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| Belege des Suchbegriffs aus ausgewählten Texten (vollständig: Caes.Gall., Cic.Arch., Cic.S.Rosc., Cic.Lael.) |
| cuius rei si exemplum non haberemus, tamen libertatis causa institui et posteris prodi pulcherrimum iudicarem. Caes.Gall.7,77,13 | Hätten wir jedoch dieses Muster nicht vor uns, so müsste es dennoch nach meiner Meinung unser ruhmvollstes Bestreben sein, der Freiheit zu Liebe als Spiegel für die Nachwelt zuerst solch ein Beispiel zu geben. |
| Praeclaram vero populo Romano refers gratiam, qui te, hominem per te cognitum, nulla commendatione maiorum tam mature ad summum imperium per omnis honorum gradus extulit, si propter invidiam aut alicuius periculi metum salutem civium tuorum neglegis. Cic.Catil.1,28 | Oder fürchtest du das tadelnde Urteil der Nachwelt? Wahrlich, einen herrlichen Dank erweist du dem römischen Volk, das dich, einen Mann, der nur durch sich selbst und nicht nur durch die Empfehlung seiner Ahnen sich Ruf erworben, so bald durch alle Ehrenstufen zur höchsten Befehlsgewalt erhoben hat, wenn du jenes Tadels wegen oder aus Furcht vor irgend einer Gefahr das Wohl deiner Mitbürger vernachlässigst! |
| quaeret quispiam: 'quid? illi ipsi summi viri, quorum virtutes litteris proditae sunt, istane doctrina, quam tu effers laudibus, eruditi fuerunt?' Cic.Arch.15.a | Es wird vielleicht jemand fragen: "Wie? Waren denn eben jene großen Männer, deren Verdienste in Schriftwerken auf die Nachwelt gekommen sind, in jener Wissenschaft, die du lobpreisend erhebst, unterrichtet?" |
| nunc insidet quaedam in optimo quoque virtus, quae noctes ac dies animum gloriae stimulis concitat atque admonet non cum vitae tempore esse dimittendam commemorationem nominis nostri, sed cum omni posteritate adaequandam. Cic.Arch.29.b | Nun wohnt aber gerade in den edelsten Seelen eine Kraft der Tugend, die Tag und Nacht durch die Triebfedern des Ruhmes den Sinn erregt und ermuntert, das Gedächtnis unseres Namens nicht mit der Lebenszeit schwinden zu lassen, sondern auf alle Nachwelt hinaus auszudehnen. |
| quo in genere sperare videor Scipionis et Laeli amicitiam notam posteritati fore. Cic.Lael.15.e | Dazu zähle ich auch die Freundschaft des Scipio und Laelius, in der Hoffnung, sie werde zur Kenntnis der Nachwelt gelangen. |
| 2014.10.08 Scriptor Segifredus Lenz duodenonaginta annos natus Martis die (7. Oct. 2014) Hamburgi in necessariorum coetu mortuus est. Lycii in Borussia Orientali d. 27. m. Mart. a. 1926 natus bellum secundum mundanum participavit atque a. 1945 a Britannis captus est. Bello confecto studia litterarum iniens mox voluntarius ephemeridi, quae "Mundus" nominatur, operam dedit. Toto orbe innotuit fabula novellistica, quam "Schola Theodisca" titulavit atque anno 1968 divulgavit. Nobilitata est inter multas alias etiam fabula "Museum Patrium" (1978) nominata, in qua fuga et expulsio proponuntur. Quod narratorium scriptorem annalium scriptorem interpretabatur, iniurias Germaniae nazisticae fabularum suarum thema fundamentale fuisse et reconciliationem cum Polonis et solidaritatem cum Israelia ei cordi fuisse haudquaquam mirandum est. Opera, quae viginti voluminibus collecta posteris relinquit, decem milia paginarum complent. 2014.10.08 | Der Autor Siegfrid Lenz ist im Alter von 88 Jahren am Dienstag (7. Okt. 2014) in Hamburg im Kreis seiner Angehörigen gestorben. Er war am 27. März 1926 in Lyck in Ostrpeußen geboren, nahm am Zweiten Weltkrieg teil und wurde von den Briten 1945 gefangen genommen. Nach Kriegsende nahm er ein Studium auf, stand aber bald als Voluntär in Diensten der Zeitung "Die Welt". Auf der ganzen Welt wurde er durch den Roman mit dem Titel "Deutschstunde" bekannt. Untre vielen anderen wurde auch der Roman "Heimatmuseum" berühmt, in dem Flucht und Vertreibung thematisiert werden. Weil er den Geschichtenerzähler als Chronisten versteht, ist es keineswegs verwunderlich, dass das Unrecht der Nazi-Deutschen sein Leitmotiv ist und ihm Aussöhnung mit Polen und Solidarität mit Israel am Herzen lag. Seine Werke, die er in 20 Bänden gesammelt der Nachwelt hinterlässt, füllen zehntausen Seiten. |
