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Systematische Grammatik der griechischen Sprache

Syntax 

Der Infinitiv

 

Übersicht 
  1. Der Infinitiv: Allgemeines

  2. Der Infinitiv als Subjekt 

  3. Der Infinitiv als Objekt

  4. Zur Negation des Infinitivs

  5. Der absolute Gebrauch des Infinitivs

  6. Der imperativische Infinitiv

 

ἐγὼ πειράσομαι νῦν μαθεῖν Alfonso Mannella: Der Elch des Weihnachtsmannes
Mannella
καὶ σύγε; ἆρ' οὐ βούλει βοηθεῖν;

 

  1. Der Infinitiv hat sowohl nominalen als auch verbalen Charakter.
    1. Dass der Infinitiv Nomen ist, zeigt sich daran, dass er
      • als Gerundium Substantiv (im Neutrum) ist, dekliniert werden kann und Satzgliedfunktionen erfüllt.
        Inf. Nom. Gen. Dat. Akk.
        ζῆν τὸ ζῆν τοῦ ζῆν τῷ ζῆν τὸ ζῆν
                 
        • ἀντὶ τοῦ φεύγειν - statt der Flucht
        • διὰ τὸ φεύγειν - wegen der Flucht
        • ἐκ τοῦ φεύγειν - infolge (seit, aufgrund) der Flucht
        • ἐπὶ τὸ φεύγειν - zum Zweck der Flucht
        • ἐπὶ τῷ φεύγειν - zum Zweck der Flucht
        • ἐπὶ τῷ φεύγειν - unter der Bedingung der Flucht
        • μετὰ τὸ φεύγειν - nach der Flucht
        • πλὴν τοῦ φεύγειν - abgesehen von der Flucht
        • πρὸ τοῦ φεύγειν - vor der Flucht
        • πρὸς τὸ φεύγειν - zum Zweck der Flucht
        • τῷ φεύγειν - durch die Flucht
    2. Dass der Infinitiv Verbum ist, zeigt sich daran, dass er
      • nach Genus Verbi, Tempora und Aktionsarten verschiedene Formen ausbildet
          Akt. Med. Pass.
        Prs. παιδεύειν παιδεύεσθαι  παιδεύεσθαι 
        Fut. παιδεύσειν παιδεύσεσθαι παιδευθήσεσθαι
        Aor. παιδεῦσαι παιδεύσασθαι πειδευθῆναι
        Perf. πεπαιδευκέναι πεπαιδεῦσθαι πεπαιδεῦσθαι
      • den Objektskasus des Verbums beibehält (statt Genitivattribut),
        τὸ τοὺς ἄλλους ἀδικεῖν, τὸ τοῖς ὅπλοις χρῆσθαι 
      • durch Adverb (statt Adjektivattribut) erweitert wird.
        • τὸ εὖ ζῆν - das gute Leben (Lebensquaität) 
        • τὸ ἀεὶ τοῖς ὅπλοις χρῆσθαι - der ständige Gebrauch der Waffen
      • sich mit der Partikel ἄν verbinden kann.
        Potentialis: ἐλπίζομεν τοῦτ’ ἂν ὄψεσθαι (ὅτι τοῦτ’ ἂν ὀψοίμεθα)
        Irrealis: νομίζομεν τοῦτ’ ἂν ἰδεῖν (ὅτι τοῦτ’ ἂν εἴδομεν), εἰ ἤλθομεν.

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II. Der Infinitiv als Subjekt
  1. Als Subjekt steht der Infinitiv nach unpersönlichen Ausdrücken:
    • γίγνεται, δεῖ, διαφέρει μοι, ἔξεστιν, ἔστιν, πρέπει, προσήκει,  μέλει μοι, οἷόν τέ ἐστιν, πάρεστιν, συμβαίνει, συμφέρει, χρή
    • ἀναγκαῖόν ἐστιν, ἀξιόν ἐστιν, δυνατόν ἐστιν, εἰκός ἐστιν, καλόν ἐστιν, ῥᾴδιόν ἐστιν, χαλεπόν ἐστιν
    • ἀνάγκη ἐστίν, καιρός ἐστιν, ὥρα ἐστίν
      • γίγνεται, συμβαίνει - es ereignet sich, dass 
      • δεῖ, χρή - es ist nötig
      • διαφέρει μοι - es ist für mich von Bedeutung
      • ἔξεστιν, πάρεστιν, ἔστιν - es ist erlaubt, möglich, man darf
      • συμφέρει - es ist zuträglich, nützlich
      • πρέπει, προσήκει - es ziemt sich
      • μέλει μοι - mir liegt daran
      • εἰκός ἐστιν - es ist natürlich, wahrscheinlich
    • Das Subjekt des Infinitivs steht im Akk. (AcI) 
      • Es wird nur übersetzt, wenn es von dem Subjekt oder einem Objekt des übergeordneten Satzes verschieden ist. 
      • Ansonsten steht nur Inf. (das Prädikatsnomen steht dann im Kasus des Bezugswortes (Subjekt oder Objekt); statt Gen. od. Dat. kann es auch im Akk. stehen.
        • Ἀλέξανδρος ἔφασκε Διὸς υἱὸς εἶναι.
        • πρέπει ἡμῖν  σπουδαίοις (σπουδαίους) εἶναι. 
      • δεῖ und χρή haben ihr Subj. (und Prädikatsnomen) immer im Akk.: δεῖ ἡμᾶς σπουδαίους εἶναι.
    • συμβαίνει, γίγνεται auch mit ὥστε + Inf.
    • Persönliche Konstruktionen finden sich häufig:
      • ἄξιός εἰμι,  δίκαιός εἰμι, δυνατός εἰμι, οἷός εἰμι τοῦτ’ εἰπεῖν

