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Klassen- und Kursarbeiten aus dem Griechischunterricht

 

Textstelle

Jahrgang

Schule

Lehrer

Plat.Gorg. 484c-485a Abitur  http://www.thg-lu.de mailto:webmasters.at.gottwein.dot.de
Voraussetzungen: a) Beschäftigung mit der Sophistik, bes. Kallikles, b) Platons Höhlengleichnis, c) Thales und die thrakische Magd

 

Thema: Bildung und Philosophie

Kontext: Der Sophist Kallikles im Gespräch mit Sokrates 

Arbeitstext: (Plat.Gorg. 484c-485a)

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φιλοσοφία <μέντοι> ἐστίν, ὦ Σώκρατες, χαρίεν, ἄν τις αὐτοῦ μετρίως ἅψηται ἐν τῇ ἡλικίᾳ· ἐὰν δὲ περαιτέρω τοῦ δέοντος ἐνδιατρίψῃ, διαφθορὰ τῶν ἀνθρώπων. ἐὰν γὰρ καὶ πάνυ εὐφυὴς ᾖ καὶ πόρρω τῆς ἡλικίας φιλοσοφῇ, ἀνάγκη πάντων ἄπειρον γεγονέναι ἐστίν, ὧν χρὴ ἔμπειρον εἶναι τὸν μέλλοντα καλὸν κἀγαθὸν καὶ εὐδόκιμον ἔσεσθαι ἄνδρα. καὶ γὰρ τῶν νόμων ἄπειροι γίγνονται τῶν κατὰ τὴν πόλιν, καὶ τῶν λόγων, οἷς δεῖ χρώμενον ὁμιλεῖν ἐν τοῖς συμβολαίοις τοῖς ἀνθρώποις καὶ ἰδίᾳ καὶ δημοσίᾳ, καὶ τῶν ἡδονῶν τε καὶ ἐπιθυμιῶν τῶν ἀνθρωπείων, καὶ συλλήβδην τῶν ἠθῶν παντάπασιν ἄπειροι γίγνονται. ἐπειδὰν οὖν ἔλθωσιν εἴς τινα ἰδίαν ἢ πολιτικὴν πρᾶξιν, καταγέλαστοι γίγνονται, ὥσπερ γε, οἶμαι, οἱ πολιτικοί, ἐπειδὰν αὖ εἰς τὰς ὑμετέρας διατριβὰς ἔλθωσιν καὶ τοὺς λόγους, καταγέλαστοί εἰσιν. συμβαίνει γὰρ τὸ τοῦ Εὐριπίδου· λαμπρός τέ ἐστιν ἕκαστος ἐν τούτῳ, καὶ ἐπὶ τοῦτ' ἐπείγεται,

νέμων τὸ πλεῖστον ἡμέρας τούτῳ μέρος,
ἵν' αὐτὸς αὑτοῦ τυγχάνει βέλτιστος ὤν· 

ὅπου δ' ἂν φαῦλος ᾖ, ἐντεῦθεν φεύγει καὶ λοιδορεῖ τοῦτο, τὸ δ' ἕτερον ἐπαινεῖ, εὐνοίᾳ τῇ ἑαυτοῦ, ἡγούμενος οὕτως αὐτὸς ἑαυτὸν ἐπαινεῖν. ἀλλ', οἶμαι, τὸ ὀρθότατόν ἐστιν ἀμφοτέρων μετασχεῖν. | φιλοσοφίας μέν, ὅσον παιδείας χάριν καλὸν μετέχειν, καὶ οὐκ αἰσχρὸν μειρακίῳ ὄντι φιλοσοφεῖν· ἐπειδὰν δὲ ἤδη πρεσβύτερος ὢν ἄνθρωπος ἔτι φιλοσοφῇ, καταγέλαστον, ὦ Σώκρατες, τὸ χρῆμα γίγνεται.