| sed veteris populi Romani prospera vel adversa claris scriptoribus memorata sunt; temporibusque Augusti dicendis non defuere decora ingenia, donec gliscente adulatione deterrerentur. Tiberii Gaique et Claudii ac Neronis res florentibus ipsis ob metum falsae, postquam occiderant, recentibus odiis compositae sunt. Tac.ann.1,1,2. | Was das alte Römervolk angeht, so haben hochberühmte Geschichtsschreiber seine frohen und seine widrigen Geschicke der Nachwelt überliefert. Auch den Zeiten des Augustus fehlte es, sie zu beschreiben, nicht an Männern, die ihre Vorzüge hatten, bis allmählich die Schmeichelei überhand nahm und sie abschreckte. Die Regierung des Tiberius und Gaius, des Claudius und Nero wurde, solange sie auf ihrer Höhe standen, aus Furcht verfälscht und nach ihrem Ende mit noch frischem Hass geschildert. |
| Nihil primo senatus die agi passus [est] nisi de supremis Augusti, cuius testamentum inlatum per virgines Vestae Tiberium et Liviam heredes habuit. Livia in familiam Iuliam nomenque Augustum adumebatur; in spem secundam nepotes pronepotesque, tertio gradu primores civitatis scripserat, plerosque invisos sibi, sed iactantia gloriaque ad posteros. Tac.ann.1,8,1. | In der ersten Senatssitzung ließ er nichts vernehmen, als was sich auf das Lebensende des Augustus bezog. Sein Testament wurde von den Jungfrauen der Vesta vorgelegt; es setzte Tiberius und Livia zu Erben ein. Livia wurde mit dem Titel Augusta in die julische Familie aufgenommen. In zweiter Linie kamen die Enkel und Urenkel, in dritter die führenden Männer im Staat, die meisten ihm verhasst , aber man konnte damit glänzen und Ruhm bei der Nachwelt gewinnen. |
| Septimius cum perfugisset ad tribunal pedibusque Caecinae advolveretur, eo usque flagitatus est, donec ad exitium dederetur. Cassius Chaerea, mox caede Gai Caesaris memoriam apud posteros adeptus, tum adulescens et animi ferox, inter obstantis et armatos ferro viam patefecit. Tac.ann.1,32,2. | Septimius hatte sich aufs Tribunal geflüchtet und sich dem Caecina zu Füßen geworfen. Aber sie beharrten so ungestüm auf Auslieferung, dass man ihn dem Tod hingab. Cassius Chaerea, der sich später durch die Ermordung des Gaius Caesar einen Namen bei der Nachwelt machte, damals noch Jüngling voller Trotz, brach sich mit dem Schwert Bahn durch Widerstand und Waffen hindurch. |
| nisi forte rebus cunctis inest quidam velut orbis, ut, quem ad modum temporum vices, ita morum vertantur; nec omnia apud priores meliora, sed nostra quoque aetas multa laudis et artium imitanda posteris tulit. verum haec nobis in maiores certamina ex honesto maneant. Tac.ann.3,55,5. | Vielleicht bewegt sich aber auch in allem die Welt in einem gewissen Kreislauf, so dass wie bei den Jahreszeiten so auch in den Sitten ein wiederkehrender Wechsel stattfindet? Auch ist wirklich nicht alles bei den Alten besser gewesen, sondern auch unsere Zeit hat nach Verdienst und Leistung manches hervorgebracht, was für die Nachwelt ein Muster der Nachahmung ist. Aber in diesem Punkt möge uns Wettstreit mit den Vorfahren Aufgabe sittlichen Strebens bleiben. |
| Exequi sententias haud institui nisi insignis per honestum aut notabili dedecore, quod praecipuum munus annalium reor, ne virtutes sileantur utque pravis dictis factisque ex posteritate et infamia metus sit. Tac.ann.3,65,1. | Abstimmungen ausführlich darzustellen, liegt nicht in meiner Absicht, es sei denn, sie zeichnen sich durch Ehrenhaftigkeit oder durch bemerkenswerte Schändlichkeit aus; denn ich halte es für die Hauptaufgabe der Geschichtsschreibung, dass tüchtige Leistungen nicht verschwiegen bleiben und dass sich Schlechtigkeit in Wort und Tat vor der Schande bei der Nachwelt fürchten muss. |