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 III. Der Infinitiv als Objekt
  1. Ein Infinitiv (oder AcI) als Objekt steht nach bestimmten Verben.
    1. Der Infinitiv (oder AcI) vertritt einen abhängigen Aussagesatz nach den Verben des Sagens und  Meinens. 
      • λέγειν, ἀγορεύειν, φάναι - sagen
      • ἀποκρίνεσθαι - antworten
      • οὐ φάναι - sagen, dass nicht (negare) (nach Sagen auch ὅτι...)
      • νομίζειν, οἴεσθαι - glauben, meinen 
      • φάναι - wähnen (nach Meinen nur AcI)
      • ἀγγέλλειν - melden
      • ὁμολογεῖν übereinstimmen
      • ποιεῖν - den Fall setzen, dass
      • εἰκάζειν, ὑποπτεύειν, ὑπολαμβάνειν - vermuten
      • προσδοκᾶν, ἀναμένειν - erwarten
      • μυθολογεῖν, ἱστορεῖν - erzählen
      • ἐλπίζειν - hoffen
      • ὑπισχνεῖσθαι - versprechen
      • ὀμνύναι -schwören
      • ἀπειλεῖν drohen
      • προσποιεῖσθαι - sich stellen als ob (simulare)
      • Nach den Verben des Sagens kann auch ein Satz mit ὅτι... stehen (nach Verben des Glaubens und Meinens nur Inf. (AcI).
      • Nach "hoffen, versprechen, schwören, drohen" steht Inf. Fut., wenn die Handlungin der Zukunft liegt.
      • Verben des Glaubens und Meinens werden im Passiv nur persönlich (Nci) konstruiert, Verben des Sagens auch unpersönlich (Aci).
      Negative Verben des Sagens
      • ἀρνεῖσθαι, ἔξαρνον εἶναι - leugnen
      • ἀπιστεῖν - misstrauen
      • ἀμφισβητεῖν - bezweifeln
      • ἀντιλέγειν - widersprechen
    2. Der Infinitiv (oder AcI) vertritt einen abhängigen Begehrsatz nach Verben der Willensäußerung:
      • αἰτεῖν, ἀξιοῦν - fordern
      • ἀπαγορεύειν verbieten
      • ἀπέχεσθαι sich fernhalten
      • βούλεσθαι - wollen
      • βουλεύεσθαι, γιγνώσκειν, δοκεῖ μοι - beschließen
      • προαιρεῖσθαι - vorziehen
      • δεῖσθαι - bitten
      • διδόναι, ἐπιτρέπειν, συγχωρεῖν - erlauben
      • ἐᾶν - zulassen
      • συμβουλεύειν raten
      • φεύγειν - vermeiden
      • εἴργειν - abhalten
      • ἐπιθυμεῖν, χρῄζειν - wünschen, begehren
      • ἐπιτάττειν, προστάττειν, ἐπιστέλλειν - auftragen 
      • κελεύειν - befehlen
      • κωλύειν - hindern
      • παραινεῖν - ermuntern
      • παρακελεύεσθαι - auffordern, ermuntern
      • πείθειν - überreden
      • ποιεῖν - machen, bewirken
      • προτρέπειν - treibe an
    3. Der Infinitiv (oder AcI) steht nach den (Modal-)Verben des Könnens, Vermögens
      αἰδεῖσθαι, αἰσχύνεσθαι, ἀναγκάζειν, ἄρχεσθαι, βούλεσθαι, γιγνώσκειν διδάσκειν, δοκεῖν, δύνασθαι, ἐθέλειν, ἐθίζειν, εἰδέναι, εἰωθέναι, ἐπίστασθαι, ἐπιχειρεῖν, ἔχειν, κινδυνεύειν, μανθάνειν, μέλλειν, ὀκνεῖν, παρασκευάζεσθαι, πειρᾶσθαι, σπουδάζειν, τολμᾶν, φαίνεσθαι, φιλεῖν, φοβεῖσθαι,
    4. Der Infinitiv (oder AcI) steht (wie das lateinische Gerundivum zur Angabe des Zwecks) nach Verben des Gebens, Nehmens, Kommen, Schickens, Überlassens, Bestimmens in finaler Funktion:
      • αἱρεῖσθαι- wählen
      • διδόναι, παρέχειν übergeben, darbieten
      • δέχεσθαι, λαμβάνειν - annehmen, übernehmen
      • ἐπιτρέπειν -überlassen
      • πέμπειν - schicken
      • καταλείπειν - zurücklassen
    5. Der Infinitiv (oder AcI) steht zur Ergänzung entsprechender Adjektive:
      • ἄξιος επαινεῖν, (ἐπαινεῖσθαι) lobenswert
      • δεινὸς λέγειν - fähig zu reden, redegewaltig
      • δυνατὸς πολεμεῖν
      • ἐπιτήδειος - geeignet
      • ἕτοιμος - bereit
      • θαῦμα ἰδέσθαι - ein Wunder zu sehen
      • ἡδύς - angenehm
      • ἱκανός - hinreichend, geeignet
      • καλὸς ὁρᾶν schön anzusehen
      • πρόθυμος - bereit(willig)
      • ῥᾴδιος εἰπεῖν - leicht zu sagen
      • χαλεπός - schwierig
  1. Die Negation des Infinitivs ist μή 
  2. οὐ steht nur wenn der Infinitiv (oder AcI) eine reine Aussage (ohne Nebensinn) trifft. Steht das übergeordnete Verbum im Imperativ, Prohibitiv, Adhortativ oder Optativ, so ist auch in der Aussage die Negation μή.
  3. Nach verneinten übergeordenten Ausdrücken wird der Infinitiv durch μὴ οὐ oder τὸ μὴ οὐ negiert:
    • οὐ δύναμαι μὴ οὐκ έπαινεῖν σε. (non possum te non laudare)
    • οὐχ ὅσιόν σοί ἐστι (τὸ) μὴ οὐκ ἀληθεύειν. (nefas tibi verum non dicere)
  4. Nach Verben des Leugnens, Zweifelns, Misstrauens,... tritt 
    • wenn das übergeordnete Verbum nicht verneint ist, zum abhängigen Infinitiv (pleonastisch) ein μή oder τὸ μή (im abhängigen Satz: ὅτι οὐ, ὡς οὐ)
      • ἀρνοῦμαι (τὸ) μὴ δεδρακέναι τάδε  - ich leugne, dies getan zu haben
      • ἀρνούμαι, ὄτι τάδ’ οὐκ ἔδρακα  - ich leugne, dies getan zu haben
    • wenn das übergeordnete Verbum verneint ist, ein μὴ οὐ oder τὸ μὴ οὐ.
      • οὐκ ἀρνοῦμαι (τὸ) μὴ οὐ δεδρακέναι τάδε  - ich leugne nicht, dies getan zu haben
      • οὐκ ἀρνούμαι, ὄτι τάδ’ οὐκ ἔδρακα  - ich leugne nicht, dies getan zu haben

