τοιούτω δακτυλίω γενοίσθην, καὶ τὸν μὲν ὁ δίκαιος περιθεῖτο, τὸν δὲ ὁ ἄδικος, οὐδεὶς ἂν γένοιτο, ὡς δόξειεν, οὕτως ἀδαμάντινος, ὃς ἂν μείνειεν ἐν τῇ δικαιοσύνῃ καὶ τολμήσειεν ἀπέχεσθαι τῶν ἀλλοτρίων καὶ μὴ ἅπτεσθαι, ἐξὸν αὐτῷ καὶ ἐκ τῆς ἀγορᾶς ἀδεῶς, ὅτι βούλοιτο, λαμβάνειν, καὶ εἰσιόντι εἰς (c) τὰς οἰκίας συγγίγνεσθαι, ὅτῳ βούλοιτο, καὶ ἀποκτεινύναι καὶ ἐκ δεσμῶν λύειν, οὕστινας βούλοιτο, καὶ τἆλλα πράττειν ἐν τοῖς ἀνθρώποις ἰσόθεον ὄντα.
Wenn es nun zwei solcher Ringe gäbe, und den einen der Gerechte sich ansteckte, den anderen der Ungerechte, so wäre, wie mir scheint, wohl keiner von so stählerner Festigkeit, dass er bei der Gerechtigkeit bliebe und es über sich gewänne, sich fremden Gutes zu enthalten und es nicht zu berühren, obwohl er ohne Scheu sogar vom Markt wegnehmen dürfte, was er wolle, und in die Häuser hineingehen und beiwohnen, wem er wolle, und morden und aus dem Gefängnis befreien, wen er wolle, und überhaupt handeln wie ein Gott unter den Menschen.
οὕτω δὲ δρῶν οὐδὲν ἂν διάφορον τοῦ ἑτέρου ποιοῖ, ἀλλ' ἐπὶ ταὔτ' ἂν ἴοιεν ἀμφότεροι. καίτοι μέγα τοῦτο τεκμήριον ἂν φαίη τις, ὅτι οὐδεὶς ἑκὼν δίκαιος ἀλλ' ἀναγκαζόμενος, ὡς οὐκ ἀγαθοῦ ἰδίᾳ ὄντος, ἐπεὶ, ὅπου γ' ἂν οἴηται ἕκαστος οἷός τε ἔσεσθαι ἀδικεῖν, ἀδικεῖν. λυσιτελεῖν γὰρ δὴ οἴεται (d) πᾶς ἀνὴρ πολὺ μᾶλλον ἰδίᾳ τὴν ἀδικίαν τῆς δικαιοσύνης, ἀληθῆ οἰόμενος, ὡς φήσει ὁ περὶ τοῦ τοιούτου λόγου λέγων· ἐπεὶ εἴ τις τοιαύτης ἐξουσίας ἐπιλαβόμενος μηδέν ποτε ἐθέλοι ἀδικῆσαι μηδὲ ἅψαιτο τῶν ἀλλοτρίων, ἀθλιώτατος μὲν ἂν δόξειεν εἶναι τοῖς αἰσθανομένοις καὶ ἀνοητότατος, ἐπαινοῖεν δ' ἂν αὐτὸν ἀλλήλων ἐναντίον ἐξαπατῶντες ἀλλήλους διὰ τὸν τοῦ ἀδικεῖσθαι φόβον. ταῦτα μὲν οὖν δὴ οὕτω.
Wenn er aber so handelte, würde er nicht verschiedenen von dem anderen verfahren, sondern beide gingen den selben Weg. Und doch wird man dies als ein sicheres Zeichen betrachten, dass niemand freiwillig gerecht ist, sondern infolge von Nötigung, weil es für den einzelnen nichts Gutes ist; denn glaubte sich jeder im Stande, Unrecht zu tun, so tut er es. Jedermann meint nämlich, dass die Ungerechtigkeit für den einzelnen weit vorteilhafter ist, als die Gerechtigkeit, und diese Meinung ist richtig, wie derjenige behauptet, der sich über einen solchen Gegenstand ausspricht. Denn wenn jemand im Besitz solcher Freiheit nie Unrecht tun wollte und fremdes Gut nicht berühren würde, so würde er allen, die es bemerkten, höchst unglücklich und unverständig erscheinen, voreinander aber würden sie ihn loben, indem sie einander täuschten aus Furcht, Unrecht zu erleiden. Damit verhält es sich nun so.
Sententiae excerptae:
w36
Literatur:

11 Funde
802  Arends, J.E.M
Einheit der Polis. Eine Studie über Platons Staat
Leiden/New York (Brill) 1988; Mnemos.Suppl.106, Leiden (Brill) 1988
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1561  Ballauff, T.
Idee der Paideia.. zu Plat.Höhlengleichnis u.Parmenides Lehrged
Bonn 1949
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1008  Balzert, M.
Das 'Trojanische Pferd der Moral'. Die Gyges-Geschichte bei Platon und Cicero.
in: AU 39, 3/1996, 49-68
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1017  Demandt, A.
Der Idealstaat. Die politischen Theorien der Antike
Köln 1993
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2280  Hoffmann, Ernst
Platon
Zürich, Artemis 1950
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579  Meyerhöfer, H.
Platons Politeia - Ciceros De re publica. Versuch eines Vergleichs
in: Anr 33/4,1987,218
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4480  Neumann, Peter
Die Rezeption von Platons Atlantis in der 'Utopia' des Thomas Morus
GRIN Verlag , 1,2011
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Geschichte der sozialen Frage und des Sozialismus in der antiken Welt, I/II; 3. Aufl., durchges. u. um einen Anhang verm. v. Fr. Oertel. I-II
München (Beck) 1912; 3/1925
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in: Platon u.die griechische Utopie, München 1921
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4481  Schölderle, Thomas
Utopia und Utopie: Thomas Morus, die Geschichte der Utopie und die Kontroverse um ihren Begriff
Baden-Baden : Nomos, 1,2011
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2642  Unruh, Peter
Sokrates und die Pflicht zum Rechtsgehorsam, eine Analyse von Platons "Kriton"
Baden-Baden: Nomos (Studien zur Rechtsphilosophie und Rechtstheorie 26) 2000
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