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Publius Cornelius Tacitus

Annales

1,53-54

Tod der Iulia und ihr Verhältnis zu Tiberius und Sempronius Gracchus (Tac.ann.1,53). Erwähnenswerte Stadtereignisse (Tac.ann.1,54)

 
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53
Eodem anno Iulia supremum diem obiit, ob impudicitiam olim a patre Augusto Pandateria insula, mox oppido Reginorum, qui Siculum fretum accolunt, clausa. fuerat in matrimonio Tiberii florentibus Gaio et Lucio Caesaribus spreveratque ut inparem; nec alia tam intima Tiberio causa, cur Rhodum abscederet.
Im selben Jahr starb Julia, die wegen unzüchtigen Wandels längst von ihrem Vater Augustus auf die Insel Pandateria, dann in die Stadt Rhegium an der sizilischen Meerenge verbannt war. Sie war, solange noch die Caesaren Gaius und Lucius eine schöne Zukunft erwartete, mit Tiberius vermählt, wollte aber nichts von ihm, als wäre er nicht der Mann für sie; dies war auch der eigentliche, geheime Grund, warum er sich nach Rhodos zurückzog.
imperium adeptus extorrem, infamem et post interfectum Postumum Agrippam omnis spei egenam inopia ac tabe longa peremit, obscuram fore necem longinquitate exilii ratus.
Zur Herrschaft gelangt, ließ er die Verstoßene, Entehrte und seit des Postumus Agrippa Ermordung aller Hoffnung Beraubte langsam verkümmern und verschmachten. Er hoffte, ihre Tötung werde der langen Verbannung wegen unbeachtet bleiben.
par causa saevitiae in Sempronium Gracchum, qui familia nobili, sollers ingenio et prave facundus, eandem Iuliam in matrimonio Marci Agrippae temeraverat. nec is libidini finis: traditam Tiberio pervicax adulter contumacia et odiis in maritum accendebat; litteraeque, quas Iulia patri Augusto cum insectatione Tiberii scripsit, a Graccho compositae credebantur.
Den gleichen Grund hatte seine Grausamkeit gegen Sempronius Gracchus. Dieser, ein Mann von edler Familie, lebhaftem Geist und schlimmberedter Zunge, hatte dieselbe Julia während ihrer Ehe mit Marcus Agrippa verführt. Daran war es aber seinen Gelüsten noch nicht genug. Als sie an Tiberius gekommen war, feuerte sie der hartnäckige Ehebrecher zu störrischem Betragen und zum Hass gegen den Ehegemahl an, und man glaubte, Gracchus sei der Verfasser des den Tiberius verunglimpfenden Briefes, den Julia an ihren Vater Augustus schrieb.
igitur amotus Cercinam, Africi maris insulam, quattuordecim annis exilium toleravit.
Er wurde deshalb nach Kerkina, einer afrikanischen Insel, verwiesen, wo er eine vierzehnjährige Verbannung erduldete.
tunc milites ad caedem missi invenere in prominenti litoris nihil laetum opperientem. quorum adventu breve tempus petivit, ut suprema mandata uxori Alliariae per litteras daret, cervicemque percussoribus obtulit; constantia mortis haud indignus Sempronio nomine vita degeneraverat.
Jetzt aber wurden Soldaten gesandt, um ihn zu töten. Sie fanden ihn auf vorspringender Küste, nichts Gutes erwartend. Bei ihrer Ankunft erbat er sich kurze Frist, um seiner Gattin Alliaria schriftlich seinen letzten Willen zu hinterlassen, und bot dann den Mördern den Nacken dar; im standhaften Tod des sempronischen Namens nicht unwürdig: im Leben hatte er ihn verleugnet.
quidam non Roma eos milites, sed ab L. Asprenate pro consule Africae missos tradidere auctore Tiberio, qui famam caedis posse in Asprenatem verti frustra speraverat.
Nach einigen Nachrichten waren die Soldaten nicht von Rom aus, sondern von Lucilius Asprenas, dem Prokonsul von Afrika, abgeschickt, auf Anordnung des Tiberius, der vergebens hoffte, das Gerücht auf Asprenas als Urheber des Mordes lenken zu können.
anmerk.
54
Idem annus novas caerimonias accepit addito sodalium Augustalium sacerdotio, ut quondam Titus Tatius retinendis Sabinorum sacris sodalis Titios instituerat. sorte ducti e primoribus civitatis unus et viginti: Tiberius Drususque et Claudius et Germanicus adiciuntur.
Dasselbe Jahr erhielt neuen heiligen Dienst, indem zu den bestehenden noch die Priesterschaft der augustalischen Genossen hinzugefügt wurde, so wie vordem Titus Tatius, um den sabinischen Dienst aufrecht zu halten, die titische Genossenschaft eingeführt hatte. Durch das Los wurden einundzwanzig aus den ersten Männern im Staat gezogen. Tiberius und Drusus, Claudius und Germanicus kamen noch dazu.
ludos Augustalis tunc primum coeptos turbavit discordia ex certamine histrionum. indulserat ei ludicro Augustus, dum Maecenati obtemperat effuso in amorem Bathylli; neque ipse abhorrebat talibus studiis et civile rebatur misceri voluptatibus vulgi. alia Tiberio morum via: sed populum per tot annos molliter habitum nondum audebat ad duriora vertere.
Die damals das erste Mal gefeierten augustalischen Spiele störte ein durch Eifersucht der Schauspieler entstandener Streit. Augustus hatte diese Art von Lustbarkeit begünstigt, um dem Maecenas zu Willen zu sein, der in Bathyllus ganz verliebt war, und er fand auch selbst Geschmack an solchen Kunstbestrebungen, indem er Bürgersinn darzulegen glaubte, wenn er an den Vergnügungen des Volkes teilnahm. In andere Richtung ging der Sinn des Tiberius; aber er wagte noch nicht, ein so viele Jahre hindurch mild behandeltes Volk auf rauere Wege zu führen.
anmerk.
     
  Deutsche Übersetzung nach: Strodtbeck, G.F. bearbeitet von E.Gottwein    
       
Aufgabenvorschläge:
 
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