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 V. Der absolute Gebrauch des Infinitivs
  1. In formelhaften Wendungen:
    ὡς ἔπος εἰπεῖν sozusagen
    ὡς συνελόντι (συντόμως) εἰπεῖν um es kurz zu sagen
    ὡς ἁπλῶς εἰπεῖν um es einfach zu sagen
    ὀλίγου (μικροῦ) δεῖν beinahe
    τὸ νῦν εἷναι für jetzt
    τὸ ἐπ’ ἐμοὶ εἶναι was mich angeht, soweit es von mir abhängt
    τὸ κατὰ τοῦτον εἶναι was diesen betrifft
    ἑκὼν εἶναι freiwillig
    ἐμοὶ δοκεῖν nach meiner Ansicht
    ὅσον γ’ ἐμὲ εἰδέναι soweit ich weiß
    ὡς εἰκάσαι wie zu vermuten steht
    ὡς οὑτωσὶ ἀκοῦσαι soweit man hört

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VI. Der imperativische Infinitiv
  1. In dichterischem Gebrauch steht der Inf. öfter statt Imperativ:
    Ὦ ξεῖν’ ἀγγέλλειν Λακεδαιμονίοις, ὅτι τῇδε
    κείμεθα τοῖς κείνων ῥήμασι πειθόμενοι.

 

μηδὲν ἄγαν Alfonso Mannella: Winterlandschaft mit Schlitten Mannella ἔρρωσθε
Sententiae excerptae:
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