| sin extra domum successor quaereretur, ne memoria Augusti, ne nomen Caesarum in ludibria et contumelias verterent, metuebat: quippe illi non perinde curae gratia praesentium quam in posteros ambitio. Tac.ann.6,46,2. | Wollte er seinen Nachfolger außerhalb des Hauses suchen, so musste er fürchten, es könnte das Andenken des Augustus, es könnte der Name der Caesaren zu Spott und Schande werden. Ihm lag nämlich weniger der Beifall der Mitwelt als die Ehre bei der Nachwelt am Herzen. |
| Initium mihi operis Servius Galba iterum Titus Vinius consules erunt. nam post conditam urbem octingentos et viginti prioris aevi annos multi auctores rettulerunt, dum res populi Romani memorabantur, pari eloquentia ac libertate: postquam bellatum apud Actium atque omnem potentiam ad unum conferri pacis interfuit, magna illa ingenia cessere; simul veritas pluribus modis infracta, primum inscitia rei publicae ut alienae, mox libidine adsentandi aut rursus odio adversus dominantis: ita neutris cura posteritatis inter infensos vel obnoxios. Tac.hist.1,1,1. | Den Anfang dieses Werkes soll das zweite Konsulat des Servius Galba und das Konsulat des Titus Vinius bilden. Denn die achthundertzwanzig Jahre der früheren Zeit seit der Gründung Roms haben viele Geschichtsschreiber beschrieben; und zwar, solange die Geschichte des römischen Volkes erzählt wurde, mit ebenso viel Beredsamkeit wie Freimut. Seitdem aber nach dem Kampf bei Actium die Vereinigung aller Gewalt in einer Hand im Interesse des Friedens gefordert war, sind jene großen Talente verschwunden. Zugleich wurde die Wahrheit auf mancherlei Weise getrübt: einmal durch mangelnde Vertrautheit mit den öffentlichen Angelegenheiten, als wären sie fremd; sodann durch die Sucht zu schmeicheln oder umgekehrt durch den Hass gegen die Gewalthaber. So wurde von keiner Seite, weder von den Erbitterten noch von den Abhängigen, für die Nachwelt gesorgt. |
| proinde agendum audendumque, dum Galbae auctoritas fluxa, Pisonis nondum coaluisset. opportunos magnis conatibus transitus rerum, nec cunctatione opus, ubi perniciosior sit quies quam temeritas. mortem omnibus ex natura aequalem oblivione apud posteros vel gloria distingui; ac si nocentem innocentemque idem exitus maneat, acrioris viri esse merito perire. Tac.hist.1,21,2. | Demnach müsse man handeln und wagen, solange Galbas Ansehen noch wanke, das Pisos noch nicht erstarkt sei. Für große Wagnisse seien Regierungswechsel günstig; nicht dürfe man zaudern, wo Ruhe gefährlicher sei als Verwegenheit. Der Tod unterscheide sich, obwohl er allen von Natur aus gleich sei, bei der Nachwelt doch durch Vergessenheit und Ruhm. Und wenn Schuld und Unschuld dasselbe Ende zu erwarten haben, so mache es den Wert des tatkräftigen Mannes aus, verdienstvoll seinen Tod zu erleiden. |
| [Cic.Tusc.1,35] Quodsi omnium consensus naturae vox est, omnesque qui ubique sunt consentiunt esse aliquid, quod ad eos pertineat qui vita cesserint, nobis quoque idem existimandum est, et si, quorum aut ingenio aut virtute animus excellit, eos arbitrabimur, quia natura optima sint, cernere naturae vim maxume, veri simile est, cum optumus quisque maxume posteritati serviat, esse aliquid, cuius is post mortem sensum sit habiturus. Cic.Tusc.1,35 | Ist nun die Übereinstimmung aller die Stimme der Natur, und stimmen wirklich alle an allen Orten darin überein, dass es etwas gibt, das auf die Abgeschiedenen Bezug hat, so müssen auch wir dies annehmen. Und wenn diejenigen, die sich durch geistige und sittliche Vorzüge auszeichnen wohl an genauesten die Kraft der Natur durchschauen, weil ihre Natur selbst die beste ist, so ist wahrscheinlich, dass, da immer die trefflichsten Männern für die Nachwelt am meisten besorgt sind, nach dem Tod ein Zustand folgt, wovon sie Gefühl haben. |