Angaben:

1 χαρίεν sc. <τι> |  2 ἐν τῇ ἡλικίᾳ - welches 'Lebensalter' ist gemeint? | 3 διαφθορά sc. <ἐστιν> | πόρρω τινός - tief in etw. hinein, über etw. hinaus | 7 οἷς δεῖ <τινα> χρώμενον ὁμιλεῖν | 7 τὰ συμβόλαια - Geschäftsbeziehungen, Handelsverkehr | 8 τῶν ἡδονῶν τε καὶ ἐπιθυμιῶν ... καὶ ... τῶν ἠθῶν - es ist weniger an Kenntnisse in "Ethik" als in praktischer Psychologie gedacht | 12 ἡ διατριβή - Zeitvertreib, h. Unterredung | 14 ἐπείγεσθαι ἐπί τι  zu etw. hindrängen |15f. Die Euripidesverse stammen aus seiner "Antiope", deren Söhne Zethos und Amphion entgegengesetzte Lebensauffassungen repräsentieren: Zethos ist tatkräftiger Pragmatiker, Amphion weltentrückter Musiker |  16 ἵνα - "wo", relativ zu ἐν τούτῳ, ἐπὶ τοῦτ' und τούτῳ | αὐτὸς αὑτοῦ τυγχάνει βέλτιστος ὤν - er findet sich selbst als der beste |  καλόν sc. <ἐστιν>

Aufgaben:

  1. Üersetzung des Arbeitstextes
    • nicht abgestuftes Leistungsfach: Z.1-22 [203 Wörter]
    • abgestuftes Leistungsfach: Z.1-18 (ἐπαινεῖν) [169 Wörter]
  2. Aufgaben zur Interpretation
    1. [LF/GF] Rekonstruieren Sie aufgrund des Arbeitstextes und Ihrer allgemeinen Kenntnis zur Sophistik in den wesentlichen Grundzügen, was Kallikles unter richtiger Jugendbildung versteht!
    2. [LF] Verträgt sich, was Kallikles sonst über die soziale Bedeutung der Gesetze geäußert hat, mit der hier so eindringlich erhobenen Forderung nach ihrer Kenntnis?
    3. [LF] Wie dürfte Sokrates aus der Perspektive des Höhlengleichnisses Ihres Erachtens Kallikles antworten?
    4. [GF] Wie passt das Euripideszitat in den Argumentationszusammenhang des Kallikles?
    5. Wie sieht Kallikles das Verhältnis von Politik und Philosophie im Vergleich mit Platons Philosophen-König-Satz?
    6. [GF] Hat der im Text umrissene sokratisch - sophistische Dissens über eine tragfähige Bildungskonzeption auch für unsere Zeit noch Bedeutung?
    7. [LF] Von dem zeitgenössischen Philosophen Hans Blumenberg stammt ein Büchlein mit dem Titel "Das Lachen der Thrakerin" (Frankfurt a.M. 2/1987). Es thematisiert in engem Zusammenhang mit Thales den Begriff der "Theorie".  Können Sie den Titel in seiner äußerlichen (wörtlichen) Bedeutung erklären? Sehen Sie einen inneren Zusammenhang zum Thema des Arbeitstextes?
Sententiae excerptae:
1860 Accusatores antiquitatis vitia tantum docemus et discimus.
  Als Kritiker des Altertums lernen und lehren wir nur Fehlerhaftes.
  Petron.88,6
14 adde, quod ingenuas didicisse fideliter artes | emollit mores nec sinit esse feros.
  Edle Künste getreu zu erlernen macht sanft den Charakter und nimmt ihm die Wildheit.
  Ov.Pont.2,9,47
1276 Alit lectio ingenium et studio fatigatum reficit.
  Die Lektüre nährt den Geist und lässt ihn sich erholen, wenn er von der Mühe erschöpft ist.
  Sen.epist.84,1
1340 Altius praecepta descendunt, quae teneris imprimuntur aetatibus.
  Lehren, die in zartem Alter verinnerlicht werden, dringen tiefer ein.
  Sen.dial.12,18,8
1829 An audirem sententias, cum fame morerer?
  Hätte ich mir etwa schöne Reden anhören sollen, als ich vor Hunger fast gestorben bin?
  Petron.10,1
1354 Antiqua sapientia nihil aliud quam facienda ac vitanda praecepit, et tunc longe meliores erant viri.
  Die alte Philosophie schrieb nur vor, was man tun und meiden muss; und damals waren die Menschen weit besser.
  Sen.epist.95,13 (Ariston)
1357 Apes debemus imitari et, quaecumque ex diversa lectione congessimus, separare, deinde adhibita ingenii nostri cura et facultate in unum saporem varia illa libamenta confundere.
  Wir müssen die Bienen nachahmen und jene vielfältigen Kostproben, die wir aus verschiedenen Büchern gesammelt haben, dann mit Sorgfalt und Geschick zu einem einheitlichen Geschmack vereinigen.
  Sen.epist.84,5
25 artibus ingenuis, quarum tibi maxima cura est, | pectora mollescunt asperitasque fugit
  durch edle Kunst, um die du dich am meisten mühst, | wird sanft das Herz, es flieht das Rauhe.
  Ov.Pont.1,6,7
26 asinus ad lyram
  Er passt wie der Esel zum Lautenschlagen
  Gell.3,16
1149 Facile transitur ad plures.
  Leicht tritt man zur Mehrheit über.
  Sen.epist.7,6
1916 Generosior spiritus vanitatem non amat.
  Ein edler Geist hält nichts vom eitlen Aufputz.
  Petron.118,3
1871 Ira feras quidem mentes obsidet, eruditas praelabitur
  Zorn haftet bei roher Sinnesart fest, bei gesitteter gleitet er ab.
  Petron.99,3
1600 Nihil liquet incertissimo regimine utentibus, fama.
  Denen, die sich der unsichersten Führerin, der (öffentlichen) Meinung, überlassen, ist nichts klar.
  Sen.epist.95,58
1915 Non concipere aut edere partum mens potest nisi ingenti flumine litterarum inundata
  Kein Talent ist zu der Empfängnis und der Geburt fähig, wenn es sich nicht mit dem gewaltigen Strom der Literatur getränkt hat
  Petron.118,3
1156 Non est, quod timeas, ne operam perdideris, si tibi didicisti.
  Du darfst nicht fürchten, deine Mühe verloren zu haben, wenn du etwas für dich gelernt hast.
  Sen.epist.7,9
1825 Nunc pueri in scholis ludunt, iuvenes ridentur in foro.
  Heutzutage spielen Kinder in der Schule und werden als junge Leute in der Öffentlichkeit ausgelacht.
  Petron.4,4
1565 Quemadmodum omnium rerum, sic litterarum quoque intemperantia laboramus: Non vitae sed scholae discimus.
  Mangel an Maß ist unser Fehler, in allem, auch in der Literatur; man lernt nur für die Schule, nicht für das Leben.
  Sen.epist.106,12.
1211 Remove existimationem hominum: dubia semper est et in partem utramque dividitur!
  Berufe Dich nicht auf das Urteil der Menschen: es ist immer unzuverlässig und neigt sich bald nach dieser, bald nach jener Seite! Sen.epist.26,6
 
