| Invitat igitur vera ratio bene sanos ad iustitiam, aequitatem, fidem, neque homini infanti aut inpotenti iniuste facta conducunt, qui nec facile efficere possit, quod conetur, nec optinere, si effecerit, et opes vel fortunae vel ingenii liberalitati magis conveniunt, qua qui utuntur, benivolentiam sibi conciliant et, quod aptissimum est ad quiete vivendum, caritatem, praesertim cum omnino nulla sit causa peccandi. Cic.fin.1,52,1 | So fordert also ein rechtes Denken die Verständigen zur Gerechtigkeit, Billigkeit und Redlichkeit auf. Einerseits nützen dem unberedten oder machtlosen Mann ungerechte Handlungen nichts, da er weder das, was er unternimmt, leicht ausführen, noch, wenn er es auch ausgeführt hat, behaupten kann; andererseits taugen die Güter des Glücks oder des Geistes für eine edle Gesinnung besser. Wer diese besitzt, erwirbt sich Wohlwollen und – was das taugliche Mittel zu einem ruhigen Leben ist – achtungsvolle Liebe, besonders da überhaupt kein Grund zum Sündigen vorhanden ist. |
| [5,10,4] Nec sum mulier nec omnino spiro, nisi eam pessum de tantis opibus deiecero. ac si tibi etiam, ut par est, inacuit nostra contumelia, consilium validum requiramus ambae. iamque ista, quae ferimus, non parentibus nostris ac nec ulli monstremus alii, immo nec omnino quicquam de eius salute norimus. (Apul.met.5,10,4) Apul.met.5,10,4 | [5,10,4] Ich will keine Frau sein, ja tot umfallen, wenn ich sie nicht vom Gipfel ihres Glücks herabstürze. Und wenn auch dich, wie billig, unsere Schande aufbringt, lasse uns beide einen wirksamen Entschluss fassen. Was wir da mitbringen, zeigen wir weder unseren Eltern noch sonst einem, überhaupt sollten wir von ihrem Glück nichts wissen! |
| At Agrippina, quamquam defessa luctu et corpore aegro, omnium tamen, quae ultionem morarentur, intolerans ascendit classem cum cineribus Germanici et liberis, miserantibus cunctis, quod femina nobilitate princeps, pulcherrimo modo matrimonio inter venerantis gratantisque aspici solita, tunc feralis reliquias sinu ferret, incerta ultionis, anxia sui et infelici fecunditate fortunae totiens obnoxia. Tac.ann.2,75,1. | Obwohl aber Agrippina von Trauer erschöpft und erkrankt war, begab sie sich, weil ihr jeder Verzug der Rache unerträglich war, mit der Asche des Germanicus und ihren Kindern auf die Flotte. Man bedauerte allgemein, dass eine Frau von höchstem Rang, die eben noch in glücklicher Ehe lebte und gewohnt war, nur Huldigungen und Glückwünsche entgegenzunehmen, jetzt die traurigen Überbleibsel ihres zerstörten Glücks auf dem Arm trage und von dannen ziehe, in Ungewissheit wegen der Rache, bange um sich selbst, und durch den unglücklichen Kindersegen den Schlägen des Schicksals so vielfach ausgesetzt. |
| Praeclare, si Aristo Chius aut si Stoicus Zenon diceret, qui, nisi quod turpe esset, nihil malum duceret; tu vero, Metrodore, qui omne bonum in visceribus medullisque condideris et definieris summum bonum firma corporis adfectione explorataque spe contineri, Fortunae aditus interclusisti? Quo modo? isto enim bono iam exspoliari potes. Cic.Tusc.5,27,2 | Trefflich, wenn's der Chier Aristo oder der Stoiker Zenon sagte, der nichts für ein Übel hielt, als das Sittlich-Schändliche. Du aber, Metrodorus, der du alles Gut in den Eingeweiden und im Mark aufgespeichert und erklärt hast, das höchste Gut bestehe in einer festen Körperbeschaffenheit und in der zuverlässigen Hoffnung, dass diese bleiben werde, du hast die Zugänge des Glücks versperrt? Wieso? Jenen Gutes kannst du ja jeden Augenblick beraubt werden! |
| Qui enim poterit aut corporis firmitate aut fortunae stabilitate confidere? Atqui nisi stabili et fixo et permanente bono beatus esse nemo potest. Cic.Tusc.5,40,2 | Denn wie wird er auf die Stabilität des Körpers oder die Beständigkeit des Glücks vertrauen können? Und doch, ohne dass ein Gut beständig, unverrückt und bleibend ist, kann niemand glückselig sein. |
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