1367 Vulgus animosa miratur et audaces in honore eunt, placidi pro inertibus habentur.
  Die Volksmasse bewundert Heldentaten, und die Hitzköpfe kommen zu Ehren. Die Friedfertigen gelten als Schlappschwänze.
  Sen.dial.5,41,2
Literatur:

6 Funde
3614  Ahrens, H.L.
De Graecae Linguae Dialectis, I,II,
Göttingen 1839/1843
775  Anlauf, G.
Standard late Greek oder Attizismus? ..Optativgebrauch im nachklassischen Griechisch
Diss. Köln 1960
978  Kühner, R. / Gerth, B.
Ausführliche Grammatik der griechischen Sprache (3. Aufl. bearbeitet von F. Blass und B. Gerth)
Hannover 1834-1835; 3/1890-1904
4170  Nepos / Glücklich
Hannibal : Text mit Erläuterungen ; Arbeitsaufträge, Begleittexte, Stilistik und Übungen zu Grammatik und Texterschliessung. Von Hans-Joachim Glücklich und Stefan Reitzer
Göttingen : Vandenhoeck & Ruprecht, 4/1996
3615  Thumb-Kieckers
Griechische Dialekte, I,II.
Heidelberg 1932/1959
2630  Traut, Georg
Lexikon über die Formen der griech. Verba. Mit zwei Beilagen: Verzeichnis der Declinations- und Conjugations-Endungen; Grammatischer Schlüssel.
Meisenheim (Olms, Reprint der 1867 in Gießen erschienenen Ausgabe) 1986

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